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am 5. Januar 2012
Jürgen Beetz, Techniker und IT-Spezialist mit philosophischem und wissenschaftstheoretischem Hintergrundwissen, ist ein begnadeter Polemiker, der einem gepflegten intellektuellen Streitgespräch ungern aus dem Weg geht - ich spreche aus Erfahrung. Seine Erfahrungen aus vielen solcher Gespräche sind offensichtlich in sein Buch eingeflossen. In der Tat liegt der Hauptnutzen des Buches für ähnlich motivierte Leser wohl darin, mit seiner Hilfe das Niveau ihrer Streitgespräche deutlich verbessern zu können. Nicht in dem Sinne, dass man häufiger als "Sieger" und "Rechthaber" vom Platz geht - sondern so, dass der Streit beiden Parteien zu einem tieferen Verständnis des Sachverhalts verhilft.

Beetz analysiert anhand vieler anschaulicher Beispiele aus Wissenschaft und Alltag (und auch mit witzigen Anekdoten) das intellektuelle Handwerkszeug, das wir bei Streitgesprächen einsetzen, und beendet viele seiner 8 Kapitel und 31 Abschnitte mit einer oder mehreren jener "trivialen Einsichten", die zu befolgen uns weiterbringen würde, und die zu missachten uns Streithähnen leider oft allzu nahe liegt. Da tappen wir im Eifer des Gefechts doch lieber in die eine oder andere Denkfalle. 13 Beispiele:

Mit neuen Theorien sollte man sparsam umgehen - es ist sinnvoller, eine Antwort schuldig zu bleiben als abenteuerliche Thesen aufzustellen.
"Vernünftig" ist auch ein Verhalten, das nicht am unmittelbaren Eigennutz orientiert ist.
Begehen Sie jede Dummheit möglichst nur einmal - die Auswahl ist ja groß genug.
Skalen, Maßstäbe, Normen, Dosierungen, Wertebereiche bilden wichtige Denkhilfen, denn aus Quantität kann Qualität entstehen.
Über einen "genauen" Grenzverlauf zu diskutieren ist meist sinnlos oder reine Definitionssache.
Bei der Suche nach der Wahrheit ist oft der Weg das Ziel. Genießen Sie ihn, auch wenn Sie nicht ankommen.
Reden ist Silber, Zuhören ist Gold!
Das Sein bestimmt das Bewusstsein bestimmt das Sein - und selbstbezügliche Aussagen sind oft paradox.
Die meisten komplexen und vernetzten Regelkreise sind unerforscht und werden nicht beherrscht.
Einfaches monokausales lineares Denken führt oft in die Irre - denken Sie in multikausalen Kreisläufen von Ursachen und Wirkungen!
Scheuen Sie sich nicht, Zahlen und Behauptungen durch Nachrechnen und Logik zu überprüfen.
Vorsicht mit Statistiken und Wahrscheinlichkeiten! Denken Sie genau mit, bevor Sie ihnen trauen. Aber: Dass alle Statistiken lügen, ist eine Lüge.
Der Zufall hat kein Gedächtnis.

Schön sind einige eingestreute Bonmots wie "Es ist zu spät, Pessimist zu sein." Oder: "Intelligenz ist das, was man braucht, wenn man nicht weiß, was man tun soll." Oder der oben zitierten Satz über die Dummheit.

Besonders ausführlich geht Beetz in seinem Kapitel "Erst das Ei oder erst die Henne?" auf Ursache-Wirkungs-Beziehungen ein, die über die simple Kausalität, nach der wir so gerne suchen, hinausgehen: etwa zyklische Prozesse, bei denen die Wirkung einer Ursache selber wieder zur Ursache wird und auf die erste Ursache zurückwirkt; auf Regelkreise, Rückkopplungen, komplexe Systeme. Ein Beispiel für zyklische Prozesse ist die oben zitierte Beobachtung, dass unsere Position in der Gesellschaft zwar unser Bewusstsein prägt, aber eben auch umgekehrt unser Bewusstsein, unsere innere Haltung über unsere Position in der Gesellschaft mitbestimmt.

Ein bisschen Widerspruch muss sein: So fällt Beetz in seinem Bemühen, der von allen Seiten bedrohten Vernunft zu ihrem Recht zu verhelfen, meines Erachtens zu häufig in einen simplen Gegensatz von Vernunft bzw. Verstand und Gefühlen und übersieht dabei Gelegenheiten, bei denen die beiden ungleichen Geschwister treffliche Bündnisse schmieden könnten. Auch neigt er dazu, Techniker und Naturwissenschaftler zu idealisieren - vor allem, wenn es darum geht, sich von Esoterikern und Gläubigen aller Art abzusetzen (seine Agitation gegen diese Spezies nimmt zuweilen Züge eines intellektuellen Kleinkriegs an). Da Beetz sich auf Methodenfragen spezialisiert hat, vernachlässigt er die große Problematik, welchen Themen und Fragen die Wissenschaftler mit großem Aufwand nachgehen, welchen nur mit geringem Aufwand und welchen überhaupt nicht. Sicher, dieses Thema würde ein anderes Buch füllen - aber man könnte es zumindest hier und da andeuten.

Beetz' Buch enthält etwas, das leider ganz aus der Mode gekommen ist: Fußnoten, die tatsächlich unten am Fuß der Seite stehen. Ich liebe das und halte diese Erfindung für eine Frühform des interaktiven Hypertexts: Der kurze Blick nach unten entspricht dem Klick auf ein verlinktes Wort, etwa in der Wikipedia. Allerdings sind manche seiner Fußnoten für meinen Geschmack zu betulich-pädagogisch geraten oder auch unfreiwillig komisch, wenn er dort Dinge erklärt, die allgemein bekannt sein dürften.

Fazit: Das Buch ist spannend zu lesen, bietet gute Überraschungen und ist nützlich für alle, die gerne diskutieren und argumentieren.
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am 7. August 2010
Der Hamburger Literaturprofessor Dietrich Schwanitz meinte in seinem Bildungs-Bestseller, dass naturwissenschaftliches Wissen nicht zur Bildung gehöre. Ihm wurde von kompetenter Seite mit guten Gründen widersprochen. Aber nicht nur Wissen über die Wirklichkeit sondern vor allem die Art und Weise, wie dieses Wissen zustande kommt und wie es für den Menschen nutzbar gemacht wird, gehören meines Erachtens zu den Grundlagen einer modernen Allgemeinbildung.

Was tun? Das Buch von Jürgen Beetz ist eine hervorragende Antwort auf die Frage, wie sich und wo sich Denken und Nach-Denken, logisches und vernünftiges Handeln im Alltag zeigen sollten. Das eigentliche Thema des Buches ist im Untertitel verborgen: "Triviale Einsichten, die niemand befolgt". Das Buch zeigt uns auf, was menschlicher Verstand für unser tägliches Leben zu leisten imstande ist und illustriert zugleich, wie wir diese unglaublich kreative Ressource für ein gesünderes, erfüllteres und friedlicheres Leben zu großen Teilen ungenutzt lassen. Warum? Weil wir offenbar denkunlustig sind und lieber instinktiven Mustern folgen, die in Urzeiten ihre Berechtigung gehabt haben mögen, heute jedoch kontraproduktiv wirken.

Der Inhalt des Buches verarbeitet Erkenntnisse der Philosophie, der Naturwissenschaften, der Hirnforschung und der Psychologie und präsentiert sich in einem sehr lockeren und amüsanten Schreibstil, fast könnte man ihn feuilletonistisch nennen, mit vielen interessanten kleinen Nebenbemerkungen, die das Lesen insgesamt zu einer kleinen Allgemeinbildungsreise machen. Es ist eine einsichtsreiche und kurzweilige, manchmal auch selbstironische Lektüre mit oft überraschenden Einsichten, wie der, dass das Unwissen schneller anwächst als das Wissen oder Begründungen, dass z.B. unsere Wirtschaftsweisen alles andere sind bloß nicht weise.

Es geht um die typischen Denkfallen, in die wir täglich laufen, um unzulässige Verallgemeinerungen, um unsere selektive und damit verfälschende Wahrnehmung, um unseren Umgang mit Zahlen und Wahrscheinlichkeiten und dergleichen mehr. Das zentrale Anliegen dürfte das Kapitel 6 "Erst das Ei oder erst die Henne?" sein. Dort behandelt der Autor offensichtlich sein Lieblingsthema, die "Aufhebung der linearen Kausalität" durch (in der Sprache beginnende) zyklische Sprüche und (sich in allen Gebieten fortsetzende) zyklische Prozesse. Es geht um die jedermann geläufige aber kaum in ihrer Tragweite bewusst gewordene Einsicht, dass unsere Gesellschaft mit all ihren Gliederungen und Verästelungen ein vernetztes, hochkomplexes System darstellt, in dem einfache, monokausale Beziehungen kaum Erklärungskraft haben. Dasselbe gilt für unsere Umwelt, also die gesamte Erde. An dieser Stelle wird dem Rezensenten wieder einmal bewusst, wie wenig gerade unsere Politiker in Systemzusammenhängen zu denken bereit sind. Kein Wunder - die meisten sind ja Juristen. Diese denken in Fächern und Unterfächern: Von welcher juristischen Qualität ist das vorliegende Problem? Verfassungsrechtlich, verwaltungsrechtlich, strafrechtlich ... ? Querverbindungen, Langzeitfolgen, Rückkopplungen odgl. geraten meist nicht in den Horizont der Überlegungen. Apropos Rückkopplung: Fällt dieser Begriff, wird er meistens durch das eindrucksvoller klingende neudeutsche Wort "Feedback" ersetzt. Was es aber bedeutet und dass es negative und positive Rückkopplungen gibt, was ja einen enormen qualitativen Unterschied ausmacht - meist Fehlanzeige!

Beim Lesen des Textes und seiner "trivialen Einsichten" hatte ich fast immer konkrete Menschen aus meiner Umgebung vor Augen, was die Ausführungen beispielhaft unterlegte. In Kapitel 9 "Ausflüge ins Faselland" präsentiert der Autor ein köstliches Beispiel einer - von ihm keineswegs erfundenen - Heilslehre, die - wenn mit der nötigen Überredungskunst und guruhaften Charismatik vorgetragen - schnell Millionen Anhänger finden könnte. Schwammige Begriffe, unzulässige Analogien und Vergleiche, verborgene Widersprüche, falsch verstandene naturwissenschaftliche Erkenntnisse, missbräuchliche Inanspruchnahme von Autoritäten - wie schnell lässt sich ein scheinbar überzeugendes Gedankengebäude konstruieren, ohne jede Wirklichkeitsverankerung und doch in das Leben in fataler Weise eingreifend.

Die sich durch das faktenreiche Buch ziehende Quintessenz scheint mir die Sinn- und Zukunftsfrage zu sein. Der Rezensent hat das in einem anderem Zusammenhang mal so ausgedrückt: "Werden die kleinen Inseln der Vernunft, die aus dem riesigen Meer der Irrationalitäten aufgetaucht sind, einst wieder 'Land unter' melden? Wird der nur mühsam gebändigte Drang des Menschen, sich der Fesseln der Logik und Rationalität zu entledigen, sich wieder Bahn brechen, und werden die Menschen in ihrer übergroßen Mehrheit sich mit dem Unbedachten und nicht zu Ende Gedachten zufrieden geben und weiter dem tradierten Gefühl folgen, dass das Unerklärliche und das Verheißene die eigentliche Wirklichkeit darstellen?" Oder wie der Autor formuliert: "Haben wir noch Hoffnung? Sind wir noch zu retten?" Leider wird es so sein, dass gerade die Leute, die das Buch dringend bräuchten, dieses gerade nicht lesen werden.

So finden wir zusammengefasst hier ein Buch vor, das eine populärwissenschaftliche Einführung in das wissenschaftliche, in das "begründete" Denken darstellt, ein Buch, das der Vernunft den Weg ebnet und eigentlich das Attribut "wissenschaftstheoretisch" verdient. Aber keine Sorge: Wissenschaftstheoretisch und verständlich sowie wissenschaftstheoretisch und alltagspraktisch müssen sich nicht ausschließen, sie ergänzen sich hier vielmehr in eindrucksvoller Weise. Der Autor will zum kritischen Denken und Handeln anregen - eine Absicht, die er in hervorragender Weise umgesetzt hat. Es ist ein Buch, das man gar nicht auslesen kann, weil es beim erneuten Hineinschauen immer wieder neu anregt - zum Denken, Nach-Denken und Handeln.
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Nach dem Lesen dieses Buches ist mir klar: Dies ist ein Buch zur rechten Zeit, hoffentlich lesen es auch die richtigen Leute.

Bevor wir Handeln sollten wir Nachdenken, oft vergessen wir das. Dabei wäre es für uns selbst und für unsere Gesellschaft wesentlich besser, wenn wir desöfteren nach dem Warum fragen würden. Klar, damit eckt man an, wird unbequem, aber sind wir das nicht unseren Nachkommen schuldig?

Der Autor Jürgen Beetz greift in zehn Kapiteln auf Erkenntnisse aus der Hirnforschung, der Naturwissenschaft, Psychologie und Philosophie zurück und legt interessante und äußerst überraschende Zusammenhänge offen. Er beschreibt, auch mit einem wenig Humor, die Vorteile die der Mensch beim Gebrauch seines Verstandes erlangen kann.

Alle seine zehn Kapitel:

1. Das weise Tier

2. Alles oder Nichts? Alles Nichts, oder? (Die Tücken der Extreme)

3. Ein Ausflug in die Wirklichkeit (Wirklichkeit und Wahrheit)

4. Ich sehe was, was du nicht siehst (Selektive Wahrnehmung)

5. Spiele der Erwachsenen ( Psychische Ebenen der Kommunikation)

6. Erst das Ei oder erst die Henne? (Ursache, Wirkung und Systematisches Denken)

7. Auch Rechnen gehört zum Denken ( Vom Exakten zum Chaos)

8. Schicksal oder Zufall sind eineiige Zwillinge (Vorhersagbarkeit)

9. Ausflüge ins Faselland (Die Versuchung der Scheinlogik)

10. Glauben Sie doch, was Sie wollen! (Die Freiheit Ihrer Entscheidung)

sind gut verständlich und geben Aufschluss darüber was oft unbewußt in uns oder zwischen uns und anderen abläuft. Dieses Buch ist ein guter Weg um mehr über uns selbst zu erfahren.
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am 6. Februar 2015
Sorry, aber ich habe mir nicht alle Rezensionen durchgelesen, deshalb mag man mir hier Wiederholungen verzeihen...
Das war für mich ein gutes Buch, ist aber nur etwas für Menschen, die gerne (GERNE!) an sich zweifeln.
Ich habe - obwohl weiblich - Wissen über Mathematik und Regelkreise und fand die Transformation in das nichtmathematische Normalleben sehr nachvollziehbar.
Das Buch hat mich angeregt, mehr über die Chaostheorie herauszufinden. Obwohl ich Elekronikerin bin, weiß ich, dass es noch unendlich viel zwischen null und eins gibt. (Bin auch Mathe-Mögerin)
Mich hat anfangs sehr gestört, dass so viele Hinweise auf spätere Kapitel folgten. Das gleicht einem Krimi, in dem dir versprochen wird: In Kapitel sechs wird der Ermittler dem Mörder das erste Mal begegnen, in Kapitel neun gibt es die ersten konkreten Hinweise und in zwölf wird er dann überführt. Das ist eine Kritik an den Autor (weniger ist mehr).
Insgesamt war die erste Hälfte nicht gerade prickelnd, einfach nur lesbar und zumindest so gut geschrieben, dass man am Ende die Belohnung bekommt.
Wichtig finde ich das Ergebnis, deshalb gibt es trotz der Kritik die Fünf
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am 8. Juni 2010
Habe das Buch am GWUP-Büchertisch spontan gekauft und bin total begeistert. Ist zwar etwas anspruchsvoll zu Lesen trotz des leichten Plaudertons und der amusanten Geschichten zwischendurch. Besonders schön u. lehrreich das Kapitel über Psychotricks (die Erwachsenen-Spiele). Aber auch über Chaostheorie (das erste Mal, wo ich was verstanden habe!) und warum der Mond die Haare nicht wachsen lässt. Am Anfang etwas zähflüssig, aber dann kommt der Author in Fahrt. Sooo trivial sind seine Einsichten auch nicht immer, manche haben es in sich. An einigen Stellen muss ich auch scharf widersprechen! Das absolute Highlight sind die zyklischen Prozesse. Die sind der Kern überhaupt. Dadurch habe ich das Prinzip der Rückkoppelung verstanden und sehe, wie oft das im normalen Leben auftaucht z. B. in der 'Finanzkrise'. Gut auch die (zu wenigen) Abbildungen, erhellend. Der Schlussgag ist umwerfend, wird aber nicht verraten.
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am 2. Juni 2010
Das Buch deckt eine erstaunliche Bandbreite ab - Grundfragen der Philosophie, Wissenschaft, Erkenntnis usw. Trotzdem ist es allgemeinverständlich geschrieben. Interessant finde ich, dass man immer wieder "auf den Boden" gebracht wird - wie kann man diese "Trivialen Einsichten" im Alltag anwenden. Sehr empfehlenswert für alle, die ihr eigenen Tun und Handeln besser reflektieren wollen.
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am 26. Mai 2010
Mein erster Eindruck, eine anspruchsvolle Lektüre in "trivialer Verpackung" serviert zu bekommen, hat sich bestätigt.

Die analytische Aufarbeitung menschlicher (einfacher) Denkweisen und die damit verbundenen Fallstricke,
hat mich begeistert und überzeugt.

Das Triviale: Scheuklappen ablegen, genau hinsehen, hinhören, einfühlen - dann entscheiden (handeln)!

Oberflächlichkeit ist bequem aber dumm!
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am 30. Dezember 2015
... sage ich jetzt mal ein wenig böse – es gibt tatsächlich zuhauf triviale Einsichten, manche könnte man auch Binsenweisheiten nennen, z.B. dass Jeder auch seine subjektive Sicht hat und haben darf (kurz zusammengefasst). Und gleich im Untertitel des Buches bricht er eine seiner Einsichten, nämlich, dass man sich vor Verallgemeinerungen hüten sollte ("...die niemand befolgt") – vielleicht aber auch vom Verlag so festgelegt, wer weiß.

Gewiss, Jürgen Beetz weiß viel Kluges zu berichten und ich konnte durchaus dazulernen, z.B. bei den Beiträgen über die Statistik, Zufall / Wahrscheinlichkeiten, aber die "Einsicht" daraus ist tatsächlich oft so banal, dass man daran zweifelt, ob dieses Buch für Erwachsene geschrieben ist – vor allem mit dem Hinweis im Untertitel, dass ich keiner daran halten würde.

Vielleicht bin ich gerade wegen dieser großspurigen Ankündigung enttäuscht, denn nicht wenige Inhalte habe ich bereits in Büchern über Psychologie und Philosophie vorgefunden. Als mutig und spannend hätte ich es von einem wissenschaftlich bewanderten Autor empfunden, wenn er versuchen würde, auch dass nicht-messbare, spekulative unvoreingenommen zu betrachten – aber, wie z.B. bei Rupert Sheldrake gesehen, wird so etwas mit Verachtung der wissenschaftlichen Riege bestraft.

Aus meiner Sicht also 3 Sterne – also "ganz ok", aber nichts aufrüttelnd Neues.
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am 14. Februar 2016
Jürgen Beetz geht es in seinem Buch darum, kritische Denkanstöße zu geben, den Leser dorthin zu bringen, abseits des hektischen Alltags mal innezuhalten und über komplex erscheinende Dinge nachzudenken, hinter denen aber oftmals ganz triviale Einsichten stecken.
Verschiedene Aspekte, alltägliche Beispiele und historische Ereignisse werden dabei nicht nur von der technischen Seite betrachtet, unverkennbar das Spezialgebiet des Autors, sondern sind auch geprägt von philosophischen, psychologischen und vor allem kritischen Beiträgen. Hinter unseren Ansichten, Entscheidungen, Weltanschauungen und Diskussionen steckt also mehr als man denkt.

Das Leben ist voller Paradoxien und Gegensätze, was würden Sie sagen "Bestimmt Das Sein das Bewusstsein das, dass Sein bestimmt?", ist es das Wichtigste herauszufinden, was das Wichtigste ist? Kann Gott einen Felsen erschaffen, den er selbst nicht heben kann? Und was würden Sie denken, wenn Ihnen ein Coach den Rat gibt: "Sie müssen selbständiger werden... wenn Sie tun was ich sage, schaffen Sie das?" Es wird also eine kritische Grundhaltung und das Hinterfragen von Interessen empfohlen, der eigenen aber auch die der anderen.

Viele der Themen können schon seit jeher für Sprengkraft sorgen, die Wissenschaft, die Erkenntnis aber auch die Bedeutung von Ideologien, Dogmen und Traditionen.

Die ein oder andere Randnotiz, wie die (sicherlich nicht nur rationale) Diskussion darüber, wie stark das menschliche Haarwachstum wohl durch die Gezeitenkräfte zwischen Mond und Erde beeinflusst wird, lässt dabei schmunzeln.

Es wird deutlich, dass die Thematik der Regelkreise und der Rückkopplungen in vielen verschiedenen Systemen, ein zentrales Anliegen des Autors ist. Ein sehr spannendes Thema keine Frage, aber auch eines auf das man sich mental einlassen muss und das eine weniger leichte Kost ist. Wem die Bedeutung des "Feedbacks" innerhalb sich beeinflussender Systeme in diesem Buch nicht weit genug geht, der erhält im neuesten Werk des Autors mit gleichnamigem Titel noch mehr Denkanstöße.

Eine kleine statistische Auffrischung inklusive Wow-Effekt erfolgt bei der Darlegung von extremen Ursache- und Wirkungsbeziehungen und was für eine große Bedeutung diese für das Wachstum oder das Aussterben innerhalb von Population und über Generationen hinweg haben können.

Insgesamt also ein gelungenes Werk, dass Denkfallen aufzeigt und sich für die kritische Auseinandersetzung mit vielen, auch heute immer noch aktuellen Themen dieser Welt ausspricht. Es ist aber auch ein Plädoyer dafür, bei allen Details trotzdem nicht die Gesamtsicht und den so wichtigen gesunden Menschenverstand aus den Augen zu verlieren.
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am 18. Dezember 2012
Die vorhergehenden Rezensionen haben soweit das Inhaltliche des Buches abgedeckt. Daher verzichte ich gerne darauf. Es geht ja auch um das, was ein Buch dieser Art in Bewegung bringen kann.

Ich begegnete Herrn Beetz persönlich in einem Forum mit denkwürdigen Inhalten. Sein anerkender und skeptischer Stil gefiel mir und traten gerade zum rechten Zeitpunkt in mein Leben. Hatte mich im spirituellen Kosmos verrant und suchte nun nach Klärung von für mich nicht mehr nachvollziehbarem, wie Ruten - Pendeln - Steinheilung (Besuch von "Seminaren"), geistiges Heilen (Beginn und Abbruch einer Ausbildung darin), Quanten- und Matrixenergetixheilung, Chakren, Channeling, Kurs in Wundern, Gespräche mit Gott, Esoterik und Theosophie und natürlich der Prophezeite Aufstieg in die nächste Bewußtseinsetage in 2012, statt dem Weltenuntergang. Halleluljah, was geht da Geld dahin. Und von Berufs wegen begegnete ich noch sowas wie russischer Zahlencodheilkunde. Ein Sumpf, oder ist es doch das Gesetz der Resonanz und Money Sells.
Durch den Kontakt zur Beetz wagte ich den Kauf des vorliegenden Buches und war ob seines lockeren Schreibstiles doch recht überrascht.
Während meiner Sinnsuchephase forschte ich immer wieder auch bei den Kritikern der Esoterik (GWUP, Scienceblog oder Esowatch) nach, wollte ja wissen ob da jeder Quantenheiler auch wirklich ein Doktor ist - die Antworten waren ernüchternd. Doch der Skeptikerton Ton misfiel mir seinerzeit. Dennoch war der Punkt für mich erreicht, wo da überhaupt nichts mehr für mich ging und ich ins trudeln geriet. Wat nu. Spirituell oder doch eher Atheist? Vereinbar oder nicht. Buddhismus als logische Möglichkeit? Doch welcher... zuletzt noch in den Zen einen Einblick verschaft. Mit der Erkenntnis, jegliche Form von Spirituellem hat seine Gefahren und Möglichkeiten, seine rückwirkenden Einflüsse.
Siehe den hochgelobten glückseeligmachenden Buddhismus tibetischer Prägung vs. dem japanischen Weg des Zen.
Und was hat das alles mit dem Buch zu tun... ...ich kam durch Beetz als skeptischem Geist so richtig ins grübeln, da er durch seinen freundlichen und auch versöhnlichen Stil für mich zu einem Türöffner wurde, hin zum logischen und rational nachvollziehbarerem.
Schwierig wurde es für mich bei der Mathematik da ich da keinen wirklichen Zugang habe, weiß jedoch um die "Schönheit der Naturgesetze" und bin der Naturwissenschaft dankbar für deren Weg durch schwieriges Terrain. Dennoch bin ich da husch husch durch. Wohl wissend, das 1 + 1 sowohl 2, 11 und 3 sein kann. :-)
Auch die geisteswissenschaftlichen Strömungen in Europa seit Descartes (mit all ihrer Gottbezogenheit) haben ihre Spuren hinterlassen. In allem wohnte ein Anfang und Ablösungsprozeß inne. Von Newton bis Kant war eine Gottesergebenheit vorhanden. Wie lange dauert es in einem abendländisch geprägten Leben, bis das Christkind und der Osterhase einfach Geschichten sind. Dahingehend begann ich doch schon sehr früh mit dem Nachdenken und lernte schnell die Wiedersinnigkeit des religiösen und binn dennoch durch eine persönliche Krise nochmals haltsuchend hineingeschlittert. Doch im Vergleich zum Individuum dauert ein gesellschaftlicher Prozeß hin zum logischen Denken Epochen. Zu sehr steckt das magische in uns und der gefallen daran... garantiert haben Sie irgendwo einen Glückbringer oder Keks.... oder auch nicht. Doch diese "Marotten" sind ja auch nicht schädlich, so lange wir wissen, wie die Dinge ticken wie sie ticken und dabei hilft uns ja das Nachdenken und Reflektieren.
Ich erlaube es mir inzwischen und hinterfrage so manches was mich noch vor einiger Zeit in seinen Bann zog, besser noch lege es ab.
Ich für mich fand den Weg rückblickend spannend, (2008 - Mai 2012) überstand diesen ja unbeschadet und klaren Geistes, das ich im "rechten Moment" Menschen begegnet bin die mir aus dem spirituellen Sumpf raushalfen. Vom Paulus zum Saulus.

...und die Quantenphysik versteht ein außenstehender doch eh wie jener will, doch leider werden hierzu immer wieder auch Philosophen und irgendwelche fachfremden Wissenschaftler befragt. Ist wohl auch einfacher. Dann lieber sich die Mühe machen und an die Quelle zu gehen.
Wachsam und Achtsam sein.

weitere Bücher die mich in 2012 weiterbrachten.
Auf brüchigem Boden Land gewinnen: Biografische Antworten auf Krankheit und KrisenDie Geister, die mich riefen: Deutschlands bekanntester Spukforscher erzähltEinsteins Spuk: Teleportation und weitere Mysterien der Quantenphysik
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