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Kundenrezensionen

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"Ich habe versucht, von mir zu sprechen, ohne an mich zu denken. Denn jeder, der an sich denkt, ist bereits tot. Aber da man genauso tot ist, wenn die anderen nicht mehr an einen denken, musste ich mich, wenn auch widerwillig, entschließen, mich in Szene zu setzen und Ihnen meine Präsenz aufzuzwingen." So kommentiert eine der bekanntesten Personen der Modewelt die ungewohnte Freizügigkeit, über ihr Leben zu plaudern. 1946 traf die Chefin des bedeutendsten Modelabels der Welt - Gabrielle Bonheur Chasnel, genannt "Coco" Chanel - im Exil in St. Moritz auf den Schriftsteller Paul Morand. Sie gewährte ihm detaillierte und tiefe Einblicke in ihr Leben und vor allem in ihre Seele oder wie sie selbst sagte, in ihre "verlängerte Kindheit". Dreißig Jahre später entschließt sich Morand, daraus ein Buch zu machen, in welchem er die Couturistin in der für ihn einzig möglichen grammatikalischen Form - der 1. Person - erzählen lässt.

Als sie das Korsett abschaffte, das "Kleine Schwarze" und den Modeschmuck erfand und die Röcke auf eine skandalöse Länge knapp unterhalb des Knies kürzte, behauptete sie sich damit als eine legendäre Persönlichkeit der Emanzipation. Die große alte Dame, die wie keine Zweite der Mode ihres Jahrhunderts ihren Stempel aufdrückte, war Zeit ihres Lebens eine Einzelgängerin. Kinderlos und trotz vieler Liebhaber, die sich wie das who is who der Gesellschaft lasen, stets der engen Bindung an einen Mann fliehend, porträtierte sie sich selbst als eine den inneren Werten zugewandte Frau. Unter ihrer Leichtigkeit war ein tiefer Ernst verborgen, ihr Denken und ihre Handgriffe offenbarten eine zielgerichtete Genauigkeit und ihr Temperament hatte etwas Absolutes. Als aufmerksame Beobachterin, geprägt durch ihre Kindheit (als die Mutter starb, gab sie ihr unehelicher Vater in ein Waisenhaus), durchschaute sie die Ränke der Menschen gelassen. Für die, die sie einkleidete - die Frauen - empfand sie keine Freundschaft ("Frau = Neid + Eitelkeit + Schwatzsucht + Wirrkopf").

"Ja, der Stolz erklärt mein störrisches Naturell, mein zigeunerhaftes Bedürfnis nach Unabhängigkeit. Es ist aber auch das Geheimnis meiner Kraft und meines Erfolgs - er ist der Ariadnefaden, mit dessen Hilfe ich doch immer wieder meinen Weg finde." Paul Morand hat diesen Faden aufgenommen und ein klares Bild von dieser Frau gezeichnet, die es zeitlebens hasste, sich zu erniedrigen, ihr Rückgrat zu krümmen, Demut zu bekunden, ihre Gedanken zu verschleiern oder nicht nach ihrem eigenen Gutdünken zu handeln. Er hat es famos verstanden, diesen einzigen "noch nicht erloschenen Vulkankrater der Auvergne" (Zitat Chanel) zu porträtieren und auch dem Leser des 21. Jahrhundert noch etwas von dieser stolzen Frau, dieser Rebellin der Liebe und der Modebranche, die es von einer einfachen Näherin zu einer Unternehmerin mit 3500 Angestellten gebracht hatte, darzustellen. 22 Fotografien ergänzen dieses wunderbare, neu verlegte und von Annette Lallemand großartig aus dem Französischen übertragene Buch, das zugleich ein eindrucksvolles Pariser Porträt der Zwanziger und Dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts darstellt.

Coco Chanel, die immer noch als Inbegriff von frisch entfesselter Weiblichkeit und ewigem Stilbewusstsein steht, wäre am 19. August 2009 126 Jahre alt geworden.
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am 21. September 2009
Ich bin leider nicht so eine großartige Schreiberin, dennoch empfehle ich das Buch gerne weiter.
Es ist, im Gegensatz zu anderen Biographieren, spannend erzählt, liest sich wie ein Roman.
Coco Chanel war damals schon ihrer Zeit voraus, sie könnte auch im Heute leben.
Eine wahrlich kluge Frau,ich war sehr beeindruckt.
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am 23. August 2010
"Coco Chanel erzählt ihr Leben" - Ha, dass ich nicht lache. Ich dachte ich hätte hier eine autenthische Biographie in Händen. Von wegen. Frau Chanel erzählt unzusammenhängend aus ihrem Leben, dass der Autor genauso unzusammenhängend wiedergibt, ohne jegliche Angabe von Jahreszahlen. Man kann sagen, dass sie mehr über ihre Ansichten und über ihren Umgang berichtet, als über ihre Stationen im Leben. Es wirkt alles zusammengewürfelt, sie verwendet lauter französische Begriffe und soviele Namen, die wahrscheinlich keinem Menschen außer ihr etwas sagen. Ab und an gibt es ein paar Anmerkungen auf den letzten Seiten, die manchmal ein bißchen zum Verständnis beitragen, die mir nachzuschlagen aber irgendwann auch zu blöd wurde. Das zur Qualität des Buches, jetzt zu ihr als Frau.
Es mag zwar Ansichtssache sein, aber ich finde sie hat einfach nur Nonsens von sich gegeben. Frau Chanel ist sowas von sich eingenommen, dass es bloß noch weh tut. Sie zieht über alle ihre Freunde her, sagt von sich aus, dass andere Meinungen ihr ein Horror sind und ständig versucht sie ihr Wort als Recht geltend zu machen. Das nervt einfach.

Fragt man mich heute, was ich über Coco Chanels Leben erfahren habe, kann ich sehr wenig von ihrem Leben oder ihrem Erfolgsgeheimnis berichten. Ich kann nur noch sagen, dass sie wohl eine überkanditelte, einsame, verbitterte Person war. Das Buch hat ihrem Ikonenstatus sehr geschadet.
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TOP 500 REZENSENTam 29. September 2009
Im Winter 1946 trifft der Schriftsteller Paul Morand, die ins Exil begebene Chanel in St. Moritz, für mehrere Abende, wo er der untätigen, müssig, verärgerten, berühmten Modefrau sein Ohr schenkt und die Gespräche mitschreibt. Über 30 Jahre sollten diese Notizen verstauben, bis sie dann durch den Zufall eines Umzugs den Weg ans Tageslicht wieder finden sollten und 1976 erstmals in französisch veröffentlich wurden.

Kleine Kritik am Verlag: Im Anhang finden sich über 240 Anmerkungen, die aber im lfd. Text nicht markiert sind, ich habe es leider erst im Laufe des Lesens gemerkt und finde dies schade um die sonst so liebevoll mit Foto's ausgestattete Neuausgabe.

Eine vereinsamte Einzelkämpferin blättert da ihr Leben auf, das schon beginnend mit der Kindheit sich unnatürlich gestaltet, sie wächst in einem Waisenhaus auf und später in einem Umfeld von "Tanten", die sie eher unterdrücken als unterstützen, in dem sie z.B. sich anhören muss: "Geld wirst Du nie haben." Eine Frau die sich zur Kämpfernatur entwickelt, sich in die Arbeit vernarrt, erfolgreich wird, scheu und eher zurückgezogen lebt. Eine Frau die beide Weltkriege erlebt, ihr Talent sie weltberühmt werden lässt, ihr Unternehmen mit 6 Angestellten beginnt und bei 3500 Personen ankommt, die sich materiell alles leisten kann, und doch in ihrem Innenleben einen verzweifelten, traurigen, "ausgesetzten" Eindruck macht. Den einzigen Mann den sie liebt, Boy Capel, verliert sie durch einen tötlichen Autounfall. Es ist auch der Mann, der sie bei Gründung ihres Modeunternehmens finanziell unterstützen sollte.

Eine Frau, die von sich selbst sagt, zu den "dummen Frauen zu gehören", die das Alleinsein hasst und doch allein ist, Menschen in ihrer Nähe schon nach kurzer Zeit nicht mehr erträgt, die sich als Anarchistin und Werkzeug des Schicksals sieht, und zu dem gehören möchte, was kommen wird. Eine Psyche die von Strenge, Sarkasmus, Stolz, Zerstörungswut, Autorität, Temperament, aggressive Tyrannei, Schmählust und Verwüstungsinstinkt überschattet ist, verbunden mit einem Absolutheitsanspruch, der nur schwarz und weiss, heiss und kalt kennt. Sie wirkt wie jemand, der im eigenen Netz des Unbewussten wie auf eine Art blind gefangen ist. Sartre sagt über sie, sie sei eine "eingeschlossene Kreatur". Im Nachwort schreibt Morand: "Niemand richtete die Waffe des Snobismus deutlicher gegen sich selbst".

Eine Frau die umbarmherzig mit sich selbst kämpft, erbittert, mit Spottlust in sich, und einer grossen Ungläubigkeit. Chanel sieht sich selbst als ein armes Geschöpf, die es hasst bemitleidet zu werden, es liebt sich zu beklagen und das "Opferlamm" spielt. Eine mutige Frau, die mit ihren Ideen die Welt verändert hat und Beachtliches für die Modewelt geleistet hat. Ihre Gedanken einen Einblick in das Leben der Mode, aber auch einer mutigen Unternehmerin in den zwanziger und dreissiger Jahren gibt. Eine Frau, die den Drang nach Zerstörung und Neuanfang in sich spürte, auf radikale Art und Weise mit sich selbst als auch anderen umgegangen ist. Ein Mensch der sich zwar um andere kümmert, aber von sich selbst sagt: "..um mein eigenes Glück kümmere ich mich so gut wie nie..".

Eine Frau, die von sich sagt: "Ich liebe nur was ich erfinde, und ich kann nur erfinden, wenn ich vergesse". Die sich Gedanken über die Missachtung des Mannes seitens der Frau ihre Gedanken macht. Die den Frauen bald kritischer als den Männern gegenübersteht. Eine grosse Modedesignerin, die von sich sagt, "Ich habe dem Körper der Frauen seine Freiheit wiedergegeben".

Eine starke Frau die sich über ihren Tod hinaus äussert:
"..ich werde eine schlechte Tote sein, denn wenn ich erst einmal unter der Erde bin, werde ich rebellieren und nur den einen Gedanken haben, auf sie zurückzukehren und neu zu beginnen."
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am 21. Mai 2013
Ich verschlinge dieses Buch förmlich. Es ist ein must-have für jeden Fashionvictim.
Gibt einen tollen Einblick in Coco ihr Leben.
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am 15. Februar 2013
aufgrund der Rezension von Frau Heidenreich hab ich mir dieses Buch bestellt. Hab es zwar noch nicht durch aber es lässt sich gut lesen.
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am 24. Dezember 2009
Der Buchtitel hätte nicht treffender gewählt werden können. Er sagt genau das aus, was Gabrielle Chanel für viele Menschen darstellte, eine IKONE des 20.Jahrhunderts.
Der Unterschied zu anderen Ikonen ist ihr Gespür für schlichte Eleganz."Einfachheit ist der Schlüssel jeder wahren Eleganz."
Mit ihren Kreationen revolutionierte sie die Pariser Modewelt der Zwanziger Jahre auf unkonventionelle Art und Weise. Sie war nicht nur eine mondäne Geschäftsfrau, die der Männerwelt die Stirn bot, für viele ist sie eine der ersten POP IKONEN der Moderne.
Ihr Freiheitsdrang spiegelte sich nicht ausschliesslich in ihrer Mode wieder; sie erkannte früh, das finanzielle Unabhängigkeit der Grundstein für ein selbstbestimmtes Leben ist.
Mit ihrem Unternehmergeist, stand sie den Männern Ihrer Zeit in nichts nach. Sie schuf schon zu Lebzeiten ein weltberühmtes Modeimperium, das seinesgleichen sucht. Bis heute hat es nichts an Eleganz eingebüßt. Der Name CHANEL steht seit fast einem Jahrhundert für zeitlose Mode, die "dem Körper der Frau seine Freiheit wieder gegeben hat."
Wenn man den kulturellen Zeitgeist der goldenen Zwanziger Jahre verstehen möchte, ist dieses Buch eine Pflichtlektüre, nicht nur für Frauen!
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