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Die Geschichte führt uns in ein kleines, friedliches, verschlafenes Städtchen in Böhmen. In der Monotonie würden die Menschen wahrscheinlich eingehen, gäbe es da nicht einige verschrobene Mitbürger, deren Verhalten täglich eifrig kommuniziert wird. Zu diesen Figuren gehört auch unser Held, der arme kleine Swoboda. Er sitzt seit Jahrzehnten täglich, von früh bis spät, auf dem Bahnhof herum und wartet auf Touristen, die sich hierher jedoch sehr selten verirren und die ihn dann mit dem Tragen der Reiseutensilien beauftragen.

Wir schreiben das Jahr 1939, es ist ein kalter, schneereicher Märztag, als ein Vorabkommando der deutschen Truppen wie die Vandalen über das Städtchen herfällt. Sie plündern, schlagen vieles kurz und klein, spielen sich mächtig auf und verängstigen die Bürger zunehmends. Um von ihrem unsinnigen Verhalten abzulenken, brauchen sie schließlich einen Sündenbock, der für alles hinhalten soll. Sie finden ihn in dem armen kleinen Swoboda. Er wird beschuldigt, ein Attentat auf den Führer Adolf Hitler geplant zu haben. Swoboda fügt sich in sein Schicksal ein, lässt allerhand mit sich anstellen, landet schließlich im Konzentrationslager. Er fragt sich immer wieder, was er wohl falsch gemacht haben kann, er der einfache, kleine Mann mit dem doch gesunden Menschenverstand. Er überlebt das KZ, aber sein ganzes Leben ist auf den Kopf gestellt. Da beschließt er Rache zu nehmen an diesem Adolf Hitler. Wer ist der schon, dass er so in sein geordnetes, friedliches Leben eingreifen konnte. Swoboda reicht vor Gericht Klage ein. Mehr soll von dem Plot hier nicht verraten werden.

Durch die Augen dieses blauäugigen, arglosen, gutmütigen und Lebens unerfahrenen Dienstmannes, sehen der politische Wahnsinn und die durch den Krieg ausgelösten grausamen Weltereignisse entsetzlich durchsichtig aus.

Es ist ein bewegendes, erbostes Buch über Menschenverachtung, Furchtlosigkeit, Standhaftigkeit, Unerschrockenheit, Assimilation, Drückeberger und Märtyrer. Und es ist in erster Linie natürlich eine wunderbare Satire, Glasscherben scharf, über die Überheblichkeit dieser Menschen in Uniform, die denken mit dem kleinen Mann können wir ja alles machen. Es ist ein wunderbares Buch, rasant geschrieben, einfühlsam erzählt, von unglaublicher Sogkraft, dass man es, einmal mit der Lektüre begonnen, nicht wieder aus der Hand legen möchte.
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am 10. Oktober 2006
In dem Kurzroman „Der arme Swodoba“ erzählt János Székely im satirischen Ton von der grenzenlosen Dummheit und Einfältigkeit eines Gepäckträgers, der in einem kleinen tschechoslowakischen Kaff, an dem die Weltgeschichte, ohne Eindruck zu hinterlassen, vorbeigezogen ist, die Koffer von Bahnreisenden trägt und durch zusätzliche kleine Dienstleistungen noch ein paar Münzen dazuverdient. Als im Frühjahr 1939 die Nazis in den Ort einmaschieren und Chaos anrichten, beeindruckt Swodoba das herzlich wenig, hat er doch schon mehrere Herrscher erlebt, die keine Tschechen waren und trotzdem das Land regierten.

Székely erzählt so, dass man über Swodobas Unbekümmertheit und Gutmütigkeit nur schmunzeln kann. Solange es Swodoba gut geht, hat er sich nicht zu beklagen, sogar im KZ ging es ihm gut, und er kommt frohgelaunt ins Dorf zurück.

Mit der Figur des weltfremden Swoboda will uns der Autor aufzeigen, wie blind und ohne Kritik viele Menschen Hitler nachgelaufen sind und zweitens die Egozentrik, dass man erst handelt, wenn einem selber Unrecht getan wird. Diese Botschaft wird glasklar vermittelt. Dieser kurze Roman steht im Schatten von Székelys großen Roman „Verlockung“, aber trotzdem ist „Der arme Swodoba“ gerade auch der jüngeren Generation zu empfehlen, da dem Leser auf spielerische Art die Folgen von unkritischem Handeln vorgeführt wird. Darum ist der Roman, der erstmals 1943 erschien, auch heute noch aktuell.
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am 18. April 2013
Die deutschen Truppen fallen in Tschechien ein und besetzen dieses Land. Bisher hat der Dorftrottel in einem beschaulichen Städtchen ein ruhiges Leben geführt. Doch plötzlich wird er beschuldigt, ein Attentat auf Hitler geplant und durchgeführt zu haben.

Der arme Swoboda gerät in ihre Fänge, kann sich aber auf Grund seines niedrigen IQ nicht wehren.

Janos Szekely, der Autor des Romans "Verlockung" hat dieses Buch bereits 1943 in New York veröffentlicht. Er beschreibt die ganze Absurdität einer Diktatur und die Auswüchse, die sie annimmt. Plötzlich zu Macht gekommen, benehmen sich bis dahin unauffällige Menschen wie Tiere. Es wird geschlagen, gedemütigt, verleumdet, gemordet.

Elke Heidenreich beschreibt das Buch folgendermaßen: "Ein ganz beeindruckendes, zorniges Buch über Zivilcourage, sehr schön geschrieben."

Dem ist nichts hinzuzufügen.
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am 21. April 2013
Der Swoboda ist ein einfacher Mensch, doch vom armen Tropf ist er weit entfernt. Mit dem Wenigen das er hat, ist er überaus zufrieden. Alles Schicksal, das ihm vergönn ist, nimmt er wohlwollend auf, auch wenn er die Tragweite nicht einschätzen kann und in seiner Kleingeistigkeit über den Bahnhof und sein Sparbuch nicht hinaus sieht. So war er etwa in den ersten Weltkrieg marschiert, freudig darüber eine Aufgabe zu haben. Als er zurückkam, nistete er sich in der Wartehalle des Bahnhofs einer kleinen böhmischen Stadt ein, um zweimal täglich seine Dienste als Kofferträger anzubieten.

Bis er von den Nazis plötzlich genau dort aus dem Schlaf gerissen wurde - Gott bewahre! Natürlich wir er vorerst inhaftiert - auch nicht so schlecht, regelmäßige Mahlzeiten, ein Dach über dem Kopfe - nur ... a bissal ziehts halt!
Als schließlich ein angebliches Attentat auf den Führe abgewendet werden kann, hat man schnell einen Schuldigen gefunden, auch wenn der zu blöd wär', eine Bombe zu bauen!

Der Roman, der im Original 1943 unter dem Titel "You Can't Do That To Swoboda" in New York erschienen war und 2006 erstmalig in deutscher Sprache verlegt wurde, ist ein Schelmenroman mit dem naiven Swoboda als zentralen Helden. Er beschreibt den Niedergang der Angesehenen neben dem Aufstieg der Feigen und Rückgratlosten, er beschreibt unter anderem die Enteignung am Beispiel der so hart angesparten dreihundert und achtzehn Sokol auf Swoboda's Sparbuch und den Mangel an allem, selbst an Abfall und Schrott.

Humorvoll bewegende Wiederentdeckung, die das Lesen lohnt!
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am 29. April 2012
Mit präziser und ironischer Sprache berichtet der Autor über die Geschehnisse in einem kleinen tschechischen Dorf zur Zeit der deutschen Besetzung im Frühjahr 1939. Der recht naive Gepäckträger Swoboda spielt - ohne es zu wissen - eine beträchtliche Rolle, nachdem ihm ein geplantes Attentat auf Hitlers Sonderzug angehängt wird und er sich nach und nach zu einem engagierten Widerständler gegen die deutschen Besatzer wandelt - freilich aus ganz privaten Gründen.

Sehr herzerwärmend verfasst, betrachtet der Leser das Weltgeschehen aus den Augen einer vermeintlich dummen Person, die dennoch alle Zusammenhänge auf ihre Art versteht. Empfehlenswert!
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am 6. Juli 2008
János Székely Der arme Swoboda btb
ISBN 3442737001

Schon der autobiographische Roman < Die Verlockung > von János Székely avancierte 2005 zum Bestseller.

Hier wird die tragisch- komische Geschichte vom armen Swoboda kolportiert, der um 1900 in einem Böhmischen Kleinstädtchen lebte.
Er wurde mit 14 Jahren zum Waisenkind, und ein gutmütiger Bauer bewahrte ihn vor dem Hungertod. Für sein kärgliches Unterkommen musste er hart arbeiten. Als er im Wehrdienstalter war, wurde er für den Staat interessant. Er kämpfte bis zu einer Verwundung im ersten Weltkrieg und verdingte sich schließlich als Gepäckträger in dem kleinen Bahnhof seiner Heimatstadt in Böhmen. Viel zu verdienen gab es nicht, aber er wusste aus allem etwas zu machen und sparte im Laufe von langen Jahren ein kleines Vermögen zusammen. Eine Liebste, die sich an der Müllkippe angesiedelt hatte, sorgte für sein seelisches Wohlergehen. In dem verschlafenen Provinznest lebten die Bewohner ein beschauliches Leben, das mit vielen liebevollen Details beschrieben ist. Nach einem viertel Jahrhundert fand das friedliche Leben in Böhmen mit dem Einmarsch Hitlers in die Tschechoslowakei sein Ende.

Székely ist ein grandioser Erzähler. Er beschwört mit seiner Erzählung die gute alte Zeit herauf, als das Leben noch seine Ordnung hatte und man sich auf Zukunftsplanungen verlassen konnte. Mit Humor und schnellem Strich bekommen seine Figuren Charakter und Farbe und der Geruch nach Kaffee, Behaglichkeit und einem ruhigem Tagesablauf mit einem gemächlichen Zusammenleben scheint allgegenwärtig. Die Hauptfigur, der arme Swoboda, ist ein Schelm und arger Tropf, dem das Schicksal nicht gewogen ist. In einem ungeheuren Wirbel wird das Erscheinen der deutschen Einmarschtruppen beschrieben. Mit Verrat, Betrug und Aufbegehren gewinnt die Erzählung an Dynamik. Hier wird einmal die Nazizeit mit ihren Übeln auf eine Weise karikiert, dass einem Hören und Sehen vergeht! Swoboda ist eine Art Schwejk, dem es gelingt, aus allem noch das Beste zu machen und mit finanziellem Vorteil zu überleben. Seine naive Weltsicht weist ihm den Weg aus so manch' einer verfahrenen Lebenslage.
Die alte k.u.k. Monarchie geht unter und die Überlebenden schaffen sich eine Gegenwart, in der sie mit Würde zu bestehen trachten.

Ein wunderschönes, witziges und geistreiches Buch schafft uns einen Eindruck von vergangenen Zeiten und macht den Ernst tragischer politischer Ereignisse mit der nötigen Portion Humor zu einem Glanzwerk!
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am 16. Dezember 2013
Es gab keine Probleme bei der Bestellung, ich habe den Artikel sehr schnell erhalten. Vielen Dank, gerne wieder! Alles bestens.
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am 6. September 2010
Ein sehr packender und berührender Roman.
Trotz der Tragik gibt es viele Stellen zum Schmunzeln.
Sehr empfehlenswert.
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am 22. Mai 2008
Ich werde in dieser Rezension nicht auf die Vorgeschichte und die Handlung im Buch eingehen, da ich finde, dass diese in den beiden Rezensionen meiner Vorgänger zu Genüge erklärt wurde.
Jedoch werde ich sehr wohl auf das Thema des Buches eingehen und meine Auffassung der zu übermittelnden Intension kundtun.

Der arme Swoboda zeigt dem Leser verschiedene Themen auf, die in der Anfangszeit des Nazi-Regimes in Deutschland und anderen Teilen Europas aktuell waren.
Sei es, dass Menschen Hitler blind gefolgt sind oder dass Menschen verschwanden, die Courage hatten und sich dem Regime entgegenstellten oder die "Blindheit" einzelner Leute, die sich Vorteile von den Nazis erhofften etc.
Und dies alles zeigt uns Janos Szekely in einem kleinen Dorf auf und die Hauptfigur Swoboda wird hier zum tragischen Helden, jedoch auch zum Mahnmal.
Swoboda wird zu unrecht verhaftet und eines Attentates bezichtigt, doch er nimmt es in seinem begrenzten Verstand eher kindlich auf und lässt alles über sich ergehen, solange es ihm gut geht, ist ja alles im Lot (die damals häufig vertretene Denkweise).
Er kommt aus dem KZ zurück, ihm geht es gut, und er freut sich auf die Ausgleichszahlungen für seinen KZ Aufenthalt und da beginnt Swoboda sich zum Exempel der Kritik zu wandeln.
Denn just in dem Moment, in dem ihn das Nazi-Regimes wirklich betrifft, indem sie ihm sein Geld verweigern, fängt Swoboda an sich für die Sache zu interessieren.

Man könnte jetzt meinen, dass wäre doch ganz menschlich und nachvollziehbar.
Doch hinter diesem banalen Beispiel versteckt sich die Kritik an den Menschen, auch in unserer modernen Gesellschaft, die solange wegschaut, bis es einen selber betrifft.
Und man stellt sich nach diesem Buch doch die Fragen:
"Bin ich denn auch so?"
"Was wäre wenn die Menschen damals nicht so gehandelt hätten?"
"Kann in unserer aufgeklärten Gesellschaft dies auch nochmal passieren, eben wegen dieser Tatsache?"

Allein wegen diesen Fragen, die man sich stellt und dem Denkprozess, der nach dem Lesen des Buches erfolgt, kann ich dieses Buch guten Gewissens weiterempfehlen.
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