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am 24. Mai 2013
Versetze dich mit Hilfe der ZEN-Mediation in einen für Fremdes und Neues aufnahmefähigen Zustand der inneren Leere und Konzentration und begib dich dann mit der Kamera an einen Ort, der mit deinem Inneren harmoniert: Dann werden deine Fotos viel eher die Tiefe bekommen, nach der du suchst; der fotografische Prozess wird für dich wesentlich befriedigender verlaufen und kein technikfixiertes Knipsen, sondern ein wesensfixierter künstlerischer Prozess werden.

Torsten Andreas Hoffmann hat es gewagt: Inmitten einer extrem Foto-TECHNIK fixierten Gesellschaft, in der Megapixel, Schärfe, neue Kameramodelle, Firmware-Updates, Autofokus-Optionen, Kameratests etc. einen größeren Stellenwert haben als die Fotos selbst, ist er das Risiko eingegangen und hat ein Buch veröffentlicht, dass sich überwiegend mit dem inneren Prozess des Fotografierens auseinandersetzt und eine Brücke zur ZEN-Meditation schlägt. Und dies tut er in einer klaren, verständlichen Sprache, der nichts Undurchsichtiges, Mystisches anhaftet. Mit großem Verständnis für menschliche Schwächen und dem völligen Bewußtsein des grundsätzlichen Problems, im Zeitalter der Immer-Erreichbarkeit durch Smartphones und Internet doch zu versuchen, einen Bereich der Stille und Zurückgezogenheit zu reservieren, um dadurch besser in die Welt eintauchen und ‘Decisive Moments‘ fotografisch einfangen zu können.

Ich muss gestehen, dass ich schon lange kein 260-seitiges Buch mehr an einem Tag gelesen habe: Bei diesem Buch ist es mir aber gelungen: T. A. Hoffmann schreibt in seinem Buch keinen Satz, den er nicht gleichzeitig durch ein hochwertiges eigenes Foto 'belegt', d.h. das Buch lebt durch eine Fülle an (gut gedruckten!) Bildbeispielen und kurzen Bildinterpretationen neben den Fotos. Es liest sich ohne Anstrengung an einem Wochenende und trotz der Leichtigkeit, mit der man es 'konsumieren' kann, bekommt man den Eindruck, dass Torsten Andreas Hoffmann einen tiefsinnigen und erfrischend untechnischen Praxisratgeber an die Hand gibt, der es einem ermöglicht, seine eigenen fotografischen Prozess auf eine 'tiefere bzw. höhere' Ebene zu heben und dadurch gleichzeitig bessere Fotos zu machen.

Sehr zu loben ist auch der dpunkt.verlag, der die Veröffentlichung eines solchen Buchs gewagt hat und das noch in einer hervorragenden Druck- und Bindequalität.

Eindeutige Kaufempfehlung für alle Fotografen/innen, die mehr als nur Foto-Technik wollen...
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am 23. Mai 2013
Veranstaltungen und Publikationen, die Fachgrenzen überschreiten, liefern oft die besten und wichtigsten Denkanstöße. Viel zu oft bleibt der Spezialist im Wissenschaftskarussell betriebsblind innerhalb seiner Grenzen gefesselt. Das gilt natürlich nicht nur für Wissenschaften, sondern auch für Musik, andere Künste und weitere, intellektfernere Lebensbereiche, man denke nur an den Flow im Sport, vor allem aber für Bücher, die oft wichtige Weichen im Leben eines Lesers stellen können. Nun will ich nicht behaupten, dass das hier besprochene Buch unbedingt das Leben verändern wird, aber die Sicht des Lesers auf die Fotografie und den damit verbundenen kreativen Prozess ganz sicher. Der Autor, Torsten Andreas Hoffmann, ist Autor und Fotograf mit dem Schwerpunkt auf künstlerische Schwarzweißfotografie. Das allein wäre nichts ungewöhnliches, aber er ist gleichzeitig praktizierender Zen-Buddhist und weiß eine Menge Grundlegendes über Meditation, Konzentration auf eine Sache und "Reinigung des Geistes" zu erzählen. Keine Sorge, weder er – mit dem Buch – noch ich – mit der Empfehlung – wollen im geringsten in irgendeiner Weise missionieren, sondern einfach nur die Augen öffnen, für Vorgangsweisen, die hilfreich sind beim Verschmelzen mit einer kreativen Arbeit. Das Buch hat mich auch deshalb so angesprochen, weil mir Vieles, das es beschreibt, schon seit Jahren im Kopf herumgeht, und ich diese Vorgänge nun weit besser verstehen kann und auch bestätigt fühle.

Der Autor beschreibt das Versenken oder Versinken in einer Beschäftigung, das bewusste Ausschalten des unermüdlich kreisenden und dauernd ablenkenden Gedankenrades. Dabei sind Vorbereitung und Einstimmung wichtig: Vorbereitung zum Beispiel bei der Wahl der Ziele, in dem der Fotograf zu erfühlen versucht, wo er gerne und wo er ungerne fotografieren möchte. Einstimmung, in dem er die Vorfreude auf das Fotografieren noch im Ruhe- und Planungsstadium bewusst genießt, nicht unmittelbar im dichten Verkehr gestresst ans Ziel rast. Zen-Meditation ist dafür ein ausgezeichnetes Werkzeug, sie wird nicht beim ersten Mal funktionieren und auch nicht beim zweiten Mal, aber je länger sie betrieben wird, desto deutlicher wird ihr Wert werden. Hierzu liefert der Autor auch ganz handfeste Anweisungen für die äußeren Bedingungen und passenden Techniken. Wir können aus diesem Buch sehr viel lernen, sowohl was die Fotografie betrifft, wie auch das sie umgebende Gedankengebäude. So sehen wir nicht nur mystische Fotos, sondern finden auch eine ausführliche Begriffserklärung dazu. Wir erfahren den Unterschied zwischen Studium und Punctum, zwischen Bildern, die mit dem Intellekt aufgenommen werden im Gegensatz zu solchen, die unmittelbar, quasi wie ein Pfeil, in das Herz dringen. Wie sehen dazu Bildbeispiele und können gleich überprüfen, ob des Autors Intention auf uns überspringt. Ein besonders spannendes Kapitel befasst sich mit menschlichen Grundstimmungen und ihren Visualisierungen im Foto. Hoffmann liefert zu jedem Foto seine Intention und Interpretation, regt die Kreativität des Lesers unermüdlich an: Weg vom Seichten, hin zum Tiefgang, weniger ist mehr, Schönheit ohne Kitsch, Spannung aufbauen, Rätsel bildlich formulieren, Abstraktion, Reduktion auf das Wesentliche und Detail statt Überblick – das sind nur einige der Anregungen, die zu näherer Beschäftigung und längerer Auseinandersetzung verlocken. Allein dreißig Seiten werden der Street photography gewidmet, deren unübertroffener Meister natürlich Henri Cartier-Bresson bleibt. Hoffmann sieht sie nicht zuletzt als Trainingsfeld für "Samadhi", einen Ausdruck für entspannten Zustand höchster Aufmerksamkeit und Wachsamkeit. Bei der Straßenfotografie sollte der Geist nicht abschweifen, sonst ist der entscheidende Augenblick bereits verpasst. Sich viel Zeit nehmen, nicht unter Erfolgsdruck setzen, langsam in Begeisterung geraten und mit konzentrierter Kraft in der Aufgabe versinken. Wenn man dann irgendwann auf die Uhr schaut und völlig überrascht ist, wie viel Zeit bereits verronnen, dann hat man sich erfolgreich dem Samadhi genähert! Allerdings sollte dann zu Hause ein sehr rationaler und kritischer Prozess der Bild- und Qualitätsanalyse folgen. Das in diesem Buch präsentierte Bildmaterial – sowohl in Farbe, wie auch viel Schwarzweiß – beweist die Wichtigkeit der kritischen Analyse, es ist erstklassig. Alle Fotos könnten auch ohne die anregenden Texte höchst erfolgreich für sich stehen. Doch das sollen sie hier sicher nicht, denn der einzigartige Bogen dieses Buches entsteht durch die spannende Verbindung eines genau erläuterten meditativen Ansatzes mit der Idee kreativen Fotografierens und ist als solcher ganz hervorragend gelungen!

Fazit: Ein Superbuch für alle, die suchend hinter die, derzeit unendlich hochgespielte, technoide Fassade digitaler Fotografie blicken wollen.
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am 12. September 2013
Für mich ist die Fotografie Entspannung neben einem manchmal stressigen Beruf. Also wurde ich natürlich sofort Neugierig als ich im Buchtitel die Kombination von Fotografie und Meditation gelesen habe. Und nachdem mir manchmal die Kreativität zu neuen Bildern fehlt, versprach der Untertitel 'Eine Reise zur Quelle der Kreativität' auch hier Abhilfe.

Eines gleich vorab, das Buch beschäftigt sich nicht mit Blende, Brennweite und anderer Technik. Es ist keine technische 1-2-3-Anleitung. Es kümmert sich dafür um den eigentlichen Inhalt von Bildern, den Gefühlen die ein Bild visualisiert und dem Zustand in dem ein Fotograf sein kann um diese Bilder zu schießen. Und das kann es richtig gut. Das Buch hat mir geholfen meine Einstellung beim Fotografieren besser zu verstehen und damit zu besseren Bildern zu kommen - nicht mit Blende, Belichtungszeit und Brennweite.

Der Autor T.A. Hoffmann leitet in den ersten Kapiteln Zen her und beschreibt wie er in einen meditativen Zustand kommt, dem Flow. Diesen 'Flow', den kenne ich. Ich habe es nie so richtig verstanden wann und warum an manchen Tagen ich viele gute Fotos in Reihe geschossen habe und manchmal Stunden gekämpft und anschließend fast kein verwertbares Bild hatte. Nach der Lektüre war es für mich verständlich was hier passiert ist. Ich hatte eben diesen 'Flow' nicht und kannte auch keine Möglichkeit ihn zu erreichen. Hier hilft das Buch weiter. Der Autor gibt neben einer kurzen Anleitung wie man den 'Flow' erreichen kann viele Hintergrundinformationen über Zen. Wenn man sich diese zu Herzen nimmt kann man diesen kreativen Rausch leichter verstehen und erreichen. Trotzdem ist das Buch keine esotherische Abhandlung sondern durchaus etwas für 'gestandene' Fotografen.

Während des gesamten Buches werden immer wieder gedankliche Ausflüge zu anderen Fotografen oder zu Philosophen gemacht um deren Ideen mit in die Beschreibung des Wesens der Fotografie einfließen zu lassen. So stellt sich Hoffmann im 9ten Kapitel die Frage ob die Fotografie nicht ein Leben aus zweiter Hand ist, oder versucht im 11 Kapitel die Dualität des Lebens von ich und der Umwelt aufzulösen. Ein interdisziplinärer Ausflug der allein schon die Kreativität beflügelt.

Kapitel 17 dient bei mir als Ideengeber. Es sind die neun Zen Grundstimmungen die Hoffmann mit seinen eigenen, sehr guten Bildern visualisiert und die man als Ausgangspunkt für seine eigenen Interpretationen verwenden kann. Die Betrachtung der Bilder zusammen mit der Beschreibung regt die Fantasie an und ich hatte sofort einige Bildideen die jetzt bei nächster Gelegenheit umgesetzt werden.

Hören sich einige Kapitel zunächst sehr theoretisch an, so schafft es Hoffmann immer wieder den Bogen zur Realität zu spannen, die Ansichten des Zen mit einzubauen und anhand von seinen Bildern zu beschreiben was genau im Text gemeint ist. Die gute und ausgewogene Kombination aus Text und Bildern hilft dabei auch schwierigere Passagen zu verstehen. Der Schreibstil von Hrn. Hoffmann wird dabei nie langweilig oder schwer, sondern regt zum weiterlesen an. Am Ende des Buches war ich nicht nur motiviert zur Kamera zu greifen, sondern habe auch wieder zurück zu einigen Kapiteln geblättert um mir die Bilder nochmals anzuschauen oder die ein oder andere Passage nochmals durchzulesen.

Beim lesen und betrachten eines Buches zählt aber auch die Haptik, das Gefühl der Wertigkeit. Hier hat der dpunkt Verlag wieder eine sehr gute Arbeit abgeliefert. Der Einband ist sehr gut gestaltet. Die Bilder sind auf qualitativ sehr hochwertigem Papier gedruckt bei dem das Betrachten Spaß macht.

Fazit: Von mir gibt eine klare Empfehlung. Speziell für alle, die das Besondere lieben und sich Gedanken über mehr als nur Blende und Belichtungszeit machen wollen.
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am 6. Januar 2014
Hm, was soll uns das sagen? Das klingt ja nun völlig anders als all die technikverliebten Werke des üblichen Fotobuchmarktes. Und tatsächlich ist es das auch.
Hier steht nicht im Mittelpunkt, welche Technik brauche ich unbedingt um ein gutes Bild zu schiessen.
Der Autor beschreibt vielmehr Gemeinsamkeiten von Meditation und Fotografie und versucht so, einen neuen Blickwinkel auf das fotografische Schaffen zu legen. Wie kann ich durch Fotos Gefühle transportieren und hervorrufen? Wie schaffe ich es, mich auf den (fotografischen) Moment zu konzentrieren?
Man muss sich auf das Thema einlassen, dann ist das Ganze durchaus interessant zu lesen. Nichts zum schnellen Schmökern.
Die Bildauswahl ist schwarzweiss-lastig, auch haben diese mich fotografisch nicht direkt vom Hocker gehauen. Aber jedes Bild steht in Zusammenhang zum Text, auch das Verhältnis Fotos zu Text ist ausgewogen. Sprich, letztlich überwiegt gefühlt dann doch der Bildanteil.
Auch sind die Erläuterungen zu den Fotos nachvollziehbar und regen zu eigenem Arbeiten an. Der Text ist leicht verständlich geschrieben und nicht zu trocken. Auch daher für alle empfehlenswert, die mal einen anderen Aspekt der Fotografie, sozusagen von innen heraus, erkunden wollen
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am 19. Februar 2014
Fotografie und Meditation sind besser verknüpfbar als man im ersten Moment annimmt. Den Fluß in voller Konzentration zu erleben gelingt selten genug. Die Konzentration und zielgerichtete Wahrnehmung zu intensivieren und zu richten ist ein sicherlich wünschenswerter Gedanke. Ob das mit Hilfe der ZEN Meditation geübt werden kann ist vorstellbar, jedoch nicht so einfach nachzuvollziehen.
Als Hobbyfotograf und hobby - Meditierender werde ich den Faden sicherlich weiterspinnen. Auf alle Fälle bietet das Buch viele Grundgedanken zu guten Bildern.
Beeindruckend sind vor allem die Kapitel Tiefe und Streetfotografie.
Sehr lesenwert.
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am 10. Juli 2013
Eine Anmerkung vorab: der nachfolgende Artikel wurde vom Autor auf Basis eines vom Verlag überlassenen
Rezensionsexemplars für den Schweizer Fotoblog fokussiert.com erstellt. Ein kommerzielles Interesse
seitens des Autors am Vertrieb des Buches besteht nicht.

Der Fotograf
============

Torsten Andreas Hoffmann wurde 1956 in Düsseldorf geboren. Er studierte zunächst Kunstpädagogik
mit Schwerpunkt Fotografie an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Bis heute blieb er
dem Anspruch treu, in seiner Arbeit künstlerische und didaktische Aspekte zu verbinden.

Sowohl sein weithin bekanntes Lehrbuch ‘Die Kunst der Schwarzweißfotografie. Eine Schule der
Bildgestaltung im digitalen Zeitalter‘ wie auch seine lebendigen Workshops zeigen seinen Stellenwert
als fotografischer Lehrer auf.

Seine Fotoreisen führten ihn unter anderem nach Indien, Indonesien, Mexiko und Nepal, in die
Türkei, USA, Sahara und Vereinigten Arabischen Emirate. Zahlreiche Ausstellungen und Auszeichnungen,
Publikationen und Galerievertretungen unterstreichen die Bedeutung seiner Arbeit.

International bekannt geworden sind seine Bildserien über New York (drei Bildbände und Kunstkalender),
insbesondere in der eindringlichen Auseinandersetzung mit den Folgen des 11. September 2001.

Magazine wie Geo, Merian, Chrismon, Photographie, mare und andere haben seine Arbeiten veröffentlicht.
Seit 2003 schreibt er regelmäßige Bildgestaltungsserien für die Periodika Photographie,
LFI (Leica Fotografie International), Ct und Digitalis foto (Ungarn).

Er ist Mitglied der Münchner Bildagentur LOOK, des BBK Frankfurt und der Deutschen Gesellschaft für
Photographie (DGPh).

Weitere Informationen finden sich auf seiner Homepage. Heute lebt Torsten Andreas Hoffmann in der Nähe
von Frankfurt a. M. und Goslar.

Das Werk
========

Man mag wohl behaupten, daß die klassische Schwarzweißfotografie mit analoger und mittlerweile
auch digitaler Ausrüstung einen durchgängigen Schwerpunkt von Torsten Andreas Hoffmanns Schaffen
bildet. Thematisch läßt er sich gleichwohl nur schwerlich auf ein bestimmtes Genre (wie etwa
Landschaften, Street oder Nacht) festlegen, zu vielschichtig ist dafür sein Portfolio. Das verbindende
Element seiner Arbeit ist vielmehr die enorme kompositorische und dramaturgische Dichte der einzelnen Bilder.
Die ‘Suche nach dem besonderen, über den unmittelbaren Augenblick hinausreichenden Moment’ wird dabei
für den geneigten Betrachter immer wieder spürbar.

Im Laufe der Jahre verschloß sich Torsten Andreas Hoffmann gleichwohl nicht gegenüber stilistischen
Weiterentwicklungen. So erweiterte er sein Portfolio durch konzeptuelle Ansätze und die Arbeit mit Bildpaaren
(wie etwa in seiner Serie ‘Janusblicke’ mit Vorder- und Rückansichten touristischer Orte). Auch eine
‘Rückkehr bzw. Hinbewegung zur Farbe’ ist in seinen experimentellen Arbeiten und fotografischen Lichtobjekten
mittlerweile zu beobachten. Man darf gespannt sein, welche Ausdrucksformen er künftig noch entwickeln wird.

Das Buch
========

Das Buch ‘Fotografie als Meditation: Eine Reise zur Quelle der Kreativität‘ empfängt den Leser in
einer sehr wertigen Aufmachung der Texte und Bilder. Bereits das Titelbild wirkt sehr einladend, wie die
‘Verheißung eines Blicks in eine fast unbekannte, andere Welt’. Und in eine solche wird der Leser in
28 Kapiteln auf 256 Seiten dann auch behutsam eingeführt.

Die zentrale These des Buches findet sich als Anfangszitat, noch vor dem eigentlichen Inhaltsverzeichnis:
„Meditation und Fotografie haben mehr gemeinsam als man im ersten Augenblick glaubt: beides ist auf den
gegenwärtigen Augenblick bezogen, beides erfordert einen höchsten Grad an Aufmerksamkeit, beides
gelingt am besten, wenn der Geist leer und unvoreingenommen ist.”

Kenntnisreich und geduldig führt Torsten Andreas Hoffmann zunächst in Begrifflichkeiten der
Kontemplation und Meditation ein und zeigt deren Stellenwert (in Gemeinsamkeiten und Unterschieden) sowohl
in der ursprünglichen buddhistisch-fernöstlichen wie auch der christlich-abendländischen
Philosophie auf. Jenseits von allem ideologischen oder missionarischen Eifer wird die tiefe Versenkung
– jene Möglichkeit zur inneren Abstandnahme vom unmittelbaren Alltagsgeschehen – als ein auch dem
heutigen Menschen innewohnendes Bedürfnis charakterisiert.

Es folgt eine fundierte Einführung in die Zen-Philosophie und die meditative Praxis, immer wieder
ergänzt durch den Rekurs auf die Fotografie im Sinne eines ‘vertieften bzw. intuitiven und eben nicht
nur sensationssuchenden bzw. ästhetisierenden Blicks auf die Welt’. Passend dazu findet sich in
Kapitel 8 das anekdotische Einsprengsel von der allerersten Ausstellung des Autors vor vielen Jahren:
über die Bilder ergab sich eine sehr intensive Begegnung und Diskussion mit einer älteren
Besucherin, in deren Verlauf sich die Idee einer ‘hintergründigen, anderen Ästhetik des
vornehmlich Häßlichen’ vermitteln ließ.

In seinem Erzählfluß findet Torsten Andreas Hoffmann dann aber zu wichtigen Themen der
‘schmerzlichen Dualität’ im Sinne des Getrenntseins des Individuums von seiner Umgebung zurück,
er erörtert auch das ‘Konzept des Studiums und Punctums’ im Sinne eines intellektuellen versus
emotionalen Verständnisses, ‘innere versus äußere Landschaften’ und vieles mehr … eine
vollständige Aufzählung all seiner Gedanken und Thesen wird mir hier auf begrenztem Raum der
Buchvorstellung kaum gelingen – die Andeutung mag genügen, weiteres mag der geneigte Leser in
eigener Lektüre (die vielleicht im besten Sinne auch eine meditative Herangehensweise ist) selbst
entdecken.

Stattdessen möchte ich noch auf einige Kapitel hinweisen (wobei auch dies natürlich eine
subjektive Auswahl meinerseits darstellt), die mir besonders wichtig und aufschlußreich im
fotografischen Sinn erscheinen: es sind dies die sehr ausführlichen und mit vielen Bildbeispielen
versehenen Kapitel 17 (‘Grundstimmungen ausdrücken’) und 20 (‘Street Photography’).

Einige handfeste Tips für die meditativ-fotografische Praxis bietet schließlich noch das
abschließende Kapitel 28 (‘Der Weg zum eigenen Stil’).

Ein Fazit
=========

Torsten Andreas Hoffmann ist mit seinem neuen Buch ‘Fotografie als Meditation’ nach meinem Dafürhalten
ein großer Wurf gelungen. Es ist ein mutiges Buch, weil es sich ‘wie der Mahner in der Wüste’
gegen den Ansturm technikaffiner Fotografieranleitungen heutiger Tage stellt. Und es ist auch ein wichtiges
Buch, weil es den geneigten Leser dort abholt, wo besagte Anleitungen enden und diesem weiterführende
Wege zur kreativen Entfaltung aufzeigt.

Der Weg dorthin führt über eine ‘vertiefte innere Wahrnehmung’, und Torsten Andreas Hoffmann will
für diesen Zweck die Methoden der aus der buddhistischen Tradition herrührenden Zen-Meditation
nutzbar machen. Doch verweist er auch auf die Unterschiede zur reinen Meditationspraxis (im Sinne einer
üblicherweise ‘positiv konnotierten Leere’ bzw. ‘friedlichen Absichtslosigkeit’), wenn er die gelungene
Fotografie zum Ausgangspunkt und Ziel des Buches zugleich erklärt.

Es läßt sich nicht ausschließen, daß er als ein solcher ‘Grenzgänger zwischen
fotografischer und meditativer Praxis’ und mit solchem Rekurs auf die Bildschöpfung auch Kritik erfahren
wird – in den bisherigen Diskussionen auf Amazon deutet sich solches schon an; doch werden sich ‘Vertreter
einer reinen Lehre’ auch Fragen gefallen lassen müssen, inwieweit sie hier einer Rigidität bzw.
einem Dogmatismus der Methode das Wort reden.

Um zum Buch zurückzukommen, fordert Torsten Andreas Hoffmann nicht weniger wie ein radikales Umdenken
in der Motivfindung und Bildbearbeitung. Nicht mehr die ‘gehetzte Suche nach dem einen Sensationsmotiv’ soll
im Vordergrund stehen, sondern vielmehr die ‘geduldige Suche nach einer äußeren, bildhaften
Entsprechung der inneren Gestimmtheit’. Auf solche Weise, so die aus meiner Sicht überzeugende
Argumentation des Autors, besteht die Chance für Fotografien, die über den Augenblick hinausreichen
und den Betrachter innerlich zu berühren vermögen.

Doch darf (um Enttäuschungen vorzubeugen) auch gesagt werden, daß dieses Buch dem Leser durchaus
eine Menge abverlangt. Es sei „vorrangig für den gehobenen Amateur gedacht, (als) eine besondere
Ermunterung zum subjektiven, persönlichen Ausdruck in der Fotografie”, vertraute mir Torsten Andreas
Hoffmann im Vorfeld an.

Das sehe ich ganz ähnlich. Die Voraussetzungen bzw. Schnittmengen für eine gewinnbringende
Lektüre würde ich aus meiner Sicht wie folgt beschreiben:

- In technischer Hinsicht mag man dem Leser zumindest eine solide Routiniertheit in der Kamerabedienung
sowie Grundkenntnissen der Bildkomposition und -dramaturgie wünschen. Er sollte ‘sein Instrument
spielen können’, um die gehaltvollen Anregungen auch umsetzen zu können.
- In persönlicher Hinsicht erscheint eine gewisse Vertrautheit mit Themen der inneren Achtsamkeit,
idealerweise auch mit praktischen Erfahrungen in Entspannungs- bzw. Meditationstechniken förderlich.
Der Leser könnte sich sonst ‘mit dem Bade ausgeschüttet vorkommen’, womöglich gar irritiert
oder verängstigt sein, wenn in solcher Versunkenheit sonst in seelischer Tiefe geborgene Gedanken,
Gefühle und Erinnerungen plötzlich näher an das Bewußtsein heranreichen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 26. Oktober 2014
Es gibt unzählige Bücher, die mit der "Technik" des Fotografierens vertraut machen (Belichtung, Blenden, digitale Bidlbearbeitung usw.), doch dies ist meines Wissens das einzige Buch, das zeigt, wie man Fotografieren als Ausdrucksmittel und Kunst in sich entwickeln kann. Denn mit dem Fotografieren ist es wie mit anderen künstlerischen bzw. kreativen Tätigkeiten: Die Technik zu beherrschen, heißt noch lange nicht, dass man auch ein guter Fotograf ist, wenn das emotionale Moment, das Gefühl, fehlt.
Genau dies versucht der Autor hier zu vermitteln: Er zeigt, wie man sich in eine meditative Stimmung versetzt, um auf der Gefühlsebene, der Intuition, einen Zugang zu einem Motiv zu finden. Er empfiehlt dafür Zen-Meditation. Ich persönlich halte es für zweitrangig, ob man Zen praktiziert oder nicht; wichtig bzw. hilfreich ist generell Meditation, egal auf welche Weise man nun meditiert.
Daneben zeigt er anhand seiner eigenen Bilder, wie er eine individuelle Bild- bzw. Ausdruckssprache beim Fotografieren entwickelt hat; er zeigt, wie sich ein solcher Ausdruck von bloßem "Kitsch", wie wir ihn heute fotografisch überall finden, unterscheidet. Das heißt nicht, dass man Hoffmann nachahmen muss - es zeigt vielmehr, welchen Weg man individuell gehen kann, um seine künstlerische Ausdruckskraft beim Fotografieren und damit auch den Spaß an der Sache zu entwickeln. (Was übrigens auch mit mäßigem technischen Können gelingen kann, wenn das Herz dabei ist.) Ganz egal, ob man nun professionell fotografieren lernen möchte oder das nur als Amateur bzw. als Hobby betreibt, von dem Buch kann der Leser in jedem Fall profitieren. Für mich ist Fotografieren "nur" ein Hobby, doch ich habe bereits gelernt, Perspektiven und Motive anders wahrzunehmen und anders hinzuschauen. Das ist ein Lernprozess, den man Schritt für Schritt weiter gehen kann.
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am 3. November 2013
Da mich die Kunst der Fotografie als Betrachter und Amateurfotograf sehr interessiert, andererseits ich auch grosses Interesse an Meditation und Kontemplation habe und auch praktiziere, insbesondere im Sinne des ZEN-Buddhismus, hat mich das Buch sofort sehr angesprochen und ich bin nicht enttäuscht worden. Dem Autor ist ein Meisterwerk gelungen und spricht in vielem ganz meinem Zugang zum Medium Fotografie. Anstatt ausgeklügelter Technik, detaillierter Planung und via Verstand die persönlichen fotografischen Fertigkeiten zu perfektionieren, wird hier ein intuitiver achtsamer Zugang vermittelt, der nebst berührender Aufnahmen a la Henri Cartier-Bresson auch den Leser und Übenden der "ZEN-Fotografie" mehr zu sich selber oder dem grossen Ganzen näher bringen dürfte - sofern eher offen ist für diesen nicht ganz alltäglichen Zugang. Die kurzen Texte und die gelungenen Bilder zur Illustration der Themen sind gut verständlich geschrieben und teilweise sehr berührend.
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am 21. März 2016
Ein Buch, das mehr gibt, als handwerkliche Anweisung.
Sozusagen die Umsetzung des zweiten Teilsatzes von Goethe's "erwirb Dir eine unfehlbare Technik und dann überlasse Dich der Gnade des Genies".
Nicht mechanisch nach dem guten Bild suchen und Regeln anwenden, sondern meditativ in das Sujet hineingehen.
Sehr schön.
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am 19. August 2013
Wer sich hierauf einlässt, wird nicht enttäuscht sein. Klassische Tips und Tricks sucht man hier vergebens. Hier geht's vielmehr um's große Ganze - gut, daß es dieses Buch gibt, es stellt ein Gegengewicht zur Überflutung mit Pixelmania-Infos dar - denn hier geht es um's Zen, um Gefühle und Stimmungen und um die Seele hinter/in den Bildern! Einfach gut!
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