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am 5. Oktober 2013
Ich befürchte das Buch wird viele negative Bewertungen bekommen, denn Frau Herrmann argumentiert gegen den Mainstream.
Es ist die Geschichte des Kapitalismus, bei der aufgezeigt wird unter welchen Bedingungen Krisen entstehen bzw. der Kapitalismus Wohlstand erzeugt.

Frau Herrmann setzt den Beginn des Kapitalismus Mitte des 18. Jahrhunderts in Nordwest England an. Vorher gab es durchaus freie Marktwirtschaft, was aber nicht mit Kapitalismus zu verwechseln ist. Aber erst in England begann man menschliche Arbeitskraft konsequent durch Maschinen zu ersetzen - und das obwohl die Technologie wie die Dampfmaschine schon den Römern bekannt war. Die Ursache für den Beginn des Kapitalismus in England sieht die Autorin darin dass die Löhne sehr hoch und Energie sehr billig war.Zuvor gab es Jahrtausende kein kontinuierliches wirtschaftliches Wachstum. Die Lebensqualität hängte in erster Linie von der Ernte ab.

Die Autorin beschreibt die Geschichte des Kapitalismus, ohne den Bezug zur Gegenwart zu verlieren. Die Ursachen für die Krisen des Kapitals in seinen frühen Zeiten bis heute zur Eurokrise hat immer ähnliche Strukturen. Während vor dem Kapitalismus der Mangel an Gütern insbesondere Lebensmittel die Menschen verarmen lies, ist der Hauptgrund der Krisen die Überproduktion bzw. Absatzschwierigkeiten.

Die Regierungen verschärfen die Krisen weil sie Volks- und Betriebswirtschaftslehre verwechseln. Der Wohlstand des Volkes ist alleinig abhängig von der Realwirtschaft. Wächst das Kapital schneller als das reale Wirtschaftswachstum entstehen Blasen. Die Menschen glauben noch Sie seien reich weil sie viel Geld haben. Die Unternehmen investieren verstärkt auf dem Kapitalmarkt anstatt in die reale Wirtschaft weil dort die Rendite deutlich höher ist. Sobald die Blase platzt beginnen plötzlich alle zu sparen was die Realwirtschaft weiter schwächt.

Was die Autorin postuliert ist in den Augen der Konservativen ein wahrer Giftschrank. Ich konzentriere mich auf das was die Gegenwart betrifft, was vielleicht das Buch falsch wiedergibt da ein grosser Teil des Buches sich mit der Vergangenheit beschäftigt. Aber die Fehler der Vergangenheit wiederholen sich bei den heutigen Krisen:

- Sie zeigt dass der Kapitalismus am besten bei hohen Löhnen funktioniert. Bei niedrigen Löhnen lohnt es sich nicht Maschinen einzusetzen und die Firmen bekommen Absatzschwierigkeiten.
- Gute Sozialsysteme schwächen die Krise ab. Als Hinweis gilt u.a. das Kurzarbeitergeld und Abwrackprämie in Deutschland. Gute Sozialsysteme sorgen dafür dass die Menschen auch in der Krise noch konsumieren. Das Problem dass in der Rezession alle Sparen wird gemildert.
- Wenn die Menschen und Unternehmen sparen, darf es der Staat nicht tun. Der Kapitalismus benötigt Wachstum und wenn alle gleichzeitig sparen wird das Wachstum abgewürgt.
- Die Autorin plädiert für höhere Steuern bei den Reichen, da dessen Sparquote höher ist.
- Der Arbeitsmarkt ist kein echter Markt, aufgrund des Machtgefälles zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer
- Die Riesterrente ist eine Vermögensvernichtungsmaschine
- Da die Zinzen nie unter 0 fallen können, ist eine niedrige Inflation sinnvoll um in einer Rezzession noch reagieren zu können. Die Angst der Deutschen vor der Inflation ist unbegründet. Typisch für die Krisen waren immer deflationäre Entwicklung.
- Die Agenda 2010 ist mit verantwortlich für die Eurokrise, und die Austeritätsprogramme verschärfen diese.
- Es war richtig dass die EZB Staatsanleihen kauft.
- Bei andauernden Exportüberschüssen ist es nur eine Frage der Zeit bis sich das Auslandsvermögen in Null auflöst.
- Der Kapitalismus ist nicht zu verwechseln mit Marktwirschaft. Wir haben heute nur noch in den Nischen freie Marktwirtschaft. z.B Handwerk und Gaststätten. Die grossen Konzerne haben keine echte Konkurrenz.
- Der Staat muss ein ein sehr wesentlicher Teil des Kapitalismus sein, sonst bricht dieser sofort zusammen
- Die Globalisierung ist kein neues Phänomen.

Aber auch einiges wird den Linken nicht gefallen:

- Der Kapitalismus hat den Menschen Wohlstand gebracht.
- Zinzen sind kein Problem, solange die Realwirtschaft (+ Inflationsrate) entsprechend wächst
- Auch die Geldschöpfung aus dem Nichts durch Kredite muss nicht zwingend zu Krisen führen
- Das Wunder von Wörgl entstand nicht aufgrund des Freigelds sondern aufgrund der Nachfragepolitik
- Es war richtig die Banken zu retten.

Gelacht habe ich als sie die Autorin Ronald Reagon Politik als Keynesianismus für Reiche betitelte.

Die Autorin glaubt dass die ökologischen Probleme das Ende des Kapitalismus einläuten werden. Der Kapitalismus funktioniert nur unter Wachstum und endloses Wachstum kann es in einer endlichen Welt nicht geben. Aber das Ende des Kapitalismus wird nicht das Ende der Menschheit sein.

Ich bewerte das Buch mit 5 Punkten, weil es einfach geschrieben ist, und die Argumente gut begründet und mich zum Nachdenken gebracht haben.
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am 14. Januar 2016
Folgende Aussagen haben mir besonders gut gefallen und erscheinen mir nachvollziehbar:

„Weniger als 1% der größten Unternehmen erwirtschafteten 2009 knapp 65% des Umsatzes. Dies ist übrigens in den anderen westlichen Ländern genauso."

"Die moderne Globalisierung ist rund 160 Jahre alt."

"Wenn aber Kreditgeld uralt (über 4000 Jahre, Mesopotamien) ist, dann kann es nicht der Grund sein, warum ab 1760 ein selbsttragendes Wachstum einsetzte."

"Alles kann zu Geld werden – Gold, Tabak, Wechsel, Girokonten. Geld entsteht immer aus dem Nichts, oder man könnte auch sagen: durch den sozialen Kontext.
Geld ist Zahlungsmittel, Recheneinheit und Wertaufbewarungsmittel.
Geld ist symbolisierte Zeit.
Die Schulden des einen sind die Finanzvermögen des anderen."

"Doch Geld allein ist machtlos. Der heutige Kapitalismus ist entstanden, weil man in England ab 1760 auf die Idee kam, menschliche Arbeitskraft systematisch durch Maschinen zu ersetzen. Geld wurde in Kapital verwandelt. Dieser Umbruch hatte mit dem Zineszins nichts zu tun, hat aber umgekehrt den Charakter von Schulden für immer verändert. Kredite finanzieren jetzt das Wachstum, aber sie lösen es nicht eigenständig aus.

Meist droht nicht Inflation, sondern Deflation."

"Den Wachstum kann es nur geben, wenn technischer Fortschritt die Produktivität steigert."

"Geld entsteht aus dem Nichts & ist nichts. Das einzig Entscheidende ist Investition/Technik & steigende Löhne."
22 Kommentare| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. April 2014
„Warum noch ein Buch über das Kapital?“ Mit dieser Frage begann Ulrike Herrmann kürzlich eine Präsentation ihres Buches, der ich beiwohnte. Dieser Einstieg bestätigte meine ursprüngliche Skepsis, denn ich hatte schon meine Zweifel, ob es angesichts der Flut von Büchern über den Kapitalismus und seine Krisen noch irgendetwas Neues zu sagen gibt. Und in der Tat hat mich die Autorin in ihrem knapp 40-minütigen Vortrag auch weniger mit frischen Inhalten zum Kauf des Buches verleitet als vielmehr durch ihre Gabe, komplexe Sachverhalte einfach, aber im Kern richtig und prononciert darzustellen.

In Teil I beschreibt Ulrike Herrmann warum der Kapitalismus gerade in England Ende des 18. Jahrhunderts entstand, nicht aber im römischen Reich, obwohl es dort auch schon Geld und Fernhandel gab. Das haben schon unzählige Historiker vor ihr getan, z.B. David Landes in „Wohlstand und Armut der Nationen“ und wer sein Buch gelesen hat, findet im ersten Teil von „Der Sieg des Kapitals“ wenig Neues. Auch dass Deutschland (ähnlich wie übrigens die USA) im 19. Jahrhundert plagiiert und kopiert hat wie ein Weltmeister, ist bekannt. Da dies die heute führenden Industrieländer aber nicht wahrhaben wollen und den Entwicklungsländern dieser Aufholweg vor allem durch das Patentrecht und Recht auf geistiges Eigentum verwehrt ist, schadet es angesichts des China-Bashings nichts, diesen Punkt zu betonen.

Die in Teil II beschrieben Irrtümer über das Kapital sind ebenfalls ein alter Hut. Ja: Märkte gab es Jahrtausende bevor der Kapitalismus entstand, die Globalisierung ist nicht neu und Kapitalismus ist nicht das Gegenstück zum Staat – ganz im Gegenteil, er benötigt ihn zu seiner Entfaltung. Wer nicht zum ersten Mal ein Buch über Wirtschaftsgeschichte zur Hand nimmt, erfährt in den ersten beiden Teilen wenig Neues. Alle anderen erhalten aber eine kurze, erhellende und wohlfundierte Einführung in den Kapitalismus.

In Teil III lernt man vieles über den Zusammenhang von Geld und Kapital, was durchaus nicht das Gleiche ist. Das wissen zwar die Ökonomen, die meisten Nichtökonomen tappen hier aber ziemlich im Dunklen. Der Autorin gelingt eine knappe und dennoch verständliche Darstellung dieser komplexen Zusammenhänge, auch wenn ich ihre Meinung nicht teile, dass das "Wunder von Wörgel" nichts mit dem in der Gemeinde verwendetet "Schwundgeld" zu tun hat. Denn die monatlich stattfindende automatische Abwertung der Geldscheine machte das Sparen unattraktiv und um sie zu verhindern, musste das Geld entweder ausgegeben werden (und so den Wirtschaftskreislauf ankurbeln) oder durch eine zu kaufende Wertmarke vor der Entwertung gerettet werden (was aber die Kosten der Geldhaltung erhöht).

Die immer wiederkehrenden Krisen des Kapitalismus und ihre Ursachen und Auslöser beschreibt Ulrike Herrmann in Teil IV. Mit Ausnahme des Kapitels 18 zur Eurokrise steht auch hier nichts, was nicht schon in anderen Büchern ausführlich erörtert wurde.
Interessant - und in dieser Form noch kaum verbreitet - ist ihre Interpretation der Eurokrise, die für die Autorin eigentlich aus vier Krisen besteht:
1. Die Staatsschuldenkrise, vor allem der Länder Griechenland, Portugal, Spanien Italien und Irland.
2. Die Ansteckungskrise, die sich aus der Fehlkonstruktion der Eurozone ergibt, eine Währung aber 17 verschiedene Staatsanleihen zu haben.
3. Die auf der Agenda 2010 basierende, von Deutschland ausgehende Wettbewerbskrise, das mit seiner Politik des Nullwachstums bei den Reallöhnen einen Wettbewerbsvorteil auf den Auslandsmärkten erreicht und somit durch seine Exportüberschüsse die Staatsverschuldung der anderen Eurostaaten mitverursacht.
4. Die Managementkrise des Euro, die darin besteht, dass die Politiker eine Reihe von dramatischen Fehlentscheidungen getroffen haben.

Nach so vielen Krisen muss sich der Ausblick natürlich mit der Frage beschäftigen, ob der Kapitalismus eine Überlebenschance hat und wenn ja, in welcher Form. Für Ulrike Herrmann ist es wahrscheinlich, „dass der Kapitalismus an den Umweltproblemen scheitert, die er selbst erzeugt.“ Was nach ihm kommt, weiß noch niemand. Denn: „Wo der Mensch ist, ist das Ende offen.“

Insgesamt ist „Der Sieg des Kapitals“ sicher kein innovatives Buch, sondern eine auch für Laien gut nachvollziehbare Geschichte der Entstehung des Kapitalismus, Irrtümer über ihn und die von ihm verursachten Krisen, was aus meiner Sicht vier Sterne rechtfertigt.
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am 10. März 2016
Ulrike Herrmann hat ein breit gefächertes Wissen. Ob Milton Friedman, Margret Kennedy, J.M. Keynes oder die Occupy-Bewegung sie kennt sie alle, sie zitiert sie und sie stellt sie in Frage.
Sie legt ganz klar offen das der Staat nicht der Gegenspieler des Kapitalismus ist.
Die Betrachtungsweise ist bahnbrechend, Steuern als Investition zu betrachten anstatt als Verlust.
Sie legt offen das auch die Superreichen den Trugschluss erliegen ihr Geld in Steueroasen zu packen. Als wäre das Geld dort sicher.
In Wirklichkeit wird durch das sparen das Geld nur zu den Banken getragen, und Geld ist nun mal materialisierte Arbeitskraft, die Möglichkeit Vermögen von Fleißig nach Reich zu verlagern. Geld das auf der Bank liegt treibt die Konjunkturspirale nur nach unten und befeuert die abstrakte Hochfinanzindustrie.

Da Banken nur 2% an Eigenkapital führen von der Summe die Sie verwalten, ist es nie sinnvoll eine Bank Pleite gehen zu lassen, daher ihr „Firmenkonstrukt“ ohnehin Zahlungsunfähig ist. Und jede Insolvenz muss auf andere abgewälzt werden! Dies zeigt anhand von Lehmanbrothers, die eigentlich eine unbedeutende Bank war. Dies führte zu zahlreichen Kettenreaktionen, an den Finanzmärkten welche sich in der Realwirtschaft entluden. Vor allem zitiert sie hier sehr häufig Michael Lewis (the big short).

Der Staat hortet sein Geld nicht, er gibt es aus, er spielt es in die Volkswirtschaft ein.
Nur wer Geld investiert in Realwirtschaft kann diese auch stabilisieren und somit auch sein eigenes Vermögen sichern vor Entwertungen.

Ulrike Herrmann räumt mit allen Missverständnissen auf. Staat und Kapitalismus sind nicht voneinander zu trennen. Der Staat macht es erst möglich das Unternehmen überhaupt wirtschaften können. Es ist gerade das Soziale Netz das Konsum und deren Schwankungen der Kaufkraft erst stabilisiert und abgefedert werden können.

Es gibt keine freien Märkte oder Wettbewerb. Ob das nun der Arbeitsmarkt ist, der Wohnungsmarkt, die Supermärkte usw. Über all wo Menschen in Abhängigkeit sind gibt es keine Freiheit, denn arbeiten, wohnen und essen muss man. Konzerne müssen ihre Gewinne sichern, müssen ihre Absatzzahlen erfüllen. Ob Lebensmittel-; Pharma- oder Agrarkonzerne sie alle sind dem Kapitalismus unterworfen. Nur im ständigen Wachstum kann er überleben.

Das Buch ist gut zu lesen und hat seiner Aktualität an nichts verloren. Der Unterschied zwischen Betriebs- und Volkswirtschaft wird klar verdeutlicht. Der Staat bedingt den Kapitalismus. Doch am Ende hat auch Ulrike Herrmann keine Lösung für unser Dilemma des ewigen Wachstums auf einem doch endlichen Planeten.
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am 29. September 2013
Ulrike Herrmann gelingt es auf beeindruckende Weise, eine Schneise in das Dickicht von Globalisierung und Finanzkrisen zu schlagen. Pointiert und flott geschrieben spannt Herrmann einen historischen Bogen, der mit Vorurteilen und Ideologien rund um Marktwirtschaft, Geld und Kapital aufräumt. Überzeugend arbeitet sie die zentrale Rolle des modernen Staates gegen alle neoliberale Rethorik heraus. Ein überaus lesenswertes Buch, kurzweilig geschrieben, voller Denkanstöße und Anregungen.
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am 1. Juli 2016
Frau Hermann, Klasse !
Sie stellen die Dinge mal auf den Kopf und dann richtig durchschütteln.
Ihr Werk ist sehr erfrischend, aber auch ernüchternd.
Grausam Ihre Aussage, daß die Blase 2008 nur ein Poops'chen war.
Hoffentlich stimmen Ihre Annahmen nicht, was den nächsten Crash anbelangt.
Was sagen bloß die Experten dazu ? Die müssen die Methodik doch auch durchschauen, haben wir es denn nur
mit dem Drei-Affen-Prinzip zu tun ?
Leider ist der Grundtenor des Buches so plausibel angelehnt an die menschliche Verhaltensweise
des St.Floriansprinzips.
Ich lerne aus Ihren Ausführungen:
1. In der Kürze liegt die Würze, meistens wird nur Vorgekautes wiederholt, bis alle dran waren.
2. Ihre Informationen zeigen mir, daß der Todsünden-Macher seines Trumpfkarte ausspielte,
als er anfing, das Geld für seine Zwecke zu nutzen. Der Zauberlehrling kocht und kocht.
3. Als Naturwissenschaftler hat es mich besonders gefreut, daß sie den Wohlstand der Menschheit über
die technische Innovation aufgezogen haben durch klare Beweisführung.
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am 23. Januar 2014
Eine intelligente Analyse, die belegt, dass es sehr gefährlich ist Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft zu verwechseln. Eine Politik, die versucht den Staat, wie einen Betrieb oder garnicht zu steuern, führt zwangsläufig in die Krisen, die wir heute und in den letzten Jahren beobachten müssen. Das Buch ist kein Plädoyer gegen den Kapitalismus, sondern zeigt, dass erfolgreicher Kapitalismus eine regulierende Steuerung durch den Staat erfordert.
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am 31. Juli 2016
Selten ein Buch über das Kapital gelesen das so vergnüglich und abgeklärt über ein ansonsten "trockenes" Thema referiert !
Was mir wirklich sehr gefiel, war die Tatsache das die Autorin den Leser wirklich nicht dumm sterben lassen möchte. Es hat mir wirklich Spass gemacht, Frau Herrmann !
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am 24. August 2015
Ulrike Herrmann ist eine begabte Autorin. Ihr Buch präsentiert in den vorderen Kapiteln historische Fakten, konkrete Beispiele mit Überzeugungskraft und in knackiger "Schreibe". Ich hätte mir eine Auseinandersetzung mit Marx-Engels-Lenin-Mao in Bezug auf die kapitalistische Ökonomie gewünscht, denn es ist noch nicht gar so lange her ... Zumal wir heute in Bezug auf die Periodizität der Krisen ein Stück weiter sind. Ich erinnere nur an die Lotka-Zyklen, die dem Kapital strukturell innewohnen, mit der Besonderheit gegenüber der Tierwelt, dass einige Parameter (Energiefluß, Technologie, ...) viel stärker dem spontan-evolutionären Wachstum unterliegen. Als Techniker würde man sagen, ein System mit inherenten Sägezahnschwingungen ist auf Dauer ein Reparaturfall, mit dem man auf der Autobahn liegen bleiben würde, ohne ADAC dann für immer. Vermißt habe ich eine Erwähnung der kontrastierenden asiatischen Produktionsweise und eine Debatte von internem und externem Wachstums (Qualität und Quantität) im Kapitalismus. Dem Schlußsatz der Autorin kann ich zustimmen: Zukunft ist dort, wo Mensch agieren, offen.
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am 7. Juni 2014
Da er selbst kein amazon-Konto hat, hat mich der Autor der folgenden Zeilen gebeten, diese für ihn einzustellen:
Ich habe bis zur letzten Seite des Buches darauf gewartet, dass endlich die Terminologie des wissenschaftlichen Marxismus bemüht wird, um den Kapitalismus zu erklären. Fehlanzeige. Den Begriff „Produktivkräfte“ habe ich nur einmal gezählt, „Produktionsverhältnisse“ keinmal, und den Widerspruch zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen, die sich nach der „bürgerlichen Revolution“ (keinmal) im „Gegensatz von Lohnarbeit und Kapital“ entfalten, ebenfalls keinmal. Ulrike Herrmann schafft es, eine Kapitalismus-Analyse zu schreiben, die negative Assoziationen durch einen historisch vorbelasteten Begriffsapparat vermeidet. Dennoch kommt sie zu dem gleichen Ergebnis wie die großen Klassiker der Kapitalismuskritik, nämlich dass dieses System weder mit den menschlichen Vorstellungen von Arbeits- und Konsumethik kompatibel ist noch mit den endlichen Ressourcen unseres Planeten. Die marxistische Notwendigkeit vom Übergang zum Sozialismus jedoch kommt als Resümee nicht vor. Die Zukunft bleibt im Ungefähren: „Es wird sich ein neues System herausbilden, das heute noch nicht zu erkennen ist.“ Der gesamte Komplex alternativer Produktions- und Konsumtionsformen, und damit auch anderer Sozialformen, bleibt außen vor.
Dennoch ist das Buch ein Gewinn, weil es die aktuellen Probleme wie Finanz- und Eurokrise sehr verständlich erklärt und wirtschaftspolitische Konsequenzen aufzeigt, die dramatische Krisen vermeiden könnten. Auch finden sich Vorschläge für wirksame Reformen innerhalb des Kapitalismus (verringerte Arbeitszeiten, höhere Mindestlöhne etc.) , die schon lange in den Wahlprogrammen diverser sozialistischer Parteien propagiert werden.
Das alles ist unterhaltsam geschrieben und überaus lehrreich, setzt kein Studium der Wirtschaftswissenschaften voraus und bereichert zudem noch das historische Wissen der Leser/innen. Hinsichtlich des politischen Nutzwertes bietet Ulrike Herrmann wesentlich mehr als die unendliche Zahl von Crashtheoretikern oder Börsenschlaumeiern, deren Bücher kaum bei der politischen Orientierung helfen.
Hätte sie sich der großen Frage nach einem alternativen Wirtschaftssystem wenigstens in Ansätzen gestellt, durchaus unter Verwendung des entsprechenden Vokabulars, hätte ich fünf Sterne gegeben. Aber vier Sterne sind ja auch nicht schlecht.
Juni 2014
Bernd H. Schoeps, Bochum
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