Jeans Store Hier klicken Neuerscheinungen Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More 8in1 Promotion Hier klicken Fire Shop Kindle WalkingOnCars Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
11
4,0 von 5 Sternen
5 Sterne
8
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
1
1 Stern
2
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:14,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 30. Oktober 2012
Ein meiner Lehrer vertrat die These, unsere Gesellschaft entwickle sich in Schritten: drei Schritte vorwärts und zwei zurück.

Betrachtet man die jüngere Geschichte unseres Landes, dann spricht vieles für diese These. Mit der Ratifizierung des Grundgesetzes schritt man 1949 in der jungen Bundesrepublik Deutschland verglichen mit der Barbarei, Unmenschlichkeit und dem Terrorregime des Dritten Reiches zweifelsohne drei Schritte vorwärts.

Die NSDAP, die sogenannte "Machtergreifung" 1933, die Diktatur Adolf Hitlers und der Zweite Weltkrieg sind aber nicht vom Himmel gefallen. Mit dem Grundgesetz und vor allem der Sozialstaatsklausel zog man auch die ökonomischen und sozial(staatlich)en Lehren sowie rechtlichen Konsequenzen aus einer gescheiterten freiheitlichen Demokratie, der Weimarer Republik.

Betrachtet man die Entwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte, dann muss man bei Lichte besehen feststellen, dass wir schon seit geraumer Zeit wieder den Rückwärtsgang eingelegt haben, wenn es um Demokratie, bürgerliche Freiheitsrechte, Menschenwürde, Chancengleichheit, soziale Gerechtigkeit und die Verteilung des Wohlstandes bzw. die Teilhabe der Bürger am Ergebnis des Wirtschaftswachstum geht.

Bei immer mehr Bürgern verdichtet sich die Erkenntnis, unsere real existierende Demokratie dient vor allem den Reichen und Superreichen: Gewinne in Milliardenhöhe werden privatisiert, Verluste in Milliardenhöhe auf die Allgemeinheit verteilt (Stichwort: "notleidende Banken"). Unsere Demokratie hat sich schleichend zu einer Plutokratie und zu einer Diktatur des Kapitals entwickelt. Wir sitzen in Deutschland schon lange nicht mehr in einem Boot. Die einen werden immer noch freier bzw. leistungsfähiger, die anderen immer unfreier. Und wie in der Weimarer Republik gibt es inzwischen nicht nur (Neo-)Nazis und Rechtsextreme, die auch noch Beifall klatschen, wenn Sozialdarwinisten und Rassisten wieder aus ihren Löchern kriechen und die Opfer dieser neoliberalen Politik von den Tätern zu Sündenböcken gemacht machen. Ausgerechnet die demokratische Partei, die nach dem Zweiten Weltkrieg einmal angetreten war, die Interessen der arbeitenden Bevölkerung, der Arbeitslosen, Gastarbeiter, Rentner und sogenannten kleinen Leute gegen die Interessen des Kapitals zu vertreten, ist zu einer weiteren Partei des großen Geldes mutiert.

Im Kapitel 6 (Seite 125) schreiben die Autoren: „Die Demokratie, sprich die Herrschaft des Volkes, lebt von einer funktionierenden Öffentlichkeit, von Menschen in Politik, Medien, Wissenschaft, die hinter die Fassaden blicken und aufklären. Die Demokratie lebt vom Austausch der Meinungen, auf dass die besten Lösungen für die anstehenden Probleme gefunden werden können.“

Dass es wirtschaftliche, soziale und auch ökologische Probleme gibt, ist unbestritten. Es sei denn, man gehört zu den Schönrednern in Deutschland, die alles verharmlosen und beschwichtigen wollen (Stichworte: Aufschwung XXL, "Jobwunder") oder mit Totschlagargumenten relativieren. Spekulationsblasen, Finanz- und Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Links- und Rechtsextremismus, Altersarmut usw. fallen nicht vom Himmel. Die Behauptung, ausgerechnet die Politik, die zu diesen Problemen geführt hat, wäre auch nun auch noch „alternativlos“, wie dies unter anderem unsere derzeitige Kanzlerin, Frau Dr. Merkel, macht, ist daher nicht nur eine Frechheit, sondern eine Verdummung des Volkes. Volksverdummung aber ist ebenso wie die Bestechung der Volksvertreter im Gegensatz zum Hoch- bzw. Landesverrat in Deutschland bislang weder ein strafbarer Tatbestand noch in anderer Weise justiziabel.

Man kann darüber streiten, ob der bekannte Physiker und Nobelpreisträger Albert Einstein ein „Jahrhundert-Genie“ war. Andererseits hat bislang noch niemand, der sich selbst als halbwegs intelligent bezeichnet, behauptet, er wäre ein dummer Mensch gewesen. Dieser Albert Einstein hat neben vielen anderen klugen Sätzen einmal gesagt: "Probleme lassen sich nicht mit den Denkweisen lösen, die zu ihnen geführt haben."

Nun besitzen zweifelsohne nicht alle Menschen die Intelligenz eines Albert Einstein. Diesen Menschen kann man schwerlich vorwerfen, dass sie es selbst nicht merken, wenn sie hinters Licht geführt werden. Menschen, die zur "Elite" gehören oder sich selbst zur Elite unseres Landes zählen, aber andere für dumm verkaufen, wissen in der Regel allerdings ganz genau, was sie tun. Es sei denn, sie sind betriebsblind, haben einen Tunnelblick und/oder jeglichen Bezug zur Realität verloren. Auf Seite 202 schreibt der Co-Autor Jens Berger: „Das politische Deutschland trägt Scheuklappen, es bewegt sich in einer rosaroten Parallelwelt, in der die Sorgen und Nöte eines großen Teils der Bevölkerung nicht mehr vorkommen oder schlimmer noch als selbstverschuldet abgetan werden.“

Jeder, der aus unserer Demokratie eine "marktkonforme Gesellschaft" macht oder machen will wie unsere derzeitige Bundeskanzlerin, hat entweder von Tuten und Blasen keine Ahnung, geschweige denn von Volkswirtschaft, oder er bzw. sie steht nicht mehr auf dem Boden unseres Grundgesetzes.

Die real existierende Marktwirtschaft ist weder demokratisch noch sozial. Den Märkten ist es nämlich vollkommen egal, ob die Bürger eine bezahlbare Wohnung finden und Börsenzocker gleichzeitig mit Milliarden auf steigende Immobilienpreise spekulieren. Den Märkten ist es egal, ob sich Rentnerinnen, die ihre Rente mit Grundsicherung aufstocken müssen, obwohl sie ein Leben lang hart gearbeitet haben, das Futter für ihren Hund vom Mund absparen, weil die meisten unserer sogenannten Volksvertreter dies als „Luxus“ betrachten und im Regelsatz dafür kein Geld vorgesehen haben. Den Märkten ist es egal, ob sich ein Arbeitsloser auf einem Hochsitz langsam zu Tode hungert und im Fernsehen zig Millionen Euro für teure Werbespots ausgegeben werden, denen zufolge man nur einen bestimmen Schokoriegel usw. essen muss und alles wird gut. Den Märkten ist es egal, ob die Bürger, denen keine Millionen oder Milliarden in die Wiege gelegt wurde, einen sicheren Arbeitsplatz haben und dauerhaft über ein Einkommen verfügen, mit dem sie zum Beispiel die Kreditraten für das Auto oder Eigenheim bezahlen können, und Bonusbanker selbst dann mehrere Millionen im Jahr kassieren, wenn sie sich an den Finanzmärkten verspekulieren und dadurch viele Arbeitsplätze vernichtet werden.

"Sozialstaat ist mehr als Sozialtransfer" schreiben die Autoren auf Seite 119 und soziale Marktwirtschaft mehr als das tumbe Geschwafel "Bei uns muss niemand verhungern."

Wo sind die progressiven Denker und aufgeklärten Journalisten, die hinter diese Floskeln, die uns jeden Tag von Politikern, Kommentatoren selbsternannter “Qualitätsmedien“ und bezahlten Interessenvertretern großer Konzerne und Banken vorgesetzt werden, hinterfragen und zum Platzen bringen? Wo ist der Aufschrei der Bildungsbürger, wenn es um die Privatisierung von Schulen und Hochschulen zum Zwecke der Dividendenausschüttung an die Kapitaleigentümer geht? Wo sind die Lehrer, für die ihr Beruf nicht nur eine Einkommensquelle darstellt und Bildung eine Ware, die man auf einem Internat in der Schweiz kaufen kann, wenn die Eltern über genügend finanzielle Mittel verfügen? Wo sind die aufrechten Wissenschaftler, die sich nicht für ein paar Silberlinge korrumpieren lassen und Gefälligkeitsgutachten für unsere neoliberale Regierung erstellen wie z. B. der bekannte Professor Bernd R. von der Universität Freiburg? Wo sind die Unternehmer, denen im Gegensatz zu den meisten Managern mit ihrem betriebswirtschaftlichem Tunnelblick wissen, dass Löhne nicht nur Kosten sind, sondern volkswirtschaftlich auch Nachfrage. Wo sind die Liberalen, die unter „Freiheit" nicht nur die Freiheit der Märkte bzw. die Freiheit der Superreichen verstehen? Wo sind die christlichen Konservativen, die begreifen, dass sie mit ihrer neoliberalen "Sparpolitik" schon einmal eine freiheitliche Demokratie an die Wand gefahren haben? Wo sind die Demokraten, die sich nicht wie in der Weimarer Republik hinter der fatalistischen Ausrede verschanzen: "Gegen die da oben kann man sowieso nichts machen"? Genau das ist es nämlich, was die herrschende Nomenklatura, ihre politischen Helfer und medialen Handlanger den Bürgern heute ständig einreden wollen.

Es gibt zwar immer mehr Demokraten, die die Denkfehler, gezielten Tricksereien und bewussten Manipulationsversuche der Regierung und öffentlichen Meinungsmacher durchschauen, aber es sind immer noch nicht genug.

Man muss letztlich auch nicht immer und alle Schlussfolgerungen der Autoren im Detail teilen. Nichtsdestoweniger bietet das vorliegende Jahrbuch wieder eine Fülle schlagkräftiger (Gegen-)Argumente, wenn es um die sogenannte "Reform" des Sozialstaats, Deregulierung, Flexibilisierung, Niedriglöhne, die Umdeklarierung der Bankenkrise zur "Staatsschuldenkrise", die Mogelpackungen Riester-Rente und "Pflege-Bahr", das Statistische Bundes(beschönigungs)amt, die Profiteure der Inflationsangst, die steuerliche Privilegierung von Kapitaleinkünften, den Hochfrequenzhandel an den Börsen, die obszöne Vermögenskonzentration und vieles andere mehr geht.

In diesem Sinne: Werden auch Sie zum Nachdenker.
44 Kommentare| 27 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Dezember 2012
Die Nachdenkseiten.de sind DER politische, tagesaktuelle Blog den man um nichts in der Welt verpassen darf. Seit einigen Jahren werden nun die Jahrbücher herausgegeben, absolut lohnenswert, um den ganzen Wahnsinn der BRD nochmal Revue passieren zu lassen, da merkt man mal, wie viel man eigentlich vom Politikerversagen und Meinungsmanipulation von Bertelsmann, INSM und Co schon wieder verdrängt hat. Eine unverzichtbare Dokumentation des Untergangs der Demokratie, für die Enkel im Sklavenstand.......
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. November 2012
Über den Inhalt des Buches und den Wert der "Nachdenkseiten" haben andere Rezensenten - wie Artikel 20 Grundgesetz, dessen Texte auf Amazon ich immer wieder gerne lese - bereits viel geschrieben. Das vorliegende Jahrbuch fasst die wichtigsten redaktionnellen Texte der NDS nochmals zusammen. Dabei sind die Artikel von hoher Qualität, nie versimpelt und nicht verschwörungstheoretisch, sondern sie basieren auf Fakten, Statistiken und - wie der Name der Seite es schon sagt - der Fähigkeit zum kritischen Nachdenken.

Damit ist das Buch für mich schon fast zu einem Klassiker geworden, und seine jährliche Neuauflage wandert regelmäßig in den Geschenkestapel von Personen, die hierfür empfänglich sind. Ich kaufe es aber auch für mich selber, da ich so die Arbeit der NDS nochmals finanziell unterstützen möchte - obwohl ich viele Texte und deren Aussagen bereits kenne.

Nun, vielleicht doch ein paar Anmerkungen zum Inhalt. Wer gerne in einfachen Kategorien denkt, dem sei gesagt, das die NDS wahrscheinlich eher als "links" einzuordnen wären. Sie beschäftigen sich kritisch mit den zahllosen politischen Entscheidungen und Denkrichtungen, die uns heutzutage als "alternativlos" und absolut wahr verkauft werden, sei es die "demographische Bombe", die Senkung der Lohnnebenkosten, die Sparpolitik in Europa.

Die Autoren gehen aber auch regelmäßig auf die Mechanismen ein, die das gesellschaftliche Meinungsbild zementieren - so werden vermeintliche "Experten" in Rentenfragen als Vertreter der Versicherungsbranche entlarvt, und das Peer Steinbrück eine gut bezahlte Marionette der Finanzindustrie ist und mit seinen Entscheidungen maßgeblich zur Deregulierung eben dieser Branche in Deutschland beigetragen hat, wussten Leser der Nachdenkseiten schon, als der Mann im SPIEGEL noch auf die Titelseite gehypt wurde.

Die Nachdenkseiten sind aber nicht nur eine wirtschaftspolitische Seite, sie gehen auch auf Friedenspolitik (z.B. den Syrien-Konflikt) oder Bildungspolitik ein. Dabei bleiben die Autoren immer streitbar, sie suchen die Diskussion - das gelegentlich auch mal provokativ - und verweigern sich vermeintlich bequemen Lösungen wie z.B. dem bedingungslosen Grundgehalt oder einem generellen Schuldenschnitt für die Eurozone. Sie bleiben im Dialog mit ihrer Leserschaft, deren Kommentare und Anregung auch veröffentlicht werden.

Zusammengefasst: wer sich für Politik interessiert, dabei - wie ich bereits im Vorjahr anmerkte - keine Scheuklappen aufhat, wer das Gefühl bekommt, das die Jubelmeldungen über sprudelnde Steuereinnahmen, Riesenwachstum oder fallende Arbeitslosigkeit in krassem Gegensatz zu seiner persönlichen Wahrnehmung seines Umfeldes sind, wer die Diskussion und den anregenden Meinungsaustausch mag, dem seien die "Nachdenkseiten" und das rezensierte Jahrbuch absolut ans Herz gelegt.

Dennoch möchte ich eine kurze Kritik an der Seite äußern. Je mehr ich mich mit der aktuellen Wirtschaftlage beschäftige - ich empfehle z.B. Bücher und Texte des leider verstorbenen Robert Kurz - desto mehr drängt sich mir die Schlussfolgerung auf, das wir es mit dem "Neoliberalismus" aktueller Prägung nicht mit einem Auswuchs eines ansonsten funktionierenden marktwirtschaftlichen Systems zu tun haben, sondern mit der Endstrecke einer bereits Ende der 70er - das von den Autoren gerne zitierte "goldene Jahrzehnt" der sozialen Marktwirtschaft - vollkommen überdrehten Spirale. Der Kapitalismus scheitert an dem Widerspruch zwischen Profitmehrung durch Senkung der Arbeitskosten einerseits - und (ein mit zunehmender gesellschaftlicher Saturierung und sinkenden Einkommen nicht mehr suffizienter) Konsum als Basis des Profits andererseits. Dieses Paradoxon wird mit diversen Gegenmitteln bekämpft - weltweit mit dem Glauben an ein "Trickle Down" (steigende Spitzeneinkommen als Allheilmittel, ergo Steuersenkungen etc,) in den USA mit einer Geld- und Kreditschwemme, in Deutschland mit aggressivster Exportpolitik - so daß der Patient nochmals bis ins Jahre 2000 ein wenig schnappte, um dann in seine finalen "Krisenjahrzehnte" einzutreten.

Die Autoren der NDS erwecken gelegentlich den Eindruck, das durch eine Rückkehr zur sicherlich vernünftigeren Politik der 70er Jahre - mehr Staat, mehr Umverteilung, kräftig steigende Löhne, entsprechend den Produktivitätszuwächsen - eine Wiederbelebung des toten Leibes "Kapital" nochmals möglich ist. Daran zweifle ich. Das System ist an dem durch seine inneren Konstruktionsfehler bedingten Ende angekommen, Vermögenskonzentration, Verschuldung und Finanzwahnsinn sind nur Symptome. Ergo müsste man sich mehr Gedanken darüber machen, was eigentlich Alternativen zu einem konsum- und wachstumsabhängigen System sind. Dies passiert auf den Nachdenkseiten zuwenig, vielmehr wird gerne die "goldene Vergangenheit" beschworen.

Es ist eine milde Kritik und ändert nichts an meinen 5 Sternen, aber ich würde mir aber mehr Mut zur Alternative (ohne dabei in esoterisch-verschwörungstheoretischen Blödsinn zu verfallen) und mehr Texte zu solchen Ideen und vielleicht zu einer - wenn man sie so nennen will - "Postwachstumsökonomie" wünschen. Diesen Überlegungen, die meiner Meinung nach notwendig sind, verweigern sich die Autoren - noch.
0Kommentar| 13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Oktober 2012
Dieses Jahrbuch ist wiedereinmal ein Segen für alle, die Zusammenhänge politischen Handelns verstehen wollen und sich deshalb nicht verlassen wollen auf Behauptungen unserer Politiker, auf Nachrichten unserer öffentlich rechtlichen Sender oder gar Meinungsmache a la BILD. Im Klappentext steht: NachDenkSeiten-das kritische Jahrbuch...ist eine Anlaufstelle für alle, die sich über gesellschaftliche, ökonomische und politische Probleme unserer Zeit Gedanken machen...leuchtet hinter die interessengebundenen Kampagnen der öffentlichen Meinungsbeeinflussung...deckt Denkfehler, kollektive Vorurteile und systematisch betriebene Manipulationen auf. Dem kann ich nur zustimmen.
Fakten zur Eurokrise als "Folge der Konstruktionsfehler der Währungsunion" in Verbindung "mit dem Fehlen einer koordinierten Wirtschafts-, Finanz- und Währungspolitik" werden so beschrieben, dass es auch der Otto-Normal-Leser nachvollziehen und verstehen kann. An Hand von Zahlen wird belegt, dass die Finanzkrise Deutschland zwar eine geringfügig höhere Gesamtverschuldung, aber auf Grund der gefallenen Zinsen sogar zu einer Reduzierung der Kosten für die Verschuldung geführt hat. In den Folgekapiteln geht es um die eigentlichen Krisengewinner, um den Schaden für den Sozialstaat und um die Frage "Wo bleibt die kritische Öffentlichkeit"
In diesem Sinne: dieses Buch kaufen und sich einmischen beim Erhalt der Demokratie in unserem Land.
0Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Januar 2013
„Für alle, die sich noch eigene Gedanken machen“ haben die beiden Betreiber des Blogs „NachDenkSeiten“, Albrecht Müller und Wolfgang Lieb, die wichtigsten Beiträge des vergangenen Jahres hier in einem Jahrbuch nachgedruckt. Der Politikwissenschaftler Christoph Butterwege aus Köln fasst in seinem Vorwort den Wert dieses Buches zutreffend zusammen:
„Übersichtlich strukturiert und nach Themenbereichen gebündelt lässt sich eine kritische Chronik der Fehlentwicklungen des vergangenen Jahres in Ruhe nachlesen. Hier wird auch fündig, wer sich nicht auf Suchmaschinen (allein) verlassen und nicht endlos durch Texte scrollen möchte.“

Seinen Wunsch, die Informationen und die kritischen Positionen des Buches mögen die Debatte um die Zukunft von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft befruchten, kann ich mich nur anschließen.

Ich selbst habe diesen kritischen Blog erst durch dieses Buch kennengelernt und habe ihn danach sofort auf die Liste der Favoriten gesetzt, die ich täglich verfolge:[...]
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Juli 2015
Es klingt spannend, kritische Stimmen zur Berichterstattung zu lesen. Klingt. Klang.
Der Aufbau und manchmal auch die Schreibweise sind leider nicht zu unterscheiden von den inhaltlich völlig abstrusen Büchern mit ähnlichen Titeln (Ulkotte und Konsorten). Dafür ist die Faktenlage hier wengiger konstruiert (soweit ich das beurteilen kann). Nichtsdestotrotz bleiben zwei Dinge bei mir hängen:
Skip it. Die Überschriften geben meist schon den Großteil der Informationen der mir zu langen Kapitel an. knappere Darstellung und Ausweitung der Themenpalette mehr hin zum Poitischen statt Wirtschaftlichen hätte mich mehr erfüllt. Da kann man auch gern anderer meinung sein.
No blame. Unterschwellig fühle ich mich gedrängt, in den unsäglichen Kategorisierungen Wahr(wir)-Falsch(Presse) zu denken. Aussenseiter gegen System, nur eben nicht aus der Volksverdummungsecke wie 2015 aktuell sondern aus einer etwas verstaubten Sozialdemokratischen(?). Dieses Schwarzweißdenken zu fördern ist mir zuwider.

Daher leider keine Empfehlung.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Dezember 2012
Die Bücher lesen, die nachdenkseiten.de konsultieren und nachdenken - dann kann es noch Hoffnung geben für unsere Gesellschaft. Gerade als gesundes Kontrastprogramm zu den sogenannten "Leitmedien" kann ich das Buch bzw. alle Bücher von Müller/Lieb sehr empfehlen.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Oktober 2012
Kenner der kostenlosen Nachdenkseiten im Internet werden wissen, dass sich die Nachdenkseiten durchaus kritisch mit Bundestags-Parteien wie CDU/CSU, SPD, Grünen und FDP auseinandersetzen, was ja auch sein Gutes hat.

Bei CDU und FDP heißt das Programm doch Niedriglöhne, hohe Zinsen für Staatsanleihen (wodurch vor allem Banken profitieren), Studiengebühren, Kopfpauschale und Privatisierung in Gesundheits- und Pflegeversicherung sowie durch den Staat gewährte Profite für Jene, die die Krise verursacht haben. Kein sehr soziales Programm und die Probleme der Zukunft wie Inflation, Staatsverschuldung und Staatsbankrotte werden deutlich für nächste Generationen - wenn nicht schon für diese - angestaut.

Und mit dem Ausland, so auch mit Russland, ließe sich so viel besser die internationale Isolation Deutschlands, für die Bundeskanzlerin Angela Merkel steht, überwinden. Die deutsche Außenpolitik führt zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen (siehe Griechenland) und zwingt ganz Europa einen Sparkurs auf, der zu wirtschaftlichem Niedergang und undemokratischem Machtzuwachs an die EU oder die Europäische Zentralbank führt. Deutschland steht nur so gut da, weil die deutschen Arbeiterinnen und Arbeiter über 15 Jahre hinweg Reallohnverluste hingenommen haben und das ausländische und deutsche Kapital in den immerhin noch sicheren Hafen Deutschland zurückkommt. Wo profitiert denn Deutschland von der EU, wenn es außer einigen Arbeitsplätzen kaum Lohnzuwachs verzeichnet. Die, die laut Hans-Werner Sinn (siehe Buch "Die Target-Falle", Seiten 62 und 68) profitieren, sind Großunternehmer und das Kapital.

Arbeiter in Deutschland, vereinigt Euch!

-------

Das Voigt'sche Theorem :-)

In der deutschen Öffentlichkeit ist man oft der Meinung, dass Deutschland bei einem Griechenland-Austritt aus dem Euro Geld verlieren würde. Komischerweise sagt man auch (und das nicht zuletzt in Griechenland), dass Griechenland bei einem Austritt aus dem Euro-Raum Geld verlieren würde. Dies unter anderem, weil beim Umstieg auf eine neue Drachme Griechenlands Schulden weiter in Euro lauten würden. Da beides wahr zu sein scheint, wird die Wahrheit wohl wieder einmal in der Mitte zu finden sein.

Die Euro-Zone und Griechenland könnten sich nach Hans-Werner Sinn so einigen, dass griechische Euro-Schulden weiter in Drachme lauten würden. Das käme einem Schuldenschnitt gleich, der sowieso geplant ist. Nur der Umstieg auf die Drachme könnte Griechenlands Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig machen, mehr Exporte, weniger Importe zulassen. So ließen sich die griechischen Restschulden besser zurückzahlen als im Falle weiterer Sozialkürzungen, auch Sparen genannt.

Ob nun Guthaben oder Schulden, ob Forderungen oder Verbindlichkeiten, immer wird es einen möglichen Mittelweg bezüglich der Finanzen nach einem Euro-Austritt Griechenlands geben. Die Frage ist nur, ob dies politisch gewollt ist. Besonders die Banken und andere Finanzanleger profitieren derzeit von den hohen Zinsen für Staatsanleihen in den Krisenländern.

Es besteht kein Grund anzunehmen, dass Deutschland bei einem Griechenland-Austritt mehr bezahlen muss als für die Rettungsschirme für die anormal hohen Zinsen in den Krisenländern, von denen nur die privaten Finanzanleger profitieren. Die Deutschen behaupten, ihr Geld ginge nach Griechenland; die Griechen behaupten, ihr Geld ginge nach Deutschland. Beide haben Unrecht. Das Geld geht an private Finanzanleger.

Diese ihrem Marktrisiko auszusetzen, wäre nur angemessen. Falls bestimmte Unternehmen danach in Schieflage geraten sollten, kann man sie immer noch retten. Wie man die Target-Kredite und Target-Salden begleichen kann, wird von Hans-Werner Sinn im Buch Die "Die Target-Falle" beschrieben. Der Austritt Griechenlands aus dem Euro müsste den Banken und anderen Finanzanlegern nicht einmal schaden, sie würden nur weniger Geld mit griechischem und deutschem Steuergeld verdienen.

Der Mittelweg ist das Ziel und mein Theorem.

Die Widerlegung der Behauptung, dass deutsche Arbeitsnehmer vom Euro profitieren, findet man im Kommentar unter dieser Rezension. Seit mehr als 15 Jahren hat es in Deutschland Reallohnverluste gegeben...

Da Deutschland auch eine Importnation höchsten Ranges ist, wären bei einer Währungsaufwertung des Nord-Euro oder der neuen D-Mark nur wenig Konsequenzen zu befürchten, siehe dazu den Kommentar unter dieser Rezension.

Bitte weitersagen!

Herzliche Grüße und Vergelt's Gott
Euer Dominique
11 Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Juni 2013
Dieses Buch sollte man unbedingt lesen,ohne große Umschweife wird beschrieben was und wie es so abgeht in Politik und Wirtschaft,Hintergründe die sonst nirgends nach zulesen sind,ist auch nicht mit den Medien zu vergleichen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Juni 2013
NACH etwa 30 Seiten habe ich aufgehoert zu lesen:
Kein Wort zur Verschuldungsorgie der Politiker
Die Buerger profitieren von Der Inflation-mein Tipp: Schaut auf Eure Lebensverischerung und Eure Betriebsrente.
Bei der Diskussion der Zinslasten wird der Zeitraum geflissentlich so gewaehlt, dass unter den Tisch faellt, dass der Zinssatz der PIGS Staaten mittlerweile wiener so hoch ist, wie vor der EURO-Einfuehrung.
Dann die Behauptung, D haette vom Euro profiteer: Auch hier wird der Zeitraum wieder Argumentationsgerecht gewaehlt: Seit 2008 mag das stimmen, aber in der Anfangasphase gab es Investiotionsabfluesse aus D und 5 Millionen Arbeitslose. Im Uebrigen: Was habe ich davon, wenn sich Griechen deutsche Autos auf Pump kaufen und wir I'm Endeffekt via ESM dafuer selbst bezahlen?
Ein unertraegliches Machwerk von Pseudointellektuellen.
ICH muss zugeben-waere mir der Name Butterwege frueher aufgefallen: ich haette den Download nicht durchgefuehrt. Dessen geistige Flatulenzen kann man zur Genuege in der aktuellen Kamera bewundern.
33 Kommentare| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Benötigen sie kundenservice? Hier klicken