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am 4. August 2014
Klappentext:

"Das Vereinigte Europa im Jahr 2125 ist eine Welt der kompletten Überwachung. Alles geschieht nur zum Besten der Bürger, sagt Kyrias Mutter, eine hochrangige Politikerin des perfekt gesteuerten Systems „New Europe“. Doch die 17-jährige Kyria möchte endlich erfahren, wie es ist, sich frei zu fühlen. Als sie in Reb, einem jungen Rebellen aus dem Untergrund, einen Verbündeten findet, fliehen die beiden auf abenteuerliche Weise aus New Europe und gelangen in ein fernes Reservat. Dort haben sich die Menschen ein bäuerliches Leben wie in längst vergangenen Zeiten bewahrt. Aber schon bald sind die Verfolger Kyria und Reb auf der Spur. Und das ist nicht die einzige Gefahr, denn alle, die sich der Macht von New Europe entziehen, werden von künstlich ausgelösten Seuchen bedroht. Auch Kyria gerät in den Verdacht, die friedliebenden Menschen des Reservats mit einer Masernepidemie vernichten zu wollen. Zum Glück hat sie Freunde an ihrer Seite – und einen jungen Rebellen, der ihr Herz berührt ..."

Gestaltung:

Ich liebe dieses Cover! Es ist einfach wunderschön und auch die Gestaltung unter dem Schutzumschlag ist genial! Die Farben sind einfach stimmig und passen zueinander. Der Wald, die Hütte mit dem Steg und der Titel, alles wirkt so stimmig.

Meine Meinung:

Wenn doch nur auch die Handlung und Geschichte so stimmig wäre wie das Cover! Die Protagonistin Kyria ist das erste Übel dieser Geschichte. Sie ist einfach nur unreif, arrogant und überaus nervig. Ständig hat sie etwas oder irgendwas passt ihr nicht und das tut sie dann auch lauthals kund. Sie ist unreif, zickig und ich empfand sie einfach als anstrengend. Und dann wird „Kyria und Reb“ auch noch aus ihrer Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Manchmal war ich wirklich kurz davor, mir die Haare zu raufen. Natürlich verstehe ich, dass sie sich so verhält, da sie in ihrer hochfeinen Adelswelt aufgewachsen ist und immer nur mit allergrößter Vorsicht behandelt wurde, aber dennoch sollte sie doch irgendwie eine besondere Eigenschaft an sich haben oder eventuell einen Funken Natürlichkeit.

Dann traf Kyria auf Reb, den Rebellen (allein schon der Name stimmt mich hier skeptisch) oder wie ich ihn auch gerne nannte: den großkotzigen, ungehobelten Wilden ohne Manieren. Er war genauso anstrengend und nervig wie Kyria und stand ihr somit in nichts nach. Die Charaktere waren mir einfach unsympathisch und es war anstrengend, ihnen bei ihrer Reise zu folgen.

Der Titel „Kyria und Reb – Bis ans Ende der Welt“ hat bei mir vielleicht auch falsche Erwartungen geweckt. Ich meine „Bis ans Ende der Welt“, alleine schon dieser Untertitel klingt nach Spannung, Dramatik, packender Handlung, eventuellen Kämpfen, Konflikten und noch so vielem mehr, was ein guter Roman haben sollte. ABER auf Spannung und all den Rest habe ich vergeblich gewartet! Wo waren bitte meine Kämpfe, meine Dramatik, die Konflikte? Das was ich vorgefunden habe, waren alle mal seichte Meinungsverschiedenheiten, die größtenteils von den Protagonisten ausdiskutiert (!) wurden. Es war stellenweise wirklich sehr langatmig und Spannung kam nur wenig auf.

Dabei war die Grundidee, der Weltentwurf und die Handlung durchaus nett erdacht, aber einfach nicht gut ausgestaltet und umgesetzt. Auch die Liebesbeziehung zwischen Kyria und Reb hat mich nicht besonders berührt. Sie verstehen sich nicht, mögen sich anfangs nicht und am Ende lieben sie sich dann doch. Das konnte man schon nach dem ersten Aufeinandertreffen der beiden vorhersagen.

Besonders schlimm empfand ich jedoch die Zeichensetzungs- und Rechtschreibfehler. Hätte ich sie gezählt und alle aufgeschrieben, wer weiß, wie viele Seiten ich dann voll gekriegt hätte? Teilweise war das so schlimm, dass mich das im Lesefluss behindert hat. Für diese Fehler kann es nur zwei plausible Erklärungen geben: Entweder der Lektor war blind oder ein Lektor war zu kostspielig und wurde gar nicht erst bemüht! Da hätte man doch vielleicht besser ein Auge drauf geworfen, damit so viele Fehler einfach nicht auftreten.

Fazit:

Anstrengende, unsympathische Charaktere, eine Geschichte, die Potenzial hat, das nicht genutzt wird und langatmige Handlung – das sind die Aspekte, die mir von „Kyria und Reb – Bis ans Ende der Welt“ im Gedächtnis geblieben sind. Der Untertitel, der so viel verspricht, weckt falsche Hoffnungen und Erwartungen, da nichts von den im Untertitel steckenden impliziten Versprechungen erfüllt wird. Einzig die schöne Aufmachung des Buches und die eigentlich gute Grundidee verhelfen diesem Roman noch zu 2 Sternen.

2 von 5 Sternen!
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am 29. Februar 2012
Meine Meinung:

Top oder Flop - die Frage, die ich mir seit Beenden des Buches stelle ...

Natürlich ist das Cover top! Es ist passend gewählt (Titel inklusive) und hat zu dem auch etwas mit dem Inhalt zu tun. So kann man die kleinen Häuser im Hintergrund als das Reservat sehen, das die meiste Zeit Kyrias Ziel ist. Es ist von Bäumen umgeben, mitten im Wald wo es keine zwanghafte Überwachung von jedem Einzelnen gibt.

»Einige von uns bewirtschaften ihn«, erklärte Reb, als ich darauf hinwies. »Holz zum Heizen, um Möbel daraus zu zimmern, um Tunnel abzustützen und so weiter. Manche sammeln auch Beeren, Nüsse und Pilze oder jagen. Es gibt ziemlich viel Wild hier. Wir sind nicht abhängig von der staatlichen Fürsorge.« [S.103]

Ganz klar positiv ist außerdem der allgemeine Inhalt. Die Idee, eine sozusagen vollkommen neue Welt zu erschaffen, in der nicht nur Überwachung sondern auch Lug und Trug an der Tagesordnung stehen, ist im Grunde vielleicht nicht mehr ganz neu - doch die Umsetzung dafür umso mehr! Dementsprechend gut hat mir die Inhaltsangabe gefallen.

Als weiteren Pluspunkt kann ich den Schreibstil der Autorin nennen. Das Buch ist aus der Sicht von Kyria geschrieben (in der Ich-Form) und ab und zu sind ihre Gedanken durch kurze, knappe Sätze beschrieben, die trotzdem alles beinhalten, das man wissen muss.

Die Gespräche - oder sollte ich lieber sagen Zankereien? - zwischen den beiden Protagonisten, Kyria und Reb, haben mich persönlich oftmals zum Schmunzeln gebracht. Reb ist eben (ganz seinem Namen nach) ein Rebell, der sich nicht zähmen lässt. Er ist eigenwillig und dickköpfig, und gerade diese Punkten haben mich an ihm fasziniert. Es wurde nie wirklich langweilig, etwas über ihn zu lesen oder mehr über ihn zu erfahren.

Leider kann ich das jedoch nicht von Kyria behaupten. Womit ich bei den eher negativen Punkte wäre. Kyria ist während der ersten Hälfte des Buches genau so, wie sie sich selbst oft beschreibt: weltfremd und doof. Beim Lesen wirkte sie auf mich naiv und unsympathisch. Wobei ich glaube, dass das in dem Fall eher an ihrer Unwissenheit lag, als an allem anderen. Trotz dessen musste ich mich bis zur Hälfte mit Kyria herumschlagen und war einmal kurz davor, einfach abzubrechen.

Glücklicherweise bekommt ihr Charakter ab der zweiten Hälfte immer mehr Tiefgang. Sie lernt dazu und ist am Ende nicht mehr unreif sondern ein erfahrenes Mädchen.

Fazit:
Die ersten 150 Seiten waren meiner Meinung nach recht zäh und plätscherten nur so vor sich hin. Vereinzelt haben Textpassagen sich sehr gezogen, weswegen das Lesen ebenfalls länger gedauert hat. Doch nachdem dieser Teil überstanden war, konnte ich das Lesen genießen und warte nun gespannt auf eine Fortsetzung. 3 / 5 Punkte
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am 10. November 2012
Der Inhalt:

Karya, die Tochter einer hochrangige Politikerin, lebt im Vereinigte Europa im Jahr 2125. Dies ist eine Welt der kompletten Überwachung und alles geschieht nur zum Besten der Bürger. Jeder trägt ein Armband auf dem seine Daten abgespeichert sind und die überall abgerufen werden können. Als sie eines Tages den Rebellen Reb kennenlernt, möchte Kyria endlich erfahren, wie es ist, sich frei zu fühlen. Die beiden fliehen in den Untergrund und machen sich auf den Weg in ein fernes Reservat. Dort haben sich die Menschen ein bäuerliches Leben wie in längst vergangenen Zeiten bewahrt. Aber schon bald sind die Verfolger Kyria und Reb auf der Spur. Aber das ist nicht die einzige Gefahr, denn alle, die sich der Macht von New Europe entziehen, werden von künstlich ausgelösten Seuchen bedroht. Auch Kyria gerät in den Verdacht, die friedliebenden Menschen des Reservats mit einer Masernepidemie vernichten zu wollen. Zum Glück hat sie Freunde an ihrer Seite – und einen jungen Rebellen, der ihr Herz berührt

Das Cover:

Das Cover finde ich wirklich wunderschön. Es ist schlicht, farbenfroh und wirkt etwas verspielt. Aber auch ohne den Schutzumschlag macht das Buch eine gute Figur, den das Motiv ist auch auf dem Bucheinband abgebildet. Dieses Cover ist für mich ein absolutes Highlight und ist ein richtiger Blickfang im Bücherregal.

Der erste Satz:

Über den großen Wandbildschirm liefen im Halbdunkel schreiende Menschen.

Meine Meinung:

Die Geschichte spielt in der Zukunft im Jahr 2125. Nach einer Massenepedemie bei der ein Großteil der Menschen ums Leben gekommen sind, regieren nur hier die Frauen um den Rest der Menschheit vor weiteren Katastrophen zu bewahren. Männer haben in dieser Welt nichts zu sagen und müssen sich gezwungener Maßen unterordnen und sind für den Haushalt und niedere Tätigkeiten zuständig.

Kyria ist die Tochter einer hochrangige Politikerin und leidet an einen Gendefekt, der ihr bald das Leben nehmen soll. Die letzten paar Wochen die sie noch zu leben hat, möchte sie in einem Reservat bei ihrer Freundin Hazel verbringen. Ihre Mutter ist von dieser Idee leider nicht so angetan und als sie Reb kennen lernt, packt sie die Gelegenheit und flieht mit ihm. Auf ihrer Flucht muss Kyria allerdings feststellen, dass ihr Gendefekt gar nicht so tödlich ist, wie sie es immer dachte und anscheinend jemand in ihrem näheren Umkreis es auf sie abgesehen hat und sie töten wollte.

Reb lebt im Untergrund, nachdem ihm seine Mutter verstoßen hat. Er kämpft verbittert ums überleben und hat schon alle Hände voll damit zu tun. Als er dann Karya kennen lernt, ist er fasziniert von ihr. Sie setzt sich dafür ein das seine schwere Verletzungen behandelt werden und er wieder gesund wird. Danach flieht er mit ihr und sie begeben sich auf die Suche nach Hazel und Rebs Vater.

Die einzelnen Protagonisten in diesem Buch waren super beschrieben und mir zum größten teil sympatisch. Jeder einzelne war auf seine Art besonders und die Vielzahl der verschiedenen Protagonisten gibt diesem Buch erst das gewisse Extra.

Bis zum Ende der Welt ist der Auftakt einer Dystopischen Trilogie. Die Welt, die Andrea Schacht hier erschaffen hat, ist einzigartig und faszinierend zugleich. Zwar ist die Umgebung, eine Stadt in der alles geregelt ist umgeben von einer Mauer und die von der Außenwelt bedroht wird, nicht neu, aber die eigentliche Story des Buches macht sie erst richtig interessant. Auch die Liebesgeschichte der zwei Hauptprotagonisten ist anders. Hier wird nämlich komplett auf dieses kitschige und schnulzige Gehabe verzichtet und das macht die Geschichte nur noch besser. Die Beziehung der beiden entwickelt sich langsam und wirkt nicht überheblich oder aufgesetzt, wie man es aus anderen Büchern kennt.

Die Welt die die Autorin erschaffen hat konnte ich mir durch die bildliche und detaillierte Beschreibung sehr gut vorstellen und richtig darin eintauchen. Klasse fand ich das Leben im Reservat. Hier muss noch selbst angebaut und bewirtschaftet werden als in New Europe, wo alles fertig geliefert wird.

Der Schreibstil des Buches ist locker, jugendlich und fesselnd. Von der ersten Seite an, war ich mitten im geschehen und habe mit Karya und Reb mitgefiebert. Aufgelockert wird die Story durch die immer wieder kehrenden witzigen und lustigen Szenen die man zwischen Karya und Reb erleben durfte.

Sehr gut gefallen hat mir auch die Entwicklung von Karya. Anfangs war sie noch ein verängstigtes kleines Mädchen das annahm das es bald sterben würde. Mit der Zeit hat sie sich weiterentwickelt zu einer jungen Frau, die nicht nur Befehle erteilen kann, sondern auch kräftig mit anpacken kann und wissbegierig ist. Aber auch Reb entwickelt sich weiter. Ist er am Anfang noch der Junge der im Untergrund lebt und um sein Leben kämpft, fängt er langsam an sein Leben in die Hand zu nehmen, Verantwortung zu übernehmen und Erwachsen zu werden.

Das Ende des Buches wurde offen gehalten und der Cliffhanger macht neugierig auf Band 2. Ich hoffe nur das uns die Autorin hier nicht allzu lange darauf warten lässt.

Mein Fazit:

Bis zum Ende der Welt ist ein gelungener Auftakt einer Dystopischen Reihe. Die Protagonisten waren sympatisch, gut beschrieben und jeder auf seine Art besonders. Die Welt in die mich Andrea Schacht geführt hat, war bildlich und detailliert beschrieben und ich konnte sie mir richtig vorstellen. Nun warte ich gespannt auf Band 2 und vergebe für dieses klasse Buch 5 von 5 Sternen.
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am 24. Juli 2012
*
Oder ... Princess La Cabra & Ridder? ^_~

"Kyria & Reb - Bis ans Ende der Welt" ist der erste Band einer weiteren Trilogie/Reihe (?) von dystopischen Romanen für Jugendliche, welche aktuell in Mode gekommen sind.
Es ist das zweite Buch dieses Genres, welches ich von einem deutschen Autor gelesen habe. Zuerst dachte ich, es handle sich um einen Abklatsch von Cassia & Ky, doch nachdem ich das erste Kapitel probeweise gelesen habe, fand ich die Idee dieses sozialen Systems absolut unverbraucht und dadurch sehr interessant. Den Kauf habe ich nicht bereut.

Aber erstmal zu den Äusserlichkeiten.
Ich habe ein sehr kritisches Auge. Die Cover-Illustration ist sowohl hübsch anzuschauen als auch absolut nichtssagend. Eine Hütte im Wald. Hm. Fände ein Abbild des Paares besser ... oder wenn schon dieses Bild, dann mit einem Abbild der beiden Amulette von Kyria und Reb (anstelle doofer rosa Blüten, oben und unten) Mal ehrlich: Bei dem Cover hätte ich glatt auf eine Heimat-Kitsch-Romanze getippt. "Schön anzuschauen" ist nicht gleichbedeutend mit "passend zum Inhalt".
Ich vermisse auch eine Karte dieses neuen Europas. Karten dienen als Orientierungshilfe für den Leser. Diese bräuchte man hier dringend, denn die Abgrenzungen der Gebiete sind nicht aus dem Text ersichtlich. Was gehört alles zu NuYu, was zu den Reservaten? Das verwirrt ungemein. Eine Karte auf der Innenseite des Buchdeckels hätte dieses Problem schnell gelöst.

Nun zum Romaninhalt selber.
Europa, etwas mehr als hundert Jahre in der Zukunft - eine schöne neue Welt? Ich schildere sie mal ausführlicher (wen der Aufbau des Systems nicht vorausgreifend interessiert, der möge doch bitte bei ***** weiterlesen).
Die Menschheit ist nach einer vergangenen Pandemie gewaltig geschrumpft und noch nicht wieder gewachsen. New Europe - oder kurz NuYu - ist ein einziges Reich geworden, dessen Zentrum die Stadt La Capitale (ehemals Frankfurt am Main) ist. Die Städte sind auch geschrumpft, sodaß neue futuristische "Kerne" von einer "Schale" aus verfallenden Ruinen der alten Zeit umgeben sind. Das Reich ist aufgeteilt in Ortschaften, welche zum reichen NuYU-Bund gehören und jene Gebiete, welche zu den unabhängigen ärmeren Reservaten gehören.
Es gibt eine Gemeinsprache, welche ein Mischmasch aus deutsch, italienisch, französisch und englisch ist (wobei - je nach Region - der Schwerpunkt woanders liegt).
Die Gesellschaftsform ist vom Patriarchat zum Matriarchat gewechselt. D.h. es sind die Frauen, welche führende Rollen in allen Bereichen der Politik, Wirtschaft und Religion inne haben. Die Männer hingegen sind inzwischen seit Jahrzehnten (dank Einsatz spezieller hormoneller Medikamente) "ruhiggestellt" und den Frauen nunmehr untergeordnet. Dies geschah, weil man (frau) zu dem Schluss gekommen war, daß es die männliche Aggressivität gewesen sei, welche für die kriegerischen Auseinandersetzungen der Vergangenheit verantwortlich war (ironischerweise stimmt diese Behauptung sogar). Diese "Kastration" hatte zur Folge, daß sich sehr viele Männer (aber immerhin nicht alle) quasi verweiblicht haben (manche würden sogar von "vertuntigt" sprechen, aufgrund der Langhaarfrisuren mit glänzender Lockenpracht oder kunstvollen Zöpfen, der ausgefallenen Kleidung und rundlichen Figur). Was zum neuen Männer-Ideal geworden ist. Manche der engagierteren Herren kämpfen sogar für eine Männerquote in hohen Ämtern (ein amüsantes Spiegelbild unserer Gesellschaft ... was heute als Frauenarbeit gilt, ist dort Männerarbeit - Deckchen häkelnde Hausmänner inklusive! *lol*). Meine Vermutung ist - weil die Ladies Karrierefrauen sein wollen und der maskuline Trieb eingedämmt wurde - der Bevölkerungsantstieg deshalb so lahm ist. Dass er überhaupt vorhanden ist, verdankt man wohl den Reservaten, in denen noch "der alte Weg" beschritten wird. In den NuYu-Städten hingegen ist die Geschlechterrolle soweit verändert worden, sodaß nicht einmal mehr der (männliche) Christengott verehrt wird. Stattdessen wird nun die "Große Mutter" (eine Göttin wie bei den alten Kelten) angebetet. Allerdings wurde der Monotheismus beibehalten. Es gibt ausschliesslich (Hohe-)Priesterinnen in den Matronentempeln (Kirchen der o.g. Göttin).
Die Gesellschaft ist jedoch keinsesfalls rückständig geworden - im Gegenteil! Die Städte in NuYu erinnern an eine saubere, hypermodernde Sci-Fi Welt mit einigen altertümlichen Anleihen. Auf der einen Seite gibt es technische Pflicht-Gimmicks wie die ID-Armbänder (ein tragbarer Identitäts-Chip mit allerlei persönlichen Angaben, z.B. Kontodaten, Zugangs-Codes und auch Sensoren welche den aktuellen Gesundheitszustand überprüfen - was dies Gerät zum Hauptinstrument der totalen Überwachung macht). Andererseits wird gerne altertümlicher Sport, wie Pferdewagenrennen, ausgeübt. Sogar die Kleidung ist z.T. altmodisch (z.B. die sehr häufig verwendete Tunika bei Mann und Frau). Auch sehr alte Begriffe wurden wiederverwendet, z.B. die Bezeichnung "Amazonen" für die (natürlich weiblichen) polizeilichen Kampfeinsatzkräfte. In den Reservaten ist die Technologie hingegen rückständig geblieben, d.h. so wie in unserer jetzigen Gegenwart (bloss ein wenig ... äh ... rostiger, wie mir scheint).
Es gibt vier soziale Klassen. Die oberen, regierenden Electi, die einfachen, bürgerlichen Civitates, die unabhängigen, z.T. bäuerlichen Reservat-Bewohner und die ausgestossenen Subcults. Letzere sind es auch, welche in den bereits erwähnten Ruinen am Stadtrand hausen. All diese Gruppen haben bedingten Kontakt untereinander. Entweder als Herren & Untergebene (Electi & Civitates), Touristen & Einheimische (Electi/Civitates & Reservat-Bewohner) oder als Schwarzarbeiter/Hehler & Auftraggeber (Subcults & Electi/Civitates).

*****
hier ist nun meine Schilderung des Systems zu Ende
*****

Trotz der scheinbar unüberwindbaren sozialen Unterschiede, kommt es zu einer Begegnung wie aus einem Märchen. Die Electi Kyria - verhätschelte Tochter einer Ministerin - und der Subcult Reb - Dieb, Hehler und politischer Rebell. Märchenhaft ist ihr vokales Zusammentreffen allerdings nicht, denn von Anfang an fliegen die Fetzen zwischen den Beiden. Die verwöhnte Kyria lässt sich nichts von Männern vorschreiben - erst recht nicht von einem unhygienischen, frechen Ekelpaket. Der genervte Reb hingegen hält nichts von weinerlichen Elitezicken. Dennoch müssen die Beiden sich zusammenraufen, denn die gen-defekte Kyria hat jüngst erfahren, daß ihre Krankheit ausgebrochen ist und ihr nur wenig Lebenszeit übrig bleibt. Um sich ihren grossen Traum zu erfüllen, die Welt "ausserhalb ihre goldenen Käfiges" kennenzulernen, muß sie aus der überwachten Stadt fliehen. Und das schafft sie nur mit Hilfe von Reb, welcher ihr noch was schuldet, da er ihr seine Heilung verdankt, nachdem er auf der Straße von Civitates-Rüpeln brutal zusammengeschlagen wurde. Nie hätte Kyria jedoch gedacht, daß ihr gemeinsames Abenteuer so weitreichende und entlarvende Konsequenzen nach sich ziehen würde.

Auch wenn es zunächst danach klingen mag, eine Liebesgeschichte ist "Bis ans Ende der Welt" in erster Linie nicht. Stattdessen stehen die politischen und sozialen Misstände des Überwachungsstaates im Vordergrund. Nur sehr zaghaft entwickelt sich hintergründig eine zarte Romanze zwischen den beiden Protagonisten ... obwohl diese Bezeichnung eigentlich nur Kyria zusteht, weil die Handlung ganz aus ihrer Sicht in der 1. Person erzählt wird.
Der Erzähl-und Schreibstil von Andrea Schacht ist recht einfach gehalten (passend für einen Jugendroman). Die Autorin hält sich nicht mit ausschweifenden Beschreibungen auf, weshalb die Geschichte relativ temporeich voranschreitet.
Die Zukunftsvision dieses dystopischen Romans halte ich zudem für glaubwürdig: Ein wortwörtlich vereintes Europa. Nicht zu abgehobene futuristische Technik. Die Verdrängung des Patriarchats durch das Matriarchat. Dies alles halte ich sogar für wahrscheinlicher als das System in "Die Tribute von Panem". Obwohl beides zugleich durchaus möglich wäre. Panem als ehemalige USA und NuYu als das alte Europa. Nach einer weltweiten Pandemie ohne interkontinentalen Kontakt.
Ich halte das Buch beinahe für perfekt (deshalb vergebe ich vier-einhalb Sterne auf fünf aufgerundet). Die Story hat Potential, welches jedoch nicht zur Gänze ausgeschöpft worden ist. Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben. Aber es sollen ja Fortsetzungen folgen, an denen die Autorin z.Z. schreibt (welche aber noch kein Erscheinungsdatum haben).

FAZIT:
Ein definitiv lesenswerter Dystopie-Roman für Jugendliche (männliche Leser können es aber evtl. mit der Angst zu tun kriegen *lol*).

PS:
Meine persönlichen Vorschläge für (jugendliche) Dystopien ->
Tödliche Spiele (Die Tribute von Panem) von Suzanne Collins
David und Juna (Das verbotene Eden) von Thomas Thiemeyer
Gebannt (Gebannt/Getrieben/Geborgen) von Veronica Rossi
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am 15. April 2012
Cover:
Das Cover ist einfach wunderschön. Es lädt zum Träumen ein und lässt der Fantasie freien Lauf. Für mich zeigt das Cover die Gegend in der Kyria Zuflucht findet.

Meine Meinung:
Am Anfang war ich skeptisch dem Buch gegenüber, lese ich doch auch selten etwas von deutschen Autoren.
Aber die Geschichte hat mir regelmäßig eine Gänsehaut verursacht. Diese Dystopie spielt, gerade am Anfang, in Deutschland und ich fand es schon etwas erschreckend was daraus geworden ist. Auch dass jetzt die Frauen regieren und die Männer nur noch Zierde und gerade mal gut genug für den Einkauf oder Abwasch sind, fand ich erschreckend und faszinierend zugleich. Das Buch lässt sich flüssig und schön lesen und es ist toll, dabei zu sein wie sich Kyria und Reb entwickeln. Kyria, die verwöhnte und ängstliche (ieeh, Dreck...) Elitezicke wandelt sich im laufe des Buches zu einer selbstbewussten jungen Frau und Reb, der unnahbare Rebell, kann am Schluss auch mal Gefühle zeigen und man erfährt, dass er eine verletzte Seele verbirgt. Auch die Liebesgeschichte ist wunderschön und kommt nicht zu kurz...

Das einzige Manko (wenn man es so nennen kann) ist, dass man irgendwann nicht mehr so recht weiß wo sich Kyria gerade befindet. Hier wären detailliertere Beschreibungen der Orte und eine Karte schön gewesen, aber ansonsten ist das Buch auf jeden fall sehr lesenswert!

Fazit:
Ich kann es kaum erwarten, dass der 2. Band erscheint. Ich will wissen wie es mit Kyria und Reb weiter geht! Leider dauert das noch ein Weilchen.
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am 25. Februar 2012
Zunächst der Schreibstil, dieser gefiel mir sehr gut. Er lässt sich flüssig lesen. Auch die Erklärungen über die dortige Politik konnte man gut lesen und auch super verstehen. Ohne diese Erklärungen hätte mir denke ich auch was gefehlt, weil man dann bestimmte Charakterzüge von Kyria nicht verstanden hätte. So lässt sich vieles was sie sagt gut nachvollziehen.
Auch Reb gefällt mir sehr gut, er ist halt wie er ist, genau wie Kyria ziemlich stur, was natürlich das ein oder andere Mal zu Problemen führt. Doch gerade das ist interessant. Wie die beiden sich dann teilweise gegenseitig angiften, da musste ich schon oft grinsen. Sie sprechen oft sehr verschlossen, aber auch das passt zu dem was sie bisher erlebt haben.
Ich finde die Idee zu dem Buch einfach super. Und meiner Meinung nach wurde dieses auch gut umgesetzt. Ich konnte das Buch sehr schnell durch lesen. Was hauptsächlich daran lag, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen wollte, ich musste einfach wissen wie es weiter geht.
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am 4. Juni 2012
'Der Verstand weiß viel, Mademoiselle, aber das Herz, das einmal verwundet wurde, braucht lange, um zu akzeptieren, dass man es nicht mit Absicht gemacht hat.' (S. 185)

Ich weiß, meine Meinung scheint sich sehr von allen anderen zu unterscheiden, dennoch oder gerade deswegen will ich sie hier äußern.
Das Buch wird von Kyria in der Ich - Perspektive erzählt und das führt mich zu meinem ersten Kritikpunkt: Auch wenn man alles aus ihrer Sicht erfährt kann ich nicht viel über Kyria sagen, da man nicht viel über sie erfährt. Sie ist ein unreifes Mädchen, dem man nicht abkauft, dass es gerade 18 geworden ist. Sie verhällt sich wie eine kleine Göre. Zwar ist sie in ihrem Leben nur mit Samthandschuhen angefasst worden und was Arbeit heißt weiß sie sicher nicht, aber diese emotionale Unreife finde ich einfach lachhaft. Sie ist aufbrausend und zickig, verhält sich regelmäßig nicht nachvollziehbar - einfach unsympathisch. Ich habe trotz 381 Seiten keine Verbindung zu ihr aufgebaut. Und dann muss man noch bei jedem kleinsten Wehwehchen ihre Todesangst erstragen, wobei man beim Lesen sofort versteht, dass ihr auftretender Schwindel oder ihre Wadenschmerzen einfach gar nichts mit dem Sterben zu tun haben.
Auch die Nebencharaktere sind nicht sonderlich interessant. Nicht einer von ihnen hat mich neugierig gemacht und meinen Wissensdurst entfacht. Sie waren identisch, langweilig und allesamt freundlich zu einer verwöhnten Göre, warum auch immer. Und Reb war - oh Wunder - charakterlich komplett identisch mit Kyria. Zickig, kindisch und absolut unsympathisch. Ich hatte nicht einmal das Gefühl, dass die Charaktere ausgebaut sind oder wirklich durchdacht, was ich doch von einer guten Geschichte erwarte.

Die Liebesgeschichte ist nichts Neues - zwei Charaktere prallen aufeinander, können sich nicht leiden und entwickeln dann doch mit der Zeit Gefühle füreinander. Soweit so gut, ich habe tolle Geschichten mit dieser Grundlage gelesen. Aber das muss man dann eben auch gut umsetzen. Doch hier scheint die Umsetzung daraus zu bestehen, dass Kyria und Reb sich gegenseitig necken - und das nicht einmal amüsant - und dann stellt man eben mal fest, dass man das auf einmal zu schätzen lernt. Es ist vorhersehbar und gähnend langweilig.

Die Story ist ganz in Ordnung. Aber die Spannung lässt wirklich zu wünschen übrig. Erst einmal dauert es wirklich, bis das Buch einen neugierig macht (bis ca. S.150 muss man durchhalten und bis dahin hatte ich mehrfach überlegt, das Buch aus der Hand zu legen) und dann wird mögliches Potential leider nicht ausgeschöpft. Kurz vor dem Ende, wo dann mal etwas Spannung aufkommen könnte, wird das Ganze so langwierig ausdiskutiert, bis es einmal zur Sache kam, dass ich dann einfach froh war, dass es vorbei war. Viele Informationen erhält Kyria durch Zufälle, es ist ja auch wirklich praktisch, immer auf Leute zu stoßen, die bereitwillig alles erzählen, was sie wissen und dann auch noch bereitwillig Informationen suchen, ohne einen eigenen Nutzen aus dem Ganzen zu tragen. Das stellt mich einfach nicht zufrieden, ist zu offensichtlich und zu leicht. Kyria muss einfach nichts machen, um Informationen zu erhalten, auf ihrer Reise erfährt sie es ja sowieso durch glückliche Begegnungen...
Ein riesen Kritikpunkt gibt es auch für die Welt, in der Kyria lebt. Nicht, dass sie nicht interessant ist, man erfährt einfach nur kaum etwas darüber. Kyria beschreibt kaum etwas von den Dingen, die sie kennt oder sieht und neu kennen lernt. Ich konnte mir oft die Umgebung kaum vorstellen. Und dann wurde einfach zuwenig über das politische System erklärt. Kyria lebt angeblich in einem Überwachungsstaat. Das Einzige, was daran erinnert, ist ein ID, den jeder am Körper tragen muss und auf dem alle wichtigen Daten der Person gespeichert sind und der Alarm gibt, wenn er keine Temperatur oder Pulsfrequenz mehr abgibt. Erst später erfährt man dann auch noch beiläufig, wie die Überwachung auch durch Kameras etc. stattfindet, was am Anfang nicht wirklich erwähnt wird. Das ist meiner Meinung nach für einen Überwachungsstaat wirklich zu wenig.

Und zuletzt der Schreibstil... Man kann dam Geschriebenen gut folgen, die Sätze sind leicht und flüssig. Was mich aber wirklich von Anfang bis Ende gestört hat ist die Form der Gespräche. Meistens bestehen sie darin, dass nur immer einzelne Sätze ausgetauscht werden, einfach aneinander gereiht. Wenn dann noch jemand drittes ins Spiel kam fiel es schwer zu folgen, weil teilweise nicht einmal gesagt wurde, wer gerade spricht, man musste es dann aus dem Inhalt erahnen. Ich weiß gar nicht, wie ichs wirklich beschreiben soll, daher hier mal ein Beispiel aus einem Gespräch zwischen Kyria und Reb:
"Streck dein Bein aus, Princess!"
"Kann ich nicht."
"Gott, das alte Lied schon wieder. Ausstrecken!"
Ich schniefte.
"Heulsuse."
Es war mir egal.
"Jämmerliche Elitezicke!"
"Ich sterbe!"
"Quatsch. Jetzt streck dein Bein aus."
(...)
(S.80)
Mir fehlt Emotion dabei, eine Beschreibung der Bewegungen oder sogar der Schmerzen. Es kommt einfach langweilig rüber, beim Leser kommt dabei einfach keine Stimmung auf.

Fazit:
Meiner Meinung nach leider nicht lesenswert. Weder die Geschichte, der Schreibstil noch die Charaktere haben mich überzeugt. Und es ist das erste Mal bei einem Buch, das ich absolut nicht an der Fortsetzung interessiert bin.
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TOP 500 REZENSENTam 21. Februar 2012
Dieses Buch ist wirklich faszinierend. Wir tauchen ein in eine Welt, die weit in der Zukunft spielt. Wir erleben Technik, die es so heute nicht gibt. Aber gleichzeitig hat man das Gefühl auch in die Vergangenheit abzutauchen. Es ist sehr schwer zu erklären, was für eine Welt die Autorin hier erschaffen hat. Höchstens, daß sie einzigartig ist. Sicher, wir haben wieder eine behütete, von Frauen beherrschte Welt. Aber diesmal spielen die außenliegenden Bereiche eine scheinbar genau so wichtige Funktion. Auch wenn sich Innen und Außen mal wieder bekriegen. Interessant ist hier auch, daß der innere Teil von Frauen beherrscht wird. Doch das muß, wie hier in dem Buch geschildert wird, auch nicht immer das Wahre sein.

Die beiden Hauptcharaktäre Kyria und Reb könnten unterschiedlicher nicht sein. Das bringt die Autorin ganz klar zum Ausdruck. Schon allein, weil Reb Kyria immer Prinzessin nennt. Denn das ist sie irgendwie. Hochmütig, arrogant, abweisend. Doch Kyria kommt schnell dahinter, daß sie so nicht überleben kann, daß sie ihre Rolle in der Gesellschaft neu finden muß. Reb dagegen lernt nicht so schnell wie Kyria sich zu verändern. Er ist und bleibt der harte Kerl, der keine Gefühle hat - und wenn doch auf keinen Fall zeigt. Nur sehr langam und nur für kleine Zeiträume gelingt es Kyria hinter seine Mauer zu schauen.

Es ist manchmal etwas schwierig, den Machtverhältnissen, Intrigen, der Politik in diesem Buch zu folgen. Denn sie ist schon sehr andersartig, wird auch nicht ins Unendliche erklärt - glücklicherweise, sonst wäre es wohl langweilig geworden. Und doch habe ich das Gefühl, durch diese ganze Situation kommt manchmal das menschliche zu kurz. Gerade das zwischenmenschliche von Kyria und Reb. Es schwankt immer von 0 auf 100 und wieder zurück. Es gibt keine Konstanten. Und obwohl man aufgrund des Titels doch das Gefühl haben müßte, es geht hauptsächlich um die Beiden, vermittelt das Buch einem das Gefühl, daß ihre Gefühle füreinander eher schmückendes Beiwerk sind. Ich hätte mir ein bißchen mehr Tiefe gewünscht.

Das Buch endet natüüürlich mit einem großen Cliffhanger. Was ja eigentlich schon zu erwarten war, schließlich ist es Band 1 und es wird ein weiterer (oder mehrere?) folgen. Trotzdem immer wieder schade, wenn der Leser so in der Luft hängen bleibt. Ich warte jetzt gespannt auf den nächsten Teil und hoffe, daß dort wieder alles in die - für mich - richtigen Bahnen läuft.

Der Schreibstil der Autorin ist wirklich schön. Leicht zu folgen, jedoch nicht oberflächlich. Ich habe Euch mal ein Beispiel mitgebracht, wie sie mit wenigen Worten ganz viel ausdrückt:

"Vor Entsetzen fehlten mir die Worte.
Reb sah wieder zum Himmel auf.
Ich legte meinen Kopf an seine Schulter.
Mein Herz tat weh für ihn."

Ein Wort möchte ich noch zum Cover sagen. Ich finde, hier ist etwas unglaublich tolles gelungen. Das Cover verleitet einen mit seinen Farben und diffusem Licht immer wieder, es anzuschauen. Neue Details zu entdecken. Die Kombination der Farben ist einfach unglaublich. Eins der schönsten Cover, die ich je sah.

Fazit:
Eine Zukunft, wie man sie sich kaum vorstellen mag. Dabei so vielseitig und interessant, daß man gerne mehr erfahren würde. Wer Dystopien mag, der wird sich hier garantiert wohlfühlen!
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am 24. Februar 2012
Erster Satz:

Über den großen Wandbildschirm liefen im Halbdunkel schreiende Menschen.

Cover:

Ich muss sagen, eines der schönsten Cover in meinem Regal. Klasse Farbgebung. Ich liebe es.

Meine Meinung:

Ja, eine Dystopie. Eine Welt, in der Frauen die Macht haben - trotzdem ist nicht alles perfekt ;)
Die Führungspositionen in Nu-Yu werden alle von Frauen besetzt, auch die Gottheit, die verehrt wird, ist eine Frau. Die Männer werden quasi "unter'm Pantoffel gehalten". Männer sind eine kontrollierte Randgruppe. Darunter kommen nur noch die Subcults - die Ausgestoßenen, Identitätslosen.
Dann gibt es noch die Reservate, die in etwa unserer Welt entsprechen, aber die in Nu - Yu für rückständig deklariert werde - vor allem was das technische Know - How betrifft. Dort sind Männer und Frauen gleichgestellt.

Ich muss leider sagen, dass mich das Buch nicht mitgerissen hat. Die verwirrende Politik hat es mir oft schwer gemacht, dem Handlungsstrang zu folgen.

Die Idee an sich finde ich eigentlich klasse, aber meiner Meinung nach hat Andrea Schacht sich zwischenzeitlich zu sehr in die trockene politische Welt rein gesteigert. Leider blieben dabei die zwischenmenschlichen Beziehungen auf der Strecke.
Kyria und Reb sind sich mal richtig nah und dann in der nächsten Sekunde wieder unheimlich distanziert. Es ist zwar gut, dass es nicht wieder der Fall ist, dass sie sich innerhalb von fünf Seiten unsterblich ineinander verlieben, doch etwas mehr Gefühl hätte in diesem Fall nicht geschadet.

Das Buch wird aus Kyrias Sicht erzählt, einer durchaus sympatischen Erzählerin, man macht ihre Wandlung vom behüteten Mädchen zur selbstbewussten jungen Frau mit. Ich mag an ihr, dass sie nicht eine der Heldinnen ist, die bei jeder Kleinigkeit losheulen. Auch die Nachricht, dass sie bald sterben könnte, nimmt sie sehr gefasst auf.

Was mich allerdings gestört hat, war der unbeholfene Schreibstil während den Gesprächen. Diese wirkten oft sehr abgehackt und irgendwie... ja, unbeholfen, staksig. Auch die anderen Figuren blieben die ganze Zeit eher ausdruckslos und flach.
Dafür ist aber wie gesagt die Politik sehr durchdacht und nach und nach erfährt man von den Intrigen, die sich durch Kyria's ganzes Leben ziehen. Und es ist nicht unbedingt klar, wer Freund und wer Feind ist.

Zum Schreibstil muss ich dann noch sagen, dass er sehr schlicht ist. Ohne große Verzierungen, auf das Wesentliche bezogen. Andrea Schacht versucht möglichst die Handlung voran zu treiben, nur bei mir wollte dabei nicht die rechte Spannung aufkommen, aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache.

Ein Kritikpunkt an Reb hatte ich auch noch - seine dreiste Art zu Anfang des Buches, Gott sei Dank hat sich das aber im Laufe der Geschichte gebessert.
Das einzige, dass geblieben ist, das er alle Frauen "Princess" genannt hat - ich hab das irgendwie als störend empfunden.

Fazit:

Letztendlich ist es Geschmackssache, aber mich konnte Kyria & Reb einfach nicht so mitreißen. Tolle Idee, gute Umsetzung, aber mir fehlt dieser "WOW" - Effekt.
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am 29. September 2013
Inhalt:
Wir schreiben das Jahr 2125. Die 17-jährige Kyria lebt in New Europe in einer technisierten Welt, die unter ständiger Überwachung steht. Ihr einst behütetes Leben gerät aus den Fugen, als ihr eröffnet wird, dass sie schwer krank ist und bald sterben wird. Den Drang in sich noch einmal völlig frei zu sein, entflieht sie dem strengen System und schließt sich dem Rebellen Reb an, der sie aus New Europe führt. Auf einem Stück Land in den Reservaten findet Kyria Unterschlupf - hier läuft das Leben noch auf altertümliche Art ab. Doch die ruhige Stimmung wird getrübt, als ein gefährliche Seuche unter den Menschen ausbricht. Hat die Regierung von New Europe ihre Finger im Spiel?

Meinung:
"Kyria & Reb" - wo fange ich hier am Besten an? Das Cover ist wunderschön! Zur Abwechslung mal kein hübsches Weibchen darauf zu finden, dafür aber ein tolles Motiv, untermauert mit wunderschönen Farben! I like!

Es ist immer toll, gleich positiv anzufangen. Glaubt mir, ich würde auch am Liebsten damit fortfahren, doch leider kann ich dem Buch sonst nicht mehr viel Gutes abgewinnen.

Direkt der Einstieg war unsagbar schwer für mich, was zum Großteil an dem Stil liegt. Viel zu abgehackt, viel zu kalt. Ich bin unglaublich langsam vorangekommen. Die Gespräche der Personen sind oft so "unpersönlich" abgelaufen. Nach dem Motto: "Wie gehts?" "Gut und dir?" "Auch!". So kurz und ungebunden - ich war echt nicht begeistert. Ich brauchte ungefähr die Hälfte des Buches, um mich einigermaßen daran zu gewöhnen und selbst danach bin ich kein Fan geworden.

Nächstes Problem: Kyria! Kein Draht, keine Verbindung, kein Nichts. Sie war mir weder sympathisch noch unsympathisch - sie war mir schlichtweg egal. Entscheidungen die sie trifft? In meinen Augen nicht nachvollziehbar! Warum verlässt sie ihr Zuhause, in dem es ihr wirklich nie schlecht ergangen ist? Sie weiß ja schon etwas länger, dass sie schwer krank ist. Einfach mal eben abhauen, es muss ja schließlich etwas passieren - einen Grund geben, der die Handlung voranbringt. Da trifft es sich natürlich sehr gut, dass ihr Reb begegnet - einen Jungen, den sie fast gar nicht kennt und der total fies zu ihr ist. Egal, einfach mal mit ihm gehen! Da darf es natürlich nicht fehlen, dass sie sich in ihn verliebt - so schnell und emotionslos wie ich es schon immer mochte. Reb als Gegenpol ist so der Bad-Boy, wie 100 vor ihm auch. Ich weiß, viele mögen diese Art Typ - mir sind sie persönlich zu bescheuert. Kann es nicht mehr von den normalen Jungs geben - warum immer gleich gemein und arrogant?

Die Beziehung der Beiden kann man eigentlich "noch" gar nicht als solche bezeichnen, auch wenn Kyria das wohl anders sieht. Reb ist den Großteil der Geschichte fast gar nicht da und taucht erst gegen Ende wieder auf. Da kann sich nichts Großes aufbauen und tut es auch nicht. Das muss ich dem Buch positiv anerkennen.

Auch der Weltentwurf ist für mich nicht überschaubar genug. Ehrlich gesagt hab ich das ganze System noch nicht durchschaut, was sich vielleicht mit der Fortsetzung ändert wird. Ein bisschen mehr Input hätte ich mir schon gewünscht und nicht allzu kompliziert verstrickt - denn gleich am Anfang hatte ich nur Fragezeichen im Kopf!

Die Handlung trödelt hauptsächlich vor sich hin. Kyria verbringt den Hauptteil der Geschichte auf einer Art Bauernhof und lernt so das "einfache" Leben kennen. Davon, dass die Regierung nach ihr sucht, merkt man nichts. Wirklich dramatisch wird es zu keinem Zeitpunkt und Spannung kann sich überhaupt nicht aufbauen. Als die Seuche ausbricht wird es ebenfalls keine Sekunde brenzlich für Kyria. Lediglich das Ende macht sogar neugierig auf die Fortsetzung - die ich bereits hier liegen habe! Unter anderen Umstände wäre die Dilogie auch sonst hier für mich beendet gewesen, so werde ich irgendwann bestimmt auch zu Teil zwei greifen. Im Regal sehen sie ja hübsch aus und ich bin neugierig, ob die Autorin es nicht doch besser kann.

Fazit:
Mit "Kyria & Reb" konnte mich Frau Schacht nicht überzeugen. Der Stil war mir die meiste Zeit zu kalt, zu abgehackt. Ebenfalls die Charaktere konnte mich nicht mitreißen. Kyria war mir schlichtweg egal - ihr Handeln in meinen Augen oftmals nicht nachvollziehbar. Reb ist wieder so typisch gestrickt, ich hätte ihn am Liebsten gewürgt und auf eine Benimmschule geschickt! Spannung? Gibt es so gut wie gar nicht. Der Weltentwurf? Entweder hab ich den nicht verstanden, oder es fehlte einfach an Informationen. Gute Gedanken - schlechte Umsetzung! Band 1 der Reihe kann ich nicht empfehlen.

Ich vergebe

4/10
Punkten
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