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TOP 1000 REZENSENTam 17. August 2011
Es gibt Bücher, die funktionieren in erster Linie durch ein überraschendes Ende, und wenn das Ende nicht zu überraschen weiß, funktionieren sie eben nicht (so gut). So erging es mir leider mit "In Sachen Joseph", das sicherlich zu begeistern weiß, wenn der Leser erst am Ende merkt, wohin der Hase läuft. Husch Josten spielt mit der Wahrnehmung ihrer Leser und lässt erst am Ende die Katze aus dem Sack, wenn der Tag zur Neige geht, den der Leser an der Seite der Hauptprotagonistin Helen verbracht hat. Passend zum Ablauf sind die Titel einfach nur mit Zeitangaben überschrieben: Sieben Uhr fünfundvierzig, Gegen Mittag usw.
"In Sachen Joseph" ist weder von der Sprache noch von der Handlung ein besonders gefälliges Buch. Die Handlung definiert sich hauptsächlich über zwischenmenschliche Beziehungen zwischen der Hauptfigur Helen und ihrem sozialen Umfeld. Die Sprache wirkt manchmal sperrig durch die sehr detaillierten Beschreibungen. Die Figuren der Geschichte waren mir zwar nicht grundlegend unsympathisch, aber sie haben mich allesamt unberührt gelassen.
Ich kreide es weniger dem Buch an, dass es mich nicht überzeugen konnte, als vielmehr einem Pressetext, den ich im Vorfeld gelesen hatte, und der zu offensichtlich die Auflösung der Beziehung von Helen und ihrem Freund Joseph aus Kindheitstagen preisgegeben hat. So habe ich mich mit der erwarteten Auflösung vor Augen mehr schlecht als recht durch einen Tag in Helens Leben gehangelt und war am Ende wirklich enttäuscht, dass die Auflösung in genau dem Tatbestand mündete, mit dem ich die ganze Zeit gerechnet hatte. Irgendwie hatte ich während des Lesens trotz allem noch die Hoffnung mit meiner Vorahnung auf dem Holzweg zu sein und von dem Ende überrumpelt zu werden.

Fazit:
Wer dieses Buch noch lesen will, sollte keinesfalls weitere Informationen dazu einholen als den Klappentext! Mit einer unerwarteten Überraschung am Ende weiß das Buch mit Sicherheit zu punkten, so war es für mich leider nur ein durchschnittliches Leseerlebnis, welches mir nicht lange in Erinnerung bleiben wird.
Eine soziale Studie aus dem Leben einer Bibliothekarin, die mit einem überraschenden Ende punktet - WENN es denn überrascht.
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am 15. Juli 2014
Helen, Bibliothekarin, kehrt kurzfristig in die elterliche Wohnung zurück, um dort ihren alten Vater zu pflegen. Diese Aufgabe hatte bisher ihre Mutter inne, aber die ist derzeit in einer Klinik. Zwar ist der Vater im Grunde nicht pflegebedürftig (er hat nur am Tag seiner Pensionierung beschlossen, fortan im Sessel zu sitzen und sich bedienen zu lassen), doch Helen fügt sich. Nachts, in ihrem ehemaligen Kinderzimmer, träumt sie zweimal vom Tod ihres langjährigen Freundes Joseph. Den kennt sie bereits aus ihrer Kinderzeit.

Helen nimmt die Träume sehr ernst und wird nervös. Muß das sein, muß er wirklich sterben? Kann man ihn davon abhalten? Außerdem sollte er doch vorher wenigstens seine Angelegenheiten regeln! Joseph selbst indes nimmt Helen nicht ernst. Und ein von Helen hinzugezogener Traumdeuter weiß außer vielen Allgemeinplätzen auch keinen rechten Rat. Der geneigte Leser, dem zunächst Joseph, dann auch Helen etwas sonderbar vorkommt, wüßte vielleicht einen Rat.

Es sei ein intelligentes Buch voller Dramatik und Lebensklugheit, mit Ironie und Sarkasmus. Aha.

Der Leser wird sogleich auf die dramatische Einsamkeit Helens gestoßen, indem sich zwischen Helen und ihrem Vater - der immer nur "Herr Nienhaus" genannt wird - trotz aller Mühe kaum Dialoge entwickeln. Daß Helen extrem einsam und unverstanden ist, beweist sich dem Leser sogleich durch das skurrile Hobby, das ihr Vater betreibt, und durch eine gar unglaubliche Begebenheit, die sie erst jetzt erfährt: Ihre Eltern haben nur deshalb geheiratet und sind zusammen geblieben, weil SIE unterwegs war. Wie fürchterlich! Diese Offenbarung kann ein ganzes Menschenleben zerstören, ganz gewiß. Dumm nur, daß Helen dieses grausame Schicksal mit Abertausenden teilt, jedenfalls in dieser Generation. Dumm auch, daß sie nicht als Kind bereits nachgerechnet hat, wieviel Zeit zwischen der Eheschließung ihrer Eltern und ihrer Geburt lag. So halt, wie tausende andere Kinder das taten. Nun, vielleicht hat Helen sich schon damals zu viel mit Joseph beschäftigt und keiner hat's gemerkt.

Die Ironie ist, daß sich Helen, obwohl inzwischen im reiferen Alter, gegen nichts wehrt. Nur Joseph gibt Halt, aber der ausgerechnet ...

Der Sarkasmus erschließt sich dem geneigten Leser mittels eines Telefongesprächs zwischen Helen und ihrer Mutter. Helen beklagt sich, daß sie ihre großartige, bislang preiswerte Wohnung wegen einer Mieterhöhung aufgeben muß. Mami weiß sofort Trost: Sie wird es sogleich ihrer tollen Ärztin erzählen, die ja so viel mehr verdient als Helen und sich deshalb deren tolle Wohnung wird leisten können.

Lauter Kümmernisse, die Helen stets mit Joseph besprechen konnte und bald wohl nicht mehr kann. Doch längst hat der Leser gemerkt, wohin der Hase läuft. Doch nicht nur deshalb weiß man nicht, ob man sich über Helen wundern oder ärgern soll. Denn es gelingt Frau Josten nicht, Sympathie oder wenigstens Verständnis für Helen und die anderen auftretenden Personen zu wecken. Die Walserschen Sozialstellungen und Namen tun ihr übriges.

Da helfen auch die ungewöhnlich vielen kursiv gedruckten Stellen nicht mehr, die den Leser in die gewünschte Richtung schieben sollen; sie sind lästig und anmaßend. Lästig auch die Sprache: Abgehackte Sätze ohne Verb und Prädikat mögen ein probates Stilmittel sein, dann aber bitte in kleinen Dosen. Hier jedoch machen sie den Hauptteil des Textes aus. Zusätzlich frage ich mich, ob Frau Josten Begriffe wie "beleibte Knie" bewußt herbeigezerrt hat oder ob ihr das bloß durchgerutscht ist, weil "beleibt" eines ihrer häufig benutzten Wörter ist. Fette Knie hätten es auch - und besser - getan, finde ich. Der fetteste Bock aber ist "sie hat ihm zugewunken". Daraufhin bin ich zu meinem Papierkorb gehunken und wollte das Schreibstück hineinwerfen, aber es war ein Leihbuch.

Fazit: Ein bemühtes Werk, das Anspruch erheben will, dem es jedoch nicht gerecht wird. Heraus kommt geschraubter Kitsch, ohne Lösungs-, sogar ohne Denkansatz. Ein einziges Ärgernis bis hin zum Schluß mit Spontanheilung und Hollywood-Happy-End. Von Anfang an wirkte die Arbeit auf mich, als wollte die Autorin glänzen anstatt der Roman. Aber vielleicht ja möchte Frau Josten nur Verwirrung stiften und damit dem Leser klarmachen, daß nichts ist, wie es scheint - nach dem Motto: Glaube nicht alles, was du denkst. Das wäre ein Punkt für Frau Josten. Ist es aber nicht, weil sie ihr Schreibstück für ernsthaft zu halten scheint.

Schade um den hochwertigen Einband. Mogelpackung.
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am 28. Juli 2011
"In Sachen Joseph" ist ein wunderbares Buch über Freundschaft, darüber, vollständig zu sein, aber auch über Verlust und das Gefühl, wenn alles auseinanderbricht.
Helens bester Freund, der, der sie vervollständigt, ist Joseph. Ihr Seelenverwandter, ohne den sie nicht leben kann und will. Zweimal träumt sie seinen Tod: Joseph, der sich im eigenen Wohnzimmer in einen alten Sarkophag legt, den Deckel zuzieht und stirbt. Es einmal zu träumen ist verwirrend, es zweimal zu träumen beängstigend. In der Gewissheit, Joseph bald an den Tod zu verlieren, versucht Helen sein Leben zu sortieren. Wer geht, der muss Ordnung hinterlassen, klare Verhältnisse, einen Abschluss finden. Da Helen weiß, dass Joseph sie nur auslachen würde, wenn sie diesen Vorschlag machte, nimmt sie es selbst in die Hand und lernt bei dem Versuch, das Leben ihres Freundes zu ordnen, nicht nur viel über ihn, sondern vor allem über sich selbst.

"In Sachen Joseph" ist ein wahrhaft ungewöhnliches Buch. Husch Jostens Art, an die Themen Freundschaft, Verlust und Selbsterkenntnis heranzugehen ist außergewöhnlich, besonders wenn man am Ende des Buches vor dieser vollkommen unerwarteten Wende der Geschichte steht und alles, was man bisher über den Roman und sein Personal dachte, wie ein Kartenhaus über einem zusammenbricht. Ich muss gestehen, gerade das Ende sehr genossen zu haben. Mittig gab es einen kleinen Durchhänger, weil man das Gefühl hatte, Helen dreht sich im Kreis, doch das Finale versöhnt mich mit allem.
Husch Jostens Schreibstil war zu Beginn noch ein wenig gewöhnungsbedürftig, ihre unvermittelten Perspektivwechsel verwirrten mich. Doch mit jeder Seite erscheint ihre Sprache passender, normaler und gefälliger. Es hat mir große Freude bereitet, dieses Buch zu lesen und ich habe mir fest vorgenommen, es ein zweites Mal zu lesen. Wer den Roman gelesen hat, wird verstehen warum, mehr wird nicht verraten.
Ein lesenswertes, nachdenkliches und ehrliches Debüt - davon bitte mehr!
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am 19. Juni 2011
Man kann sich selbst nicht besser kennen lernen als mit den Augen eines anderen. Aber was, wenn dieser so wichtige Andere den Dialog verweigert, gar heimzugehen droht, aus Angst vor dem Herztod zu ersticken sucht? Kann diesen Alptraum ein Traumdeuter auflösen? Welchen Wendepunkt im Leben mag der Traum vom Sarg bedeuten?

Spielerisch und gleichwohl tiefsinnig, zugleich spannend und humorvoll werden wir mit den liebenden Augen einer Tochter Zeugen einer kaum zwei Tage dauernden Verwandlung, die zu durchdenken jeden Leser auf dem Weg zu sich selbst weiterbringen kann. Was mag das eigene Mienenfeld sein? Drängt die Vergangenheit auf eine "bescheidenere Version vom Glück"?

Ein ungewöhnliches Buch mit vielen packenden Bildern ("der Kuss, der wie ein selbsthaftender Notizzettel an der Wange verbleibt"; "glücksverweigerndes Erbgut"). Man sollte es mindestens zweimal lesen um seinen Tiefgang ganz zu erkennen - "die Welt wird fassbar und samtig", ... "es fühlt sich richtig an" .....
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am 16. August 2011
Ich bekam In Sachen Joseph mit der offiziellen Pressemitteilung empfohlen.
In dem Roman geht es um Helen und ihren besten Freund Joseph. Die Beiden kennen sich seit Kindertagen. Und jetzt träumt Helen zweimal den genau gleichen Traum von Josephs Tod. Sie sieht das als Zeichen und versucht Joseph davor zu warnen. Doch Joseph, wie auch seine Mutter lassen sich davon nicht beeindrucken. So in etwa steht es auch auf dem Buchrücken.
Doch ich bekam noch eine weitere Presseinfo und das Problem mit dieser Presseinfo ist: Da steht sozusagen das Ende drin. Erinnert ihr euch an The sixth Sense? Es hat sich so angefühlt, als ob dir jemand vor dem gemeinsamen ansehen sagt, dass' na, ihr wisst schon.
Deshalb konnte ich die erste Hälfte nicht ganz geniessen. Und auch im Nachhinein gewinnt das Buch etwa ab der Hälfte erst richtig an Fahrt. Während ich mich durch die ersten Seiten ein wenig durchquälen musste, habe ich die zweite Hälfte geradezu verschlungen. Ich weiß nicht, ob man den ersten Teil braucht, damit man den zweiten versteht, aber er ist ein wenig anstrengend. Ansonsten: Ein gutes Buch! Eine gute Wendung, eine schöne Geschichte und ein gutes Gefühl, wenn man durch ist. Soweit man das für ein Buch mit dem Untertitel 'Ende einer Freundschaft' sagen kann.
Wenn ich mich nicht täusche, ist es auch das erste Buch, das ich von der Berlin University Press lese. Extrem hochwertig verarbeitet, gutes Papier, nicht zu starr, leider ohne Lesebändchen, aber das ist das einzige Manko.
Alles in allem ist In Sachen Joseph ein Buch, das sich gut lesen lässt und auch spannend ist, solange man das Ende nicht kennt und einen auch noch eine Weile danach beschäftigt.
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am 9. Mai 2011
"Sein Wohnzimmer ist von großbürgerlicher Selbstironie. Pinienholzmöbel aus amerikanischen Kolonialtage, Erbstücke von einigem Gewicht mit eingeschnitzten Miniaturszenen der Bosten Tea Party. Joseph setzt sich nicht wie sonst aufs Sofa, das mit dem schwarzen Bezug. Er legt sich ins kardinalrote Seidenpolster des Sargs,......"

Wer jetzt neugierig geworden ist, sollte dieses Buch lesen! Mit viel Witz und das sichere Gespür für Ironie hat die Autorin dieses wunderbare Buch geschrieben. Ich hoffe wir müssen auf das nächste Buch nicht zu lange warten!
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am 27. März 2011
"Auf was hätte ich denn diesmal Lust? Eher etwas in Richtung Psychologie, Geschichte, aunspruchsvolle Literatur? Oder vielleicht doch lieber nur Witziges, Ironisches? Sollte ich nicht mal wieder etwas für meine literarische Bildung tun?" Bei diesem wunderbaren Buch "In Sachen Joseph" kann man sich diese Überlegungen getrost sparen. Hier ist alles dabei,aber keineswegs oberflächlich! Die überaus kluge Verbindung einzelner Bereiche und Themen, sowie die Beschreibungen der Personen und Situationen ist so spannend, wortreich und treffend beschrieben, dass jeder Satz eine kleine Offenbarung bedeutet.
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am 20. März 2011
Besonders gut gefallen mir die treffenden und witzigen Beschreibungen von Menschen, Räumen und Situationen im ganzen Buch. Obwohl es eine anspruchsvolle Lektüre ist, kommt der Kern des Buches doch leicht und auch amüsant zum Tragen. Ungeschlagene Lieblingsstelle: Die Unterhaltung zwischen Helen und Joseph auf der Wiese.
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am 28. Juni 2011
Tolles Buch: skurrile Personen, präzise Beschreibungen, feiner - auch schwarzer - Humor und mindestens eine wirklich überraschende Wendung, nach deren Kenntnis man eigentlich wieder von vorn zu lesen beginnen muss.
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