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Erster Eindruck: Von der Schülerin zur Magd

Lange lebte Sara bei ihrem gut situierten Vater in Indien, doch nun besucht sie das Internat in London. Das Eingewöhnen fällt ihr anfangs schwer, da ihr Reichtum einige Neider mit sich bringt. Doch schon bald findet sie in Irmingard eine Freundin. Doch eines Tages erhält sie unvermittelt die Nachricht, dass ihr Vater gestorben ist – und sie völlig mittellos dasteht. Von nun an muss sie im Internat niedere Arbeiten verrichten und lebt von den anderen Mädchen völlig abgeschieden…

So einigen dürfte der Name Frances H. Burnett nichts sagen, doch seine bekannteste Geschichte kennt so ziemlich jeder: Der kleine Lord, der nicht nur zur Weihnachtszeit zum Klassiker geworden ist. Beim Audioverlag ist nun eine weitere Geschichte des Autors erschienen, die vom Deutschlandradio Kultur als Hörspiel umgesetzt wurde: Lady Sara. Vom Gefühl her ähneln sich die beiden Erzählungen ebenso wie die gutherzigen Kinder im Mittelpunkt, doch der Ansatz ist ein ganz anderer: Hier erfährt ein reiches und verwöhntes, aber auch wenig anspruchsvolles und starkes Mädchen wie es ist, plötzlich alles zu verlieren, was einem Komfort und Wohlwollen garantiert. Dass sie die starke Veränderung so stoisch hinnimmt und sich trotz schwerer Arbeit und einem Leben in Armut nicht beklagt, ist vielleicht etwas überzogen, aber eben die Aussage des ganzen Stückes. Der Verlauf ist kurzweilig, da die einzelnen Passagen nicht allzu lang andauern, die heimlichen Besuche eines Nachbarjungen und auch die Zuwendungen von Irmingard bringen zusätzliche Abwechslung. Dass das Ende versöhnlich ist, versteht sich da fast schon von selbst. Schade ist nur, dass die Charaktere extrem flach gehalten sind, inklusive Sara, und nur einem eng vorgeschriebenen Schema folgen, keinerlei Abweichung davon erlauben und so zu eindimensional wirken. Ansonsten eine hübsche, kleine Geschichte mit dem typischen Flair des Autors, der die längst vergangene Zeit wiederauferstehen lässt.

Anne Marlene Meister hat als Sara die Hauptrolle ergattert und spricht diese gekonnt und mit eingängiger Betonung, sie kann in den verschiedenen Situationen glaubwürdig wirken und vollbringt eine konstant gute Leistung. Erzähler Ingo Hülsmann hat ebenfalls recht viele und auch lange Einsätze, die er mit freundlicher und betonter Stimme vorträgt, sodass seine Texte kurzweilig wirken. Als Hausmädchen Becky ist Anna Böttcher, die mir mit ihrem freundlichem Klang und den ausgeprägten Emotionen sehr gut gefallen hat. Weitere Sprecher sind Antonia Brunner, Alagia Rogacev und Verena von Behr.

Musik wird hier kaum verwendet, nur selten verirre sich wie am Anfang kleine, hübsche Melodien in die Handlung, die ein wenig verträumt wirken. Und auch der Einsatz von Geräuschen ist hier sehr minimiert, sodass die Betonung ganz auf den Dialogen liegt – was ja ziemlich typisch für ein Radiohörspiel ist. Ein wenig mehr Abwechslung ab und an hätte der Geschichte jedoch noch mehr Schwung verliehen.

Auf dem Cover ist Sara zu sehen, die bei der Ankunft am Internat aus ihrer Kutsche steigt. Ihre vornehme Haltung und die Kleidung passen gut zu der Vorstellung, die man sich von Sara macht, ebenso wie der viktorianische Zeichenstil gut zu der Vorstellung der damaligen Zeit passt. Die strenge Gliederung des Audio Verlags mit den drei Streifen findet auch hier Anwendung - sogar die CD hat die gleiche Aufteilung.

Fazit: Vielleicht etwas zu plakativ, aber im Grunde eine hübsche und unterhaltsame kleine Geschichte, die ohne große Spannungsbögen auskommt.
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Erster Eindruck: Von der Schülerin zur Magd

Lange lebte Sara bei ihrem gut situierten Vater in Indien, doch nun besucht sie das Internat in London. Das Eingewöhnen fällt ihr anfangs schwer, da ihr Reichtum einige Neider mit sich bringt. Doch schon bald findet sie in Irmingard eine Freundin. Doch eines Tages erhält sie unvermittelt die Nachricht, dass ihr Vater gestorben ist – und sie völlig mittellos dasteht. Von nun an muss sie im Internat niedere Arbeiten verrichten und lebt von den anderen Mädchen völlig abgeschieden…

So einigen dürfte der Name Frances H. Burnett nichts sagen, doch seine bekannteste Geschichte kennt so ziemlich jeder: Der kleine Lord, der nicht nur zur Weihnachtszeit zum Klassiker geworden ist. Beim Audioverlag ist nun eine weitere Geschichte des Autors erschienen, die vom Deutschlandradio Kultur als Hörspiel umgesetzt wurde: Lady Sara. Vom Gefühl her ähneln sich die beiden Erzählungen ebenso wie die gutherzigen Kinder im Mittelpunkt, doch der Ansatz ist ein ganz anderer: Hier erfährt ein reiches und verwöhntes, aber auch wenig anspruchsvolles und starkes Mädchen wie es ist, plötzlich alles zu verlieren, was einem Komfort und Wohlwollen garantiert. Dass sie die starke Veränderung so stoisch hinnimmt und sich trotz schwerer Arbeit und einem Leben in Armut nicht beklagt, ist vielleicht etwas überzogen, aber eben die Aussage des ganzen Stückes. Der Verlauf ist kurzweilig, da die einzelnen Passagen nicht allzu lang andauern, die heimlichen Besuche eines Nachbarjungen und auch die Zuwendungen von Irmingard bringen zusätzliche Abwechslung. Dass das Ende versöhnlich ist, versteht sich da fast schon von selbst. Schade ist nur, dass die Charaktere extrem flach gehalten sind, inklusive Sara, und nur einem eng vorgeschriebenen Schema folgen, keinerlei Abweichung davon erlauben und so zu eindimensional wirken. Ansonsten eine hübsche, kleine Geschichte mit dem typischen Flair des Autors, der die längst vergangene Zeit wiederauferstehen lässt.

Anne Marlene Meister hat als Sara die Hauptrolle ergattert und spricht diese gekonnt und mit eingängiger Betonung, sie kann in den verschiedenen Situationen glaubwürdig wirken und vollbringt eine konstant gute Leistung. Erzähler Ingo Hülsmann hat ebenfalls recht viele und auch lange Einsätze, die er mit freundlicher und betonter Stimme vorträgt, sodass seine Texte kurzweilig wirken. Als Hausmädchen Becky ist Anna Böttcher, die mir mit ihrem freundlichem Klang und den ausgeprägten Emotionen sehr gut gefallen hat. Weitere Sprecher sind Antonia Brunner, Alagia Rogacev und Verena von Behr.

Musik wird hier kaum verwendet, nur selten verirre sich wie am Anfang kleine, hübsche Melodien in die Handlung, die ein wenig verträumt wirken. Und auch der Einsatz von Geräuschen ist hier sehr minimiert, sodass die Betonung ganz auf den Dialogen liegt – was ja ziemlich typisch für ein Radiohörspiel ist. Ein wenig mehr Abwechslung ab und an hätte der Geschichte jedoch noch mehr Schwung verliehen.

Auf dem Cover ist Sara zu sehen, die bei der Ankunft am Internat aus ihrer Kutsche steigt. Ihre vornehme Haltung und die Kleidung passen gut zu der Vorstellung, die man sich von Sara macht, ebenso wie der viktorianische Zeichenstil gut zu der Vorstellung der damaligen Zeit passt. Die strenge Gliederung des Audio Verlags mit den drei Streifen findet auch hier Anwendung - sogar die CD hat die gleiche Aufteilung.

Fazit: Vielleicht etwas zu plakativ, aber im Grunde eine hübsche und unterhaltsame kleine Geschichte, die ohne große Spannungsbögen auskommt.
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