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Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen
14
Scientology. Wie der Sektenkonzern die Welt erobern will
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:22,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 1. Januar 2016
Ich konnte das Buch nur stückweise lesen, da es langatmig und wiederholend war (die Hälfte des Buches hätte gereicht). Der Inhalt ist althergebracht und bietet keine neuen Erkenntnisse. Was ich aber besonders bemängele, ist die Voreingenommenheit und die einseitge Berichterstattung; ich habe mich immer wieder beim Lesen gefragt, worauf die Autoren eigentlich abzielen. Es wurde mir nicht klar, WIE Scientology eigentlich die Welt erobern will noch wie sie es konkret anstellt. Außer den alten Vorwürfen gegen Scientology gibt es nichts neues und für den Leser nützliches zu lesen. Und wenn immer wieder einseitig auf die armen "Opfer" eingegangen wird: niemand wird zu Scientology gezwungen ebensowenig wie zu anderen Sekten, Wahrsagern oder sonstigen "Wunderheilern".
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am 22. März 2013
das Buch sollten alle jungen Leute lesen, die ihren Platz noch suchen, damit sie wissen, was das für ein Verein ist.
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TOP 500 REZENSENTam 2. August 2012
Das vorliegende Scientology-Buch von Nordhausen und von Billerbeck gefällt mir etwas besser als das "Schwarzbuch" von Ursula Caberta, der deutschen Expertin in Scientologie-Fragen (bzw. Leiterin einer speziell dafür eingerichteten Institution). Caberta kommt im vorliegenden Buch auch in einem ihr gewidmeten Kapitel zu Wort (bzw. wird zitiert). Ursula Caberta halte ich auch für eine absolut kompetente Person mit vielen Jahren Erfahrung, was Gespräche mit Sektenaussteigern usw. betrifft. Allerdings fand ich ihr Buch von der Lesbarkeit her nicht... hm... es sprach mich nicht so an wie die vorliegende Publikation.

Gewöhnlich mag ich Bücher von Journalisten nicht besonders, was die Autoren des Buchs sind. Gewöhnlich schauen Journalisten gewissermassen aus einer Außenperspektive. Sie sind nicht so sehr und eng mit dem Geschehen konfrontiert wie etwa Sozialarbeiter, Therapeuten usw., die für Journalisten oftmals zitierte Quellen sind. Aufgrund dessen, dass sich die Autoren ausgiebigst mit der Materie befasst und bereits Bücher dazu geschrieben haben, traf das hier absolut nicht zu. Mir war bisher auch noch nicht bekannt, wie hart Scientologie mit Kritikern umgeht, wenn diese lediglich Bücher schreiben.

Die Quellen sind sehr gut zitiert. Zu ihnen zählen Aussprüche von Scientologie-Anhängern, Aussteigern und Zeitungsartikel. Daneben auch die Bücher des Gründers Hubbard. Im Hinblick auf die interviewten Aussteiger erfährt der Leser vieles, was "eigentlich" hätte nicht nach Außen dringen dürften oder sollen. Jedoch gelingt es auch den noch aktiven Scientologen selbst mehr als ausreichend, selbst in ihren offiziellen Statements anständig in die Fettnäpfchen zu treten (Die Wortwahl offizieller Statements war für mich oftmals kaum fassbar). Was ich sehr gut finde ist, dass auch positive Statements zu Scientologie enthalten sind. So behaupten gerade die Stars wie Tom Cruise, wie sehr ihnen die Sekte (oder wie immer man es nennen mag) geholfen habe. Also wie sehr Techniken, Philosophien usw. Halt, Erfolg usw. gaben.

Damit entzieht sich das Werk auch automatisch der Kritik, die Scientologie den Gegnern oftmals vorwirft. Auf der offiziellen Homepage, bei Statements usw. wird gerne versucht, die Kritiker als Wortverdreher darzustellen, die die Tatsachen verdrehen und so weiter und so fort.

So entsteht - vielleicht gerade durch Journalisten als Autoren - ein sehr rundes Bild und eine durchgängig gut zu lesende Arbeit, die von Anfang bis Ende gut zu lesen ist. Auch entsteht nie die Eindruck, es entstünden überflüssige Passagen, Wiederholungen usw.. Auch über unsere Stars Tom Cruise und John Travolta, vor allem ersteren erfährt man viele neue Details. So wollten bereits beide aussteigen, sehen sich hier aber den gleichen Problemen wie gewöhnliche Aussteiger gegenüber: Scientologie versucht immer möglichst schnell mittels der Auditings und anderer Gespräche, Akten anzulegen und diese werden auch nie wieder gelöscht. Genutzt wird dies besonders, um im Bedarfsfall unangenehme Einzelheiten preiszugeben oder der Öffentlichkeit zuzuspielen.

Gerade bei Tom Cruise und seinen Aussagen zu Scientologie entsteht aber nicht der Eindruck, er sei ein armes Opfer dieser Organisation (Ganz im Gegenteil). Amüsant finde ich zu Cruise immer wieder die Ausflüge zu Scientologie, der Presse und seinen Filmen. So ist hier oftmals auf Gedeih und Verderb abhängig, wie sich Leute zu Scientologie äußern. Oftmals mussten Presse oder an einem Film Beteiligte umfangreiche Scientologie-Führungen o. ä. in Kauf nehmen.
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am 20. Oktober 2008
Beim neuen Buch von Frank Nordhausen und Liane von Billerbeck handelt es sich um ein fachlich fundiertes, gut recherchiertes und äußerst informatives Werk zum Thema "Scientology". Scientologykritisch, und zwar nicht nur der Kritik wegen (wie es bei manch anderem scientologykritischen Buch der Fall ist), sondern mit ausführlichen und plausiblen Argumenten. Dazu ist es stilistisch, orthographisch und grammatikalisch einwandfrei geschrieben, sodass man beim Lesen (auch im Gegensatz zu manch anderem Werk) nicht von etwaigen Fehlern abgelenkt wird. Schade ist nur, dass die Fußnotennummerierung in einem Kapitel etwas durcheinander geraten ist, sodass die Fußnoten am Ende des Buches nicht mit denen im Kapitel selbst übereinstimmen.

Allerdings ist dieses Buch keine "Einsteigerliteratur", das heißt: Leute, die wenig über Scientology und ihre Gefahren wissen, werden weniger damit anfangen können als diejenigen, die bereits über Hintergrundwissen verfügen und dieses vertiefen möchten. So erfährt der Leser kaum etwas über typische Scientologylehren, dafür erhält er aber zahlreiche Hintergrundinformationen über die Geschichte der Scientology, über den seltsamen Tod des Sektengründers (der Anti-Drogen-Narzisst starb unter Drogeneinfluss!), über die mysteriöse Machtübernahme, über die zahlreichen damit zusammenhängenden Ausstiege ehemals hochrangiger Scientologen, über den sekteneigenen Geheimdienst und seine Arbeitsmethoden, über die Rolle von (Noch-)Stars wie Tom Cruise, über das seltsame Benehmen deutscher Journalisten im Zusammenhang mit Cruise' Berlinbesuch während der Dreharbeiten für seinen nächsten Kinoflop, über Ungereimtheiten im merkwürdigen Anerkennungsverfahren durch die amerikanische Steuerbehörde, über sekteninterne Straf- und Umerziehungslager und -maßnahmen, über Scientologyanteile an früheren Windows-Versionen u.v.a.m.

Das sind allesamt Themen, die in anderen kritischen Büchern entweder nur leicht angehaucht oder gar nicht erwähnt werden. Alleine schon aus diesem Grund ist dieses Werk ein Muss für Sachkundige und ausstiegswillige Scientologen, die ihre rosarote Sektenbrille endlich gegen vernünftiges Tageslicht tauschen möchten. Für Letztere dürfte es der Schubs sein, den sie brauchen, um diesem widersprüchlichen, menschenverachtenden Verein endlich endgültig den Rücken zu kehren.

Fazit: Knapp 20 Euro, die sehr gut angelegt sind, und vor allem viele spannende und lehrreiche Abende. Sehr empfehlenswert!
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TOP 500 REZENSENTam 20. Mai 2013
Seit Ende der 90er Jahre sinken die Mitgliedszahlen von Scientology, und die Zahl der Kritiker steigt. 10 Millionen Mitglieder weltweit sollen es laut Scientology sein, in Deutschland spricht Scientology von 12.000Mitgliedern.Auch wenn die Zahlen übertrieben sein dürften (Kenner sprechen von 5.000 - 6.000) – verharmlosen darf man die Sekte nicht, die seit 1997 in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Wie gefährlich ist Scientology?

Haben die Anhänger der Lehren von L. Ron Hubbard die Absicht, die Weltherrschaft zu übernehmen? Glaubt man den Erzählungen Zahlreicher Aussteiger, die in dem Buch zu Wort kommen, ist dem als Religion getarnten Wirtschaftsunternehmen jedes Mittel recht, um Macht und Einfluss zu gewinnen. Das Oberverwaltungsgericht Münster entschied dann auch, dass es rechtens ist, die Sekte vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. In dem Urteil heißt es: »Scientology strebt eine Gesellschaftsordnung an, in der zentrale Verfassungswerte wie die Menschenwürde und das Recht auf Gleichbehandlung außer Kraft gesetzt oder eingeschränkt werden sollen. Insbesondere besteht der Verdacht, dass in einer scientologischen Gesellschaft nur Scientologen die staatsbürgerlichen Rechte zustehen sollen.«

Die beiden Journalisten Frank Nordhausen und Liane von Billerbeck recherchieren seit 20 Jahren zu dem Thema. In ihrem Buch von 2008 beschreiben sie sachlich, fundiert und spannend die Werbung durch Hollywood-Stars wie Tom Cruise und John Travolta, die Geschichte von ihrem Gründer L. Ron Hubbard, die skrupellose Machtübernahme durch seinen Nachfolger David Miscavige, die Erfolge in den USA und den Gegenwind, der der Sekte durch zahlreiche Kritiker und das Internet entgegenbläst. Sehr anschaulich wird dargelegt, wie mit Zwickau eine ganze Stadt von den Investitionen des scientologischen Immobilienkaufmanns Kurt Fliegenbauer abhängig wurde. Bis zu seiner Verurteilung wegen Insolvenzverschleppung im Jahr 2002 hatte Fliegenbauer 290 überwiegend Denkmalgeschützte Objekte erworben, saniert und teuer verkauft und auf diese Weise viel Geld in die Kassen von Scientology gespült.

Was für die Anhänger die Faszination der Lehre ausmacht, kann man nur erahnen, denn der Mythos von dem außerirdischen Herrscher Xenu, der vor 75 Millionen Jahren die Erde mit Thetanen verseuchte, die als Engramme in den menschlichen Körpern weiterleben und nur mit dem Auditing-Verfahren wegzubekommen sind, erinnert eher an Science-Fiction als an eine ernstzunehmende Religion. Die Autoren Jedenfalls mahnen an, im Kampf gegen die totalitäre Psychosekte nicht nachzulassen, und hoffen auf eine globale Lösung. Frankreich ist im Kampf gegen Scientology in Europa Vorreiter: Die Franzosen verabschiedeten ein Sekten-Gesetz, das Haftstrafen bis zu drei Jahren und hohe Geldstrafen vorsieht, wenn ein »Missbrauch Abhängiger infolge einer psychischen oder physischen Beeinflussung « vorliegt oder ein »Einschluss von Kindern in entsozialisierende erzieherische Prinzipien« erfolgt.
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am 5. Januar 2013
Scientology ist als Promi-Sekte heutzutage fast jedem ein Begriff. Dabei wird diese Gemeinschaft meist eher belächelt oder einfach als Promi-Spleen abgetan. Frank Nordhausen und Liane von Billerbeck zeigen mit ihrem Standardwerk zum Thema, dass Scientology weitaus gefährlicher ist, und der Sekte mehr kritische Beachtung zuteil werden sollte.

Frank Nordhausen, der bis 2011 für die Berliner Zeitung arbeitete, veröffentlichte bereits 1993 mit Liane von Billerbeck ein erstes Werk über Scientology. Es folgte ein allgemeines Buch über Psycho-Sekten und schließlich aktualisierte Ausgaben des ersten Scientology-Buches. Die letzte überarbeitete Version kam 2012 in den Handel.

Aus aktuellem Anlass beginnt die neuste Version des Buches „Scientology“ mit einem Teil über Tom Cruise, dem Aushängeschild der Sekte. Dieser war anlässlich der Dreharbeiten zu seinem Film „Operation Walküre“ in Berlin, und nutzte die Zeit, um Werbung für seine Sekte zu machen. Frank Nordhausen nutzt dies um dem Leser einen ersten Überblick über die aktuelle Situation und die Tätigkeiten Scientologys in Deutschland zu geben. Außerdem geht er auf die Anziehungskraft der Sekte auf Hollywood-Stars wie Tom Cruise ein. Dieser Teil, mit dem Schwerpunkt Scientology in Deutschland, nimmt das erste Drittel des Buches ein.
Im zweiten Drittel wird sodann die Geschichte der Sekte beschrieben. Angefangen bei Gründer L. Ron Hubbard wird die Entstehung der Sekte, der Aufbau und die Entwicklung zu einem mächtigen und kommerziell unglaublich erfolgreichem Psycho-Konzern detailliert beschrieben. Auch die Praktiken, die interne Struktur und die Machthierarchie werden ausführlich geschildert.
Im letzten Drittel wird die Situation der Sekte in verschiedenen Staaten (USA, Deutschland, Frankreich, EU...) beschrieben. Dabei beschreiben die Autoren die kuriose Entwicklung, welche die Sekte in den USA nahm – von einer vom IRS verfolgten Organisation zu einer steuerlich befreiten Gemeinschaft mit starkem politischen Einfluss, sowie den Gegenwind, den sie in Deutschland und Europa erfährt.

Beim Lesen des knapp 600 Seiten umfassenden Taschenbuchs fallen zunächst zwei Punkte auf: Zum einen wirkt alles beschriebene sehr gut recherchiert, wobei gerade die Einsichten in die Interna der Sekte zumeist auf den Aussagen von hochrangigen Aussteigern basieren. Zum anderen vermögen es die beiden Autoren auch sehr gut die zahllosen Daten und Fakten aufzubereiten und zu präsentieren. So wird das Buch zu einer spannenden und aufklärenden Lektüre, die zeigt, dass die Gefahr, die von Scientology ausgeht, noch heute von den meisten Menschen unterschätzt wird. Gerade deswegen sind Bücher wie dieses, die Aufklärung liefern auch ungemein wichtig, und sollten von so vielen Menschen wie möglich gelesen werden.
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am 28. September 2008
Ich hatte die Freude dieses Buch während der Entstehungsphase korrekturzulesen, und denke dass hier ein neues "Standardwerk" enstanden ist, ein legitimer Nachfolger von dem "Magie" Buch von Pfarrer Haack.

Für dieses Buch gilt das Gleiche wie für das Vorgängerbuch der beiden Autoren: es ist von Journalisten geschrieben und deshalb gut verständlich. Für Leute, die sich erstmals über Scientology informieren wollen, bietet es auf über 600 (!) Seiten einen sehr umfassenden Überblick; aber auch für Kenner des Themas findet sich noch viel Neues.

Besonders gut fand ich den Abschnitt über das Filmprojekt von Tom Cruise, welches dank blinder Unterstützung aus der Feuilleton-Szene sogar noch Millionen an Steuergeldern einsacken konnte.

Ebenfalls sehr gut fand ich die Darstellung über Auf- und Abstieg des Scientologen Kurt Fliegerbauer in Zwickau. Letzteres Thema wurde noch nie in solcher Ausführlichkeit behandelt; es ist erschreckend, wie stark die Behörden den Mann seinerzeit gedeckt und unterstützt haben.
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am 15. September 2008
Scientology. Wie der Sektenkonzern die Welt erobern will

Da ich den Informationsgehalt des ca. 1994 im selben Verlag erschienenen 1ten Buches der Autoren zu Scientology zu schätzen wusste (das ich damals in Berlin las), interessierte mich nun das Ergebnis dessen Überarbeitung.
Ich kann nur schreiben: Das ist den Autoren sehr gut gelungen!
Erneut fühle mich gut, aktuell und (in diesem Fall fast zu) faktenreich informiert.
Auch wenn es interessanter für mich war und ist, die Informationen darüber zu lesen, was sich im Sektenkonzern in den letzten Jahren änderte und wie er sich "wandelte" (manches ist nach wie vor so abgedreht, dass es teilweise auch schon wieder lustig ist [wenn es im Ergebnis nicht so erschreckend wäre!!!]), wer ihn (unter-)stützt(e) und wie er mit wem, bei wem, mit welchen Argumenten und Techniken auf Menschenfang und Manipulierung der (öffentlichen) Meinung ging, geht und - reichlich Kasse macht.
Das totalitäre, anti-demokratische und menschenverachtende System von Scientology wird sehr ausführlich dargestellt.
Dafür den Autoren mein ausdrückliches Lob und dafür gibt es 4 Sterne.
5 Sterne nur deshalb nicht, weil mir die faktenreichen Ausführungen der Autoren fast zu sehr in's Detail gehen (616 Seiten, davon fast 90 Seiten Anmerkungen, Literaturhinweise etc. - mon Dieu!!!). Etwas weniger wäre mehr gewesen. Meine Freundin meinte dazu, dass sie das Buch wohl auch deshalb besonders sorgfältig geschrieben bzw. überarbeitet hätten, um dem Argument, dass sie auch nur einen Aspekt zu Scientology übersehen hätten, gleich zu entkräften.

Wer sollte es lesen? Alle, die sich mit Scientology auseinandersetzen möchten oder die mit diesem totalitären und wenige Grenzen einhaltenden Sektenkonzern konfrontiert waren, sind oder zukünftig sein könnten.

Man muss nicht in Hysterie verfallen, wenn der Name "Scientology" oder ein anderes der scientologischen Zauberwörter (z. B. "Dianetik" [an Ständen in Fußgängerzonen]) fällt.
Klug wäre es, sich umfassend zu informieren.
Dafür ist das Buch bestens geeignet.

P.S.: Da ich kein Interesse daran habe, uns durch Scientologen belästigen zu lassen, habe ich mich eines Pseudonyms bedient. Sonst schreibe ich hier unter meinem "Real Name".
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am 21. September 2008
Fast bescheiden heißt es in der Verlagswerbung: "Das Buch ist eine kritische Gesamtdarstellung des Machtsystems Scientology mit journalistischen Mitteln" - ja, es ist vorbildlich darin, wie investigativer Journalismus ein so schweriges Thema darstellen sollte.
Aber vor allem ist das Buch als Gesamtdarstellung ein Meilenstein in der kritischen Beschäftigung mit Scientology in Europa. Es beschreibt in nicht nur gut und spannend geschriebenen, sondern auch hervorragend mit Nachweisen belegten Kapiteln, wie diese weltweit tätige Organisation entstand, was will sie, wer heute die Fäden zieht und warum Scientology einen »Krieg gegen Europa« führt.
Es ist daher Pflichtlektüre für alle, die sich kritisch mit Scientology auseinandersetzen müssen, insbesondere Poltikerinnen und Politiker in Deutschland - und in Europa. Eine Übersetzung ins Englische sollte der Verlag zügig in Angriff nehmen.
Es wäre wünschenswert, aber zu schön um wahr zu sein, wenn auch Noch-Scientologen es lesen dürften, um sich über Strukturen und Ziele des Konzerns, dem sie sich verschrieben haben, zu orientieren.

Das Buch steigt ein mit einem ausführlichen Kapitel darüber, wie dem Scientology-Botschafter Tom Cruise im Sommer 2007 der Durchmarsch in fast alle deutschen Feuilletons gelang. Das für die deutschen Edelfedern von Kreye und Kniebe (beide SZ) bis Schirrmacher (FAZ) blamable Kapitel - Cruise hatte ja zwischenzeitlich sein Propaganda-Projekt im Übermut von Valkyrie in "Rubikon" umbenannt! - fand seinen Höhepunkt und peinlichen Absturz bei der Bambi-Verleihung für "Courage". Die wabernde Laudatio hielt Frank Schirrmacher. Cruise sei so couragiert, eine Rolle in einem (aus Steuergeldern subventionierten) Film in Deutschland zu spielen. Erst diese überzogene Laudatio und die peinliche Dankesrede von Cruise brachte die deutsche Zeitungswelt wieder zur Besinnung.
Im anschließenden Kapitel beschreibt das Buch den Einfluß von Scientology in Hollywood. Ursula Caberta und ihre Hamburger Arbeitsgruppe werden in einem eigenen Kapitel gewürdigt; dann geht es um die neue Situation in Berlin nach Errichtung der Hauptstadtzentrale.
Im historischen Rückblick wird die Herkunft von Scientology, die Machtübernahme durch David Miscavige und die "Besetzung" von Clearwater beschrieben.
Die Versuche, weiteren politischen Einfluß in Deutschland zu gewinnen ("Clear Deutschland" sind durch den erreichten "Frieden mit Washington", ja durch die regelrechte Unterstützung durch den amerikanische Regierungsapparat für Scientology nicht unrealistischer geworden.
Im letzten Kapitel geht es um den Gegenwind in Westeuropa. Dabei wird in erschreckender Deutlichkeit dokumentiert, wie weit Scientology in Frankreich bereits gekommen war. Daher erklärt sich zum Teil die heutige französische Entschlossenheit im Vorgehen gegen Scientology.

Nordhausen sieht im letzten Abschnitt das Internet mit seiner Informationsfreiheit als Scientologys Vietnam, meint aber, daß nur eine gemeinsame entschlossene Haltung der europäischen Staaten und schließlich ein Umdenken in den USA Scientology in die Knie zwingen wird.
Es könnte, meine ich, auch sein, daß das System wegen Überdehnung mit möglicherweise schrecklichen Kollateralschäden und der Freisetzung aller möglicher Derivate und Nachfolgeorganisationen im Laufe des nächsten Jahrzehnts in sich zusammenstürzt. Totalitäre Systeme haben keine Bestandsgarantie. Dennoch wird dies noch nicht das letzte Buch über Scientology sein.
Bsonders gut:
Der ausführliche Anhang des Buches mit ausführlichen Anmerkungen, Abkürzungsverzeichnis, erschöpfenden Literaturhinweisne und vor allem einem ausführlichen, hilfreichen Register zur Erschließung der Materialfülle.
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am 18. September 2008
Das Buch "Scientology. Wie der Sektenkonzern die Welt erobern will" habe ich erst vor wenigen Tagen zu Ende gelesen .... es beleuchtet sehr gut den Aspekt wie Scientology die Menschen bindet, und wie Scientology die Menschen bringt Geld in die Kassen zu zahlen. Außerdem sind die Unterwanderungsversuche und die Bekräftigung im Gesellschaftsleben gut beschrieben.
Einige Punkte:
Der Gründer von Scientology L. Ron Hubbard, war bei weitem nicht der schillender Völkerverständiger für den er sich hielt. Wie bereits mehrfach aufgedeckt, war er ein gnadenloser Lügner wenn es darum ging seine Bio mit Ruhm zu schmücken, das ist zweifelsfrei dargelegt.

Oder auch die BBC-Doku "Scientology & Me", wo der angesehene BBC-Reporter dem Fakt nachgehen wollte, ob Scientology immer noch nach den alten Doktrien handelt oder sich zu einer modernen Religion entwickelt hat. Millionenfach wurde bei Youtube ein Video angeklickt, wo Sweeney austickt und Scientologen anbrüllt. Was das von Scientology veröffentlichte Video aber verschwieg: Sweeney wurde tagelang verfolgt, bedrängt und eingeschüchtert und auf Schritt und Tritt von Scientologen mit Kameras begleitet.

Das sind nur zwei Fälle die Nordhausen und Billerbeck darstellen. Es gibt noch etliche andere, wo Scientology aktuell nach ihren immer noch gültigen Doktrien handelt, um Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu unterwandern. Auch der Millionenschwere Immobillienhai Fliegerbauer, der die halbe Zwickauer Innenstadt aufkaufte und weiter vertrieb (Unter anderem an Hessens Innenminister, welcher unter sich ironischerweise das Ressort "Verfassungsschutz" hat) kommt nicht gut weg im Buch, zurecht.
Ein anderer Punkt ist, wieso Scientology den Berliner Verfassungsschutz austrickste, und für die größte Krise jeniger sorgte, unter anderen mit personellen und behördlichen Konsequenzen - was dafür sorgte, dass der Berliner VS Scientology bis heute nicht einmal mit der Kneifzange anfässt, aus Furcht.

Das Buch ist wirklich sehr aktuell, es sind teilweise Ereignisse drin, die sich Mitte 2008 abspielten. Außerdem sind die Zitate und Infos sehr ausführlich mit Quellen belegt.(manchmal sogar etwas zu ausführlich, aber das ist bei investigativen Büchern wohl leider nicht vermeidbar)

Insgesamt kann ich das Buch empfehlen, es ist auf jeden Fall spannend, und es gab auch zwei Momente an denen ich das Buch zur Seite legen musste, da es einfach nicht mehr ging. Wie einer der Vorrezensenten gesagt hat: Man kann die Kapitel auch einzeln angehen, die bauen nur teilweise aufeinander auf. Wer sich etwa für Tom Cruise nicht interessiert, kann gleich zum nächsten gehen. Das macht auch das Nachlschagen leichter. Was ein wenig zu kurz kommt, ist warum die Menschen Hubbard so vergötterten - warum sind sie mit ihm auf ein Schiff gegangen und gaben ihr voriges Leben zu Gunsten von Scientology auf? Das wird zwar erwähnt, dass gerade zu diesem Zeitpunkt der Markt für geistige Entwicklung sich eröffnet habe, doch kann ich es mir kaum vorstellen, dass Hubbard so ein Charisma hatte, solch eine Flut von Anhängern zu haben. Auf den Fotos macht er jedenfalls nicht den Eindruck ;)
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