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Kundenrezensionen

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am 10. Januar 2016
Da der Krieg in Syrien nun schon mehrere Jahre dauert, gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Büchern über diesen Konflikt. Hier ist eines der besseren zu besprechen. Hintergründe, Analysen, Berichte zu liefern - diesem selbstgestellten Anspruch im Untertitel wird das Buch gerecht.

In dreizehn Beiträgen von Wissenschaftlern und Journalisten werden jeweils einzelne Aspekte des Konflikts beleuchtet. Da geht es etwa um die Rolle der Türkei und die Rolle Russlands im Konflikt - in der Regel werden der historische Hintergrund zumindest skizzenhaft dargestellt. Das geschieht mit guter Sachkenntnis, faktenreich und argumentativ. Die Beiträge sind kritisch gegenüber dem Assad-Regime, es wird aber nicht von vorneherein ausgeschlossen, dass ein Ende des Krieges auch die Einbeziehung des Regimes voraussetzen und einschließen könnte.

Ausgesprochen öde ist der Begriff des Stellvertreterkrieges, den die Mitherausgeberin Tyma Kraitt, undefiniert und unreflektiert verwendet. Wer sind denn genau die Mächte, die angeblich, anscheinend von innersyrischen Kräften repräsentiert werden? Und einen gänzlich unbelegten und pauschalen Artikel des Spiegels als Beleg den Status Syriens im Jahre 1980 zu verwenden zeugt nur von Unbedarftheit.

Das Buch ist mit 222 Seiten nicht sehr lang, aber doch sehr informativ, da die einzelnen Beträge knapp sind und jeweils einzelne Aspekte
behandeln. Ein dreiseitiges Literaturverzeichnis mit "klassischen" und aktuellen Titeln, zwei Landkarten, eine sehr gute Zeittafel für die Ereignisse ab 1914 und die kurze Vorstellung der Autorinnen und Autoren rundet das Buch ab. Es ist durchgehend sehr sorgfältig gemacht und insgesamt ein nützlicher Beitrag zu Entwicklungen, die schwer zu verstehen sind.
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am 21. Januar 2014
Was in Tunesien und Ägypten so hoffnungsvoll begonnen hatte, endete mit einem Militärputsch in Ägypten, in einem sektiererischen Bürgerkrieg in Syrien und brutaler Repression in den arabischen Despotien auf der Arabischen Halbinsel. Aus dem so genannten arabischen Frühling ist ein islamischer Winter geworden. Kurz vor der Eröffnung der zweiten Syrien-Konferenz lohnt die Lektüre besonders, da sie keinen Tribut an die im Westen vorherrschende ideologische Berichterstattung geleistet hat.

Seit dem Ausbruch des Aufstands gegen Baschar al-Assad im März 2011 vergeht kaum ein Tag, an dem es keine Meldungen über Kämpfe zwischen Regierungstruppen und islamistischen Terrorgruppen, von unzähligen Toten und enormen Verwüstungen ganzer Städte gibt. Die Dauer des Konfliktes und die Gefahren einer Destabilisierung der ganzen Region machen eine profunde Analyse dringend notwendig.

Der Sammelband führt eine ganze Reihe renommierter Autoren/innen zusammen. Wie im Beitrag der Journalistin Karin Leukefeld deutlich wird, die als einzige deutsche Korrespondentin seit Ausbruch des Bürgerkrieges aus Syrien berichtet, ist die Berichterstattung in den deutschen Mainstream-Medien ideologisch extrem einseitig. Leukefeld wurde von Kollegen bei einigen Hörfunksendern als „Hofberichterstatterin“ Assads völlig zu Unrecht denunziert, weil ihre Berichterstattung nicht ins US-amerikanische Propagandaformat gepasst hat. Ihr Reportagebeitrag ist mitreißend geschrieben.

Werner Ruf behandelt die Rolle der USA und der Golfstaaten, die die Hauptförderer der islamistischen Terrorgruppen sind, um ihre islamistische Herrschaft regional weiter abzusichern. Bei den Umstürzen in Tunesien und Ägypten bedienten sich die USA ihrer gewohnten Demokratierhetorik und verpassten den Islamisten das Etikett „gemäßigt“, gleichzeitig kollaborierten sie mit Vertretern des Militärs, um sie im Notfall zu einem Putsch zu animieren, wie in Ägypten geschehen.

Der Libysche Herrscher Gaddafi wurde mit Hilfe der reaktionären Elemente der Arabischen Liga in Kooperation mit Frankreich und Großbritannien gestürzt, weil er für das „korrupte neo-koloniale System der Francafrique“ zu gefährlich geworden war. Die Demokratiebewegungen in der arabischen Welt haben das rassistische Paradigma von „Kampf der Kulturen“ und die damit einhergehende These von der Demokratieunfähigkeit der islamischen Welt widerlegt, da unterstützt der Westen gerade die reaktionärsten arabischen Regime, die das kulturalistische Paradigma nutzen, um ihre anachronistische Macht zu erhalten, schreibt Werner Ruf.

Die auf der bevorstehenden Syrien-Konferenz auftretenden Vertreter der so genannten Freien Syrischen Armee stellen eine Mogelpackung dar, da in ihr die extremistischen Kräfte um Al-Kaida und anderer Terrorgruppen das Sagen haben. Der Beitrag von Karin Kulow zeigt, dass Russland das Nahostkonzept der USA verhindern und unterlaufen will. Sollte der Westen mit seinen reaktionären arabischen Despoten in Genf weiter darauf beharren, dass Assad einer Übergangsregierung nicht angehören darf, wird die Konferenz scheitern. Assads Tage sind noch lange nicht gezählt.

Wer sich abseits der manipulierten Berichterstattung durch die westlichen Medien umfassend und objektiv informieren will, sollte zu diesem ausgezeichneten Sammelband greifen.

Dr. Ludwig Watzal arbeitet als Journalist und Redakteur in Bonn.
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am 29. Oktober 2014
Sehr empfehlenswert ! Hätte nach meinem Geschmack aber noch umfangreicher und teils noch wissenschaftlicher ausgericht sein können, ansonsten sind genausolche Informationen notwenidg, die in der breiten Öffentlichkeit allzu oft unter den Teppich gekehrt werden.
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am 12. Oktober 2016
Die Frage ist doch: Wer sagt mir was über Syrien und was stimmt dann davon wirklich? Im Moment ist es unmöglich, diese Frage sicher zu beantworten. Die Autoren dieses Buches haben das versucht und man hat nach dem Lesen den Eindruck, ein differenziertes Bild der Lage erhalten zu haben. Sehr gut gefallen haben mir die Ausflüge in die historischen Hintergründe.
Klar ist nach der Lektüre auch: Tagesschau und Zeitungen reichen nicht aus, um sich ein Bild zu machen.
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am 1. September 2014
Dieses Buch bringt etwas Licht in die Presseberichterstattung und setzt sich u.a. kritisch damit auseinander. Es ist topaktuell und hilft, den Konflikt seriös zu betrachten.
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