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Amüsiert wunderte sich die NZZ vor einiger Zeit in einer kurzen Rezension, wie "Der größte Raubzug der Geschichte" es im Nachbarland auf die Bestsellerlisten schaffen konnte. Dies hänge wohl "mit der mangelnden Bildung der deutschen Bundesbürger in Finanzfragen zusammen."

Natürlich weiß niemand, welche Crashs und Krisen die Zukunft noch für uns bereit hält. Doch eins ist sicher: Würden nur genügend Leute den Empfehlungen der Autoren dieses Buches folgen, ihr Geld von Banken abheben, aus dem Aktien- und Wertpapiermarkt abziehen und in Gold, Silber und Scotch Whisky anlegen; würde die Politik zudem das Geldsystem den Vorstellungen der Autoren gemäß umgestalten: den Banken die Giralgeldschöpfung untersagen, Vollgeld und Goldstandard einführen usw. wäre das Chaos tatsächlich perfekt.

Was die Investmenttipps betrifft wundert man sich zunächst: Wenn die Autoren so sicher sind, dass der Crash auf allen Ebenen kommt, wäre der einzig konsequente Tipp, alles was man hat zu verkaufen, auf fallende Aktienkurse, Kreditausfälle etc. zu wetten, und der Stunde zu harren, in der man mit mathematischer Sicherheit in die Millionärsriege einrückt! Bis einem klar wird, dass sie bei Crashs nicht etwa an Black Friday 1927, Black Thursday 1929, nicht an 1987, 9/11 oder 2007 dachten – Kurseinbrüche von 10-30% - und bei Staatsbankrotts nicht an Kreditschnitte von 10-50%, nicht an 40 Mrd. USD wie im Fall Russland 1998, oder 100 Mrd. USD wie in Argentinien 2002 – in ihrem Szenario findet der Super Gau statt, bei dem so gut wie jeder Sparer und Anleger in die Röhre gucken wird. Neun von zehn Menschen würden wohl 90% ihrer Rücklagen verlieren, sofern sie nicht früh genug auf Sachwerte umstellen.

Die Folgen die dgl. in weltpolitischer Hinsicht hätte, so es dazu überhaupt auch nur theoretisch kommen könnte, bereiten ihnen dabei kein Kopfzerbrechen. Im Gegenteil – gut vorversorgt durch Obstwiese mit Kaninchenzucht, einem Fass Rum im Keller und einer im Vorgarten vergrabenen Schatztruhe lässt sich gut abwarten, bis die Welt durch die Katastrophenerfahrung geläutert endlich zur Besinnung kommt, denn der Crash ist ja die Lösung.

Würde man den Banken die Giralgeldschöpfung verbieten würde logischerweise die gesamte kreditbasierte Wirtschaft einbrechen. Die Giralgeldschöpfung ist keine Guthabens- oder Vermögenschöpfung. Weder bekommen Banken Geld geschenkt, noch verschenken sie Geld. Was sie an Krediten vergeben, muss auch wieder zurückgezahlt werden. Genau deshalb kommt es bei umfangreichen Kreditausfällen auch zu Bankenkrisen. Würden wir in der von den Autoren geschilderten Märchenwelt leben („auf Knopfdruck aus einem Euro hundert Euro machen“), hätte es die Turbulenzen seit 2008 nicht gegeben, statt dessen aber eine galoppierende Inflation.

Im von den Autoren favorisierte Vollgeldsystem würden die Zentralbanken das nötige Geld ausgeben. Das System würde zentralistischer und könnte weniger präzise an den tatsächlichen Liquiditätsbedarf adaptieren, bliebe aber nichts desto trotz von A-Z kreditbasiert. Geschäftsbanken könnten genauso ins Straucheln geraten, wie jetzt auch, denn sie müssen ja an die Notenbanken verzinst zurückzahlen. Kreditausfälle schlagen zu Buche – ob das Geld nun vor der Vergabe vorlag oder nicht. Von Bedeutung für die Stabilität einer Bank ist vielmehr die Eigenkapital-, insbesondere die Kernkapitalquote, d.h. der Anteil, der nicht durch ev. Fehlinvestitionen oder Kreditausfälle angreifbar ist. Dass hier seit der Krise nichts geschehen sei – wie im Buch beklagt – ist so nicht richtig. Mit Basel III gab es sehr wohl Veränderungen. Ob umfänglich genug steht freilich auf einem anderen Blatt.

Vollgeld-Befürworter gehen i.d.R. davon aus, dass die Zentralbank die Geldmenge im Nachhinein an das Wirtschaftswachstum anpassen würde. Doch Wirtschaftswachstum setzt ausreichende Liquidität voraus, nicht umgekehrt. Die reale Geldmenge wird letztlich immer durch die Nachfrage bestimmt, egal wer das Geld generiert. Um auf dem schmalen Pfad zwischen zu hoher Inflation und Liquiditätsengpässen zu bleiben, bedarf es deshalb beidem – einer klugen Geldpolitik und einer große Nähe zum Markt.

Nicht totzukriegen und auch in diesem Buch transferiert: die Idee der Wiedereinführung des Goldstandards. So könne man dem Geld einen „intrinsischen Wert“ verleihen und die angebliche Geldmengenexplosion vermeiden. Davon abgesehen, dass auch Gold nur einen kulturell bedingten Wert besitzt - die Goldreserven des gesamten Euro-Systems liegen bei etwa 11.000 Tonnen - Ende 2013 rund 350 Mrd. Euro oder 6,5 % der Geldmenge M1 (Bargeld plus Sichteinlagen). Bestenfalls wäre also ein Proportionalsystem denkbar. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass in einem Währungssystem mit Goldstandard eine kontra-zyklische Geldpolitik nicht mehr möglich wäre.

Muss denn aber ein durch rückhaltlose Liquiditätszufuhr aufgeblasener Kapitalmarkt nicht zwangsläufig in einer Katastrophe enden? Wie verhält es sich denn mit den astronomischen Zahlen, die immer wieder ins Spiel gebracht werden, wenn die Rede vom Aktien- oder gar Derivatehandel ist? Wie kommt es überhaupt, dass wir noch nicht einer gigantischen Geldentwertung gegenüberstehen, wo doch allein der Derivatemarkt mit 700 Bio. USD zu Buche schlägt?

Wenn der weltweite CDS-Volumen 50% des Welt-BIP umfasst oder der Börsenwert von SAP den gemeinsamen Wert von Lufthansa, Daimler und BASF überragt, handelt es sich um rein fiktive Größen, die sich schnell in Luft auflösen würde, wenn – theoretisches Szenario - die Versicherungen fällig würden bzw. sich nur genügen Halter der entsprechenden Papiere auszahlen lassen wollten. Deshalb halten sich die realwirtschaftlichen Auswirkungen platzender Blasen auch in Grenzen. Die immer wieder diskutierte Frage, wo die in der Krise verlustig gegangenen Milliarden denn nun eigentlich abgeblieben seien, ist leicht zu beantworten: Nirgends! Es stellt sich nur heraus, dass es sie nie gegeben hat.

Probleme ergeben sich dann, wenn die Akteure der Finanzindustrie Papiere nach gegenwärtigem Marktwert ohne angemessene Risikobewertung in ihre Geschäftsbilanzen einpreisen. Hier setzen die immer wieder zu Recht vorgebrachten Forderungen nach mehr Transparenz, Verbesserung der Bankenaufsicht, die Risiken isolierenden Bilanzregeln, Größenbegrenzung der Institute, Trennung von Investment- und Publikumsbanking, Neuaufstellung der Ratingagenturen, eine konsequente Personalisierung bzw. Institutionalisierung der Risiken auf Seiten der Finanzmarktakteure, weitere Erhöhung der Eigenkapitalquote der Banken usw. an.

Und die Hals über Kopf verschuldeten OECD-Staaten? In den letzten 5 Jahren ist in Deutschland die Staatsschuldenquote um 4% gefallen. Der IWF prognostiziert, dass sie bereits 2020 wieder Maastricht-gerecht unter 60% liegen wird. In den US ist die Lage weniger rosig, doch auch dort liegt die Staatsschuldenquote noch immer ca. 15% unter der der Nachkriegszeit. Etwa die Hälfte der US-Staatschuld entfällt auf die FED. Würde es je einen US-Schuldenschnitt geben, dann sicher zuerst hier. Das würde den Dollarkurs vorübergehend signifikant drücken, vielmehr aber sicherlich nicht. - Und das von den Autoren als hoffnungslosester Fall überhaupt gebrandmarkte Japan? Führt es denn mit seinen gigantischen 8 Bio. Euro (Schuldenquote rd. 240%) nicht die Weltrangliste an? Doch – nur hat der japanische Staat fast ausschließlich bei denen geliehen, an die er auch austeilt – den inländischen Sparern. Deshalb hat Japan auch nicht wie Griechenland Probleme, seine Anleihen abzusetzen. Deren Verzinsung lag 2013 bei lächerlichen 1,26%.

Das eigentliche Problem wird auch an dieser Stelle nicht herausgearbeitet – es ist ganz unfiskalischer Natur und betrifft die Bevölkerungsentwicklung. Die Autoren, die so gern an allen Ecken exponentielle Entwicklungen ausmachen, übersehen die vielleicht brisanteste überhaupt: Von 1982-92 alterte die Bevölkerung in D um 1 Jahr, im darauf folgenden Jahrzehnt um 3 Jahre, von 2002-2012 bereits um 4 Jahre (Durchschnittsalter 2012 45 Jahre). Derzeit kumuliert so auch viel Vermögen, doch früher oder später ist auch hier abgeschöpft, was abzuschöpfen ist. Dann wird sich das Schrumpfen des gebärfähigen, erwerbstätigen, steuerzahlenden Teils der Bevölkerung bei gleichzeitiger Zunahme des unterstützungs- und pflegebedürftigen Teils immer bedrohlicher bemerkbar machen. Derzeit kompensieren Migranten noch den demografischen Schwund, doch ist weltweit mit der derzeitigen durchschnittl. Fertilitätsrate (2,0 - Tendenz fallend) der „Peak Child“ (Hans Rosling) bereits überschritten. Bis 2050 wird die Weltbevölkerung aufgrund weiter steigender Lebenserwartung noch zu-, dann jedoch kontinuierlich abnehmen. Insofern könnte die These von der größten Insolvenzverschleppung der Geschichte tatsächlich Gestalt annehmen. Doch dies wäre eher ein kulturell zu bearbeitendes Thema.

Die staatliche Zinslastquote bewegt sich in D, US und Japan seit Jahren um die 3%, im Vgl. zum Stand 2000 ist sie in allen drei Staaten sogar leicht gesunken. Man kann – wie von den Autoren vorgeschlagen – den Zinseszins abschaffen. Doch auch Kreditinstitute müssen sich irgendwie finanzieren und zudem die jährliche Geldentwertung berücksichtigen. Bei den von Staaten gehaltenen Krediten kommt ein weiterer Aspekt dazu. Auch Wirtschaftswachstum ist kumulativ und somit ebenso die Steuereinnahmen. Last but not least: In einer Marktwirtschaft wird der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt, auch der Preis von Krediten. Würden per Gesetz der Zinseszins abgeschafft, würden mit Sicherheit die Zinsen ansteigen. Belohnt würde damit eine verzögerte Kreditrückzahlung, bestraft eine schnelle.

Würden die USA tatsächlich pleite gehen, würde der Dollarkurs in den Boden rauschen. Die Sozialsysteme und das Gesundheitssystem würden kollabieren. Der Inlandskonsum würde einbrechen, was fatal für die Länder – auch Schwellen- und Entwicklungsländer – wäre, deren Wirtschaft stark vom Export in die Staaten abhängig ist. Ein Gigant wie die USA würde insbesondere viele ärmere Länder mit in den Strudel reißen. Politische Unruhen, Hungerkrisen und -aufstände wie 2008 wären die Folge. In Europa wären die Auswirkungen besonders für sehr exportorientierte Länder wie D auch deshalb fatal, weil der Euro stark aufwerten würde. Ähnliche Kettenwirkungen würde ein Staatsbankrott großer EU-Länder nach sich ziehen, nur in entsprechend geringerem Umfang. Niemand, der halbwegs verantwortlich denkt, kann dgl. also wollen oder gar herbeisehnen, weil es angeblich „die Lösung“ wäre. Sowohl die Zentralbanken als auch die Regierungen werden alles tun, um dem entgegenzuwirken. Würde die Situation sich zuspitzen, würde zudem der Druck hinsichtlich international konzertierter Maßnahmen steigen. Möglicherweise würde man sich endlich einigen, Steueroasen auszutrocknen, den Finanzsektor – wie oben angedeutet - stärker zu regulieren, Spekulationsgewinne abzuschöpfen, Superreiche angemessen zu besteuern etc.

So unglaublich es klingen mag: es gibt kaum etwas im gegenwärtigen System, dass nicht irgendwie auch Sinn macht und kaum Alternativen, die – so schön sie auch im ersten Moment klingen mögen – nicht wiederum anders geartete Nachteile und Risiken bergen. Das gilt selbst für den Derivatehandel. CDSs oder Long/Short-Kombinationen der Hedgefonds können gute Absicherungen darstellen, Termingeschäfte ebenso. Kreditausfälle und Kurseinbrüche könnten ohne diese Instrumente weniger gut abgepuffert werden. - Das regelmäßig in Bausch und Boden verdammte Private Equity kann Unternehmen i.d.T. ausweiden und zerstören. Es kann diese aber auch retten. - CDOs können Risiken auf mehrere Schultern verteilen und so Investitionsbereitschaften erhöhen usw.

Die Exzesse und Fehlentwicklungen, welche die Autoren zu recht kritisieren, rühren eher von Missbräuchen innerhalb des Systems her, als vom System selber. Nun gilt es genau hinzuschauen, und solchen Missbrauch politisch einzugrenzen, ohne das Kind mit dem Bade auszuschütten.

Lobenswert ist, dass die Autoren auf die grundlegenden Fragen hinweisen, die sich im Zusammenhang mit dem Krisengeschehen der letzten Jahre eben auch ganz neu stellen. Fragen die u.a. Wirtschaftsnobelpreisträger J. Stiglitz nicht müde wird, ins öffentliche Bewusstsein zu rufen. Welche Ethik und Moral wird im Wirtschafts- und Finanzsektor kultiviert? Was tragen die Wirtschaftswissenschaften dazu bei, dass Verantwortungsbewusstsein ausgehöhlt wird? Was macht eigentlich ein erfülltes Leben aus? Woran bemisst sich der Entwicklungsstand einer Gesellschaft? Gleicht das gegenwärtige fieberhafte Höher-Schneller-Besser-Weiter nicht der Jagd nach einer Fata Morgana, die immer weiter in die Wüste führt?

Fazit: Sicherlich enthält das Buch viele richtige Hinweise, Analysen und Kritikpunkte. Vieles ist jedoch unausgegoren und nicht zu Ende gedacht. Vieles wird übertrieben reißerisch und völlig unausgewogen dargestellt. Natürlich - mit ein wenig Weltuntergangs- und Verschwörungsthrill lassen sich Bestsellerlisten eher erobern als mit nüchternen, sauber recherchierten Sachbüchern. Wer sich solide zu den angeschnittenen Themen informieren möchte, sollte sich aber besser an Autoren wie Sinn, Otte, Sarrazin (sein Euro-Buch) oder auch Stiglitz, Krugman, Piketty halten. Wer über Alternativen zu unserer gegenwärtigen Wirtschaftsweise und unseren Konsummustern nachdenkt, kann dies möglicherweise besser mit Welzer, Skidelsky oder auch Felber tun.
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am 3. August 2014
Es werden noch einmal die Grundtatsachen der augenblicklichen Währungspolitik dargestellt. Dem auch überregionale Tages- oder Wochenzeitungen lesendem Betrachter sind diese fatalen Fehlhandlungen bekannt. Sie müssen zu einem katastrophalen Ende führen. Die Logik, die Mathematik und die Naturgesetze können auch durch Banken und ihre Lobbyisten nicht außer Kraft gesetzt werden.

Erschütternd ist zu lesen, wie infam Banken ihre Kunden betrügen. Es wird dargelegt, dass Banken ihre Berater bewusst anhalten sollen, schlechte Aktien, die die Bank selbst abstoßen möchte, ihren Kunden zu empfehlen. So werden sie also einerseits ihren Schrott los, anderseits kassieren sie dafür noch Gebühren. Es ist unerträglich.

Das alles wissen wir. Wir verdrängen es und stecken den Kopf in den Sand. Diese Dinge sind nicht neu. Sie werden noch einmal klar dargestellt.

Was soll der einfache Bürger tun? Wie kann er sich retten? Das ist die entscheidende Frage.
Die Autoren haben laut eigenem bekunden die Katastrophen und Staatspleiten des letzten Jahrhunderts analysiert. Viele Möglichkeiten habe der Bürger nicht. Folgendes wird unter anderem empfohlen:

1.) Vertraue dein Geld nicht der Bank an. Wenn das Geld auf der Bank liegt, besitzt du nichts. Es gehört der Bank. Dein Stück Papier ist wertlos. Man sollte also, so die Autoren, auf seinem Sparbuch oder sonstigen Konten eher einen kleinen Betrag seines Vermögens lagern. Im Katastrophenfall ist das Geld einfach weg.

2.) Die Autoren raten dem Leser, eine begrenzte Menge Bargeld zur schnellen Verfügung zu horten. Am Tag X sind die Banken geschlossen, die Automaten zahlen nur begrenzt aus. (Siehe Zypern). Lagern irgendwo, aber nicht unbedingt im Banksafe, da im Falle einer Bankenpleite diese gesperrt werden könnten, sondern im Prinzip zuhause im eigenen Tresor, irgendwo im Keller, notfalls im Garten vergraben. Die Autoren denken an etwa den Bedarf für 3 Monate. Dabei raten sie dazu, Deutsche Euroscheine zu nehmen. Diese haben die Landeskennung X, auf den neuen Scheinen die Landeskennung R, W, X vor der Seriennummer. Mit diesem Geld kann man sich zunächst helfen.
3.) Von Immobilien halten die Autoren nicht so sehr viel. Sie sollten nicht mehr als 30% des Vermögens ausmachen. Natürlich ist die eigengenutzte Immobilie schon von Vorteil. Sie sollte allerdings unbedingt schuldenfrei sein. Im Falle eines Zusammenbruches wird Guthaben stark entwertet, Schulden jedoch in der Regel nicht, wie die Autoren berichten. Also: Eine eigengenutzte Immobilie, schuldenfrei, gut gepflegt, gut ausgestattet. Der Öltank (falls vorhanden) sollte voll sein. Holz sollte gelagert sein, falls Kamin oder Ofen vorhanden sind. Fremd genutzte Immobilien bewerten die Autoren nicht so günstig. Dies ist allerdings kaum einzusehen. Eine vermietete, gut in Stand gehaltene Immobilie behält ihren Wert. Allerdings sagen die Autoren, dass im Falle eines Zusammenbruches der Staat sich das Geld von seinen Bürgern wie schon immer üblich zurückholen werde. Dazu würde er eine Immobilie stark besteuern, zumal man sie nicht wegtransportieren oder verstecken kann. Die Autoren raten dazu ggf. Wald, Ackerland oder Wiesen zu kaufen und diese an entsprechende Interessenten zu verpachten. Im Gegenzug könnten bei Bedarf Nahrungsmittel vom Landwirt bezogen werden. Das ist vertraglich natürlich etwas schwierig zu gestalten.

4.) Gold und Silber sind die großen Favoriten der Autoren. Diese Metalle haben jeden Crash überstanden. Sie behalten ihren Wert. Man sollte also einen gewissen Anteil seines Vermögens in Gold und Silber anlegen. Dies soll man jedoch nach Meinung der Autoren nicht unbedingt im Banksafe aufbewahren, da, wie gesagt, diese im Crashfall geschlossen werden könnten. Allerdings sagen die Autoren auch ganz eindeutig, dass der Inhalt eines Schließfaches immer im Besitz des Eigentümers bleibt, der Inhalt kann also von Bank oder Staat nicht genommen werden. Auch im Konkursfall bleibt der Inhalt des Bankfaches Eigentum des Mieters. Die Autoren schlagen vor, öffentlich zugängliche Safes (so etwas gibt es z.B. bei Edelmetallhandelshäusern) zu benutzen oder zumindest nicht alles bei einer einzigen Bank zu deponieren. Das betrifft aber wohl eher richtig große Vermögen.
Gold und Silber sollten nicht in zu großen Stückelungen genommen werden. Goldbarren bis 100 g oder Münzen um eine Unze. Gut sind gültige Zahlungsmittel wie Krügerrand oder Mappleleaf. Auch der Wiener Philharmoniker" ist nicht schlecht. Keine Sonderprägungen , Medaillen oder ähnlichen Dingen. Silber wird sehr favorisiert. Es ist industriell noch wertvoller als Gold. Hier könnte man ebenfalls Münzen nehmen, die im Katastrophenfall gut als Zahlungsmittel verwendet werden können. Allerdings muss auf Silber Mehrwertsteuer gezahlt werden.
Man sollte diese Dinge bei einem renommierten Unternehmen kaufen, sagen die Autoren. Gekauft wird anonym im Ladengeschäft. Das ist bis zu einem Betrag von 15.000 pro Tag und Person legal. Nicht über die Bank kaufen oder schicken lassen, so sagen die Autoren. Dort wird es registriert und im Crashfall wie üblich irgendwie besteuert oder mit Abgaben belegt. (Es gab schon eine so genannte Goldsteuer"). Also anonym kaufen.
5.) Von Diamanten halten die Autoren nicht so sehr viel. Man müsse sehr aufpassen. Ohne Zertifikate geht ohnehin nichts. Aber das alles kann gefälscht sein. Wenn die Autoren richtig verstanden wurden, muss die Nummer des Zertifikates auf dem Stein eingraviert sein. Insgesamt raten die Autoren eher ab.
Schmuck hat nur den Wert des reinen Gold- oder Silbergehaltes. Die Kunst dabei zählt nicht.
6.) Ernst gemeint ist der Vorschlag (zum Beispiel) guten und hochwertigen Single Malt Whisky einzulagern. Die Autoren führen an, dass dieser hochwertige Whisky nicht verderben kann und im Wert steigt. Die Flaschen sind nummeriert. Jede Whiskyflasche, die irgendwo in der Welt geöffnet wird, mache den eigenen Whisky wertvoller.
Dies soll nur ein Beispiel von vielen sein

7.) Es wird vorgeschlagen, die eigengenutzte Wohnimmobilie eventuell nach Prüfung der Rentabilität durch Fotovoltaik aufzuwerten. Somit kann der Strom auf jeden Fall für den eigenen Bedarf produziert werden. Auch Windräder im Garten oder auf dem Dach werden vorgeschlagen. Das wird jedoch möglicherweise Probleme mit Genehmigungen geben.

Soweit die Meinungen der Autoren. Der Fantasie sind somit keine Grenzen gesetzt, wie man sein Hab und Gut wenigstens halbwegs sichert und nicht ganz unvorbereitet in einen möglichen Crash läuft. Die Vorschläge sind schon etwas abseits des Üblichen und vielleicht eher als Denkanstoß zu werten. Einige Dinge, wie z.B. die strikte Ablehnung der Aktien, sind schwer nachvollziehbar. Auch die Aufbewahrung des Vermögens im eigenen Hause ist problematisch, unsicher und nervenaufreibend.
Der Schreiber dieser Zeilen möchte hinzufügen, dass Ausbildung und Wissen ein Gut sind, welches nicht vergeht. Also: Wenn man in die Ausbildung seiner Kinder oder auch in die eigene Ausbildung oder Weiterbildung investiert, ist das sicherlich auch eine gute Anlage.
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am 4. Januar 2016
Dieses Buch hatte ich mir nur geliehen und habe es anschließend bestellt. Das mußte ich besitzen! Ich bin hellauf begeistert.

Hier wird nach einem präzisen historischen Abriß nicht nur erklärt, wie „die Sache mit dem Geld“ funktioniert, sondern auch, wo die Fehler im System liegen und was man ändern muß. Wo betrogen werden kann und entsprechend natürlich auch wird. Warum was nicht funktioniert. Und daß wir bald mit 250 Sachen vor eine Wand fahren werden – aber auch, was man persönlich unternehmen kann, um einen Crash bei den eigenen Finanzen zu vermeiden. Welche Wege gefährlich sind und warum. Ein so komplexes Buch, daß man keine Chance hat, alles mit einem Mal Lesen zu verarbeiten. Dieses Buch gehört in jeden Bücherschrank, – jedenfalls, wenn man nicht zu den reichsten paar Prozent gehört, die sowieso am Ende immer gewinnen.
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am 13. Oktober 2014
Nach Lesen der Lektüre war ich zuerst sichtlich irritiert. Das Banken und Politik zumeist nichts Gutes im Schilde führen, war mir durchaus klar und somit haben mich die ersten 80 Seiten auch nicht sonderlich überrascht. Das Kapitel über Deutschland hat mich jedoch bereits ins Grübeln gebracht. Weder war mir war nicht bewusst, dass bei uns in Deutschland der größte Niedriglohnsektor Europas existiert, noch dass es dermaßen schlecht um die Infrastruktur unserer Heimat bestellt ist. Im Europakapitel und im Kapitel über die USA, China, Japan bin ich mit vielen Fakten konfrontiert worden, welchen mir bis dato vollkommen unbekannt waren und in aller Deutlichkeit die Misere vieler Länder Europas aufzeigen. Im Kapitel über Enteignung, Zwangsabgaben, Inflation schreiben die Autoren vom Ende des Zeitalters der Rendite. Dies kann ich durchaus bestätigen wenn ich die Verzinsung meines Ersparten auf meinem Sparbuch betrachte. Ebenfalls leuchtet mir die Argumentation der Autoren ein, dass wir alle Wohlstand verlieren werden. Mich hat die mir bisher unbekannte unbekannte, im Buch beschriebene, CAC-Klausel mehr als Überrascht. Mit der CAC-Klausel können Besitzer von Staatsanleihen rückwirkend enteignet werden. Lebensversicherungen legen einen Großteil des Geldes in Staatsanleihen an. Das Kapitel zu wie Schütze ich mein Vermögen war für mich aus einen einzigen Grund nicht so spannend – weil ich kein Vermögen besitze und somit auch nichts schützen kann. Beindruckt hat mich das letzte Kapitel, weil ich damit in einem solchen Buch nicht ansatzweise gerechnet habe. In diesem Kapitel sprechen die Autoren von der eigentlichen Krise unserer Gesellschaft. Sie sprechen von den verlorengegangenen Pfeilern unserer Gesellschaft wie Bildung und Erziehung, Mündigkeit, Werte, Moral und Ethik, Demut und Dankbarkeit und Liebe und Vertrauen. Und auch ich denke diese Pfeiler unserer Gesellschaft gehen leider immer mehr verloren.
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am 23. Juli 2015
Dieses Buch gibt Einblicke in die aktuelle europäische und weltweite Wirtschaftssituation mit besonderem Augenmerk auf Banken und deren Zusammenhänge und Auswirkung auf die persönliche Situation eines jeden Einzelnen. Ich fand die behandelten Argumente deshalb so interessant, weil sie mir einen tieferen Einblick gaben - den ich sonst trotz vieler Informationsquellen nicht habe - und es half mir, Entscheidungen für Anschaffungen und Umstrukturierungen. zu treffen, für die ich ansonsten immer noch gezögert hätte. Auch bei einfacheren Verhälntnisse ist es wichtig, eine solide und stabile Lebensbasis zu haben.
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am 4. Mai 2015
Wer heutzutage immernoch denkt die Banken und die Politik wollen nur das beste für den Bürger, der irrt gewaltig, aber das der Sumpf aus Intrigen, Machenschaften etc. so gewaltig ist, ist erschreckend. Für Banken scheint es keine Gesetzte zu geben, da wundert es kaum das es den tollen Begriff des Bankster gibt und die Politik macht munter mit. Gut, dass ich schon lange kein Sparbuch habe und meinen Bausparer schon vor langer Zeit gekündigt habe. Sparen lohnt sich einfach nicht. Früher oder später wird man eh enteignet. Das Buch sollte Pflichtlektüre an Schulen werden und das System kritisch durchleutet werden. Uns erwartete die Pest oder Cholera - was für ein guter Ausblick in die Zukunft. Bekanntlich lernt man aus Fehlern, komisch dass in der Politik immer wieder diesselben gemacht werden.
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am 21. Mai 2014
Die Autoren sind Meister im Aufzählen der vielen Probleme, die früher oder später unweigerlich zum Crash führen. Allerdings verraten sie relativ wenig darüber, was man konkret tun könnte. Und eben auch nicht wann.

"Der Crash wird kommen." So die These der Autoren. Diese Endzeitprognose findet sich derzeit ja in vielen Büchern. Hier gehen die Autoren einen Schritt weiter, in dem sie einen gängigen Spruch (es muss alles noch schlimmer werden bis es besser werden kann) als Lösung für alle Finanzprobleme propagieren. Sie tun das in drei Teilen. 1. Bestandsaufnahme des Ruins, 2. Rettung des Vermögens, 3. Neues (besseres) Finanzsystem nach dem Crash

Lohnt sich die Lektüre?

Die ersten Kapitel sind eine schonungslose Analyse der Finanzprobleme auf der Welt. Dieser Teil ist der bessere Teil. Man erfährt viele Details über Bankenkrisen, steigende Schulden der Länder, Immobillienblasen etc. Viele Diagramme (die qualitativ besser sein könnten) verdeutlichen den unaufhaltsamen Weg in den finanziellen Kollaps. Dabei werden alle wichtigen Länder mit ihren spezifischen Problemen einzeln aufgeführt. Die gute Nachricht: Deutschland geht es noch mit am besten. Die schlechte Nachricht: Es wird uns nichts nutzen, da alle um uns herum (inclusive USA, Japan, China) de facto pleite sind. Was etwas irritiert (wenn man aufmerksam liest): Die Autoren listen akribisch Zahlen und Fakten aus den jeweiligen Ländern auf. Doch ihre Anklagepunkte unterscheiden sich stellenweise diametral.

So wird beispielsweise für Deutschland ein ziemlich "linker" Standpunkt vertreten. Die Rot/Grüne Agenda 2010 führte zu sozialer Verelendung, Mindestlohn muss her, Sozialsysteme könnten besser sein, Steuern hoch. Selbst Gregor Gysi würde da erröten. Kann man so sehen, muss man aber nicht. Beim Blick nach Frankreich findet man auf einmal komplett den "neoliberalen" Standpunkt. Verrückt hohe Staatsquote, aufgeblähter Beamtenstaat, ruinöse Sozialleistungen (35 Stundenwoche, zu frühe Rente, 9 Wochen Urlaub etc), höchster Mindestlohn in Europa (knapp unter 10 Euro) ruiniert die Wirtschaft etc. Für den Durchschnittsleser tun sich auch eine Menge Widersprüche auf, und irgendwie bekommt man den Eindruck, dass es mit dem Auflisten der Probleme in den unterschiedlichen Ländern halt nicht getan ist. Oder salopp gesagt, das ganze so oder so den Bach runtergehen wird, egal ob man da jetzt noch bei uns einen Mindestlohn einführt oder in Frankreich wieder die 40 Stundenwoche. Dennoch, spätestens wenn man mit allen anderen Ländern durch ist, ist man heilfroh, dass man in Deutschland lebt, trotz aller Kritikpunkte hier.

Ok, nach dieser frustrierenden Bestandsaufnahme wartet man auf Lösungen. Doch leider können die Autoren, wie sie selbst als erste zugeben, natürlich keine zeitlichen Prognosen abgeben. So nach dem Motto. Der Crash wird kommen, aber wir wissen nicht genau wann. Und damit beginnt natürlich für den Leser ein Problem. Denn die Tatsache, dass irgendwann das Finanzsystem auf der Welt zusammenbricht ist als Horrorvision zwar wohl schon oft diskutiert worden, doch was konkret kann man als "Kleinsparer" dagegen tun?

Hier fällt das Buch hinter die Erwartungen des Lesers (zumindest was mich betrifft) zurück. Die Autoren besprechen alle möglichen Geldanlagen (Staatsanleihen, über Aktien, Immobilien, Wertanlagen etc.) und kommentieren sie. So richtige Empfehlungen geben sie allerdings nicht. Schlecht weg kommt alles was irgendwie mit "Papier" oder noch schlimmer "Daten" zu tun hat, also Geld auf der Bank (Giralgeld), Staatsanleihen, Bausparverträge, Lebensversicherungen, aber auch neue Exoten wie Bitcoins. Lieber Bargeld im Schließfach oder im heimischen Safe. Von Aktien halten sie auch nichts, da das billige Geld derzeit eine Aktienblase verursacht hat.

Etwas besser weg kommt die selbstgenutzte Immobilie (wenn man sie nicht nur abzahlen kann, sondern auch genug in der Hinterhand hat für Instandsetzung, mögliche neue Steuern, etc.), aber auf keinen Fall als Spekulationsobjekt in der Münchner Innenstadt oder am Berliner Gendarmenmarkt.
Gold und Silber schneiden eigentlich am besten ab, auch wenn sie als (einzigen) Nachteil keine Zinsen bringen. Idealerweise anonym kaufen, und verstecken (Bankschließfach, Safe im Keller, aber auch zur Not im Garten oder in der Kühltruhe, kein Witz!)
Dann wird die Luft aber schon dünner. Irgendwelche Kunstsammlungen, oder teure Uhren fallen genau so durch wie Briefmarken oder andere Liebhaberobjekte. Als Sachwerte werden jedoch Streuobstwiesen, Wälder oder Ackerland (zum Verpachten an Bauern) vorgeschlagen, sowie Investitionen in die eigene Energieversorgung (Windrad im Garten, Holz aus dem Wald für Ofen). Dann gibt es noch ein paar Exoten, wie Crowd Funding, oder Direktdarlehen an den benachbarten Bauern zum Austausch für dessen Produkte. Schließlich auch noch Single Malt Whiskeys (so man sich denn auskennt). Spätestens hier fragte ich mich, warum nicht auch französische Rotweine oder Cognac Gnade finden.

Leider war es das! Wer also hofft, da noch irgendwelche Geheimtips zu lesen, den muss ich enttäuschen. Mehr gibt es nicht. Die klare Botschaft lautet daher auch "Rendite war gestern! Alle werden Vermögen verlieren. Wer 50, 60 oder gar 70 % über den Crash rettet gehört zu den Gewinnern. Die Verlierer werden 90 % oder mehr verlieren."

Nun könnte man diese Investitionstips unter dieser pessimistischen Grundeinstellung einer "Welt komplett am Abgrund" ja akzeptieren. Allerdings stellt sich zumindest mir die Frage, WANN ich denn anfangen soll meine Aktien zu verkaufen, und mir ein Wäldchen kaufen oder Silbermünzen bunkern soll? (Silbermünzen haben inzwischen den Nachteil einen "Ausgabeaufschlag" in Form der Mehrwertsteuer zu haben. Also knapp 20 % der Kohle sind dann schon mal futsch). Abgesehen davon, dass es wohl kaum genug Ackerland und Obstwiesen geben wird, wenn alle Leser den Vorschlägen folgen sollten, so will man ja selber nicht zu den "Voreiligen" gehören. Der Schwabe in einem denkt vielleicht, dass man die nächsten zwei, drei, vier oder gar 10 Jahre "Aktienblase" noch schnell mitnehmen sollte, statt auf einem Vorrat von Brennholz und Single Malts sitzend auf den Crash zu warten. Mal ehrlich, lieber Anlagefreund, jetzt alles verkaufen?

Der letzte Teil beschäftigt sich dann mit dem "System" nach dem Crash. Also wie man ehrlich und fair in Zukunft miteinander umgeht. Das liest sich sehr klug und alles klingt auch anständig. Mir fehlt da allerdings das Fachwissen, um beurteilen zu können, ob das nun geniale Vorschläge oder nur Träume sind. Soll jeder selbst entscheiden.

Fazit: Wer das erste Buch kennt, muss das hier nicht auch noch lesen, auch wenn es besser geschrieben ist. Wer das erste Buch nicht kennt, kann sich hier in schonungsloser Offenheit die ganze Situation erklären lassen. Danach braucht er aber erst mal einen kräftigen Schluck Laphroig. Wer hofft irgendwelche neuen Anlagetips zu bekommen, könnte etwas enttäuscht werden. Es sei denn, er versteht unter "Anlage" das Aussitzen einer globalen Wirtschaftskatastrophe. Nicht vergessen: Rendite war gestern!
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Dieses Zitat stammt von der russisch-amerikanischen Philosophin Ayn Rand, wird von den Autoren in diesem Buch im Kapitel über die desolate finanzielle Lage der EU-Staaten verwendet und beschreibt in einem Satz genau die Essenz der Situation. Es gibt keinen Ausweg mehr aus ihr als einen finalen Crash. Nach Lage der Dinge kann er nur sehr heftig ausfallen, denn noch nie gab es eine vergleichbare Schuldenhöhe und noch nie war die Verkettung der Industriestaaten so stark wie heute.

Am Ende des Buches kann man den Eindruck bekommen, als würden die Autoren diesen Crash am liebsten selbst herbeiführen, damit endlich ein Neustart möglich werden kann. Zu befürchten ist allerdings, dass genau das Gegenteil eintreten wird. Bis zum Äußersten werden die Mächtigen dieser Welt versuchen, dieses finale Ereignis hinauszuschieben. Und das sagen sie auch ganz offen, jedenfalls für die, die es verstehen. Die Fallhöhe wird dadurch immer größer.

Das Buch verfolgt drei Ziele: Zunächst beschreiben seine Autoren die Lage recht detailliert, dann erörtern sie mögliche Wege, um eventuelles Vermögen zu retten, und schließlich machen sie Vorschläge für den Neustart. In den ersten fünf (von acht) Kapiteln wird die verschleppte Dauerkrise von verschiedenen Seiten intensiv beleuchtet. Zunächst befassen sich die Autoren mit den (deutschen) Banken. Wenn man naiv genug ist, müsste man glauben, dass wenigstens der Gesetzgeber als Verwalter der von den Bürgern erpressten Steuern seine Lehren aus der Krise von 2008 gezogen hat. Die Autoren zeigen, dass im Grunde jedoch nichts passiert ist. Die unsterblichen (weil zu großen) Banken sind nun noch größer, also noch unsterblicher geworden. Und sie haben sich als Verursacher des ganzen Desasters auch noch auf Kosten der Steuerzahler bereichert.

Die im Grunde lächerlich geringe Erhöhung des Eigenkapitals von Banken wird weit in die Zukunft verschoben und bereits jetzt mit allen Mitteln bekämpft. Helfen wird diese Maßnahme sowieso nicht, weil sie nur kosmetisch ist. Was bleibt, ist die von der Politik und auch merkwürdigerweise von den Autoren gefeierte Finanztransaktionssteuer. Wie jede Verbrauchssteuer wird auch diese wieder den Letzten (also den Bankkunden) treffen, der sich nicht wehren kann, weil sie natürlich (offen oder verschleiert) weitergegeben werden wird. Wer das nicht versteht, hat den Kern des Steuersystems nicht begriffen.

Was die Autoren hingegen gut beschreiben, ist die Bruderschaft zwischen dem Bankensystem und der Politik. Die Abhängigkeit der Schuldenstaaten von den Banken ist so enorm, dass man keine wirklichen Bereinigungen erwarten kann und stutzig werden müsste, wenn etwas als eine solche Maßnahme gefeiert wird.

Im dritten Kapitel geht es um die ökonomische Lage Deutschlands. Dort erfährt man unter anderem, dass unsere Exporte und unsere scheinbar krisenfeste Lage über die wirkliche Situation hinwegtäuschen. Die europäischen Südländer kaufen bei uns und lassen anschreiben, wie man früher sagte. Und diese Schulden werden sie niemals begleichen. Also bezahlen wir den größten Teil der Exporte dorthin letztlich selbst. Dass wir dieses und anderes Geld niemals wiedersehen werden, begreift man spätestens, wenn man liest, dass auch Deutschland bisher noch nie Staatsschulden wirklich bezahlt hat, sondern immer nur mit neuen Schulden alte beglich. Leider transportieren die Autoren an dieser und an anderen Stellen den Mythos, dass der Zins zu exponentiellem Wachstum zwingen würde. Nicht der Zins, sondern dieses Schnellballsystem der Verschuldung ist dafür ursächlich.

Im vierten Kapitel beschreiben die Autoren die traurige Wirklichkeit der europäischen Staaten, im fünften die Lage der USA, Japans und Chinas. Das Bild ist überall sehr ähnlich, was also auch keinen Grund für irgendeinen Optimismus liefert.

Dann folgt im sechsten Kapitel die Vorstellung der Folterinstrumente für den kommenden Ernstfall. Alles war schon einmal da. Nur diesmal wissen die Mächtigen sehr lange im Voraus, was passieren wird. Und wenn man sich damit genauer befasst, dann sieht man, dass hinter vielen (ganz anders verkauften) Maßnahmen der letzten Jahre genau die Vorbereitung für Enteignungen steht. Anders als mit Enteignungen ist die verfahrene Lage schließlich nicht zu bereinigen.

Im siebten Kapitel versuchen die Autoren dann ihre Leser dann darauf vorzubereiten. Wenigstens nähren sie dabei nicht die Illusion, dass es davor einen wirklichen Schutz geben wird. Das Netz ist im Zeitalter weltweiter elektronischer Überwachung von Kommunikation und Geldflüssen inzwischen zu eng für ein Durchkommen. Die im Buch enthaltenen Vorschläge sind zum Teil recht ungewöhnlich, denn sie laufen darauf hinaus, Geld in die zukünftige Eigenversorgung zu investieren. So vernünftig das ist, so wenig wird das für alle möglich sein.

Nachhaltigkeit ist modern. Und deshalb folgen im letzten Kapitel auch Vorschläge für "erste Schritte zu einem nachhaltigen Wirtschafts- und Finanzsystem". Dort erklärt ein Gastautor das sogenannte "Vollgeld". Der entscheidende Punkt dabei ist, dass den Banken die Geldschöpfung aus dem Nichts entzogen und in eine Zentralbank verfrachtet wird. Das wäre immerhin ein erster Schritt, um die Geldvermehrung zu drosseln. Aber wie schon an mehreren anderen Stelle bleibt auch hier der Eindruck einer gewissen Angst der Autoren, das angefangene Denken konsequent bis zum Ende zu führen.

Denn auch bei einem solchen System besitzt der Staat immer noch das Monopol über das Geld. Was sollte ihn hindern, so viel davon herzustellen, wie er für seine Pläne benötigt? Gesetze oder Verträge? Das ist lächerlich, weil gerade die jüngste Geschichte zeigt, dass sich kein Staat an Verträge hält, wenn diese ihm nicht mehr passen. Die Aufkündigung des letzten Goldstandards durch Nixon und der Bruch des Maastrichter Vertrages durch alle Vertragspartner sollten eigentlich doch Lehren genug sein. Und warum sollten Politiker auf eine noch so mächtige Zentralbank hören? Hat irgendjemand auf die Bundesbank gehört als es ernst wurde? Die Autoren wissen das auch, weil es schließlich in diesem Buch steht. Warum sie dennoch glauben, dass beim nächsten Mal alles anders werden wird, hat sich mir nicht erschlossen.

Alles in allem ist dies ein sehr informatives Buch, das seine Stärken in der Beschreibung der Situation hat. Allerdings ist es auch nicht frei von Widersprüchen (etwa bei der Beschreibung der deutschen und der französischen Situation, wo etwas für Deutschland etwas gefordert wird, was in Frankreich zu nichts Gutem geführt hat, wie die Autoren selbst bemerken) und führt einige der eigenen Gedanken nicht zu einem konsequenten Ende.
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am 7. März 2016
... wie auch schon das vorhergehende Werk ein absoluter Knaller. Die Verantwortlichen für die derzeitige Situation werden mit ihren Methoden und Machenschaften aufgezeigt und beim Namen genannt. Ja manchmal ist es etwas langatmig, aber er heutige Ist-Zustand wurde auch in den letzten Jahrzehnten herangezüchtet und diese Herleitung dauert eben um auch für den Leser/Hörer verständlich zu werden.
Nichts für Leute die der Wahrheit nicht in die Augen sehen können und immer noch der Meinung sind "alles wird gut, wenn ich nicht hinschaue".

Mein Vorschlag: anstatt auch die nächste Generation "zu verheizen" (abgewandeltes Zitat des Buches) wäre es empfehlenswert mit Gratisexemplaren an höheren Schulen die jungen Menschen zu sensibilisieren für genau diese Hintergründe von Banken und Politik.
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am 24. Mai 2014
There are some who say that the so-called free trade agreements TTIP, CETA and the trade agreements with Japan as well as the TISA shall be implemented by national parliaments before inflation or any other economic or ecologic crisis or even a wanted war hit the nations, so that big enterprises or banks can enlarge themselves and their influences on the markets during and after the crisis. However, it does not look like the national peoples are willing to stop these agreements. Otherwise they would not vote Conservatives, Christian-Democrats, Liberals or Social-Democrats or right Socialists in Europe. I do not know the answer for the USA, Canada or Japan or other parties outside the EU concerning these trade agreements.

I write this exceptional text to you because should know how you can prepare. This German book shows up some solutions for individual survival in case of a failed state. In my opinion, you should try to install a regional currency, become independent from external energy such as through solar panels and so on, get some pieces of gold or silver and all the other preparations you can meet for surviving a crisis. I do not want to upset you, but your society has to stay calm and fair to each other. Our Pope Francis cited the Holy Bible when he recently said that you should share your anything to anybody in case of crisis. My conclusion therefore is that you must not forget praying and really hold up your community or city or town by caring for each other.

Maybe I am totally wrong, but this really is my last loving statement for you! The persons really reigning our countries seem to be either greedy or dumb or evil. Remember that the state has often already failed.

Warm regards and may God judge
Your Dominique Voigt

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Es gibt Einige, die sagen, dass die sogenannten Freihandelsabkommen TTIP, CETA und die Abkommen mit Japan sowie TISA von den nationalen Parlamenten umgesetzt werden sollen bevor Inflation oder irgendeine andere wirtschaftliche oder ökologische Krise oder sogar ein gewollter Krieg die Nationen treffen können, damit Großunternehmen und Banken ihre Einflüsse auf die Märkte während und nach der Krise vergrößern können. So wie es jedoch aussieht, sind die nationalen Bevölkerungen nicht bereit diese Abkommen zu stoppen. Andererseits würden sie nicht Konservative, Christdemokraten, Liberale oder Sozialdemokraten in Europa wählen. Ich kenne keine Antwort betreffend diese Handelsbakommmen für die USA, Kanada oder Japan oder andere Parteien außerhalb der EU.

Ich schreibe diesen außergewöhnlichen Text an Euch, weil Ihr wissen solltet, wie Ihr Euch vorbereiten könnt. Dieses deutsche Buch zeigt einige Lösungen für das individuelle Überleben im Falle eines Staates auf, der versagt hat. Meiner Meinung nach solltet Ihr versuchen eine Regionalwährung aufzubauen, unabhängig von externer Energie werden - zum Beispiel durch Solaranlagen und so weiter, besorgt Euch einige Stücken Gold oder Silber und trefft alle anderen Vorbereitungen, um eine Krise zu überleben. Ich möchte Euch nicht aufregen, aber Eure Gesellschaft muss ruhig und fair zueinander bleiben. Unser Papst Franziskus zitierte die Heilige Bibel als er kürzlich sagte, dass man Alles mit Allen im Falle einer Krise teilen sollte. Mein Fazit daraus ist, dass Ihr das Beten nicht vergessen solltet und wirklich Eure Gemeinde oder Stadt oder Euer Dorf aufrecht erhalten solltet, indem Ihr für einander sorgt.

Vielleicht liege ich auch total daneben, aber dies ist wirklich mein letztes liebendes Statement für Euch! Die Personen, die wirklich unsere Länder regieren scheinen entweder gierig oder dumm oder böse zu sein. Erinnert Euch, dass der Staat bereits oft versagt hat.

Herzliche Grüße und Vergelt's Gott
Euer Dominique Voigt
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