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Kundenrezensionen

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am 29. Dezember 2013
Vor zwei Jahren hatten Joachim Vernau und seine Partnerin Marie-Luise beschlossen, eine Auszeit zu nehmen - privat, beruflich, voll umfänglich. Zwei Jahre hatten sie nichts voneinander gehört, bis die polnische Anwältin Zuzanna Makowska bei Joe Vernau auftaucht und ihn zum derzeitigen Aufenthaltsort Marie-Luises befragt. Vernau folgt ihren Spuren nach Polen, wo - für ihn völlig unfassbar - für Marie-Luise ein Haftbefehl existiert wegen des Verdachts auf Beteiligung bei einem Raubmord. Auch der Hauptverdächtige entpuppt sich mit Jacek Zielinski als alter Freund. Was war nur passiert? Woher kannten sie den Toten?
Joachim Vernau macht sich auf die Suche und stößt auf ein altes Geflecht von Schuld und Verrat. Und er kommt einem Täter in die Quere, der an der Vergangenheit ein so großes Interesse hat, dass er auch vor Mord nicht zurückschreckt - und schon gar nicht davor, für seine Verbrechen zwei Unschuldige büßen zu lassen...

Und mein Fazit:
Jeder der Romane von Elisabeth Herrmann, den ich bisher gelesen habe, war ein Leseerlebnis. Auch VERSUNKENE GRÄBER hat sich als Highlight entpuppt, sowohl als Krimi als auch als Roman. Ein fesselnder Fall, bei dem weniger das WHO DONE IT? im Mittelpunkt steht als die Ermittlung der zunächst erzwungenen Zweckgemeinschaft Vernau/Makowska. Fast nebenbei erfährt man eine Menge über Land und Leute, polnischen Wein und historisches Leid auf beiden Seiten, trotz des immer heiklen Hintergrunds ohne Schuldzuweisungen oder erhobenen Zeigefinger. Und es beweist das Erzähltalent Elisabeth Herrmanns, dass sie es schafft, den Spannungsbogen derart straff zu halten, dass ich den Roman für zwei Tage (oder eigentlich Nächte) bis zum Lesen der letzten Zeilen nicht aus der Hand legen konnte, aber dabei auch mit einigen Szenen schallendes Gelächter provozieren kann. Der chancenlose Schlafwandler war klasse.

Hier noch ein kurzer Überblick zur Reihe um den Anwalt Joachim Vernau:
Das Kindermädchen
Die siebte Stunde (Ein Joachim-Vernau-Krimi)
Die letzte Instanz: Kriminalroman (Ein Joachim-Vernau-Krimi)
VERSUNKENE GRÄBER
22 Kommentare| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Dezember 2013
“Schattengrund” wurde nach einer tollen Lesung der Autorin meine erste Lektüre von Elisabeth Herrmann und die Neuerscheinung des Dezembers, “Versunkene Gräber”, wurde mein erster Joachim-Vernau-Roman.

Bei einem Treffen mit seinem Kollegen und Freund trifft der Berliner Anwalt Joachim Vernau eine polnische Anwältin, Zuzanna Makowska, die auf der Suche nach Vernaus ehemaliger Partnerin, Marie-Luise, ist.

Alles weist darauf hin, dass Marie-Luise zusammen mit ihrem und Vernaus gemeinsamen Freund Jacek Zielinski auf einem alten polnischen Friedhof einen Deutschen ermordet hat. Während Jacek in Untersuchungshaft sitzt, ist Marie-Luise scheinbar spurlos verschwunden. Keiner ahnt, welch alte und längst vergessene Wunden und Gefühle bei diesem Fall aufgerissen werden…

Da dies mein erster Kriminalroman aus der Joachim-Vernau-Reihe war, waren mir die Charaktere als auch die ganzen Zusammenhänge zwischen ihnen und auch frühere Handlungen nicht bekannt – dadurch habe ich zwar auf den ersten Seiten nicht alles sofort verstanden, aber trotzdem konnte ich mich recht schnell mit den Charakteren als auch mit derer gemeinsamer Geschichte auseinandersetzen. Während Joachim Vernau mir sofort recht sympathisch erschien, blieb mir Marie-Luise bis zum Ende ein Rätsel. Dafür mochte ich aber die polnische Anwältin, Zuzanna Makowska, von Beginn an, als sie Vernau als “Balwan” bezeichnete. Eine junge und alleinerziehende Mutter einer dreijährigen Tochter, die um keinen Preis der Welt zeigen will, wie unsicher sie eigentlich ist, gibt sich Zuzanna selbstbewusst und als taffe Anwältin aus. Um ihrer Tochter später eine aussichtsreiche Zukunft bieten zu können, arbeitet sie hart und nimmt es dafür in Kauf, viel zu pendeln und ihre kleine Alicja manchmal auch nur wenige Minuten täglich sehen zu können.

Ich bin wieder einmal beeindruckt, wie geschickt Elisabeth Herrmann hier eine sehr sorgfältig recherchierte Handlung aufbaut, mit vielen Ecken und Winkeln, Geheimnissen, Cliffhangern, und vielem mehr. Auch wenn die vielen Perspektiv-, Zeit- und Handlungswechsel verwirren können, so halten sie den Spannungsbogen die ganze Zeit über konstant aufrecht und führen am Ende zu einem aufregenden Finale und einer überraschenden Erkenntnis. Näher möchte ich auf die Handlung gar nicht eingehen, da ich nichts verraten möchte – ich denke, davon muss sich einfach jeder selbst überzeugen.

Die recht schwere Thematik – den Streit um das deutsche oder polnische Land, die Repatriierung – beziehungsweise die Umsetzung des Themas in einer fiktiven Handlung, aber auch der Umgang mit dem doch sehr heiklen Thema, hat die Autorin wahnsinnig gut gemeistert. Bei solchen Büchern ist es sehr leicht, von dem “richtigen” Weg abzukommen und sich als Autor auf die ein oder andere Seite zu stellen – das ist hier nicht geschehen. Ganz im Gegenteil: Elisabeth Herrmann hat großartige Vorarbeit geleistet, sehr gut recherchiert und auch die polnischen Sätze, Wörter und Namen alle perfekt verwendet. Leider ist das nur selten der Fall (in Büchern anderer Autoren). Besonders berührt hat mich die Danksagung der Autorin, die für mich am Ende der krönende Abschluss des Romans war.

Kurzum: mit “Versunkene Gräber” liefert Elisabeth Herrmann nicht nur einen guten Kriminalroman, sondern vor allem ein gutes Stück Geschichte, das zum Nachdenken anregt und den Leser nicht nur kurzweilig unterhält.
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am 4. März 2014
Mittlerweile ist das mein vierter Roman von Elisabeth Herrmann und der zweite Roman um den Anwalt Joachim Vernau. Und man könnte sagen, dass ich inzwischen zum Fan geworden bin. Jeder Roman der Autorin versprüht einen besonderen Charme, ist hervorragend recherchiert und geschrieben.

Im vierten Teil um Joachim Vernau ist zunächst seine ehemalige Partnerin Marie-Louise spurlos verschwunden. Wie sich dann herausstellt, wird sie gemeinsam mit Vernaus Freund Jacek in Polen des Mordes verdächtigt. Vernau reist über die Grenze und ermittelt gemeinsam mit einer polnischen Anwältin. Er stößt dabei auf verschollene Briefe, einen alten Friedhof, Weinberge an den Ufern der Oder und auf alte Familientragödien.

Von Beginn an zieht die Handlung in den Bann. Auch wenn der Anfang zunächst noch träge dahinplätschert, lauert dahinter bereits die Tragödie. Die Spannung baut sich bis zum Ende kontinuierlich auf. Eingeschoben werden dabei immer wieder historische Rückblicke an das Kriegsende. Wie sich die Menschen damals arrangieren mussten und wie daraus die Geschichte von Flucht, Vertreibung und Familienbesitz entstand. Dabei wird nie moralisiert. Vielmehr verschwimmen die Grenzen zwischen Opfern und Tätern. Großartig. Und ganz nebenbei bekommt man Lust auf eine Reise zu den Weinbergen Polens.

Sprachlich bewegt sich der Roman auf einem durchaus ansprechenden, aber immer lesbaren Niveau. Die Autorin versteht ihr Handwerk. Entscheidend tragen aber auch die Figuren dazu bei. Man versteht die Ängste und Nöte der Polen. Jeden Charakter reibt sein eigenes Schicksal an. Ob Vernau selbst in seiner eigenen Art, ob die Anwältin der Armen Marie-Lousie, ob Jacek oder Vernaus Mutter mit ihrer Freundin Frau Huth – man gewinnt sie alle irgendwie lieb.

Und den ganzen Roman durchzieht eine feine Prise Humor. Eine Art von Komik und Zynismus, die leider in den Verfilmungen der Romane nicht gänzlich auszumachen ist. Wenn Vernau in den Kreisen der Reichen ermittelt, klingt oft genug eine ironische Distanz durch. Gerade in den Gegensätzen zu den einfachen und ärmlichen Lebensläufen der anderen Hauptdarsteller. Großes Kino.

Fazit: Ein äußerst lesenswertes, unterhaltsames Buch, das den notwendigen Ernst der Geschichtsaufarbeitung nicht vermissen lässt. Mehr davon!
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Joachim Vernau, seines Zeichens mehr oder minder erfolgreicher Anwalt, wird beim Essen mit seinem Kollegen von einer polnischen Anwältin nach Marie-Luise, ebenfalls Anwältin, ebenso erfolgreich wie Vernau, befragt. Der Kontakt ist schon länger abgebrochen, doch als Vernau seine ehemalige Kollegin weder telefonisch erreicht noch persönlich antreffen kann, beginnt er sich Sorgen zu machen. Und die Sorgen werden noch größer, als er erfährt, weswegen Marie-Luise gesucht wird...

"Versunkene Gräber" ist der 4.Band der Joachim-Vernau-Reihe und hat mich sehr gut unterhalten. Elisabeth Herrmann schafft es immer wieder mich in ihren Bann zu ziehen.

Die Geschichte spielt in Deutschland und Polen und dreht sich um die gemeinsame Vergangenheit der beiden Länder. Die Story ist von Anfang an spannend und die Autorin führt ihren Leser so gekonnt an der Nase rum, dass mir bis zum Schluß nicht klar war, worauf sie eigentlich hinaus will. Zwar fügten sich nach und nach die einzelnen Puzzleteile aneinander, aber das Gesamtbild wurde erst auf den letzten Seiten deutlich. Das hat mir sehr gut gefallen.

Die Geschichte wird abwechselnd von Joachim Vernau selbst und aus der Erzählerperspektive erzählt. So ist man als Leser direkt in die Ermittlungen eingebunden, hat aber zeitgleich einen kleinen Wissensvorsprung.

Der Stil von Elisabeth Herrmann ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist direkt, ohne Schnörkel und bewahrt dennoch genug Geheimnisse, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Fazit: ein sehr gut durchdachter Krimi,der Lust auf mehr macht. Eine klare Leseempfehlung.
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am 28. Januar 2014
Elisabeth Herrman schreibt wirklich gute Krimis. Ich bin normalerweise kein wirklicher Freund von Krimis, aber als meine Mutter mir das Buch empfohlen und praktisch "aufgedrückt" hatte, zog es mich schnell in den Bann. Am Abend, an dem ich es anlas, ging ich jedenfalls nicht mehr schlafen. Vernau ist ein Charakter, mit dem ich mich sehr gut identifizieren kann. Und stellenweise kam bei mir sogar ein wenig "Silent Hill"-Feeling auf!( eins der Must-Plays was Horror und Krimi Computerspiele angeht)
Das Beides zusammen ist mir bei einem deutschen Autoren noch nicht begegnet, also kann ich das Buch nur weiterempfehlen!
Ich werde mir jetzt erst mal die anderen Vernaus holen.
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am 14. Dezember 2013
Elisabeth Herrmann ist eine der wenigen AutorInnen, deren Bücher ich, einmal in die Hand genommen, am Stück durchschmökern muss, koste es, was es wolle. Einfach weil sie einen nach dem ersten Drittel so sehr gefangen nehmen, dass man unbedingt wissen muss, wie die Geschichte sich auflöst. 'Versunkene Gräber' - der vierte, in sich abgeschlossene Krimi um den unkonventionellen, notorisch in Geldnöten steckenden Anwalt Joachim Vernau macht da keine Ausnahme.
Leise und unspektakulär beginnt er mit den Briefen eines deutschen Deserteurs kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs, der in die Trümmer seines schlesischen Weinbergs zurückkehrt und sich verstecken muss, während um ihn alle Deutschen entweder erschlagen oder vertrieben werden.
Dann, im Hier und Heute, taucht eine junge polnische Frau bei Joachim Vernau auf, der sich in der Anwaltskanzlei eines Studienfreundes mehr schlecht als recht mit durchschlägt. Sie teilt ihm mit, dass sie die Pflichtverteidigerin seines alten Freundes Jazek sei, der in Polen wegen Mordverdacht einsitzt, und ist auf der frenetischen Suche nach Marie-Louise, Vernaus und Jazeks gemeinsamer Freundin, ihres Zeichens ebenfalls Anwältin, schwer linksradikal und seit etlichen Monaten von der Bildfläche verschwunden.
Als Vernau nachhakt, stellt sich etliches an der Tat als mehr als mysteriös heraus. Die Suche nach einem Motiv führt weit in die Vergangenheit und in ein immer undurchdringlicheres Geflecht von Intrigen. Jeder scheint etwas zu verbergen, die Spuren sind siebzig Jahre alt. Bei seiner Recherche reißt er alte Wunden wieder auf, die zu den Kriegsverheerungen '45 zurückreichen und tief in das Leid, das unzählige Vertriebene beider Seiten - Polen wie Deutsche - ereilte.
Ganz in der Tradition der ersten Joachim-Vernau-Romane setzt auch dieses Buch nicht auf vordergründige Schock- und Splattereffekte, sondern auf eine ungeheuer gut recherchierte und vielfach ineinander verschlungene Geschichte mit zahlreichen falschen Spuren, in denen immer ein Körnchen Wahrheit ruht und die zum Spekulieren einladen. Wunderbar glaubwürdige und lebendige Figuren bevölkern Schauplätze, die so authentisch geschrieben sind, dass man sich sofort dorthin versetzt fühlt: In ein trotz Sommer regnerisch-kühles Berlin, in polnische Dörfer im Morgennebel, in das schlesische Kaff Johannishagen mit seinem Weinberg, den versunkenen Gräbern eines alten deutschen Friedhofs und den halb verfallenen Gebäuden, in denen einem der Schleifstaub von den aufzuarbeitenden Türen in die Nase steigt.
Und mittendrin der Berliner Anwalt Vernau, geradlinig und sympathisch unverschämt, arm aber sexy, stur und wenn's sein muss hart am Rande der Legalität.
"Versunkene Gräber' ist ein gelungener Ermittlerkrimi, der nicht nur unterhaltsam und atmosphärisch ist, sondern nach dem ersten Drittel auch so rasend spannend wird, dass man ihn am besten mit Zeit nach hinten zu lesen beginnen sollte. Einmal angefangen, ist er nämlich schwer wieder aus der Hand zu legen. Ganz nebenbei führt der Roman durch ein aufwühlendes Stück deutsch-polnischer Geschichte - und an faszinierende Schauplätze, die viel näher liegen, als man gemeinhin glaubt.
Unbedingt empfehlenswert!
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TOP 500 REZENSENTam 21. Dezember 2013
Elisabeth Hermann hat eine ausgesprochen geschickte Art, Humor und Spannung in ihren Büchern zu kombinieren. Diese Kombination ist ihr auch bei ihrem neuen Buch "Versunkenen Gräber" gelungen. Joachim Vernau, der Berliner Anwalt, der uns schon aus den vorangegangenen Fällen dieser Autorin bekannt ist, ist auch diesmal wieder Garant für einen überaus gut konstruierten Fall, der den Leser in die deutsch - polnischen Vergangenheit führt.

Beginnend mit der Nachricht, dass seine ehemalige Freundin und Anwaltspartnerin Marie - Luise mit Haftbefehl gesucht wird, macht sich Vernau nach Polen auf, wo sich Marie Luise aufhalten soll. Ihr wird vorgeworfen in einen Raubmord verwickelt zu sein. Alles kann Vernau glauben, aber nicht, dass Marie -Luise wegen Geld getötet hat. Vernau macht sich auf den Weg nach Polen und wird in einen Fall verwickelt, der tief in die deutsch - polnische Vergangenheit zurückführt. Eingestreut in die Schilderung des Falles, kann der Leser immer wieder Briefe eines deutschen Deserteurs lesen, der versucht,sich die letzten Monate des Krieges auf seinem Weingut in Schlesien zu verstecken und so den Krieg auszusitzen. Welche Motivation treibt ihn und was haben diese Briefe mit dem Fall zu tun, der Vernau nicht nur in den Ruin zu treiben verspricht, sondern auch seine Mutter und Hüthchen wieder auf den Plan ruft.

Das Elisabeth Herrmann ein Verbaltalent ist, hat sie uns schon in ihren ersten drei Büchern gezeigt, doch den Reiz ihrer Bücher machen nicht nur ihre unwiderstehlichen Figuren aus , allen voran Marie -Luise und das schon bekannte Gespann Hüthchen und Vernaus Mutter, nein auch der Rechtsanwalt Joachim Vernau wird mir mit jedem Buch sympathischer und ich freue mich immer wieder über einen neuen Fall mit ihm. Dass diese Fälle dann meistens auch einen mehr als interessanten Hintergrund haben, zeichnen diese Autorin, neben ihrem spannenden und immer wieder einfließenden humorvollen Schreibstil, besonders aus. Auch die Ausgestaltung ihrer anderen Figuren hat mich überzeugt und was ihr meiner Meinung nach gut gelungen ist, ist die Darstellung der deutsch - polnischen Verhältnisse während der letzten Kriegszeit, die an sich nur "Verlierer hinterließ, egal ob auf polnischer oder deutscher Seite. Die unklaren Verhältnisse haben sicher lange Zeit dazu beigetragen, dass das deutsch - polnische Verhältnis mehr als verhalten war.

Ich habe mich wieder sehr gut unterhalten gefühlt mit diesem Buch und kann es nur wärmstens empfehlen.
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am 20. November 2014
Dieser Krimi gehört mit zu den Besten die ich in letzter Zeit gelesen habe!!! Das würde ich definitiv auch über das 3. Buch der Serie um Joachim Vernau "Die letzte Instanz" sagen. Und doch hat die Autorin es geschafft, sich selber noch einmal zu überbieten. Hut ab!!!

Denn dieses Buch beinhaltet Spannung pur in vielerlei Hinsicht:

Die Krimigeschichte in sich ist sehr spannend geschrieben: sie beginnt mit dem Mord an Horst auf einem Weingut in Polen, auf das sich Jacek - der frühere Berliner Autohändler - zurückgezogen hat und wegen Mordverdacht verhaftet wird. In Folge dessen rückt auch Marie-Louise ins Zentrum der Ermittlungen und weitere Taten folgen. Joachim Vernau erfährt hiervon und will den Freunden mit seinen Recherchen und seinem Einsatz tatkräftig helfen.

Die Hintergründe der Taten, die in die geschichtliche Vergangenheit reichen, wurde so spannend, sensibel und bewegend geschrieben, dass alleine dies schon viel zur Klasse des Buches beiträgt.

Darüber hinaus verfolgt man gebannt das Aufleben und die Entwicklung der seit dem letzten Fall "Die letzte Instanz" eingeschlafene Beziehungen zwischen den bisherigen Protagonisten Jochim Vernau, seiner Mutter und deren Freundin "Hüthchen", Marie-Louise und Jacek. Toll ergänzt wird dies durch die polnische Anwältin Zuzanne, ohne dass es konstruiert wirkt.

Ein super spannender Krimi, der mir lange in Erinnerung bleiben wird und ich jeden nur empfehlen kann!!!!!!

p.s. für Elisabeth Herrmann: ich finde Vorworte oder Danksagungen als Leser nicht überflüssig, sondern lese diese nach über 1.500 Büchern immer noch interessiert und gerne!!! Wer etwas Negatives in Rezensionen darüber schreibt, kann wohl die Arbeit, die hinter einem gelungenen Buch steckt, nicht schätzen. Viele andere jedoch schon!
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am 9. Juli 2014
Als Joachim Vernau während der Mittagspause von der polnischen Anwältin Zuzanna Makowska überrumpelt und auf seine Ex-Partnerin Marie-Luise angesprochen wird, klingeln bei ihm die Alarmglocken. Seit fast zwei Jahren hat er sich nicht mehr bei der Berlinerin gemeldet, doch nun soll sie gemeinsam mit einem Bekannten in einen heimtückischen Mordfall auf einem alten, polnischen Friedhof verwickelt sein und sich seitdem vor der Polizei verstecken. Vernau ist entsetzt und setzt alle Hebel in Bewegung, doch die Indizien verdichten sich und kurz hinter der Deutsch-Polnischen-Grenze gehen auch noch fast 70 Jahre nach Kriegsende die Geister der Hinterbliebenen um, welche nachts aus den versunkenen Gräbern steigen und die Lebenden um den Verstand bringen.

Als ich den Krimi gekauft habe, wusste ich nicht, dass der neue Herrmann der vierte Teil einer Reihe ist und treue Leser auf alte Bekannte treffen. Joachim Vernau war für mich also erst einmal ein Fremder, dessen Freundeskreis ebenso im Dunkeln lag wie der mysteriöse Todesfall in dem beschaulichen Zielona Góra. Mit dem Protagonistin bin ich dann aber ziemlich schnell warm geworden, da er vergangene Erlebnisse mit Marie-Lou & Co. im Geiste Revue passieren ließ und er trotz einer eher unrosigen beruflichen Lage ohne zu zögern für Menschen in Not alles stehen und liegen lässt. Auch sein weiblicher Gegenpart aus dem Nachbarland ist ein interessanter Charakter, da Zuzanna aus anfänglicher Skepsis ihrem Pflichtmandanten gegenüber doch noch zur eigentlich unwahrscheinlichen Unschuldsvermutung umschwenkt und Fehler mit weiblichem Charme ausbügelt.

Der Schreibstil der Autorin ist insgesamt wirklich frei jeder Kritik, da sie schnörkellos und dennoch treffend die wunderschöne, aber erst in den letzten Jahrzehnten vernachlässigte Region um das schlesische Weinanbaugebiet beschreibt und mir als völligem Weinlaien doch Lust auf ein Glas des edlen, vollmundigen Tropfen macht.
In kursiv gedruckten Zeilen lässt sich uns auch an den Liebesworten des ehemaligen Gutsherren Walther Hagen gerichtet an seine gute Rosa teilhaben, die das Leid der Hinterbliebenen auf beiden Seiten der Oder greifbar machen und den schwierigen Grad von Menschlichkeit gegenüber den Feinden und schlichter Überlebensangst völlig unparteiisch und ungeschönt projizieren. Das Thema einer möglichen legalen, aber schmerzlichen Rückführung von Vertriebenen in ihre Geburtsorte wird für meinen Geschmack behutsam und mit dem nötigen Wissensstand der Recherchen abgerundet, der Platz für die eigene Wertung lässt. Ein Nebencharakter sagte dazu recht passend: „Ihre moralische Empörung endet doch dort, wo der eigene Vorteil beginnt.“ (S.390) und deshalb gibt es hier wohl keine einheitlich richtige oder falsche Meinung, sondern nur persönliche Schicksale.
Einzig zu Beginn der Lektüre haben mich häufige Erzählperspektiven etwas aus der Bahn geworfen, da Elisabeth Herrmann auch hier besonders kunstvolle Einleitungen für die neuen Kapitel wählte, die Vernau Neulinge wie mich dann doch verwirrten.

Die versunkenen letzten Ruhestätten haben mich auch in den Krimi für zwei spannende Tage versinken lassen und gezeigt, dass im Krieg und in der Liebe vermeintlich alles erlaubt ist, aber nach Kriegsende vieles doch wieder aus der Gruft mit einem modrigen Geruch aufsteigt.
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Joachim Vernau, Anwalt von Beruf, wird gebeten seinem Freund aus längst vergangenen Tagen zu helfen. Dieser sitzt in einem Gefängnis in Polen und wird des Mordes beschuldigt. Vernau nimmt den Fall an und stößt dabei auf versunkene Gräber eines Friedhofs und alte Briefe. Die Spuren führen Vernau ins Jahr 1945. Die Taten liegen Jahrzehnte zurück, doch erst jetzt kommen Verborgene Erlebnisse ans Licht.

Die mp3 Ausgabe von "Versunkene Gräber" ist eine vollständige Lesung auf 2 CDs und umfasst knappe 14 Stunden. Gelesen wird die Geschichte von Max Hopp. Nach "Das Kindermädchen", "Die siebte Stunde" und "Die letzte Instanz" ist "Versunkene Gräber" bereits der vierte Roman der Joachim-Vernau-Reihe. Dieses war mir jedoch vorm Hören nicht bewusst und ich kannte keinen der vorherigen Romane. Trotzdem war die Geschichte für mich gut verständlich.

Die Länder Deutschland und Polen sowie der Vermerk auf das Jahr 1945 lassen bereits erkennen, in welche Richtung der Roman inhaltlich gehen könnte. Die Geschichte erscheint gut recherchiert und nachdem der Anfang noch etwas unspektakulär ist, hatte mich Hermann bald gefesselt. Ihr flüssiger Schreibstil und ineinander verschlungene Handlungsstränge haben dafür gesorgt. Teilweise erschien mir die Geschichte jedoch etwas lang gezogen, ein paar Kürzungen hätten der erzeugten Atmosphäre sicherlich nicht geschadet.

Fazit: Eine fiktive Geschichte mit historischem Hintergrund, die gut recherchiert erscheint, bis zum Ende interessant bleibt und einen flüssigen, teilweise sogar humoristischen Schreibstil an den Tag legt. Somit gute Unterhaltung, besonders für Fans der Vernau-Reihe.
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