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Kundenrezensionen

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am 16. Juni 2000
Dieses autobiographische Werk zieht einen mit seiner erschütternden Beschreibung des Abschieds von den Eltern in seinen Bann. Der Abschied gestaltet sich als sehr langwierig. Daher ist praktisch die gesamte Jugendzeit beschrieben. Der Junge wächst in einem sehr strengen Haus auf. Erfüllt aber nicht die Erwartungen, die seitens seiner Eltern an ihn gestellt werden. Immer mehr widmet er sich der Kunst, was allerdings von seiten der Eltern verpönt wird, die ihn lieber im Kontor seines Vaters etwas praktisches, sinvolles arbeiten sehen wollen. Teilweise erschütternd aber von vorne bis hinten fesselnd. Ich habe den Roman am Stück gelesen, bedingt auch durch den durchgehenden Text ohne Kapitelunterteilungen oder Absätze.
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Erst mit 43 Jahren, erst als sich der Erfolg als Schriftsteller 1959 in Deutschland einstellte, begann Peter Weiss sein bekanntes Werk zu schreiben. In dem schmalen Band geht es um die völlige Entfremdung von seinen Eltern bis zu dem Punkt, an dem sich sein selbstbestimmtes Leben abzeichnet. Dieser späte Versuch einer Bewältigung seines Kindheits- und Jugendtraumas wurde wohl auch dadurch ausgelöst, dass die Eltern kurz zuvor nacheinander gestorben waren, zuerst 1958 die Mutter, dann 1959 der Vater. Mit der Beschreibung von dessen Beerdigung in Brüssel beginnt das Buch, danach geht die Darstellung fließend über in die Vergegenwärtigung des Vergangenen, von seiner frühesten Kindheit bis etwa zum Ausbruch des 2.Weltkriegs, als er schon über 20 war.

Der Erzähler zieht einen mit seiner dichterischen Vergegenwärtigung der Atmosphäre z.B. in seinem Elternhaus, in der Schule, im Geschäft seines Vaters, in das er gegen seine Neigungen hineingezogen wurde, in den Bann. Seine Sprache ist durchweg intensiv, oft expressionistisch-pathetisch und manchmal geradezu surrealistisch-visionär. Die Eltern, besonders die Mutter, werden manchmal so dämonisiert, wie er sie als ohnmächtiges Kind bzw. Jugendlicher erlebt haben muss. Er verurteilt dabei die Eltern nicht, er versöhnt sich auch nicht mit ihnen, aber man merkt ihm beständig seine Fassungslosigkeit und Verstörung über deren gut gemeintes Fehlverhalten und Unverständnis ihm gegenüber an. Dabei geht er im Wesentlichen chronologisch vor, aber die Ereignisse werden durchwegs absatzlos geschildert, sie folgen dem Gesetz des inneren Erlebens.

Neben der dichterischen Gestaltung gibt es ein anderes Element, nämlich das psychoanalytisch-kommentierend-deutende. Wenn man die Lebensdaten Von Peter Weiss mit diesem Bericht vergleicht, dann ist offensichtlich, wie viel er weglässt oder wie stark er verkürzt, indem er bestimmten psychischen Entwicklungsprozessen seiner Person nachspürt. Mit diesem Vorgehen gewinnt ein vorgefasstes theoretisches Konzept die Oberhand über die realistisch-dichterische Wahrnehmung - womit neben meiner Bewunderung auch mein zunehmendes Unbehagen über den Text angedeutet ist. Man mag z.B. aus biografischem, psychologischem oder menschlichem Interesse Anteil an seiner sexuellen Entwicklung nehmen, die literarische Weltdarstellung tritt dabei jedenfalls in den Hintergrund.

Ein Beispiel aus einem anderen Bereich. Als er in der Fabrik arbeitet, die von seinem Vater geleitet wird, beschreibt er die Arbeiter so: "Ich sah diese abwesenden Gesichter, diese mechanische Aktivität, und die sonderbare Verlorenheit und Erloschenheit in den Arbeitspausen, man spielte Karten, löste Kreuzworträtsel, und was Persönlichkeit in einem war, war zerflossen zu gestaltlosem Brei." (117). Der Sprecher nimmt keine Individuen wahr, sondern nur noch einen "gestaltlosen Brei", ein "man". Wie vorher die Wahrnehmung durch die psychoanalytische Theorie geleitet war, so hier durch die politische Ideologie, für die Peter Weiss sich später zunehmend engagieren sollte.

Nichtsdestoweniger, dies ist ein Text, der mit Herzblut geschrieben wurde und nicht nur diesen Autor charakterisiert, sondern die ganze Nachkriegszeit mit ihrer spezifischen Wahrnehmungsweise und ihren intellektuellen Prioritäten.
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Im Text von Peter Weiss steckt der ganze Schmerz über die Vergänglichkeit des Lebens, ein Text ohne Absätze, ohne Pause zum Luft holen....... kaum fassbar, diese schwere Melancholie ohne Ziel. Hier nun liest der Schauspieler Robert Stadlober ABSCHIED VON DEN ELTERN, untermalt, gelegentlich überblendet, und ergänzt durch die Musik von THE NOTWIST. The Notwist untermalen nicht primär den Text von Weiss, sondern die Gedanken der Zuhörer, die durch diesen Text entstehen. Die Musik, kaum fassbar. Mir fallen dazu keine Vergleiche ein.

So wie man das Buch ohne Unterbrechung ganz durch lesen kann, so ist man (auch) versucht, hier dieses Hörspiel auf einmal durchzuhören; alles darin geht ineinander über.

Robert Stadlober nimmt sich völlig zurück, liest reduziert, interpretiert oder spielt gar nichts im Text - genau dadurch entsteht die Intensität dieser um Musik erweiterten Lesung. Trotz des Hörspielcharakters dieser Produktion, ist es doch zuerst eine Lesung. Ein reines Hörspiel gibt der Weiss Text nicht her, ABSCHIED VON DEN ELTERN verträgt kein "Spiel".

Auch der damals schon sehr alte Hermann Hesse hatte ABSCHIED VON DEN ELTERN noch zur Kenntnis genommen, da Weiss ihm dieses Buch geschickt hatte (wie man aus dem Hermann Hesse - Peter Weiss Briefwechsel weiß).

Hörenswert und lesenswert.

( J. Fromholzer )
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am 12. September 2009
Die Hölle ist die Familie - aber sie ist keine, die nur quält und straft, sondern eine, die den Sensiblen in einem prekären, angstvollen Schwebezustand zwischen "Aufruhr und Unterwerfung", zwischen Anziehung und Abstoßung, peinigender Nähe und unendlicher Distanz lässt. Die Nüchternheit der kurzen Sätze, in denen Weiss schreibt, kontrastiert mit den Verwirrungen, in die seine Versuche ihn treiben, aus der familiären Enge auszubrechen und schafft so ein einmaliges pointillistisches Gemälde. Ich habe den Roman als 18jähriger gelesen und war jetzt, über vierzig Jahre danach, von der erneuten Lektüre ebenso fasziniert wie damals. Für mich - neben "Marat" - das beste Werk von Peter Weiss.
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am 10. September 2006
...aber nicht Schlusspunkt. Peter Weiss schreibt brilliant über die ersten Abschnitte seines Lebens, dem Verhältnis zu den Eltern, den Geschwistern und dessen Entwicklung im Laufe der Jahre bis zum Tod der Eltern.

Wie so oft schreibt Weiss auch hier in der Ich- Perspektive und im Blocksatz.

Sehr empfehlenswert und ein guter Einstieg in die Werke des Peter Weiss.
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am 19. September 2006
Peter Weiss ist lesbar und das nicht nur für Literaturkritiker! Die Erzählung beginnt ruhig und behäbig aber schon nach wenigen Seiten fühlt man sich vom Strom der Gedanken des Erzählers mitgetragen. Peter Weiss Sprache ist analytisch und klar, Thema der Erzählung sind die Versuche, das eigene Ich zu erkennen und eine Identität zu finden.
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am 17. September 2012
Nachdem Vater und Muttter gegangen sind und ich im Urlaub über Suchers Leidenschaften auf Peter Weiss' "Abschied von den Eltern" aufmerksam wurde, habe ich dieses Buch sofort gekauft. Peter Weiss kannte ich aus dem Schulunterricht ("Marat"), was mich zumindest damals nicht sonderlich interessierte.
Ich dachte eigentlich immmer, dass es nur mir so ergeht, aber offensichtlich geht es allen so. Das ist das eigentlich Erschütternde und Ergreifende, Familie scheint immer eine Illusion zu bleiben.
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Erster Eindruck: Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich

Nach der Beerdigung seines Vaters analysiert Autor Peter Weiss gnadenlos die Beziehung zu seinen Eltern, die von Leistungsdruck und emotionaler Kälte geprägt war. Dabei geht er schonungslos mit ihnen ins Gericht und zeugt, welche Auswirkungen dies alles auf sein weiteres Leben hat. Doch auch mit sich selbst geht Weiss nicht gerade zimperlich um…

Mit „Abschied von den Eltern“ hat der Potsdamer Autor Peter Weiss eines seiner bedeutendsten Werke geschaffen, seine autobiographische Collage aus verschiedenen Kindheitserinnerungen hallt auch heute noch in vielen Köpfen nach. Es grenzt schon an Wagemut, dieses Buch in einer Hörversion umzusetzen, denn einer gängigen Konvention folgt es nicht. Dennoch hat genau dies der Hörverlag aber gemacht und den populären Schauspieler Robert Stadlober vor das Mikrofon geholt. Zugegeben, es fällt nicht immer einfach, den Zugang zum Hörbuch zu erlangen, die komplexe Gefühlssituation ist dann aber doch so nahe, so eindringlich und mit dennoch einfacher, klarer Sprache umgesetzt, dass man sich dem kaum entziehen kann. Weiss schildert hier ganz verschiedene Situationen und setzt diese collagenhaft zusammen, manchmal haben diese keinen konkreten Zusammenhang. Die Gefühle werden dabei oft außen vor gelassen, nur schlichte Sinneseindrücke geschildert, die Emotion entsteht dabei aus dem Hörer selbst und wird nicht vorgegeben. Die ruhige Ausstrahlung und der flüssige Ablauf mit kaum einer klaren Abtrennung lädt zum sehr langen Lauschen ein, sodass man immer mehr mit dem Autor zu verschmelzen scheint, immer weiter in dessen Realität eintaucht. Ein sehr eindringliches Werk, dass hier gekonnt umgesetzt wurde und voller Emotion steckt, den Hörer fesselt und völlig vereinnahmt.

Wie oben bereits erwähnt ist es Robert Stadlober, der diesen Bericht mit Leben füllt. Interessanterweise geschieht dies gerade dadurch, dass er sich sehr zurücknimmt und die Schilderungen von Weiss für sich wirken lässt. Dies harmoniert sehr gut mit der ebenfalls meist nur beobachtenden Schreibweise des Autors. Stadlobers ruhige, intensive Stimme nimmt hier einen sehr klaren, angenehmen Klang an und kann damit den Hörer schnell für sich einnehmen.

Die akustische Umsetzung für das so außergewöhnliche Werk beschreitet auch wieder sehr eigene Wege. Die Musik stammt von The Notwist und wirkt recht experimentell und speziell, kann dabei mit atmosphärischen Klängen üb erzeugen. Dabei ist sie mal minutenlang nicht zu hören, um dann an anderer Stelle die Intensität des Moments aufzugreifen und recht laut gestellt zu sein. Geräusche sind hier nicht vorhanden, dafür wurde Stadlobers Stimme stellenweise mit interessanten Effekten belegt.

Auf dem Cover ist ein Foto in schwarz-weiß zu sehen, auf dem Sprecher Robert Stadtlober intensiv in die Kamera blickt. In hellem blau setzt sich der Titel des Hörspiels von der düsteren Gestaltung ab. Dieser Farbton wird auch im Inneren des stabilen Digipacks aufgegriffen. Das umfangreiche Booklet enthält nicht nur lesenswerte Einführungstexte über Abschied von den Eltern, sondern auch acht Collagen von Peter Weiss zum Thema der Handlung. Auch kurze Informationen zu einigen Mitwirkenden sind hier zu finden.

Fazit: Die Auseinandersetzung mit den eigenen Eltern ist hier mit teilweise recht nüchternen, aber eindringlichen Bildern geschildert und überlässt das Erzeugen von Emotionen größtenteils dem Hörer. Die gelungene Interpretation von Stadlober in Kombination mit der gut eingefügten Musik sorgt für ein sehr intensives und außergewöhnliches Hörerlebnis.
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Bis zur Lektüre dieser Erzählung war mir Peter Weiss kein Begriff. Er war Grafiker und Autor und hat vor allem Theaterstücke geschrieben. Das vorliegende Buch habe ich von meiner Schwester vor Jahren geschenkt bekommen, doch ich konnte mich erst jetzt aufraffen, es zu lesen.

Ein schweres Thema, dachte ich - die Auseinandersetzung mit den eigenen Eltern, Abschied nehmen steht uns jedenfalls allen einmal bevor.

Doch ich habe mich durch dieses Buch gequält. Weiss arbeitet seine Kindheit und sein offenbar schwer gestörtes Verhältnis zu seinen Eltern auf. Dabei ist er dermaßen selbstbezogen und selbstmitleidig, dass ich sehr genervt war.

Sein Abschied von den Eltern war kein guter und doch sollte doch genau dieses das Ziel sein. Den anderen am Ende doch verstehen, einfühlen, vielleicht auch verzeihen.

Hier wird im Grunde die verkannte Künstlerseele durch den Vater und die recht strenge Mutter thematisiert und das Ganze auch noch ohne Absatz, Kapitel oder sonstiger Möglichkeit der Verschnaufpause.

Positiv anzumerken ist jedoch die Sprache, mit der Weiss umzugehen versteht. Allein dies hat mir nicht gereicht, um mir das Werk näher zu bringen. Das Buch mag auf die Leser recht unterschiedliche Wirkungen haben. Ich habe vor allem positive Rezensionen gelesen. Für mich selbst war diese Art der Aufarbeitung nichts.

Hier war jemand zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Mehr bleibt mir dazu nicht zu sagen.
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am 19. September 2010
Der Ich-Erzähler dieser Erzählung nutzt den Tod des Vaters als Aufhänger, sein Leben Revue passieren zu lassen. Insbesondere den Themen Familie und Aufwachsen werden viel Platz eingeräumt, hatte der Erzähler doch große Probleme, die Erwartungen und Wünsche seiner Eltern seit frühester Kindheit zu erfüllen. Der Leser verfolgt die Chronologie einer Selbstfindung, weg von der Fremdbestimmung durch Elternhaus und gesellschaftliche Konventionen. Der "Abschied" von den Eltern ist hier also als individuelle Loslösung zu verstehen.
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