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am 10. November 2011
Am Bequemsten agiert Tobias Luderich aus der Sicherheit seiner eigenen vier Wände heraus. Unwägbarkeiten sind ihm ein echtes Gräuel und Wagnisse allein in Gedanken erträglich. Mit Unverbindlichkeiten versüßt er sich das Leben, es sind vage Gedankenkonstrukte, die etwas in ihm bewegen, ohne ihn selbst in Verantwortung zu nehmen.
Zitat: Oft dachte ich in "Nein-Kategorien", die beim konsequenten Einhalten wieder neue Gedankenkarusselle anleierten, um mich mit der Legitimität meiner Haltung zu konfrontieren.
Eine biografische Reifeprüfung hat der Romancier Lorenz Filius unternommen und eine Figur erschaffen, deren übermächtige Neigungen zu exzessiver Bekümmerung, Hypernervosität und Griesgrämigkeit ihresgleichen suchen. Eine Berg und Talfahrt durch die Psyche eines hypochondrisch veranlagten Mannes, eine Tour de Farce zwischen Paranoia und "Pampuschigkeit". O ja, für seine Vorstellung eines trauten Friedens ersinnt der Hauptakteur kurzerhand die passenden Begriffe, die seiner Gemütlichkeitssucht am ehesten gerecht werden. Sein Zauderheld taumelt nicht unkalkulierbar durch das Leben wie ein zweiter Forrest Gump. Er gibt sich nicht lässig dem Sound der Einsamkeit hin zu den Klängen eines quietschenden "Soloalbums". Auch zieht er keine endlosen Folgen von groteskem Wahnwitz nach sich wie Irwings "Garp". Nein, seine Stärke liegt in der hautlos ehrlichen, gezielt selbstironischen Verkörperung eines Jedermanns. Des wenig zugänglichen, eigenbrötlerischen "Zauderhelden am Bungeeseil", eines Egomanen auf Abwegen. Eines Antihelden, dessen notorisches Festhalten an scheinbaren Sicherheiten dem Leser - dank des Autors Gespür für Situationskomik - ausgerechnet Verständnis und Sympathie entlockt! Denn all den offenkundigen Makeln seines Protagonisten zum Trotz (oder gerade deshalb), gelingt es Filius, aus den banalen Aspekten des Daseins ein menschliches Schicksal zu weben, doch frei von falschem Pathos und Augenwischerei. Nahe und unumwunden führt er den Leser an das alltägliche hausbackene Dilemma heran, sodass sich jeder von uns - auf die ein oder andere verblüffende Weise - darin zu spiegeln vermag. Wir begreifen das fortwährende Kopfzucken des Tobias als Symbol eigener Marotten. Seine Unschlüssigkeit ruft unweigerlich eigene Trägheit ins Bewusstsein. Gemütliche Abende in der trauten Stube werden als verinnerlichte Lebensgrundlage entlarvt. Vermeintlich unscheinbare Episoden formen die Lebensgeschichte eines Mannes, dem nur seine abgegrenzte Welt die ersehnte Geborgenheit verspricht. Derweilen kreist um ihn - in sicherer Entfernung wohl gemerkt - ein weibliches Dreigestirn namens Sabine, Simone und Susanne. Jedoch wäre seine Geschichte weniger kontrastreich, würde seine Welt nicht eines Tages von einem höchst "unpampuschigen" Ereignis erschüttert.
"Tu einfach das, was du wirklich willst, dann läuft es schon richtig. Ansonsten läuft es auch, aber vielleicht an dir vorbei", lautet der Rat von Simone.
Mit diesem Roman ist Lorenz Filius ein befreiender literarischer Wurf gelungen, ein mutiger Sprung von der schwindelnden Höhe psychischer und doch höchst menschlicher Befangenheit. Die nervösen Kapriolen des verunsicherten Geistes auf diese wunderbar amüsante Weise festzuhalten (und das mitten im Loslassen), erweist sich als ein Unterfangen, das den allerwenigsten Literaten gelingt. Diesem Antihelden wird ein Platz unter den Romanfiguren der Weltliteratur zugewiesen. All jenen Charakteren, die eine Andersartigkeit besitzen und ihre Schwächen aufzuzeigen vermögen. Die bereit sind, ihre Unzulänglichkeit und auch ihre Verwundbarkeit einzugestehen - umzuwandeln in einen glaubwürdigen Wesenszug.
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