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Kundenrezensionen

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am 3. November 2010
KLAPPENTEXT:
Kalkutta 1932: Ben und seine Freunde von der geheimen Chowbar Society sind gerade sechzehn geworden. Es ist Zeit, das Waisenhaus zu verlassen, in dem sie aufgewachsen sind. Bei der Abschlussfeier taucht plötzlich eine alte Frau mit einem jungen Mädchen auf, das Ben sofort fasziniert. Wer ist sie? Als die beiden dahinterkommen, was sie tatsächlich miteinander verbindet, befinden sie sich schon in einem Strudel, der sie tief in die Unterwelt Kalkuttas zieht. Ein Schatten aus der Vergangenheit trachtet ihnen nach dem Leben. Und er ist ihnen näher, als sie ahnen...

ZUM AUTOR:
In Deutschland erlangte Carlos Ruiz Zafón seine Bekanntheit durch seine großen Barcelona Romane "Der Schatten des Windes" und "Das Spiel der Engel". In seinem Heimatland Spanien wurde er durch seine Jugendromane berühmt. Für sein Erstlingswerk "Der Fürst des Nebels" (zu dem es hier auch eine Rezi gibt) erhielt er sogar den Spanischen Jugendliteraturpreis.

EIGENE MEINUNG:
Schon seit "Der Schatten des Windes" bin ich ein großer Fan von Zafóns düster, geheimnisvoller Erzählweise, die er in "Der Mitternachtspalast" mal wieder hervorragend umgesetzt hat.
Zafón kreiiert eine geheimnisvolle Kulisse, die ein bischen etwas von 1001 Nacht, aber auch von Indiana Jones und Oliver Twist hat, und die mich sehr verzaubert hat. Ich dachte immer, dass ich Bücher, deren Schauplatz Indien ist, nicht unbedingt mögen würde, aber Carlos Ruiz Zafón lehrt mich eines besseren und ich bin immer noch ganz berauscht vom geheimnsivollen Indien, muss allerdings dazu sagen, dass ich die Zeitepoche, in der die Geschichte spielt, auch sehr mag. Eine "Basaratmosphäre" entsteht vor allem durchs Erzählen. Im Roman werden so viele Geschichten in der Geschichte erzählt, dass man jederzeit gespannt folgen will und darauf wartet, wie sich dieses oder jenes Ereignis wohl vor langer Zeit zugetragen hat und zu erklären ist.
Im Mittelpunkt des Romans steht die "Chowbar Society". Ein Geheimbund mehrerer Waisenkinder, die allerbeste Freunde sind und doch unterschiedlicher kaum sein könnten. Eine Gemeinschsft, die sich auf ewig Treue geschworen hat. Der Traum eines jeden abenteuerlustigen Jugendlichen. Gemeinsam müssen die Freunde das größte Abenteuer ihres Lebens bestehen, welches über Leben oder Sterben entscheidet und ihren Zusammenhalt auf eine harte Probe stellt.
Mit "Jawahal" erfindet der Autor nicht einfach eine gruselige Hauptfigur, nein, er ist ein regelrechter Albtraum. Ich habe das Buch ziemlich zügig durchgelesen, bin nachts aufgewacht und hab mich kaum aus meinem Zimmer getraut. Herrlich nervenzerreibend verfolgte mich der "Feuergeist" bis in jeden Winkel meines Zimmers und doch konnte ich das Buch kaum aus den Händen legen.
Aber nicht nur die gruseligen Stellen der Geschichte haben bei mir Gänsehaut erzeugt, sondern auch das Drama um Ben und Sheere, die zwei Protagonisten sind, die dem Leser sofort ans Herz wachsen, so dass er ihnen nur wünscht, dass die Geschichte für beide ein glückliches Ende nimmt.
Ein traurig schönes Ende lässt mich wehmütig auf meine Zeit mit der "Chowbar Society" zurückblicken und ich bin sehr traurig, dass es wohl kein weiteres Buch mit Ben, dem schlauen Ian, der vorwitzigen Isobel, dem stillen Künstler Michael und den anderen des Geheimbundes geben wird.
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am 23. Juli 2015
Die bisher von mir von Zafón gelesenen Bücher haben mich begeistert - inhaltlich wie sprachlich. Leider war der Mitternachtspalast ein für mich völliger Fehlkauf. Ich muss zugeben, dass ich vorher nicht richtig gelesen habe, dass es ein Fantasy-Buch sein soll. Das ist nicht mein Genre. Aber ich habe schon Bücher in diesem Bereich bekommen und gelesen und fand sie nicht schlecht. Leider trifft das auf den Mitternachtspalast nicht zu - zwischen genervt und gelangweilt - habe ich irgendwann das Lesen aufgegeben. In diese verworrene Geschichte bin ich überhaupt nicht reingekommen.
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TOP 500 REZENSENTam 29. Dezember 2015
Inhalt:
Kalkutta, 1932. Ben ist in einem Waisenhaus aufgewachsen. Nun ist er sechzehn Jahre alt und damit erwachsen. Er wird das Waisenhaus verlassen. Doch in den letzten Tagen begegnet er der ebenfalls sechzehnjährigen Sheere und fühlt sich sonderbar zu ihr hingezogen. Die beiden verbindet ein Geheimnis, das über ihr weiteres Leben oder ihren Tod bestimmen wird.

Meine Meinung:
„Der Mitternachtspalast“ ist der mittlere Band der Nebel-Trilogie, deren einzelne Bände aber inhaltlich nicht zusammenhängen, also jeweils als Einzelband gelesen werden können. Anders als der 1. Band „Der Fürst des Nebels“ wirkt es aber viel erwachsener. Als Zielgruppe würde ich ältere Jugendliche, so ab 15 oder 16 Jahren etwa, nennen. Für Jüngere ist die Geschichte einfach zu gruselig und grausam. Es werden Menschen gefoltert und brutal ermordet, zwar in einem nicht realen Umfeld, aber die Beschreibungen sind doch ziemlich horrormäßig. So entsteht natürlich auch eine gewaltige Spannung.

Gut gefallen hat mir neben dem gewohnt tollen Schreibstil und der feinen Sprache Zafóns, dass schon recht früh der Buchtitel erklärt wird. Ben und seine Freunde aus dem Waisenhaus haben einen Geheimclub gegründet, die Chowbar Society, die einander auf Leben und Tod verschworen sind. Ihr Hauptquartier ist eine alte Baracke beim Waisenhaus, wo sie sich immer um Mitternacht treffen. Deshalb nennen sie es liebevoll den Mitternachtspalast. Und da die Freundschaft der Waisen und die Chowbar Society im weiteren Verlauf eine große Rolle spielen im Kampf gegen das Böse, passt der Titel recht gut.

Neben der gruseligen Geschichte gelingt es dem Autor auch sehr gut, die Atmosphäre der indischen Großstadt Kalkutta zu beschreiben. Die Gegensätze zwischen Arm und Reich werden sichtbar, die bunten Basare mit ihren exotischen Düften werden vor den Augen des Lesers lebendig.

Insgesamt hat mir „Der Mitternachtspalast“ gut gefallen. Das gewisse Etwas in der Gruselgeschichte, das den 5. Stern ausmacht, fehlte mir zwar. Trotzdem spreche ich gerne eine Leseempfehlung aus. Man wird auf jeden Fall gut unterhalten.

Die Reihe:
1. Der Fürst des Nebels
2. Der Mitternachtspalast
3. Der dunkle Wächter
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am 21. Dezember 2010
"Mitternachtspalast" ist der mittlere Roman der Nebel-Trilogie des spanischen Autors Carlos Ruiz Zafón und, wie die anderen beiden Bände auch, ein Jugendbuch.
Es erzählt die Geschichte der Zwillinge Ben und Sheere, die erst voneinander erfahren, als sie sechzehn Jahre alt sind. Ben wuchs in einem Waisenhaus in Kalkutta auf und Sheere bei ihrer Großmutter, die die Kinder damals aus gutem Grund trennte. Die beiden sind in großer Gefahr, entscheiden aber über den Kopf ihrer Großmutter hinweg, dass sie sich ihrem mächtigen Gegner, einem Feuerdämon, der auf grausame Weise mit ihrer Vergangenheit, ihrer Gegenwart und ihrer Zukunft verbunden ist, stellen wollen. Gemeinsam mit Bens besten Freunden machen sie sich auf den Weg, dem Geheimnis, das ihr Leben steuert, auf die Schliche zu kommen. Dabei können sie jedoch nicht nur ihr Leben verlieren, sondern auch ihre Seelen...

Zafóns Romane sind mitreißend, auch wenn man als Erwachsener einen seiner Jugendromane liest. Kleine Schwächen sind schnell verziehen, ist doch die Sprache dieses Buches einfach traumhaft und die Geschichte spannend und mysteriös, gewürzt mit einem ordentlichen Gruselfaktor. Zwei kleine Logikfehler ließen mich erst aufhorchen, doch in der Summe können sie der Geschichte um Ben und Sheere nichts anhaben.
Nur für Freunde eines reinen Happy-Ends eignet sich dieser Roman nicht, denn Zafón hat klar erkannt, dass seine Geschichte nicht makellos enden kann, sondern eine Traurigkeit transportiert, über die auch der Autor sich nicht hinwegsetzen darf.
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TOP 50 REZENSENTam 6. September 2011
Inhalt:
Im Jahre 1916 ist Leutnant Peake auf der Flucht vor Jawahal, einem alten Freund von Peake, der nun sein Feind ist. Peake eilt durch Kalkutta und sucht das Haus von Aryami Bosé auf, um zwei Kinder in Sicherheit zu bringen, denen Jawahal nach dem Leben trachtet. Aryami Bosé entscheidet sich, die Zwillinge zu trennen, um sie besser schützen zu können, und gibt den Jungen (Ben) in ein Waisenhaus. Sechzehn Jahre später wird es für Ben und seine Freunde von der geheimen Chowbar Society Zeit, das Waisenhaus für immer zu verlassen. Dann taucht plötzlich eine alte Frau mit einem jungen Mädchen auf, es geschehen mysteriöse und sonderbare Dinge, und bald müssen die Freunde gemeinsam einen gefährlichen Feind bekämpfen.

Mein Eindruck:
Von der ersten Seite an fällt auf: im Jugendwerk des Autors zählt vor allem Quantität. Carlos Ruiz Zafón benutzt durchgehend und viel zu häufig mehr oder weniger sinnvolle Metaphern und beschreibt billige Gruseleffekte en masse. Dadurch wirkt 'Der Mitternachtspalast' meiner Meinung nach völlig überfrachtet und nie unheimlich. Richtig spannend wird es auch nicht, obwohl sich der Roman durchaus flüssig liest. Zudem versetzt einen das Buch zu keinem Zeitpunkt nach Kalkutta - was dem Autor bei seinen Beschreibungen Barcelonas stets überzeugend und atmosphärisch gelingt, ist ihm bei Kalkutta nicht geglückt.

Mein Resümee:
Unausgereift, übertrieben metaphorische Sprache, zu gewollt gruselig. Von mir gibt es keine Leseempfehlung.
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VINE-PRODUKTTESTERam 3. Dezember 2010
Ben ist als Waisenjunge im Kalkutta des frühen 20. Jahrhunderts aufgewachsen. Im Waisenhaus hat er mit fünf Freunden eine Geheimgesellschaft namens Chowbar Society gegründet, die sich immer zu Mitternacht in einem alten leerstehenden Haus treffen, dass sie den "Mitternachtspalast" nennen. Kurz bevor die Mitglieder das Waisenhaus verlassen müssen, zu ihrem 16. Geburtstag, treffen sie auf eine alte Dame und ihre Enkeltochter Sheere. Sheere wird sofort in die Geheimgesellschaft aufgenommen, und Ben fühlt eine seltsame Verbundenheit zu ihr. In der selben Nacht noch wird der Leiter des Waisenhauses von einem Mann angegriffen und verletzt und er rät Ben, die Großmutter von Sheere aufzusuchen, da der Mann eigentlich hinter Ben her ist. Ben erfährt, dass Sheere seine Zwillingsschwester ist und dass die beiden Zwillinge kurz nach der Geburt getrennt wurden. Derselbe Mann, der den Leiter des Waisenhauses angegriffen hat, verfolgt jetzt auch sie. Eine atemberaubende Jagd durch Kalkutta beginnt, und die Mitglieder der Chowbar Society müssen zusammenhalten und durch Leben und Tod füreinander einstehen, so wie sie es sich immer geschworen haben...

Carlos Ruiz Zafón ist ja schon lang kein Unbekannter mehr bei Bücherfreunden. Seine Romane "Der Schatten des Windes" und "Das Spiel des Engels" waren lange Bestandteil der Bestsellerlisten. Auch mit diesem Roman ist ihm wieder ein Kunststück gelungen. Er verbindet den Zauber einer exotischen Stadt wie Kalkutta mit dem Zauber einer unendlichen Freundschaft wie die zwischen den Mitgliedern der Chowbar Society und dem Horror des Unbegreiflichen. Die Geschichte hält wirklich alles bereit. Besonders gefiel mir wieder Zafóns Sprache: Er spielt mit Witzen, philosophischen Anmerkungen und federleichten Beschreibungen einer Stadt, die zwar von Armut, aber auch von einer exotischen Schönheit geprägt ist. Man kann förmlich die Hitze der Stadt spüren und die Gerüche der Märkte riechen. Zudem ist man von der Geschichte um den geheimnisvollen Mann, der die Zwillinge verfolgt, total gefesselt; man möchte wissen, welche Motive ihn leiten. Dass zum Schluss noch ein Hauch Fantasy dazu kommt, macht das Buch für mich nur noch besser. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich jedoch gefunden: Für mich ist die Geschichte zum Schluss wirklich zu kurz gewesen, die Auflösung kam mir zu schnell und plötzlich, gerne hätte ich noch 100 Seiten mehr gelesen. Aber ansonsten ist dieses Buch wieder ein Meisterwerk, ein Lesegenuss und verpasst einem an manchen Stellen eine Gänsehaut, die sich sehen lassen kann. Dass dieses Buch allerdings für Jugendliche ist, kann ich nicht unterschreiben, für mich ist es erwachsen genug und ich würde es frühestens ab 15-16 Jahren empfehlen. Trotzdem wieder eine große Leseempfehlung meinerseits!
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Thomas Carter zögert. Was ihm die Witwe seines besten Freundes da erzählt, ist schwer zu glauben. Er soll das Baby in seinem Heim unterbringen ohne die Behörden Kalkuttas zu informieren. Und niemand darf jemals erfahren, wer das Kind zu ihm brachte. Die Geschichte des Säuglings hört sich an, wie aus einem Schauerroman. Ein gewisser Jawahal, entflohener Sträfling und wahnsinnig gewordener Meuchelmörder, hätte Vater und Mutter getötet und trachte nun auch den Babys - die Zwillingsschwester des kleinen Jungen will die alte Frau selbst großziehen - nach dem Leben. Doch als wenig später eben dieser Mann vor Carter steht und nach dem Baby fragt, weiß der Leiter des Waisenhauses St. Patrick's, dass die Witwe nicht übertrieben hat. Der Mann macht Carter Angst und so streitet er ab, jemals ein Kind aufgenommen zu haben und es nicht den Behörden gemeldet zu haben. Jawahal verabschiedet sich, kündigt aber seinen erneuten Besuch an dem Tag an, an dem der verschwundene Junge sechzehn Jahre alt wird - dem Alter, in dem die Waisen das Heim verlassen müssen.
Thomas Carter vergisst über die Jahre den Fremden und zieht den kleinen Ben groß, als wäre es sein eigener Sohn. Doch in der Woche, in der die Verabschiedung Bens stattfinden wird, steht die Witwe vor seinem Büro und warnt ihn erneut eindringlich vor Jawahal. In ihrer Begleitung befindet sich ihre fast sechzehnjährige Enkelin Sheere, die Zwillingsschwester Bens. Und der versucht sofort die vor dem Büro Carters wartende junge Frau dazu zu überreden, an einer der letzten Sitzungen der Chowbar-Society teilzunehmen. Wenig später schlägt er seinen sechs Freunden zu deren Überraschung sogar vor, Sheere aufzunehmen in die Gruppe, die sich der Hilfe untereinander und jedem Menschen in Not verschrieben hat. Irgendetwas scheint ihn zu dem Mädchen hinzuziehen. Kaum aber haben die Freunde dem überraschenden Ansinnen Bens zugestimmt, zerstört eine gewaltige Explosion das Büro Carters. Der Leiter überlebt schwer verletzt die Feuersbrunst und fleht den völlig konsternierten Ben an, mit Sheere zu deren Großmutter zu gehen und sie um ihre Hilfe zu bitten. Sheere und Ben seien in tödlicher Gefahr und nur die Großmutter des Mädchens könne ihnen helfen. Die acht Jugendlichen brechen sofort auf. Doch sie können nicht ahnen, dass nicht ein Mensch sondern ein Feuerdämon ihnen schon bald nach dem Leben trachtet.

Carlos Ruiz Zafón hat Jahre vor seinen Welterfolgen "Der Schatten des Windes" und "Das Spiel des Engels" mit der "Nebel-Trilogie" drei kleine, feine Romane veröffentlicht, die erst jetzt den Weg in die deutschen Buchläden gefunden haben. War der 1993 erstmals erschienene "Der Fürst des Nebels" eine bereits sehr gelungene Fingerübung für Jugendliche ist der 2004 in Spanien und im Oktober 2010 in Deutschland erschienene Roman "Der Mitternachtspalast" bereits von ganz anderem Kaliber und zeugt in der vorliegenden, ungekürzten Hörbuchversion von der frühen Meisterschaft des Spaniers Carlos Ruiz Zafón.

Wer anfangs irritiert ist ob der verschachtelten Geschichte, die von einem imaginären heute ins Jahr 1932, dann nach 1916 und wieder ins Jahr 1932 springt, wird schon nach wenigen Minuten von der Geschichte gefesselt.
Der Stil des Spaniers in diesem Jugendroman - empfohlen wird die Lektüre ab zwölf Jahren - ist zwar noch lange nicht so komplex und ausgereift wie in seinen späteren Romanen, doch die Spannung, die er erzeugt, ist ungeheuer. Fast ohne Pausen oder Erholunsperioden wird man mehrere Stunden in atemloser Erwartung des schrecklichen Endes - etwas anderes kann man sich als Hörer kaum vorstellen - nahe an den Lautsprechern verbringen. Man will keine Sekunde, kein Wort von dem durch Rufus Beck grandios vorgetragenen Zeilen verpassen.
Und wer Beck nur als mal genialen, mal albernen Stimmenimitator kennt, der gerne in verschiedensten Mundarten und Ausdrucksstilen seine unzähligen Hörbuchproduktionen bis fast zur Karikatur übersteigert, wird angenehm überrascht sein. Beck nimmt sich sehr stark zurück, lässt den Text wirken und enthält sich komplett jeglicher Sperenzien. Nur wenn er Jawahal zum besten gibt, wird seine Stimme wie mit Reibeisen gequält. Mit einem Wort, seine Leistung ist grandios.

"Der Mitternachtspalast" ist ungeheuer spannend, traurig und doch hoffnungsvoll. Auch wenn dem Hörer - zumal dem jungen - gelegentlich der Magen verdorben wird ob der obsessiv von Zafón dargestellten Gewalt, ist es doch ein Stück Literatur, das man uneingeschränkt empfehlen kann. Und wer bereits "Der Fürst des Nebels" mochte wird "Der Mitternachtspalast" lieben.

Stefan Erlemann
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am 16. Juni 2015
Dieses Buch hat mich sehr gefesselt. Es war äußerst spannend aber auch ziemlich gruselig für mein Empfinden. Ich hatte damit auch nicht gerechnet und musste hinterher erstmal was seichtes und lustiges lesen :)
Für Fans der Barcelona-Romane ist der Mitternachtspalast aber auch zu empfehlen. Kalkutta wird mit genauso wunderschöner Sprache beschrieben wie Barcelona und ich konnte es beinahe vor mir sehen. Allerdings fand ich die Story gerade im Vergleich mit den Barcelona-Romanen etwas dünn und muss dafür leider einen Stern abziehen.
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am 25. März 2015
ich habe die ganze Trilogie gelesen, die sich über mehrere Generationen erstreckt.
Der Plot baut auf sehr magischen Grundannahmen auf. Das muss man schon mögen, weil es manchmal richtig abstrus wird. Trotzdem sind die Romane atmosphärisch sehr dicht, leben von einer reichen und poetischen Sprache und fesseln in ihrer Abartigkeit sehr.
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am 1. März 2016
Ich habe das Buch im Rahmen der "Trilogía de la niebla" gekauft. Nachdem ich der Schatten des Windes und das Spiel des Engels von Zafón gelesen habe, ist dieses Buch nun eher eine Enttäuschung. Amazon und verschiedene Rezensionen geben an, dass auch Erwachsene dieses Jugendbuch mit viel Spaß und Spannung lesen können. Jedoch ist dieses Buch selbst für ein Jugendbuch zu seicht. Die Handlung ist sehr stringent und linear. Sie zeigt magische Elemente, die jedoch teilweise auch den Plot jeglicher Logik berauben. Das Buch ist relativ spannend geschrieben und sprachlich ok. Wer die gleiche sprachliche Ausgefeiltheit wie in "Der Schatten des Windes" erwartet, muss lange suchen. Die Sätze sind eher kurz, die Syntax einfach. Ja, zum Spanisch auffrischen oder lernen ist es ok, ohne jegliche Anstrengung zu lesen.
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