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D a s genau fragt sich unser (Anti-) Held Kimmo Joentaa...

Denn mehr als alles andere in diesem Serien-MordFall interessiert ihn die An- oder Abwesenheit seiner neuen Geliebten, die sich Larissa nennt, die als Prostituierte arbeitet, aber auch halbtags als Eisverkaeuferin.

Im Laufe der Ermittlungen taucht sie immer wieder auf, gibt ihm Ratschlaege, schreibt ihm gewisse Tatsachen, fluestert ihm Geheimnisse zu...
Auf ihrer Seite hat die "Hoellenmaus" sicherlich all diejenigen, die unseren schwer gebeutelten Kimmo endlich wieder einmal gluecklich sehen moechten.
Aber... mit Larissa ist das auch nicht so ganz einfach, die Dame hat ihr eigenes Koepfchen!

Dank eines Bildes, das die Ermittler bei einem Opfer finden, folgt die Polizei einer Kette von Morden; immer hinterher - niemals faehig, den Taeter zu schnappen.
Dieser ist ihnen mit minuzioesen Planungen immer einen Schritt voraus.
Ein Taeter, der alles genauestens geplant hat, um nie erwischt zu werden.

Am Ende wird sich alles klaeren...
Also reicht es, diesen Roman zu lesen, den i c h als durchaus lesenswert empfehlen kann.
Der Autor hat ab und an auch wirklich skurrilen Humor in die Handlung eingebettet, ich sage nur: August!
Nur, einen reinen Killer-Thriller duerfen Sie sich hier nicht erwarten!
Den naechsten Roman um Kimmo werde i c h mir sicher zulegen.
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am 12. Oktober 2011
Das war mein erster Roman der Kimmo Joentaa-Reihe. Mir fiel zunächst auf, dass ich ziemliche Probleme hatte, in die Geschichte hineinzufinden. Wenn ich ein Buch interessant finde, übt es einen Sog auf mich aus. Dann freue ich mich diebisch auf die nächste Lese-Stunde und wie es wohl weitergehen mag. Diesen Sog habe ich hier leider vermisst; das Buch ließ mich seltsam unberührt.

Jan Costin Wagner schreibt zweifellos "schön". Die Geschichte fließt langsam und unaufgeregt dahin, selbst die Morde geschehen dort fast beiläufig. Das ist vollkommen o.k., wenn man diese Unaufgeregtheit sucht und erwartet. Von einem Krimi erwarte ich aber mehr; nämlich Spannung.

Als ein großes Ärgernis empfand ich die vollmundigen Zitate auf dem Buchumschlag, die hier auch in der Produktbeschreibung abgebildet sind. Dort wird ein besonders spannendes Buch suggeriert, aber ich finde, das ist es gerade nicht. Ich bin nicht sicher, ob man dem Autor mit dieser Art Marketing einen Gefallen tut, wenn man ihn, den Deutschen, als "den besten skandinavischen Krimiautor" hochjubelt. Und einen Vergleich mit Mankell anzustellen, ist schlicht dämlich. Wagner ist Wagner und Mankell ist Mankell - wie ein Apfel eben ein Apfel ist, und keine Birne.

Ich nehme stark an, dass sich diese Lobpreisungen auf frühere Veröffentlichungen beziehen. Also werde ich mir sicher mal einen früheren Kimmo Joentaa ansehen; dann aber ganz sicher als Taschenbuch.
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am 7. Mai 2015
Ich lese nicht sehr oft Krimis, das muss ich sagen, bevor ich meine Meinung zu diesem Buch hier darlege. Zumindest habe ich in letzter Zeit wenige gelesen, früher mehr, aber diese "Phase" war irgendwann vorbei. Aber dieses Buch interessierte mich auf den ersten Blick, der Klappentext klang interessant und anders. Ohne zu wissen, dass der Roman der vierte Teil einer Reihe war, habe ich ihn mir zugelegt - erst später herausgefunden, dass es noch Bände vorher gibt, aber auch ohne sie gelesen zu haben, ist dieses Werk in sich geschlossen und stimmig. Ich denke, ich kann schon zu Anfang sagen, dass mir dieses Buch wieder richtig Lust auf das Genre gemacht hat. Und dass ich vorhabe, mir die ersten drei Teile gleich bei meinem nächsten Einkauf zuzulegen.

Aber der Reihe nach. Schon bei auf den ersten Seiten fiel mir auf: Dieses Buch ist außergewöhnlich. Anders. Knapp. Wenn ich ein Wort suchen müsste, um den Stil des Autoren zu beschreiben, dann würde ich "knapp" wählen, ich habe bisher kein Buch mit einem ähnlichen Stil gelesen - und ich muss gestehen, dass ich mir anfangs nicht sicher war, ob ich das gut finden sollte. Wenn ich das Buch nun aber nach dem Lesen beschreiben müsste, würde ich an "Knapp" noch "Genial" und "Poetisch" fügen. Und nachdenklich. Ruhig. Stimmig. Leise. Und fesselnd.

Ich habe "Das Licht in einem dunklen Haus" innerhalb von 3 Tagen durchgelesen. Wer jedoch einen spannungsgeladenen Thriller mit wilden Verfolgungsjagden erwartet, ist hier an der falschen Adresse. Viel mehr ist es gekennzeichnet durch eine tiefe Traurigkeit, einen kühlen Zustand der Nachdenklichkeit. Manchmal wirre Dialoge, die so nah am Leben sind, so seltsam verzerrt und echt, dass es sich surreal angefühlt hat, sie in dieser Form zu lesen. In positiver Art und Weise.

Es gab einen Vorfall. Einen Vorfall, der schon so lange zurück liegt, dass er schon fast vollkommen aus der Erinnerung des Ortes gewichen zu sein scheint - und doch alle Betroffenen und jene, die davon gehört haben, in Ohnmacht versetzt, der in all seiner bedrückenden Schrecklichkeit noch immer über den Seelen derer hängt, die mit ihm zu tun hatten. Hier spielt weniger die Jagd nach dem Mörder eine Rolle, als die Seele des Menschen, die Verletzlichkeit, die so lange andauern kann, dass man selbst Jahre später noch an Erinnerungen zerbrechen kann.

Ein Mörder, der intelligenter und sympathischer ist als seine skrupellosen Opfer. Und Kimmo Joentaa: ein Ermittler, der das einzige "Licht" in seinem Leben - seine Freundin Larissa - verloren zu haben scheint und nicht weiß, wo ihm der Kopf deswegen steht. Wie in Trance durchlebt er immer wieder Erinnerungen an seine eigene Vergangenheit, den Tod seiner geliebten Frau Sanna, an den ihn so vieles immer wieder erinnert und die zerrenden Sorgen um Larissa, die ihm keine Ruhe lassen.
Schritt für Schritt kommen er und seine Kollegen dabei nur den geheimnisvollen Morden auf die Spur, entdecken aufgrund eigenartigster Hinweise die richtigen Spuren, die alle an einem Tag im Sommer 1985 zusammenlaufen. Durchsetzt ist die Ermittlung, die aus verschiedenen Sichten erzählt wird, dabei immer wieder durch verschiedene Tagebucheinträge des Mörders, die zwischen dem Jetzt und dem Sommer von vor 25 Jahren wechseln. Eine berührende und traurige Geschichte - und bald muss man sich fragen: Wer ist der eigentliche Böse in dieser Geschichte? Denn eines steht fest: Erkennt man das Motiv des Mörders und auch die weiteren Opfer sehr viel schneller als die Ermittler, fiebert man - zumindest bei mir war es so - nicht mit den Polizisten, sondern mit dem Mörder mit, dessen Motiv man - verrückterweise - einfach so gut verstehen kann.

Und als sich die Spannung am Ende steigert und alle Spuren immer weiter führen, sich die Fäden verstricken und zu einem Punkt führen kommt der Wendepunkt der Geschichte - so überraschend, war man sich doch die ganze Zeit über sicher, alles genau zu wissen. Ein Ende mit dem ich nie gerechnet hätte und das ich gleichzeitig so erschreckend und berührend fand.

F A Z I T
Ein wundervolles, bedrückendes, berührendes und vor allem außergewöhnliches Buch über Liebe, Gewalt, Rache und die Suche nach einem Weg zurück ins Leben. Interessante und liebenswerte Charaktere, die man gern begleitet, mit ihnen forscht und leidet. "Das Licht in einem dunklen Haus" bekommt von mir 5 von 5 Sternen.
Ich tue mich immer schwer, 5 Sterne zu vergeben, aber dieses Buch hat sie mehr als verdient. Trotz anfänglicher Zweifel habe ich den Schreibstil zu lieben gelernt und ich bin restlos überzeugt. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der offen für einen etwas ruhigeren Kriminalroman ist - versetzt mit viel Menschlichkeit.
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am 2. Dezember 2014
Ich habe mich mit “Das Licht in einem dunklen Haus” etwas schwer getan. Der Schreibstil von Jan Costin Wagner ist kurz und knapp. Teilweise sogar so knapp, dass ich Sätze gleich mehrmals lesen musste, um den Sinn zu begreifen.

Der Autor schafft es mühelos, skandinavisches Flair zu vermitteln und zwar in düsterer, schwermütiger Hinsicht. Raffiniert konstruierte er eine komplexe Geschichte, die den Leser schnell in ihren Bann schlägt.

Ich war mit dem Ende gleichermaßen versöhnt und doch etwas traurig. So richtig sicher, was ich von der Figur des Kimmo Joentaa halten soll, bin ich mir noch nicht. Auf jeden Fall werde ich verfolgen, wie es mit ihm weitergeht.
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am 4. Januar 2012
Eine unbekannte Frau, die bewusstlos in einem Straßengraben in Turku gefunden worden ist und seitdem im Wachkoma liegt, wird im Krankenhaus ermordet. Der Täter hinterlässt Tränenspuren auf der Bettdecke der Patientin.
Ein Softwareberater wird in einem Hotel in Helsinki von einem Balkon im vierzehnten Stockwerk gestoßen. Der Mörder verschwindet unbemerkt.
Ein Politiker wird während eines Fotoshootings an einem belebten Strand durch eine explodierende Schnapsflasche getötet. Der Fotograf verschwindet unerkannt.
Ein an Parkinson erkrankter Gärtner wird von einem als Pfarrer verkleideten Mann in seinem Pflegeheim aufgesucht und stirbt später im Krankenhaus an einer Pilzvergiftung.
Ein Kaufhausdetektiv wird während seiner Arbeitszeit erstochen. Der Mörder kann das Geschäft unbehelligt verlassen.

Diese Fälle hängen zusammen, das spürt Kommissar Kimmo Joentaa schnell. Doch er kann sich nicht auf die Ermittlungen konzentrieren, weil Larissa, die Frau, mit der seit einiger Zeit zusammen wohnt, aus seinem Leben verschwunden ist. Er weiß nicht, wohin sie gegangen sein kann, er kennt den Grund ihres Verschwindens nicht, er weiß nicht einmal ihren richtigen Namen.
Doch Larissas Verschwinden und die Suche nach ihr führen den Kommissar schließlich auf die Spur des Mörders.

Der vierte Kimmo-Joentaa-Roman ist ein in gewohnter Weise raffiniert gestrickter Kriminalroman. Der Autor führt den Leser über lange Zeit gekonnt in die Irre durch die eingestreuten Tagebucheinträge einer unbekannten Person, in denen die Jahrzehnte zurückliegende Vergewaltigung einer jungen Frau durch vier Männer geschildert wird. Schnell wird klar, dass die Ereignisse in der Vergangenheit mit den Todesfällen in der Gegenwart zusammenhängen.
Doch dieses Buch ist mehr als ein gelungener Thriller. Jan Costin Wagner ist ein psychologisch ausgefeilter und komplexer Roman gelungen über Menschen, die in extreme Situationen geraten und an ihnen zu zerbrechen drohen.

Der melancholische Kommissar hat den Tod seiner Frau auch Jahre später nicht verwunden und wird bei seinen Ermittlungen im Krankenhaus von seinen Erinnerungen überwältigt. Die Frau, die sich Larissa nennt, arbeitet als Prostituierte und als Eisverkäuferin und trägt eine Traurigkeit mit sich, die vermutlich in einem traumatischen Erlebnis gründet. Ein Kollege Joentaas wird wegen seiner Wettsucht stationär im Krankenhaus behandelt und stürzt den Kommissar in einen Loyalitätskonflikt, weil er Joentaa um Geld für eine neue Wette anbettelt.

Warum die Personen so zerbrochen und depressiv sind, erfährt der Leser nicht. Jedes Detail, das über sie preisgegeben wird, wirft neue Fragen auf, die der Autor nicht beantwortet. Jan Costin Wagner psychologiert nicht und lässt seinen Figuren ihr Geheimnis.

Die düsteren Seelenzustände seiner Protagonisten schildert Wagner in meisterlich karger und effizienter Sprache. Kein Wort, keine Metapher ist zu viel und hierdurch schafft der Autor mit seiner Sprache einen Rhythmus und eine Spannung, die den Leser unweigerlich mitzieht.

Doch eine Gefahr seiner Kunstfertigkeit deutet sich in diesem vierten Band der Kimmo-Joentaa-Reihe bereits an: Jan Costin Wagners poetische Sprache droht sich in Chiffren zu verlieren, die der Leser nicht mehr zu entschlüsseln vermag.
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TOP 500 REZENSENTam 21. Juli 2011
Wagners nordisch spröder Ermittler Kimmo Joeentaas der schon "Im Winter der Löwen" einen außergewöhnlichen Fall zu lösen hatte, bekommt es mit einer neuen rätselhaften Mordserie zu tun. Eine Frau, die ohnehin bald sterben wird, wird ermordet und nur kurz danach gibt es noch andere Opfer - und niemand kann sich einen Reim darauf machen.
Schnee fällt und es geht auf Weihnachten zu, als Kimmo und seine Kollegen sich mit den Geschehnissen eines Sommers beschäftigen müssen, die lange zurück liegen und die doch jemandem so sehr in Erinnerung geblieben sind, dass er einen unheimlichen Rachefeldzug beginnt.

Joeentaas bleibt auch in diesem Buch dem Leser auf eine sympathische Art immer ein wenig fremd, seine Gedankengänge und sein Handeln oft nicht nachvollziehbar, aber zum Plot und zum etwas düsteren finnischen Winter passt dies sehr gut. Ähnlich wie Kimmo wird auch dessen neue Freundin Larissa nur mit einer gewissen Distanz geschildert - ihr Verschwinden und die wenigen Fragen, die Kimmo stellt, obwohl er sie vermisst, ihr ganzes Verhalten ihm gegenüber waren mir zwar doch ein wenig zu nordisch kühl und nicht verständlich, das hat aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch getan, denn wieder hat mich die dichte Erzählung eingefangen, war es die Stimmung, die mich sofort in den Bann gezogen hat und der gut konstruierte Fall, der die Spannung nicht abreißen ließ.

Mein Fazit: Der Beweis, dass man auf der Suche nach guten skandinavischen Kriminalfällen auch bei deutschen Autoren fündig werden kann. Unbedingt lesenswert.
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am 22. Juli 2011
Hallo,
Zum Inhaltliche wurde schon weitgehend einiges erzählt.
Dennoch möchte ich hinzufügen, dass es sich bei Jan Costin Wagners Bücher um keine klischeehaften Kriminalromane handelt, auch wenn ein Mord, oder wie in diesen Fall Morde behandelt und von Protagonist Kimmo Joentaa ermittelt werden.
Was vielmehr im Vordergrund steht ist der Mensch und seine Motive zum Handeln. Stück für Stück bringt Jan Costin Wagner die Beweggründe des Mörders näher, sodass man diesen nicht schlichtweg verurteilen kann, sondern beginnt ihn zu verstehen. Dabei geht er nicht plump, sondern subtil vor.
Auch Kimmo Joentaa entwickelt sich als Person weiter, zwar bleiben seine Gedankengänge weiterhin verworren, dennoch erkennt man nun ein Licht hinter der melancholischen Fassade dieses jungen Polizisten. Nämlich Liebe/Freundschaft zu einer unbekannten Frau. Umso schlimmer, als sie spurlos verschwindet.

Fazit:
Wagners Bücher zu lesen ist jedes mal eine Freude, da sie sich herrlich von übrigen Kriminalromanen (und Romanen allgemein) unterscheiden. Dazu trägt nicht nur sein Feinsinn für psychische Vorgänge bei, als auch sein Schreibstil selbst, der zwar nicht immer einfach, aber einfach ein bisschen anders ist.
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am 12. September 2011
Von Jan Costin Wagner habe ich bisher alle Bücher gelesen, und wurde noch nie enttäuscht!
Der Autor schafft viel mehr als einen Kriminalroman. Es schafft eher Psychogramme von Menschen. Er erzählt sehr leise und fast schon in einer poetischen Sprache. Vieles ist zunächst subtil und verwirrend, aber mit dem Lesen lernt man die Menschen und ihre Mpotive immer besser kennen. Man versteht warum sie wie handeln, was am Anfang nicht klar ist. Das gilt für die "Guten" genauso wie für die "Bösen", sodass die Leute in Wagners Büchern immer vielschichtig sind. So wie im echten Leben auch.

Ich mag auch das etwas Melancholische des Polizisten Kimmi Joentaa, dem es doch immer gelingt, die vielen (falschen) Spuren und Handlungsstränge am Schluss zu einem gemeinsmen Bild zu fügen. Ein Bisschen mehr Larissa (Kimmos geheimnisvolle Geliebte) hätte ich mir zum Schuss gewünscht, das kommt mir in der Auflösuing zu kurz. Saraa (die zentrale Figur der Klavierlehrerin) hätte mehr Tiefe erhalten können. Alles in allem aber ein wunderbares, fast schon lebensphilosophisches Buch.

Eine echte Empfehlung für die, die leise Töne und ein bisschen melanscholische Stimmung Finnlands und seiner Menschen mögen.
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am 14. Mai 2014
Erschütternd und ergreifend schreibt Jan Costin Wagner in diesem Krimi, wie psychische, sexuelle und körperliche Gewalt junges Leben zerstört. Unglaublich dabei ist, wie lange diese Missbräuche in Cliquen , Freundeskreisen und Familien geheimgehalten werden können und was vor allem weibliche Personen schlimme Erniedrigungen schlucken. Das Tieftraurige an dem Roman ist, dass diese Vorkommnisse tagtäglich nicht selten in unserer Gesellschaft geschehen mit eben den im Roman geschilderten Folgen, ja oft in der Nachbarschaft. Der Autor besitzt dabei die Fähigkeit, den Leser bis zum Schluss zu fesseln, da erst dann der eigentliche Mörder aufgedeckt wird. Also obendrein ein ganz beeindruckender Krimi.
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am 17. Oktober 2011
Der in Frankfurt und in Finnland lebende Schriftsteller und Musiker Jan Costin Wagner hat mit seiner Figur des finnischen Polizisten Kimmo Joentaa aus Turku einen Protagonisten für seine außergewöhnlichen und von der Literaturkritik hoch gelobten Romane geschaffen, wie ich sie sonst in noch keinem Krimi gefunden habe, auch nicht bei den skandinavischen Meistern ihrer Klasse wie etwa Henning Mankell oder Hakan Nesser.

Kimmo Joentaa löst nicht nur Mordfälle zusammen mit seinem sympathischen Team, sondern er ist so etwas wie ein Philosoph, der melancholisch gelassen die Schicksalsschläge annimmt, von denen das Leben ihm einige verpasst hat, ohne mit dem Saufen zu beginnen, wie nahezu alle seiner anderen Kollegen des Genres.

Seit Kimmo vor Jahren seine Frau Sanna durch einen langsamen Krebstod verlor( nachzulesen in "Eismond", dem ersten Band der Reihe) trauert er um sie und hat sich in seine eigene Welt zurückgezogen. Doch seit im letzten Band der Reihe mit dem Titel "Im Winter der Löwen" sich eine Prostituierte bei ihm einquartiert hat, ist die Liebe zu ihm zurückgekehrt. Doch es scheint sein Schicksal zu sein, dass ihm alles Wertvolle wieder genommen wird. Seine Freundin Larissa, mehr als diesen Vornamen kennt er nicht von ihr, verschwindet eines Tages spurlos. Etwa zeitgleich wird in einer Klinik eine Frau getötet, die kurz vor ihrem natürlichen Tod stand, nachdem sie einige Zeit davor schwer verletzt in einem Straßengraben aufgefunden und eingeliefert wurde. Die Identität dieser Frau ist unbekannt, die Spurensicherung stellt nur fest, dass der Täter Tränen auf ihrer Krankenhauskleidung zurückgelassen hat.

Immer wieder gebeutelt von dem Verschwinden von Larissa, macht sich Kimmo mit seinem Team auf die Spur eines Täters, der in der Folge noch mehrere andere Menschen tötet. Irgendwann gibt ihm die abwesenden Larissa einen Tipp, als sie endlich auf seine zahllosen Mails antwortet: "Eure Tote, das hat mit männlicher Gewalt zu tun." Durch die spannend angeordnete Handlung mit Tagebuchrückblicken einer zunächst noch völlig unbekannten Person, deren Bedeutung sukzessive aufgeschlüsselt wird, hatte auch der aufmerksame und immer mehr vom melancholisch-philosophischen und regelrecht poetischen Stil Wagners faszinierte Leser diesen Gedanken schon für sich ventiliert.

Dieser Hinweis Larissas lässt Kimmo einer Spur nachgehen, die schon zu den Akten gelegt worden war, und die nun erfolgreich für die Lösung des Falles zu werden scheint. Eine psychisch kranke Frau hatte sich aus einer Klinik gemeldet und behauptet, die Tote aus dem Krankenhaus zu kennen. Kimmo fährt in die finnische Provinz, um mit der psychisch kranken Frau zu sprechen und trifft dort auf zwei Kollegen aus Helsinki, die am gleichen Ort in einer anderen Mordsache ermitteln. Langsam ergeben sich die Verbindungen.

Mit großer Sprachkunst und geschicktem Aufbau nimmt Wagner seinen Leser hinein in ein verwirrendes Spiel von Tätern, die Opfer sind, und von Opfern, die zu Tätern werden. Wie Kimmo Joentaas ganz private Geschichte weitergeht, soll hier offen bleiben - bis zum nächsten, von einer wachsenden Lesergemeinde mit Spannung erwartetem Buch.
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