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am 9. November 2012
Seit ich gemeinsam mit Daniel und seinem Vater in "Der Schatten des Windes" das erste Mal den Friedhof der vergessenen Bücher betreten habe, war ich hin und weg von den magisch-realistischen Geschehnissen vor der Kulisse des historischen Barcelonas. Individuelle Figuren, ein spannender Handlungsverlauf, mysteriöse Ereignisse und der sehr intensive und atmosphärische Schreibstil des Autors formen das Gesamtpaket, das diesen Roman - und seinen Nachfolger - so beliebt machen. Kein Wunder also, dass ich zum Erscheinungstermin des dritten Teils der Reihe, "Der Gefangene des Himmels", völlig aus dem Häuschen war. Abgesehen von einem weiteren Ausflug in die Vergangenheit stellt er nämlich eine Verknüpfung zwischen den sehr unterschiedlichen Vorgängerbänden her.

Gefangen genommen wird der Leser sogleich wieder von Zafóns typischem Stil, der manchmal etwas zu blumig und überzogen ist, insgesamt aber eine sehr authentische Kulisse aufbaut und mit ungewöhnlichen, aber nicht unbeholfenen Worten das Innenleben und die Umgebung der Figuren beschreibt. Schon gleich im ersten Kapitel geschieht etwas Merkwürdiges, das sogleich auf einen verzwickten Handlungsverlauf schließen lässt. Das Wiedersehen mit Daniel und Fermín wird dadurch aber kaum getrübt, schließlich stellen die beiden ein selten vorhandenes Duo dar. Ich war entzückt, gebannt und voller Vorfreude.

Aber dann kam der Bruch. Auf den ersten hundert Seiten häufen sich verschiedenste Hinweise, sodass man zu knobeln und raten anfängt und – möglicherweise – notdürftige Erklärungen findet. Doch dann kommt ein Sprung in die Vergangenheit. Der liefert Begründungen – aber viel zu früh! Die Spannung kommt nur immer mal wieder zustande, weil es noch viel zu wenige Fragen, dafür aber schon gleich Antworten gibt. Den Ausgang vieler Situationen kann man sich bereits denken. Die Länge dieses Zeitsprungs bewirkt, dass zum Ende des Buchs hin nur ein mickriges Finale stattfindet, das für mich eher wie ein Lückenfüller wirkte. Plötzlich scheinen viele Probleme gelöst, die Figuren sind putzmunter und alles funkioniert so, wie es soll. Für Zafóns sonst eher dramatische Plots ist das viel zu blass, zu gutmütig, zu einfach und unkompliziert.

Darüber hinaus fehlte es mir an der Liebe zur Literatur, die in den beiden Vorgängerbänden auf fast jeder Seite zu spüren war. Die Magie des Geschichtenerzählens oder -lesens wurde in "Der Gefangene des Himmels" jedoch weitestgehend außer Acht gelassen und auch der Friedhof der vergessenen Bücher kommt wesentlich zu kurz. Klar, den Buchladen von Daniel und seinem Vater gibt es noch immer und einige Autoren und Bücher werden erwähnt, doch sie sind keine zentralen Gegenstände der Handlung und werden auch nicht besonders ausgiebig und liebevoll beschrieben.

Diese beiden Punkte sorgten bei mir für große Enttäuschung. Dass Daniel wie eh und je ein angenehmer, nachdenklicher und natürlicher Protagonist ist, der eine glaubwürdige Wandlung durchgeht; dass Fermín nachwievor immer einen klugen Spruch auf den Lippen hat und eine ganz besondere Figur ist - all das ist toll und ein Beweis für Zafóns literarisches Talent. Aber meine Begeisterung für das Buch wieder anfachen, konnten sie trotzdem nicht.

Ich habe das Gefühl, dass Zafón es sich mit dem Buch leicht gemacht hat. Dass er zwei Handlungsstränge zusammen führen wollte, einen guten Weg gewählt hat, aber sich für die weitaus einfachere Variante entschieden hat. Weil aber genau das nichts ist, was man von ihm erwartet, flacht die Magie ab und entsteht nur durch den tollen Stil. "Der Gefangene des Himmels" ist ein Buch, das man als treuer Anhänger der Reihe lesen kann - aber man muss es nicht. Hinter den beiden Vorgängerbänden bleibt es weit zurück.
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am 25. Oktober 2012
Endlich ist es wieder soweit, alle Fans von Carlos Ruiz Zafón haben vermutlich schon ungeduldig auf seinen neuen Roman gewartet und werden wieder ihre Freude daran haben.
DER GEFANGENE DES HIMMELS knüpft wieder in altbewährter Manier an die beiden Vorgängerromane (Der Schatten des Windes und Das Spiel des Engels) an.
Auch die Handlung spielt wieder in Barcelona, wir nehmen erneut Teil an Daniel Semperes Leben, durch den wir ja schon in den beiden ersten Romanen den wunderbar beschriebenen Friedhof der vergessenen Bücher kennen gelernt haben und der auf magische Art jedes Leseherz höher schlagen lässt.
Wieder gelingt es Zafón sich eine Geschichte auszudenken, die es ermöglicht, sein besonderes Talent, ich nenne es für mich immer das Edgar- Allan- Poe-Talent, zum Einsatz zu bringen.
Vielleicht ist es in erster Linie das, was viele Leser fasziniert, dass hier ein Meister am Werk ist, wenn es darum geht Unheimliches, Geheimnisvolles, Übernatürliches, aber auch Angst Einflößendes darzustellen?

In der Figur des Mauricio Valls hat Zafón wieder einmal einen Teufel in Menschengestalt erschaffen, dessen Gier nach Geld, Macht und Anerkennung alle Menschlichkeit in ihm getilgt hat. Er ist Direktor im Gefängnis von Barcelona, wo Menschen zum Teil willkürlich eingekerkert wurden, und deren Leben kaum noch als solches bezeichnet werden kann.
Zitat: "Die Fahrzeuge der politischen Polizei fuhren über die alte Straße auf den Montjuic, und manch einer erzählte, sowie er auf dem Hügel die Umrisse des Kastells vor den schwarzen, vom Meer heraufkriechenden Wolken gesehen habe, sei ihm klargeworden, dass er nie wieder lebend von da wegkommen werde."
Mauricio Valls, der sich als verkannter Literat sieht, benützt die Gefangenen, wie es ihm gerade passt. Er nützt sie rücksichtslos und menschenverachtend aus, nur immer sein Ziel im Auge behaltend, einst berühmt, reich und mächtig zu werden.
Da kommt es ihm sehr gelegen, unter den Gefangenen einen Dichter zu haben, den er für sein Projekt verwenden kann.

Zafón verquickt das Leben von Daniel Sempere und dessen Freund Firmín raffiniert in zwei Zeitebenen, wodurch man Schreckliches aus deren Vergangenheit erfährt, was bis in deren Gegenwart hineinreicht.

Der Anfang des Romans wirkt zunächst etwas unspektakulär, das ändert sich aber sehr schnell als eine für Zafón typische Furcht einflößende Gestalt in Semperes Buchladen auftritt.
Mit dieser Figur wird der Leser wieder unentrinnbar in die Geschichte hineingezogen und gefesselt.

Wüsste man nichts vom dunklen Kapitel der spanischen Geschichte, würde man die im Roman beschriebenen Grausamkeiten als Fiktion abtun, man hätte Mühe zu glauben, dass so viel Unmenschlichkeit möglich ist, aber gerade das ist es, was mich als Leser erschauern lässt, die Vorstellung, dass zumindest Ähnliches tatsächlich geschehen sein könnte.
Während Zafóns erste beiden Roman um den Friedhof der vergessenen Bücher noch mehr im Bereich der Fantasy angesiedelt waren, bietet sein neuer mehr Möglichkeiten, sich die spanische Geschichte, vielleicht aber auch die anderer faschistischer Staaten, ins Gedächtnis zu rufen und wieder einmal kritisch zu hinterfragen.

Alles in allem war auch dieser Roman wieder ein reines Lesevergnügen (vorausgesetzt man ist nicht zu zart besaitet), ich gebe es zu: Ich habe das Buch mit nur einer kleinen Pause durchgelesen, ein echter Pageturner eben!

Schön für die, die es noch vor sich haben. Ich wünsche jedenfalls ganz viel Spaß dabei!
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am 6. Februar 2013
Er hat es also gewagt: Für den Fortsetzungsroman seines Zyklus um den "Friedhof der vergessenen Bücher" hat sich Bestsellergarant Carlos Ruiz Zafón an der direkten Weitererzählung seines Smashhits "Der Schatten des Windes" versucht. Zugegeben, als diese Information durchsickerte, bekam ich ein ziemlich flaues Gefühl in der Magengegend, zählt der Roman doch zu meinen absoluten Lieblingen, und Fortsetzungen sind nun wirklich nicht immer ein Segen - das lehrt sowohl die Literatur- wie auch die Filmgeschichte. "Der Schatten des Windes", seiner Zeit der Auftakt zu Ruiz Zafóns düsterer Saga um die katalonische Hauptstadt Barcelona im letzten Jahrhundert, die Wirren, die Leiden und die Geheimnisse einer vom Krieg zerrütteten Metropole, war nicht ohne Grund ein absoluter Welterfolg. Die Gefahr nun, mit "Der Gefangene des Himmels", am eigenen Denkmal zu sägen, ist dementsprechend groß. Wie dem auch sei, nach "Der Schatten des Windes" und "Das Spiel des Engels" macht sich Ruiz Zafón also auf, seine, auf vier Teile angelegte Geschichte von Dunkelheit, Liebe und Gewalt weiterzuerzählen.

Die Handlung soll genau dort ansetzen, wo der berühmte Vorgänger einst schloss. Ob dies nun wünschenswert oder gar notwendig war, bleibt natürlich jedem selbst überlassen - und führt mitunter zu der ewigen Frage danach, wem denn eine Geschichte wirklich gehöre; dem Autor oder seinen Lesern.

Erzähler der Geschichte bleibt zwar der Antiquarssohn Daniel Sempere, der eigentliche Fokus soll jedoch auf dessen Freund, Fermín, liegen, den wir ebenfalls in "Der Schatten des Windes" kennengelernt haben. Neben der bevorstehenden Heirat Fermíns, beleuchtet Ruiz Zafón vor allem dessen grausige Vergangenheit: ein Martyrium in den Fängen des sagenumwobenen Gefängnisses im Castell de Montjuïc, das während des Franco-Regimes unter anderem für die Inhaftierung politischer Gegner genutzt wurde. Neben den grauenvollen Haftbedingungen setzt Fermín und seinen Mitgefangenen, unter denen sich auch ein gewisser David Martín, seines Zeichens Protagonist aus Ruiz Zafóns "Spiel des Engels" und enger Freund der Mutter des Helden, Daniel Sempere, befindet, vor allem der skrupellose Gefängnisdirektor, Mauricio Valls, zu. Erneut spielt sich die Handlung also in Vergangenheit und Gegenwart ab.

Fermín, der diese dunkle Epoche seines Lebens inzwischen hinter sich zu wissen glaubt, würd jedoch aus dem Nichts, kurz vor seiner Hochzeit, von ihr heimgesucht, als plötzlich ein mysteriöser Fremder in der Buchhandlung der Semperes erscheint und ihm ein Geschenk hinterlässt: ein Exemplar des "Grafen von Monte Christo", dem Epos aller Gefängnisausbrecher - und aller Rächer.

Wieder einmal verschwimmen die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit: Die Ereignisse der dunklen Kriegsjahre scheinen dunkle Schatten auf die selige Ruhe der Gegenwart zu werfen, und nicht nur Konsequenzen für Fermín zu haben, sondern auch für Daniel, seinen besten Freund. Und steckt hinter all dem vielleicht doch so etwas wie ein großer Strippenzieher?

Kommen wir nun zu dem Teil, der mir wirklich nicht leicht fällt, und um den ich mich seit einer ganzen Weile zu drücken versucht habe, fühlt es sich doch so an, als müsste man einem sehr guten Freund, eine schmerzliche Wahrheit offenbaren: Carlos Ruiz Zafón, Sie haben ein mittelmäßiges, ja, ein selbstgefälliges Buch geschrieben, das seinem berühmten und gerühmten Vorgänger nicht einmal im Ansatz gerecht zu werden vermag. Sicher, man hat sich paratextuell große Mühe gegeben, das Ganze ein wenig auszustaffieren; so erscheint "Der Gefangene des Himmels" nicht nur mit einer "stylischen" Karte des alten Barcelona auf den Innenseiten des Buchrückens, nein, es wirkt außerdem augenscheinlich wie das dickste und umfangreichste Werk der Serie, und das, obwohl es mit gut zweihundert Seiten weniger im Gepäck kommt, als es noch die anderen Romane um den "Friedhof der vergessenen Bücher" taten. Neu ist auch, dass es ein Vorwort gibt, welches dem Leser erklärt, dass er jeden Roman des Zyklus unabhängig voneinander und gar in beliebiger Reihenfolge lesen könne. Bei "Der Schatten des Windes" und dem fantasygeschwängerten "Spiel des Engels" mag dies noch zugetroffen haben, für "Der Gefangene des Himmels" darf es jedoch nicht gelten, denn ohne die Bezugspunkte aus den anderen Büchern, würde einen die ohnehin dünne Handlung noch weit weniger mitreißen.

Was ich vorher an Ruiz Zafón immer geliebt habe, wirkt jetzt automatisiert und herunter gespult: all die große Mystik, die fantasievollen Beschreibungen der düsteren Atmosphäre, die Verstrickungen der einzelnen Handlungsstränge sind nun nicht viel mehr, als ein bloßes Mittel zum Zweck. Drei Jahre, für nicht mehr als eine plakative Hommage an Alexandre Dumas und ein paar neue Erkenntnisse zur eigentlichen Geschichte? Das ist mir zu wenig, Señor.

Natürlich ist "Der Gefangene des Himmels" noch immer besser, als vieles, was der Literaturbetrieb so an Land spült - auf der Höhe seiner Möglichkeiten ist Ruiz Zafón hier jedoch bei Weitem nicht.
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am 12. Mai 2013
"Der Schatten des Windes" war nach meiner bescheidenen Einschätzung ein literarischer Höhepunkt der letzten Jahre; leider scheint er auch ein für Carlos Ruiz Zafón nicht wieder erreichbarer Gipfel zu sein.

Wie schon "Das Spiel des Engels" knüpft "Der Gefangene des Himmels" an "Der Schatten des Windes" an, ohne die Faszinationskraft des Vorbildes zu erreichen. Die außergewöhnliche Stärke des "Schatten des Windes" lag in der gekonnten Balance zwischen den Schilderungen der Gräuel im spanischen Bürgerkrieg und einer jungen, unbefleckten, mystisch-phantastischen Liebesgeschichte. Dabei lotete Carlos Ruiz Zafón die Grenzen zum Irrealen und Kitsch mit feinsinniger Sensibilität aus, ohne sie zu verletzen. Gerade das feinfühlige Spiel mit diesen Grenzen macht das Salz in der Suppe des "Schatten des Windes" aus. Hinzu kommt eine ausgewählt schöne Sprache - ein Kompliment an die gelungene Übersetzung.

"Das Spiel des Engels" kippte bedenklich ins Mystisch-Diabolische, ähnlich wie frühere, fast schon der Fantasy-Literatur zuzurechnende Werke von Carlos Ruiz Zafón. "Der Gefangene des Himmels" ist dagegen ganz und gar realitätsnah und auf die düstere Seite des spanischen Bürgerkrieges fokussiert. Die positive, inspirierende Seite des Lebens kommt diesmal zu kurz. Auch die beflügelnde Sprache verliert, wenn an die Stelle von Feinsinnigkeit zumindest vereinzelt Derbheit und Anzüglichkeiten treten.

„Der Gefangene des Himmels“ erzählt die Vorgeschichte zu den aus „Der Schatten des Windes“ bekannten Charakteren, ohne gravierende, neue Facetten hinzuzufügen. Die Handlung ist durchaus nicht ohne Spannung, zieht einen aber nicht in den Bann. Die stilvolle Sprache trägt den Leser über die zeitweisen Längen. Das Buch endet mit einer offenen Rechnung, so dass man auf eine Fortsetzung gespannt sein darf.

Summa summarum ist "Der Gefangene des Himmels" ein schönes, lesenswertes Buch. Ich kann es kaum erwarten, ob es Carlos Ruiz Zafón gelingt, mit seinem nächsten Buch an alte Höhen anzuschließen.
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am 7. November 2012
Ja, schreiben kann Carlos Ruiz Zafon! Und natürlich freute ich mich nach den vorangegangen sehr guten Erfahrungen auf ein erneutes Lesevergnügen. Und bis zu den letzten 10 oder 15 Seiten stand dem auch wenig im Wege. Nur verließ Zafon dann leider die Kraft, seine Geschichte abrundenderweise zu Ende zu bringen oder der Trilogie soll ein vierter (!) Band folgen. Der Fischer Verlag wird wissen was er an seinem Autor hat...
Zafon unterlässt es in "Gefangenen des Himmels" seine Geschichte zu beenden, lose Erzählstränge führen zu einem "Lesus Interruptus", zu einem schlichtweg unbefriedigenden Gefühl, seine Abende vertan zu haben. Einige Fährten werden nur angerissen, um dann als weitere lose Fäden im Raum zu wabern. Und die anderen verlieren sich im offenen Ende.
Ich wünschte mir, Zafon hätte sich mehr Zeit gelassen (oder nehmen dürfen), um wie in seinen anderen Werken eine Geschichte zu Ende zu erzählen. Vielleicht hätte er es dann auch auf tatsächliche 400 Seiten gebracht und nicht auf diese künstlich aufgeblähten!
Alles in allem bin ich enttäuscht! Und das ist sehr, sehr schade, weil ich bis dato Zafon einfach für großartig hielt!
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TOP 1000 REZENSENTam 7. Dezember 2015
Wer die beiden Vorgängerromane von Zafón Das Spiel des Engels: Roman (Hochkaräter) und Der Schatten des Windes gelesen hat, wird hier bald auf bekannte Namen stoßen. Daniel Sempere und David Martín spielen eine wichtige Rolle, doch zum Verständnis ist das Lesen der anderen Bücher nicht vonnöten, vielleicht erhöht es den Lesegenuss ein bisschen.
Wieder spielt die Geschichte im Barcelona vergangener Zeiten, in den Jahren 1957/58 und von dort mit Rückblicken in die Zeit des Franco-Regimes. Als Daniels bester Freund heiraten will, muss er seine Vergangenheit offenbaren, die intensiver mit der Daniels verbunden ist als dieser weiß. Und gleichzeitig taucht ein unheilvoller Bekannter aus jener Zeit auf - Zufall? Es geht um Liebe, Verrat, Betrug, Macht und Geld. Und wie bei Zafón üblich, ist alles miteinander verbunden und verworren, der Rückblick offenbart nur einen Teil der Wahrheit.
Doch gegenüber den beiden anderen Büchern ist diese Geschichte deutlich kürzer gefasst, auch wenn das Taschenbuch mit mehr als 400 Seiten angegeben wird. Wäre die Schrift nur etwas kleiner und das Format nur geringfügig größer, hätten 250 Seiten vermutlich vollauf genügt. So fehlt dem Ganzen jedoch der Umfang zu einem richtigen Schmöker: Kaum ist man dabei ganz und gar in die Geschichte einzutauchen, vollzieht sich ein Wechsel in eine andere Richtung. Keine Frage, das Buch ist voll mit überraschenden Wendungen und unterhält die Lesenden bis zum Ende ohne jede Schwierigkeit. Doch zum wirklichen Schmökern fehlt die intensive Darstellung der einzelnen Bereiche. Vieles wird angerissen, manches auch geklärt, doch allzu viele Frage bleiben offen. Stoff für einen Folgeband? Das wäre schön, wenn dieser wieder die Opulenz der ersten beiden Barcelona-Bände hätte.
So schwanke ich zwischen drei und vier Sternen - und vergebe dann doch vier, da es in jedem Fall eine gute, wenn auch nicht ganz befriedigende Unterhaltung ist.
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am 31. Januar 2013
Im dritten Roman der Tetralogie steht Fermin Romero de Torres, der Gehilfe der Buchhandlung Sempere und Sohn im Zentrum des Geheimnisses. Ein Unbekannter, hinkender, dem an einer Hand einige Finger fehlen, kommt in die Buchhandlung um ein sehr teures Exemplar Dumas "Der Graf von Monte Christo" zu erwerben. Doch er nimmt das Buch nicht mit, sondern widmet es Fermin. Der geheimnisumwobene Fremde taucht im Barcelona des Jahres 1957 wieder unter. Doch Daniel Sempere fordert Fermin zum Gespräch und dieser erzählt ihm die Geschichte seiner Vergangenheit - die Geschichte seiner Gefangenschaft auf Montjuic von 1939 und jene vom Tod seiner Mutter - Isabella Sempere!

Etwa zwei Drittel des Romans sind packend zu lesen. Die Geschichte der Gefangenschaft frischt alte Bekanntschaften wieder auf, so zum Beispiel jene mit dem Schriftsteller David Martin, der als Mitgefangener erneut eine zentrale Figur belegt. Doch bereits die Anlehnung an Monte Christo zu Beginn macht kein großes Geheimnis daraus, wie Fermin seiner Zelle Nr.13 entkommt - hmpfffffffffffffffffffff und gähn!

Bevor sich die Geschichte zu einem Höhepunkt entwickeln kann, ist sie auch schon wieder aus und es bleibt die verblüffte Frage: War das jetzt schon die Story? Weder bemerkenswerte Verstrickungen noch eine grandiose Auflösung wurde hier aufgetischt. Doch der Autor treibt sein Tun auf die Spitze und schwafelt weitere hundertfünfzig Seiten über die Hochzeitsvorbereitungen Fermins mit der schönen Bernarda. Das Ende lässt vermuten, dass der wahre Kern des dritten Bandes wohl das Schüren der Rache am Mord Daniels Mutter ist - naja, damit sprechen wir dem vierte Teil auch noch seine Berechtigung zu (!?!)

Dieser inhaltlose Auswuchs eines Romans wurde meinen Ansprüchen an Zafon's Friedhof der vergessenen Bücher in keiner Weise gerecht. Natürlich spreche ich dem Autor sein Talent nicht ab, mit spielerischer Leichtigkeit Spannung und einen besonderen Sog zu erzeugen! Das zeichnet ihn schließlich aus!
Dennoch, als Leser und Konsument fühle ich mich von diese Roman, seinem Autor und dem Verlag zum Narren gehalten!

Denn, dieser Band ist nicht mehr als ein Trailer für Band vier!
Meine Hochachtung!
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am 24. Dezember 2012
Dieses Buch ist bestensfalls ein Lückenfüller bis zum vierten Band und schlimmstenfalls total überflüssig.

Der Gefangene des Himmels profitiert ausschließlich von seinem berühmten Vor-Vorgänger "Der Schatten des Windes". Hätte Zafon mit dem "Schatten" kein derartiges Meisterwerk abgeliefert, wären seine anderen Werke ohne großes Aufsehen zu erregen schnell und heimlich in Vergessenheit geraten. Das trifft sowohl für seine Jugendbücher, für Marina aber vor alle für "Der Gefangene des Himmels" zu. Leider. Versprach doch sein Meisterwerk weitere vergleichbare Achtungserfolge.

Konnte Zafon mit "Das Spiel des Engels" noch ein recht hohes schriftstellerisches Niveau präsentieren, fällt "Der Gefangene..." vollends unten durch. Das Buch ist schlichtweg plump, belanglos und ideenlos. Es kommt unfertig daher, so als wäre Zafon gezwungen worden, sein unüberarbeitetes Manuskript zu veröffentlichen. Besonders einer der Haupt-Spannungsbögen verpufft zum Schluss einfach so in Wohlgefallen. Statt dessen schließt Zafon die Geschichte mit einer familiären "Annekdote", die schriftstellerisch im Vergleich zum "Schatten" äußerst fragwürdig daher kommt und läßt mit seinem finalen Satz soviel Offenheit entstehen, dass nur noch der Hinweis auf die Erstveröffentlichung des Nachfolgebuches fehlt.

Es ist schon fast so, als hätte Zafon Urlaub gemacht und ein unmotivierter B-Klasse Ghostwriter hätte dieses Buch verfasst. Wirklich schade, aber eine derart schriftstellerisch minderwertige Weiterführung hat "Der Schatten des Windes" nicht verdient.
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am 27. Dezember 2012
Ich habe den Schatten des Windes und auch das Spiel des Engels mehrmals gelesen und war begeistert.
Viele sympathische Charaktere die einem ans Herz wachsen, sehr spannende Geschichten und viele Wendungen sind in diesen beiden Büchern zu finden.
So war ich sehr erfreut als ich sah dass endlich die Fortsetzung kommt. Leider ist es keine Fortsetzung geworden sondern lediglich ein Intermezzo um den nächsten Teil einzuleiten. Da wurde auch noch schnell eine langweile Geschichte à la Graf von Monte Christo eingebaut die aber auch in ein paar Seiten abgehandelt ist.
Der Anfang des Buches verspricht mehr, als es am Ende ist. Wirklich schade! Vor allem bei dem Preis!
Dass es im Gegensatz zu den anderen beiden Büchern so kurz ist mag am Anfang ärgerlich erscheinen, aber ich war am Ende froh, mich nicht noch mehr langweilen zu müssen.
Ich hoffe das nächste Buch wird besser und wieder wie du anderen beiden Teile, sonst werde ich Zafon in Zukunft von meiner Einkaufsliste streichen...
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am 27. Juni 2016
Ich habe dieses Buch zweimal gelesen: Einmal auf Englisch und dann auf Deutsch. Es hat sich gelohnt. Dieses Buch aus der Reihe "Der Friedhof der vergessenen Bücher" vergißt man nicht. Die Beschreibungen der historischen Gegebenheiten und Entwicklungen der alten Stadt Barcelona, die die Hauptperson dieses Romans bleibt, schweben immer dynamisch zwischen Albtraum und Wirklichkeit und Wunschtraum. Keiner der Charaktere ist unvorstellbar oder alltäglich. Der Hauch des Fantastischen weht wie Horror oder Märchen durch die wunderbare Sprache des Übersetzers. Schade, daß ich kein Spanisch kann! X.D.C.
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