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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
1

am 1. Januar 2011
Anschub für eine demokratische Linke!
Schon der Titel der aktuellen Veröffentlichung macht hellhörig, denn mit dem Begriff der gesellschaftlichen Transformation wird angedeutet, dass es um Praxis im Sinne grundsätzlicher Veränderung geht. In Zeiten einer öffentlich gewordenen Perspektivlosigkeit der aktuellen politischen Klasse ist das wohltuend. Auch dem, der sich mit Adornos Feststellung, dass es kein richtiges Leben im Falschen gibt, nicht im Sinne einer kultivierungsfähigen Negation zufrieden geben will und kann, sei dieser praxistheoretische Diskurs sehr empfohlen.
Dem Herausgeber Horst Müller ist zu danken, dass er geradezu unermüdlich nicht nur die vielstimmig artikulierte Wirtschafts- und Gesellschaftskritik im Auge hat, sondern ganz entschieden auf weiter gehende Fragen hinsichtlich einer konkreten Alternative und möglichen gesellschaftlichen Transformation hinweist.
Diesen Fragen galt die PRAXIS-Tagung vom Februar 2011 in Nürnberg, deren Ergebnisse der vorliegende Band reflektiert. Mit den anwesenden Referenten Michael Brie, Wolfdietrich Schmied-Kowarzik,Günter Buchholz, Andreas Willnow, Fernand Guelf und Rainer Fischbach, konnte eine Brücke von der marxistisch-philosophischen Praxis-Theorie, über die politisch-ökonomische Organisation des Gemeinwesens, bis zu aktuellen Aspekten der Stadtenwicklung geschlagen werden.
Die Eingangsthese, dass eine im Jetzt ansetzende Transformationsforschung, die zeitgemäße Form kritischer Gesellschaftstheorie sei, stiftet einen durchgehenden Zusammenhang.
Der Herausgeber erklärt dazu, dass bei allen hier behandelten Aspekten, Beispielen und eröffneten Ausblicken, die für einen sozialwissenschaftlichen und damit zugleich gesellschaftlichen Richtungswechsel stehen könnten, grundsätzlich ein längerer Zeitraum zu veranschlagen sei. Er bezieht sich dabei auf Immanuel Wallerstein und dessen Überlegungen, dass mit dem Eintritt ins 21. Jahrhundert, eine Übergangsperiode und eine kontradiktorische Auseinandersetzung um die gesellschaftliche Zukunft und Zieldefinition eröffnet sei.
Für Horst Müller ist eine sozialwirtschaftliche, grundsätzliche Alternative zum aktuellen neoliberalen und damit kapitalistischen Modell, ein längst über den Denkansatz hinaus elaboriertes, innovatives Konzept.
Verschiedene Vorarbeiten unter dem Titel "Sozialwirtschaft als Systemalternative", sind hier weiter entwickelt und verdichtet, bis hin zu praktisch-programmatischen Thesen.
Im Gegensatz zu einer rein am "Kapital" orientierten Marx-Lektüre, wird dabei eine praxisphilosophische Interpretation und Wissenschaftlichkeit gefordert und auch ausführlicher dargelegt.
Die damit in Anspruch genommene philosophische Basis, gründet in einem entwickelten und weiter zu entwickelnden Marxismus als der (immer noch) schlüssigsten Definition eines umfassenden Gesellschafts- und Geschichtsverständnisses, welches im unnachgiebigen Bemühen zur Aufhebung von Entfremdung, keine Trennung von Kultur und Arbeit vollzieht.
Daher ist es konsequent, wenn nach den höchst informativen philosophisch-ökonomischen Beiträgen, schließlich auch Fragen unserer verstädterten Gesellschaft, die Möglichkeiten einer Neugestaltung und kulturrevolutionären Veränderung unseres Alltagslebens, bzw. der urbanen Praxis besprochen werden. Eine höchst aktuelle Thematik, im Hinblick auf die brennenden Probleme unserer Städte und Gemeinden!
Im Sinne dieser (möglichen) Entwicklungen, rekurrieren die Autoren auf Bloch, Bourdieu, Marx, GH.Mead, Lefèbvre, Polanyi oder Wallerstein, um nur einige der Denker zu benennen, die hier als "Transformatoren" aktiviert werden.
Das konsequent verfolgte Ziel: Nach der großen Enttäuschung der sozialistischen Experimente des 20. Jahrh. wird auf die Einlösung einer bislang offenen Bringschuld der Theorie hingearbeitet, auf den Aufweis einer positiven und einlösbaren Perspektive, die einer verfassten demokratischen Linken den nötigen Anschub geben könnte.
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