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TOP 1000 REZENSENTam 15. Februar 2015
Magpie nennt sie Marlon, Magpie, die Elster. Denn Noa hat ihm was gestohlen, ihm, dem seltsamen Jungen, der alles Mögliche ist. Ausgerechnet sein Herz verliert er an sie. Und Noa wird aus ihm nicht schlau: Wer ist er? Entführer, Terrorist, ein Wichtigtuer? Auf jeden Fall mysteriös und wie es scheint, kann sie sich genauso wenig von ihm fernhalten wie er sich von ihr.

Was erst einmal wie der unheimlich kitschige Klappentext eines unheimlich kitschigen Liebesromans klingt, entpuppt sich in Wahrheit als viel, viel komplexer. (Und unter uns: als bedeutend besser als der Blödsinn, den der Verlag als Klappentext herausgibt, denn damit wird man extrem gespoilert. Ich fordere eine fürchterliche Strafe für den Verfasser desselben, die nicht unter ununterbrochenen DSDS-Gucken von zwei Jahren besteht. Mindestens!)

Doch zurück zur Geschichte. Da geht es rasant zur Sache. Noa, eine Siebzehnjährige aus einer nicht näher benannten, grauen Stadt, hat es echt nicht einfach. Zuerst gerät sie in eine U-Bahnentgleisung, und als wäre das nicht genug, hat sie kurz vorher eine Stimme in ihrem Kopf gehört. Sie überlebt nur, weil ein junger Mann sich auf sie geworfen und sie vor scharfkantigen Splittern bewahrt hat. Eben dieser junge Mann verschwindet wenig später aus dem Krankenhaus und auf der Suche nach ihm gerät Noa in eine undurchsichtige Geschichte aus unglaublichen Begebenheiten, in deren Verlauf sie nicht nur entführt wird, sich öfter auf der Flucht vor sogenannten Huntsmen, sondern auch in Beschuss und Lebensgefahr gerät. Sie erfährt von Dingen jenseits ihrer Vorstellungskraft und muss doch daran glauben, denn die Beweise liegen klar vor ihr. Im Endeffekt muss sie sich entscheiden - für eine Liebe ohne Chance auf Happy End oder Ignoranz. Doch Noa ist kein Opfer und das Spiel mit dem Feuer beherrscht sie, auch wenn die Angst davor ihr wohlvertraut ist.

Ein weiterer typischer Teenieroman, dachte ich, als mir dieses Buch in die Hände fiel. Bisschen aufgesetzte Rahmenhandlung, um irgendeine an den Haaren herbeigezogene Liebesstory zu rechtfertigen, samt ein bisschen Fantasy und Magie. Ach, wie schön, dass ich mich auch mal irren durfte! Welch eine willkommene Abwechslung im ewiglichen Einheitsbrei der Vampire, Werwölfe und millionenfach gelesenen Plots mit eben diesen erwähnten Voraussetzungen. Denn die Autorin (möge sie bitte weiterhin dieser Linie treu bleiben!) entwickelt einen selbst für mich neuartigen Plot mit einer gewissermaßen alt-neuen Spezies und dabei lässt sie kein Klischee aus, ABER (und möge man ihr doch bitte dafür den roten Teppich ausrollen) weist sie selbst darauf hin, dass es Klischee ist und verkehrt es ins genaue Gegenteil. Der Beginn der Lovestory zwischen Marlon und Noa war mir persönlich ein bisschen zu abstrakt - aber ich spiele auch nie mit dem Feuer, ganz im Gegenteil zur Hauptprotagonistin. Aber der Verlauf ebenjener, die Mischung aus realem Leben und dezent eingesetzter Fantasy, das Vorhandensein von Schwächen bei sowohl dem tollen Jungen als auch des Mädchens, all das hebt dieses Buch wohltuend von anderen Jugendbüchern ab.

Dazu kommt, dass man sich einer gewissen Sympathie für die (den) Antagonisten und der Gegenseite nicht erwehren konnte, denn tatsächlich gab es vor langer Zeit mal einen Grund für all die Feindschaft und den Hass zwischen den befeindeten Parteien. Die Autorin verfügt über einen Schreibstil, der es leicht macht, in das Buch einzutauchen, denn auch Nebenfiguren sind durchaus glaubwürdig und aus Antipathie konnte so im Laufe der Geschichte so viel Zuneigung entstehen, dass man auch mit ihnen mitleiden konnte. (Stichwort Corbin: Hab lange nicht mehr so geschluckt wie bei ihm.)

Was mir am besten gefallen hat, war, dass bei allen phantastischen Anteilen, die dieser Roman innehielt, immer realistische Varianten des Verlaufs gewählt wurden. Gerade in ausweglosen Situationen wurde keine Deus ex machina eingeführt, sondern nur eine von zwei realen Möglichkeiten gewählt: Entweder es funktioniert oder eben nicht, wie halt im wahren Leben. Im Endeffekt ist natürlich klar, dass es eine Möglichkeit war, die das Buch voranbrachte.

Fazit: Also, falls es irgendwer noch nicht bemerkt haben sollte - ich fand das Buch im wahrsten Sinne des Wortes phantastisch und ich schätze, sollte die Autorin vorhaben, aus dem Telefonbuch einen Fließtext zu machen, werde ich das wohl auch noch lesen müssen.
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am 30. September 2013
Originaltitel: Himmelsfern
Seitenzahl: 496
ISBN-13: 978-3-8390-0143-1
Verlag: Script5
Preis: 18,95€

Über die Autorin

Jennifer Benkau lebt mit ihrem Mann, 3 Kindern und zwei Katzen inmitten lauter Musik und vieler Bücher im Rheinland. Nachdem sie in ihrer Kindheit Geschichten in eine Schreibmaschine gehämmert hatte, verfiel sie pünktlich zum Erwachsenwerden in einen literarischen Dornröschenschlaf, aus dem sie zehn Jahre später, an einem verregneten Dezembermorgen, von ihrer ersten Romanidee stürmisch wachgeküsst wurde. Von dem Moment an gab es kein Halten mehr.

Klappentext

In diesem Moment lernte ich etwas, das ich zuvor nicht zu begreifen imstande gewesen war, weil sich manches erst verstehen lässt, wenn man es selbst erlebt. Ich lernte, dass das Gefühl, jemanden zu lieben, nichts mit Zärtlichkeit zu tun haben muss. Ganz im Gegenteil, es kann gewaltsam sein, brutal und quälend, von tausend Zweifeln durchsetzt.

Der Traum vom Fliegen ist sein Albtraum und Noa, das Mädchen, das mit dem Feuer tanzt, seine einzige Hoffnung. Doch ihnen bleiben nur zwei Wochen...

Meine Meinung

Benkau-Bücher lobe ich immer in den höchsten Tönen, und so ist es auch diesmal (man kann wohl langsam die Uhr nach mir stellen...).
Im Prolog zu Himmelsfern begegnen wir Noa, die kurz vor dem Betreten einer U-Bahn durch eine eigenartige innere Stimme davor gewarnt wird, die Bahn zu betreten. Sie weigert sich und betritt den Zug, der kurz darauf verunglückt und entgleist. Bei dem Unfall wirft sich ein seltsamer Fremder auf sie und beschützt sie somit, verschwindet aber kurz darauf. Als Noa nach dem Unfall herausfinden möchte, wer ihr misteriöser Retter ist, begegnet sie letztendlich der Liebe ihres Lebens. Doch sie haben nur zwei Wochen, bevor sie sich für immer von ihm trennen muss.
Jennifer Benkau konstruiert in diesem Roman erneut eine wundervolle, doch bittersüße Liebesgeschichte. Gemeinsam mit Noa durchleben wir die schönsten zwei Wochen ihres Lebens, erleben Freude, jugendliche Liebe aber auch ganz ganz viel Schmerz. Denn selbst jetzt, etwa 4 Tage, nachdem ich das Buch beendet habe, kann ich nicht an den Song „Leaving on a Jetplane“ denken, ohne ganz sentimental zu werden (nur ein glücklicher Zufall bewahrte mich davor, an einer ganz bestimmten Stelle in diesem Roman das Papier mit salzigen Tränen zu tränken).
Beim Lesen des Buches fiel mir auch eine gewisse Nähe zu Benkaus letztem Roman (bzw. ihrer letzten Dilogie) „Dark Canopy“ auf, die Protagonistinnen sind ein wenig ähnlich. Wenn auch „Dark Canopy“ eine Dystopie ist und man „Himmelsfern“ eher der Urban Fantasy zuordnen kann. Beide Romane ließen so ein gewisses Gefühl von „Hach...“ zurück. Außerdem empfinde ich „Himmelsfern“ als deutlich jugendlicher als Dark Canopy (begründen lässt sich das schwer, es kann auch meine persönliche Wahrnehmung sein).
Der Erzählstil ist Benkau-typisch fesselnd, es gibt außerdem wieder ein paar liebenswerte Nebencharaktere, die einem immer einmal wieder ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern.

Fazit

Himmelsfern ist für mich, wie alle Bücher der Autorin, eine Art Waschtrommel-Buch: Es saugt dich ein, dreht dich gehörig durch die Mangel und schleudert dich umher, um dich kurz darauf wieder auszuspucken, hier und da ein wenig verknittert und durcheinander, aber irgendwie auch seltsam glücklich, weil es Spaß gemacht hat und du es nicht erwarten kannst, es wieder zu tun.
Ich gebe diesem herrlich unkitschigen und doch herzigen Roman 5 von 5 Punkten.
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am 9. September 2013
Die siebzehnjährige Noa lebt allein mit ihrem Vater in einem trostlosen Viertel einer reizlosen Stadt. Am lebendigsten fühlt sie sich beim Spiel mit den Poi, brennenden Jonglierbällen an Ketten und Bändern, mit denen sie eine Rockband begleitet.

Doch Noas Leben wird sprichwörtlich komplett aus der Bahn geworfen, als sie bei einem U-Bahn-Unglück knapp mit dem Leben davonkommt. Zur selben Zeit tritt der geheimnisvolle Marlon in ihr Leben. Schon bald wir Noa klar, dass mit Marlon etwas ganz und gar nicht stimmt – und dass sie auf dem besten Weg ist, sich in ihn zu verlieben. Auch Marlon scheint Gefühle für sie zu entwickeln. Doch den beiden bleiben nur zwei Wochen, bevor er sich verwandeln und seine menschliche Gestalt aufgeben wird – vielleicht für immer.

Meine Meinung:

Nach der Dilogie “Dark Canopy” und “Dark Destiny” ist “Himmelsfern” nun mein drittes Buch von Jennifer Benkau, das ich aufgrund seiner Thematik wohl mehr dem Jugendbuch-Bereich zuordnen würde. Ich habe eine ganze Weile mit mir gerungen, ob ich dem Buch drei oder vier Kaffeetassen geben soll, aber letztendlich fühle ich mich mit dreien am wohlsten und ehrlichsten und im Folgenden versuche ich zu erklären, weshalb.

Das Herausragendste an “Himmelsfern” ist für mich eindeutig Jennifer Benkaus Schreibe. Trotz des düsteren Zugs der Geschichte erzählt sie locker und leicht, findet, wie man es von ihr bereits kennt, immer wieder neue und reizvolle Wortbilder und überzeugt mich hier besonders mit ihrem unverblümten und zeitweise wunderbar rotzfrechen Humor. Beim Lesen habe ich mich immer wieder köstlich amüsiert und mich gefragt, warum es nicht mehr Jugendbuchautoren gibt, die sich auch mal trauen, ihre Charaktere ab und zu so popelig-unverblümt sprechen und denken zu lassen, wie es Jennifer Benkau tut. Das gibt dem Ganzen etwas sehr authentisches und lockert ungemein auf, vor allem wenn es sich um eine so dramatisch bis theatralische Geschichte handelt wie “Himmelsfern.”

Weiter geht es mit den Protagonisten. Noa hat mir sehr gefallen, vor allem in Gesellschaft ihres Kumpels Dominic. Mein heimlicher Held ist aber ihr Papa, ein saucooler Typ und für mich der überzeugendste Charakter des Buches. Weniger überzeugen konnte mich Marlon, was jammerschade ist, da er die wichtigste Person im Buch ist. Auch Corbin und Emma, die mit Marlon im Untergrund leben, erschienen mir etwas blass und nicht all ihre Handlungen konnte ich immer nachvollziehen. Beinahe alle anderen Charaktere kommen in meinen Augen sträflich zu kurz, vor allem, wenn man den Umfang des Buches bedenkt.

Womit ich zum Meckerteil der Rezension komme. So schön und überzeugend ich Jennifer Benkaus Sprache auch finde, handlungstechnisch hätte ich mir hier so viel mehr gewünscht. Der gesamte mythologische Hintergrund erschien mir viel zu wenig durchdacht und für den Leser nicht immer nachvollziehbar. Ich habe mich wirklich bemüht, aber der magisch-mythologische Aspekt der Geschichte hat sich mir nur zum Teil erschlossen, ich habe mich oft etwas hilflos gefühlt mit den wenigen Informationen, die Jennifer Benkau nur nach und nach und um drei Ecken herum preisgibt. Einige Male findet Noa Dinge heraus, bei denen ich ihre Schlussfolgerungen nicht ganz begreifen konnte. Vieles wird immer nur angerissen, die ersten paar hundert Seiten ist Noa nur am herumrätseln, während Marlon ihr zähneknirschend nur hin und wieder ein Bröckchen seines Geheimnisses verrät. Noa bleibt für mein Verständnis unglaublich lange gelassen und findet sich damit ab, so gut wie gar nichts über Marlon zu wissen; mir selbst ist beinahe der Geduldsfaden gerissen. Das Märchen, das Marlon ihr aufschreibt und Stück für Stück zukommen lässt, hat auf den ersten Blick erstaunlich wenig mit seinem Geheimnis zu tun und erschließt sich erst im Nachhinein halbwegs. Den Großteil der Handlung über dient es aber hautpsächlich dazu, noch größere Verwirrung zu schaffen. Umso unverständlicher für mich, wie geduldig Noa bleibt, wie wenig sie nachhakt, wie wenig Misstrauen sie Marlons seltsamer Vergangenheit und seiner kleinen Gruppe Untergetauchter entgegenbringt, die sie selbst nicht wenige Male mit Terrorismus in Verbindung bringt.

Spannender fand ich die wenigen Actionsequenzen, die sich meist aus den Zusammenstößen von Marlons Gruppe und den undurchsichtigen “Huntsmen”, die ihm und Noa auf den Fersen sind, ergeben. Womit ich schon auf einen weiteren Wermutstropfen zu sprechen komme: Stephan Olivier, der ein Huntsman und Hauptantagonist in dieser Geschichte ist, hätte so viel Potential hergegeben. Seine Figur ist interessant, bereits sein erster Auftritt im Intro macht ihn zu einem der geheimnisvollsten und spannendsten Charaktere im Buch. Tatsächlich tritt er aber nur noch wenige Male in Erscheinung, das meiste erfahren wir aus Gerüchten und Erzählungen über ihn. Liebend gern hätte ich mehr über ihn gewusst und mehr Interaktion zwischen ihm, Noa und Marlon gelesen. Meines Erachtens hat Jennifer Benkau hier eine wirklich starke Figur verschenkt.

Die Liebesgeschichte. Spreche ich einfach mal den wichtigen Kern der Geschichte an, das pochende Herz sozusagen, bei dem ganz wahrscheinlich (und hoffentlich) meine Meinung und die anderer Leser auseinandergehen wird: Auf mich ist der Funke einfach nicht übergesprungen. Das liegt sicher zum Teil daran, dass Benkau ihre beiden Protagonisten eingangs als richtiggehend beziehungsresistent angelegt hat – Marlon, der weiß, dass er nur noch zwei Wochen als Mensch hat und dessen Gefühle einem Menschen großes Unheil bringen können; Noa, deren Eltern eine schmerzhafte Trennung hinter sich haben und die deshalb eine gebranntes Kind ist. Voraussetzungen, die eine Liebesgeschichte gerade spannend machen können, doch für mich hat es in “Himmelsfern” einfach nicht funktioniert. Die beiden verlieben sich in meinen Augen zu schnell, der Konflikt, der sie am Zusammensein hindert, war mir nicht überzeugend genug geschildert, Probleme schienen mir zu einfach aus dem Weg geräumt. Ich habe keine Magie zwischen den beiden gespürt, es hat mir einfach der Funkenflug gefehlt. Vielleicht blieben für mich die Mauern, die die beiden zu ihrem Schutz und dem Schutz ihrer Liebsten um sich herum erichtet haben, bis zum Ende bestehen.

Was kann ich schlussendlich sagen? Was “Himmelsfern” für mich am Ende etwas enttäuscht zurücklässt, sind die zum Teil blässlichen oder wenig Handlungsraum bekommenden Charaktere. Die Liebesgeschichte, die “Himmelsfern” nun einmal sein soll, konnte mich nicht überzeugen. Und zuletzt ist es die Länge des Buches (knapp 500 Seiten), die mir nicht ganz gerechtfertigt schien. Die Mitte fand ich – nach einem tollen Einstieg und den unterhaltsamen ersten 200 Seiten – beinahe zu lang. Der mythologische Hintergrund hätte meines Erachtens besser ausgearbeitet und besser in die Handlung eingwoben werden müssen. Und, ich traue mich kaum, es zu sagen: Die Story eines gewöhnlichen Mädchens, das einen geheimnisvollen Jungen mit übernatürlichen Fähigkeiten (und dessen ebenso mysterösen Freunde und die dazugehörigen Feinde) kennenlernt und sich in einer tragischen Liebesgeschichte und einem Kampf zwischen Gut und Böse wiederfindet, ist wirklich nicht mehr neu. Ich habe versucht, in “Himmelsfern” einen neuen Ansatz zu finden, aber es ist mir nicht gelungen.

Fazit:

Während mich Jennifer Benkaus Schreibe abermals überzeugt, finde ich den Plot nicht ganz ausgewogen, den mythologischen Hingergrund nicht stringent genug und die Liebesgeschichte zwischen Noa und Marlon leider nicht zündend. “Himmelsfern” zeigt, dass Jennifer Benkau auf dem besten Wege ist, sich stilistisch in die erste Riege deutschsprachiger Jugendbuchautoren zu schreiben. Die Ansätze haben mir gefallen, aber im Ganzen konnte mich die Geschichte nicht überzeugen oder etwas Neues zur romantischen Urban Fantasy beitragen.
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Zitate:

Es war nicht ungewöhnlich, dass man in unserem Block so miteinander sprach, aber für uns hatten anderen Regeln gegolten. Wir hatten immer respektvoll miteinander geredet, sogar im Streit, dadurch war unsere Freundschaft etwas Besonderes gewesen. (Seite 161)

In diesem Moment lernte ich etwas, das ich zuvor nicht nicht zu begreifen imstande gewesen war, weil sich manches erst verstehen lässt, wenn man es selbst erlebt. Ich lernte, dass das Gefühl, jemanden zu lieben, nichts mit Zärtlichkeit zu tun haben muss. Ganz im Gegenteil, es kann gewaltsam sein, brutal und quälend, von tausend Zweifeln durchsetzt. (Seite 202/203)

Ich zähle nicht zu den Menschen, die bei Astro-TV anrufen. Aber ich glaube an Schicksal. Daran, dass Dinge aus einem bestimmten Grund geschehen. Alles spricht dafür, oder? Und ich glaube an Sterne, ja. Sie zu beobachten bringt uns dem Himmel nah, ohne dass wir die Füße vom Boden nehmen müssen.(Seite 241)

"Was passiert, wenn ein Stern runterfällt?" flüsterte ich. "Dann geht einer unserer Fixpunkte verloren. Deshalb müssen wir uns etwas wünschen, wenn das passiert. Damit ein neuer aufleuchtet. Wusstest du nicht, dass jeder aufrichtige Wunsch irgendwo da draußen einen neuen Stern entstehen lässt?"(Seite 242)

Inhalt:

Noa ist ein ganz normaler Teenager, mit einem außergewöhnlichen Hobby, dem Tanz mit den brennenden Poi. Hier kann sie sich komplett fallen lassen und der allgegenwärtigen Gefahr sich zu verletzen, mutig ins Auge blicken.

Durch ein U-Bahn Unglück bei dem sie trotz Warnung involviert ist, lernt sie Marlon kennen. Der geheimnisvolle Fremde übt eine fast schon magische Anziehung auf sie aus. Noa verliebt sich in Marlon, obwohl sie weiß, dass ihre gemeinsame Zeit begrenzt ist. Sie lässt sich mit Haut und Haaren und mit all ihren Gefühlen auf ihn ein. Doch bald schon wird Marlon alles vergessen! Wird er Noa vergessen! Oder gibt es doch noch eine Möglichkeit die Erinnerungen an sie aufrecht zu erhalten?

Meinung:

Von ihrer einzigartigen und wundervollen Art zu schreiben, hat mich Jennifer Benkau bereits durch Dark Canopy und Dark Destiny vollkommen überzeugt, und so war natürlich schnell klar, ich muss "Himmelsfern" lesen. Alleine der Titel klingt schon so geheimnisvoll, da man sich darunter sehr viel, aber dennnoch eigentlich nichts konkretes vorstellen kann. Bereits der Beginn der Geschichte ließ mich unglaublich gespannt auf das blicken, was nun folgen würde.

Noa hört eine Stimme in ihrem Kopf, die sie davor warnt, eine U-Bahn zu betreten. Doch trotz der Warnung, steigt sie in diese Bahn, welche daraufhin kure Zeit später entgleist. Einem blonden jungen Mann hat Noa es zu verdanken, dass sie mit einer verstauchten Hand und einigen Prellungen davon kommt.
Noa macht sich auf die Suche nach ihrem "Schutzengel" und lernt dadurch Marlon kennen, der ihr Leben gehörig auf den Kopf stellt. Denn plötzlich erfährt und sieht die junge Frau Dinge, die sie niemals für möglich gehalten hätte. Ihr Leben verändert sich grundlegend, denn durch Marlon entwickelt Noa eine vollkommen andere Sicht auf die Welt.

Mysteriös wäre wohl das erste Wort, welches mir einfallen würde, wenn ich Himmelsfern mit einem Einzigen beschreiben müsste. Denn man weiß als Leser sehr lange nicht, wer oder was Marlon ist. Jennifer Benkau lies mich hier für eine ganze Weile im Dunkeln. Und auch wenn ich dann so eine Ahnung hatte, mir sogar ziemlich sicher war, zu 100 Prozent konnte ich es natürlich nicht wissen. Und so habe ich gelesen und gelesen, bis ich ca. bei der Hälfte des Buches endlich Gewissheit hatte. Diese Gewissheit wurde allerdings von der Traurigkeit dessen, was nun auf mich bzw. auf Noa und Marlon zukommen würde überschattet. So war es für mich absolut unmöglich "Himmelsfern" beiseite zu legen, bis ich es sehr spät Abends mit Tränen in den Augen, absolut zufrieden beenden konnte.

Mit Noa und Marlon hat Frau Benkau Protagonisten geschaffen, die beide sehr tiefgründig und facettenreich sind. Noa ist eine sehr taffe junge Frau, die alles andere als auf der Sonnenseite des Lebens steht. Ihr kleiner Bruder starb an Kindstod, die Beziehung zu ihrer Mutter hat sich seither komplett verändert, dennoch hat Noa zwei starke Stützpfeiler in ihrer Familie, ihren Vater und ihre Oma. Außerdem eine tolle Freundin und einen besten Freund, die ihr Halt geben. Die Erlebnisse aus ihrer frühesten Kindheit haben Noa zu einem sehr empfindsamen und gefühlvollen Menschen werden lassen. Sie weiß was sie will und hält unerschütterlich und von Optimismus geprägt daran fest. Noa lässt sich nicht unterkriegen, sie kämpft bis zum Schluss. Kurzum ein toller Charakter, den ich von der ersten Seite an sehr mochte.

Marlon ist zu Beginn der eher klischeehafte junge Mann, geheimnisvoll, seine Taten sind mysteriös und zunächst schwer nachvollziehbar, er ist öfter wütend und gereizt. Noa und Marlon fühlen sich beinahe magnetisch von einander angezogen, sollten sich eigentlich nicht ineinander verlieben, können aber dennoch nicht voneinander lassen!!! Trotzdem machte mich der weitere Verlauf der Geschichte und vor allem Marlon sehr neugierig, wohl auch deshalb, weil er längere Zeit schwer einzuordnen ist. Marlon entwickelte sich natürlich weiter, er wurde zum großen Beschützer und lies Noa sein wahres Ich entdecken. Die Liebe der Beiden wächst und überstrahlt beinahe das drohende, so unausweichliche Schicksal, auf welches Marlon unweigerlich zusteuert.

In der Zeit, bis das Geheimnis um Marlon gelüftet wurde, hätte ich ihn des Öfteren am Liebsten geschüttelt und ihn gezwungen mir/ Noa endlich die Wahrheit zu erzählen. Da diese aber doch im ersten Moment unglaubwürdig und befremdlich erscheint, war Marlons Vorgehensweise Noa gegenüber letztendlich absolut nachvollziehbar. Es gab dennoch auch eine Passage, und ein darauf folgendes Ereignis, welches mich ein wenig verwirrt und etwas ratlos zurück gelassen hat. Wahrscheinlich sieht dies aber auch wieder jeder anders, so bin ich besonders hier, auf die Meinung anderer Leser gespannt.

Jennifer Benkaus Schreibstil ist wie gewohnt sehr atmosphärisch, düster, gefühlvoll, bildlich, zu Herzen gehend und absolut hervorragend der Geschichte angepasst, welche zum Teil definitiv etwas seltsam ist. Seltsam und anders, aber auf eine gute Art und Weise. Ich lese viel lieber Bücher, die zum Großteil unvorhersehbar sind, die mich berühren, überraschen und nachdenklich machen. Die mich mit Unglauben und Verwunderung auf die Buchseiten starrend, mit einem nachhaltigen Eindruck zurücklassen.

Erzählt wird die Geschichte, ganz so wie ich es mag, aus Noa's Sicht. Ebenfalls sehr erwähnenswert sind die einzelnen Kapitel, die in "Himmelsfern" in Lektionen unterteilt sind. Unter jeder Lektion stößt man auf einen kleinen "Satz", der das kommende kurz beschreibt, ein bisschen so, wie es der Leser von der "Dark-Dilogie" kennt. Das Cover passt auch ganz hervorragend zum Inhalt, und das Rosa liebe ich sowieso!

Das Ende ist ganz so, wie ich es mir erhofft und gewünscht habe. Es hat mich sehr berührt und wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben.

Fazit:

Jennifer Benkau hat mit "Himmelsfern" ein weiteres faszinierendes Buch geschrieben, welches voller Geheimnisse und Gefühl steckt. Wer nach einer besonderen, mysteriösen und definitiv anderen Geschichte sucht, sollte sich "Himmelsfern" nicht entgehen lassen. Ein absolutes Must-Read für alle Fans der Autorin und ihres großartigen Schreibstils.
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am 30. September 2013
Als Himmelsfern in meinem Briefkasten landete hab ich wirklich alles stehen und liegen gelassen und ungeachtet dem Buch, welches ich eigentlich gerade las, mit diesem hier angefangen. Ich hatte wirklich große Hoffnungen in dieses Buch gesetzt, da Jennifers Bücher Dark Canopy und Dark Destiny zu meinen Favoriten zählen.

Das Buch beginnt damit, dass Noa in eine U-Bahn steigen möchte, eine plötzliche Stimme in ihrem Kopf sie aber davor warnt. Die Stimme ignorierend steigt sie aber trotzdem ein und als die U-Bahn plötzlich entgleist hat sie Glück, dass ein blonder Mann auf sie fliegt und somit rettet. Doch hat er das mit Absicht getan? Ihre Freundin behauptet später dann felsenfest, er wäre ihr Schutzengel gewesen und obwohl sie nicht daran glaubt, macht Noa sich auf um ihren mysteriösen Retter zu finden. Dabei lernt sie Marlon kennen, welcher sie mit zwei anderen Leuten kurzerhand kidnappt und anschließend eine wilde Story über die Huntsmen erzählt, die Marlon und seine Leute töten wollen. Noa’s Zweifel wurden bald bezweifelt, als sie sich schließlich selbst in einer wilden Verfolgungsjagd befindet und sie möchte wissen, warum diese Leute es auf Marlon abgesehen haben.

Jennifer Benkau’s Schreibstil war mal wieder wunderbar und sie schafft es sowohl eine melancholische als hier und da auch, durch die sarkastischen Bemerkungen von Noa’s Seite, eine humorvolle Stimmung hervorzurufen.

"Es waren die Gedanken, die mich gefesselt hielten. Ich kam mir vor als stünde ich auf einem schmalen Balken über einem gähnenden Abgrund. Ich musste darüber gehen, durfte keinesfalls stehen bleiben. Aber mich hemmte, dass ich beim kleinsten Fehltritt ins Ungewisse stürzen würde."

Noa ist ein sehr vielseitiger und etwas anderer Charakter und bereits in den ersten Kapiteln erfährt man viel von ihr. Ein ungewöhnliches aber von ihr heißgeliebtes Hobby ist das Spiel mit dem Feuer – den Poi. Ihre Eltern sind geschieden, ihre Mutter lebt in Japan, ihr Bruder Joel ist als Baby bereits gestorben und mit ihrem besten Freund Dominic hat sie schon alles durchlebt. Bei letzterem bin ich Frau Benkau übrigens wahnsinnig dankbar, dass sich da kein Liebesdreieck entwickelt hat! Jedenfalls konnte ich mich ziemlich schnell mit Noa anfreunden.

Obwohl ich schnell in die Geschichte rein gekommen bin gab es später dann doch ein paar Dinge, die mich störten. Nehmen wir zum Beispiel Noa’s Entführung und ihr Verhalten danach. Meiner Meinung nach verzeiht sie Marlon viel zu schnell und ich fand es nicht gerade realistisch, dass man dem Typen hinterherrennt, der einen eben noch entführt hat. An ihrer Stelle wäre ich auch bald verrückt geworden, da Marlon so viel Zeit braucht, bis er endlich mal mit der Sprache rausrückt. Immer wieder weicht er ihren Fragen aus und gibt immer nur Bruchstücke über sein Geheimnis preis, sodass ich ihn an Noa’s Stelle irgendwann mal geschüttelt hätte. In dieser Hinsicht bewundere ich ihre Geduld also ungemein.

Außerdem gibt es einige Stellen, die ich nicht so ganz nachvollziehen konnte und unglaubwürdig fand. Es ist klar, dass es sich hierbei um ein Fantasybuch handelt und deswegen zwangsweise nicht alles logisch sein muss, doch einige Erklärungen warfen bei mir dennoch Fragen auf. Ich hätte mir zum Beispiel gewünscht, mehr von den Huntsmen und ihren Beweggründen zu erfahren. Marlon schreibt Noa zwar eine Geschichte, die dies erklären sollte, doch bei mir warf diese immer noch Fragen auf. Besonders aus eines ihrer Mitglieder Stephan Olivier, welcher ziemlich interessant auf mich wirkte, hätte man noch mehr rausholen können.

Von der Liebesgeschichte hab ich mir ehrlich gesagt gerade durch Dark Canopy mehr erwartet. Noa verliebte sich für meine Verhältnisse etwas zu schnell und so richtiges Herzklopfen habe ich auch nicht bekommen. Trotzdem will ich nicht sagen, dass von der romantischen Stimmung rein gar nichts da war, die Geschichte der beiden war trotz allem sehr schön.

“Ist es etwas Persönliches oder traust du generell niemandem?”
“Nur dir nicht. Weil es mir bei jedem anderen egal ist.”

Von den Nebencharaktere mochte ich vor allem Noa’s Vater, dieser war meiner Meinung nach der liebenswürdigste Charakter des ganzen Buches! Auch ihre Großmutter fand ich sehr interessant, hatte sie auch eine kleine Rolle, die am Ende jedoch doch noch überrascht.

Die wenigen Actionszenen mit den Huntsmen fand ich am spannendsten und hätte man wenn es nach mir ginge mehr einbauen können. Überhaupt gibt es einige Szenen, die ich nicht als wichtig für den Handlungsablauf erachtete und die man eigentlich hätte weglassen können. Das Ende hat mir persönlich am besten gefallen und erweckte eine wahnsinnige melancholische und glückliche Stimmung in mir, sodass ich das Buch doch noch mit einem guten Gefühl zuklappen konnte.

Fazit:
Für mich ist es jetzt wahnsinnig schwer, dieses Buch zu bewerten. Überzeugen kann es vor allem durch den Schreibstil und die Charaktere, doch die Idee und Handlung an sich sind meiner Meinung nach nicht unbedingt die originellsten und hätte man vor allem besser umsetzen können. Trotzdem hat es mir sehr Spaß gemacht es zu lesen und freue mich schon auf weitere Werke von Jennifer Benkau!
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TOP 500 REZENSENTam 16. September 2013
Noa verliebt sich. Doch ihr bleiben nur zwei Wochen. In zwei Wochen wird der Junge, den sie liebt, dem Menschsein den Rücken kehren, vielleicht für immer. Hat ihre Liebe unter diesen Umständen überhaupt eine Chance? Wird der Schmerz am Ende nicht viel zu groß sein? Doch Noa kennt das Spiel mit dem Feuer - ihre Leidenschaft ist der Tanz mit den brennenden Poi. Wird sie es schaffen, ihre Furcht zu bezwingen, so wie sie bei jedem Training, jedem Auftritt ihre Angst überwindet? Denn sie ist seine einzige Hoffnung ...

Ich habe „Himmelsfern“ von Jennifer Benkau gerade beendet und weiß gar nicht, wie ich diese Rezension beginnen soll. Denn das Buch hat einen ganz eigenen Charme und Flair, sodass man bald in seinen Sog gezogen wird, es aber später schwer ist wieder in die Realität zurückzukehren.

Eins kann man definitiv sagen: für diesen Roman braucht man einen langen Atem. Vermutet man zunächst vielleicht einen Jugendroman (rosa Cover, jugendliche Protagonisten) wird man bald eines besseren belehrt, denn die Geschichte füllt knapp 500 Seiten in relativ kleiner Schriftart, wobei die Seiten wirklich dicht bedruckt sind. Und so saß sogar ich als routinierte Vielleserin einige Tage an der Lektüre, obwohl es nicht langweilig wurde. Aber ich musste das Lesen immer wieder unterbrechen, weil die Geschichte eine sehr düstere und melancholische Stimmung verbreitet und ich immer wieder in die Realität zurückkehren musste, um nicht von der düsteren Stimmung angesteckt zu werden.

Wer „Himmelsfern“ liest wird bald feststellen, dass er oder sie noch kein ähnliches Buch gelesen hat. Dieser Roman besitzt eine unglaubliche Tiefe und Besonderheit, die man ihm dank kitschigem Cover zunächst gar nicht zutrauen würde. Aber auch der ganz spezielle und wunderschöne Schreibstil von Frau Benkau trägt dazu bei und ebenso die tragische Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten. Ich kann und will an dieser Stelle nicht mehr verraten, um niemandem die Spannung zu verderben, aber hier bekommt man eine ganz andere (und viel tiefgründigere!) Romanze präsentiert als in sämtlichen anderen Büchern des Genres.

Es ist wirklich extrem schwierig eine Rezension zu schreiben und gleichzeitig nicht zu viel vom Inhalt zu verraten, denn die Geschichte lebt von der Spannung. Deshalb müsst ihr mir an dieser Stelle glauben, dass ihr „Himmelsfern“ lesen solltet, wenn ihr auf Geschichten mit fantastischen Elementen (Urban Fantasy) und Liebesgeschichten steht und wenn ihr auf der Suche nach einem Roman seid, der euch in eurem Innersten berührt und nach dem Lesen ein ganz eigenes Gefühl zurücklässt.

Fazit: Lesen!!! :) Allerdings kann für das Vergießen von Tränen beim Lesen keine Haftung übernommen werden...
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am 23. Januar 2014
Es ist eines der Bücher, die mich richtig zum Weinen bringen konnten. „Himmelsfern“, welches doch recht lange braucht, bis es richtig in Fahrt kommt und mich am Ende vollkommen fertig zurücklässt!
Schon der Beginn ist verheißungsvoll und Noa sagt wortwörtlich, dass es ihr Leben verändert hat. Sie überlebt ein Bahnunglück und kommt mit dem Schrecken davon. Sie erzählt aus der Ich-Perspektive von ihrem ereignisreichen Sommer und das mit einem sehr frischen und jugendlichen Schreibstil, teilweise sogar sehr umgangssprachlich, was hier passt und die Geschichte authentisch wirken lässt. Das hat Benkau wirklich gut gewählt.
Während Noas Freunde nur nebensächlich erscheinen, so sind ihr alleinerziehender Vater und Marlon um so wichtiger. Auf letzteren trifft sie auch schon bald und sie gerät in große Schwierigkeiten. Auch hier dominiert zunächst das große Geheimnis um seine Person, doch wirkt er ebenso wie Noa sehr real. Im Dunkeln tappen scheint In zu sein, weswegen auch Benkau zu diesem Mittelchen greift. Wobei der Weg, wie Noa erfährt, was Marlon und sein Bruder Corbin sind, mit einer metaphorischen Geschichte gut gewählt wurde.
Auch entwickelt sich die Geschichte, nach dem man leider eine ewige Anlaufzeit überbrücken muss, sehr natürlich und gut durchdacht, womit man bei mir immer punkten kann. So gibt es die kleinen und großen Dramen und nach der großen Enthüllung um Marlons Persönlichkeit schweben alle Beteiligten auch in großer Gefahr. Ich war schockiert, atemlos und überrascht. Man konnte förmlich Verzweiflung und Trauer spüren, fühlt sich selbst kopflos.
Eine harsche Verfolgungsjagd rundet diese Gefühle ab, doch ist die Lösung und der zu plötzliche Gedankenumschwung einer Person viel zu merkwürdig und für mich somit auch unglaubwürdig geworden, was ziemlich schade ist.
Das eigentliche Ende ließ mich dann in Tränen ausbrechen: so emotional, mitreißend und traurig habe ich noch nie etwas erlebt!
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am 13. Januar 2014
Vor langer Zeit habe ich mir mal die Leseprobe durchgelesen, doch mit so einer Geschichte habe ich nicht gerechnet. Alles dreht sich um Noa und Marlon, Noa das Mädchen von nebenan was mit dem Feuer spielt, Marlon der Mysteriöse Junge und der Tag der Noas Leben verändert hat. Noa ist eine von vielen die den Unfall überlebt haben, die Bahn kam von der Gleise ab und Noa saß mitten drin, schon auf dem Weg zur Bahn hört sich komische Stimmen in ihrem Kopf die sie davon abhalten, in die Bahn zu steigen, sie bemerkt das sie nicht die einzige ist die diese wirren Stimmen hört, Noa hält das ganze für Einbildung und steigt schnurstracks in die Bahn ein, Noa hätte auf die Stimme in ihrem Kopf hören sollen.. Sie hat es nicht getan, hat aber trotz dessen überlebt, doch nicht aus Glück, sie wurde gerettet, ein geheimnisvoller Junge der von eine auf die andere Sekunde verschwindet hat ihr das Leben gerettet, doch dieser Junge spielt schon bald keine große Rolle mehr, denn dann taucht Marlon in ihrem Leben auf.. Oder eher gesagt sie in seinem Haus, und das nicht ganz freiwillig. Jennifer Benkau liefert ihren Lesern mit Himmelsfern eine ganz neue Geschichte, in der man seine eigenen Fantasie keine Grenzen muss. Der Anfang des Buch war sehr spannend, eigentlich ist es ja eher umgekehrt doch für mich war es der Anfang der mich mitgerissen hat. Die langen Kapitel haben mich nicht gestört, denn man merkt gar nicht wenn man ein Kapitel gelesen hat das auf einmal 40 Seiten rum sind. Die Geschichte wird aus der Sicht von Noa geschrieben und ist sehr gut durchdacht, auch die einzelnen Charaktere sind wie gemacht für die Geschichte. Zum Ende hin wurde das Buch leider sehr langatmig, berühren konnte es mich auch nicht, am Ende war für mich "die Luft raus.." und die Spannung war damit auch weg. Trotz dem eine sehr amüsante Geschichte die ich empfehlen kann!

Fazit
Eine außergewöhnliche Geschichte, mit ein paar Schwächen. Wer nichts gegen ein paar langatmige Situationen hat und nicht all zu viel erwartet, macht mit diesem Buch nichts falsch!
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VINE-PRODUKTTESTERam 17. April 2015
Verliebt sein ist etwas Schönes. Aber auch, wenn man nur zwei Wochen hat? Erst ist der Angebetete nie da, dann erzählt er nichts und zum Schluss wird er nur zwei Wochen Zeit haben? Da hat Noa sich ja einen komischen Kerl ausgesucht! Und was ist noch mal sein Geheimnis?

Die Protagonisten
Wenn euch die Inhaltsangabe sehr flapsig vorkommt, dann ist sie so, weil ich Noa am Anfang so gesehen habe. Ein flapsiges Mädchen, dass ich ehrlich gesagt nicht mag. Scheinbar hat sie Vorurteile, ihre Freunde sind zum teil auch sehr egal und ihre Sprache bringt mich manchmal zum Grübeln. Immer wenn Jennifer Benkau scheinbar tiefsinnige und wunderschöne Sätze schreibt (kann Sie! Ich habe gelesen!), haut Noa Wörter danach dazwischen, dass es mich gruselt. Ich kann sie leider nicht mehr konkret benennen, weil ich mich so geärgert habe, aber es ein schöner Satz und folgt so etwas wie: “Krass. Cool.”

Noa und der junge Mann sollen die Hauptpersonen sein. Von Noa kann ich dieses auch behaupten. Sie hat ein interessantes Hobby, dass ich wirklich stark finde. Sie sucht sich noch, aber das sollte sie interessant machen. Auch ihr Freund Dominic war ein ganz netter. Er war für sie da, manchmal mehr und manchmal weniger, hatte aber immer seine Gründe. Dass Noa ihn manchmal mit Füßen tritt, passt zu ihrem Wesen und macht sie mir nicht sympathischer.

Und dann gehören zu einer Liebesgeschichte immer zwei. Ich vermute fast, dass die Liebesgeschichte zwischen Dominic und Noa besser gelaufen wäre, als die zwischen Marlon und Noa. Marlon ist von Anfang an eigenartig und gewaltbereit und hat für alles, was passiert eine Ausrede. Hat Noa Angst? Nein, natürlich nicht. Denn irgendwann, ganz plötzlich wird ihr klar, dass sie ihn mag – so mit Herzklopfen und so. Und ich als Leserin stehe da und denke: “What?” Scheinbar habe ich die Sprünge in der Geschichte falsch interpretiert. So viel erst mal zu den Charakteren.

Kulisse
Die Kulisse ist okay. Die Actionszenen, angefangen mit der ersten Szene überhaupt, sind gut beschrieben, obwohl mir erst nicht in den Kopf will, was Jennifer Benkau damit anfangen will. Ich denke die ganze Zeit, dass es um Engel geht, irgendwie und irgendwo – dann kommt alles anders und ich bin skeptisch. Und ja, ich habe wieder keine Rezensionen und Klappentexte gelesen ;)

Handlung
Es ist alles vorhanden: theoretisch Action und Spannung, Liebe und Freundschaft. Es scheint aber gar nicht so einfach zu sein, diese Dinge unter einen Hut zu bringen. Die Verbindung ist hier eine mystische Begebenheit.

Erst ist es ein Geheimnis und Noa will es natürlich wissen. Und ich auch – klar, denn sonst brauche ich das Buch nicht lesen. Leider sind die Andeutungen immer nur sehr wage und bis etwas passiert in dieser Hinsicht, vergehen 100 Seiten. Danach passiert aber auch nicht viel. Vieles wird angerissen, einiges erklärt, aber meist bleibt das Mystische einfach nur ein Geheimnis. Bis zum Ende bin ich mir nicht sicher, ob ich alles verstanden habe und es alles einen Sinn ergibt. Das ist schade, denn die Idee an sich ist gut und ich frage mich, warum so wenig mit dem Hintergrund gespielt. Anstelle davon muss ich mich mit Marlon herumschlagen, der eine Ausstrahlung wie ein Toastbrot hat.

Auch das Ende ist abrupt, denn nach 500 Seiten ist Schluss mit lustig. Ich warte auf den großen Knall oder das rührselige Ende, was mich mitnimmt und glücklich zurück lässt. Es gibt auch ein Ende, aber das ist nicht rührselig genug und die Tatsache ist: Nicht immer brauche ich ein Happy Ende. Vielleicht liegt also der Fehler bei mir.

Die Gestaltung
Das Buch besitzt ein schönes Cover und die Schreibart von Jennifer Benkau trägt dazu bei, dass ich lange mit meiner Punktevergabe hadere. Denn sie kann es: Bilder erschaffen, mit Worten spielen – auch wenn es manchmal für mich daneben geht.

Etwas schlimmer finde ich hingegen die doppelten Worte und die Buchstabendreher, die ich gefunden habe. Sie waren so auffällig, das ich mich wirklich gestört gefühlt habe. Ich will nicht sagen, dass in anderen Bücher, die ich lese, keine Fehler sind, aber die fallen dann wahrscheinlich nicht so sehr auf und springen mir ins Auge.

Die Bewertung
“Himmelsfern” und ich – das war keine gute Geschichte. Erst war Noa nicht mein Fall und als dieses Problem besser wurde, war die ganze Idee mir etwas suspekt. Ich weiß nicht, ob es tatsächlich an mir lag: falscher Zeitpunkt, falscher Ort. Aber irgendetwas an dieser Geschichte hat mich nicht mitgerissen, sondern hat mich eher den Kopf schütteln lassen.
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am 20. Juli 2014
Klappentext:
Noa verliebt sich. Doch ihr bleiben nur zwei Wochen. In zwei Wochen wird der Junge, den sie liebt, dem Menschsein den Rücken kehren, vielleicht für immer. Hat ihre Liebe unter diesen Umständen überhaupt eine Chance? Wird der Schmerz am Ende nicht viel zu groß sein?

Die Autorin:
Jennifer Benkau lebt mit ihrem Mann, vier Kindern und zwei Hunden inmitten lauter Musik und vieler Bücher im Rheinland. Nachdem sie in ihrer Kindheit Geschichten in eine Schreibmaschine gehämmert hatte, verfiel sie pünktlich zum Erwachsenwerden in einen literarischen Dornröschenschlaf, aus dem sie zehn Jahre später, an einem verregneten Dezembermorgen, von ihrer ersten Romanidee stürmisch wachgeküsst wurde. Von dem Moment an gab es kein Halten mehr.

Meine Meinung:
Noa, ein 17-jähriges Mädchen, lebt mit ihrem Vater ein unspektakuläres Leben, bis sich eines Tages alles ändert. Die U-Bahn, in die sie steigt, entgleist und ihr wird das Leben gerettet. Der mysteriöse Marlon hat es von nun an Noa angetan. Was verbirgt er vor ihr? Haben sie eine Zukunft?

Wieder einmal nahm mich der schöne Schreibstil vollkommen gefangen.
Jennifer Benkau findet Worte, die sie so gekonnt verschachtelt und ineinander fließen lässt, dass man jede Seite geniesst. Man fühlt selbst als Leser alles mit, ist mitten im Geschehen und spürt die Spannung, die sich immer mehr ausbreitet.
Anfangs ist alles noch ein wenig verworren, aber im Laufe der Geschichte lösen sich die Fragen auf und die Stränge der Handlung laufen zusammen.

Ohne zuviel verraten zu wollen, geht es hier um sehr interessante Wesen, eine emotionale Liebesgeschichte und der Selbstfindung eines Mädchens.

Wer große Gefühle mag und eine etwas andere Lovestory, liegt hier genau richtig.
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