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Kundenrezensionen

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am 3. Oktober 2009
Als ich die ersten Seiten des Buches las, war ich doch sehr skeptisch. Es liest sich wie ein gewöhnlicher Science-Fiction-Roman und schildert die düstere Zukunft unserer Welt Mitte des 21. Jahrhunderts: Seuchen und Naturkatastrophen haben die Menschheit zerrüttet, bis sich die Überlebenden auf einer Insel abgeschottet haben. Seitdem wird jedes Schiff am Horizont sofort eliminiert. Die Angst vor dem Aussterben zerfrisst die Menschen. Aufmüpfige Kinder und Rebellen werden von der Regierung "entsorgt". Die Geschichte wird von Anamixander erzählt, einer jungen Frau, die sich den Fragen dreier Prüfer stellen muss, da sie an der Akademie aufgenommen werden will. Genaueres erfährt der Leser (vorerst) nicht. Anamixander gibt uns nun einen verwirrenden Überblick über die Entwicklung der Menschheit im 21. Jahrhundert...

Ehrlich gesagt war ich kurz davor, das Buch umzutauschen. Aber aus irgendeinem Grund las ich dann doch weiter- zum Glück! Denn schon bald entwickelt der Roman eine unheimliche, schwer zu beschreibende Spannung: Die Prüfer fragen Anaximander über das Leben von Adam Forte aus, eine Art Nationalheld. Hier beginnt die Geschichte erst richtig: Forte, ein hochbegabter junger Mann, der nur durch Zufall nicht schon als Baby exekutiert wurde, widersetzte sich den Befehlen der Regierung und ließ ein hilfloses Mädchen, das in einem Boot auf die Insel zutrieb, am Leben. Er wird verhaftet und soll zum Tode verurteilt werden, doch aus Angst vor einer Rebellion des Volkes wird er begnadigt. An dieser Stelle kommt der alternde Wissenschaftler William ins Spiel, der vor Jahren die künstliche Intelligenz erschaffen hat. Sein Roboter namens Art wird gemeinsam mit Forte in eine Zelle gebracht. Ihre brisante Interaktion und ihre Gespräche wurden mitgeschnitten und von Anaximander mit Hologrammen, selbstgemachten Videofragmenten, vor den Prüfern verdeutlicht. Einen Monat vor Fortes Tod enden die Mitschnitte- und Anaximander bekommt langsam das Gefühl, dass die Akademie irgendein dunkles Geheimnis zu hüten versucht...

Das ganze Gespräch zwischen Anax und den Prüfern wird zu einem fesselnden Kammerspiel, während immer mehr Details aus Fortes letzten Tagen mit dem Roboter ans Licht kommen. Glänzend gemacht sind auch die Gespräche zwischen Mensch und Maschine, in denen die existenziellen Grundfragen beleuchtet werden. Vieles entwickelt sich anders als erwartet, und zum Schluss geschieht das, was wirklich niemand erwartet hätte- Das Ende von The Sixth Sense (Film, der für seine überraschende Wendung zum Schluss berühmt ist d.R.) war dagegen offensichtlich!

Zum Schluss sitzt der Leser völlig verstört da und muss das eben gelesene erstmal verarbeiten, es auf sich wirken lassen und sich seine eigene Meinung bilden- sofern er nach dem Buch seinen Gedanken noch trauen kann... Aber ich will nicht zuviel verraten.

FAZIT: Ein faszinierendes Buch, das ich nur weiterempfehlen kann. Aber ACHTUNG: Dies ist keine seichte Lektüre, sondern ein sehr komplizierter Sci/Fi bzw. Philosophie-Roman. Aber alleine wegen den Gesprächen Mensch-Roboter absolut lesenswert! Meiner bescheidenen Meinung nach der Scifi-Thriller des Jahres!

***** !
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"Spotte nur über meine kurze Lebensspanne, denn erst die Furcht vor dem Tod haucht mir Leben ein.
Ich bin der Denker, der über das Denken nachdenkt.
Ich bin die Neugierde. Ich bin die Vernunft. Ich bin die Liebe und ich bin der Hass.
Ich bin die Gleichgültigkeit. Ich bin der Sohn eines Vaters, der wiederum der Sohn eines Vaters war.
Ich bin der Grund, warum meine Mutter weinte und warum sie lachte. Ich bin das Wunder und ich wundere mich.
Mag sein, dass die Welt deine Schalter drückt, wenn sie deine Schaltkreise durchläuft.
Mich hingegen durchläuft die Welt nicht. Sie verweilt in mir.
Ich bin in ihr und sie ist in mir."

Das sagt der Held der Geschichte, Adam Forde, zu Art, der künstlichen Intelligenz, denn sie führen lange Diskurse und Wettstreite über den Sinn des Lebens, über Gefühle, Werte....

Über den Inhalt der Geschichte wurde schon alles erzählt. Es ist ein ungewöhnliches Buch, keine leichte Kost, intelligent geschrieben, man kann es nicht "so nebenbei" lesen - allerdings auch mit einigen Durchhängern.
Allerdings ist der Schluss nicht wirklich überraschend - alles deutet zwangsläufig auf dieses Ende hin.
Trotz allem handelt es sich aber um ein durchaus lesenswertes Buch.

Fazit: Empfehlenswert!
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am 28. April 2011
Kurzbeschreibung:
Ein Land, abgeschnitten vom Rest der Welt, am Ende des 21. Jahrhunderts: Anax steht vor der Prüfungskommission der Akademie. Fünf Stunden hat sie Zeit, um zu beweisen, dass sie würdig ist, in diese mächtige Institution aufgenommen zu werden. Ihr Prüfungsthema kennt sie so gut wie ihre eigene Geschichte: Adam Forde ist der Held ihrer Kindheit, der Mann, dessen Rebellion ihr Land für immer prägte.
Doch Anax weiß längst nicht alles über die Rolle, die Adam gespielt hat. Sie muss einsehen, dass alles, was sie über die Vergangenheit weiß, eine Lüge ist. Und dass die Akademie nicht ist, was sie scheint.

Zum Autor:
Bernard Beckett, geboren 1967, ist einer der bekanntesten und profiliertesten neuseeländischen Autoren für junge Erwachsene. Seit 1999 hat er acht Romane veröffentlicht, von denen viele mit den wichtigsten Literaturpreisen Neuseelands ausgezeichnet wurden. Das neue Buch Genesis entstand, während Beckett als Stipendiat der Royal Society of New Zealand DNA-Mutationen im südpazifischen Raum erforschte. Der Roman wurde in Neuseeland mit mehreren Literaturpreisen in der Kategorie "Junge Erwachsene" ausgezeichnet. Beckett lebt mit seiner Frau Clare in Wellington. Er unterrichtet Mathematik und Englisch an einer Highschool.

Rezension:
Anaximander, genannt Anax, hat eine fünfstündige Prüfung vor sich, um die Aufnahme in die allmächtige Akademie zu schaffen. Ihr Thema ist Adam Forde, ein Rebell der Republik. Diese Republik, in der Anax lebt, hat sich von der restlichen Welt komplett abgeschottet, nachdem eine Seuche auf der Welt tobte. Durch einen riesigen Zaun auf dem Meer und Seeminen schützt sich die Republik vor unwillkommenen Eindringlingen. Wer diesen zu nahe kommt, wird rücksichtslos und eiskalt von Wächtern erschossen. Doch was Anax während ihrer Prüfung erfahren muss, bringt ihr komplettes Weltbild zum Wanken.

Die Figuren des Romans, Anax und die Prüfer, bleiben über das gesamte Buch hinweg blass. Die Geschichte wird größtenteils in Form von Dialogen zwischen Anax und den Prüfern dargestellt, eingeschoben von Gedankengängen Anax'. Der Einstieg in diesen ungewohnten Schreibstil fiel mir recht schwer, zumal auch nicht mit Fremdwörtern gegeizt wird und oftmals philosophische Einschübe und Beschreibungen vorkommen.

Das Kernthema besteht aus dem Rebell Adam Forde und dessen Umgang mit dem Roboter Art, mit dem er in einem Raum festgehalten wird. Welcher Unterschied besteht zwischen einem Menschen und einem Roboter? Ist der Mensch weiter entwickelt als künstliche Intelligenz oder wer ist wem überlegen? Am Ende erwartet den Leser eine überraschende Wendung, die für mich das Buch erst richtig interessant machte und die schlussendlich auch logisch wird, wenn man genauer darüber nachdenkt.

Und genau das soll dieser Roman bewirken: Nachdenken über das eigene Ich. Und ob die Menschheit heutzutage nicht schon zu viel den Maschinen überlässt und wie sich das Ganze auswirken kann, wenn dem so ist. "Das neue Buch Genesis" macht mit seiner Geschichte sehr nachdenklich und man muss sich als Leser auf den nicht einfachen Schreibstil einlassen können. Auch wenn das Buch relativ dünn vom Umfang her ist, kann und sollte man es nicht einfach so nebenbei wie einen Unterhaltungsroman lesen.

Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover zeigt einen angebissenen Apfel, anstelle des Apfelstiels wurde eine Art Schlüssel eingesetzt. Die Bedeutung dieser Grafik findet sich beim Lesen und Ergründen der Geschichte wieder.

Fazit: "Das neue Buch Genesis" bietet einen sehr interessanten Lesestoff, auf den man sich allerdings einlassen muss. Hat man dies getan, wird man mit einer nachdenklich machenden und tiefgründigen Geschichte belohnt.
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am 13. September 2015
Ich hatte es mir ganz spontan gekauft, weil es auf meiner Wunschliste stand. Ich wußte, dass es eine Art Dystopie sein soll. Auf dem Buchrücken stehen nur drei spärliche Sätze. Gut so! Denn damit wird nichts verraten, aber umso mehr die Neugierde entfacht.

MEINE EINDRÜCKE Ich war vor dem Lesen überrascht, dass das Buch so dünn ist. Das hatte ich bei der Bestellung irgendwie nicht gesehen. Umso gespannter war ich, wie man auf 176 Seiten eine neue Welt erschaffen kann.

Die Rahmenhandlung erzählt von Anax, wie sie vor der Prüfungskommission sitzt und deren Fragen beantwortet. Von ihrer Welt erfahren wir eigentlich nichts. Sie hat sich als Prüfungsthema eine bestimmte Figur ausgesucht, die eine entscheidende Rolle in der Geschichte ihrer Welt gespielt hat: Adam Forde. In dem sie die Fragen beantwortet, gleitet die Geschichte in die Vergangenheit zurück (die dennoch unsere Zukunft wäre). Stück für Stück erfahren wir, was Adam Forde für ein Mann war, was er erlebt und gedacht hat. Durch diese Erzählungen erhält der Leser auch zunehmend eine Vorstellung von der fiktiven Welt, die der Autor konstruiert hat. Darin ist alles enthalten, was man aus Dystopien kennt: Aus einer Katastrophe heraus entsteht eine neue gesellschaftsordnung, die allerdings schon bald auf der Kippe steht. Gleichzeitig hat sich die Wissenschaft und Forschung enorm weiter entwickelt. Das führt zu neuen ethischen Fragen und Lösungen. Der Roman endet mit einem faszinierenden, für manchen vielleicht vorhersehbaren, Twist, der mich sehr zum Nachdenken gebracht hat.

Der Schreibstil ist klar und gut zu lesen. Die Ideen und Gedanken, die Beckett damit formuliert, sind manchmal schon sehr philosophisch, erinnern an Science Fiction und erfordern auf jeden Fall einen aufgeschlossenen Leser. Aber sie sind hoch spannend und gar nicht mal so abwägig. Man muss sich jedoch vor dem Lesen bewusst machen, dass es hier weniger um Unterhaltungsliterautr als um eine philosohpische Abhandlung, unterhaltend geschrieben, geht.

FAZIT Bernard Beckett konnte mich wirklich beeindrucken. Auf nicht einmal 200 Seiten gelingt es ihm, aus einer einfachen Idee eine komplette Welt zu erschaffen. Dabei konzentriert er sich auf den philosophischen Aspekt. Es gibt keine Liebesgeschichten, keine echten Dramen. Es bleibt die Frage zurück: Ist der Mensch, das einzige Wesen, das eine Seele hat? Sind wir das Höchste der Schöpfung?
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am 1. August 2012
Über den Inhalt des Buches ist genügend geschrieben worden. Was mich anfangs gestört hat, ist die Blässe der Figuren. Man hat große Schwierigkeiten, sich in die einzelnen Figuren hinversetzen zu können. Die Farblosigkeit der Protagonisten, allen voran Anaximanderr, bekommt jedoch einen Sinn, wenn man das Ende des Buches erreicht hat. Ich will die Pointen, den um eine einzelne handelt es sich nicht, hier nicht verraten. Man muß das Buch lesen, um das Ende wirklich zu verstehen. Ganz hervorragend waren die philosophischen Diskussionen zwischen einem Roboter und einem Menschen über die Frage, wer nun wirklich lebt und sich evolutionstechnisch weiterentwickelt.
Alles in allem ein wunderbares, gut strukturiertes Buch. Sehr empfehlenswert.
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am 24. Juli 2012
Manchmal hat man einfach Glück. In mehr oder weniger auf Verdacht ausgwählten Büchern meiner letzten Bestellung befanden sich gleich drei großartige Werke - eines davon ist sicherlich "Das neue Buch Genesis" von Bernhard Beckett. Auch wenn ich durch diese Aneinanderreihung von Höchstwertungen vielleicht etwas unkritisch wirke, habe ich doch keine Wahl, als auch hier die 5 Sterne zu ziehen. Ich will auch gerne darlegen, wieso. Zur Story:

In einer von der übrigen, zerrüteten Welt isolierten Insel-Republik bewirbt sich die junge Anax um einen Posten in der sog. "Akademie". Diese ehrwürdige Institution verlangt von ihren Aspiranten, vor einer Prüfungskommission in einer 5-stündigen Abfrage zu bestehen. Anax hat sich diszipliniert vorbereitet und ist auf ihrem Gebiet - der Geschichte des legendären Rebells Adam Forde - versiert wie kaum eine andere. Und so beginnt die Prüfung...

... deren Verlauf wir in Dialogform (und selteneren Abschnitten aus der Perspektive des allwissenden Erzählers) als Leser verfolgen. Hier stoße ich auf ein erstes Dilemma: Eine Rezension soll einem möglichen Käufer offensichtlich dabei behilflich sein, eine Kaufentscheidung zu treffen. Also muss ich die Eigenschaften des Buches beschreiben, damit ein potentieller Leser dies mit seinen Vorlieben abgleichen kann. Das ist hier aber gar nicht so einfach: "Das neue Buch Genesis" ist leider nur knapp 170 Seiten stark und die verschiedenen Aspekte und vor allem die Entwicklung der Prüfung vorweg zu nehmen, wäre in diesem Fall unverzeihlich. Ich will versuchen, es zu umschreiben:
Das Buch beschäftigt sich im Rahmen mit Dystopie, einer faschistoiden, postapokalyptischen Gesellschaftsentwicklung, im Mittelpunkt des Buches steht aber zweifelsohne die Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Was macht einen Menschen aus? Was unterscheidet ihn von einer Maschine (oder eben nicht?)? Dieser zentralen Frage nähert sicht Beckett in einer melancholischen Umgebung mit einem sehr philosophischen, aber nichts desto trotz zielstrebigen Dialog zwischen Prüfling und Komission.

Das Thema "Künstliche Intelligenz und Ethik" ist sicherlich nicht neu. Von Altmeister Asimov bis hin zu den Wachowski-Brüdern hat man zahlreiche Facetten dieser Diskussion miterleben dürfen. Umso überraschender, dass Simon Becketts Werk diesbezüglich nicht langweilt oder offene Türen einrennt: Er schafft es tatsächlich, das Thema interessant auszugestalten.
Und zwar indem ihm das Kunststück gelingt, eine gefühlvolle Sprache mit einer unheimlichen Prägnanz zu vereinbaren. Das Buch mag kurz sein, steckt allerdings voller Bedeutung: Kein Wort ist verschwendet, sogar die Namensgebung der Charaktere trägt auf einer Metaebene zur Erzählung bei. Und ich muss einräumen, dass ich so manchen Gedanken in diesem Buch sicherlich schon einmal dargestellt gesehen habe, allerdings nur selten so sorgfältig und kompakt ausformuliert.
Den Schluss könnte man sicherlich ambivalent sehen. Ein erfahrener Leser könnte ihn als etwas abgeschmackt bezeichnen, in seinem Kontext finde ich ihn allerdings atemberaubend. Und so kommt die Moral letztendlich an ohne sich aufzudrängen: Wenn man das Buch letztendlich zur Seite legt, verweilt die Geschichte noch ein Weilchen länger im Kopf.

FAZIT:

"Das neue Buch Genesis" ist ein ebenso emotional packender, wie scharfsinniger Roman über das Menschsein mit düsteren Anklängen und einer pfiffigen Storyentwicklung. Das Buch selbst ist ein Quickie und auf das nötigste reduziert - das entfaltet allerdings seine Wirkung. Für dieses Buch kann ich eigentlich jedem Leser mit Anspruch eine Kaufempfehlung aussprechen, auch solchen ohne Hang zu dystopischen Erzählungen. Deswegen die volle Wertung: 5/5 Sterne und den unbedingten Tipp, sich dieses Buch nicht (!) Spoilern zu lassen.
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am 29. Januar 2011
Die junge Anaximander steht vor einer Prüfungskommission, die über ihr weiteres Leben entscheidet. Dort soll sie über das Leben des Adam Forde berichten, der ein prominenter Rebell war.
Als die Welt nach 2040 begann zu kollabieren, sich Krieg und künstliche Krankheiten verbreiteten, hatte sich eine Gruppe Menschen auf eine größere Inselgruppe weit weg von den Großmächten zurück gezogen und sich gegen alle Einflüsse abgeschirmt. Dort errichteten sie ein totalitäres Regime und töteten alle Eindringlinge von außen gnadenlos, wenn diese an den Grenzen der Insel, dem großen Meereszaun, ankamen.
Künstlich gezeugte Kinder wurden gemeinschaftlich in Krippen groß gezogen und früh indoktriniert. Eines von ihnen war Adam Forde, der 2058 geboren wurde, und im Rahmen seines Wachdienstes am Meereszaun eine junge Flüchtende verschonte und seinen Kollegen dafür tötete. Als sein Verbrechen kurz darauf entdeckt wurde, verurteilte man ihn zur Haft unter gewissen Auflagen, denn er sollte sich dort mit einer neuen, gerade erschaffenen Maschinenintelligenz namens Art auseinander setzen. Dieser Robotertyp sollte dereinst einmal die Menschen bei der Arbeit entlasten.
Bei den ersten Experiment mit künstlicher Intelligenz hatte es jedoch Tote gegeben, weshalb man nun auf einen Strafgefangenen zurück greift, welcher sich mit dem neuen Roboter auseinander setzen soll. So beginnt ein langer Disput zwischen Adam und Art über echtes Leben, Seele und Bewußtsein. Dies alles soll die junge Anax den Prüfern interpretieren, weshalb sie sehr nervös ist. Zum Glück weiß sie nicht, dass viel mehr von dieser Prüfung abhängt. Denn der zukünftige Staat hat wichtige Informationen unterschlagen, die Anax erst gegen Ende der Prüfung erfährt. Ein monströses Geheimnis, welches alle Interpretationsversuche schlagartig ändert...
Becketts wohltuend kurzer Roman wartet gegen Ende der Geschichte mit zwei handfesten bösen Überraschungen auf, die einige Leser schockieren dürften. Zwar kann man einen Teil des Plots durchaus nach etwa 100 Seiten erahnen, der Autor serviert die beiden Offenbarungen jedoch mit viel Geschick und knallhart hintereinander weg, so dass dem ein oder anderen Leser die Spucke wegbleiben dürfte.
Dies entschädigt auch für die manchmal etwas dröge wirkende Handlung, die der konstruierten Prüfungssituation geschuldet ist.
Und warum man mit den Protagonisten nicht so richtig warm wird...tja, das wird am Ende der Geschichte dann auch erklärlich.
Ein starkes kleines Buch, ungewöhnlich in Konzeption und Ausführung, welches mit seinem rabenschwarzen Ende einen wohltuenden Kontrapunkt setzt zum Happy-End-Einerlei vieler anderer Romane.
Auch wenn "Das neue Buch Genesis" nicht durchgängig spannend ist, so ist es durch seine Kürze in Verbindung mit dem wichtigen hier angesprochenen Thema unbedingt empfehlenswert.
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am 1. September 2013
Schade, manche Bücher laufen unter dem falschen Label und landen nicht bei der richtigen Zielgruppe. "Das neue Buch Genesis" des Neuseeländers Bernard Beckett (script5) läuft als Jugendbuch. Allein schon der Erzählform wegen ist das Buch für Erwachsene mindestens ebenso geeignet. Trotz der teilweise turbulenten Handlung kein Action Buch. Eher ein Theaterstück mit dialogischem Nacherzählen der Ereignisse: In der Abschlussprüfung wird Anaximander (wie alle anderen Protagonisten nach Philosophen benannt) über die Geschichte der Zivilisation befragt. Diese hat sich im 21. Jahrhundert sehr geändert, nicht zuletzt dank Adam Forde, dem Revolutionär und Thema der Prüfung. Und von Anaximanders Abschlussarbeit, einer Rekonstruktion der Gespräche zwischen dem gefangenen Adam und der künstlichen Intelligenz Art, die von ihm lernen soll. Diese Konstellation und die Erzählung der Verfehlungen Adams (seinen Soldaten-Kameraden zu erschießen und das Flüchtlingsmädchen zu retten) gibt Beckett (und dem Leser) die Gelegenheit zu vielen philosophischen Fragestellungen. Mehr als beantwortet werden können, klar. Aber genug der Anhaltspunkte und offene Probleme, über die getrost nachgedacht werden kann. Und sollte. Das überraschende Ende hinterlässt einen traurigen, aber angeregten Leser mehr.
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am 21. August 2012
Hab das Teil gestern fast in einem Rutsch gelesen. Die Rahmenhandlung umfasst im Buch eine Zeitspanne von 5 Stunden, in selbiger sollte man selbst das Werk ebenfalls locker lesen können. Ich hab wohl insgesamt knapp 4 gebraucht.
Das Buch beinhaltet vor allem Anleihen und Grundzüge aus Planet der Affen" und Blade Runner". Wer diese beiden Werke kennt, wird sicherlich recht schnell Elemente oder gar Parallelen entdecken. Ein weiteres Hauptelement des Buches ist die Benutzung einer Parabel innerhalb der Geschichte, ähnlich wie in Nathan der Weise" die Ringparabel erzählt wird. Nur ist hier die Grundthematik weniger religiös, wenn auch gleichermaßen philosophisch.

An der Aufmachung der Story ist vor allem Interessant, dass der Leser in die Geschichte geworfen wird und zunächst gar nicht weiß, was er da liest. Wir erfahren zunächst nur wenig und ich will deshalb auch nicht viel spoilern, weil das "Nichtwissen", dieses nach und nach erfahren, ein großer Bestandteil des Leseerlebnisses ausmacht. Zusammengefasst geht es um Adam, eine fiktive, geschichtlich herausragende, Persönlichkeit eines fiktiven Landes, die aktiv überhaupt keine Rolle in der Geschichte spielt, sondern lediglich das Prüfungsthema einer Geschichts-Studentin an einer fiktiven Akademie besagten fiktiven Landes, irgendwann in der Zukunft, ist. Worum es genau geht, was in der Vergangenheit passierte, wer dieser Mann war, was er tat und wie besagter Staat überhaupt entstand, lernen wir selbst erst im Laufe der Klausur: Durch die Fragen der Prüfer und anhand der Antworten der Bewerberin.

Später im Laufe der Geschichte / Prüfung, wechselt das Thema von Geschichte dann immer mehr in den Bereich der Ethik und der Philosophie, als die Gespräche analysiert werden die Adam - das Prüfungsthema der Studentin - mit einer künstlichen Roboterintelligenz führte. Hierbei unterhalten sich Mensch und Maschine über die Bedeutung des Menschseins, inwiefern Roboter denken und selbstständig handeln können und wer letztlich das höhere, bedeutendere Lebewesen ist, wobei vor allem die Maschine sehr provokant argumentiert und damit nicht nur seinen Gesprächspartner, sondern auch den Leser immer wieder herausfordert das Gesagte zu hinterfragen und sich selbst mit der Thematik zu befassen.

Die Geschichte hat im Laufe der Prüfung auch ein paar Twists und Wendungen, die teilweise nicht nur den Leser, sondern auch die Geprüfte überraschen. Allein deshalb lohnt es sich schon. Insgesamt also eine intelligente, anspruchsvolle Geschichte, gespickt mit philosophischen Elementen und einem sehr überraschenden Ende. Kann ich nur empfehlen.
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Wir befinden uns in einer nicht näher bezeichneten Zeit des 21. Jahrhunderts, in einer ebenfalls nicht näher beschriebenen, nach außen durch einen Meereszaun abgeschotteten Welt.
Die junge Anax ist aufgeregt. Die nächsten fünf Stunden sind entscheidend für ihr weiteres Leben, denn sie steht vor der Prüfungskommission der Akademie und hat die Chance, dort aufgenommen zu werden. Geprüft wird sie über ihr Spezialgebiet. Ihr ganzes Leben lang war sie von dem Rebellen Adam Forde fasziniert, der einen Befehl missachtete und nur deshalb der Todesstrafe entging, weil er für ein wissenschaftliches Experiment gebraucht wurde. Dabei wurde er mit dem Roboter Art zusammengesperrt und sollte mit diesem interagieren. Durch die philosophischen und wissenschaftlichen Gespräche mit Adam sollte sich die künstliche Intelligenz des Roboters weiter entwickeln.
Anax kennt jede Einzelheit des Lebens und der Persönlichkeit von Adam Forde. Denkt sie. Aber das Prüfungsgespräch verläuft ganz anders, als sie es sich vorgestellt hat, und am Ende steht ihre gesamte Welt Kopf.
Das Buch besteht aus dem Prüfungsgespräch, und ich war mir am Anfang unsicher, ob ich mit dieser Stilart klarkomme. Aber schon nach den ersten Sätzen war ich gefesselt. Vom Stil, der das Buch lebendig macht, von der Geschichte, die ohne begleitende Beschreibungen auskommt, und vor allem von den philosophischen Gedankengängen, die auf so wenigen Seiten so locker und leicht die ganz großen Fragen behandeln.
Was macht uns zum Menschen? Wo beginnt das Bewusstsein? Was ist die Seele? Dieses Buch zeigt, dass die Beschäftigung mit diesen Fragen keine trockene Angelegenheit sein muss, sondern im Gegenteil sehr spannend ist.
Ein sehr gut lesbares und spannendes Buch, das zum Nachdenken anregt und lange nachwirkt. Vor allem das wirklich völlig überraschende Ende sorgt dafür, dass man noch lange über dieses Buch nachdenkt.
Meiner Meinung nach wäre das eine ideale Unterrichtslektüre.
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