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Kundenrezensionen

4,9 von 5 Sternen
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4,9 von 5 Sternen

am 15. Juni 2014
Viele gute, kritische und belegte Informationen zu verschiedenen wichtigen Themen; gut nachvollziehbar, soweit überprüfbar auch glaubhaft belegt durch fachkundige Fremdliteratur; gut zu lesen, interessant dargestellt und in verdauliche Portzionen verpackt; lesenswert !
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am 17. November 2013
Endlich mal ein Buch, dass wiedermal kritisch auf die Machenschaften der Pharmaindustrie aufmerksam macht und in was für ein queres Menschenbild die Medizin reinsteuert und reinlief.
Da ich beruflich damit zu tun habe, den Menschen Gesundheitsbewusstsein zu vermitteln,..freue ich mich über so ein Buch.

Für Laine verlangt es tieferes Interesse, sonst könnte es beim Lesen schwer sein durchzuhalten bis zum Ende.
Doch der Fachwelt, bzw. der Zielgruppe die beruflich mit dem Gesundheitswesen zu tun hat empfehle ich dieses Buch wärmstens.
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am 9. Juni 2015
Der Autor ist selbst Neurowissenschaftler und erklärt, wie die MRT-Bilder, auf welche die vielen "Erkenntnisse" der Gehirnwissenschaften basieren, zustande kommen. Es wird deutlich, dass viele Schlussfolgerungen, die Neurowissenschaftler in der Öffentlichkeit verbreiten, überzogen sind. Auch würden in der öffentlichen Debatte zukünftige Entwicklungen im Bereich der Neurowissenschaften vorweggenommen, obwohl es dafür keine wissenschaftliche Grundlage gibt.
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am 3. Dezember 2015
Eine exzellente, zugleich fundierte und lesbare Darstellung des Themas bzw. der Themen.
Ein kleines "Problem" des Buchs besteht nämlich darin, daß es zwei Themen behandelt, die eigentlich nicht viel miteinander zu tun haben - also eigentlich aus zwei Büchern besteht: die Neuromythologie einerseits und die Rolle der Pharmaindustrie auf die Behandlung von Krankheiten andererseits. Da aber beide Themen gut dargestellt sind, kann man das verschmerzen.
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am 27. März 2013
Wir leben im Zeitalter von Neuro-Euphorie, der Neuro-Zug rollt, alle machen Hirnforschung, von der Neuro-Philosophie über Neuro-Theologie, Neuro-Finanzwissenschaften bis hin zu sozialen Neurowissenschaften. Immer will man die ursprüngliche Disziplin mit den "neuesten Erkenntnissen aus der Hirnforschung" reformieren.
Die Magnetresonanztomographie (MRT) reduziert letztlich bislang ziemlich ungenügend verstandene Zusammenhänge auf eine Oberflächenbetrachtung. Diese Hirnscanner sind Evidenzmaschinen - man glaubt den Bildern. Am Beispiel von MRT-Aufnahmen bei Zeigen von geliebten und gehassten Menschen demonstriert Hasler, wieviel Spekulation bei der Interpretation herrscht. Weitere Probleme sind Varianz und Treffergenauigkeit bei den Bildern. Es gibt konzeptionelle Mängel, technische Defizite, statistische Fehlerquellen, willkürliche Entscheidungen, nie bewiesene Grundannahmen.

Bis tief in die 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts beschäftigte sich die Neurologie mit hirnpathologischen Veränderungen (Epilepsie, Parkinson, Multiple Sklerose). Befindlichkeitsstörungen in der Domäne des Psychischen waren ein Fall für den Psychiater. Auch wurde psychischen Störungen (Depression, Manie, Zwangserkrankung, Schizophrenie) eine gewichtige soziale Komponente zugesprochen. Inzwischen ist Sozialpsychiatrie zur Sozialtechnokratie verkommen - ihre Bedeutung befindet sich im Sinkflug. Im Trend liegt Molekularpsychiatrie, die psychische Erkrankungen auf zellulärer und subzellulärer Ebene untersucht. Sollte etwas schief laufen (etwa bei einer psychischen Störung), dann ist das Gehirn zu reparieren. Dabei gibt es für die biologische Psychiatrie keine speziellen biologischen Diagnoseverfahren.

In den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts standen ein Medikament gegen Psychosen, zwei gegen Angstzustände und zwei gegen Depressionen zur Verfügung. 1957 machten Pharmafirmen in den USA erstmals Verkaufserlöse über eine Milliarde Dollar, 2014 wird die Pharmaindustrie weltweit schätzungsweise 1,1 Billionen Dollar erzielen.
An Fallbeispielen, Publikationsverzerrungen und verzerrten Darstellungen von Forschungsergebnissen erläutert Hasler die Fragwürdigkeit von Erfolgsberichten vieler Psychopharmaka. Auch das Zustandekommen mancher Fachpublikationen in Marketingabteilungen von Pharmafirmen wird beschrieben. Dass Depressionen innerhalb von fünfzig Jahren sich epidemisch verhundertfacht haben, ist unter anderem der "Aufklärungsoffensive" der Pharmaindustrie geschuldet. Antidepressiva sind ein Sieg des Marketing über die Wissenschaft.
Ein Beispiel für das Verkaufen von Medikamenten per Verkaufen der Krankheit ist die "soziale Phobie" am Beispiel von Paxil. Bis in die 1990er Jahre war diese Phobie nahezu unbekannt - 2009 hat SmithKlineBeecham mit Paxil fast 800 Millionen Dollar erzielt.

Dass die Biologisierung der Psychiatrie ein Segen für die Patienten sei, ist ein Mythos und hat sich nicht erfüllt. Trotz jahrzehntelanger internationaler Forschungsanstrengungen hat man immer noch keine Ahnung, wo und was genau bei psychischen Störungen im Gehirn verändert sein soll.
Gehirndoping (Ritalin oder Modafinil) kann vielleicht die Aufmerksamkeitsspanne verlängern, mehr auch nicht - hat in absehbarer Zeit keine Zukunft.

Ein "ich", ein "freier Wille" oder das "Gehirn eines Verbrechers" lässt sich nicht auf das biologische Substrat reduzieren, seine Verortung gehört ins Reich der Mythen. Während Alkohol- und Drogensucht als Erkrankungen des Gehirns verstanden werden, kommt der "Tatort-Gehirn", die Medikalisierung von kriminellem Verhalten nicht voran. Gehirn-Scan mittels MRT-Methode wurde auch vor Gericht in den USA wegen Unzuverlässigkeit zur Wahrheitsfindung nicht anerkannt.

Seit 50 Jahren steht die Hirnforschung ganz kurz vor dem großen Durchbruch. Nach der Überschreitung des "Gipfels der überzogenen Erwartungen" (etwa 2006) kommt hoffentlich nach dem Durchschreiten des "Tals der Enttäuschungen" das Einschwenken auf den "Pfad der Erkenntnis".
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am 19. März 2014
Ach es wäre ja so schön, wenn man das alles glauben könnte, was so manche begeisterte Neuro-Enthusiasten uns heute ver-
kaufen wollen. Aber bei näherem Hinsehen entdecken wir kleinen Menschlein dann doch, dass unser "mind" doch nicht so leicht zu
entschlüsseln ist. Zur Ernüchterung ist dieses Buch sehr zu empfehlen.
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am 8. September 2014
Das Buch ist sehr aufschlussreich und nicht nur für Neurologen,
sondern für alle Wissenschaftler, die wohl oder übel mit
der Reduktion ihrer Wissenschaft auf Neurologie zu tun kriegen.
Ich kann das gut verständlich geschriebene Buch wärmstens
empfehlen.
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am 10. September 2014
Haslers „Neuromythologie“ ist ein engagiertes, wissenschaftstheoretisch hochinteressantes Buch, das möglichst viele Menschen lesen sollten, um gegenüber den massenmedial verbreiteten wissenschaftlichen Sensationsmeldungen und Versprechungen der Pharmaindustrie eine gesunde Skepsis zu entwickeln. Nicht klienten- respektive personzentriert vorgetragenem Expertenwissen nicht blind zu vertrauen ist die Botschaft dieser ebenso sozialpolitisch wie wissenschaftstheoretisch relevanten Streitschrift.

Leser Mark
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am 12. April 2014
Der Boom an Hirnforschungsliteratur macht skeptisch und besonders bedenklich erachte ich die Blauäugigkeit im Hinblick auf die
Gültigkeit der Ergebnisse. Der kritische Blick hinter die Kulissen trägt zur nötigen Entzauberung bei. Werde das Buch an Kollegen weiterempfehlen.
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am 21. August 2014
Der biologistische Reduktionismus und die abenteuerliche Naivität des Neurotransmitter-Aberglaubens, erkennbar etwa an SPIEGEL-Titeln über "Pillen zum Verliebt-Sein", bekommt hier den überfälligen, fachlich bestens fundierten und mit viel Verweisen auf Studien ausgestatteten Dämpfer. So können wir uns wieder mit seriösen Aussagen beschäftigen, die erkenntnistheoretisch bestens belegt sind: Die humanistische Psychologie nach Carl Rogers, die Kommunikationstheorie, die Systemtheorie – ihre Befunde sind auch ohne Neuro-Hype empirisch belegt und nachhaltig therapeutisch nutzbar. Danke, Felix Hasler!
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