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TOP 100 REZENSENTam 19. November 2017
Ich habe dieses Buch gehört und gelesen, jetzt schon mehrfach. Beim Hören bleibt merkwürdigerweise ein eher überlegen sicherer Ton zurück, der nach dem Lesen nicht so massiv präsent ist. Ehrlich, klar und trotz allem Fehler eingestehend, HS strahlt Souveränität und Wahrheit aus, der man trotz allem vorsichtig begegnen muss. Bei allen Politikern, deren Gerede man aktuell vernimmt, ist dies aber ein Ton, der durch Vernunft und das Bemühen um Erkenntnis geprägt war.

HS reflektiert die gemachten Erfahrungen eher aus der Sicht eines Verwaltungsfachmanns, der erst nach dem Ausscheiden aus dem Kanzleramt Erfahrungen in der Wirtschaft gemacht habe. Das klingt schon etwas verblüffend, dürfte aber auch heute bei den meisten Politikern die Regel sein.

In einem Bereich ist HS eher in falschen Zusammenhängen, wenn er z.B. über Religionen philosophiert und wie man diese reformieren müsse. Die dritte monotheistische mit der zweiten zu vergleichen und die Hoffnung auf eine Veränderung zu formulieren, zeigt, dass er sich nie wirklich um die Grundlagenwerke gekümmert hat. Passt auch nicht zu ihm, bei Beckmann sagte er mal, dass er die Trinität nie begriffen habe, ich vermute, das Brimborium um Religion war ihm fremd, er kümmerte sich einfach nicht wirklich darum.

Sonst aber lohnt sich die mehrfache Lesung dieses Buches in jedem Fall. Jedes Mal höre ich etwas anderes heraus bzw. zentrale Stellen bleiben im Gedächtnis. Europa und die demographische Entwicklung bzw. Rente sind wichtige Kapitel und auf Seite 236 schreibt er: „Der andere Ausweg, unser Geburtendefizit durch Einwanderung aus Afrika und Asien aufzufüllen, erscheint mir noch weniger realistisch. Denn schon bisher…haben wir die kulturelle Einbürgerung nur unzureichend zustande gebracht. Wer die Zahlen der Muslime in Deutschland erhöhen will, nimmt eine zunehmende Gefährdung des inneren Friedens in Kauf.“

Man spürt, dass Karl Popper der Lehrmeister von HS war, überall scheinen seine guten, vernunftbezogenen, abwägenden Gedanken durch. Dabei scheint mir diese Aussage eine zentrale für unsere heutige Zeit: „Aber von allen politischen Idealen ist der Wunsch, die Menschen glücklich zu machen, vielleicht der gefährlichste. Ein solcher Wunsch führt unvermeidlich zu dem Versuch, anderen Menschen unsere Ordnung Werte aufzuzwingen, um ihnen so die Einsicht in Dinge zu verschaffen, die uns für ihr Glück am wichtigsten zu sein scheinen; also gleichsam zu dem Versuch ihre Seelen zu retten. Dieser Wunsch führt zu Utopismus und Romantizismus. Wir alle haben das sichere Gefühl, daß jedermann in der schönen, der vollkommenen Gemeinschaft unserer Träume glücklich sein würde. Und zweifellos wäre eine Welt, in der wir uns alle lieben, der Himmel auf Erden. Der Versuch, den Himmel auf Erden einzurichten, produziert stets die Hölle.“ (Karl Popper)
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am 12. Januar 2018
Wer sich für politische und gesellschaftliche Erfahrungen interessiert, erhält mit diesem Buch sehr interessante Einblicke von Helmut Schmidt. Wer dieses Buch gelesen hat, ist im Anschluss definitiv ein wenig schlauer und wird die Lektüre sicher nicht bereuen.
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am 21. Juni 2010
hallo an alle
dieses buch kann man nur allen empfehlen
gut geschrieben man kann richtig" mitgehen"
es ist auch für absolut jedes alter verständlich,
mit großer u.wachsender begeisterung gelesen.
und auch hier wieder das wohl unvermeidliche lob an amazon(wie davor schon erwähnt)
schon beschrieben)
gruß sabine
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am 26. Februar 2011
Schade, wer dieses Buch noch nicht gelesen hat. Eine Pflichtlektüre für Schüler bis zu Bewohnern von Altenheimen. Wenn es auch andere Meinungen hierzu gibt, ist dies in Ordnung. Allerdings verstehe ich die dann nicht. Menschliche Gelassenheit auf die politische Bühne übertragen - zumindest im Rückblick. Wer die letzten Jahrzehnte politisch bewusst miterlebt hat, muss sich von diesem Buch mitgerissen fühlen. Außergewöhnlich wer so etwas beherrscht. Gratulation Herr Schmidt.
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am 30. Juli 2009
In der Helmut-Schmidt-Welle ist Außer Dienst" sicherlich die beste Publikation zu dieser herausragenden Persönlichkeit neuerer deutschen Geschichte. Es gab und gibt derzeit relativ viele Biographien deutscher Politiker, Fischer, Schröder und Wowereit, um einige zu nennen, von denen Außer Dienst" zweifelsohne die am besten lesbare und auch interessanteste ist. Der sprachliche Stil ist gut, das Buch lässt sich sehr gut lesen und zieht im wahrsten Sinne des Wortes Bilanz- was im Falle eines nicht mehr aktiven Politikers auch sinnvoll ist. Schmidt beschreibt bzw. lässt beschreiben, nichts wird beschönigt oder gerechtfertigt, sondern neutral dargestellt. Schmidts Stil spiegelt dabei Abstand und Bescheidenheit wieder, in dem er aufschreibt", was er glaubt politisch gelernt zu haben". Schade ist jedoch, dass es sich weniger um eine chronologische, als denn um eine thematische Abhandlung handelt. Der Leser muss sich also genau zurückerinnern, wann welche Situation war. Dies führt zu zeitlichen Sprüngen und irritiert genauso wie die Tatsache, dass Helmut Schmidt Themen der Jetztzeit kommentiert- dies ist sicherlich logisch, da er auf eigene Erfahrungen in der (politischen) Geschichte verweist, verwirrt jedoch zusätzlich, da dadurch Themen eher als Bereiche und heutiger Analyse dargestellt werden und nicht- wie man es bei einer Bilanz vermutet- als eher chronologisch aufgebauter Verlauf einer politischen Karriere. Dennoch sehr lesenswert!
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am 21. Januar 2013
Ein Buch, welches in seiner Aussagekraft und seiner Weisheit gerade in der jetzigen Zeit von Bedeutung ist. Helmut Schmidt bringt auf den Punkt, was wichtig ist und was Politiker gerda jetzt versäumen. Vor allem seine Warnungen vor einer Überschätzung deutscher Außenpolitik und dem Bestreben großkotziger Einmischung in eine Weltpolitik, von der unsere jetzige Führung überfordert scheint, sollten sich einige dieser Ignoranten mal zu Gemüte führen.
Ich fürchte nur, dazu fehlt ihnen die geistige Voraussetzung.
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am 15. Juli 2010
Zugegeben, mein politischer Freund war Helmut Schmidt in seiner aktiven Zeit als Politiker nicht. Und als Sozialminister würde ich mir auch heute keinen Helmut Schmidt wünschen. Doch als Fachmann für volkswirtschaftliche und geostrategische Fragen ist er eine Koryphäe.

Auch wer bisher möglicherweise dachte, die Zusammenhänge von Ökonomie und Demokratie durchschaut zu haben, wird eines Besseren belehrt: Der diskrete Charme der Demokratie wird in kaum einen anderen Buch so deutlich wie in diesem. Erst jüngst ist ein Horst Köhler an den ungeschriebenen Regeln der Politik im Amt als Bundespräsident verzweifelt und hernach gescheitert - für ihn gilt möglicher- und skurriler Weise die neue Gattungsbezeichnung "politikunfähig".

"Wer von der Geschichte nichts weiß, kann seine Gegenwart nicht verstehen", ist die immer wiederkehrende Hauptmaxime Schmidts Erkenntnis.

Denn das politische Geschäft besteht, wie Helmut Schmidt schreibt, aus einer "öffentlichen und einer veröffentlichen Meinung". Auch über diesen Unterschied schreibt der Kanzler a.D. Dezent plaudert er aus dem Bonner Nähkästchen: "Erich Honecker erregte mehrfach beinahe mein Mitleid."

"Demokratie", schrieb neulich der Journalist Christian Nürnberger im SZ-Magazin, "das ist ja nur ein Verfahren, den Kampf aller gegen alle gewaltfrei und nach Regeln zu organisieren." Treffender kann man das kaum schreiben - auch wenn Autor Schmidt das so nicht formulieren würde. Er sagt es auf seine Weise: "Demokratie ist Menschenwerk" - und damit fehlbar. Schmidt nimmt sich da nicht aus und reflektiert offen über eigenes Versagen.

In seinem Bild von Staat und Gesellschaft spielen vor allem "Netzwerke" (ja, Helmut Schmidt nennt die so) eine Rolle, die einen "ewgen Bund flechten". Die Freiheit von Amt und Aufgabe erlaubt es Schmidt auch, rücksichtslos abweichende Meinungen zu formulieren, wie etwa die: "Die politische Kultur der Demokratie, der Gewaltenteilung und des Rechtsstaates ist nur schwer zu verpflanzen." So weit zu den Bemühungen der USA als Weltpolizei.

Die für mich entscheidendste Erkenntnis dieses Buches ist die dezidierte Meinung Schmidts, dass unser "eigentliches außenpolitisches Feld (..) in Europa (liegt), nicht aber im Kaukasus, im Nahen und Mittleren Osten, nicht in Asien oder Afrika (...) Unser Feld sind unsere Nachbarn in Europa, mit denen wir in gutem Frieden leben wollen." Und: "Der islamische Terrorismus kann mit militärischen Mitteln kaum wirksam beendet werden."

Schon Voltaire ließ im Alter seinen Candide sagen "Il faut cultiver notre jardin." Denn: "(...) wo Menschen eng beieinander leben, ist eine gewisse Ordnung nötig."

Ein hochinteressantes Buch, vielleicht ein epochales Werk, auch wenn man nicht alle Einschätzungen teilen möchte. Doch zum Verständnis der Bundesrepublik Deutschland trägt es bei wie kein anderes. Schmidt ist denn auch wohl einer der letzten großen Politiker, denen das Amt eine vom Volk auf Zeit verliehene Aufgabe war. Ihm nimmt man ab, dass es ihm - bei aller narzisstischen Selbstdarstellung und kritischen Distanz zur christlichen Zusatzformel - mit seinem Amtseid ernst war:

"Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe."
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am 9. Oktober 2009
Ich habe diese Hör Buch zum Geburtstag für meine Mutter gekauft. Da meine Mutter (eine echte Hamburgerin) Helmut Schmidt und sein Lebensweg verfolgen konnte, wird Sie sich nun zum 75. Geburtstag sehr freuen. Ich habe dieses Hör Buch deshalb vor einem Buch vorgezogen, weil meine Mutter nach langer schwerer Krankheit, nicht mehr so lange lesen kann. Schade ist es nur, das Helmut Schmidt nicht selber spricht.
Für Menschen, die nicht mehr aus Gesundheitlichen Gründen, ein Buch lesen können, ist so ein Hör Buch viel besser. In diesem Sinne, Margret Rosemeyer
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am 19. September 2010
Dieses großartige Buch unterscheidet sich im wesentlichen von anderen Werken hochrangiger Politiker dadurch, daß es keinen autobiographischen Charakter besitzt. Helmut Schmidt, der letzte Kanzler, der sich einen Dreck um seine Popularität geschert hat, und stets das getan hat, was er für das deutsche Volk für am besten hielt, zeigt sehr nüchtern und eindrucksvoll auf, wie er Politik und Demokratie versteht, warum er wie gehandelt hat, warum er Fehler eingesteht, warum er nie an seinem Posten geklebt hat und wie er die heutige Situation der Welt sieht. Hier kommt ein erfahrener, weiser Mann mit einem tief verwurzelten Demokratieverständnis zu Wort. Zwar wirken seine Schilderungen hier und da vieleicht ein wenig oberlehrerhaft, aber dies gesteht man einem Mann mit dem Wissen und der Bildung eines Helmut Schmidt gerne schmunzelnd zu. Ich persönlich glaube, daß die Geradlinigkeit, machmal auch Trotzigkeit und die hanseatische Coolness dieses Ex-Kanzlers - obwohl man ihm seinerzeit einen Strick aus dem von ihm protegierten Nato-Doppelbeschluß gedreht hat - einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung des Friedens in Europa beigetragen haben. Ich bin fasziniert von diesem Mann und dieses Buch gibt sehr anschaulich seine Denkweise, nicht aber seine Lebensgeschichte wider. Kaufempfehlung an alle politisch Interessierten!
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am 17. Februar 2013
Dieses Buch ist sehr gut geschrieben und sehr interresant. Es informiert über sehr interesante Dinge und Zeitabläufe.Es ist sehr gut zu lesen.
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