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am 26. September 2009
Eine der bemerkenswertesten Sachbuchreihen für Jugendliche ist die Reihe "50 Klassiker" des Gerstenberg-Verlages aus Hildesheim. Im vorliegenden, von Barbara Sichtermann geschriebenen Band werden 50 berühmte Schriftstellerinnen von Madame La Fayette bis hin zu Ingeborg Bachmann vorgestellt.

Auf jeweils fünf Seiten, die mit historischen Originalbildern illustriert sind, beschreibt Barbara Sichtermann das Leben und an ausgewählten Beispielen das Werk der jeweiligen Schriftstellerin, wobei natürlich nicht die sozialgeschichtliche und literaturgeschichtliche Einordnung fehlt.

Auf einer abschließenden, farblich anders gestalteten Seite, werden wie in einem Lexikon noch einmal die wichtigsten Daten aus Leben und Werk zusammengefasst, Empfehlungen zur Lektüre aus dem Oeuvre der jeweiligen Schriftstellerin gegeben, es gibt Hinweise auf weiterführenden Sekundärliteratur und auf Verfilmungen.

"Auf den Punkt gebracht" ist eine alles abschließende kurze Rubrik, in der Barbara Sichtermann versucht, mit wenigen Sätzen die Charakteristik von Werk und Persönlichkeit der jeweiligen Schriftstellerin zusammenzufassen.

Ein sehr empfehlenswertes Buch auch für Erwachsene und Literaturfreunde.
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am 27. Oktober 2013
Hervorragend! Zum Stöbern ebenso wie zum Nachschlagen und schnellen Informieren über eine bestimmte Schriftstellerin.
Gut recherchiert mit allem historischem Hintergrund, flüssig geschrieben, einfühlsam bebildert. Übrigens auch eine wunderbare Geschenkidee.
Man könnte sich vorstellen, dass ein weiterer Band folgt, der Stellung nimmt zu den zeitgenössischen schreibenden Frauen.
Brigitte Hutz
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Die Reihe "50 Klassiker" aus dem Gerstenberg Verlag verfolgt konsequent ein Bildungskonzept, das mich überzeugt. Kluge Auswahl der Personen oder Objekte, umfangreiches und oft überraschendes Bildmaterial, schönes Layout, nützliche Hinweise auf weiterführende Informationen, Register und verständlich formulierte Texte. Selbst den Preis finde ich angesichts der gebotenen Leistung überzeugend.

Beim Band über Schriftstellerinnen war ich besonders gespannt darauf, wen der Verlag als Autorin auswählen würde. Denn innerhalb der Gender-Bewegung gibt es eine Fraktion, die mich stark an längst überholte Zeiten der "Frauen sind die bessere Menschen-Ideologie" erinnert. Umso glücklicher war ich, als ich auf dem Umschlag den Namen von Barbara Sichtermann sah. Denn obwohl die deutsche Publizistin und Schriftstellerin zu den bekannten Intellektuellen der 68-Generation gehörte und wichtige Texte zur Emanzipation und Frauenbewegung veröffentliche, ist sie keine Dogmatikerin. Das wird im sechsseitigen Vorwort auch den Leserinnen und Lesern sofort klar, die Barbara Sichtmann nicht kennen. In nüchterner Art weist sie auf die Schwierigkeiten hin, mit denen schreibende Frauen bis vor wenigen Jahrzehnten konfrontiert waren. Es fehlte den Frauen nicht an Talent, sondern an gesellschaftlicher Akzeptanz des weiblichen Schreibens und oft an fehlender Unterstützung durch ihre männlichen Lebenspartner. Aber da Barbara Sichtmann dumme Geschlechterkämpfe vermeidet, weist sie auch auf die Beispiele hin, in denen es Männer waren, die schreibenden Frauen den Weg ebneten. Hätte Margarete Mitchells Mann nicht gesagt "Nun schreib mal selbst!", gäbe es "Vom Winde verweht" nicht. Und selbstverständlich war es früher von entscheidender Bedeutung, ob ein Mädchen oder eine junge Frau sich in der Bibliothek ihrer Eltern bedienen durfte.

Bei der Auswahl der 50 Autorinnen richtete Barbara Sichtermann ihren Fokus auf Pionierinnen. Auch wenn dies einige Leserinnen bedauern mögen, scheint mir diese Eingrenzung richtig. Denn so lässt sich nachverfolgen, wie die Wände langsam poröser, die Hürden niedriger und die Anerkennung größer wurden. Richtig finde ich auch, dass in diesem Buch erstaunlich viele Männer zu einem Auftritt kommen. Das entspannt nicht nur die Diskussion, sondern widerspiegelt auch die Haltung von Barbara Sichtermann, dass den vorgestellten Werken nur gerecht werden kann, wer ihre Entstehung im dynamischen, alles andere als konfliktfreien Wechselspiel zwischen Mann und Frau betrachten kann.

Wie ungemein aufwändig das Schreiben und Produzieren eines solchen Bildungsbuches ist, weiß wohl nur, wer schon selber mit einer solchen Arbeit konfrontiert war. Soll der Leserschaft mehr als nur das übliche Bildmaterial geboten werden, braucht es für das Einholen der Bildrechte fast ebenso viel Zeit wie für das Recherchieren. Und weil dieser Aufwand in diesem Fall geleistet wurde, sehen wir auch Bilder aus der Kino- und Theaterwelt, aus Chroniken und alten Geschichtswerken, aus Kunst- und Modekatalogen und schwer zugänglichen Archiven.
Beispielhaft ist auch immer die erste Seite jeder Autorinnenvorstellung. Zwei Textspalten sind reserviert für das Leben und Werk, die dritte für Empfehlungen, was lesenwert, sehenswert oder besuchenswert ist. Und ganz zum Schluss gibt es die Rubrik "Auf den Punkt gebracht", in der tatsächlich in zwei, drei Sätzen das Wesentliche herausgearbeitet wird.

Mein Fazit: Wer zu Thema schreibende Frauen mehr als nur Platitüden von sich geben will, muss dieses Buch kaufen, betrachten und lesen. Barbara Sichtermann ist es gelungen, ganz unterschiedliche Aspekte des Themas so miteinander zu verbinden, dass es zum Schluss immer ein anschauliches, informatives und spannendes Portrait ergibt.
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am 6. Mai 2010
Ich bin begeistert von so viel Wissen und guter Recherche. Ich bin ebenso begeistert von so viel Mühe und Liebe zum Detail! Dieser Band ist gespickt mit Schriftstellerinnen aus diversen Jahrhunderten. Stets reich bebildert und mit der dazugehörigen Datierung, wann und von wem das Bild aufgenommen, portraitiert oder gezeichnet wurde. Auch die Ehemänner, Gönner oder andere wichtige Personen an der Seite der Schriftstellerinnen werden portraitiert. So entsteht eine familiäre Atmosphäre, man taucht ganz tief ein in das Leben zu dieser Zeit, lernt die Frauen kennen, ihr Leben, ihre Beweggründe zum Schreiben, ihr Lebenswerk. In vielen kleinen Essays werden die Schriftstellerinnen vorgestellt, dann folgt eine Kurzbiografie, wo das Wichtigste zusammengefasst wird, auf einen Blick, sozusagen, Daten und Fakten. Dazu gibt es immer Empfehlungen zu fünf ausgesuchten Werken, Lesenswertes, Hörenswertes, aber auch Intereressantes, wo vielleicht Museen oder Geburtshäuser stehen oder Besonderheiten, die mit der Schriftstellerin zu tun haben.

Es beginnt 1634 und endet 1999. Die schreibenden Epochen sind sehr interessant. Traurig oft die Umstände der Selbstverwirklichung. Ablehnung, Tragik, Dramatik - im Leben der damaligen Schriftstellerinnen gab es keine wirkliche Linie, der sie folgen konnten. Auf sich allein gestellt, nur selten Gönner vorfindend, mussten sie im stillen Kämmerlein schreiben oder sich verhöhnen lassen. Was war es für eine Schande als Frau zu schreiben. Die Familienehre wurde dadurch besudelt, der Stand einer Ehe herabgesetzt und so weiter. Und immer wieder die Tatsache, dass viele Frauen sich umbrachten, gar nicht alt wurden. Und die, die weiterlebten, haben oft unter männlichem Pseudonym geschrieben. Liebe, Sex und Erotik nehmen nicht selten einen hohen Stellenwert ein und missglückte Ehen werden über das Schreiben verarbeitet. Wunderschön zu lesen dann die Biografien, wo die Männer nicht nur Gönner waren, sondern ihre Frauen unterstützen, lobten, sie für fähig hielten, sogar stolz auf sie waren. Ebenso schön die verblüfften Gesichter als herauskam, welche drei berühmten Schwestern als Männer bekannt waren und vor dem Verlagsleiter plötzlich drei Frauen sitzen, die behaupten, von ihnen wären diese Romane. Sehr unterhaltsam, interessant und auch (weiter)bildend ist dieser Band. Interessant auch die verschiedenen Schriftstellertypen. Manche sind Vielschreiberinnen gewesen, andere schrieben nur hin und wieder. Dann die Unterschiede zwischen Lyrik und Prosa. So unteschiedlich die Jahrhunderte, so unterschiedlich die Frauen, die in ihnen schrieben. Hervorragend auch die Auswahl. Man hat das Gefühl, wirklich alle wichtigen und namhaften Schriftstellerinnen kennenzulernen und keine kleine Auswahl!
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