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am 31. August 2017
Bei diesem Buch handelt es sich um eine absolut miserable Übersetzung des Buchs „Visible Learning" von John Hattie.

Das Buch ansich ist eine wertvolle Quelle für alle, die sich mit Lehren und Lernen befassen (Lehrer, Pädagogen, Seminarleiter,...). Zum Inhalt ist von anderen Rezensenten bereits genug gesagt worden - hierfür würde ich fünf Sterne geben.

Ich möchte an dieser Stelle jedem, der des Englischen ausreichend mächtig ist, ans Herz legen, sich die englische Originalfassung zuzulegen. Dies spart einem jede Menge grauenhaft zusammengezimmerter "Schachtelsätze", die ein flüssiges Lesen extrem behindern. Beywl und Zierer geben sich sicher alle Mühe und der Einführungsteil (der so nur in der deutschen Fassung existiert) gibt einige interessante Hinweise. Allerdings reicht dies bei Weitem nicht aus, um über die Vergewaltigung des Originaltextes hinwegzutrösten. Für die Übersetzung kann ich daher nur einen Stern vergeben.
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am 7. August 2013
Um eines gleich vorwegzuschicken: Bei Hatties Studie handelt es sich weder um ein Handbuch zur Unterrichtsplanung noch um einen Ratgeber zur altbekannten Frage "Was ist guter Unterricht?". Wer praxisnahe Anregungen sucht, wird das Buch wahrscheinlich rasch entnervt zur Seite legen, denn im Wesentlichen besteht es aus knapp kommentierten Statistiken. Dennoch wird dieses Buch mit hoher Wahrscheinlichkeit die Didaktik und die Bildungspoltik auf Jahre hinweg beeinflussen, und allein das sollte für jeden Interessierten ein Grund sein, die Studie zur Kenntnis zu nehmen.
Die schiere Datenmenge dieser Meta-Metaanalyse ist auf den ersten Blick erschlagend. Zugleich legt in dieser Menge auch ein großes Problem: Eine Reihe von Rechenfehlern wurde Hattie bereits nachgewiesen, auch minderwertige Studien wurden in ofenbar großer Zahl verwendet, Hatties Studie unterscheidet nur selten zwischen verschiedenen Schulformen und Alterstufen der Schüler und die überwiegende Zahl der Metaanalysen stammt aus dem anglo-amerikanschen Bereich mit einem deutlichen Übergewicht Neuseelands, was die Übertragbarkeit auf deutsche Verhältnisse erschwert. Insgesamt führt dies dazu, dass aus der Studie praxisnahe "Rezepte" kaum abgeleitet werden können, was aber auch ncht Hatties Anliegen war: Es ging vielmehr darum, die bsherige oft ideologisch geführte Diskussion über Unterricht auf eine empirsche Basis zu stellen, und dies ist Hattie zweifellos gelungen. Der Preis dieses Blicks aus der Vogelperspektive ist, dass die gewonnenen Daten sich einer leichten Herstellung von Kausalitäten weitgehend entziehen. Dies sei an einem bislang in der öffentlichen Diskussion wenig beachteten Beispiel verdeutlicht: Laut Hattie gehört die Fachkompetenz des Lehrers zu den schwächsten Faktoren für gelingendes Lernen (Platz 125 von 138). Dies wird vermutlich jeden Praktiker überraschen, zumindest war dies beim Rezensenten der Fall. Hattie ist bei der Beschreibung der Ursachen hierfür sehr vorsichtig (S.136f.), wägt verschiedene Gründe ab, weist auf die insgesamt recht schmale Datenbasis in diesem Bereich hin usw. Diese Vorsicht bei der Auswertung ist einersets ein Zeichen für Hatties wissenschaftliche Redlichkeit, macht andererseits aber auch deutlich, dass die Studie erst den Beginn und nicht den Abschluss einer Diskussion bilden kann.
Trotz des ofensichtlich geringen Praxisbezugs ist es nach Meinung des Rezensenten wichtig, dass möglich viele Lehrer das Buch gelesen haben, allein ddeshalb, weil derzeit buchstäblich jeder sich auf Hattie beruft, wobei oft fraglich ist, ob dieser überhaupt gelesen wurde. Dies kann an einigen populären Verkürzungen der Studie erläutert werden:
1. Hausaufgaben bringen nichts! (vgl. S.276)
Wer das behauptet, hat Hattie erkennbar nicht gelesen: Zwar nehmen Hausaufgaben im Ranking tatsächlich nur Platz 88 ein, doch differenziert Hattie anschließend deutlich: In Mathematik bringen Hausaugaben mehr als in anderen Fächern, insgesamt steigt die Bedeutung von Hausaufgaben mit dem Alter der Lernenden, bis sie auf High-School-Niveau sogar zu den starken ("Gewünschten") Faktoren gezählt werden können. Damit Schüler dies aber leisten können, ist ein Einüben häuslicher Arbeit auch bei jüngeren Schülern laut Hattie sinnvoll.
2. Die Klassengröße ist unwichtig! (S.102ff.)
Auch diese Schlussfolgerung ist sicherlich oberflächlich. Zwar rangiert die Klassengröße im Ranking weit hinten (Platz 106), doch ist damit auch nach Hattie nicht ausgeschlossen, dass die Verkleinerung von Klassen starke Effekte auslösen kann. Hatties Schlussfolgerung ist vielmehr, dass eine bloße Verkleinerung der Lerngruppengrößen ohne weitere Veränderungen auf Seiten des Unterrichts usw. nichts bringt. Da absehbar ist, dass Finanzpolitiker der Länder sich ausgiebig auf Hattie berufen werden, ist es vielleicht nicht ganz unwichtig, dies entsprechend kontern zu können.
3. Offene Lernformen taugen nichts! (z.B.S.105f.)
Abgesehen davon, dass bei Hattie vollkommen unklar bleibt, was dieser genau darunter versteht, ist auch diese Behauptung zumindest eine Verkürzung, denn einige der stärksten Effekte der Studie lassen sich eigentlich nur durch solche Lernformen realisieren. Hatties Credo "Auf den Lehrer kommt es an!" ist ausdrücklch nicht als Freibrief für den Lehrervortrag zu verstehen. Hattie hat vielmehr ein sehr anspruchsvolles Lehrerbild: Dieser verfügt selbstverständlich über ein breites Repertoire von Methoden, die er situationsangemessen einsetzt.

Diese Beispiele ließen sich noch nahezu beliebig ergänzen: Einfache Rezepte lassen sich aus Hattie einfach nicht ableiten. Es bleibt abzuwarten, ob die demnächst auch auf Deutsch erscheinende "Lehrerausgabe" in puncto Praxisbezug mehr bietet. Trotz dieser sicherlich vorhandenen Einschränkungen in den Bereichen Praxistauglichkeit, teilweise auch Nachvollziehbarkeit für den deutschen Lehrer sowie in bestimmten Bereichen auch die Validität der zugrundelegenden Daten ist die Hattie-Studie immer noch mehr als eine bloße Fleißarbeit und bestimmt keine "Phrasendreschmaschine". Sie wird vielmehr die Diskussion der kommenden Jahre prägen. Allein dafür scheinen dem Rezensenten fünf Sterne angemessen.
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am 31. Juli 2013
Als fast fertiger Referendar hielt ich es auch aufgrund des medialen Aufschreis für wichtig, dieses Werk selbst zu lesen - spätestens nach der Konfrontation mit Artikeln über eben dieses Buch im Seminar. Die gängigsten Aussagen der Artikel waren in etwa "die neue Bibel für Lehrer", "der Lehrer ist das wichtigste beim Lehren", "offener Unterricht und Hausaufgaben bringen nichts" um nur einige wenige Aussagen zu nennen, die sich im Übrigen auch mit den hier vorgestellten 5-Sterne-Rezensionen decken - und von dem Faktor Klassengröße einmal ganz zu schweigen.

Beim Lesen der Rezensionen überkam es mich, sodass ich es dringend für nötig hielt, selbst eine zu schreiben, denn viele scheinen das Buch nur überflogen zu haben bzw. sehen es als angebracht, einfach mal auf einer schönen Welle mitzusurfen. Zugegeben, Hatties Buch ist auch ein ganz schöner Schinken... das dauert ein Weilchen... und wer hier davon spricht, das Buch ließe sich leicht lesen, man solle es gar verschenken, da der Inhalt doch so kinderleicht (bei Kindern) anzuwenden sei, der hat dieses Buch einfach schlichtweg nicht (genau) gelesen.

Hattie gibt keine konkreten Empfehlungen in seinem Buch; und wenn, dann muss man sie zwischen den Zeilen lesen. Aber seine Intention ist es ja auch gewesen, sämtliche Metaanalysen zu einer Analyse zusammenzufassen. Bedenkt man, dass die Analysen Zusammenfassungen von anderen Zusammenfassungen sind, das außerdem sämtliche ausgewiesenen Effektstärken wiederum gemittelt sind, so sollte man doch mit Bedacht an die Aussagekraft der einzelnen Effektstärken herangehen (unabhängig davon beängstigt mich bei diesem Jonglieren von Zahlen, dass Hattie in der Originalausgabe scheinbar offensichtliche Rechenfehler gemacht hat, wie hier in einer anderen Rezension zu lesen ist). Denken wir auch alle nochmal an die altbekannte Formulierung "Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast". Es geht nicht darum, irgendjemanden etwas zu unterstellen, man sollte nur als Leser sensibel für bestimmte Zahlenwerte sein und erkennen, dass die kleinste Änderung das von Hattie aufgestellte Ranking auch wieder schnell verändern könnte (dies sei nur erwähnt, da oft von den TOP5 der besten oder schlechtesten Faktoren gesprochen wird). Darum geht es Hattie aber (hoffentlich) nicht, sondern es geht um ein allgemeines Verständnis, wie Schule und Lernen und Lehren funktionieren KANN - das ist aber den meisten meiner Kollegen auch vor diesem Buch schon klar gewesen - dieses auch umzusetzen, steht nochmal auf einem ganz anderen Blatt. Desto mehr kann ich mich über Möchtegern-Pädagogen aufregen, die dieses Werk als das Allheilmittel ausrufen, das wir Lehrer doch bloß lesen sollten, damit wir endlich guten Unterricht machen.

Wer also hofft, dass dieses Werk "Einzug in alle Klassenzimmer" erhält, sollte seine Ausführungen konkretisieren:
Einige Beispiele:
Der nichts bringende "Offener Unterricht":
Im Buch wird überhaupt nicht dargestellt, was mit „offenem Unterricht“ gemeint ist oder in den vermeintlichen Studien gemeint war. Ist es eine organisatorische Öffnung, eine Öffnung bezüglich des Lernmaterials oder beispielsweise der Beteiligung und Mitbestimmung am Unterricht? Lediglich am Ende wird erwähnt, dass Teamteaching oder ein offener Raum (unabhängig davon, dass nicht klar ist, was mit einem offenen Raum gemeint ist) keinen großen Effekt auf die "Outcomes" haben. Grundsätzlich wird dieser Abschnitt im Buch mit einer knappen Seite vergleichsweise stiefmütterlich behandelt. Hieraus ein Fazit zu ziehen, offener Unterricht hätte keinen außergewöhnlichen Effekt (wie es in vielen Berichten über Hatties Buch getan wird) ist geradezu lächerlich. Nebenbei bemerkt: Im späteren Verlauf wird der Faktor "Teamteaching" eigenständig betrachtet, degradiert mit einer kleinen Effektstärke und anschließend aber darauf hingewiesen, dass dieser Punkt eigentlich völlig unerforscht ist und es an aussagekräftigen Studien fehle - da frage ich mich: warum muss man dann hier dennoch eine (schlechte) Effektstärke ausweisen - vielleicht lässt man es einfach mal...
Ähnlich weitläufig verhält es sich im Übrigen mit der Klassengröße: Der Fakt an sich hat vermutlich tatsächlich eher weniger Auswirkung auf die Outcomes (Begründung: Ein Lehrer ändert seine Lehrstrategien nicht in Abhängigkeit von der Klassengröße bzw. das ist eben nicht untersucht) nur können durch bestimmte Veränderungen (z.B. der Klassengröße) wieder andere Effekte stärker sein, die wiederum auch die Outcomes beeinflussen (z.B. bessere Arbeitsbedingungen). Im Buch wird dabei von einer Reduzierung von 25 auf 15 SuS ausgegangen.
Was ist aber mit den Klassengrößen hier in Deutschland, die im Schnitt über die 30 hinaus gehen?? Hieran denkt keiner, wenn er danach schreit, er habe es doch immer gewusst, dass die Verkleinerung der Klassengröße nichts bringe.
Hattie selbst ist überrascht von seiner Effektstärke d=xyz, er räumt aber ein, dass kleine Klassen durchaus einen Effekt auf das Arbeitsverhalten besitzen können, was wiederum die "Outcomes" positiv beeinflusst..... (AHA!!!).
Ein weiteres Beispiel:
Was ist der Unterschied zwischen problemlösenden (d=0,61) und problembasierten Lernen (d=0,19)? Diese Frage lässt sich durch Hatties Buchs nicht klären, wäre aber doch bei diesem Effekt-Unterschied äußerst wichtig, da das Buch doch meine neue Bibel für guten Unterricht ist. Ggf. sind es Übersetzungsfehler; die Frage ist vor allem auch, wie diese Begriffe in den einzelnen Metaanalysen bzw. Studien definiert gewesen sind. Letztlich ist mit Bezug auf die Übersetzung und die länderspezifischen Unterschiede besondere Vorsicht zu walten, wenn es um Faktoren geht, die nicht eindeutig sind.

Im Übrigen werden diese und andere Lern/Lehrstrategien nicht im geringsten erklärt (was aber auch nicht der Wille des Buches ist).
Dieses Buch aber dennoch als "beste Lektüre" für erfolgreichen Unterricht auszupreisen, ist genauso lächerlich wie die Behauptung, "es ist für jeden etwas dabei".

Sicherlich ist dieses Werk sehr bewundernswert: Es enthält einen riesigen Pool an Erkenntnissen aus Studien... wobei auch diese im Übrigen im Schnitt 20 Jahre alt sind. Strukturen/Schüler ändern sich, gerade durch den heutigen Medienkonsum.
...dennoch möchte ich hier ganz deutlich hervorheben: Bevor man jubelnde Kommentare über eben dieses Werk verfasst, sollte man es vollständig gelesen, auf seine Sinnhaftigkeit überprüft und genauestens analysiert haben (also eine Analyse von der Analyse der Analyse -> merken Sie etwas ???).

Es ist ein gutes Werk, das jedoch mit Vorsicht gelesen und vor allem differenziert interpretiert werden sollte!!!
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am 30. April 2013
Was ist diskutiert worden über kleinere Klassen und über offenen Unterricht. Viel Geld und Herzblut und auch politisches und pädagogisches Engagement sind geflossen in unzählige Projekte. Der Unterricht in unseren Schulen heute sieht vollkommen anders aus als noch vor etwa zwei Jahrzehnten. Und doch hat man das Gefühl, als habe sich nicht viel Wesentliches geändert.

Der schon seit einiger Zeit unter den Fachleuten unter der Hand gehandelte australische Bildungsforscher John Hattie hält dies alles für Humbug. Entscheidend für guten Unterricht, der auch die bildungsfernen Kinder erfolgreich erreicht, sei, so Hattie, der Lehrer und die Lehrerin. In seinem nun endlich auch auf Deutsch erschienenen Buch „Lernen sichtbar machen“ (im Original ‚visible learning’, was man eher übersetzen könnte mit ‚sichtbare Lernprozesse’) hat er versucht, die wichtigste Frage der Bildungsforschung unfassend zu beantworten. Er hat dafür sämtliche englischsprachigen Studien weltweit in einer großen Synthese der empirischen Unterrichtsforschung zusammengeführt. Aus diesen 800 Metaanalysen hat er eine Datenbasis erstellt, in die mehr als 50 000 Einzeluntersuchungen mit mehr als 250 Millionen beteiligten Schülern eingeflossen sind.

Fast 15 Jahre hat er für diese Arbeit gebraucht und seine Ergebnisse werden besonders unter Lehrern und ihren Verbänden kontrovers diskutiert werden. Hattie sagt: „Wir diskutieren leidenschaftlich über die äußeren Strukturen von Schule und Unterricht. Sie rangieren aber ganz unten in der Tabelle und sind, was das Lernen angeht, unwichtig.“ Ihm geht es um messbare Evidenz. Und alle seine Daten zeigen klar, dass sich die Unterschiede im Lernzuwachs nicht zwischen Schulen zeigen, sondern zwischen einzelnen Klassen, also zwischen einzelnen Lehrern. Was Schüler lernen, überall auf der Welt, bestimmt die einzelne Lehrperson.

Gegen alle Versuche der Politik, gegen alle Einwände der Lehrerschaft selbst: auf den guten Lehrer kommt es an und nicht auf besonders ausgefeilte Methodendebatten. Hattie ist dieser Methodenstreit zuwider. Jeder Lehrer sollte ein breit gefächertes Repertoire haben an verschiedenen Stilen und Methoden, die er je nach Klasse einsetzt und „evidenzbasiert“ auswertet und auch mal verwirft.

Die Debatte um diese Forschungsergebnisse wird bald beginnen, denn ihre Folgerungen werden vielen nicht gefallen. Die Nichtrelevanz des offenen Unterrichts kränkt die Reformpädagogen, die des Sitzenbleibens die Traditionalisten. Wichtig für die Lehrerverbände und die Ausbildung: wenn es auf gute Lehrer ankommt, muss es auch schlechte geben, die besser werden oder ihren Beruf ändern müssen.

Bei aller nötigen Kritik im Einzelnen (so sind etwa die von Hattie vernachlässigten Hausaufgaben manchmal sinnvoll): er hat nachgewiesen, dass der Lehrer/die Lehrerin wieder in den Mittelpunkt allen Redens und Entscheidens über die Schule gehört. Der Lehrer ist hauptverantwortlich dafür, was Schüler lernen. Ob die Schule besser wird, liegt an ihm.

Wer nun anfängt zu jammern über diese große Verantwortung, dem sei gesagt, dass sie seit Urzeiten zum Lehrberuf dazu gehört. In dieser Verantwortung liegt die Essenz, und nicht in der Verbeamtung. So oder so: die Forschungen Hatties haben dem Lehrer seine Würde wieder gegeben.
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am 19. März 2016
Hatties grosses Verdienst ist die Auswertung und Sichtung von Unmengen an Daten. Allerdings haben diese ihren Ursprung vor allem im angelsächsischen Bereich, so dass ihre Übertragung auf das deutschsprachige Gebiet nur mit Vorbehalten möglich ist. Verschiedene Schulsysteme können, müssen aber nicht die gleichen Stärken, Schwächen und Zusammenhänge aufweisen.
Die Pfeilanzeigen, siehe Titelbild, geben auf einen Blick an, wie gross die Wirkung des untersuchten Bereichs ist. Dann folgen ein paar Seiten genauerer Erläuterungen. Diese tragen häufig, aber durchaus nicht immer, zur Klärung bei.
In der Zwischenzeit sind Nachfolgeausgaben auf dem Markt, die die Information kompakter bringen, z.B. "Hattie für gestresste Lehrer".
Fazit: Hattie bringt eine Fülle von Gedanken, die neue Impulse für das Schulsystem geben können. Wie weit die einzelnen Anregungen für ein grundsätzlich anderes Schulsystem relevant sind, bleibt jedoch offen.
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am 18. August 2014
Die Hattie-Studie ist ja inzwischen in aller (Lehrer)-Munde. Muss man gelesen haben.
Absolute Pflichtlektüre für altgediente Hasen und Starter im Lehrberuf.
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am 28. Juli 2013
Hatties These: «Die meisten Lehrer tun so, als würden sie den Schüler etwas beibringen, die Schüler tun dafür so, als würden sie etwas lernen.» Beiden Gruppen gefällt es, in Ruhe gelassen zu werden. Hattie stützt seine Thesen auf die Auswertung von Metaanlysen. Er glaubt, dass mit Verbesserungen des Lehrerverhaltens die Schüler zu viel höherer Lernleistung angeleitet werden könnten. Wie das genau gehen soll, bleibt aber etwas nebulös.
Die sorgfältige Übersetzung ist besser als das englische Original. Insbesondere der ca. 200 mal wiederholte Fehler bei der Berechnung des CLE (Commen language Effect, einer zentralen Messgrösse bei Hattie) wurde eliminiert. Hattie fehlt offensichtlich jegliches Verständnis für Statistik, anders kann ich mir diesen Fehler im Original nicht erklären. Aber anders hätte er wahrscheinlich auch nicht den Mut gehabt, diese wertvolle statistische Kompilation zusammenzutragen.
Einen etwas schalen Beigeschmack hinterlässt es, dass die Übersetzer, trotz der offensichtlichen Rechenschwäche von Hattie, darauf verzichteten, die anderen Grössen wenigsten Stichprobeweise nachzuprüfen.
Bei aller Begeisterung über die Offenbarung in diesem Buch darf man nicht vergessen, dass das Zusammenrechnen von fehlerhaften Studien nichts beweist. So ist mir gut bekannt, dass zum Einsatz der Informatik oder Spielen (Schach) durchaus die berechtigte Kritik angebracht wurde, dass die positiven Ergebnisse allein durch unsorgfältige Studien zustande kommen. Dabei kommt diese Kritik nicht von Leuten, die etwas gegen Informatik oder Schach im Unterricht haben, sondern von solchen wie Fernand Gobet, selbst Schachspieler und Prof. an der Brunel University oder Prof. Mendelsohn, als ich dort studierte, Leiter des Bereichs TECFA (Technik und Ausbildung) der Universität Genf. Beides Forscher, die an anderslautenden Ergebnissen eigentlich ein hohes Interesse hätten. So ist denn auch sehr auffällig, dass nicht kontroverse Faktoren wie der Einsatz von Lerntechniken hohe Faktorstärke aufweisen, kontroversere Themen, wie Hausaufgaben, um als Beispiel noch das harmloseste zu nennen, aber tiefe Werte. Hier scheinen mir sowohl Hattie als auch die Übersetzer etwas blauäugig zu sein.
Die Kompilation von Hattie ist nicht vollständig. So fehlen alle Forschungen, die nicht auf Meta-Analysen bauen, so etwa die der Hambuger Prof. Langer, Schulz v. Thun und Tausch zum Hamburger Verständlichkeitsmodell. Oder noch erstaunlicher, die im deutschen Sprachraum wenig bekannte Cognitive Load Theory von Sweller. Dieser wird aber wenigstens bei den Literaturangaben erwähnt.
Das Wertvollste am Buch, scheinen mir die Analysen von Hattie. Die Bedeutung, die er der Lehrer-Schüler-Beziehung und dem Feedback zwischen Lehrer und Schüler beimisst. Diese decken sich eigentlich weitgehend mit denjenigen von Tausch und Tausch in ihrem Standardwerk Erziehungspsychologie aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Tausch sprach damals vom Einfühlenden nicht-wertenden Verstehens des Lehrers, womit er das Verständnis der Lehrers der inneren Welt des Schülers meinte. Dies als Grundvoraussetzung, um diesen mit fördernder nicht-dirigierender Enzeltätigkeit vorwärts zu bringen. Viele der von Tausch und Tausch erwähnten Einzeltätigkeiten erscheinen bei Hattie bei den stärksten förderlichen Faktoren auf.
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am 2. Januar 2014
Natürlich ist es schön und wertvoll, wenn jemand sich die Mühe macht, eine große Zahl von Studien zusammen zu fassen -
ABER:
1. Es sind weitgehend Studien aus dem englischen Sprachraum, also schon auf Grund des Schulsystems nicht ohne Weiteres übertragbar.
2. Vor der Übertragung in andere Schulen muss man sich bei jedem einzelnen Item darüber verständigen, was darunter zu verstehen ist; die rein sprachliche Übersetzung reicht nicht aus.
3. Bitte nicht als Katalog verwenden, nach der Rangliste die wirksamsten Items auswählen und denken, dass jetzt der Unterricht perfekt wird - SONDERN: sorgfältig die Kommentare des Verfassers lesen und das eigene Gehirn einschalten, denn vieles steht zwischen den Zeilen.
Und dann die Übersetzung:
Ich habe beim Lesen das Gefühl, als ob ein englisches Buch fast wörtlich übersetzt wurde. Eine Angleichung an die deutsche Diktion hat weitgehend nicht statt gefunden und so darf man ganz viele Substantive lesen. Fürchterlich!
Vielleicht ist Hatties 2. Buch die bessere Wahl: Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen: Überarbeitete deutschsprachige Ausgabe von "Visible Learning for Teachers". Zumindest die Zusammenfassung von Dieter Höfer und Ulrich Steffens (erreichber über die Homepage visible-learning.org) lässt das hoffen.
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am 30. April 2013
Ich hatte das Glück, den Vortrag von John Hattie anlässlich dieser Veröffentlichung an der Uni Oldenburg zu hören und war davon so fasziniert, dass ich mir dieses Buch sofort kaufen musste.

Meiner Meinung nach ein absolutes Muss für alle Lehrpersonen. Hattie legt dar, welche Parameter den meisten Einfluss auf den Lernerfolg haben - woran man sich als Lehrender in seinem Handeln und Unterricht orientieren kann. Gestützt werden seine Aussagen durch die Untersuchung von 50.000 (!) Einzelstudien. Wenn das mal nicht wissenschaftlich fundiert ist...!

Das Buch ist sehr gut strukturiert und lesbar,und allemal 5 Sterne wert.
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am 1. Juni 2014
Hattie ist gehyped und das in erster Linie wegen seinen darstellerischen Fähigkeiten. Wirklich exaktes Arbeiten scheint nicht seine Stärke zu sein. Hatte ist eher der kreative, der alle möglichen Studien zusammenträgt. Die 136 untersuchten Variablen (Bereiche) werden ziemlich knapp beleuchtet. Ob man da wirklich etwas fundamentales für die Praxis mitnehmen kann sei mal dahingestellt. Vielmehr ist Hattie auf ein paar Schlagworte zu reduzieren die inzwischen mantrahaft wiederholt werden "Visible Learning - Lernen sichtbar machen" oder eben die "direkte Instruktion".
Zu beachten ist, dass sich die Hatte-Studie (die eigentlich nur mehrere Meta-Studien zusammenfasst) sich auf den englischsprachigen Raum bezieht in denen andere Bedingungen hinsichtlich der Ausstatung aber insbesondere der Lehrerbildung (in Neuseeland, Australien etc. gibt es keine praktische Phase der Ausbildung, also kein Referendariat) herrschen sind die Ergebnisse nicht so einfach übertragbar. Das stört hier allerdings kaum einen und so wird Hattie immer beliebter. Aber es hat inzwischen eine gewisse Kontinuität alle paar Jahre eine neue "Gottheit" anzubeten ob Klipperts Methoden oder der jetzt beliebte Kompetenzbegriff...

Zur Methodik dieser Metastudie will ich mich nicht groß äußern, aber die von ihm untersuchten Bereiche z.B. "Methoden" oder "kooperatives Lernen" sind sehr pauschal, insbesondere wenn man bedenkt dass die einzelnen Studien und Metastudien auf die er sich beruft komplett andere Konzepte und Definitionen (aus der Praxis der jeweiligen Lehrkräfte und Schulsysteme) verwendet. Ob da eine Verallgemeinerung sinnvoll ist halte ich für fragwürdig. So werden auch viele "moderne" Ansätze verworfen. Manchmal wäre vielleicht weniger doch mehr.
Dennoch kommt man als Pädagoge kaum um dieses Buch herum, auch weil Eltern und Kollegen einen mit den Inhalten konfrontieren sollte man einen gewissen Überblick erlangt haben.
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