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am 7. August 2013
„In der Stille herrscht das Bewusstsein. Es ordnet ein, was uns umgibt.
In der Stille thront der Mensch.“

Passend zum gleichnamigen Film erschien zum Kinostart vor zwei Jahren eine Neuauflage der Biografie von Philippe Pozzo di Borgo (*1951). Wer sich dieses Buch allerdings nach dem Filmgenuss zu Gemüte führt, kann durch das Cover, welches den Filmplakaten entstammt, irregeführt werden. Es handelt sich nicht um eine Komödie, ebensowenig ist es eine Biografie im herkömmlichen Sinne. Der Leser wird vielmehr mit Gedankenfetzen konfrontiert, die sich wie Wolken vor den Augen bewegen und so einen eigenen Film erschaffen. Zunächst sehr melancholisch und traurig wendet sich jedoch der Plot. Ironischerweise aber völlig entgegengesetzt zu seiner Lebensgeschichte.

Der Franzose Philippe Pozzo di Borgo entstammt einem korsischen Adelsgeschlecht, wuchs gediegen auf, die Welt stand ihm offen. Luxus umgab ihn, doch früh merkte er, dass er auch selbst für seinen eigenen Luxus arbeiten möchte. Im Studium lernte er seine Frau Beatrice kennen, die er durch schwere Krankheit begleitete. Doch das getrübte Glück nagte an seiner Psyche, er entdeckte das Gleitschirmfliegen für sich, wurde von Mal zu Mal waghalsiger, bis ihn schließlich die Sicherheit verließ: er landete ungebremst in einem Hang – und spürte von nun an kopfabwärts nichts mehr. Querschnittsgelähmt. Dieser Schicksalsschlag ließ ihn in eine tiefe Depression fallen, doch seine Frau nahm ihre letzte Kraft zusammen, bis sie drei Jahre später ihren letzten Atemzug auf dieser Erde tat. Philippe versank in ein Loch.

Und hier beginnt das Buch. „Ich habe keine Vergangenheit mehr, keine Zukunft, ich bin nur noch gegenwärtiger Schmerz.“ In seinem Zimmer im Bett gefesselt gibt er sich seinen Gedanken hin, ist abhängig von helfenden Händen, ihm bleibt nur sein Verstand, der von Schmerzen jedoch zeitweilig außer Betrieb gesetzt wird.
Um aktiv zu bleiben und in diesem Zustand noch Spuren zu hinterlassen schreibt er ein Buch – ein Tonband liegt dabei stets bereit. Fragmente fügen sich zusammen, Gedanken, die unterbrochen werden, doch alles wirkt wie eine Off-Stimme eines Films. Im Laufe der Lektüre dringt durch all diese Erinnerungen ein Hoffnungsschimmer –Philippe spricht über sein Leben mit einem Sonnengemüt, welches in all der Tragik sehr zu Herzen rührt.
Abdel, der Pfleger, stellt in der Lektüre keinen Hauptcharakter dar, wie im Film. Er schleicht sich vielmehr ein mit Anekdoten und irrwitzigen Geschichten, dass verständlich wird, warum ein Pfleger aus einfachen Verhältnissen diesen erfolgreichen Mann aus einer Depression holte – nein, vielmehr zog.
Der Autor genoss vor seinem Unfall viele Vorzüge des Lebens, ließ nichts unangetastet. Sein Unfall und der Tod seiner Frau brachte sein Leben zum Einstürzen. Das Buch hingegen beginnt tragisch, traurig, melancholisch, doch mit jeder Erinnerung, die er sich von der Seele redet, jedem schönen Ereignis, welches er trotz Behinderung erleben darf, klettert er aus seinem schwarzen Loch. Zu leben ohne sich bewegen zu können, leben zu müssen, weil man dem selbstständig auch kein Ende setzen kann, bedeutet eine große Tortur. Abdel symbolisiert einen Neuanfang, doch konnte er die Hoffnung nicht vermitteln, da nur der Hoffnungslose allein vermag sie zu entdecken. Diesen steinigen Weg hat der Autor grandios vermittelt. Er lernte neu zu leben und zu lieben.

Das vorliegende Buch und viele Rundfunk- und Fernsehauftritte erreichten ein großes Publikum. Sein Reichtum ermöglichte nicht nur ihm selbst Besserung seiner Lebensumstände, sondern erreichte viele Gleichgesinnte.
„Ich grüße ganz besonders meine Brüder und Schwestern im Rollstuhl, alle Menschen mit Behinderung, das heißt Sie alle, denn wir alle sind durch das Leben Behinderte.“
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am 18. Juni 2012
Vorausgeschickt: ich kenne den Film (noch) nicht. Hatte aber erwartet wegen des Titels die Geschichte aus dem Film zu lesen. Ich war trotzdem absolut nicht enttäuscht.
Wie schon in den anderen Rezessionen erwähnt, wird in diesem Buch die Vorgeschichte erzählt. Phillippes glückliche behütete Kindheit, die glückliche Ehe mit seiner ersten Frau, ihre furchtbare Krebserkrankung. Und dann auch noch das: aus Leichtsinn und Übermut passiert der Unfall der ihm seine Gesundheit kostet. Allein sich vorzustellen so in seinem eigenen Körper gefangen zu sein ist schrecklich und würde so manch einem den Lebenswillen nehmen (so wie einigen seiner Leidensgenossen). Er läßt einen durch seine Schilderungen alle Höhen und Tiefen seiner gesundheitlichen Entwicklung durchleben. Teilweise etwas wirr, aber da sich viele von diesen Dingen während seiner Deliriumsphasen abspielen passt es. Das letzte (und im Gegensatz zur ursprünglichen Buchausgabe ergänzte Kapitel "Schutzteufel") erzählt dann erst von Abdel (im Film "Driss"). Dieser Mann (egal wie deplaziert er eigentlich in Philippes Welt ist)ist für ihn da, kämpft für ihn und hält ihn am Leben.
Alles in allem: es ist ein bewegendes und interessantes Buch. Und ich freue mich schon darauf mir diesen Film in naher Zukunft an zu sehen.
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am 14. Dezember 2012
"Der zweite Atem" ist mehr als die Aneinanderreihung von witzigen und ergreifenden Szenen. Der Film war wunderschön. Aber diese Schilderung Phillipe Pozzo di Borgos umfasst so viel mehr.
So oft so nah an der Verzweiflung, so oft so nah am puren Glück. Man bekommt den Eindruck, er hat erst durch den schrecklichen Unfall gelernt, das Wesentliche zu erkennen.
Schön zu lesen, weil er die Sprache liebt (wie offensichtlich auch die Übersetzerinnen Bettina Bach, Dorit Gesa Engelhardt und Marlies Ruß).
Ich mag auch das Format, das der Hanser Verlag gewählt hat. Die Ausgabe ist handtaschen- und ImBettLese-tauglich.
Wer "Das Buch zum Film" erwartet, sollte die Finger davon lassen. Aber, wer Vergnügen daran findet, die mitleidlos ehrlich geschriebene Autobiographie eines Mannes zu lesen, der viel mehr ist als ein Tetra, wird große Freude an diesem Büchlein haben.
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am 4. Januar 2014
Habe den Film gesehen und mir daraufhin das buch über den kindle geladen. Ich muß sagen, das Buch und Film nicht viel gemeinsam haben. Im Film sieht alles so einfach, unkompliziert aus und manchmal muss man schon lachen über bestimmte Handlungen. Liest man dann das Buch, dann begreift man erst, was für einen Querschnittsgelähmten das Leben bedeutet. Es ist gar nichts einfach. Die einfachsten Dinge sind für diese Menschen schier unmöglich. Man kann diesen Menschen den vollsten Respekt entgegenbringen. Erst da beginnt man zu begreifen, wie wertvoll das Leben ist. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.
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am 14. März 2015
Ich hatte zunächst den Film gesehen und habe danach beide Bücher gelesen. Man sollte beides nicht miteinander vergleichen, da sie ganz anders aufgebaut sind. Die Bücher sind jeweils Autobiografien, die auch andere Bereiche behandelt als der Film. Mir haben sowohl die Bücher als auch der Film wirklich gut gefallen. Man sollte sich nur darüber bewusst sein, dass es sich um zwei verschiedene Medien handelt!
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am 9. April 2013
Ein sehr empfehlenswertes Buch. Lässt sich sehr gut und schnell lesen und man bekommt einen EInblick auf sein Leben VOR dem schrecklichen Unfall. Seine Schicksalsschläge mit den ganzen Fehlgeburten in seiner Ehe haben mich sehr erschüttert.
Man sollte aber auch das andere Buch "Einfach nur Freunde" lesen um die Geschichte aus der Sicht des Pflegers zu lesen. Beide Bücher haben mir sehr gut gefallen, denn jeder erzählt seine Geschichte von der Kindheit an bis zum Kennelernen und Freundschaft.
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am 23. Mai 2012
Ich habe den Film 3 x gesehen und wollte daraufhin auch das Buch dazu lesen.

Von diesem Buch bin ich sehr berührt. Sicherlich sollte man vorher wissen, das es sich hier um die Geschichte von Philippe Pozzo di Borgo handelt, der Film wurde beträchtlich geändert, aber man erhält doch noch ganz erheblich Hintergrundinformationen, die den Film dann in einem noch anderen Lichte erscheinen läßt.
Für mich war das Buch absolut lesenswert, wie ein Mensch so eine Lebenssituation gemeistert hat, mit wieviel Humor, Durchhaltewillen und Charakter
er sich diesem Schicksal hingegeben hat, und nicht daran zerbrochen ist.

Ein wundervolles Buch über die Liebe an das Leben, an die Menschen. Danke dafür.
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am 29. August 2013
Für mich schwierig zuzuhören, die Stimme des Vorlesers Frank Röth empfand ich als monoton, ich hatte Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren.
Inhaltlich ist das Hörbuch sehr langatmig. Man bekommt sehr detaillierte Einblicke in das Leben eines Querschnittsgelähmten. Die Beziehung zu seinem Pfleger, die im Film im Mittelpunkt stand, geriet zu sehr in den Hintergrund. Der Film ist humorvoller als das Buch.
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am 19. März 2013
Nachdem wir den Film gesehen haben und man in Erfahrung brachte, dass der Film auf der Grundlage der französischen Originalausgabe beruht, habe ich mich sehr gefreut, als die deutsche Fassung erschien. Das Cover mit der Abbildung einer Filmszene lässt eine große Nähe zwischen Buch und Film vermuten, die in Wirklichkeit so nicht existiert. In diesem Buch wird viel mehr die Gefühlswelt von Philippe behandelt, weniger die Erlebnisse mit seinem Pfleger. Trotzdem interessant, nur erwartet man gerade durch das Cover etwas anderes.
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am 3. Mai 2017
Einige wenige Dinge brauchen wir auf dieser Welt! Geld zählt nicht dazu - die Liebe währt ewig! Philippe hat genug Geld, es hat beigetragen zum Überleben... Ohne Freunde und Familie, ohne die Liebe wäre er gescheitert, eine tiefgründige Geschichte!
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