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am 2. September 2008
Johann Fassls Buch versucht, die Widersprüchlichkeit der Bibel anhand von vielen Beispielen aufzuzeigen. Ich diskutiere gerne in diversen Internetforen über christliche Themen und da viele Diskussionen immer wieder auf die Frage hinauslaufen, ob die Bibel nun Gottes unfehlbares Wort darstellt oder nicht, dachte ich, dass "Die Bibel und ihre Widersprüche" dazu geeignet wäre, bei Bedarf schnell innere Widersprüche zu verschiedenen Themen nachschlagen zu können.

Leider ist das Buch dazu nur bedingt geeignet. Das liegt zum einen daran, dass es schlecht strukturiert ist: Obwohl das Inhaltsverzeichnis einen schnellen Überblick zu verschiedenen Themen und biblischen Büchern verspricht, schweift der Autor in den Kapiteln des Öfteren von dem Thema der Überschrift ab und es kommt sogar zu Doppelungen (die nichteingehaltene Prophezeiung der Zerstörung Ninives wird z.B. zwei mal angesprochen). Des Weiteren unterscheidet der Autor leider nicht klar zwischen inneren Widersprüchen, also biblischen Angaben die anderen Aussagen der Bibel direkt entgegenstehen und Aussagen, die z.B. wissenschaftlichen Erkenntnissen oder dem "gesunden Menschenverstand" entgegenstehen. Viele dieser "Widersprüche" sind aber für den einigermaßen biblisch Bewanderten leicht zu erklären oder noch nicht eindeutig genug, um jemanden wirklich darauf festzunageln.

Zudem scheint ihm auch die theologische Qualifikation zu fehlen, um manche Aussagen richtig zu bewerten (Bspw. fragt sich Fassl auf Seite 62 warum denn Jesus sich von Gott verlassen fühlen sollte [Mt 26, 46-47], wenn er doch seinen Tod und seine Auferstehung vorgehesen hat. Dabei kann man selbst in einer ganz normalen Gute Nachricht Bibel als Fußnote zu diesen Matthäus-Versen den Verweis auf den Psalm 22 finden, womit der Satz der Verlassenheit als Teil eines Gebets verstanden werden kann). Ein guter Apologet dürfte somit an vielen Stellen keine großen Schwierigkeiten haben, seine Argumentation auseinanderzunehmen.

Hinzu kommen noch ein paar Schönheitsfehler. Fassl zitiert immer wieder Bibelverse innerhalb eines Absatzes, setzt die Zitate aber nicht in Anführungszeichen. Für den Leser ist so nicht immer ganz deutlich, wo Fassls eigene Anmerkungen wieder einsetzen. Stilistisch wirkt das Buch für mich etwas hölzern, worunter leider auch die Klarheit der Argumentation leidet und zu guter letzt dürfte die katholische Bibelausgabe, die er als Grundlage für seine Kritik benutzt, für manche Leser etwas gewöhnungsbedürftig sein.

Nach all der Kritik muss ich positiv anmerken, dass er dennoch auch einige wirkliche innere Widersprüche aufzeigen kann, die mglw. auch einen Fundamentalisten zum Nachdenken bringen können, der für außerbiblische Argumente nicht offen ist. Deshalb gebe ich zwei Sterne. Fraglich ist allerdings, ob dieser nicht eher das Buch weglegen würde, weil er schnell das Gefühl bekommt, für jeden Fasslschen Widerspruch eine Erklärung zu haben. Atheisten und liberale Christen sollten Fassls Argumente genau prüfen, bevor sie sie zu ihren eigenen machen.

Wenn Fassl also schreibt "um gewisse Zweifel auszuräumen kann jeder Leser die Bibel zur Hand nehmen, und sie mit den hier angegebenen Versnummern vergleichen. Bei genauerer Prüfung kann er dann selbst feststellen, dass von der Bibel, welche angeblich von Gott inspiriert wurde, nicht von einem Buche der Wahrheit gesprochen werden kann", dann hat er damit insofern recht, als sein Buch alleine sicherlich nicht diesen Schluss zulässt und es in der Tat letztlich dem Leser zukommt, den Wahrheitsgehalt der Bibel zu beurteilen. Das ist auch deswegen schon zu raten, weil Fassls Kritik nur die Dogmen der Bibelfundamentalisten treffen kann. Denn ob die biblischen Texte einen Wahrheitsgehalt und für uns Bedeutung haben können, erfahren wir erst durch die intensive gedankliche Beschäftigung mit ihren Geschichten und ihren Aussagen über menschliche und religiöse Grunderfahrungen.
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