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Kundenrezensionen

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am 6. September 2011
Ich habe gerade mal in die negativen Rezensionen reingeschaut, weil ich wissen wollte, wie man ein solches Buch überhaupt negativ rezensieren kann.
Interessanterweise kamen einige LeserInnen mit dem zurückgenommenen Schreibstil nicht zurecht und beschrieben ihn als "kalt" und "emotionslos". Einer behauptet sogar, der Autor fülle seine Protagonistinnen nicht mit genug "Weiblichkeit" - was immer das auch heißen mag.
Jede andere stilistische Ausarbeitung des Themas wäre schlichtweg unerträglich gewesen. Man hätte es als LeserIn nicht geschafft, die Geschichte zu verarbeiten. Es gibt Dinge, an die darf man kaum denken, dann kommen einem schon die Tränen. Schwarz auf weiß niedergeschrieben, muss dies mit einer besonderen Behutsamkeit passieren. Meiner Meinung nach fehlen den LeserInnen, die hier über eine kalte Sprache lamentieren, die feinfühligen Antennen, um zwischen den Zeilen zu lesen. Denn da steckt so viel Emotion und so viel Mitgefühl drin, dass man schon Herzschmerzen bekommt.
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VINE-PRODUKTTESTERam 7. März 2008
Auch Khaled Hosseinis zweiter Roman trifft mitten ins Herz und lässt den Leser nicht mehr los.

Die Geschichten über Mariam und Laila, sowie auch Tarik, werden von der frühsten Kindheit beginnend erzählt und vermitteln dem Leser das Gefühl, die Charaktere schon ein Leben lang zu kennen. Khaled Hosseini schaftt es auch hier, die Personen sowie deren Gefühle und Eigenschaften auf wunderbar lebendige Weise zu beschreiben. Da war es für mich nicht weiter erstaunlich, wie sehr mir vor allem Laila, Tarik, Aziza und Mariam sofort ans Herz gewachsen sind.

Die wunderbare Freundschaft zwischen Tarik und Laila, die sich seit Kindertagen kennen und später der Zusammenhalt von Laila und Mariam gegen Raschid gingen mir unheimlich nahe. Noch nie hab ich mit den Charakteren so sehr mitgelitten wie hier. Tatsächlich konnte ich kaum mehr schlafen, bis ich das Buch zu Ende gelesen hatte und war beim Lesen vollkommen versunken in die Handlung, so dass ich mich beim Aufblicken von den Seiten oftmals versichern musste, ob ich mich überhaupt noch zu Hause befand. Es ist mir eigentlich noch nie passiert, dass mich eine Geschichte derart fesselt und überhaupt keine Ruhe mehr lässt. Das hat mich selbst ziemlich verblüfft und ich konnte kaum mehr an was anderes denken, als an Laila, Tarik und Mariam. Es war fast schon verrückt! Aber auch jetzt denke ich noch oft daran.

Der Schreibstil von Khaled Hosseini ist zudem oftmals wunderschön poetisch, was dem Buch einen besonderen Schliff verleiht und niemals langatmig oder ausschweifend. Ein fast schon unerträglicher Spannungsbogen ist von der ersten bis zur letzten Seite garantiert. Die Handlung ist realistisch, wenn auch in einem bestimmten Punkt (den ich hier aber nicht nenne werde, um niemandem die Freude am Lesen zu verderben) vorhersehbar. Doch finde ich, dass dies auch gut gewesen ist.

Die Geschichte von Afghanistan wird auch in diesem Roman wieder stark behandelt. Jedoch spielt die Geschichte im Gegensatz zu "Drachenläufer" ausschlließlich in diesem Land. Es wird deutlich, dass dies auch eine Herzensangelegenheit des Autors war. Er will damit auf das Leid, dass seinem Land und den Menschen dort in den Kriegsjahren widerfahren ist und immer noch widerfährt, aufmerksam machen und einen realistischen Eindruck von einem früheren - schöneren - Leben in Afghanistan vermitteln, den sich heute fast niemand mehr vorstellen kann.
Es ist grausam zu lesen, wie in Afghanistan nach dem Machtwechsel alles zerstört worden ist (von Kulturerben bis hin zu Museen) und grausame, menschenverachtenden Gesetze aufgestellt wurden.

Ich halte "Tausend strahlende Sonnen" für das beste Buch, dass ich jemals gelesen habe und kann mir nicht vorstellen, irgendwann einmal ein anderes Lieblingsbuch zu haben. Es ist kaum zu beschreiben, wie mitreißend, spannend, bewegend und gefühlsvoll es ist.
Kein Wunder das die Filmrechte für diesen Roman bereits verkauft sind. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Umsetzung ähnlich gut wie bei "Drachenläufer" gelingt.

Diesem Buch weniger als fünf Sterne zu geben erscheint mir schlichtweg unangemessen.
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am 12. Juni 2010
Dem Autor ist es gelungen, mit seinem Roman ein sehr lebendiges Zeugnis der Geschichte seines Landes abzulegen. Nach der Lektüre, die zwischen 1959 und 2003 spielt, sehe ich das, was in den Nachrichten ausgestrahlt wird, mit anderen Augen. Hosseini ist es gelungen, meine Neugier auf diese für mich fremde Kultur zu wecken.

Er hat seinen knapp 400 Seiten starken Roman in vier Teile gegliedert.

Im ersten erzählt er uns die Geschichte von Mariam, die - 1959 unehelich geboren - mit ihrer Mutter in einer kleinen Hütte abseits der Stadt Herat lebt. Sie liebt ihren Vater, der sie einmal die Woche besucht, heiß und innig. Doch ein zu Hause findet sie bei ihm nicht. Stattdessen wird sie mit 15 Jahren mit einem sehr viel älteren Mann nach Kabul verheiratet. Wir erfahren, wie sie dort ihre Tage verbringt ...

Im zweiten Teil lernen wir mit Laila das Land kennen. Sie wurde im April 1979 geboren und hat Eltern, denen eine gute Ausbildung - auch der Tochter - wichtig ist. Im Krieg fallen beide großen Brüder, ihrem Jugendfreund wird ein Bein abgerissen. Als Kind erfährt sie auf einem Ausflug zur ,roten Stadt': "Tja, meine jungen Freunde, das ist das Schicksal unseres Landes. Ein Eroberungsfeldzug nach dem anderen. Mazedonier, Sassaniden, Araber, Mongolen. Und jetzt die Russen. Aber wir sind wie die Festungsmauern da drüben. Ramponiert und kein schöner Anblick, aber immer noch stehend."

Im dritten Teil begegnen sich Mariam und Laila. Obwohl die äußeren Umstände alles andere als günstig sind, freunden sie sich an und helfen sich gegenseitig zu überleben. Zusammen gehen sie durch Hunger und Verzweiflung...

Erst im kurzen vierten Teil können wir aufatmen. Da kehrt trotz vieler Verluste und Zerstörungen das Leben zurück und ein Wiederaufbau beginnt.

In mir macht sich nach dieser Lektüre Bewunderung für die Menschen breit, die sich so tapfer durchs Leben schlagen. Khaled Hosseini ist ein anrührender Roman gelungen! Mir fiel es schwer, ihn aus der Hand zu legen. Er hat mich so gepackt, dass ich ihn gleich noch einmal lesen werde. Nachdem ich die Story kenne, habe ich nun die Gelegenheit, die Hintergründe und die fremde Kultur besser aufzunehmen.

Ein Buch, das ich nur weiterempfehlen kann. Gerade in dieser Zeit, wo die Welt so klein geworden ist, finde ich es wichtig, das Fremde verstehen zu lernen. Da das Lehrmaterial" in eine so mitreißende Geschichte eingebunden ist, fällt das Lernen gar nicht schwer ...
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Dieser interkulturelle Bildungsroman ist ein strahlender Leuchtpunkt am Literaturhimmel.
In außergewöhnlicher Form versteht es Khaled Hosseini sich vom Vorgängerroman Drachenläufer" zu lösen und wieder eine ganz eigene Geschichte bzw. einen Geschichten-Sternenhimmel zu erzählen.
Die beiden Hauptfiguren sind die Frauen Mariam und Leila, die im Bannkreis von dem älteren Afghanen Raschid in ihrer Eigenständigkeit und Emanzipation gehindert werden und sich durch eine bezaubernde Freundschaft ihrer einzigartigen Kraft zur Veränderung versichern.

Das Verhältnis der Geschlechter zueinander im Islam bzw. einigen Auswüchsen ist das zentrale Thema von Khaled Hosseinis neuem Werk.
In gewohnter Weise vernäht er Historisches, Politisches und Geographisches zu einem bunten Erzählstoff, zu einer Patchwork-Decke, unter der sich die Zentralpersonen verstecken oder zeitweise wohl fühlen können.
Wanderbewegungen, politische Ereignisse und ganz persönliche Biographien stellt Khaled Hosseini im ausgewogenen Verhältnis zueinander und gibt somit vielfältige Informationen über Afghanistan, ohne dass aus dem in diesem Sinne Bildungsroman ein Sachbuch würde.
Zwischen den Polen Flucht und Rückkehr", Erkenntnis und Geheimnis", Gemeinschaft und Einsamkeit", Liebe und Hass", Licht und Schatten", Sorgen und Versorgt werden" werden die Leserinnen und Leser immer wieder in neue Nuancen afghanischer Geschichte und tragischer Biographien geleitet.
Zu Beginn des Romans ist es nicht ganz leicht den einzelnen Personen und Schilderungen zu folgen. Einige Dialoge wirken stark verkürzt. Die Figuren sind nicht vollends ausstaffiert und die Zeitsprünge verwirren. Man hat das Gefühl, dass Hosseini erst nach und nach so vollends in seine so wundervolle Erzählweise hineinfindet und alles wegzuräumen beginnt, was er vorher so unvollendet hat stehen lassen.
Die grandiose Ausformung der Charaktere und die so eigentümliche Ausweitung von Romanszenen zu einem wahrhaftig gefühlten Dabei- Sein - wie man sie sonst von dem großartigen Schriftstellers kennt - finden leider erst nach dem ersten Teil wieder ihre volle Blüte. Hier erfordert es einige Geduld bei der Leserschaft.
Dann aber spielt er wieder mit der Sprache und lässt den Figuren wunderschöne Zitate bringen: mit dem Schnee kamen auch die bunten Drachen, einst Beherrscher des Winterhimmels über Kabul, jetzt aber nur als schüchterne Gäste in dem von Raketen und Kampfjets eingenommenen Luftraum"; ...Mamis Herz war wie ein fahler Sandstrand, auf dem Lailas Spuren von den Wellen des Kummers, die darüber hinwegbrandeten, immer wieder weggespült würden" oder Laila kam sich vor wie eins dieser Küchenutensilien, die man je nach Laune vernachlässigen oder in Beschlag nehmen konnte".
Die Szenerien werden so glaubhaft lebendig, dass man teils fassungslos im Lesen innehalten muss.
Das anderthalb Seiten umfassende Zitat eines Taliban- Flugblattes - sauber eingebettet in den Erzählfluss - zeigt, wie unmenschlich und frauenfeindlich sich diese Herrschaft gezeigt hat.
Die Widersprüche im Leben einer Vielzahl afghanischer Männer werden vom Autor sehr treffend beschrieben, ohne aber den Respekt und die Menschenachtung zu verlieren. Besonders gelungen ist es in der Szene, wo eine Frau zum Burka- Tragen genötigt wird, um sich zu verschleiern; andererseits aber Pornohefte mit nackten Frauen in der Nachttischschublade liegen...
Die kursiv gedruckten afghanischen Ausdrücke werden zwar stellenweise erklärt, doch wäre es gut gewesen, wenn eine Liste dieser Worte am Ende des Buches noch zum Nachlesen aufgeführt worden wäre.
Was hier in aller Präzision und Auslass-Kunst vorgetragen wird, ist ein aufwühlendes, aufklärendes und nachdenklich stimmendes Meer - ein Sternenmeer, von dem immer einige Sterne besonders strahlen: die Liebe zu Afghanistan, zu den Menschen, das Mitgefühl und über allem die Liebe und Hoffnung.
Ein erschütterndes Zeugnis der jüngeren Geschichte Afghanistans, ein dringender Appell an Männer und Frauen, dafür zu sorgen, dass Menschen- und Frauenrechte unteilbar miteinander verbunden sind.
Eine sentimental-nüchterne Liebeserklärung an ein Land, wo unzählige Menschen leben wie "die tausend strahlenden Sonnen, die verborgen hinter Mauern stecken."
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am 24. März 2008
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich beim Lesen eines Buches einmal weinen musste. Als Kind, ja, als ich von Anne Frank las, aber danach, da bin ich mir wirklich nicht sicher. In den letzten Tagen ist es mir jedoch passiert. Ich hatte das neue Buch von Khaled Hosseini geschenkt bekommen und gleich angefangen zu lesen. Es fesselte mich von der ersten Seite an. Die Geschichte Afghanistans und der Kampf der Menschen dieses Landes ist etwas, wofür weder ein einziges Buch noch unser Verstand ausreichen. Aber die Geschichte, die der Autor hier von zwei Frauen, deren Familien und den am Ende miteinander verwobenen Schicksalen erzählt, ist es wert, unbedingt von möglichst vielen Menschen gelesen zu werden. Sie sollten berührt davon sein, bei wieviel Unglück, das einem oder auch mehr Menschen widerfahren kann, ebendiese Leute noch so dankbar, glücklich und gut sein können. Nicht zu verbittern und den eigenen Kindern Liebe zu geben, auch wenn sie sie selbst nicht oder vor sehr langer Zeit erfahren haben, Beständigkeit zu leben, während das Land in unbeständigen Zeiten zerfällt - von alldem erzählt dieses Buch. Die Hoffnung kommt nicht zu kurz und fast poetisch beschreibt der Autor die Charaktere und die Schauplätze. Am Ende spricht er zu uns Lesern, beantwortet auf angenehme Art und Weise die Frage, die sich mir beim Lesen gestellt hat - wie kann man helfen? Kriege gibt es überall auf der Welt und es sollte unser aller Ziel sein, diese zu beenden und weitere zu verhindern. Ein unglaubliches Buch!
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am 14. Juni 2016
Endlich wieder ein richtig gutes Buch. Der Autor versteht es, von Beginn an in unkomplizierter Schreibweise Bilder vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen. Ich fiel als Beobachter in eine ganz anderen Welt und fühlte mich sofort gut aufgehoben. Die Geschichte hat mich sehr berührt und mir das Leben im fernen Afghanistan erzählt. Dabei habe ich noch einiges über die unterschiedlichen, politischen Zeitabschnitte gelernt.Sehr zu empfehlen!
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am 1. Oktober 2009
Hosseini erzählt die Geschichte zweier Frauen, die aus völlig unterschiedlichen Verhältnissen stammen, und deren Wege sich später kreuzen sollen, da sie beide Ehefrauen desselben Mannes werden. Mariam stammt aus armen Verhältnissen, als Bastard zur Welt gekommen, aufgezogen von ihrer Mutter, die sie immerzu wissen lässt, daß Mariam nichts wert ist in der Welt und sich vor allem vor den Männern in Acht nehmen müsse. Als sie mit nur 15 Jahren dem Schuhmacher Raschid zur Ehefrau gegeben wird, drohen ihre schlimmsten Befürchtungen wahr zu werden: Raschid ist mehr als 30 Jahre älter, hält seine Frau zu Hause wie eine Sklavin, erlaubt ihr nicht, am öffentlichen Leben teilzunehmen, neigt zur Tobsucht und prügelt sie oft.

Jahre später stößt Laila hinzu, die im Gegensatz zu Mariam eine liebevolle Familie hatte, gebildet ist und in guten Verhältnissen aufwuchs. Als das Schicksal über sie im vom Bürgerkrieg geplagten Afghanistan hereinbricht, und sie Heim sowie Eltern verliert, fügt sie sich gezwungenermaßen dem Angebot von Raschid und wird seine zweite Frau. Von nun leben alle drei auf engstem Raum. Raschid lässt Mariam seine Verachtung spüren, demütigt sie vor Laila, aber trotz der widrigen Umstände freunden sich die zwei Frauen an, denn sie sind aufeinander angewiesen, und begehren schließlich gegen den gewalttätigen Ehegatten auf. Es setzt immer wieder Prügel, die Gewalt wird ausufernder, gleichzeitig versinkt Afghanistan im Chaos. Das Volk leidet nicht nur unter dem Regime der Taliban, sondern auch unter Hunger und der Ungewissheit, was werden wird. Kabul wird zum Schauplatz all des Elends, daß das Land zerfrisst.

Gekonnt erzählt Hosseini parallel vom Leben zweier Frauen, ehe er ihre Lebensbahnen miteinander verknüpft. In einer Welt, die um sie herum in Krieg und Verwüstung versinkt, klammern die beiden aneinander, trotzen der Gewalt, dem Terror. Hosseini zeigt, daß Menschen selbst unter den widrigsten Umständen leben und überleben können, solange sie geliebt werden oder lieben. Rührend erzählt er, im schlichten, zuweilen prosaischen Stil.

Parallel zur Geschichte der beiden Frauen erzählt Hosseini vom Niedergang Afghanistans, über zwei Jahrzehnte hinweg. Die Folge hiervon ist, daß die Geschichte zuweilen arg konstruiert wirkt, und auch häufig Infodumping betrieben wird, wenn z.B. Raschid den beiden Ehefrauen beim Abendessen immer wieder, ohne das Motivation oder Zusammenhang erkennbar werden, von dem Bürgerkrieg und den Verhältnissen im Land berichtet. Vom Autor nicht sehr gekonnt gelöst, was auch der Grund für den einen Stern Abzug ist.

An der Melodramatik, über die sich oft beschwert wird, habe ich mich hingegen nicht gestört. In keiner Sekunde habe ich daran gezweifelt, daß die Geschichte der beiden Frauen so nicht tausendfach in ähnlicher Form vorkam, und wenn der Autor an Mariam und Laila stellvertretend für das ganze Geschlecht die Unterdrückung und den Terror schildert, und wenn Hosseini hier zuweilen zuspitzt und keine traurigen Details ausspart, dann mache ich ihm keinen Vorwurf. Stellenweise ist es melodramatisch, natürlich, aber manche Geschichten können eben nur so und nicht anders erzählt werden.

Schmunzeln muss ich, wenn ich von "Kitsch" lese. Mir bleibt nur die Empfehlung, nicht zu achtlos mit solchen Worten um sich zu werfen, ohne zu wissen, was das Wort bedeutet.

"Tausend strahlende Sonne" ist ein rührender Appell ans Leben und an die Liebe. Kein Meisterwerk, aber ganz sicher ein großer Wurf.
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am 10. September 2015
Ich habe noch nie ein Buch über Afghanistan gelesen, bin eher zufällig darüber gestolpert und konnte das Buch schon nach den ersten Seiten nicht mehr weglegen, musste ständig an diese Erzählung denken und war fasziniert, geschockt und tief berührt von den Erlebnissen zweier Mädchen/Frauen welche in ein gemeinsames Leben finden in einem Land, wo unaussprechliche Dinge geschehen und vermutlich auch noch heute derartiges passiert.
Der Roman ist wirklich hervorragend geschrieben, spannend, realistisch, nachvollziehbar und die Erlebnisse von den beiden Frauen sind einfach unvorstellbar, aus Sicht Europas nicht einmal annährend möglich und doch ist es wohl vielen Frauen so ergangen.
Überhaupt hat dieses Land einen schlimmen Weg hinter sich und leider kommt es auch heute nicht zur Ruhe.
Dass Frauen es in diesen Ländern besonders hart trifft, kann man sich vorstellen, aber eben nur vorstellen, nicht aber nachvollziehen.
Wenn Frauen ohnehin schon der Männerwelt sehr unterworfen sind, wie fühlt man sich wohl wenn dann noch die komplette Unterdrückung durch den Mann vom Staat "verordnet" wird, wenn der Mann alles mit einem machen kann, einfach grauenvoll.
Der Autor hat mit diesem Roman Zeitgeschichte geschrieben und vermutlich ist es eine Ausnahme, dass Romane über dieses Land einen derartigen weltweiten Erfolg haben, ich bin sehr dankbar, dieses Buch gekauft und gelesen zu haben und komme von dem Thema nun gar nicht mehr los, die weiteren Romane dieses Autors stehen also schon in meinem Bücherregal, denn nun möchte ich mehr von diesem Land und seinen Menschen erfahren. Vielleicht auch, weil derzeit Tausende von derartigen Ländern bei uns als Flüchtlinge ins Land kommen.
Dieser Roman macht nachdenklich, bringt aber auch die klare Erkenntnis, wie viel Glück wir haben, hier in Mitteleuropa Frau sein zu dürfen.
Bitte mehr von solchen Büchern, auch wenn das keine leichter Unterhaltungslektüre ist, aber das ist für mich Literatur, darin steckt mehr als Unterhaltung, das macht Sinn und führt zu besserem Verständnis für diese Länder und deren Menschen.
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am 1. September 2015
Meine Meinung:
Zum Cover: Das Cover verrät nichts über die Handlung des Buches. Dafür strahlt es richtig schön gelb, wie die Sonne. Dies wiederum passt zum Titel des Buches.

Zum Buch: Es war das erste Buch dieser Art, welches ich gelesen habe. Das Buch beginnt mit der kleinen Laila, die 1959 als uneheliches Kind geboren wird. Sie lebt allein mit ihrer Mutter in einer kleinen Hütte außerhalb der Stadt. Ihr Vater ist ein angesehener Mann, der sich - weil sie eben ein uneheliches Kind ist - nur ab und zu mit ihr trifft. Nach einem spannenden Ereignis wird sie mit dem älteren Herrn Raschid zwangsverheiratet. Nach etlichen Jahren unglücklicher Ehe sucht sich Raschid eine Zweitfrau, dies ist Mariam. Der zweite Teil des Buches wird aus Mariams Sicht erzählt.

Der Schreibstil ist nicht immer einfach, jedoch lässt sich das Buch gut weglesen. Der Autor schafft es die Charaktere so gut darzustellen, dass man sie einfach ins Herz schließen muss. Bis auf Raschid natürlich. Hier ist es genau das Gegenteil. Die Beschreibungen lassen alles lebhaft erscheinen und man hat die Bilder der Handlungen direkt vor Augen. Nach den ersten paar Seiten habe ich das Buch erstmal zur Seite gelegt weil ich dachte, dass es nichts für mich ist. Dann habe ich jedoch nach ca. zwei Monaten weitergelesen und konnte nicht mehr aufhören. Die Geschichte war so spannend und lebhaft, dass ich ganz begeistert war. In dem Buch werden viele Emotionen durchlebt: Wut, Angst, Trauer und Eifersucht sind nur einige davon. Auch Gewalt und der Krieg in Afghanistan sind Teil des Themas.

Ich habe dieses Buch gleich an meine Mutter weitergereicht. Sie hat es genauso geliebt wie ich und direkt meinem Vater gegeben. Sogar dieser war begeistert, was ich nicht gedacht hätte.

Fazit:
Dieses Buch sollte man unbedingt gelesen haben. Es ist total fesselnd und man kann sich in die Charaktere hineinversetzen. Ein tolles Buch mit einem ernsten Thema.
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am 29. Januar 2010
Khaled Hosseinis "Tausend strahlende Sonnen" erzählt die Geschichte zweier Leidensgenossinnen, Miriam und Laila, die zu Freundinnen werden, die Geschichte zweier Freundinnen, die ihrem gemeinsamen Leid die Stärke ihrer gemeinsamen Freundschaft entgegenstellen, die aufbegehren gegen ihren Ehemann Raschid, gegen Gewalt und Unterdrückung, und sich gemeinsam dem Leben im krisengebeutelten Kabul stellen. Die Entstehung einer tiefen Freundschaft in der Stunde der größten Not, und die Kraft und Stärke, die sich aus einer solchen Freunschaft heraus entwickeln können, sind also die eigentlichen Themen des Buches.

Die Geschichte von Miriam und Laila wird dabei verknüpft mit der Geschichte einer Stadt: Kabul, und der Geschichte eines Landes: Afghanistan. Afghanistan, der Binnenstaat an der Schnittstelle von Zentral- und Südasien, ist für uns Westeuropäer gemeinhin nichts anderes als eine fremde Welt. Hosseini poträtiert diese fremde Welt aus verschiedenen Perspektiven, er gibt uns einen Einblick in die Gesellschaft und die Kultur dieser Welt, schildert Sitten und Bräuche, den Facettenreichtum und die Vielfalt Afghanistans, verweist immer wieder aber auch auf das Leid und die Not des Landes, auf das Schicksal der Opfer und Unterdrückten, und erzählt von Grausamkeiten und Reaktionärem, kurz um: er entwirft ein ausgewogenes, polyperspektivisches, bisweilen buntes, aber auch erschütterndes Bild eines uns fremden Landes.
Dieses Land wird uns sicher fremd bleiben und vielleicht noch fremder werden, die Lektüre des Romans wird uns kaum dazu bringen, es zu verstehen - das ist auch nicht die Intention des Autors -, zumindest aber wird man verschiedene Eindrücke gewinnen und sich ein Bild davon machen können, was uns so fremd erscheint und womöglich auch, warum es uns fremd erscheint.

Vor diesem Hintergrund nun nimmt die Geschichte von Miriam und Laila und damit die Geschichte ihrer Freundschaft ihren Lauf; vor diesem Hintergrund, d.h. nicht zuletzt auch Hunger, Krieg, Angst, Unterdrückung und Gewalt. All dem müssen sich die beiden Frauen entgegenstellen, ohne dass sie dieser Aufgabe zunächst gewachsen wären. Erst ihre Freundschaft gibt ihnen die Fähigkeit, zu hoffen, und letztlich die Stärke, über sich hinauszuwachsen und an sich selbst zu glauben. Trotzdem kann und wird es natürlich nicht gelingen, kurzerhand alle Angst in Zuversicht zu verwandeln, für alle Probleme Lösungen zu finden und Widerstände problemlos nur durch guten Willen zu überwinden - dazu ist die Herangehensweise des Autors an die Thematik schlichtweg zu realistisch und seine Geschichte zu authentisch.
Doch genau dies tut der Geschichte ungemein gut und hilft dem Roman, ein eigenes Gesicht zu gewinnen und sich aus der Vielzahl ähnlich angelegter Bücher hervorzuheben. Diese Geschichte, ebenso bewegend und ergreifend wie glaubwürdig und authentisch, garniert mit der meisterhaften Erzählkunst Khaled Hosseinis, macht "Tausend strahlende Sonnen" womöglich zu etwas Einzigartigem, einem Novum, sicher aber zu etwas Besonderem, einem unbedingt lesenswerten Roman.
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