Herbst/Winter-Fashion Hier klicken Duplo Herbst Cloud Drive Photos Learn More TDZ sicherheitsbeleuchtung Hier klicken Learn More Fire Shop Kindle PrimeMusic GC HW16

Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
48
4,1 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 30. April 2011
Auch in "Ruhelos" schlüpft der begnadete Erzähler Boyd in die Rolle einer jungen Frau, einer Tochter unter vielen, die sich von anderen dennoch unterscheidet. In ihrer Herkunft!

Ruth Gilmartin wird eines Abends von ihrer Mutter Sally mit deren Vergangenheit konfrontiert - der Geschichte der Eva Delektorskaja - gebürtige Russin, in Paris als Agentin für die britische Krone rekrutiert, in Schottland unter höchster Geheimhaltung ausgebildet und in die Unterwelt des Zweiten Weltkriegs entsandt. Stück für Stück erörtert Sally ihrer Tochter die Aufzeichnungen ihres Agentenlebens, berichtet von ihrem aktiven Mitwirken auf die Entwicklung der US-amerikanischen Beteiligung am Weltkrieg, ihrer heimlichen Liebe und einem großen Verrat aus eigenen Reihen.

Parallel zu Eva Delektorskaja's Agentengeschichte verfolgen wir das Leben ihrer Tocher, der Englisch Lehrerin Ruth, eine allein erziehende Mutter Mitte der Siebziger Jahre in Oxford. Wobei vor allem die politischen Siebziger Jahre sehr gut dargestellt werden und mit ihren Protesten gegen den Schah von Persien und die Ausläufe des Bader-Meinhof-Komplexes als hervorragende Kulisse fungieren. Wie üblich porträtiert Boyd seine Charaktere durchaus stark und sehr individuell, ohne sie dabei zu Helden mutieren zu lassen. Er bringt sowohl die Siebziger Jahre der Rahmenhandlung sehr gut zur Geltung, als auch die Schrecken, das Misstrauen und die Ungewissheit einer Existenz im Zweiten Weltkrieg.

Der Roman zeichnet sich und (ein weiteres Mal) den großartigen Autor (ich bin befangen!) durch ein hohes Maß an Spannung und Erzähltalent aus. Dem nicht genug, bewundere ich an Boyd's Romanen am meisten, den für mich Leser fühlbaren jeweiligen Zeitgeist, der mit der Geschichte im Dialog steht.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
William Boyd gehört zu den bekanntesten englischen Autoren, er erhielt viele Auszeichnungen, unter anderem den "Costa Book Award" und den "Whitbread Prize". Sein neuester Roman "Ruhelos", ist ein von Anfang an äußerst spannender Spionageroman.

Zum Plot: Wir schreiben das Jahr 1976. In diesem heißen Sommer lebt Ruth Gilmartin mit ihrem Sohn Jochen, Kind eines Deutschen, und ihrer Mutter Sally in der Universitätsstadt Oxford. England stöhnt unter der gnadenlosen Hitze und Ruth macht sich zunehmend Sorgen um die Gesundheit ihrer älter werdenden Mutter, denn seit einiger Zeit sucht Sally mit dem Fernglas den Waldrand ab, weil sie befürchtet, dass sie jemand ermorden will. Sie verlässt das Haus nur sehr selten, dann verkleidet in einem Rollstuhl. Den Telefonhörer nimmt sie nur bei verabredeten Klingelzeichen ab. Als Ruth schließlich das Gefühl bekommt, ihre Mutter drehe langsam durch, eröffnet ihr diese die ganze Wahrheit über ihre Person und unterstreicht damit die berechtigt Todesangst. Ihr wahrer Name ist Eva Delektorskaja.

Die damals sehr hübsche russische Emigrantin Eva, wurde 1939 von einem mysteriösen Lucas Romer für den britischen Geheimdienst angeworben. Sie sollte die Arbeit ihres von den Nazis ermordeten Bruders Kolja weiterführen. Im Zweiten Weltkrieg gehörte sie zu einer Unterabteilung des British Secret Service, die mit gezielten Falschmeldungen, mitten in New York, die USA zum Eintritt in den Krieg bewegen sollte. Erst nach dem Angriff auf Pearl Harbor traten die Vereinigten Staaten in den blutigen Krieg in Europa ein. Das Leben der Untergrundorganisation änderte sich von einem Tag auf den anderen, Eva musste fliehen, weil ein Verräter aus den eigenen Reihen ihr nach dem Leben trachtete.

Die Vergangenheit holt sie jetzt ein und Ruth erfährt, voller Verblüffung, aus den Aufzeichnungen der Mutter von deren zweiten Leben".

Das Leben von Ruth Gilmartin verlief dagegen bisher in recht geordneten Bahnen. Sie ist Lehrerin für Englisch. Doch eines Tages taucht unverhofft, in Begleitung eines jungen Mädchens, der Bruder ihres deutschen Freundes bei ihr auf. Nun überschlagen sich die Ereignisse. Die Polizei erscheint, weil die jungen Leute in Deutschland gesuchte Terroristen sind. Ein iranischer Schüler verliebt sich in Ruth, er ist an Demonstrationen gegen den Schah beteiligt.

So überschneidet sich plötzlich das Leben von Ruth und Eva. Alles wird zunehmend "ruhelos". William Boyd bleibt immer besonnen und schildert ganz überlegen diese unwahrscheinlich spannungsgeladene Geschichte. Das Buch ist derart packend und atmosphärisch dicht geschrieben, und es ist von solcher Sogkraft, dass man es, einmal begonnen, nicht aus der Hand legen wird.
0Kommentar| 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. November 2007
Oxford, 1976. Ein brütend heißer Sommer liegt drückend über Europa, und Ruth Gilmartin sorgt sich um ihre Mutter, die nach einem kleinen Haushaltsunfall plötzlich darauf besteht, einen Rollstuhl zu benutzen und sich auch sonst merkwürdig verhält.

Bei einem Besuch erhält sie von ihrer Mutter alte Aufzeichnungen und erfährt auf diese Weise, dass ihre Mutter gar nicht die Sally Gilmartin ist, als die sie sie ihr Leben lang gekannt hat, sondern eine gebürtige Russin namens Eva Delektorskaja, die im Zweiten Weltkrieg für eine britische Spionageorganisation gearbeitet hat.

Dieses Buch erfordert viel Konzentration beim Lesen, doch es lohnt sich. Parallel wird die Geschichte von Ruth erzählt, die ihren kleinen Sohn, dessen Vater Deutscher ist, alleine großzieht, an ihrer Dissertation schreibt und nebenbei Englischunterricht für Ausländer hält, und die schier unglaubliche Lebensgeschichte ihrer Mutter, die, angeworben von dem charismatischen Lucas Romer, zunächst fachmännisch zur Spionin ausgebildet wurde, um dann in geheimer Mission in die USA zu reisen, wo es zu einer fatalen Kette von Ereignissen kam ...

William Boyd bedient sich einer recht gewählten, aber nicht überladenen Sprache, erzählt von Manipulation und Berechnung, Liebe und Verrat, Politik und Kriegsführung, recht kompakt auf knapp 400 Seiten. Die eine oder andere Facette seiner Personen mag ein wenig überzeichnet sein, aber alles in allem ist sein Personal glaubwürdig und immer wieder für eine Überraschung gut.

Und gerade die Thematik der Manipulation, der Psychologie und der Einflussnahme weniger Personen auf Entscheidungen, die das Schicksal der ganzen Welt lenken können, birgt viel Stoff zum Nachdenken und Diskutieren.

Auf hohem Niveau Spionagethriller und Mutter-Tochter-Geschichte in einem - ein empfehlenswertes Buch.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Oktober 2007
Im Grunde mache ich mir nichts aus Krimis oder Spionagethrillern, weil sie meistens weder sprachlich etwas zu bieten haben, noch bei mir eine wirkliche Spannung erzeugen.
Zufällig bin ich auf das Buch Ruhelos" von William Boyd, einem in Afrika geborenen Sohn schottischer Eltern gestoßen, der zu den überragenden europäischen Erzählern der Gegenwart zählt. Er ist bekannt für seine Romane, Kurzgeschichten und Drehbücher.
Boyd stellt in dem Buch die beunruhigende Frage, wie gut wir einen Menschen jemals kennen können. Eine geborene Russin erzählt ihrer Tochter, wer sie wirklich ist. Noch viele Jahre nach dem Krieg versteckt sie sich, um der Gefahrauszuweichen, wegen ihres Wissens liquidiert zu werden. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg von einer Abteilung des britischen Geheimdiensts angeworben, deren Aufgabe es war, Falschmeldungen in der Welt zu verbreiten, um dadurch politisch Einfluss zu nehmen, insbesondere die USA zu veranlassen, in den Krieg einzutreten.
Normalsterbliche mögen zwar gewisse Vorstellungen haben, womit sich Geheimdienste beschäftigen. In diesem Buch wird eine Facette angesprochen, die ebenso glaubhaft wie auch unglaublich erscheint.
Das Buch hat mich überzeugt, besonders auch die für ein Buch dieses Genres außerordentlich gute Sprache (Übersetzung Chris Hirte). Ein Lob auch für den Berlin Verlag, der sich bei dem 2006 erschienenen Buch im Gegensatz zu vielen anderen Verlagen der neuen Rechtschreibung bedient.
Meine uneingeschränkte Empfehlung: Lesen!
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. August 2007
Dieser Roman gefiel mir ganz ausgezeichnet. Es geht um die Geschichte der russischen Emigrantin Eva Delectorskaya, die 1939 in Paris als Agentin angeworben wird. Das Buch beginnt im Sommer 1976 aus der Perspektive von Ruth Gilmartin. Sie ist alleinerziehend, hat einen kleinen Sohn und hält sich mit Englischunterricht über Wasser. Nebenbei versucht sie zu promovieren. Als sie mit ihrem Sohn ihre Mutter Sally besucht, verhält sich diese noch eigenartiger als gewöhnlich und überreicht ihr ein Konvolut mit dem Titel The story of Eva Delectorskaya. Als Ruth fragt, wer das sei, erwidert sie: Ich. Aus den Schriftstücken ihrer Mutter erfährt Ruth nach und nach deren wahre Geschichte: Sie arbeitete für den britischen Geheimdienst, unter anderem, indem sie dabei half, durch gezielte Falschmeldungen an die Presse die USA in den 2. Weltkrieg zu involvieren, um den Krieg schneller zu beenden.
Natürlich passiert noch viel mehr, aber mehr will ich nicht verraten, nur so viel: Eva/Sally fürchtet, dass ihre Vergangenheit sie einholt und jemand sie umbringen will. Ihre Tochter soll ihr deshalb helfen, jemanden zu finden. Das alles ist sehr spannend geschrieben und gewährt interessante Einblicke in die Geheimdiensttätigkeit. Auch aus unserer Zeit kennen wir ja durchaus das Phänomen der Falschmeldungen, um Staaten in Kriege zu verwickeln oder um Kriege zu legitimieren. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen und empfehle es wärmstens.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Mai 2010
William Boyds "Ruhelos" ist ein recht durchschnittlicher, wenn auch kurzweilig erzählter Spionageroman. Den Bestseller-Hype um dieses Buch kann ich nicht nachvollziehen.

Sally Gilmartin verdient ihr Geld als English-Nachhilfelehrerin in einem Vorort von Oxford. Ihre Schüler stammen aus aller Herren Länder und sind nach Oxford gekommen, um Ihren beruflichen Fortgang zu beschleunigen. Dass Sallys Wurzeln selber weit in andere Länder zurückreichen, ist ihr selbst nur in Andeutungen bekannt. Ihre Mutter Ruth verhält sich schon lange seltsam, u.a. mit deutlichen Zeichen eines sich verstärkenden Verfolgungswahns. Umso schockierter ist Ruth als ihre Mutter ihr schriftlich offenbart, zu Beginn des zweiten Weltkrieges für den britischen Geheimdienst gearbeitet zu haben. Kapitel für Kapitel erfährt Ruth mehr darüber wie Sally, mit ihrem eigentlichen Namen Eva Delektorskaja, als russische Emigrantin in Paris angeworben worden war, um dann für die British Security Coordination zu arbeiten. Ihre Aufgabe war die Mißinformation, das Verbreiten von Fehlinformationen und Zeitungsenten, um so die deutschen Militärs und Geheimdienste zu verwirren. Schnell entwickelt sich zu ihrem Chef Lucas Romer mehr als nur ein professionelles Verhältnis. Schließlich geht Eva mit Romer in die USA und gerät dort zwischen die Fronten der Geheimdienste und muss um ihr nacktes Überleben kämpfen.
Es entwickelt sich eine phasenweise rasante Erzählung über Intrigen, Mißtrauen und schließlich Verrat. Wem kann Sally, alias Eva nicht vertrauen? Wo sitzt der Verräter? Ist es am Ende ihr Liebhaber-Chef Lucas Romer?

William Boyd erzählt seinen Spionageroman vor dem Hintergrund der ersten Jahre des zweiten Weltkrieges. Ungewöhnlich ist der historische Fokus: Die Arbeit eines britischen Geheimdienstes in den USA. Trotz des ungewöhnlichen zeithistorischen Rahmens ist "Ruhelos" am Ende dann doch ein typischer Spionage-Thriller. Auch darin typisch, dass die ganze Handlung sich auf einen Höhepunkt hinbewegt, der dann recht läppisch ausfällt.

Spionageromane gehören nicht zu meiner bevorzugten Lektüre. Die überschwenglichen Bewertungen von Boyds "Ruhelos" haben mich dazu veranlaßt, dieses Buch dennoch zu lesen. Zwar war das Lesevergnügen durchaus kurzweilig, wirklich mehr als einen "Standard"-Spionageroman vermag ich in "Ruhelos" aber nicht zu erkennen.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Januar 2008
Spannend bis zur letzten Seite, allerdings sind die Kriegsjahre sehr viel spannender und dichter erzählt als das, was 1976 spielt. Ein netter Einblicken für Laien, welche Tricks Spione und Geheimdienste so anwenden.
Einen Stern Abzug gibt es dafür, dass
- unklar bleibt, weshalb ausgerechnet Eva, die Schwester des toten Kolja, für die Dienste angeworben wird
- bei den Ereignissen im Jahre 1976 von der Ich-Erzählerin Ruth zu viele Nebengeschichten aufgemacht und fast alle nicht zu Ende erzählt werden, Boyd verliert sich hier ein wenig
- die Kapitelüberschriften sind extrem einfallslos und platt - vielleicht wäre das Buch besser ohne ausgekommen
- das Cover; ich habe keinen besseren Vorschlag, aber dieses Bild erinnert eher an Wallace-Krimis.
Trotzdem - super lesenswert und spannend, kurzweilig
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Juli 2012
Zwei parallel erzählte Geschichten: 1976, Tochter Ruth erfährt von ihrer Mutter nicht nur das diese vor und während einiger Jahre im zweiten Weltkrieg als Spionin für einen britischen Geheimdienst tätig war, sondern auch, das Sie eigentlich russische Wurzeln hat. Die eher risikoscheue Ruth deren Leben in geordneten Bahnen rund um Arbeit und Betreuung ihres Sohns verläuft, lässt sich nach und nach von ihrer Mutter einspannen um deren nicht abgeschlossene Vergangenheit als Spionin zu vollenden.
1939, Sally, oder besser Eva Delektorskaja, wird von Lucas Romer für den britischen Geheimdienst angeworben. Schnell erweist sie sich als sehr kompetente Wahl und in Folge ihrer Tätigkeit wechselt sie schließlich mit Romers Gruppe in die USA. Deren Ziel ist es, die USA zum Kriegseintritt in Europa zu bewegen. Im Zuge der Aktivitäten gerät Eva in tödliche Gefahr, flieht und schafft es schließlich mit neuer Identität in England unterzutauchen.

Die in Summe recht unspektakulären Agententätigkeiten wirken mitunter skurril, orientieren sich aber tatsächlich an der Realität, wie einem eine Internetrecherche über die im Buch vorkommenden Dienste zeigt. Dennoch macht es das Lesen darüber nicht faszinierender, wenn Agententätigkeit sich in der geschickten Lancierung von Falschmeldungen erschöpft, die Agenten kaum Kenntnisse darüber haben was ihr Dienst so treibt, seltsame Sicherheitsmassnahmen ergriffen und Codes ausgetauscht werden, gleichzeitig aber über weite Strecken keine wirklich greifbare Bedrohung spürbar wird. Wie gesagt, das mag in Wirklichkeit so sein, spannend ist das nur bedingt.

Das niemandem zu trauen ist, jeder ein Abgrund, wird doppelt reflektiert. In Sallys Enthüllung der Tochter gegenüber und im Verhalten der Agenten und vor allem in der Gestalt des zwielichtigen Lucas Romer. Eine grundlegende, psychologisch tiefe Einsicht vermittelte Boyd mir allerdings nicht. Sallys Erlebnisse im London der siebziger Jahre, mit Anklängen an die deutsche RAF, persische Geheimdienste und ihr erwachendes Misstrauen, oder vielleicht eher so was wie "Gespenster sehen" je mehr die Mutter sie in ihre Geschichte einbindet, lassen zu sehr Boyds Konstruktion erkennen. Überall werden noch mal Parallelen von Elementen gezeichnet, die möglicherweise eine Tiefe, oder Ironie?, vermitteln sollen, die für mich Oberfläche blieben.

Der vierte Roman von Boyd den ich gelesen habe und erneut ein gut erzählter, in typisch Boyd`schem unaufgeregt nüchternem Tonfall und einmal mehr mit starken Frauenpersönlichkeiten. Das allerdings gerade dieser Roman soviel Kritikerzuspruch gefunden hat will sich mir nicht erschließen. Langweilig ist der Roman keineswegs, das kann Boyd scheinbar gar nicht, aber das die Geschichte nun durchweg spannend ist oder gar tiefschürfende Erkenntnisse über die Frage des "wie gut kann man jemanden kennen" enthüllen würde, kann ich für mich zumindest nicht sagen. Überkonstruiert und mitunter zu gewollt.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Juli 2008
Ich habe das Buch von meiner Schwester geschenkt bekommen und habe es gestern zu Ende gelesen.
Das Buch hat viele Rückblenden,die es sehr spannungsvoll wirken lässt und durch seine sympathischen Charaktere besticht.
Mein Lieblingscharakter ist der kleine Sohn der Protagonistin,der mit seiner altklugen,naiven,aber auch sehr erwachsenen Art mich mehrmals zum Schmunzeln gebracht hat.

Das buch ist sehr realistisch und man fragt sich beim Lesen oft "ist bei meiner Familie wirklich alles sein,oder doch schein?"

Wer spannungsvolle Familiengeschichten mit Witz und interessanten Charakteren schätzt,ist bei diesem Werk genau an der Richtigen Adresse!
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Februar 2012
Der britische Autor William Boyd Boyd (geb. 1952) hat bereits in "Die neuen Bekenntnisse" (1987), der Autobiographie eines Filmregisseurs, Wirklichkeit und Erfindung kunstvoll zu einem wunderbaren Roman vereint.
Mit "Ruhelos"", einem Spionageroman, den man wohl eher als Enthüllung über die Abgründe menschlicher Psychen lesen sollte, ist ihm erneut ein großer Wurf gelungen
Der wichtigste Grundsatz für einen Spion ist: "Traue niemandem!" Damit ist für diesen ein einsames Leben vorgezeichnet, ständig auf der Lauer und in Angst, dass der Freund der Feind sein könnte. Der britische Geheimdienst ist verzweifelt darum bemüht, die Amerikaner zu bewegen, in den Krieg gegen Deutschland aktiv einzutreten. Diese Aktionen sind keine Fiktion, sondern durch Dokumente geschichtlich belegt. Mitarbeiter der BSC (British Security Koordination) operierte bewusst mit Falschmeldungen, die eine reale und unmittelbare Bedrohung der USA suggerieren sollten. Desinformations-Agenturen lieferten weltweit erfundene Nachrichten. Der Grundsatz "Traue niemandem" galt also auch für die Medien.
In diese reale Geschichte baut Boyd seine erfundene Geschichte ein. Ausgehend von einer Gegenwartshandlung unternimmt er seine Reise in die Vergangenheit:
1976: Die mit ihrem Sohn allein lebenden Ruth Gilmartin besucht ihre Mutter auf dem Land. Die alte Dame fühlt sich verfolgt. Sie eröffnet ihrer Tochter, dass sie in Wirklichkeit nicht Sally Gilmartin heißt, sondern Eva Delektorskaja. Für ihre Tochter hat sie ihre Lebensgeschichte als Spionin aufgeschrieben. Die Vielfalt der Bemühungen an allen Fronten den Verlauf der Geschichte mit Desinformation, Lügen und kaltblütigem Morden zu beeinflussen bleibt jedoch fragwürdig und beschädigt oder zerstört letzendlich die Beteiligten.
Die Rätsel um die Verstrickungen Evas in die Machenschaften internationaler Geheimdienste werden erst in der Gegenwart aufgelöst. Damit bleibt der Roman bis zum Schluß spannend. Die Auflösung ist jedoch nicht die Erlösung. Die ehemalige Spionin wird ruhelos bleiben.
Diesmal eine nicht ganz so komplexe Geschichte wie "Die neuen Bekenntnisse", aber sehr lesenswert!
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen


Benötigen sie kundenservice? Hier klicken