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am 9. August 2012
Stephen Greenblatts Biographie widmet sich der Frage, wie der aus einfachen Verhältnissen stammende Mensch William Shakespeare, von dem es erstaunlich wenige verlässliche Informationen gibt, zu einem der bedeutendsten Dramatiker wurde.
Zu Recht weist Greenblatt darauf hin, dass das elisabethanische England eine Epoche war, in der fleißig alles Mögliche beurkundet wurde; dass aber ausgerechnet über Shakespeare kaum Quellenmaterial vorliegt. Schon die Beantwortung der Frage, warum der sehr angesehene und erfolgreiche Vater Mitte der 1570iger Jahre seine Ämter aufgab und in Armut fiel, bleibt Gegenstand der Spekulation.
Die vorhandenen Quellen sind in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten immer wieder ausgewertet worden, so dass eine neue Shakespeare-Biographie nicht erforderlich und auch nicht möglich wäre - wenn nicht andere Ansätze gewählt würden. Greenblatts Biographie ist zugegebenermaßen spekulativ. Mit großer Kennerschaft und erzählerischem Verve schildert Greenblatt die elisabethanische Gesellschaft, in der Shakespeare sich behaupten musste. Die Besonderheiten der Grafschaft Warwickshire schaffen das Lokalkolorit, das die frühen Jahre des Barden geprägt haben, die gesellschaftliche und rechtliche Stellung der Schauspieler bilden einen Rahmen für das weitere Leben. Greenblatt überzeugt mit detailreichen Schilderungen und einem Schreibstil, der manches Mal vergessen lässt, dass es sich um einen wissenschaftlich fundierten Text handelt, den der Leser vor sich hat. Greenblatt füllt Lücken in der Biographie, indem er mit detektivischem Eifer wahrscheinliche Szenarien anbietet. Genau hier hat die Kritik einiger Rezensenten angesetzt, die die Biographie in den Bereich der nicht ernst zu nehmenden Mutmaßungen verbannen möchten.
Ob alle Annahmen Greenblatts zutreffend sind, wird sich nicht feststellen lassen. Andererseits aber wertet er derartig viele kulturgeschichtliche Hintergrundinformationen aus und schafft ein so kohärentes Bild, dass es unwahrscheinlich wäre, wenn seine Überlegungen sich zum größeren Teil als unzutreffend herausstellen würden. Wer diese Form der biographischen Überlegungen grundsätzlich ablehnt, sollte Greenblatts Shakespeare-Biographie also tatsächlich nicht lesen. Wer in dem Bewusstsein, dass hier mit Wahrscheinlichkeiten argumentiert wird, das Buch liest, wird reichlich belohnt. Der Mensch Shakespeare wird greifbarer als in den meisten Standardwerken und das Inkaufnehmen von Ungewissheiten wird belohnt mit einem wunderbaren Leseerlebnis.
Angemerkt sei auch, dass Greenblatts Buch nicht zu einem Bruchteil so spekulativ ist wie zahlreiche andere Bücher zum Thema, die die These aufstellen, William Shakespeare habe niemals die Werke geschrieben, die unter seinem Namen veröffentlicht worden sind.
Aufgrund der hervorragenden Lesbarkeit sowie der Detail- und Informationsfülle eine klare Leseempfehlung für alle, die sich für Zeit und Leben von Shakespeare interessieren.
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am 4. Februar 2012
Für echte Shakespeare Kenner mag diese Aufbereitung kritikwkürdig sein (siehe Rezensionen).Für mich war dieses Hörbuch eine Erweiterung meines nachfühlbaren Wissens um die historischen Realitäten zur Zeit seines Lebens. Spannend und informativ, berührend und belebend zugleich wird hier das Leben dieses großartigen Dichters beschrieben: Alltag hat hier seinen Platz, ebenso wie die doch sehr bedrohlichen politischen und kirchlichen Machenschaften seiner Zeit. Ich habe dieses - sehr sorgsam gesprochene Hörbuch - zweimal gehört und genossen.
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am 4. November 2004
Um den größten Bühnenautor aller Zeiten ranken sich Spekulationen über Spekulationen, die gar bis dahin führen, dass die Werke ein ganz anderer geschrieben haben soll. In Ordnung, wer sich ein wenig auskennt, der weiß, dass das grober Unfug ist, aber dergleichen Publikationen verkaufen sich ja. Es gibt de facto genügend gesicherte Erkenntnisse und Fakten über Shakespeare, leider dennoch ziemlich wenige.
Und hier nun setzt der anerkannte Literaturwissenschaftler und Shakespeare-Experte Stephen Greenblatt ein, der mit "Will in der Welt" eine vorgebliche Biographie vorlegen wollte. Dieses Buch scheint geradzu alle Rätsel um den Mann aus Stratford zu entschlüsseln und uns sein Leben nun greifbar nahe vor Augen zu führen.
Doch leider vermag Greenblatt keinerlei neue Erkenntnisse zu vermitteln, statt dessen werden dem Leser Plausibilitäten präsentiert: So mag es gewesen sein; dies und jenes wird er wohl getan haben. Nun, das ist sicher eine bisweilen amüsante und nette Beschreibung des Alltags in der elisabethanischen Ära, aber viel mehr auch nicht. Möchte man es pointiert sagen: Greenblatt liefert nichts, das es nicht längst schon auf dem Markt gibt.
Man kann dieses Buch sicher lesen, doch zu einer wirklich tiefen Auseinandersetzung mit William Shakespeare taugt es nicht. Sollten Sie sich allzu viel von diesem Buch versprechen, dann überdenken Sie Ihren Kauf noch einmal.
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am 21. Dezember 2008
"Ein Mysterium wird gelüftet" - die Verlagsankündigung ist - um dramaturgisch zu reden - tragikomisch. Greenblatt weiß überhaupt nichts Neues. Er schreibt ein Buch voller "würde - könnte - möge - vielleicht ..." - Vielleicht ging Shakespeare auf eine bestimmte Schule ... und falls er dort hinging, dann lief er wohl mittags zum Essen nach Hause. - Erfindungsreiches ohne Ende - - - Greenblatt war auch Mäuschen im Schlafzimmer von William und Anne - deshalb kennt er die intimes Details ihrer Ehe. Manches wäre gut für die Bunte. Abwechselnd zwischen lachen und staunen und ärgern quält man sich hindurch. Ein berühmter Mann riskiert seine wissenschaftliche Reputation.
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am 9. Juni 2007
Allgemeinverständliche Wissenschaft par excellence: spannend und informativ zugleich vermag es Greenblatts Buch Shakespeares Epoche lebendig werden zu lassen. Als Laien hat mich das Buch wie ein Thriller gefesselt und als angehenden Anglisten hat es mir ermöglicht einige Fakten wiederaufzufrischen. Kurzum: Sehr zu empfehlen.
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