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Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen
209
3,9 von 5 Sternen
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am 3. Mai 2017
Ich bin hin und her gerissen in meinem Urteil; ich hab den Roman mit Spannung gelesen, zumal sein Thema mich von allen Romanen Murakamis am persönlichsten trifft, aber es wirkt dann doch alles geglättet (der Autor muss ja auch ein Millionenpublikum befriedigen), die Metaphern sagen mir wenig (was aber nicht so schlimm ist) und der Roman ist vom Stil großer Literatur weit entfernt und dann doch nur bessere Unterhaltungsliteratur.
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Wenn man auf das Marketing-Getrommel zu diesem Buch hörte, dann wird man sich bis zur Hälfte des Textes mindestens einmal gefragt haben, was denn an diesem Buch eigentlich so besonders ist. Der Anlauf, den Murakami braucht, um seine Geschichte dahin zu bringen, wo sie seine Leser vielleicht nachdenklich werden lässt, ist erheblich. Doch dann verdichten sich besonders im letzten Drittel des Buches Andeutungen und Lebensläufe zu einem Strang, der auf die eigentliche Frage hinausläuft, um die es hier geht.

Tsukuru Tazaki hält sich für einen farblosen Niemand. Er lebt alleine, hat gelegentlich Sex mit Frauen, merkwürdige Phantasien und leidet unter seiner Einsamkeit und einer schmerzlichen Wunde aus einer lange zurückliegenden Vergangenheit. Er hatte einmal vier enge Freunde in Nagoya, zwei Mädchen und zwei Jungen. Zwischen ihnen herrschte eine wunderbare Harmonie. Doch dann zog es Tsukuru nach Tokio zum Studium, während die anderen in Nagoya blieben. Während seiner Abwesenheit musste irgendetwas passiert sein, denn aus für ihn unerfindlichen Gründen wollten die anderen vier über Nacht nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Die Gründe für dieses abrupte Verhalten erfuhr Tsukuru nicht. Und er unternahm offenbar auch keine hartnäckigen Versuche, um sie zu finden. Vielleicht hatte er nicht den Mut, vielleicht fehlte ihm das nötige Selbstvertrauen, oder sein farbloses Selbstwertgefühl ließ ihn einfach kapitulieren. Und haben wir so etwas nicht auch schon selbst erlebt? Unsere Selbstwahrnehmung filtert unsere Sichtweise auf die Wirklichkeit. Wir sehen daher manche Dinge nicht. Vor allem können wir nicht begreifen, dass andere ein völlig anderes Bild von uns haben als wir selbst und uns aus Gründen, die wir nicht verstehen, mögen oder ablehnen.

Erst als Sara in Tsukurus Leben tritt und ihn auffordert, endlich einmal den Dingen auf den Grund zu gehen, beginnen die von Tsukuru selbst geschaffenen Verdunklungen der Wirklichkeit langsam zu verschwinden. Seine aus Blindheit verlorenen Lebensjahre wird Tsukuru nicht zurückbekommen, aber vielleicht eine neue Chance. Ob er sie nutzen wird, erfährt der Leser nicht, denn dort bricht Murakami die Handlung ab.

Wenn man sich auf dieses Buch einlässt, wird man sich vielleicht am Ende auch fragen, ob man selbst immer versucht hat, den Dingen auf den Grund zu gehen, oder ob nicht eine falsche Selbsteinschätzung den eigenen Blick trübte und man etwas übersah, was das eigene Leben in eine ganz andere Richtung geführt hätte.

Westliche Leser mögen einige Stellen in diesem Buch als etwas merkwürdig oder gar befremdlich empfinden. Insbesondere wenn Murakami über Sex schreibt, liest sich das recht spröde und wenig romantisch. Das ist jedoch der japanischen Kultur geschuldet, die wir sicher nicht immer verstehen.

Nach einem etwas holprigen Beginn hat mich dieser Roman besonders am Ende gefesselt und nachdenklich gemacht. Ich hätte das bis zur Hälfte nicht mehr erwartet.
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am 20. Januar 2015
für eingefleischte Murakami-Fans ein ziemlich enttäuschender Roman: flache Sujetbearbeitung, marginale Metaphorik, Verzicht auf die in anderen Werken so bewundernswert verschachtelten Bewusstseins- und Wirklichkeitsebenen, insgesamt von daher hinsichtlich Umfang und Tiefgang unerwartet disproportional, Resonanz folglich: bedauerlicherweise langweilig.
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am 19. Juni 2014
Ein feiner, kluger, äußerst gut lesbarer, von sanft schwebender Poesie getragener, nicht allzu langer Roman mit einem, nun ja, interessantem Schluß.
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am 28. Juli 2015
Ich bin extrem enttäuscht. So platt! So oberflächlich! Klischees!
Ich muss dazu sagen, dass ich alle, wirklich alle, Bücher von Haruki Murakami gelesen habe und auch einige Jahre in Tokio gelebt habe. Ich bin sozusagen ein wirklicher Fan von Haruki Murakami und viele seiner Bücher habe ich mehrmals gelesen und genossen. Auf das Erscheinen des Taschenbuches von "Herrn Tazaki" habe ich geduldig gewartet und bin einfach nur enttäuscht. Wo ist die zweite Dimension? Das übersinnliche Element? Der tiefere Sinn? Die sonst so anschauliche Beschreibung der Hauptperson in ihrem persönlichen Habitat? Oh my God. Bin sowas von enttäuscht.
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am 28. März 2016
Nicht umsonst ist "Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki" ein SPIEGEL Bestseller, ist es doch wieder typisch für einen Murakami-Roman und somit für all die Murakami-Fans auf der Welt, zu denen ich mich seit Kurzem zähle, ein Kauf in der Buchhandlung.
In dieser Geschichte beschreibt Murakami die Freundschaft von Tsukura Tazaki und seinen vier Freunden in ihrer Heimatstadt Nagoya. Auch nach seinem Umzug nach Tokio treffen ich die fünf Freunde in allen Ferien und verbringen genauso viel Zeit wir früher. Doch eines Tages geht nicht mehr ans Telefon, keiner ruft zurück und die Freunde teilen Tazaki mit, dass sie keinen Kontakt mehr wünschen...
Ich habe das Buch verschlungen, beschreibt es doch auf sehr philosophische und poetische Weise ein Leben in Japan (sehr Murakami-typisch). Es zeigt verschiedene Aspekte der japanischen Kultur in ruhiger und entspannter Atmosphäre und das Einzige, worüber man sich ärgert, ist die Tatsache, dass das Buch irgendwann ausgelesen ist. Ich werde mir nach dieser Lektüre zumindest alle weiteren Murakami-Titel kaufen und einen Japan-Urlaub buchen!
Einen Extrapunkt gibt es für das schöne Cover, das mich persönlich sehr anspricht.
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am 13. August 2016
Nach dem Genuß von "Kafka am Strand" und " Mister Aufziehvogel" und der daraus resultierenden Begeisterung für Murakami, habe ich mich für dieses Buch entschieden. Leider hat es mich sehr enttäuscht. Ohne groß auf den Inhalt eingehen zu wollen, gibt es meiner Meinung nach für dieses, sicher eines von Murakamis schwächsten Büchern, nur drei Erklärungen: 1. Man muss selber in einer Sinnkrise stecken um es gut zu finden. 2. Man muss Japaner sein um diese enorme Bedeutung von Bahnhöfen zu verstehen. 3. Verleger Druck auf den Autor getreu dem Motto: schnell einen 300 Seiten Roman innerhalb kürzester Zeit hinterherschieben.
Dabei hat die Geschichte wirklich sehr viel Potenzial, nur ihre Ausarbeitung und phasenweise Umsetzung ist enttäuschend. Im Mittelpunkt steht ein Charakter, der im Buch chronisch als Bahnhofbauer betitelt wird. Gleichzeitig selber sagt, es gibt keine Bahnhöfe zu bauen, sondern nur Treppen- und Toilettenbau etc zu koordinieren. Selbst wenn man Bahnhöfe metaphorisch als Orte der Anonymität, Farblosigkeit und des Verlassenwerdens interpretiert, tragen die ca. 100 Hinweise auf diesen Beruf nicht zur Charakterentwicklung bei und wirken viel zu oft künstlich plaziert. Die Krönung der Absurdität wird erreicht, als am See sitzend die Liebe mit dem Bau eines Bahnhofes verglichen wird und Tzukuru sich selbst als Mörder eines Menschen sieht, den er seit 16 Jahren nicht gesehen hat und der in dieser Zeit starb. Darüber hinaus werden zahlreiche Handlungsstränge konstruiert, die für die Entwicklung der Handlung oder der Charaktere belanglos sind. Die Geschichte von Haidas Vater ist zwar interessant, jedoch völlig zusammenhangslos und kann nur als Seitenfüller (300 Seiten) oder schlechter erzählerischer Versuch, das Thema der Farben nochmals aufzugreifen gesehen werden.
Kurzum: Die Kunst des Autors liegt darin, durch den farblosen Erzählstil das Bild des Hauptcharakters zu gestalten. Erzählerisch und inhaltlich ist dieser Stil an manchen Stellen jedoch extrem künstlich. Beispiesweise fühlt sich Tzukur beim Schwimmen, als würde er gleich einschlafen. Beklemmende Monotonie und Eintönigkeit im Leben kann man auch anders umschreiben. Die Idee der Geschichte ist wirklich toll. Es ist ein leichter Roman, der vom Leser viel Interpretation verlangt um ansatzweise Zugang zu erhalten. Wer nicht viel erwartet und zuviel Zeit hat, kann dieses Buch lesen. Ein Maßstab für Murakami ist es - gottseidank - nicht.
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TOP 500 REZENSENTam 11. Januar 2014
Murakami feiert morgen seinen 65. Geburtstag, sein neuer Roman rast mit Lichtgeschwindigkeit auf Platz 1 der amazon-Liste...sein Erfolg ist auch u.a. auch für Kritiker nicht ganz nachvollziehbar. In seinem neuen Roman, scheint er den Nerv den Zeit zu treffen: Er schildert Traumsequenzen, die sich zwischen Realität, Unterbewusstsein, Grenzen und vielleicht deren Übergänge bewegen. Es skizziert den Beginn von Liebesgeschichten, unausgedrückten Liebesbezeugungen, die Frage nach den den wichtigsten Werten durchzieht - wie ein stiller Ton diesen Roman. Der Hang zum Suizid und dem was ihn nährt spielen hier genauso eine wichtige Rolle, wie etwa die Erfahrung von Verlust, der Wert von Freundschaft und sie Sehnsucht nach Liebe. Ein Cocktail, der wohl den Erfolg den er auch in seinem Land feiert, erklären lassen dürfte. Glaubt man den Zahlen in den Medien, hat er alleine in Japan schon 1. Mio. Exemplare verkauft, eine gigantische Zahl. Das Phantastische hat genauso hier ein Schwergewicht, wie die Fähigkeit - Menschen an ihren inneren Abgründen zu beschreiben. Ein Buch das sich zwischen der Polarität von Glück und Unglück bewegt. Menschen bewegen sich an Abgründen, erleben Verluste und sehnen sich nach Liebe, und all das nicht selten verloren in der eigenen Introvertiertheit und dem Alleingelassensein, ein Puls der zweifelsohne die heute Welt kennzeichnet und von Murakami treffender und ausgezeichneter nicht geschildert werden könnte. Nicht zu vergessen, dass Japan meines Wissens immer noch bis dato die höchste Selbstmordrate vorzuweisen hat. Doch keine Angst es geht hier nicht um Selbstmord, sondern u.a. um unsere innere Entsprechung dazu.

Tsukuru Tazaki ist der stille Held in diesem Roman. Beruflich scheint sein Leben zufrieden zu sein, er baut Bahnhöfe und hat ein geregeltes Leben. Doch die Vergangenheit sitzt wie ein tiefer stiller Schmerz in seinem Herzen. Privat ist sein Leben mehr als grau. Wir begegnen dem 36-Jährigen am Anfang des Buches in seiner Todessehnsucht. Grund dafür liefert die nicht ganz durchschaubare Zeit seiner Jugend- und Studienzeit. Eine damalige Clique von 5 Leuten (2 Mädchen / 3 Jungen) inkl. ihm, haben ihn ohne ihn aufzuklären, die Freundschaft aufgekündigt. Das komische daran ist, dass er nie nachgefragt hat. Für mich der einzige Schwachpunkt in dieser Geschichte, aber vielleicht soll das ja ev. die japanische Mentalität vor Augen führen, wer ausgeschlossen wird, fragt nicht nach. Der junge Tsukuru sehnt sich nach einer Freundin, beschreibt erotische Träume, erste Erfahrungen mit S*x bis er Sara kennenlernt, die spürt, dass er etwas Vergangenes nicht verarbeitet hat. Als sie ihn konfrontiert, macht sie eine Aufarbeitung und Klärung jener unaufgedeckten Geschichte zu einer Bedingung um überhaupt eine Beziehung zu führen. Die Sehnsucht nach Liebe konfrontiert ihn also damit, seine Vergangenheit aufzusuchen, und er beginnt seine damaligen Freunde, auf Drängen seiner Freundin aufzusuchen, um Licht in eine unausgedrückte Vergangenheit zu bringen. Was er nicht weiss: Das eines der Mädchen ermordet wurde. Murakami hält den Leser verhältnismässig lange hin, bis irgendwann klar wird, dass offenbar Tsukuru mit jenem Mord etwas zu haben muss, ohne nicht zuviel hier zu verraten.

Das Besondere an diesem Roman ist, dass ein introvertierter jungen Mann, der an inneren Abgründen steht, mit der Liebe zu einer Frau, seine eigene Vergangenheit beginnt aufzuarbeiten. Es braucht keinen grossen Aufwand bis er sich entscheidet, jene ehemaligen Freunde aufzusuchen, die ihm einst viel bedeutet haben, um heraus zu finden, was die Gründe jenes Ausschlusses waren. Somit ist dieses Buch auch ein Buch nach inneren Werten, der Bedeutung von Glück und die Frage danach, in welchem Verhältnis Liebe, Glück und Unglück zugleich bedeuten kann. Murakami versteht es die innere Auslotung seines Protagonisten in einer Weise nachzuzeichnen, die mehr als nachvollziehbar erscheint, nimmt man einmal jene erwähnte Einschränkung vorne weg. Der Wille Vergangenheit aufzuräumen um Liebe in der Gegenwart zu ermöglichen, ist ganz sicher eines der Themen um die es hier geht. Es ist aber auch eine Suche nach der Wahrheit, nach dem was Menschen bewegt Freundschaften zu kündigen, Erlebtes zu verschweigen, stilles Leid für andere unsichtbar zu halten. Mit dem Aufbruch, die damaligen Freunde aufzusuchen, beginnt auch eine Suche nach sich selbst und das Ziel sich selbst zu finden. Alleine schon wie Murakami versteht, Se*ualität zu schildern ist ein literarischer Genuss, den man selten so lesen kann. Und doch wandert dieser Roman, zwischen Tagtraum und Realität, zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen Farben und Farblosigkeit, zwischen Abgrund und Sehnsucht und Glück und Unglück. Doch die Liebesgeschichten bleiben bei Murakami offen, erreichen nie wirklich eine bis zum Schluss erlebte Ganzheit, nein, vieles lässt er offen, will gar nicht vollenden. Mit Sicherheit trifft Murakami den Nerv unserer Zeit, weil er Menschen beschreiben kann, die zwischen Sehnsucht und Abgrund, ihre eigene Identität suchen und auszuloten beginnen, auch wenn es nicht einfach für sie ist. Das sind Polaritäten, in denen sich meiner Meinung kein Leben entziehen kann, im Gegenteil. Genau hier findet Leben statt, genau hier entscheidet sich, welche Weichen Menschen in ihrem Leben stellen. Es ist der authentische Versuch, dem Leben so etwas wie Glück abzuringen, das vielleicht nie wie hier, ohne Liebe möglich wäre. Auch wenn mich dieses Buch nicht ganz zu 100% überzeugt hat, sei doch eines gesagt: Haruki Murakami ist ein fantastischer Autor. Eine zweideutige Aussage, die wirklich auch so gemeint ist. (Phantasie und Qualität auf höchstem Niveau) In der Gegenwartsliteratur gehört er zweifelsohne zu den Besten, die wir derzeit lesen dürfen. Und: Klar dürfte sein, dass Leser sich auch für frühere Bücher interessieren, weil man Lust bekommt noch mehr von diesem Autor zu lesen, inkl. mir.

Detail: Der klasse gemachte Schutzumschlag ist ein Wirklicher, den man sich öfters so wünschen würde! (Und seinen Namen erstmals richtig verdient.)
Und: Der Autor ist begeisterter Marathonläufer und sagte in Kyoto an Universität im Mai 2013, er möchte noch 85 Marathons laufen…

Empfehlung.

Nachtrag: (12.1.2014)

Das zuletzt neu übersetzte Buch von Murakami: Südlich der Grenze, westlich der Sonne (vom Mai 2013 / aus dem Japanischen übersetzt) das ursprünglich unter dem Titel "Gefährliche Geliebte: Roman" (2000 / aus dem Englischen übersetzt) veröffentlicht wurde, hat mir persönlich jedoch besser gefallen und konnte mich auch vollends überzeugen. Eine Neuübersetzung die für mich wirklich Sinn macht und weniger mit "Geldmacherei" zu tun hat, als damit, dem erstklassig geschriebenen Werk eine neue Frische zu verleihen, die sich auch im Lesegenuss bemerkbar machen dürfte. Neuübersetzungen sind vielleicht nicht immer besser, diese jedoch (vom Original und nicht vom Englisch übersetzt) ist wirklich gelungen. Viele Buchhandlungen haben heute beide Ausgaben, so dass man getrost sich beide Exemplare in eine ruhige Ecke nehmen kann, um Textpassagen zu vergleichen…Was man natürlich getrost auch mit 2 kostenlosen Leseproben einer Kindle -oder sonstigen ebook-Version machen kann…(Beide Versionen sind als ebook verfügbar)
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am 9. Februar 2016
Achtung Spoiler.

Ich gehöre zu den Leuten die keine Lust haben, sich nach dem Ende eines Buches oder auch Filmes Gedanken darüber zu machen, wie die Geschichte weitergehen könnte. Daher war dieses Buch nur eines mehr in einer langen Reihe von Büchern wo ich vom Ende enttäuscht war. Ich hätte gerne gewusst, ob er seine Traumfrau kriegen konnte und was es mit dem anderen Mann auf sich hatte. Die Sache mit seinem Freund, der ihn nach ein paar Monaten wieder verlassen hatte, fand ich auch seltsam, genau wie die Geschichte die dieser erzählt hatte irgendwie nur eine Geschichte in der Geschichte war. Eine interessante Geschichte, die aber keinen Bezug zum Rest des Buches hat und auch wieder nur offene Fragen zurücklässt. Naja. Also ich finde die Geschichte hört zu früh auf, da wäre noch Potenzial gewesen. Zumindest das Anfangsmysterium wurde aufgeklärt, das war ja auch wichtig.
Ansonsten mag ich den Erzähl-/Schreibstil von Murakami sehr gerne, kann seine Bücher recht flüssig lesen wo ich sonst oft Konzentrationsprobleme habe und Absätze mehrmals lesen muss bis ich das Gefühl habe sie bewusst gelesen und verstanden zu haben. Aber bei ihm passiert das selten, also lese ich seine Bücher sehr gerne. Manche Leute haben anscheinend Probleme mit der Übersetzung ins Deutsche, die nehmen es wohl sehr genau, mir macht das garnichts aus, solange es Sinn macht. Er kann sehr schön und bildhaft Szenerien und Landschaften beschreiben, man fühlt sich direkt vor Ort; dies und die Melancholie in seinen Büchern mag ich am liebsten. Zumindest die, die ich bisher gelesen haben waren immer ein bißchen traurig. Jetzt habe ich Sputnik Sweetheart angefangen, mal sehen ob sich da auch solche Gefühle einstellen.
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Tsuruku Tazaki ist 36 Jahre alt und ein Experte für Bahnhofsbau. Er lebt zurückgezogen in Tokio, macht die eine oder andere Dienstreise, erlebt ab und an eine Affäre, führt aber ansonsten eine Nischenexistenz. Erst seine Bekanntschaft mit der erfolgreichen Reisekauffrau Sara Kimoto zwingt ihn, sich über sein bisheriges Leben Rechenschaft abzulegen. So wie Murakami Tazakis Leben in unterschiedlichen Rückblenden darstellt, war es ein Leben, das von einem wesentlichen Verlust geprägt wurde, denn unmittelbar nach Abschluss der Oberschule in Nagoya war er von seinen vier besten Freunden, mit denen er bis dahin ein Herz und eine Seele gewesen war, ohne Begründung aus dem gemeinsamen Kreis ausgestoßen worden. Bei diesen vier Freunden handelte es sich um den hochintelligenten Aka, den sportlichen Oumi, die schöne Shirane und die kesse Kurono, deren Namen übrigens alle eine Farbanspielung beinhalten, während allein Tsuruku Tazakis Name mit Farben nichts zu tun hat, im Sinne des Buchtitels also „farblos“ ist. Die unerklärliche Verstoßung führt bei Tsuruku Tazaki zu regelrechten Todessehnsüchten und körperlichem und sozialem Verfall, von denen er sich erst nach geraumer Zeit befreien kann. Maßgeblichen Anteil an dieser Befreiung gewinnt die Freundschaft mit dem Physikstudenten Haida, einer klassisch gebildeten und philosophisch interessierten Persönlichkeit, die Tazaki eine Reihe von Denkanstößen vermittelt, unter anderem die Bekanntschaft mit Liszt „Le Mal du pays“, einem Klavierstück, das auch die schöne und musikbegabte Shirane gerne gespielt hat. Es wäre vielleicht keine schlechte Idee, sich dieses Klavierstück von YouTube herunterzuladen und als Hintegrundmelodie zur Lektüre dieses Buches zu hören.
16 Jahre nach der Verstoßung Tsuruku Tazaki macht sich der Protagonist nun also nach Nagoya auf, um endlich den Grund für seine Verstoßung herauszufinden. Der ehemals so sportlich Aka arbeitet inzwischen als erfolgreicher Lexus-Verkäufer für Toyota, der intelligente Oumi hat sich in der Personaloptimierung selbständig gemacht. Von ihnen erfährt Tazaki zu seiner grenzenlosen Überraschung, dass die schöne Shirane vor sechzehn Jahren behauptet hatte, von ihm, dem blassen Tsuruku Tazaiki, bestialisch vergewaltigt worden zu sein. Die Beweise für eine echte Vergewaltigung der sogar eine Schwangerschaft und eine Totgeburt folgte, waren so überwältigend, dass die drei Freunde Shirane glaubte und den Kontakt zu Tazaki abbrachen, obwohl mit der Zeit immer mehr Zweifel aufkamen. Zu allem Unglück war Shirane nach diesen Vorfällen seelisch und musikalisch retardiert und am Ende in einer Provinzstadt von einem ungekannten Mörder getötet worden. Shiranes Freundin Kurono, die sich eine Zeitlang um die labile Shirana gekümmert hatte, war vor dieser sozialen Last noch vor dem Mord mit ihrem finnischen Ehemann nach Helsinki geflohen, wo Tazaki sie schließlich überraschend besucht. Im Gespräch zwischen Kruno, die inzwischen finnische Staatsbürgerin geworden ist, und Tazaki werden das gemeinsame Leben der Fünfergruppe und seine damals unbemerkten Bruchstellen noch einmal aufgerollt. Wie sich zeigte, war der Freundeskreis nicht lange nach dem Ausstoß Tazaikis auseinandergebrochen, weil bald keiner dem anderen mehr etwas zu sagen hatte. Am Ende des Buches kehrt Tazaki nach Tokio zurück, resümiert sein Leben und seine weitgehend falsche Selbstwahrnehmung und gesteht der Reisebürokrauffrau Sarah seine Liebe
So erzählt, ist es nicht ganz einsichtig, warum das Buch mich spontan derart in Beschlag nahm. Wahrscheinlich war es der thematische Aufhänger des „Ausschlusses“ einer Person aus einer Gruppe, der mich interessierte, weil ich derzeit ähnliches zwar nicht erlebe, aber deutlich empfinde. (vgl. auch den Voodoo Tod“ in Junot Diaz „Oskar Wao“). Außerdem ist die Diktion in der wunderbaren Übersetzung von Ursula Gräfe ungemein eingängig, es ist eine Sprache in der man sich geborgen fühlt und die man endlos weiter lesen könnte. Murakami gelingen einer Reihe von herrlichen Sätzen und Bildern, etwa die vom „Talent“, das einem „Gefäß“ gleicht, in das man noch so viel hineinschütten könnte, ohne dass es größer wurde, dem überraschenden „Verblassen“ von Menschen, so dass man unwillkürlich eine Fernbedienung mit Scharfeinstellung vermisst. Alle Figuren bis hin in die Nebendarsteller sind scharfsinnig und akribisch ausgeführt, wenngleich die dabei verwendete Psychologie etwas Werkzeughaftes besitzt. Wie immer bei Murakami stößt man sich allerdings auch an der einen oder anderen Formulierung, die eher an Bastei-Lübbe Romane erinnert als an das Buch eines großen Erzählers - wie etwa „Das meiste staute sich unausgesprochen irgendwo in den Tiefen ihrer Seele“ oder die Wendung, „Schamhaar, so feucht wie der Regenwald“, bei denen sich mir unwillkürlich die Frage aufdrängt: War das Absicht oder hat der Lektor gepennt?
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