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Der Autor hat sich einiges vorgenommen: Sein Thema ist die Erforschung Australiens, vom 17. bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts, als Matthew Flinders als Erstem die Umrundung des Kontinents gelang. Während Rudi Palla die Entdecker bis Flinders eher summarisch in einem Kapitel abhandelt, liegt der Schwerpunkt auf der großen Australienreise Flinders'. Daher auch der Titel des Buches: "Der Kapitän und der Künstler", wobei es sich bei dem Künstler um einen Österreicher in englischen Diensten, Ferdinand Bauer handelt. Wenig ist über die Person des wissenschaftlichen Zeichners der Expeditionen bekannt und selbst seine ausgezeichneten Aquarelle und Zeichnungen sind erst nach dessen Tod einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. Ferdinand Bauer ist ein ziemlich unbeschriebenes Blatt, und im Buch nimmt er inhaltlich auch einen eher kleinen Raum ein. Tatsächlich haben ihm eher die enthaltenen Reproduktionen der kolorierten Originalzeichnungen, die heute zum größten Teil im Naturhistorischen Museum in London aufbewahrt werden, auf den Buchtitel geholfen. Sie zeigen wunderbar, warum auch heute noch in wissenschaftlichen Publikation die Zeichnung das Foto schlägt: Das Wesentliche herausarbeiten und dabei die Ästhetik nicht vernachlässigen, das kann nur der Zeichenstift.

Den Fokus setzt der Autor aber auf das Leben des Matthew Flinders, der eben nicht nur ein bedeutender Entdecker war, sondern mit anderen bedeutenden Entdeckern in engem persönlichen Kontakt stand. Er reiste mit Wiliam Bligh ("Die Meuterei auf der Bounty"), einem ausgezeichneten Seemann, jedoch weniger ausgezeichneten Menschen, erstmals nach Australien und wies in einer von ihm geleiteten Kurzexpedition nach, dass Tasmanien eine Insel ist. Die Meriten, die er sich dadurch verdiente, führten dazu, dass man ihm kurz darauf das Kommando über die "Investigator" übertrug, mit der er seine Australienumrundung verwirklichte. Auf dieser Reise begleitete ihn übrigens sein Cousin John Franklin, der später ein bedeutender Erforscher der Polarregion werden sollte. Wer den Roman "Die Entdeckung der Langsamkeit" von Sten Nadolny kennt, der wird sich vielleicht noch an John Franklin erinnern. Rudi Palla hält sich aber im Gegensatz zu Nadolny streng an dokumentierte Fakten und meidet jede literarische Überhöhung. Dennoch schreibt er durchaus lebendig, wenn er auch manchmal etwas zu faktenorientiert ist und die Menschen und ihre Gefühlswelt ein wenig zu kurz kommen. Mit detektivischer Sorgfalt hat Palla die Quellen gesichtet und inhaltlich zusammengefasst. Ein schönes Sachbuch, das kaum jemanden enttäuschen wird.

Die Entdeckungsgeschichte Australiens und insbesondere das wirklich abenteuerliche Leben des Matthew Flinders ist nicht oft Thema von Publikationen für die Allgemeinheit geworden (zumindest in Deutschland), insofern schließt "Der Kapitän und der Künstler" eine Lücke, die man sich eigentlich kaum erklären kann, wenn man das Buch gelesen hat. Eine Geschichte, die man erfinden müsste, hätte sie das Leben nicht selbst geschrieben.
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