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Kundenrezensionen

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am 28. Februar 2011
Nach dem Sachbuch "Zwei ungleiche Rivalen: Puccini und Franchetti" hat Helmut Krausser mit "Die letzten schönen Tage" nun wieder einen Roman veröffentlicht. Dieser sei hiermit unbedingt empfohlen.

Angesichts der enormen literarischen Produktivität Kraussers in den letzten Jahren könnte der Gedanke aufkommen, man habe es bei diesem Buch mit einem Schnellschuss zu tun. Dieser Verdacht bestätigt sich nicht. Im Gegenteil, die kurze Entstehungszeit und auch die augenfällige Nähe zur Gegenwart legen auf eine ganz neue Weise die schriftstellerische Souveränität des Autors frei (wobei "souverän" bei Krausser immer "überlegen" / "gekonnt", und nicht etwa in einem negativen Sinne "routiniert" zu meinen hat).

Die Gewissheit, einen wirklich guten, clever aufgebauten Text zu lesen, paart sich auf sehr interessante Weise mit einem sich stetig steigernden Unwohlsein, das spätestens mit Einsetzen der eigentlichen Haupthandlung (Serge <-> Kathi) beginnt. "Die letzten schönen Tage" ist kein wohliger Text, und dass man sich der entwickelnden Dynamik nicht mehr entziehen kann, auch wenn man vielleicht wirklich gerne würde, ist natürlich Bestandteil der Klugheit des Textes.

Darüber hinaus, und auch das spricht für "Die letzten schönen Tage", bietet sich hier wie auch schon bei "Einsamkeit und Sex und Mitleid" die Möglichkeit, das Buch nach dem ersten Sturzlesen noch ein weiteres Mal aufzuschlagen, und die sich abzeichnenden Verwickelungen und kleinen Signale bewusster mit einzubeziehen.

"Helmut Krausser in Hochform, nah an unserer Gegenwart, ihren Fragen und ihrer Sprache", schreibt Felicitas von Lovenberg in ihrer FAZ-Rezension über den Roman. Dem kann ich mich nur anschließen.
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am 9. August 2011
"Früher las ich viel und gern. Irgendwann dann wußte ich alles, und die Sätze, sogar in den guten Büchern, die Sätze, die sich so viel Mühe gaben, originell zu wirken, die oft kunstvoll gedrechselt waren und raffiniert ausgedacht, wurden schlaff und redundant [...]"

Was Helmut Krausser seinem nihilistischen Protagonisten Serge in den Mund legt, gilt sicher nicht für "Die letzten schönen Tage". Kraussers Sprache ist explosiv, manchmal an der Grenze zum Plakativen. Da passt es gut, dass Serge Werbetexter ist. Einzelne Wörter bekommen ungeahnte Konturen. Krausser weiss sein Sprachmaterial so zu schnitzen, dass selbst ein "Sie klebt wie Scheiße an meinem Schuh [...]" zu einer betäubend authentischen Liebeserklärung wird.

Wie schon "Einsamkeit und Sex und Mitleid" ist auch "Die letzten schönen Tage" im Short Cuts Prinzip komponiert. Die vordergründig unabhängigen Handlungsstränge werden durch den Verwandtschaftsgrad der Figuren oder den Tod einer Katze zusammengehalten. Und dann ist es plötzlich ein Email-Roman. Und auf einmal liest man im Protokoll von Serges Seelendoktor. Krausser bricht immer wieder aus der selbstauferlegten Form aus. Dadurch ist der Plot nicht leicht auszurechnen und das Buch nicht leicht wegzulegen.

Der rote Faden des Romans verläuft direkt durch die schizophrenen Gehirne von Kraussers Figuren: "Mein Selbstmitleid kotzt mich an, als wäre ich zwei Menschen, der eine, der Dinge tut, der andere, der zusieht und darüber richtet und den Kopf schüttelt, den blutlos schlaffen." Das Prädikat "grandios" verdient sich das Buch durch die Art wie Paradoxien aufgemacht und ausgehalten, aber nicht aufgelöst werden: "Ich war froh, keine Zigaretten bei mir zu tragen [...] Wir verbrennen alle im großen Feuer, die einen leuchten, die anderen stinken, sagt Serge immer, und ich fand es plötzlich so folgerichtig, so überzeugend, selbst etwas in der Hand zu haben, das verbrennt, mit jedem Atemzug ein wenig mehr [...]"
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Eigentlich war dieses Buch eine Verlegenheitslektüre. Ich brauchte noch etwas Kurzes, Schnelles fürs Wochenende, bis der neue Murakami bei mir eintrifft. Von Krausser kannte ich bisher nur „Einsamkeit, Sex und Mitleid“ – was allemal ein cooler Titel ist und der in etwa auch wiedergibt, worum es in diesem Roman geht. Als ich meinen ersten Krausser vor ein paar Jahren gelesen habe, gab es noch kein Buchrevier. Deswegen habe ich kaum mehr Erinnerung daran und kann auch nicht im Rezensionsarchiv nachschauen. Egal – ich hatte ihn jedenfalls als passablen Autor abgespeichert, irgendwie in der Pop-Literaten-Ecke – genau das Richtige als Wochenend-Quickie.

Doch schon nach den ersten vierzig Seiten wurde mir klar: Das hier ist weit mehr als nur ein schneller Wochenendroman und alles andere als seichte Pop-Literatur. Sprachlich grandios erzählt Krausser die Geschichte von Kati, David und Serge, eine klassische Dreiecksgeschichte, mit allem, was dazu gehört: Sex, Lügen, Gewissensbissen und natürlich Misstrauen und blinder Eifersucht.

Am Anfang dachte ich: Das ist gar kein Roman, sondern nur eine Sammlung ganz netter Kurzgeschichten. Aber dieser Eindruck verflüchtigte sich schon bald. Nach und nach fügten sich die Handlungsstränge der einzelnen Geschichten zu einem wunderbar dichten Romanplot zusammen. Im Mittelpunkt steht die Geschichte von Kati und Serge. Er ein psychisch auffälliger Werbetexter, sie eine nette, attraktive, ehrliche, junge Frau, die sich nach Serges Nervenzusammenbruch liebevoll um ihn kümmert. Natürlich hat ein Alpha-Weib wie Kati noch andere Männer. David zum Beispiel, ein selbstbewusster Szene-Fotograf, mit dem sie den Sex hat, den der ewig an sich selbst zweifelnde Serge ihr nicht geben kann. Und Zweifel in unterschiedlichster Ausprägung sind genau das, was alle Protagonisten verbindet und aus den Einzelgeschichten einen grandiosen Roman macht. Serge zweifelt an Kati, Kati zweifelt an sich und ihren Gefühlen, David an seinem bisherigen Überzeugungen.

Krausser wechselt alle drei bis zehn Seiten die Erzählperspektive. Schlüpft als Ich-Erzähler in die Haut von David, Serge und Kathi. Auch Davids Mutter, die ich zunächst nicht zuordnen konnte, sorgt mit einer Nebenhandlung für etwas Entspannung und Abwechslung im Dreieckspsychogramm. So ein permanenter Perspektivwechsel kann manchmal ganz schön nerven. Bei Krausser nervt es nicht, sondern gibt der Geschichte sogar den gewissen Drive. Obwohl es insgesamt ein eher ruhiger Roman ist, kommt nach und nach eine gewisse Spannung auf. Die Verwicklungen der Dreiecksbeziehung spitzen sich zum Ende zu, die Erzählperspektiven wechseln immer schneller, alles läuft auf einen tragischen Showdown hinaus. Doch Krausser läuft nicht in die Mainstream-Falle und beendet die Geschichte so ruhig und gelassen, wie sie begonnen hat.

Mir hat dieser Roman sehr gefallen. Krausser hat sich damit bei mir in die Liga der richtig guten, beachtenswerten Autoren geschrieben. Eine Position, die er in der literarischen Community wohl schon eine Zeitlang innehat. Ich habe mir gleich den nächsten Krausser besorgt. Melodien – ein epochales Werk, das diesmal schon beim Durchblättern deutlich macht, dass es weit mehr ist als nur ein Wochenend-Quickie.
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am 28. April 2011
Wieder ist Winter in Deutschland und jeder hat seinen eigenen Weg, der Kälte zu entfliehen. Während ältere Semster in die Sonne Floridas fliehen, suchen Serge und David, Texter und Photograph in einer Werbeagentur, Trost in ihrer Liebe zu Kati, ohne jedoch voneinander zu wissen.

Als Serge angesichts der Leere und Floskelhaftigkeit seiner Arbeit zusammenbricht, entscheidet sich Kati für ihn und will ihm helfen, unter der Sonne Maltas wieder zur Ruhe zu kommen.
Nur wer sich selbst liebt, kann andere lieben doch die Figuren kreisen nur um ihren eigenen kleinen Kosmos und das einzige Gefühl, zu dem sie in der Lage sind, ist Selbstmitleid und Misstrauen. Eine wirkliche Annäherung kann so nicht stattfinden - Žjeder ist seine eigene Insel.

Die Menage a Trois bietet eine Vielzahl pointiert geschilderter Szenen und Situationen, dennoch ist "Die letzten schönen Tage" kein unterhaltender Roman. Krausser spiegelt die Verfassng seiner Figuren in der Form und mitunter springen Frust und Depression nachgerade aus den Seiten; formal aber brilliert der Roman nicht wie der vor zwei Jahren erschienene "Einsamkeit und Sex und Mitleid".

Eine moderne, gekonnt gemachte Schilderung der Spielarten der Liebe in unseren Tagen.
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am 8. Mai 2011
Helmut Krausser in Höchstform, spannend bis zum Schluss, die Gedanken eines psychisch Kranken hervorragend erfasst. Oder sind alle Protagonisten krank? Jedenfalls sind alle intelligent, Zeichen für Krausser's eigene...Wahrnehmung.
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am 23. September 2011
Eine wunderbare Geschichte, irre und schlüssige Wendungen im Buch und von der Stimmung sehr nah, jung, modern. Eines meiner Lieblings-Krausser.
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am 2. Mai 2014
Serge ist werbetexter . manisch und seine Angebetete Kati vögelt mit David aus der gleichen Agentur von Serges Arbeitsplatz
Die Geschichte ist Lustig ,dann am meisten wenn kati mit serge nach Malta für eine Auszeit beziehungsdinge rücken will die unangenehm werden in der bleibe der dubiosen Wohnung von Greta & Freund beide von Beruf System Operator im Spiel Casino
Alle Dialoge sind in einer Art Aufzeichnung -Tagebuchgedanken verfasst.
Auf Malta beginnt Serge recherche über katis e-mails zu Davids beziehung mit aufdringlicher Kraft und Ideen auf eigene Kosten zu manipulieren. kati ahnt was.Die Idee aus zwei perpektiven zu schreiben hat mich extrem Unterhalten.
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am 3. Juni 2011
Kraussers Text ist extrem heutig. Keine Schnulze, keine Barocksuada. Eine Sprache wie wir sie selbst sprechen und verstehen und dennoch in seiner Gesamtstruktur künstlich wie ein englischer Garten. Die Schwierigkeit und Anstrengung eine solch geschliffene Textoberfläche zu erstellen ist nicht zu verspüren. Das Thema des Romans (wenn es denn überhaupt ein Roman ist) ist das Verhältnis des Ich zum Du. Jeder Figur wird eine Innerlichkeit zuteil, die Krausser uns auf Grund der vexierhaften Stimmstruktur des Romans mit seiner unterschiedlichen Erzählhaltung nahebringt. Die innere Flexion über gemeinsam Erlebtes und seine unterschiedliche Wahrnehmung und Verarbeitung wird eingebunden in eine Romanhandlung, die von Berlin, Toronto, Florida nach Malta reicht. Alterität als Grundvoraussetzung der Selbstreflexion und Erkenntnis des Selbst.
Insgesamt ein sehr lohnender Text.
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am 13. April 2011
Ich kann mich den positiven und euphorischen Rezensionen zu diesem Buch nur anschließen: Helmut Krausser wird auch für mich mehr und mehr zu einem verläßlichen Garant für einerseits sehr anspruchsvolle und tiefsinnige, andererseits sehr unterhaltsame und spannende Literatur. Obwohl mir "Eros" und vor allem "Einsamkeit und Sex und Mitleid" noch besser gefallen haben, war auch "Die letzten schönen Tage" wieder ein Volltreffer.

Krausser zeigt dem Leser sowohl spielerisch als auch formal gekonnt die Abgründe und Niederungen seiner Protagonisten, man schwankt ein wenig (so geht es mir jedenfalls) wie oder ob man Serge, David oder Kati symphatisch oder interessant oder abstoßend empfinden soll/will; es scheint mir so zu sein, dass die Symphatieskala während der Geschichte steigt und fällt.

Herrlich und toll beobachtet übrigends auch seine Darstellung der auf der USA-Reise befindlichen Lehrerinnen, hier zeigt er seine Fähigkeit zum schrägen Humor. Das für mich einzige (kleine) Manko des Buches ist die Auflösung (die ich hier nicht verraten will) bezüglich der Beziehung von Serge und seiner Mutter, das hat mich ein wenig enttäuscht, aber den sehr positiven Gesamteindruck nicht geschmälert.
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am 12. März 2011
Wir armen, so nach Glück lechzenden Menschen, die wir dieses Glück immer nur als solches erkennen, wenn es sich längst davongemacht hat, und die wir eine Zeit der Deckungsgleichheit mit der Welt, mit dem eigenen Selbst, den Hoffnungen und Sehnsüchten, denen in gesegneten Momenten ein Hauch von Erfüllung gegönnt ist - die wir also diese Zeit, so banal sie sich kleidete und so wenig Aufhebens sie von sich machte, in der Erinnerung aus tiefer Trauer über den Verlust heraus zu einer Perlenkette der "letzten schönen Tage" fügen...
Kraussers Figuren taumeln durchs Leben, hungrig nach einem Stück Lebensglück, von dem sie glauben, es stünde ihnen eines höheren Rechts wegen zu. Die Erfüllung einer Sehnsucht: Ein Glücksfund im Fluss des Lebens, manchmal als Beute erhascht, deren Genuss aber nur immer größeren Hunger erzeugt. Alles vergeht, dem Lauf der Welt abgerungene Glücksmomente sind kein bleibender Besitz, vertraute Menschen entschwinden uns, werden uns genommen, wir müssen auf neue hoffen - bis wir uns der endgültigen Unausweichlichkeit zu stellen haben. Nur Serge, der in s e i n e r Wirklichkeit lebt, versteht das, aus seinem Wissen um die Welt erwächst eine Hoffnung, die uns melancholisch lächeln lässt: Es ist, wie es ist. - Davon handelt Kraussers neuer Roman, in den man hineinsieht wie in einen Spiegel. Verwundend. Großartig.
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