flip flip Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Book Spring Store 2017 Cloud Drive Photos Mehr dazu HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle PrimeMusic BundesligaLive



am 25. März 2018
Der Ich-Erzähler, ein Journalist, ist 34, wohnt in Tokio, und befindet sich in einer Lebenskrise. Er hört auf zu arbeiten, trifft neue Leute, von denen einige sterben, "vollzieht eine Umdrehung" (wie es im Buch heißt) und kommt am Ende wieder in der Wirklichkeit an. Das klingt so simpel wie Murakamis Erzählweise. Der Roman plätschert so dahin, vor allem geht es darum, wie der Hauptprotagonist seine Tage verbringt. Ab und zu tritt ein erschütterndes Ereignis ein, das „einfach geschieht“, als wäre es völlig normal.

Mal kann man sich gruseln wie E.A. Poe, mal erinnert der Hauptdarsteller an den Steppenwolf von Hermann Hesse. Mal geht es um das Unbewusste (der Erzähler erwähnt C.G. Jung), mal denkt man an Mr. Jekyll und Mr. Hyde (wenn es den Filmstar Gotanda „überkommt“ und er eine Frau tötet). Der Autor spielt mit der realen und einer irrealen Parallelwelt, die mal als Geisterwelt, mal als Projektion des eigenen Ichs charakterisiert wird. Das Buch liest sich leicht dahin, aber an bestimmten Stellen läuft es dem Leser kalt den Rücken hinunter.

Die Anzahl der Protagonisten ist überschaubar. Es sind nicht mehr als 15. Das ist nicht viel für einen Roman nahezu 500 Seiten. Auf S. 357 befindet sich ein Diagramm mit einem Beziehungsgeflecht, anhand dessen man sich einen Überblick verschaffen kann. Das Buch gliedert sich in 44 Kapitel, die einfach nur durchnummeriert sind. Hätte Murakami sie mit Überschriften versehen, könnten sie wie folgt aussehen:

1. Der Ich-Erzähler sinniert zu Hause in Tokio über seinen Aufenthalt in dem schäbigen Hotel Delfin in Sapporo vor viereinhalb Jahren.
2. Er denkt nach über seine aktuelle Lebenskrise.
3. Er entschließt sich zu einer Reise ins Hotel Delfin.
4. In Sapporo stellt er fest, dass an die Stelle des Hotels Delfin das 26stöckige Megahotel Dolphin getreten ist.
5. Der Hotelmanager wird ungern auf das alte Hotel Delfin angesprochen.
6. Erkundung des Hotels und der Umgebung, in der ebenfalls ein Sanierungs- und Neubauboom im Gange ist.
7. Der Ich-Erzähler lernt die 23jährige Hotelangestellte Yumiyoshi kennen, die ihm von einem unheimlichen Erlebnis im 16.Stock erzählt.
8. Recherchen des Ich-Erzählers zur Entstehungsgeschichte des neuen Hotels.
9. Als der Ich-Erzähler im 16.Stock aus dem Fahrstuhl steigt, ist es stockdunkel.
10. Er entdeckt das Zimmer mit dem Schafsmann, offensichtlich eine Parallelrealität.
11. Gespräch mit dem Schafsmann, der behauptet, dass in diesem Zimmer sämtliche Fäden des Lebens des Ich-Erzählers zusammenlaufen.
12. Total erschöpft kehrt der Ich-Erzähler um 3:20 Uhr in sein eigenes Hotelzimmer zurück.
13. Er schläft durch bis zum Abend.
14. Er geht ins Kino und sieht dort den Film „Unerwiderte Liebe“ mit einem ehemaligen Klassenkameraden (Gotanda) in der Hauptrolle.
15. Er fliegt nach Tokio zurück und nimmt auf Aufforderung von Yumiyoshi die 13jährige Yuki mit, die von ihrer Mutter im Hotel „vergessen“ worden ist.
16. Nachdem er Yuki nach Hause gebracht hat, ruft sie ihn an und fragt, ob er im Hotel den Schafsmann gesehen hat.
17. Ein Tag, an dem er zu Hause auf Rückrufe wartet.
18. Gotanda ruft tatsächlich zurück. Er geht mit ihm essen.
19. Dann gehen sie zu Gotanda nach Hause, der zwei Callgirls kommen lässt, mit denen sie die Nacht verbringen.
20. Die nächsten Tage tut der Ich-Erzähler nicht viel außer an die Nacht zurückzudenken.
21. Zwei Polizisten holen den Ich-Erzähler von zu Hause zum Verhör ins Polizeirevier, da seine Visitenkarte bei einer ermordeten jungen Frau gefunden worden ist.
22. Das Verhör dauert 3 Tage. Der Ich-Erzähler verrät nicht, dass er das Opfer auf dem Foto erkannt hat. Es ist eines der beiden Callgirls, mit denen sie die Nacht verbracht haben.
23. Wieder auf freiem Fuß, trifft er sich mit Yuki und stellt fest, dass sie hellseherische Fähigkeiten hat.
24. Mit Yuki zu Besuch bei ihrem Vater, dem Schriftsteller Hiraku Makimura, außerhalb von Tokio.
25. Rückfahrt mit Yuki nach Tokio.
26. Der Ich-Erzähler fährt mit Gotanda im Auto nach Yokohama und berichtet ihm von dem Verhör bei der Polizei.
27. Yukis Vater bittet den Ich-Erzähler, zur Erholung mit Yuki nach Hawai zu fahren und mietet ihnen eine Ferienwohnung.
28. Der erste Tag in Hawai.
29. Sie besuchen Yukis Mutter und ihren Freund, Dick North, die ein Ferienhaus auf Hawai gemietet haben.
30. Der Ich-Erzähler entdeckt das „Totenkabinett“ in einem Hochhaus in Honolulu Downtown.
31. Zurück in Tokio.
32. In Tokio trifft er wieder Gotanda, der mit seinem Leben unzufrieden ist.
33. Der Ich-Erzähler fährt mit Yuki in dem von Gotanda geliehenen Maserati, in dem es Yuki wegen „schlechter Schwingungen“ nicht aushält.
34. Nachricht vom Unfalltod von Dirk North. Der Ich-Erzähler bringt Yuki daraufhin zu ihrer Mutter.
35. Zufällige Begegnung des Ich-Erzählers mit einem der beiden Polizisten, die ihn verhört haben.
36. Der Ich-Erzähler holt Yuki ab.
37. Er sieht mit Yuki den Film „Unerwiderte Liebe“. Yuki erleidet heftige körperliche Abwehrreaktionen auf die Szene mit Gotanda und Kiki.
38. Yuki berichtet dem Ich-Erzähler von ihrer Vision, dass Gotanda Kiki umgebracht hat und was dann geschehen ist.
39. Der Ich-Erzähler spricht Gotanda direkt darauf an, der den Mord zugibt. Es sei einfach über ihn gekommen.
40. Nachricht vom tödlichen Unfall von Gotanda, der mit seinem Maserati ins Meer gestürzt ist.
41. Wieder mit Yuki essen. Sie hat sich entschlossen, wieder ein normales Leben zu führen und sich von einer Hauslehrerin unterrichten zu lassen.
42. Der Ich-Erzähler führt ein unheimliches Telefonat mit Kiki in der „anderen Welt“.
43. Der Ich-Erzähler fährt nach Sapporo, trifft Yumiyoshi wieder, schläft mit ihr und kommt dadurch in der Wirklichkeit an.
44. Der Ich-Erzähler entschließt sich, nach Sapporo zu ziehen und wieder zu arbeiten.

Mit den üblichen Lesegewohnheiten fällt es schwer, den roten Faden auszumachen. Ginge es um den Schafsmann, wäre der Höhepunkt im 10.Kapitel erreicht. Der Roman geht jedoch noch lange weiter, ganz neue Ereignisse treten auf, stellenweise könnte man an einen Krimi denken. Es gibt mehrere Kulminationspunkte, die nur schwer in einen logischen Zusammenhang zu bringen sind. Am Ende läuft der Roman einfach aus.

Dennoch habe ich mich bei der Lektüre gut unterhalten. Ich bewerte dieses rätselhafte Buch mit 4 Sternen.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 5. Dezember 2016
Nach "Wenn der Wind singt", "Pinball 1973" und "Wilde Schafsjagd" stellt "Tanz mit dem Schafsmann" das grande finale dieser Romanreihe dar. Ein gelunger, wenn auch nicht zu 100% zufriendenstellender Abschluss (jedenfalls bin ich dieser Ansicht), der melancholisch angehauchten Lebensgeschichte des namenlosen Protagonisten, der während seiner Laufbahn unzählige Verluste betrauern musste - dazu jedoch kaum in der Lage war. Schön zu wissen, dass es Menschen in seinem Leben gab, welche diese Aufgabe für ihn übernommen haben.
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 14. Mai 2013
Das sind die Worte, mit denen der Schafsmann den Ich-Erzählers aus Haruki Murakamis 1988 veröffentlichtem Roman empfängt. Allein in diesen Worten findet sich die Story Murakamis komplett wieder. Sie ist verworren, traumatisch, romantisch, spannend, konfus und ziemlich schräg. Sie spielt zwischen den Welten und bleibt doch ganz in der Realität. Es ist vor allem Murakamis Kunst, mit Worten zu spielen, der zu verdanken ist, dass -Tanz mit dem Schafsmann- nicht in eine krude Thriller-Story abdriftet. Der Autor aus Kyoto weiß genau, wie man einen Leser an die Geschichte bindet.

Nach etlichen Jahren will unser Erzähler zurück nach Sapporo ins Hotel Delfin. Er hatte dort schöne Tage mit der Prostituierten Kiki verbracht. Er will sie wiedersehen. Aber nicht nur sie, auch das Hotel ist wie ein alter Vertrauter für ihn. Als er dort ankommt, gibt es das alte Hotel nicht mehr. Dort, wo es stand, steht jetzt das Luxushotel Dolfin. Der Erzähler mietet sich ein, sein Interesse für die Empfangsdame Yumiyoshi wird geweckt und er lernt Yuki, die Tochter der berühmten Fotografin Ame, kennen. Als Yumiyoshi ihm erzählt, dass sie sich nachts im Hotel plötzlich in einer anderen Welt wiederfand, wird das Interesse des Erzählers geweckt. Er weiß, wo Yumiyoshi war, denn er kennt das Zimmer des Schafmanns noch. Der Erzähler trifft ihn und erfährt, dass dieses Hotel der Knotenpunkt seines Lebens ist. Doch dann muss er abreisen. Yuki nimmt er mit, da ihre Mutter sie allein zurückgelassen hat. Sie wird eine Art Ziehkind für den Erzähler. Ihr Vater, der erfolgreiche, aber irgendwie dekadente, Autor Hiraku Makimura will ihn sogar dafür bezahlen. Doch das will der Erzähler nicht. Er sucht noch immer Kiki, findet aber nur seinen alten Schulfreund Gotanda. Der ist ein erfolgreicher Schauspieler und hatte mit Kiki in einem Film sogar eine Bettszene. Der Erzähler und Gotanda schwelgen in Erinnerungen und verbringen einen rauschhaften Abend mit Prostituierten. Doch dann gibt es Tote im Bekanntenkreis vom Erzähler und Gotanda. Alles scheint aus der Bahn zu laufen und doch ist irgendwie alles verbunden...

Es ist Murakamis Klasse, die der Geschichte den Reiz gibt. Sein Humor und seine Spitzfindigkeit sind einzigartig gut. Der Einfall des Charakters Makimura ist wunderbar gelungen. Das einzige, was mir an -Tanz mit dem Schafsmann- nicht gefiel, war der Kriminalfall-Strang, der unaufgelöst im Nichts verschwindet. Ansonten hatte ich bei diesem Roman nichts zu meckern. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass es sich mit einem Murakami-Roman wie mit einem Glas Laphroig verhält: Man mag ihn, oder man mag ihn nicht...
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 11. April 2015
Nach längerer Zeit habe ich mir wieder einen Roman von Murakami gegönnt und bin auch diesmal wunderbar unterhalten worden.
All die typischen Elemente sind dabei: der ungewöhnliche Einzelgänger auf der Suche nach sich selbst, das Wandeln zwischen den Welten, die verwirrende Suche nach dem richtigen Umgang mit dem schönen Geschlecht und -natürlich- die Zubereitung scchmackhafter kleiner Mahlzeiten sowie Reflektionen über Musik.
Immer wieder herrlich, wie Murakami skurille Ideen herzaubert und wie er es schafft, dass man unbedingt erfahren will, wie die Odyssee des Protagonisten ausgeht. Macht Spaß die Lektüre, kann ich empfehlen.
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 3. März 2011
Der "Tanz mit dem Schafsmann" setzt 4 1/2 Jahre nach Ende der "Wilden Schafsjagd" ein. Der namenlose Ich-Erzähler ist inzwischen 34 Jahre alt. Wir treffen die Frau mit den schönen Ohren wieder und auch das Hotel Delfin, das für den Fortgang der Geschichte in der "Schafsjagd" so wichtig wurde, spielt im "Tanz" eine große Rolle. Für alle Freunde der "Schafsjagd" ist dieser 1988 erstmalig erschienene Roman eine gelungene Fortsetzung in typischer Murakami-Manier.

Aber auch ohne die vorherige Lektüre der "Schafsjagd" lässt sich dieses Buch wunderbar lesen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die meisten Protagonisten tauchen erstmalig auf.

Viele Menschen sind es, die dem Erzähler auf dem Weg zum großen Glück begegnen. Menschen, die in all ihrem Faccettenreichtum, mal sympathisch, mal unnahbar oder größenwahnsinng, liebenswert oder eiskalt daherkommen und das Leben des Erzählers (und natürlich die Erzählung selbst) prägen. Nicht er selbst ist die treibende Kraft der Handlung: Alles, was geschieht, geschieht quasi von allein. Er muss nur lange genug an einem Ort bleiben und schon holt ihn die Geschichte - seine Geschichte - ein, sei es in Tokyo, Singapur oder gar auf Hawai.

Es geht um Liebe in all ihren Varianten, um käufliche, erotische, echte und um vorenthaltene. Es geht um Leben und Tod, um Mord und um Unfälle. Kurz gesagt um alles, was wichtig ist.

Murakamis Existenzialismus hat alle Modeströmungen überstanden. Seine Bücher sind zeitlos geworden. Im Gegensatz zur unerträglichen Rezension der Amazon.de-Radaktion, hier von Kristina Nenninger. Ihre Kritik ist vom Zeitgeist dermaßen geprägt, dass sie heute überholt ist und von Amazon durch einen gelungenere Einführung ersetzt werden sollte. So wird man Murakami nicht gerecht.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 11. Januar 2014
Ich habe einiges von Murakami gelesen und muss sagen, der “Tanz mit dem Schafsmann“ zieht mich immer wieder in seinen Bann. Die Beschreibungen der Einsamkeit, der Losgelöstheit und des Verbundenseins sind schlicht, treffend und ergreifend. Ebenso die Vorstellung einer anderen, tieferen Ebene des Seins.

Die Handlung ist schlicht verworren und, für mich nicht verwirrend. Anders kann ich es nicht beschreiben.

Wer Murakami mag, wird es mögen. Für all diejenigen, die noch nichts von ihm gelesen haben, wird es zumindest eine interessante Erfahrung sein.
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 6. September 2017
Im besten und und im schlechtesten - Sinne. Es packt und hält einen soweit (wie) man loslässt. Und dann gibt es einen seltsam beleuchtet wieder zurück.
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 28. Juli 2017
Ein muss für echte Murakami-Fans. Irgendwie ein Märchen für Erwachsene und wie jedes Märchen ein Kern voll Poesie und Leichtigkeit.
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 9. Februar 2013
Dies ist meiner Meinung nach das mit Abstand beste Buch von Murakami.Es ist eine fortsetzung des Buches "wilde Schafsjagd".
Ein Feuerwerk an Absurditäten.
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 23. November 2002
Dem bereits als "nobelpreisverdächtig" bezeichneten Haruki Murakami ist mit "Tanz mit dem Schafsmann" ein Roman gelungen, der neben "Mister Aufziehvogel" zu den gelungendsten Büchern des Autors zu rechnen ist.
Das Werk fasziniert vom Anfang an und läßt den Leser, einmal eingetaucht in Murakamis "Kosmos", nicht mehr los. Dabei gelingt es Murakami, die Aufmerksamkeit sowohl durch die Geschichte (wie geht es weiter?) als auch durch die Anregung zu intellektueller Auseinandersetzung mit dem Gelesenen (was bedeutet das?) und die Suche nach literarischen Anspielungen (woher kenne ich das?) zu erregen, und dies ohne erhobenen Zeigefinger, sondern spielerisch und geradezu von selbst.
Es kommen eine Fülle von Themen und Motiven zum Tragen, die durch die Nähe des Ich- Erzähler zum Leser diesen auf dem Weg der Anteilnahme am "Helden" zum Weiterdenken anregen: Die Frage der Selbstfindung, das Problem des Schicksals und seiner Unausweichlichkeit, v.a. aber die Problematik der Realität: Was ist das Wesen der Realität, wie entsteht sie und wieviele Realitäten gibt es eigentlich?
Dabei ist das Buch keineswegs schwierig zu lesen, ganz im Gegenteil: Es ist das reinste Lesevergnügen. In flüssigem Stil, mit Witz und Ernst zugleich erzählt, fesselt Murakami den Leser von der ersten bis zur letzten Seite. Eines der besten Bücher, die ich seit Jahren gelesen habe und meiner Ansicht nach Murakamis bestes Buch.
21 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

Wilde Schafsjagd
10,00 €
Afterdark: Roman
9,99 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken