Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Sonderangebote Bestseller 2016 Cloud Drive Photos Learn More TDZ Matratzen Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimited Autorip longss17

Kundenrezensionen

3,0 von 5 Sternen
1
3,0 von 5 Sternen
5 Sterne
0
4 Sterne
0
3 Sterne
1
2 Sterne
0
1 Stern
0

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 23. September 2008
'Die Gothic-Szene' aus dem Jahr 2005 von Ute Meisel möchte u.a. einen Überblick über die deutsche Gothic-Szene bieten. Es gibt wenige Bücher, die versuchen, die Gothic-Szene neutral und/oder ohne Vorurteile dem Leser näher zu bringen.. deshalb war ich hocherfreut und sehr neugierig, als ich es entdeckt und gekauft habe.
Ich denke, es ist eine Diplom- oder Magisterarbeit aus dem soziologischen/politschen Studienbereich, Aufmachung und Gliederung lassen jedenfalls darauf schließen.

Da ich keine Soziologin ö.ä. bin und auch nicht alltäglich mit wissenschaftlichen Publikationen in Berührung komme, ist meine Rezension bitte nicht unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten, sondern einfach als Buchbesprechung von jemandem zu lesen, der allgemein Interesse an der Gothic-Szene hat, hin und wieder in diese eintaucht und schon viele Bücher zu diesem Thema gelesen hat.

Untersucht wird in dem Buch die Gothic-Szene und die 'Selbst- und Fremdpräsentation der umstrittenen Jugendkultur'. Ganz einfach ausgedrückt, die Autorin untersucht, wie die Szene sich selbst darstellt und wie sie von den szenezugehörigen Medien und jenen, die nicht der Szene angehören, dargestellt wird. (Medien: Bücher, Internet, Zeitungen, Zeitschriften).
Es wird zum Beispiel untersucht, ob es sich beim 'Gebrauch antichristlicher Symbolik um Zugehörigkeitsbekundungen zum satanistischen Glauben handelt', was ja in szenefremden Medien oft behauptet wird. Die Autorin geht auch z.b. Fragen nach, wie die Farbe Schwarz in den Medien beleuchtet wird oder was für Folgen die Darstellung einzelner Thesen in den Massenmedien hat.
Das Buch ist übersichtlich gegliedert, nähert sich Schritt für Schritt dem Kern der Sache, ist im Großen und Ganzen verständlich und auch für Personen geeignet, die nicht unbedingt wissenschaftlich interessiert sind.

Leider hat es die Autorin nicht geschafft, mich restlos zu begeistern. Der Schreibstil ist stellenweise nicht sehr flüssig und viele Sachen werden oft wiederholt ('kommen wir nun zu ..' und 'im weiteren Verlauf der Arbeit..' habe ich einfach zu oft lesen müssen).
Viele Aspekte werde nur angerissen und zu oberflächlich betrachtet, ich denke, dass die Autorin wahrscheinlich keinerlei nähere Kontakte zur Szene hat..(z.B. Musik... über die Spannbreite der Musik zu schreiben und als herausgenommene Beispiele dann Songtext-Inhalte von Corvus Corax, Goehtes Erben und VNV Nation zu beleuchtet, finde ich schon sehr einseitig.)
Da in diesem Buch die Gothic-Szene ausschließlich über Medien definiert wird, kann man nicht wirklich erwarten, dass Zitate von Personen wiedergegeben werden, die die Autorin selber befragt hat und die sich der Szene zugehörig fühlen.
Speziell in den Kapiteln, die sich mit der Selbstpräsentation beschäftigen, habe ich das aber doch ein kleines bißchen gehofft..
Da musste ich dann unfreiwillig doch manchmal schmunzeln, wenn neben wissenschaftlicher Lektüre eben auch ein Katalog von 'x-tra', der 'Orkus' und 'Zillo' und ähnliches betrachtet und zitiert wird und 'aus der Sicht ihrer [der Gothic-Szene] Macher' Ableitungen erfolgen.
Die Frage, ob denn das Bild der Selbstpräsentation der szenezugehörigen Medien mit dem Bild der Selbstpräsentation einer Großzahl der Personen übereinstimmt, die in der Szene wirklich unterwegs sind und diese Medien konsumieren, wird meiner Meinung nach nicht gestellt.

Die Kapitel der Fremdpräsentation durch szenenferne Medien finde ich ganz gut und durchaus repräsentativ; es ist durch eine anschauliche Tabelle abgerundet.
Wer also einen Einblick haben möchte, wie deutsche Medien die Gothic-Szene betrachten, ist mit dem Buch wirklich sehr gut beraten. Allerdings habe ich auch schon bessere Bücher gelesen, die dieses Thema ebenfalls ansprechen, z.b. die Magisterarbeit von Roman Rutowski ('Das Charisma des Grabes, Stereotyp und Vorurteile in Bezug auf jugendliche Subkulturen am Beispiel der schwarzen Szene')
Um eine aktuellen Einblich in die Szene zu bekommen, sollte man aber auch Bücher lesen, in denen vielleicht auch die Leute an sich und nicht nur derer 'Sprachrohre' zu Wort kommen. Oder einfach mal einen 'Gothic' fragen, der einem über den Weg läuft ;-)
0Kommentar| 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden



Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken