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am 14. September 2015
das ist eine provokante Ueberschrift, aber der Buchtitel von HW Kubitzka hält, was er verspricht. Wir stossen hier auf einen Kenner der Materie, der schonungslos offenlegt, wo verbogen, manipuliert und gelogen wurde. Ich würde ihn mal auf die Liste der verbotenen Bücher setzen, da der mit quellenkundlichem Wissen sehr vieles aufdeckt, was manipuliert worden ist. Für glaubens- und kulturgeschichtliche Leser ein ganz tolles Buch. Leicht zu lesen, gut gegliedert und sehr segensreich mit vielen tollen erleuchteten Einsichten. Amen.
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am 28. April 2017
Kubitza beschreibt meistens alles sehr vorsichtig. Sehr interessant ist, wie er die Person Jesus mit den wenigen bekannten Informationen in seinen Motiven herausarbeitet. Beim Vergleich mit den kirchlichen Darstellungen,kann der Theologe Kubitza nur staunen und das verleitet ihn dann manchmal zu einer leicht bissigen Argumentation, was für den Leser durchaus nachvollziehbar ist. Da Kubitza immer aus verschiedenen Perspektiven alles zu beleuchten versucht, kann es manchmal dem Leser auch zu viel mit den Wiederholungen werden. Dennoch ist es ein sehr spannendes und lesenswertes Buch.In seinem Buch Dogmenwahn gelingt es ihm besser die Argumentationen der Kirche bei Widersprüchlichkeiten schrittweise aufzuzeichnen. aus meiner Sicht ist dieses Buch sehr lesenswert und auch Kubitzas leicht bissige Anspielungen zu verstehen, da die Kirche doch sehr dogmatisch und starr reagiert und weiß, dass sie sich total neu reformieren müsste.
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am 11. August 2015
Der Titel ist provozierend und er trifft den Kern der Sache. Zuerst ist man erstaunt und man fragt sich, ob der Autor seine These auch belegen kann. Dann wird einem aber mit jeder Seite schnell klar, wie wahr die Aussage des Autors ist. Dieses Buch ist interessant für Gläubige und Ungläubige. Es ist trotz des provozierenden Titels relativ versöhnlich geschrieben, sodass ein Gläubiger trotz der knallharten, klaren Fakten sich nicht als "abergläubiger Idiot" empfinden muss.
Es wird einem die anfänglich unbewusste und später die bewusste Täuschung durch die Kirche klar. Man erhält genügend Fakten um dieses Netzwerk der Täuschung zu erkennen und nur der eigene, eventuell fest zementierte Glaube, ist die innere, hohe Mauer, welche es zu überwinden gilt. Leider werden dies nicht alle gläubigen Leser dieses Buches schaffen, da viele noch zu sehr in dem psychologisch geschickt gestrickten Geistes-Netzwerk von Mythos, Dichtung und Halbwahrheit gefangen sind und sich vielleicht nie daraus lösen können.
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am 8. Juni 2014
Die Inhaltsbesprechung erspare ich mir, denn das haben andere hier schon mit Genuss und auch mit Verdruss fluessig bis überfluessig erledigt. Kubitza fuehrt in leichter und fluessiger Lesart vor, wie viel gefaelscht ist im AT wie auch im NT, ja eigentlich das gesamte NT ein einziges Plagiat ist: alles, aber auch alles bis ins kleinste Detail ist anderswo schon viel frueher genau so beschrieben worden.... und dann kommen die "unfehlbaren" Paepste daher und giessen diesen ganzen überfluessigen Abklatsch auch noch in Dogmen - mit dem Oberhirtenbefehl aus der Chefetage des Vatikans, dass diese Dogmen ohne wenn und aber zu glauben sind, sonst...Das "Sonst..." nimmt ja heute kaum noch jemand so ernst, aber Jahrhunderte voller Torturen, Kriege, Blutvergießen haben Millionen von Menschen gequaelt und umgebracht: so eine menschenverachtende Geschichte kann doch nicht wirklich für das Christentum begeistern ...und doch sind es noch 1,2 Milliarden, die sich zum katholischen
(sprich "rechtgläubigen") Glauben bekennen. Was muß denn noch alles passieren, damit sie aufwachen? Reichen die juengsten Faelle des Kindesmissbrauchs immer noch nicht?
Ein wichtiges Buch - auch wenn es schon einige, ähnliche gibt. Man kann es aber nicht oft genug und nicht deutlich genug vorführen, daß das Christentum keinen Anspruch auf die ethische Führungsrolle haben kann, wie immer wieder gern hervorgehoben. Die Bibel ist ein böses Buch und spricht von einem äußerst unsympathischen Gott... und das ist zu beweisen, wenn auch manches Historische nicht beweisbar ist , sondern reine Erfindung - Nachempfindung.
Das Cover ist dezent und künstlerisch gelungen, wenngleich - wie andere Rezensenten schon anmerkten - der Titel in Anlehnung an den "Gotteswahn" wohl nicht den vollen Beifall finden wird. Sehr lesenswert - auf jeden Fall!
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am 26. September 2015
Wer es heutzutage, nach unzähligen anderweitigen und manchmal brillanten Versuchen unternimmt, das längst entzauberte Christentum nochmals zu entzaubern, tut etwas Gewagtes. Und wer einiges an religionskritischer Literatur gelesen hat, wird keinen Bedarf nach weiterer Aufklärung über das Christentum verspüren. Und doch hat dieses Buch von Heinz-Werner Kubitza seine volle Berechtigung.

Burkhard Müller hat das Grundproblem jeder Christentumskritik in seinem meisterhaften Schlußstrich auf den Punkt gebracht: „Wer...eine Kritik des Christentums verfasst, beginnt etwas zugleich Abgetanes, als wollte er darlegen, dass die Erde eine Kugel ist, und etwas Aussichtsloses, als bräche er eine Polemik gegen die Schwerkraft vom Zaum, eine donquixotische Paarung des Unnötigen mit dem Unmöglichen. Das ist ein Paradox, aber in ihm gedeiht das Christentum, der Kritik auf das merkwürdigste entrückt und anzusehen wie ein Gespenst, das in der Mittagssonne auf der Hauptstraße spukt.“

Natürlich: Wer auch nur einen Teil der Bücher insb. von R. Augstein, F. Buggle, E. Dahl, K. Deschner, J.W. Franke, H. Groos, C. Hitchens, J. Kahl, T. Logisch, G. Lüdemann, U. Ranke-Heinemann, B. Russell u.a. gelesen hat, wird keinen Bedarf nach weiterer Aufklärung über das Christentum verspüren. Und doch hat dieses Buch des Verlegers Kubitza (Tectum Verlag, Wissenschaftsliteratur) seine Berechtigung.

Der Ex-Theologe und heutige philosophische Naturalist unternimmt es zunächst, eine geschlossene kritische Darstellung der heiligen Schriften des Christentums und vor allem der Person Jesus unter allen wesentlichen Aspekten vorzunehmen. Der Erörterung des peinlichen Gottes des AT folgt die des fragwürdigen NT-Gottes. Die kritische Analyse von Leben und Lehre des Jesus folgt auf den Seiten 65 bis 228. Wegen dieser Schwerpunktsetzung trägt das theologiegeschichtliche Buch zu Recht den verkaufsförderlichen Titel „Der Jesuswahn“, der eine Parallele zum „Gotteswahn“ von Dawkins und zum „Atheismus-Wahn“ von Alister McGrath, einem Anti-Dawkins, darstellt. Kubitza erörtert eingehend die allgemeinen Probleme der Evangelien, die wesentlichen Kapitel des Lebens Jesu einschließlich seiner widersprüchlichen Ethik und der Stufen seiner Vergöttlichung. Ein weiterer großer Themenkomplex sind die Hauptlehren des Christentums mit seiner Erlösungstheologie, Trinitätslehre, Sündenlehre und der ganze „Zauberwald der Dogmen“ sowie die Bibelgläubigkeit und das Christentum als Ideologie und sein Verhältnis zur Esoterik (S. 229-332).

Wegen der politischen Propagierung der angeblich christlichen Werte ist der letzte Abschnitt des Buchs von aktuellem Interesse. Er analysiert im Detail den zweifelhaften Wert der 10 Gebote, problematisiert die biblischen „Tugenden“ Glaube, Hoffnung und Liebe und erläutert zusammenfassend den ambivalenten Vorbildcharakter des von seinen Übermalungen befreiten historischen Jesus. Den Abschluss bildet die kurze Darstellung der wirklichen Herkunft zentraler Werte unserer demokratischen Kultur. Am Ende steht das Christentum als überflüssiges und hierzulande einsturzgefährdetes Gebilde da (333-358).

Das Buch vermag im Rahmen der selbstgestellten Aufgabe inhaltlich natürlich nichts Neues zu bieten. Wer sich für die zahlreichen naturwissenschaftlichen und soziologischen Erklärungsversuche für das Verständnis des Phänomens Religion oder für die Kirchengeschichte interessiert, wird in dem Buch ebenfalls nicht fündig. Das wird dem Leser aber auch nicht versprochen.

Der Band hat indessen erhebliche andere Vorzüge. Die Bibel wird dem Leser geschlossen vorgestellt. Das geschieht in einer wohltuend entschlackten und stets klaren Sprache, die die sehr flüssig vorangehende Lektüre für den noch nicht so gut mit der Materie vertrauten Leser fast zum Vergnügen machen müsste. Dazu tragen etliche Einsichten bei, die in sehr griffigen Wendungen präsentiert werden. Interessant ist es, die Wandlungen des biblischen Gottes zu verfolgen, später dann die allmähliche Vergottung des jüdischen Rabbi Jesus.

Wegen der desolaten Quellenlage zwangsläufig nur die neutestamentlichen Texte als Quellen auch für die ethischen Aspekte des Lebens Jesu verwertend, weist Kubitza in seinen zusammenfassenden Anmerkungen dazu auf Folgendes hin: Die Verfasser der ältesten Texte des NT, Paulus und Markus, teilen zur Lehre Jesu fast nichts mit. Im übrigen treten erhebliche Widersprüche zutage. Kubitza: „Jesus scheint nicht zu bemerken, dass mit den in die ewige Feuerhölle geworfenen Menschen auch seine Liebesbotschaft den Flammen übergeben wird.“ Er weist zutreffend darauf hin, dass „wir aufgrund der Quellenlage letztlich nicht mehr wissen können, was Jesus eigentlich gewollt hat.“

An Kritikwürdigem ist dem Rezensenten lediglich aufgefallen, dass die „Absurdität des christlichen Antisemitismus“ und seine vielfältige Verwurzelung im NT reichlich knapp dargestellt ist, lässt sich doch nachweisen, dass die Judenfeindschaft sogar ein entscheidendes und existenzstiftendes Moment des beginnenden Christenglaubens gewesen ist. Andererseits ist z.B. der Hinweis Kubitzas darauf erhellend, dass sich im Vaterunser (Mt 6,9-13), einem klar jüdischen Gebet, nicht ein einziger christlicher Gedanke findet. Spätestens, wer das Buch gelesen hat, weiß: der Jesus des NT hat mit dem Christus bzw. Jesus der Kirche buchstäblich nichts zu tun.

Die Einzelargumentation lässt sich anhand der zahlreichen Fundstellen von Bibelzitaten gut nachvollziehen. Das Fehlen eines Anmerkungsapparats habe ich wegen des zugrunde liegenden Konzepts nicht als Mangel empfunden. Die Existenz eines Personen- und Sachregisters ist sehr erfreulich.

Der angenehme, solide Band eignet sich hervorragend insbesondere als Einstiegslektüre für ernsthaft interessierte junge Leute, aber auch für Randchristen, die es wissen wollen. Unter [...] kann man sich näher informieren.
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am 30. November 2012
Das Buch „Der Jesuswahn“ von Heinz-Werner Kubitza gibt einen hervorragenden Überblick über die Erkenntnisse der neutestamentlichen Forschung und man kann das Buch grob in vier Teile einteilen. 1) Altes Testament, 2) Jesus von Nazareth, 3) Hauptlehren des Christentums und 4) Ethik und christliche Werte.

Im ersten Teil beginnt Kubitza mit einer, wohlgemerkt sehr kurzen, Analyse des Alten Testaments. Kubitza stellt hier vor allem zwei Fragen. 1) wie steht es mit der historischen Authentizität des AT und 2) kann das AT als Basis für eine allumfassende normative Ethik dienen. Kubitzas Antwort darauf ist klar. Das AT ist kein Geschichtsbuch, es liefert keine historischen Fakten und ist mit den Erkenntnissen der Archäologie und der Geschichtsforschung nicht vereinbar. Kubitza beschreibt den Werdegang des JAHWE, vom Berggott eines kleinen unbedeutenden Stammes hin zum Übergott des ganzen jüdischen Volkes. Bezüglich der zweiten Frage, das AT als ethische Grundlage, schneidet das AT genau so schlecht ab. Das AT ist eine Sammlung von Grausamkeiten eines zornigen, sadistischen Rachegottes. Dies kann unmöglich und darf nie und nimmer die Basis für normative Ethik sein. Kubitza geht auch auf die Scheinargumente der religiösen Vertreter ein, die sich aus dem AT einfach die positiven Schriftstellen heraussuchen und die Fülle an negativen Stellen einfach negieren. So werden zum Beispiel die Psalmen sehr oft herangezogen wenn es um positive Aspekte des AT geht. Doch Kubitza entlarvt diese selektive Wahrnehmung und zeigt auf, dass auch in den Psalmen Grausamkeiten geschildert werden.

Kubitza leitet sehr schnell auf das Neue Testament über und befasst sich im sehr langen und ausführlichen zweiten Teil des Buches mit der Analyse der historischen Authentizität von Jesus von Nazareth. Wer war Jesus wirklich? Was lässt sich über das wahre Leben und Wirken von Jesus aus den Evangelien noch rekonstruieren? Was wurde von den Evangelisten erfunden und vor allem WARUM wurden so viele Jesusworte und Jesustaten erfunden. Für die neutestamentliche Forschung ist klar, dass diese Erfindungen entweder einen theologischen Zweck erfüllten oder eine Situation in einer frühen christlichen Gemeinde widerspiegeln, die es zu regeln galt. Es wird auch auf die Frage eingegangen, warum es außer christlichen Schriften keine anderen Quellen über Jesu Leben und Wirken gibt. Als Beispiel sei in dieser Rezension der, hauptsächlich von evangelikalen Christen immer wieder hervorgebrachte, Historiker Flavius Josephus erwähnt. Josephus hält einer kritischen Überprüfung nicht stand. Josephus war römischer Geschichtsschreiber jüdischer Abstammung und lebte zur Zeit Jesu. Er war Zeitzeuge der Zerstörung des Tempels von Jerusalem (70 nach Christus). Jesus wird bei ihm nur nebenbei erwähnt, bei der Steinigung von Jakobus, dem leiblichen Bruder von Jesus. Er erwähnt Jesus nur deshalb, weil er über die Steinigung des Jakobus berichten will. Eine andere Textstelle bei Josephus, die angeblich von Jesus berichtet und auf die sich die Evangelikalen oft berufen, wurde schon lange als Fälschung entlarvt, die spätere Christen in den Josephustext eingefügt haben.

Um der historischen Wahrheit so gut es geht nahe zu kommen, vergleicht Kubitza immer wieder die Synoptiker sowohl untereinander als auch mit dem Johannesevangelium. Natürlich immer ausgehend von der „Zwei Quellen Theorie“, die das Markus-Evangelium und die Logienquelle Q als Schriftquellen betrachtet. Kubitza zeigt die Textveränderungen und die theologischen Motive der Evangelisten. Er erklärt warum Matthäus und Lukas den Markus-Text veränderten und warum der Text bei Johannes nochmal ein ganzes Stück anders erscheint. Ein interessantes Beispiel, und für mich neu, war die Rolle von Johannes dem Täufer und in welchem Verhältnis Johannes und Jesus zueinander standen. Jesus wurde ziemlich sicher von Johannes getauft, daran zweifeln weder Schriftgelehrte noch Historiker. Kubitza analysiert, wie sich dieses tatsächliche Ereignis im Laufe der Zeit in den Evangelien verändert hat und welche theologischen Motive die Evangelisten hatten, um diese Geschichte zu verändern.

Auch die Rolle des eigentlichen Kirchengründers „Paulus“ wird in Kubitzas Buch eingehend untersucht. In meiner Rezension seien hier nur kurz zwei Kernaussagen beschrieben. 1) Für Paulus hatte das Leben und Wirken von Jesus keine Bedeutung. Für Paulus beginnt die eigentlich wichtige Rolle von Jesus erst mit seiner Auferstehung. Alles andere scheint für Paulus unbedeutend zu sein. 2) Paulus glaubte, so wie alle frühen Christen, an die baldige Wiederkunft Christi, begleitet von Apokalypse und Errichtung des Reiches Gottes auf Erden noch zu seinen eigenen Lebzeiten. Dies geht eindeutig aus dem ersten Thessalonicher Brief hervor. Da dieses Ereignis nicht eintrat, relativiert er im zweiten Thessalonicher Brief diese Aussage mit den Worten (frei zitiert) „...man könne eben nicht wissen wann es soweit ist...“. Der zweite Brief gilt allerdings als eindeutige Fälschung. Er wurde von seinen Schülern oder Anhängern zu einer Zeit verfasst da Paulus schon tot war. Das wissen auch katholische und evangelische Theologen, doch sie verwenden nur ungern das Wort „Fälschung“ und bezeichnen solche Texte (von denen es leider sehr viele gibt) als „Pseudepigraphen“.

Ein wichtiger Punkt im zweiten Teil des Buches ist der Wandel des frühen Christentums von einer jüdischen Sekte, die sich durch den Streit mit der jüdischen Orthodoxie und durch zunehmende hellenistische Einflüsse letztendlich zum Heidenchristentum hin entwickelte. Die Abkehr vom jüdischen Glauben spiegelt sich auch in den Evangelien wider, vor allem in den immer schlimmer werdenden antijudaistischen Aussagen, die die Evangelisten Jesus in den Mund legen. Im zeitlichen Fortschreiten, von Markus über Matthäus und Lukas zu Johannes, wird der Judenhass immer deutlicher.

Der zweite Teil des Buches enthält eine solche Fülle an Informationen, dass ich unmöglich hier alles wiedergeben kann und ich möchte nur noch kurz die beiden letzten Teile des Buches besprechen.

Der dritte Teil beschäftigt sich mit den Hauptlehren des Christentums. Es geht um solche Fragen wie: „War Jesus nun ein Mensch oder Gott?“ „Wann wurde er zum Sohn Gottes ernannt? Bei der Taufe im Jordan, von Geburt an, oder schon seit Anbeginn der Zeit? Wie steht es mit der Dreifaltigkeit? Wann und auf welchem Konzil wurde die beschlossen? Wann kam der Heilige Geist dazu und was soll der eigentlich darstellen? Wann wurde per Definition festgelegt, dass Maria Jungfrau war? Etc. etc. Ein Großteil der christlichen Glaubenslehren lässt sich nicht aus dem Neuen Testament rekonstruieren. Kubitza zeigt deutlich, dass diese Glaubenslehren erst im Laufe von Jahrhunderten definiert wurden, von Kirchengelehrten wie Paulus, Origenes und natürlich Augustinus und Thomas von Aquin. Wie steht es mit Begriffen wie Himmel, Hölle, Fegefeuer, Vorhölle, Teufel, Dämonen, Engel, etc.? Nun könnte man meinen, diese Glaubenslehren entstammen eben antiken oder mittelalterlichen Weltbildern. Doch weit gefehlt. Die leibliche Himmelfahrt Marias wurde zum Beispiel erst im Jahre 1950 als Dogma in den katholischen Katechismus aufgenommen!

Um die Rezension zum Abschluss zu bringen, werfen wir noch einen kurzen Blick auf den letzten Teil des Buches. Hier kommt Kubitza wieder zurück zum Thema Ethik. Es geht um die Frage der christlichen Werte. Fragt man Menschen auf der Straße was denn christliche Werte seien, dann hört man als häufigste Antwort „die zehn Gebote“. Kubitza hinterfragt, ob die zehn Gebote wirklich als Grundlage einer normativen, d.h. verbindlichen Ethik für eine moderne Gesellschaft herhalten können. Die Antwort lautet NEIN und ist zweigeteilt. Entweder die Gebote widersprechen den Werten eines modernen liberalen Rechtsstaates oder sie sind so allgemein gehalten, dass sie ohnehin in jeder Gesellschaft Gültigkeit besitzen, und zwar auch ohne religiöses Fundament. Sie wollen Beispiele? Das erste Gebot „Du sollst außer mir keinen anderen Gott haben!“ ist ein Widerspruch zur Religionsfreiheit, die man in allen westlichen Rechtsstaaten genießt. Das Gebot „Du sollst nicht töten!“ gilt nur für die eigene Volksgemeinschaft. Es bedeutet ein Jude darf keinen Juden töten, Heiden darf man selbstverständlich schon töten, das wird von Gott sogar so befohlen. Wer es nicht glaubt, der lese das Alte Testament. Jeder moderne Rechtsstaat ist da ethisch viel weiter, denn hier gilt das Tötungsverbot für ALLE Bürger. Andere Gebote wie zum Beispiel „Du sollst nicht stehlen!“ sind von Glaube, Religion oder Volkszugehörigkeit sowieso unabhängig. Dieses Gebot ist nichts weiter als eine Verhaltensregel, die man in allen Gesellschaften auf diesem Planeten wiederfindet. Fazit: Die zehn Gebote als ethische Grundlage zu verwenden, ist nicht zielführend und in weiten Teilen sogar unangemessen. Doch wie sieht es aus mit anderen sogenannten christlichen Werten, zum Beispiel die oft zitierte Nächstenliebe? Wer die Bibel gelesen hat, der weiß, dass die Nächstenliebe eindeutig ein jüdisches Gebot ist, das sich bereits im AT findet (3.Buch Mose, Kapitel 19, Vers 18). An der Stelle im Neuen Testament, wo Jesus von einem Schriftgelehrten nach dem höchsten Gebot gefragt wird, zitiert Jesus, neben dem Gebot zum Eingottglaube, diesen besagten Vers aus der Thora, eben so, wie es sich für einen jüdischen Rabbi gehört. Im übrigen hat Jesus keine neue Ethik erfunden. Er sagt ja auch selber, „...ich bin nicht gekommen, um zu verändern, sondern um zu erfüllen“. Alles was Jesus gepredigt hat, bewegt sich im Rahmen des jüdischen Wertekanons. Das bestätigen sogar jüdische Gelehrte heute. Politiker beschwören in ihren Sonntagsreden immer wieder die christlichen Werte. Doch so wie es aussieht wissen diese Politiker nicht wirklich wovon sie reden. Die zehn Gebote sind hoffentlich nicht gemeint, denn das wäre ein Rückfall in archaische Verhältnisse.

Abschließend:
Es ist unmöglich, in Kurzform alles wiederzugeben was Kubitza in seinem Buch ausführlich und detailliert analysiert. Aber jeder der diese Rezension liest sollte doch ein gutes Bild davon bekommen, worum es in Kubitzas Buch geht. Ich persönlich war von diesem Buch sehr positiv überrascht. Wenn man so wie ich bereits Deschner, Lüdemann und viele andere Neutestamentler gelesen hat, dann trifft man nicht mehr oft auf neue Erkenntnisse. Doch durch Kubitzas Buch habe ich erstaunlicherweise noch einiges dazu lernen können. Wer neu auf diesem Gebiet ist, für den ist Kubitzas Buch eine ideale Einführung. Und im Anschluss daran kann man sich Deschner und Lüdemann zu Gemüte führen. Kubitzas Schreibstil ist hervorragend einfach und flüssig zu lesen. Zum Vergleich, Deschner war und ist für mich sehr mühevoll zu lesen (endlos lange Sätze, voll gestopft mit verschachtelten Nebensätzen) und Lüdemann schreibt leider sehr sachlich trocken. Kubitza war hingegen ein Lesevergnügen.

Persönliches:
In den negativen Rezensionen (die eigentlich keine sind, weil man sofort erkennt, dass diese Leute das Buch nicht gelesen haben) wird bemängelt, Kubitza würde die christliche Lehre „einseitig“ darstellen. Das kann ich nicht bestätigen. Wann immer es unter den Wissenschaftlern unterschiedliche Ansichten gibt, so weist Kubitza eindeutig darauf hin (Bsp. Theißen hält diesen oder jenen Spruch für echt, oder Lüdemann hält den Spruch für eine Fälschung, etc.). Von einer einseitigen Darstellung zu sprechen oder gar nur der Wiedergabe der persönlichen Meinung des Autors, diese Unterstellung muss man klar zurückweisen. Dass der Inhalt des Buches und die Erkenntnisse der neutestamentlichen Forschung den christlich religiösen Fundamentalisten nicht gefällt ist verständlich. Das zeigt sich auch an den vielen negativen Bewertungen und zum großteil unsachlichen Kommentaren.

Kritik:
Die einzig zulässige Kritik an diesem Buch betrifft meiner Meinung nach den Titel. Der sehr provokante Titel wurde offensichtlich in Anlehnung an Richard Dawkins „Gotteswahn“ gewählt. Das hatte mit Sicherheit Marketing-technische Gründe. Ich hätte einen etwas neutraleren Titel gewählt, denn die Provokation hat zur Folge, dass genau diejenigen die dieses Buch lesen sollten, nämlich religiöse Christen, das Buch gar nicht erst in die Hand nehmen. So wird dieses Buch wahrscheinlich nur Personen ansprechen, die ohnehin auch schon Deschner und Lüdemann gelesen haben. Bei einem neutralerem Titel hätte vielleicht auch der eine oder andere Christ in dieses Buch hinein geschmökert und es hätte ihm oder ihr vielleicht die Augen geöffnet. Aber wahrscheinlich ist das nur mein persönliches Wunschdenken.
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am 2. September 2015
Dass man – ich möchte sagen - trotz eines Theologiestudiums zu logischem und vor allem kritischem Denken auf hohem Niveau in der Lage sein kann, bestätigt Kubitza mit diesem Buch nachdrücklich. Der Autor entzaubert den als Gott verehrten Jesus überzeugend auf eine sachlich-wissenschaftliche Art und Weise, sodaß von Jesus bestenfalls ein für die damalige Zeit überdurchschnittlicher Mensch übrigbleibt, der jedoch gerade keine Antworten für die Fragen unserer Zeit bietet. Seine Ansätze in der Beurteilung der Welt, sein Menschenbild und seine ethischen Prinzipien sind einfach überholt.
Ebenso hebt der Autor die Grundprinzipien des Christentums gänzlich und überzeugend aus den Angeln. Es ist ihm daher zuzustimmen, dass es keine Option ist, an etwas zu glauben, das offensichtlich unwahr ist.
Es bleibt abzuwarten, wie lange sich die christlichen Wahnvorstellungen noch halten werden. Kubitza leistet mit seinem Buch jedenfalls einen sehr wertvollen Beitrag für die Überwindung dieser religiösen Wahnvorstellungen.
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am 19. Juni 2015
Kubitzka stellt nachvollziehbar die Unterschiede zwischen dem "Historischen Jesus", den es gegeben hat, dem "Jesus der Evangelien", wie er in der Bibel beschrieben wurde, dem "Kirchlichen Jesus", den die Kirchen in Predigten und Religionsunterricht darstellen und dem "Jesus der Christen", die sich aus ihren Kenntnissen eine eigene Jesus-Version erzeugen, dar. Wirklich sehr spannend, wem Millionen Menschen da hinterher eifern! Auch die Erkenntnisse der Neutestamentarischen Forschung nahegebracht zu bekommen, war für mich sehr interessant, wenn auch gar nicht der Schwerpunkt des Buchs darauf liegt.
Für mich das lesenswerteste Buch des Jahres (bis jetzt). Etwas mehr Neutralität in der Darstellung hätte dem Buch gut getan, deswegen nur 4,9 Sterne.
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am 15. Februar 2017
Würde ich nur dieses Buch kennen, hätte ich 5 Sterne vergeben. Aber Deschners "Abermals krähte der Hahn" spielt noch einmal in einer ganz anderen Liga und dafür darf man keine 6 Sterne vergeben. Das Buch von Kubitza ist brilliant geschrieben, dabei leicht verständlich, auch für Leser, die sich selten an Sachbücher herantrauen. Dennoch geht es in die Tiefe, alle Behauptungen sind wissenschaftlich belegt. Besonders glaubwürdig auch deshalb, weil der Autor evangelische Theologie studiert hat und sich nicht auf diesem "wissenschaftlichen" Studium ausgeruht hat. Vielmehr hat er wirklich wissenschaftlich gearbeitet, Werte wie Freiheit, Demokratie, Toleranz in den Vordergrund gestellt, die Fremdwörter in der christlichen Religion sind.
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am 28. Mai 2016
Sehr klare Darstellung der "Jesus-Illusionen" und die Zusammenhänge altes nun neues Testament sowie des Umfeldes der Entstehung.
Kaum zu glauben wie die Fakten durch eine Vielzahl von Fachleuten ignoriert werden können.
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