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Kundenrezensionen

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am 14. Dezember 2004
Leicht ist "Felix Krull" nicht nur dem Gewicht nach im Vergleich zu anderen Thomas Mann Büchern. Auch inhaltlich ist die Geschichte weitaus weniger sperrig als beispielsweise Manns Dr Faustus oder der Zauberberg. Das muss auch so sein, denn der Protagonist des Romans, Felix Krull, führt ein leichtes Leben. Nicht von Natur aus. Seine Familie verarmt, das verwöhnte und von Dienern umgebene Bürgerssöhnchen muss plötzlich selbst Liftboy und Kellner werden - man könnte meinen, es handle sich um einen Stoff für eine Tragödie. Weit gefehlt! Felix Krull ist ein Schelm vergleichbar mit Simplicissimus, Don Quichote oder demTaugenichts. Sein Optimismus, seine Selbstüberzeugung und seine lebensbejaende Haltung sind nicht zu brechen. Der Roman ist ein Buch, bei dessen Lesen man sich immer wieder an der eigenen Nase nimmt. Natürlich will man nicht steheln und betrügen wie Krull, aber ein wenig von seiner optimistischen und immer mit dem Blick nach vorne gerichteten Lebenseinstellung zu borgen, könnte wohl kaum jemandem schaden. Das Leben ist ein Spiel, in dem man gewinnt und verliert. Schön, dass Thomas Mann sich am Ende seines Lebens zu einer solchen Aussage durchringen konnte. Die Sprache Thomas Manns lässt nichts zu wünschen übrig. Möchten Deutschschüler Stil lernen, so sollten sie Thomas Mann "lernen". Kompliziert sind manche Sätze schon, durch die Leichtigkeit und Flüssigkeit des Inhalts wird das aber selbst für Leute, die nicht so gerne konstruierte Sätze lesen, mehr als kompensiert. Einfach lesenswert! Bloß noch eins: Wer nicht schon im Vorhinein weiß, dass dieser Roman durch Thomas Manns Tod unterbrochen wurde und daher nicht vollendet ist, wird am Ende eine bittere Enttäuschung erleben. Zu sehr ist man plötzlich mitten aus dem Leben des Helden gerissen. Aber so ist das Schicksal nunmal. Und immerhin lässt das die Chance, selber weiterzuträumen. Taugenichtse und andere Schelme tun das nämlich!
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am 30. November 2000
Kaum ein Roman zuvor hat mich so beeindruckt, wie Felix Krull es tat. Dagegen wirken sich die Buddenbrocks wie ein Schuljungenstreich aus ( natürlich sei angemerkt das dazwischen ca. 50 Jahre Lebenserfahrung liegen). Ein brillianter Plot führt uns von den Kindertage Krulls im Rheinland in die schon damals sündige Großstadt Frankfurt mit all ihrem käuflich zu erstehenden Luxus ( körperl. Liebe eingeschlossen). In diesem gesellschaftl. Mikrokosmos lernt der mittellose Felix die Freuden der Oberschicht durch nächtelange Beobachtung verstehen. Durch Beziehungen gerät er an eine Liftboy/Kellner-Anstellung in einem exaltierten Pariser Hotel, in dem er schliesslich die Bekanntschaft mit Louis, einem Luxemburgischen Markgrafen macht, der aus Liebespein einen Identitätswechsel vorschlägt... Der Roman lebt vom handlungsreichen Plot und den erfrischenden in Mannscher Manier gehaltenen Monologen zu Liebe, Seinslehre, Künstlertum und dem Leben an sich. Etwas sauer stösst anfänglich die grenzenlose Selbsterhöhung des Helden auf, die jedoch im Laufe des Textes immer deutlicher als ironische Überzeichnung den (selbstverliebten) Leser zum Überdenken einlädt. Ein hochaktuelles Thema in unserer heutigen Ego-Welt. Neben "Lotte in Weimar" sein bestes Werk.
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am 4. April 2009
Thomas Manns schrieb sein letztes Buch, "den Krull", mit 79 Jahren. Vergleicht man dieses Buch mit den Alterswerken der etablierten literarischer Seniorenetage unserer Zeit, dann zeigt sich ein weiteres Mal, was echtes Genie ist, und was nur Talent: Während Walser, Updike und Roth Jahr für Jahr die vorhersehbare Litanei eines gealterten Melancholikers auswerfen, der über seine schwindende Erektionsfähigkeit sinniert und sein rückläufiges Libido beklagt, und der sich irgendwann im Laufe des Buches an eine kesse 17-jährige ranschmeisst, liefert Thomas Mann eine Jugendbeschreibung ab, die an Reichtum, sprachlicher Vielfalt und purer Lebenslust kaum mehr zu überbieten ist.

Mit Felix Krull, dem sprachgewandten Schlitzohr, dem spielerischen Schelm, dem Kleinkriminellen, der nahezu jedermann fasziniert und der egal, wohin er geht, sofort alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist Mann (der niemals für seine Figurenzeichnung bekannt war) nocheinmal ein Charakter gelungen, den man niemals vergisst: Seine Abenteuer, erst in Frankfurt, dann als Kellner und Aufzugführer in Paris, und schliesslich als vermeintlicher Lord in Lissabon, der von der gesamten Schickeria hofiert wird, obwohl er doch nur die stachelige Tochter des Hauses verführen will, sind ein wahrer Genuss, seine gesetzwidrigen Aktivitäten, getarnt in geschliffene Monologe, jedes Mal aufs Neue so amüsant und originell, dass sich niemals Langeweile einstellt. Egal auf welchem Bahnhof Krull aussteigt, er verlässt die Stadt mit vollen Taschen und in guter Kleidung.

Und so ist es diesem Jahrhundertschriftsteller in seinen letzten Jahren noch einmal gelungen, sein Gesamtwerk zu übertreffen, und ein Buch zu schreiben, an das man sich sein ganzes Leben zurückerinnert. Auch für Leser, die mit Thomas Mann bislang aus nachvollziehbaren Gründen nicht so recht warmgeworden sind, bieten diese "Bekentnisse" den perfekten Anknüpfungspunkt: Die Sätze nicht zu lang, keine exzessiven Beschreibungen, von der ersten bis zur letzten Seite ist dieses Buch mit einer so zauberhaften Frische geschrieben, die einen sofort einnimmt. Zu einem "Memoiren zweiter Teil" kam es leider nicht mehr: So muss sich jeder sein eigenes Ende dieser Schelmengeschichte ausdenken.
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am 7. Juni 2002
Die 4 CDs enthalten Mitschnitte aus den Jahren 1953-55 der von Thomas Mann kurz vor seinem Tod 1955 vorgenommenen Lesereise zum Felix Krull.

Thomas Mann liest: Zweites Buch, 5., 7. (Ausschnitt), 8. (Ausschnitt) Kapitel; Drittes Buch, 1. (Ausschnitt), 5., 10. Kapitel. - Die Aufnahmen sind von verschiedener, jedoch niemals schlechter, Tonqualität.

Es ist eine Freude, dem Meister zu lauschen, zumal die Aufnahmen sehr authentisch sind: Das Umblättern der Seiten ist ebenso zu hören wie die Reaktionen der Zuhörer, und selbst ein Thomas Mann ist nicht davor gefeit, sich gelegentlich zu verlesen.

Was das Buch als solches betrifft, so ist der 1954 erschienene Schelmenroman ein guter Einstieg in die Literatur Thomas Manns. - Erzählt wird die äußerst amüsante, mit feiner Ironie durchwobene Lebensgeschichte eines weltgewandten Lebenskünstlers; ... böse Zungen mögen gar sprechen von der eines Betrügers, ... genauer: des Betrügers schlechthin: Felix Krull - und zwar von niemand geringerem als von diesem höchstselbst!

Sicher, die Syntax ist kompliziert, setzt voraus, dass der Leser sich darauf einlässt, und erfordert Konzentration und Geduld; - in ihrer Schönheit, der Poesie ihrer vollendeten Komposition entschädigt sie jedoch vollkommen dafür. Und nicht nur durch diese. Der geneigte Leser wird, abgesehen von dem herrlichen Plot, verwöhnt mit einer Priese (gut verständlicher) Philosophie und Lebenswahrheiten über menschliches Zwischeneinander und über die Liebe, bei denen man sich zurücklehnt und sie sich auf der Zunge noch einmal zergehen lässt.

"Der Memoiren erster Teil" lautet der Untertitel. Und in der Tat ist es bedauerlicherweise weder Felix Krull noch Thomas Mann vergönnt gewesen, diese Erzählung zu beenden. Diese Tatsache mag Anteil daran haben, dass das Geschehen zum Ende hin, im letzten Viertel, ein wenig zu zerfließen scheint und ins Stocken kommt. Allzu lang lässt Thomas Mann seinen Felix Krull in Lissabon verweilen, zu ausführlich über die Liebe philosophieren. Doch wie schon erwähnt, und das mag den Leser diesbezüglich etwas milder stimmen: Das Ende des Romans ist nicht auch das Ende der Geschichte, sondern ist lediglich als der Abschluß einer der zahlreichen Episoden, aus denen die Erzählung besteht, zu verstehen.
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am 25. September 2016
Der unerträgliche, geschwätzige Stil des Autors durchzieht das ganze Buch. Eine Sprache, die sich spreizt und zeigen will, zu welchen Formulierungen sie im Stande ist. Ein von der Grammatik abgesegneter Quatsch verhindert das Eintauchen in die Geschichte.

Man muss sich größtenteils zwingen zum Lesen. Immer wieder versperren ermüdende Aufzählungen von Gegenständen den Fortgang der Handlung. Das Stilmittel des `pars pro toto` ist dem "Weltautor" Mann offenbar fremd.

Taugt die eigentümlich komplizierte Redensweise der Hauptfigur immerhin noch dazu, deren Selbstverständnis und angestrebten Status zu unterstreichen, so lässt der Autor auch alle anderen Figuren, selbst junge Töchter, in gedrechselten Schachtelsätzen schwadronieren.

Mann ist in seinen geschwätzigen Stil so verliebt, dass er die Möglichkeiten einer persönlichen Charakterisierung der jeweiligen Figur komplett ignoriert. Fast jeder und jede, die auftaucht, redet im 'Kroll-Stil`.

Dieser besteht darin, dass der Sprecher während seiner Rede auf die Metaebene wechselt, um von dort sein eigenes Sprachverhalten fortwährend zu kommentieren. So entstehen sinnlose Einschübe wie: „Es scheint mir, dass“, „so möchte ich behaupten“, „schien es mir doch angemessen zu sagen“, „scheint es meiner Pflicht zu obliegen, den Leser auf die Tatsache hinzuweisen, dass“, „wenn ich mich nicht irre“, etc.
Das maßlose Erweitern der Sätze, das Einziehen immer weiterer Unterebenen, trägt zur Verwirrung bei und erschwert die Lesbarkeit.

Die Hochstapelei - das angebliche Grundmotiv des Romans - lässt sich nur sehr eingeschränkt feststellen. Krankfeiern und banaler Diebstahl haben nichts mit Hochstapeln zu tun. Kellnern auch nicht. Ebensowenig Krolls verkappte Gigolo-Tätigkeit. Auch die militärische Ausmusterung erlangt er nicht durch die Überhöhung seines Könnens, sondern durch das Gegenteil.

Da, wo Manns Hauptfigur sich tatsächlich zu höherem aufschwingt, nimmt er einen Rollentausch vor, leistet er eine bloße Gefälligkeit. Außer die Welt zu bereisen, erlangt er durch die Annahme der fremden Identität keinen Vorteil, und selbst dieser ist nicht erschlichen, sondern mit dem Tauschpartner vereinbart. Im Gegenteil: Kroll übergibt ihm sogar noch seine Ersparnisse.

Ein Hochstapler hätte Kroll erst dann richtig sein können, wenn er seine Rolle als reisender Marquis auf Kosten fremder Eltern dazu benutzt hätte, eigene Unternehmungen zu wagen, wenn er bedeutende Positionen erlängt hätte, wenn er Tätigkeiten entfaltet hätte, die über die Absprache mit dem in Paris gebliebenen Kollegen hinausgegangen wären. So beschränkt sich seine Rolle darauf, dem Müßiggang zu fröhnen, Frauen mit seinem Äußeren zu beeindrucken und von unterwegs Briefe im Namen eines anderen zu schreiben.
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Felix Krull, Sohn eines bankrotten Sektfabrikanten, blickt auf sein Leben zurück und schreibt seine Bekenntnisse, eine Geschichte seiner gesellschaftlichen und erotischen Erfolge. Er erzählt dem Leser vom köstlichen Gefühl an der Brust seiner Amme, der Genugtuung des wiederholten Schokoladendiebstahls im Kindesalter und vom Diebstahl an seinen Liebsten. Die Welt will betrogen werden, ist seine Auffassung - und er betrügt sie. Die einschneidenste Veränderung seines Lebens ist sein Rollentausch mit dem Marquis de Venosta. Mit den Papieren, dem Vermögen und dem Namen des Marquis ausgestattet, stehen den ehemaligen Hotelpagen die Türen zur Gesellschaft offen, die er für sich zu nutzen weiß.

Aus humorvoll-ironischer Distanz zeichnet der Autor augenzwinkernd und amüsant ein von vielen heiteren bis absurd-grotesken Einfällen durchzogenes Panoptikum der bürgerlichen Welt, die ihre spießige Unbeweglichkeit damit bezahlen muss, von einem Gernegroß wie dem Protagonisten Krull an der Nase herumgeführt zu werden.

Das Werk ist in einem für Thomas Mann typischen Stil geschrieben: Es werden lange, verschachtelte Sätze verschwendet. Und trotzdem liest es sich relativ leicht, viel leichter, als etwa der "Zauberberg".

Ich habe dieses Werk mit wachsendem Wohlgefallen genossen - um einmal mit Thomas Manns Worten zu sprechen. Seine blumige Weitschweifigkeit regt meine Phantasie an, lässt mich das Geschehen auf einer ganz anderen Ebene miterleben.
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„Felix Krull" ist das beste Buch, das Thomas Mann geschrieben hat. Inhaltlich ähnelt es den beiden bekanntesten Romanen Manns „Der Zauberberg" und „Buddenbrooks". Im Gegensatz zu den eben genannten, ebenfalls sehr empfehlenswerten Titeln, ist „Felix Krull" aber viel eleganter und nicht so schwer. Nicht Schwer auch im wörtlichen Sinne, denn angenehmer weise hat dieser Roman nur 400 Seiten, was aber auch daran liegt, daß es nur der erste Teil der Geschichte ist, die dann nicht fortgesetzt wurde. Aber das ist kein Verlust, denn die Geschichte verliert durch das offene Ende nichts von ihrer Schönheit. Anders als bei Manns dicken Schwarten ist in diesem Roman kein Wort zu viel gesetzt. An manchen Stellen, wenn er droht zu weit auszuschweifen, weißt Mann mit Selbstironie darauf hin, daß diese Passage unbedingt notwendig ist, um die Geschichte zu erzählen. Humor ist eine ganz wesentliche Stärke der fiktiven Autobiographie des Hochstaplers Felix Krull.
Manns Charaktere in diesem Roman sind durch und durch deutsch, im guten wie im schlechten Sinne. Einmal mehr geht es um die zwei Welten, in denen sich Mann bewegt hat, die künstlerische und die bürgerliche. Obwohl dieses Thema bereits in den „Buddenbrooks" bis ins kleinste Detail abgehandelt wurde, findet Mann doch immer wieder neue, originelle Worte für diesen Dauerkonflikt seines Lebens. Des weiteren geht es die Verlockungen des Reichtums und den Umbruch der alten Gesellschaftsordnung durch den naturwissenschaftlich-technischen Fortschritt. Es dauert etwas bis die Erzählung in Schwung kommt, aber dann bleibt sie fesselnd bis zum Schluß.
Ein Meisterwerk!
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am 19. April 2016
Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull ist ein spritziger Roman . Der junge Felix nimmt das Leben auf die leichte Art . Vielleicht liegt es daran , dass sein Vater ein Sektfabrikant war , wohlgemerkt war ! Felix versucht sich in der Hotelbrange ,das auch mit Erfolg . Er arbeitet sich vom Liftboy zum Oberkellner empor . Er bekommt extravagante Angebote , die er aber ausschlägt . Er lebt seine persönliche Vision : Dieser Roman unterscheidet sich von anderen Werken Thomas Manns dadurch , dass der Ich -Erzähler seine Eskapaden humorvoll und verschmitzt an den Mann bringt . Mir gefällt dieser Roman ausgezeichnet , weil er auch mal ein wenig schlüpfrig wird .
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am 21. Juli 2014
Diese Aufnahmen entstanden 1 Jahr vor dem Tode Westphals. Seine Stimme ist daher bereits sehr tief, jedoch immer noch kristallklar, selbst alle Zischlaute kommen präzise. Wichtiger noch: Er versteht es, die zum Teil ellenlangen und oft verschachtelten Sätze dem Hörer absolut schlüssig und angenehm vorzutragen, ohne, dass der Faden verloren ginge. Wer einmal versucht, auch nur eine halbe Seite von Thoman Mann vorzulesen, der ahnt, welche fast unlösbare Aufgabe dies ist.

6 von 5 Sternen! Lieber Westpahl, ruhe sanft an der Seite Thomas Manns.
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am 12. Oktober 2004
Einfach wunderbar, wie sich Felix durch's Leben schlägt und dabei nie mit Arglist oder bösen Absichten zu Werke geht. Seine oftmals ironischen Schilderungen machen augenzwinkernd glaubhaft, dass sich die Dinge nun mal so fügen, wie es ihnen bestimmt ist und er selbst wohl ein Narr sei, die sich bietenden Gelegengheiten dem Schicksahl auszuschlagen. Wie so oft bei Thomas Mann (ich kenne ansonsten nur "Die Buddenbrooks" und "Der Zauberberg") ist der Weg das Ziel. Viele Dinge werden mit unglaublicher Detailverliebtheit beschrieben und machen sie gerade deshalb so lesens- bzw. hörenswert. Da ist z.B. die wirklich fantastische Schilderung der Musterung für den Militärdienst, bei der Felix - ohne es vorher geplant zu haben - einen epilleptischen Anfall vortäuscht oder die Beschreibung der akrobatischen Leistungen der Artisten bei einem Besuch im Zirkus. Das alles präsentiert von Gert Westphal, der - wo immer nötig - den Charakteren zu den ihnen gebührenden Stimmen verhilft und Felix, der als Erzähler seine Bekenntnisse ablegt und nie um ein, seine eigene Person lobendes, Wort verlegen ist, seine Stimme leiht. Dieses Hörbuch ist ein wirklich bemerkenswerter Genuss!
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