Fashion Sale Hier klicken Neuerscheinungen Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Slop16 Hier klicken Fire Shop Kindle Summer Sale 16 PrimeMusic

Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
31
3,6 von 5 Sternen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:19,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

VINE-PRODUKTTESTERam 31. Januar 2014
Die Story:
In einer jungen westafrikanischen Republik wurden Ölvorkommen von immensem Ausmaß entdeckt. Die beiden verfeindeten Volksstämme des Landes beanspruchen den Reichtum jeweils für sich. Einer der beiden Stämme löst sich aus dem Staatsgebilde und erklärt sich für unabhängig. Dar darauf folgende Bürgerkrieg gefährdet die wirtschaftlichen Interessen der Westmächte Großbritannien und USA. James Bond (Agent 007) erhält den Auftrag sich, als Journalist getarnt, Zugang zum Präsidenten des abtrünnigen Staatsteils zu verschaffen. Er soll diesen mit "allen Mitteln" zur Aufgabe bewegen.
Bond tut, wie ihm befohlen und gerät von einer Gefahrenquelle in die nächste, um am Ende als (unglücklicher?) Sieger dazustehen.

Meine Bewertung der Story:
Mäßig originelle Geschichte ohne wirkliche Spannungsmomente. Plätschert mehr oder weniger vor sich hin, ohne zu fesseln. Verdient maximal **

Schreibstil:
Für William Boyd-Kenner erschreckend schwach! Man erkennt sofort, dass der Autor sich dieser Auftragsarbeit absolut uninspiriert entledigt hat. Wer "Einfache Gewitter" oder auch "Ruhelos" gelesen hat, beginnt sofort daran zu zweifeln, dass hier ein und derselbe Autor geschrieben hat. Die Sprache ist leidenschaftslos. Es baut sich kein Spannungsbogen auf, der den/die Leser(in) in seinen Bann zieht, Die Beschreibung der Liebesszenen hat die erotische Spannung der Paarung von Nacktschnecken. Einzig der Rückblick in den männlichen Chauvinismus und das Macho-Gehabe der Sechzigerjahre erscheint authentisch.
Meine Bewertung des Schreibstils:
Weitestgehend inakzeptabel. Verdient gerade mal *

Gesamtfazit:
Aus meiner SUBJEKTIVEN Perspektive auf gar keinen Fall empfehlenswert. Für die rund 20,00€ des Kaufpreises kann man besser lecker essen beim Italiener oder sonst wo.
Deshalb insgesamt nur *
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. Oktober 2013
Im Gegensatz zum letzten James Bond Roman aus 2011 ("Carte Blanche" von Jefferey Deaver), der in der Neuzeit spielt, ordnet Graham Boyd den legendären Superspion wieder chronologisch korrekt im Anschluss an die Fleming-Romane ein. Es ist 1969 und der 45jährige Bond wird nach Afrika geschickt, um einem Bürgerkrieg zu beenden.

Boyd versucht, Flemings Stil zu kopieren und ist damit recht erfolgreich. Aufbau, Tempo und Detailverliebtheit ähneln schon sehr den Originalromanen. Allerdings ist die Story wendungsreicher und deutlich moderner ausgelegt, als man es von den klassischen Bond-Geschichten gewohnt ist.

Wohltuenderweise verzichtet Boyd auf Flemings oft schwer erträglichen Rassismus und quälendes Schubladendenken. Dadurch bleiben uns pauschale Urteile über Charaktereigenschaften der afrikanischen Bevölkerung erspart. Eine gute Entscheidung war auch, dass sich Bonds Mission nicht um die doch recht ausgelutschte "Kalter Krieg-Thematik" dreht und den schwarzen Kontinent mit seinen auch heute noch aktuellen Stammes- und Bürgerkriegskonflikten in den Vordergrund stellt.

Minuspunkte gibt es für Bonds Lösung seiner Afrika-Mission, da die militärische Destabilisierung des abtrünnigen, um Unabhängigkeit kämpfenden Staates doch viel zu simpel und auch recht unglaubwürdig ausfällt. Zudem verschenkt Boyd leider recht inkonsequent Chancen, Bonds Charakter mehr Tiefe zu verleihen. Warum hat sich der Autor bewusst für eine Geschichte um einen gereiften Bond im mittleren Alter entschieden, wenn er aus dieser Situation bzw. Status überhaupt nichts macht? Interessanter wäre in diesem Zusammenhang ein 007 gewesen, der in einer Sinnkrise steckt oder seinen körperlichen Zenit spürbar überschritten hat und deswegen Probleme hat, seine Aufgaben zu bewältigen.

Von Gebrechen und Midlife-Crisis ist keine Rede. Auch in Sachen Sex agiert der gute James unverändert wie ein ewiger Jungbrunnen und hat auch da immer noch eine 2. Kugel im Lauf. Allerdings wird auf den letzten Seiten eine gewisse Tragik und Wehmut verdeutlicht, die Bonds Charakter umgibt. Sein Job, der für ihn gleichzeitig Berufung ist, macht ein Beziehungsleben unmöglich und verdammt ihn zur Einsamkeit.

"Solo" hat ganz sicher nicht das Potential, als Highlight der Spannungsliteratur oder anspruchsvoll bezeichnet zu werden, aber der Roman lässt sich flüssig lesen und sorgt für gute Unterhaltung, wenn man eine Affinität für die Abenteuer von 007 hat.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Oktober 2013
Ian Flemings 1962 veröffentlichtes Rezept "Wie man einen Thriller schreibt" geht so: "Man muss es schnell tun", erklärt Fleming darin. "Geben Sie sich sechs Wochen. Schreiben Sie 2000 Wörter am Tag, so kommen Sie auf die erforderliche Länge. Halten Sie nicht inne. Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf."

Von William Boyd ist man weit Anspruchsvolleres gewohnt, so dass ich überrascht war zu hören, dass er im Auftrag der Erben Flemings den neuesten Bond-Roman vorgelegt hat. Spannende Kombination, dachte ich: Bond meets Boyd, trash meets literature. Ich war neugierig, wie Boyd das Bond-Stereotyp veredeln, ihm neues Leben einhauchen würde.

Um es gleich zu sagen: Es ist ihm nicht gelungen.

Dabei lässt es sich durchaus gut an: Boyds Sprache ist gewohnt flüssig, aber keinesfalls anspruchslos. Der Plot ist wendungsreich und überrascht immer wieder. Napalm, Super Constellations, Afrofrisuren, Schlaghosen etcetera beschwören den Zeitgeist der späten Sechziger, und auch der Schauplatz Westafrika mit seinen Extremen kommt sehr farbig rüber.

Hardcore-Bondianer werden trotzdem mit diesem Bond hadern, denn der 007 dieses Buches kommt anfangs ungewohnt weichgespült daher. Warum betäubt er Gegenspieler, die er eigentlich töten müsste? Warum bleibt er so lange passiv-reaktiv? Auch der Gentleman hat Leistungspause: Bond als Spanner, Dieb und Lügner? Wir erleben einen Bond, der an seinem 45. Geburtstag über existenzielle Einsamkeit nachsinnt und von plötzlich aufkommenden Erinnerungsbildern aus dem Zweiten Weltkrieg heimgesucht wird; ein Bond, der an anderer Stelle erkennen muss, dass er unfähig ist, sein bekanntes Gefühlsterrain zu verlassen.

Die Literaturfreundin freut's, denn das könnte zum inneren Konflikt, ja womöglich zu einer Entwicklung führen und den Helden interessant machen. Es bleibt beim Ansatz: Leider ist schnell klar, dass Bond seinen ausgetretenen Pfaden treu bleiben wird. Seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg entpuppen sich lediglich als Mittel, Bonds plötzliches Talent in taktischer Kriegsführung zu erklären. Bond bleibt der Lebemann mit elastischem Gefühlsleben, der eine Frau, die ihn fast umgebracht hat, eben noch aus Rache töten und im nächsten Augenblick flachlegen will. Sein Innenleben beschränkt sich auf das hedonistische Verlangen nach Sex, gutem Essen, schnellen Autos, teurer Kleidung und stetigem Alkohol- und Zigarettenkonsum. So kann trotz gut getaktetem Plot aus der Figur heraus keine Spannung entstehen - Bond ist ein langweiliger Kerl, der gut in seinem Job ist, aber ansonsten nicht mehr zu bieten hat als Konsumsnobismus und sexuelle Geübtheit. Boyd lässt ihn immerhin den Zeh ins tiefe Wasser stecken, bevor er ihm den Rückzug in vertraute Gefühlsuntiefen erlaubt. Das kitschig-entsagungsvolle Heldenklischee am Ende passt dazu und hat mich vollends enttäuscht.

Fazit: Spannend auf reiner Handlungsebene, durchaus unterhaltsam, mit guten Ansätzen, die aber nicht durchschlagen. Bond bleibt Bond: Kann alles, kriegt jede. Das ist mir - so paradox es klingt - zu wenig.

* * * * * * *

Bond's Salatdressing wurde übrigens bereits von mir erfunden - vor gefühlten 100 Jahren. Tipp von mir, James: Mehr Öl, und lass den Knoblauch weg! Die Damen werden es dir danken.;-)
66 Kommentare| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Oktober 2013
William Boyd, vielfach ausgezeichneter schottischer Schriftsteller und ebenso vielfach verfilmter Drehbuchautor, dreht in diesem Buch in bester Weise „die Zeit zurück“.

Sowohl, was seine Fähigkeit betrifft, Stil und Duktus Ian Flemings (fast) nahtlos zu übernehmen, auch das Ansiedeln dieses James Bond Romans zeitlich kurz nach dem letzten Roman durch Fleming selbst spiegelt sich im Buch in der bestens getroffenen Atmosphäre des Jahres 1969 eindeutig wieder.

Bond feiert seinen 45. Geburtstag. Allein.
Doch schon auf den ersten Seiten (und im weiteren Verlauf des Buches gesetzt), taucht die zu Bond wie eine zweite Haut gehörende „Verehrung des anderen Geschlechtes“ unmissverständlich auf. Eng an Fleming angelegt lässt Boyd beständig nebenbei die Attribute eines „echte Mannes“ nach damaliger Vorstellung einfließen.

Durchgehend wird geraucht, besteht das Zwischengetränk aus irgendetwas alkoholischem, ist die Kleidung stets korrekt, die Umgangsformen auch unter Druck höflich, das erotische Glimmern stets vorhanden und die körperliche Durchsetzungskraft unstrittig. Und dennoch legt Boyd keine stereotype „Kunstfigur“ mit seinem Bond vor. Dieser Bond fühlt, ist innerlich berührbar (im Anblick hoher Not bei Kindern, angesichts von innerer Anziehung, gepaart mit herber Enttäuschung, was Frauen angeht ebenso, wie grundlegende Überlegungen des „Sinns von all dem“ diesem Bond nicht fremd sind).

Sein Auftrag zunächst ist, eine Rebellion in Afrika zu destabilisieren. Doch nach diesem Auftrag bleiben für Bond persönliche Rechungen offen. Mit einer Frau, der er überaus nahe gekommen ist (das klassische Bond Girl). Mit einem Söldner, der eiskalt seinen Weg verfolgt (der „direkte“ Gegenspieler) und mit einem Mann im Hintergrund, der leise die eigentlichen Fäden zieht (der „eigentliche“ Gegenspieler). Doch „Gut und Böse“ verschwimmen Bond hier und da vor den Augen, Sinn und Unsinn seines eigenen Parts kann er sich nicht verschließen.

So gewappnet in traditionell bester Bond-Systematik bildet Boyd durchweg einen klassischen „Agentenroman“ in dann „auf sich gestellter“, eigener Mission, dar.

Klassisch auch in dem Sinne, dass hier nicht rohe Kräfte sinnlos walten (wobei nicht wenige Leichen auftauchen werden), sondern Blendung, Täuschung, Strategie einen ebenso hohen Stellenwert erfahren.

„Bond-klassisch“ zu guter Letzt darin, dass Boyd weder die, vor allem aus den späteren Filmen bekannte, Ironisierung wie in den Bond Filmen mit Roger Moore, noch technische Materialschlachten eines „unverwundbaren Bond“ wie in der Pierce Brosnan Ära,, noch zu sehr tiefenpsychologische bis düstere Schwerpunkte wie in den neuesten Bondfilmen ausführt (obwohl eine gewisse Nähe zum aktuellen Bond-Szenario doch am ehesten noch zu spüren ist), sondern sich eng an Atmosphäre und Formung der Figur durch Fleming orientiert.

Das wirkt gerade im hervorragenden, teils lakonischen Stil Boyds aktuell und bietet gleichzeitig auch eine Art nostalgischen Lesevergnügen in der Qualität der originären Bond-Romane. Alles also, was ein Bond-Roman benötigt, um durchgehen zu fesseln.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Oktober 2014
Das Hörbuch ist wirklich genial, vor allem sogar ungekürzt. Die Story ist wirklich intelligent und spannend geschrieben worden, alle Bond-Zutaten sind hier vorhanden, teilweise bekommt man auch mal ein anderes Bild von James Bond. Manche Rezensenten haben hier geschrieben, dass diese Geschichte langweilig und einfallslos ist. Dem muß ich dann doch energisch widersprechen.

Also demnach: Absolut hörens (lesens)wert!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. November 2013
Ich lese immer wieder neue Bonromane von Autoren, die in Flemings Fußstapfen treten wollen, oft mit vielen überraschenden Wendungen und neuen Facetten des Agenten . Hier aber wird der Leser enttäuscht, alles läuft sehr linear ab und wenn es einmal eine überraschende Wende gibt, dann wird dieser Handlungsstrang in Kürze aufgelöst. Ein wenig Spannung taucht nur an zwei, drei Stellen auf und ist in einer halben Seite wieder vorbei. Gerade auch der finale Kampf bzw. Höhepunkt, den man bei Bond erwartet, fehlt, weil er von der CIA gerettet wird oder nur in sein Auto steigt und davon braust. Gefühle und Gedanken der Hauptfigur werden kurz angeschnitten, dass der Agent Solo unterwegs ist, wird kaum herausgearbeitet. Lieber andere Bonromane lesen.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Mai 2014
William Boyd hat James Bond sehr gut dargestellt. 007 mit selbstzweifeln und einer angekratzten Psyche. So habe ich den Charakter noch nie erlebt. 4 Sterne, weil es natürlich immer noch besser geht einen James Bond zu schreiben. Aber William Boyd hat es so geschrieben, dass ich es mir auch nochmal auf Englisch gekauft um die Story noch ein wenig mehr original zu erleben. Gutes Ding! Guter Schriftsteller!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Oktober 2013
Inhalt: Die Handlung spielt Ende der Sechziger Jahre des letzten "Jahrtausends". James Bond ist gerade 45 geworden. Er wird in ein afrikanisches Land geschickt, um den dort herrschenden Bürgerkrieg zu beenden, indem er die Rebellen unschädlich macht ...

Boyd schreibt diesen geradlinigen, recht gut konstruierten Thriller im Stile Ian Flemings ohne umfangreiche Beschreibungen mit einem ziemlich authentischen Bond und kopiert dabei keine Handlungskomponenten wie Sebastian Faulks. Der Roman bietet nach einem etwas action-armen Beginn die eine oder andere unerwartete Wendung und ist spannend bis zum Schluss. Zwei Sachen haben allerdings mich gestört: Zum einen hatte ich manchmal den Eindruck, die Menükarte eines Restaurants zu lesen, so häufig wurde beschrieben, was Bond isst und trinkt. Zum anderen empfand ich insbesondere im Bezug auf Bonds Undercover-Identitäten nicht alles glaubwürdig. Dafür einen Stern Abzug.

FAZIT: Vielleicht nicht das Thriller-Highlight des Jahres, aber ein solider, schnörkelloser James-Bond-Thriller mit ansprechendem Plot und einem James Bond, wie er sein sollte.
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Februar 2015
William Boyd hat im Auftrag der Erben Flemings den neuesten Bond-Roman verfasst. Vorneweg: Keineswegs mit "In tödlicher Mission" oder mit "GoldenEye" vergleichbar, denn bei Boyds Interpretation des Spions "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" bleibt dramaturgisch viel Luft nach oben. Ein kleines "Quäntchen" Trost: Boyds Sprachstil wirkt weiterhin sehr melodiös, die Handlung ist – zumindest über manche Strecken des Romans – ähnlich fesselnd wie "Diamantenfieber". Doch am Ende des Tages sieht sich der Roman außerstande, den erhofften Lesefreude- und Spannungs-"Feuerball" zu entzünden.

Mit (vielen) "Liebesgrüßen" (wohl kaum aus Moskau) von William Boyd: Nach "Solo" werden selbst Hardcore-Bond-Fans angesichts der Neuinterpretation im besten Fall den Kopf schütteln. Exemplarisch: Statt einem für das Agentenmilieu à la Fleming als glaubwürdig betrachtete professionelle Härte im Umgang mit Gegnern gemäß dem Motto "Leben und Sterben lassen", werden Kontrahenten, die "im Angesicht des Todes" in Flemings Romanverlagen und den Filmen meist ausgeschaltet werden, bei Boyd zumeist lediglich betäubt.

Dieser Änderung im Vergleich zum Original (keine "Lizenz zum Töten"?) wird nicht begründet und man fühlt sich als Leser fallen gelassen, ein literarischer "Skyfall". Und warum verharrt Boyds Bond-Neuauflage so lange in der Midlife Crisis? Warum wird Boyds Bond als Voyeur, Dieb (eine Anlehnung an "Die Welt ist nicht genug") sowie als nicht sehr einfallsreicher Lügner inszeniert?

Boyds Bond ist ein Zweifler, ein Zauderer, welcher auf der Habenseite zwar wie in "Casino Royale" charakterliche Ecken und Kanten zeigen darf; Boyd unterstreicht jedoch zu sehr dessen Rolle als notorischer Einzelgänger, welcher mit einem Erinnerungstrauma aus dem Zweiten Weltkrieg kämpft. Während in "James Bond jagt Dr. No" die Feindbilder des Kalten Kriegs dominieren und die Fronten relativ klar abgesteckt sind, werden in "Solo" die charakterlichen Schwächen der vorliegenden Boyd'schen Bond-Interpretation mit den komplexen und teils sehr undurchsichtigen Verflechtungen einer "globalisierten" und allseits "vernetzen" Welt veranschaulicht.

Fazit: Die Doppel-Null ist für Boyd die Inkarnation einer Agenten-Weichzeichnung – um einen weiteren deutschen Verleihtitel einer Bond-Verfilmung zu zitieren, als "Der Spion, der sich (nicht) "liebte". Bond-Fans, welche sich eine glaubwürdige Neueinbettung von Ian Flemings geborene Spionage-Universums erwartet hätten, erhalten den Boyd'schen "Gold"-Mittel-"Finger" serviert.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 26. April 2014
„Der gute alte Bond“ möchte man nach der Lektüre dieses Romans sagen, denn irgendwie hatte man nach all den Romanen von Fleming das Bedürfnis danach, wieder den smarten, leicht ironisch zur Welt und dem eigenen Schicksal stehenden Geheimagenten wiederzutreffen und nicht die Fortentwicklung des Charakters in den späteren Filmen. Der von den Nachlassverwaltern Flemings als Autor für die Fortsetzungen der Bond-Reihe auserkorene Autor Boyd hat seine Sache auch gut gemacht, wenngleich der Roman als Krimi eher Durchschnitt ist und Agententhriller auch nur funktioniert, wenn man ihn nicht mit einem Augenzwinkern liest, das durch Bonds allzu geradliniges Meistern der sich ihm stellenden Aufgaben und Gefahren hervorgerufen wird.
Boyd hat sich die wenigen biographischen Angaben Flemings zu James Bond zu Herzen genommen und so begegnet man Bond in den späten 60er / frühen 70er Jahren im Alter von 45. Er feiert seinen Geburtstag alleine im Dorchester Hotel, trifft dort - natürlich - auf eine überaus attraktive Frau, die immerhin während des Buches nicht stirbt, und erhält alsbald einen neuen heiklen Auftrag: die Ausschaltung eines Stammeschefs in einem fiktiven westafrikanischen Staat, der aufgrund von Ölfunden die Abspaltung vom bisherigen Staatsgebilde vorantreibt, und wo sich nun zwischen den dort lebenden Ethnien ein Bürgerkrieg entwickelt hat. Ohne genauen Plan und mit nicht allzuvielen Informationen begibt sich Bond nach Afrika, trifft dort seine angebliche Kontaktperson, um die es im Laufe des Buches einige interessante Wendungen geben wird. Mit ihr will er - als Journalist leidlich gut getarnt - in das Gebiet des abtrünnigen Stammes vordringen, wird dabei natürlich gestellt und erst einmal gefangen genommen, kann fliehen, schlägt sich agentenmäßig gut durch den Dschungel bis in die Zivilisation durch und wird, als er endlich im ohnehin angestrebten Gebiet landet, dort sogar respektabel aufgenommen. Er beginnt, die Hintergründe und wichtigen Personen des Konflikts zu erkennen und unternimmt störende Aktionen, um seinem Auftrag gerecht zu werden. Als er dann in den Wirren der sich abzeichnenden Niederlage der Sezessionisten das Land verlassen will, wird er als einziger daran gehindert und niedergeschossen.
Natürlich kommt Bond nicht um, das wäre ja zu einfach, sondern wird gefunden, gerettet und ausgeflogen. Noch während der Genesung beschließt er, sich für diese „Behandlung“ zu rächen und zwar ohne Absprache mit der Chefetage - deshalb auch der Titel: er ist allein unterwegs, ohne Rückendeckung, „solo“. Er begibt sich nach Amerika, wo die Strippenzieher des Bürgerkriegs nunmehr unter dem Deckmantel einer Hilfsorganisation ihr Unwesen treiben, kundschaftet die Zielpersonen aus, erlebt eine Überraschung durch das CIA, kann sich aber auch deren Überwachung entziehen und kann, trotz des schmerzlichen Verlustes einer neu gewonnen Gefährtin, seine Rache in ungewohnt emotionaler Art vollziehen. Dabei bleibt, natürlich, am Ende offen, ob er dem Widersacher wirklich den Garaus gemacht hat, oder ob der sich doch schwer verletzt irgendwie retten konnte. Am Ende wird in einem Dialog mit einem alten CIA-Agenten versucht, die Geschichte in Hintergrundinformationen zusammenzuführen, was etwas arg konstruiert wirkt. Da hätte man gerne schon während der Geschichte genaueres Wissen offenbaren können. Bond kehrt nach London zurück, begibt sich zu der oben schon erwähnten attraktiven Frau, verlässt diese aber in typischer Bond-Manier am Ende doch, denn der nächste Feind wartet schon.
Die Lektüre des Romans geht rasend schnell voran, die Handlung ist in weiten Phasen vorhersehbar, trotzdem amüsant und unterhaltsam - wenn man sich darauf einlässt, dass es eben „Bond“ ist. Also nicht allzu ernst nehmen, weder die Ess- und Trinkgewohnheiten, seine immer wieder erstaunlichen Kampfes- und Selbstverteidigungsfähigkeiten, die nie zu Neige gehenden Mittel und immer die nächste glückliche Fügung um die Ecke, um die Geschichte nicht abrupt enden zu lassen. Die unvermeidlichen Liebes- und Bettszenen sind angenehm komprimiert worden, die Szenerie ist gut auf die Zeit der Handlung abgestimmt und man hat, wie schon eingangs erwähnt, einen hohen Wiedererkennungswert mit dem Connery-Bond, der nonchalant und unaufhaltsam durch jede Todesgefahr flanierte. Insofern: ein schöner Neuanfang für die Bond-Romane.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

9,99 €

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken