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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
14
4,6 von 5 Sternen
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am 8. November 2010
Der 9.August 1945 wird für immer in Hiroko Tanakas Gedächtnis haften bleiben...so wie auch die drei Kraniche, die sich aus ihrem Kimono in ihren Rücken gebrannt haben, an diesem bewußten Tag, als über Nagasaki eine Atombombe abgeworfen wird. Sie sieht ihren Vater sterben, und auch ihr Verlobter Konrad Weiss überlebt diese Katastrophe nicht.
Hiroko geht nach Indien, wo sie von der Verwandtschaft Konrads, den Burtons, aufgenommen wird. Dort trifft sie auch den jungen Inder Sajjad Ashraf, den sie schließlich heiratet. Die politischen Unruhen Indiens führen sie nach Pakistan, wo sie sich ein neues Leben aufbauen.
Die Schicksale der Ashrafs und Burtons und ihrer Nachkommen bleiben über Jahrzehnte verbunden bis in das Jahr 2001, wo sich der Kreis mit den Ereignissen um den 11. September schließt...

Eine Frau überlebt Nagasaki, folgt ihrer Liebe durch die politischen Wirrungen einer ihr fremden Kultur, erlebt unsägliches Leid durch den Verlust geliebter Menschen und steht immer wieder auf.
Hiroko Tanaka ist eine starke Frau,gütig, stolz, oft auch zornig.
Wir mögen sie, fühlen mit ihr, wir empfinden Bewunderung.
Und mehr als einmal stellen wir uns die Frage, wie eine Frau nur soviel aushalten kann. Nämlich dann, wenn Kamila Shamsie unverhofft zum nächsten Schlag ausholt, der uns Leser mit derselben Wucht trifft wie er auch die Protagonistin getroffen haben muss.
An anderer Stelle dagegen erzählt die Autorin mit viel Einfühlungsvermögen in schöner Sprache.
Alle Charaktere , vor allen Dingen die der zwei Familien, deren Leben so miteinander verknüpft sind, haben für mich ein Gesicht bekommen. Alle Schauplätze wurden real, alle Gefühle Wirklichkeit. Politische Ereignisse beklemmend, zumal die Geschehnisse in New York von 2001 noch in der eigenen Erinnerung wach sind.
Ich las eine fiktive Geschichte, aber mir wurde erschreckend bewusst, dass diese für unzählige, wahre Schicksale steht.
Kamila Shamsie hat ein Meisterwerk geschaffen. Über Liebe, Leid, Verrat und über Freundschaft, die letztendlich siegt!
Ein wunderbares Buch!
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am 24. Oktober 2009
Dieses Buch hat alles, was ein gutes Buch braucht: Fesselnde Spannung, politischen Anspruch und eine mitreißende Liebesgeschichte. In die Hauptperson Hiroko verliebt man sich sofort! Wenn man ihr von Nagasaki nach Delhi, von dort nach Karatschi und schließlich nach New York folgt, werden ihre Wohnorte lebendig, voller Farben und Gerüche. Die Geschichte ihrer Familie und der ihres in Nagasaki durch die Atombombe umgekommenen Verlobten sind virtuos miteinander verflochten und aufeinander bezogen. Die Dilemmata, die sich durch die Schaffung des pakistanischen Staates für indische Muslima ergaben, wird genauso plastisch wie die Rolle privater Sicherheitsfirmen in Afghanistan: Dieses Buch ist spannender Polithriller, romantischer Liebesroman, durchdachte Gesellschaftsstudie und farbige Familiengeschichte in einem. Unbedingt lesen und weitersagen!
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am 27. Oktober 2009
Verbundenheit über alle Grenzen

"Können Sie mir diesen Geruch erklären?" Ich verstand nicht, was er meinte. Dass er den Duft von Mangos nicht kannte, wäre mir nie eingefallen. " Also sagte ich: "Einer der Götter ist gerade hier entlanggelaufen, und er hat geschwitzt"

Drei schwarze Kraniche zieren das Cover des Buches und eben diese sind auch auf Hiroko Tanakas Rücken verewigt. Verewigt an einem Tag, den sie nie vergessen wird. Ihre große Liebe, ihr fast Ehemann Konrad Weiss, ist binnen Sekunden von ihr gegangen. Die Welt glühte, als die Bombe in ihrer unmittelbaren Nähe explodierte. Schwarzes Land, schwarze Vögel, der Geruch von verbrannter Haut. Soeben haben die beiden noch miteinander gesprochen und hätte Hiroko Konrad gebeten noch etwas bei ihr zu bleiben, wäre ihr Leben sicher friedlicher verlaufen. Erinnerungen können nicht gestohlen werden und an diese klammert sich Hiroko. Sie reist zu Konrads Verwandtschaft nach Delhi und macht Bekanntschaft mit Menschen, die ihr viel geben und doch auch vieles nehmen. Doch auch dort ist für Hiroko die Reise nicht vorbei, Afghanistan, Pakistan und New York warten noch auf sie. Nicht nur sie selbst fährt ein Leben lang Achterbahn, auch ihr Umfeld, die Politik und die Menschen, auf die sie trifft, scheinen sich zu überschlagen.

Eine Flut von Gefühlen hat mich mitgerissen. Freundschaft, Liebe, tiefe Verbundenheit und jede Menge Empfindungen. Mein ganzer Körper hat dieses Buch verinnerlicht.
Kamila Schamsie nimmt den Leser auf eine Reise durch die Kulturen, durch Länder, in denen, genau wie in ihren Protagonisten, Unruhe herrscht und jede Menge Aufbauarbeit nötig ist. Hiroko ist eine Frau, die trotz Rückschlägen, vielen Verlusten und schwarzen Tagen immer noch aufsteht und eine große Tapferkeit an den Tag legt. Sie hält Zerreisproben stand, auch wenn es oft schwerer und schmerzhafter nicht sein könnte.
Charaktere der unterschiedlichsten Art, auf immer neuen Ebenen, gefühlstechnisch, sprachlich wie auch bildlich, mit viel Liebe und Hass.

Ein Meisterwerk, was nie verglüht!
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am 21. Oktober 2009
...die ich im letzten Jahr gelesen habe.
Shamsie hat ein faszinierendes Buch geschrieben, in dem sie einen großartigen Bogen von Nagasaki 1945, die Teilung Indiens, Pakistan in den 80er Jahren bis hin in die heutige Zeit spannt.
Dieses Buch liest sich spannend wie ein Politthriller. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Mich hat es ein bißchen an "Drachenläufer" erinnert. "Verglühte Schatten" ist auch ein großes Leservergnügen, dass zugleich einen Blick in eine andere Welt ermöglicht und absolut aktuelle Themen, wie Terrorismus, den Afghanistan Krieg oder die Spannungen zwischen Indien und Pakistan behandelt.
Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen.
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am 23. Mai 2015
Kamila Shamsies "Verglühte Schatten" ist für mich ein sehr spezielles Buch. Ich musste sehr lange über die Geschichte nachdenken, bevor ich die Rezension verfassen konnte. Denn dieses Buch kann einiges, unter anderem seinen Leser in große Grüblereien stürzen.

In der Geschichte geht es vor allem um die Japanerin Hiroko, die durch die Atombombe in Nagasaki ihr bisheriges Leben verloren hat. Das Buch erzählt davon, wie sie an fremden Orten der Welt Fuß fasst und sich ihre Geschichte mit der anderer Menschen verwebt. Sie entwickelt eine tiefgehende Freundschaft mit Ilse Weiss, der Schwester ihres verstorbenen Verlobten und findet eine neue Liebe. So ergeben sich sehr schöne und auch einige humorvolle Szenen. Vor allem ist Hirokos Leben aber von Schicksalsschlägen gezeichnet.

Insgesamt räumt Kamila Shamsie zwischenmenschlichen Beziehungen und verschiedenen Denkweisen einen großen Platz ein. Durch die Erzählerperspektive schlüpft der Leser immer wieder in andere Personen und deren Sichtweise. Dadurch wird sehr eindrucksvoll gezeigt, wie schnell Missverständnisse entstehen können und was sich aus diesen ergeben kann. Auf Freundschaft und Verbundenheit sowie den besonderen Problemen zwischen Eltern und ihren Kindern liegt ein Schwerpunkt der Geschichte.

In "Verglühte Schatten" geht es nicht nur um das Thema der Atombombe und ihrer weitreichenden Folgen. Kamila Shamsie hat es geschafft in ihre spannende Geschichte weitere politische und gesellschaftskritische Themen einzuarbeiten, wie der Gründung Pakistans, den Kalten Krieg, die Rolle der USA in Stellvertreterkriegen, den Afghanistankonflikt und Terrorismus. Dabei bekommt der Leser mehr so nebenbei Hintergrundinformationen serviert, ohne dabei belehrt zu werden. Vielmehr regt dieses Buch dazu an sich selbst weiter mit den Themen zu beschäftigen und auseinanderzusetzen.

Kamila Shamsies Schreibstil ist so wie das gesamte Buch sehr einzigartig. Auf der einen Seite ist er gnadenlos realistisch, auf der anderen Seite malerisch und voller Metaphern. Trotz der Fülle an gesellschaftlichen Themen und politischen Konflikten wirkt dieses Buch nicht überfüllt, sondern immernoch in sich schlüssig.

"Verglühte Schatten" ist eines der Bücher, die einen mit ihrem großen Namen locken, mit Spannung am Lesen halten, einer chaotischen Gefühlswelt aufwühlen, einen sich freuen, grauen, weinen und manchmal sogar lachen lassen. Und am Ende bleibt man in einem Chaos aus Gedanken zurück.
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am 21. Oktober 2013
In Japan herrscht Krieg, es ist der 2 Weltkrieg. Hiroko steht auf dem Balkon mit dem Blick über Nagasaki die Atombombe fällt. Zu diesem Zeitpunkt hat sie den Kimono mit den drei Kranichen an. Als sie sich umdreht, um ins Haus zu gelangen, verbrennt die Atombombe alles um sich und auch den Kimono von Hiroko. Zurück bleiben auf dem Rücken die Brandnarben, die die drei Kranichen darstellen.

Die Atombombenopfer sind in Japan verachtet und so begibt sich Hiroko auf die Reise, die Flucht, in ein anderes Leben. Die Reise geht nach Indien, dort lernt sie die Familie Konrads kennen. Konrad war ihr Verlobter. Die Freundschaft mit Elizabeth wird ein ganzes Leben halten. Hiroko verliebt sich in den Diener der Familie und begibt sich mit ihm nach Pakistan, da in Indien Unruhen aufkommen. Dort gründen sie eine glückliche Familie und ziehen ihre Kinder groß. Bald geht es nach Amerika, New York. Dort wird die Familie auf eine harte Probe gestellt, den der 11.September rückt auch in deren Leben.

Ich habe das Buch angefangen und war von der Sprache der Autorin begeistert. Mit einfühlsamer Sprache erzählt sie die Lebensgeschichte von Hiroko, lässt aber die anderen Figuren, die alle um Hiroko leben, nicht aus dem Blick. So bekommt man als Leser einen Tiefgang in die Geschichte und in die Figuren. Dem Leser werden auch die politischen Unruhen näher gebracht und man versteht, warum die Familie aus den Ländern flüchten musste. Man wünscht diesen vorm Ende des Lebens, Ruhe und Glück. Wird dies eintreten?

Ich kann das Buch ohne Abstriche weiter empfehlen. Die Geschichte nimmt den Leser mit, in eine Zeit, wo Krieg, Unruhen und Misstrauen gegenüber Andersgläubigen und Andersdenkenden herrschten.
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am 31. Oktober 2013
Amazon hatte unter seinen Buchempfehlungen*) diesen Roman aufgeführt. Und zwar als gebundenes Restexemplar zu deutlich unter Paperback-Preis. Da die Sternchen-Bewertungen nicht übel aussahen, habe ich den Titel zu einer Bestellung dazugepackt und ansonsten blind gekauft.

Selten bin ich von einem mir völlig unbekannten Buch so positiv überrascht worden! Zur Handlung: Eine Japanerin wird Opfer der 2. Atombombe in Japan und verlässt Ihr Land in Richtung Indien, gerät dort in die Unabhängigkeitswirren, lernt den Dünkel der herrschenden Engländer gegen die Einheimischen, aber auch deren Feindseligkeiten untereinander, kennen. Durch die Liebe zu einem hochgebildeten Moslem - der in der Folge aus Delhi vertrieben wird - verschlägt es sie nach der Spaltung Indiens nach Pakistan. Hier ist die Familie dann mit den Fluchtfolgen wie Armut, Heimatlosigkeit und später mit den Anti-Terror-Einsätzen der USA nach 9-11 konfrontiert.
Kamila Shamsie schafft es in Ihrem Roman "Verglühte Schatten" anhand einer Familiengeschichte die Brennpunkte der Weltgeschichte plastisch und aus unerwarteten Erzählperspektiven darzustellen - wir Westler haben ja gerne unsere gutgepflegten Vorurteile und bekommen hier zuweilen entsprechend den Spiegel vorgehalten.

Ich fand das Buch ungemein fesselnd - die politischen Hintergründe werden quasi beiläufig abgehandelt, aber gaben mir viele neue Einsichten in uns sonst verschlossene Gesellschaften. Großartige Lektüre, die ich auch zum Normalpreis jederzeit wärmstens weiterempfehlen kann!

.

*)
Zuvor habe ich einiges von Murakami und Mitchell gelesen. Vermutlich daher der Bezug über das Schlagwort "Japan".
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am 12. Dezember 2012
Ich habe dieses Buch über die "Restposten" bei Amazon erstanden und war beim Lesen, warum es dort "abgeschoben" wurde. Das erste Kapitel über Nagasaki ist in einer völlig anderen "Sprache" geschrieben, weshalb ich zuerst dachte, dieses Buch wird sich ziehen, evtl. ein Fehlkauf? Nein, ganz und gar nicht. Dann wechselt Kamila Shamsie den Schreibstil und man wird nach und nach immer intensiver vom Leben Hirokos und ihrer Familie, vor allem aber im Wandel der Zeitgeschichte, gefangen genommen und berührt. Für mich gehört dieses Buch eigentlich auf die "Bestseller-Liste" - und werde es deshalb auch zu Weihnachten verschenken. Neu gekauft versteht sich - und siehe da, die "Restposten" waren vergriffen, eine neue Auflage als Taschenbuch ist nun teurer als die vorher gekaufte gebundene Ausgabe aus der "Restekiste." Scheinbar haben auch andere Leser dieses Buch für sich entdeckt und nun bestimmt die Nachfrage den Preis. Aber auch die 10,95 € sind völlig vertretbar, dieses Buch hat es verdient!
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am 25. April 2014
Anfangs hatte ich den Eindruck das ich nicht richtig "reinkomme" und es zog sich so ein bisschen hin. Aber das hat sich schnell geändert und ich wusste: hier halte ich ein bewegendes und auch spannendes Buch in den Händen welches ich so schnell nicht mehr weg legen konnte.
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TOP 500 REZENSENTam 20. Februar 2015
n vier Abschnitte zeichnet der Roman die gemeinsame Geschichte von zwei Familien, von den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in Japan und Indien am Rande der Teilung im Jahr 1947, bis nach Pakistan in den frühen 1980er Jahren, New York in der Zeit nach 11. September und Afghanistan im Zuge der anschließenden US-Bombardements.
Kamila Shamsie zeichnet ein wunderschönes Bild von Hiroko Tanaka, zunächst in Nagasaki im August 1945, wo die Tochter eines Künstlers und Verräters als junge Lehrerin und dann als Arbeiterin in einer Munitionsfabrik lebt.
Ihre Romanze mit Konrad Weiss, einem schlaksigen Idealisten mit rotbraunen Haaren aus Berlin, wird abrupt beendet durch den Lichtblitz, der Konrad in einen Schatten auf Stein verwandelt und verbrennt die Vögel auf Hirokos Kimono in ihren Rücken brennt.
Sie findet Zuflucht in Old Dehli bei Ilse, der Schwester ihres toten Verlobten und deren englischen Ehemann James Burton. Die Handlung bewegt sich unweigerlich in Richtung 9/11 und rast am Ende auf Guantanamo Bay zu, wo keine Normen gelten. Durch eine Reihe von scheinbar ungleichartigen, genau beobachteten Welten enthüllt Kamila Shamsie die Auswirkungen der gemeinsamen Geschichte, der Tragödien durch individuelle Verluste. Aber die Feinheit liegt in wiederholten Mustern von Treue und Entfremdung, von Verrat und Versöhnung.
Im Mittelpunkt steht die Idee, dass die Identität einer Person nicht ein fester Block ist, sondern sich im Wesentlichen flüssig entwickelt, genauso wie das Leben fließt. Sie fügen sich in eine neue Umgebung, und versuchen ihrer Menschlichkeit aufrecht zu erhalten. Sie sind Opfer der Kräfte größer als sie selbst. Am Ende triumphieren sie nicht; sie haben überlebt.
Diejenigen, die die Macht haben, Flugzeuge in Hochhäuser zu schicken, mit Bomben ganze Städte auszulöschen oder einfach Grenzen zwischen Menschen zu schaffen und neue Nationen zu schaffen, sehen Individuen in einer entmenschlichten Form: als Teile von Gruppen, die sie hassen, sei es wegen ihrer Religion oder ihrer Nationalität. Ihre Entscheidungen zerreißen unzählige Leben. Kamila Shamsie hat viele solcher Menschen, aus Japan, Deutschland, Großbritannien, Amerika, Indien, Pakistan und Afghanistan in ihrem Buch vereint. Diese Menschen führten ein globales Leben, noch bevor die Globalisierung zum Schlagwort wurde; ihre ethnische Herkunft, Sprache und Nationalität sind bloße Unfälle der Geburt. Ein bahnbrechendes Ereignis, nicht das Schicksal, wirft ihr Leben aus der Bahn. Der Roman zeigt, wie sie sich trotz des Vertriebenseins an ihr inneres Selbst klammern.
Es ist ein historischer Roman, der die Frage stell und beantwortet: Wie hat es die moderne Welt geschafft, sich selbst an den Rand der atomaren Vernichtung zu bringen?
Kamila Shamsie schreibt klar und überzeugend, mit einer sehr willkommenen Kargheit, manchmal kantig und wenig lyrisch.
Der Leser wird herausgefordert, aufgeklärt, und zweifellos bereichert. Kamila Shamsiea Versuch, politischen Umwälzungen durch ineinandergreifende Leben zu erklären, ist großzügig, hellsichtig und tapfer, ohne zu versuchen, einfache Antworten zu bieten. Das Buch verdient, gelesen werden.
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