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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
11
4,6 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 24. Februar 2006
Der Traktat über kritische Vernunft enthält die ausführliche Darstellung von Hans Alberts erkenntnis- und wissenschaftstheoretischer Position, seine Erläuterung der Idee der Kritik und ihrer Bedeutsamkeit bei der Betrachtung von Ideologie, Theologie, Geschichte, Politik und Geschichts- und Sozialwissenschaft. Die neueste Auflage, die - wie auch schon früher Karl R. Popper - gewidmet ist, enthält einen umfangreichen Anhang, in dem der Autor seinen Kritikern antwortet und ausführlich auf das klassische Begründungsproblem eingeht. Das Buch ist ein Muss für all diejenigen, die nicht auf die wechselnden Wogen und Moden von Fundamentalismus und Relativismus hereinfallen möchten. Das Buch ist keineswegs platt, der Leser muss schon intensiv mitdenken, aber es ist frei von altem und neuem Einschüchterungsjargon. Und es hat Biss.
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VINE-PRODUKTTESTERam 20. September 2009
In seinem Buch kritisiert Albert die Methodologie des klassischen Rationalismus, die seiner Meinung nach bis in die heutigen Theorien der einzelnen Wissenschaften fortwirkt: Nämlich das Voraussetzen eines zureichenden Grundes, eines unbezweifelbaren archimedischen Punktes der Gewißheit auf dem dann alle anderen Prämissen, die man so gesichert glaubt, aufbauen. Dabei unterscheidet er eine intellektualistische und eine empirische Variante der Letztbegründung. Erstere Position meint die Letztbegründung durch reine Vernunftsgründe zu finden, letztere durch vorgeblich unbezweifelbare empirische Erfahrung. Der Versuch einer Letztbegründung führt allerdings nach Albert schnurstracks in das "Münchausen-Trilemma": Entweder man verfängt sich in einem logischen Zirkel, bei dem man über Deduktion nur zu einer Letztbegründung kommt indem man auf schon vorher getroffene Behauptungen rekurriert, die selber noch nicht begründet worden sind, oder man kommt in einen infiniten Regress und frägt immer weiter ad infinitum nach Gründen und verfehlt so eine Letztbegründung, oder aber man ist gezwungen das Begründungsverfahren an einem bestimmten Punkt abzubrechen und dann dieses Ergebnis als archimedischen Punkt auszugeben. Um diesem Trilemma zu entgehen distanziert sich Albert von diesem klassischen Rationalitätsmodel und setzt auf einen kritischen Fallibismus. Er verzichtet auf die These eines unbedingt notwendigen zureichenden Grundes und spricht sich dafür aus, dass alle Thesen als prinzipiell falsifizierbar gelten sollen und zwar im Hinblick auf dadurch möglich werdende Problemlösungen. Wissenschaftliche Thesen gelten so nicht mehr als absolut wahr, sondern als prinzipiell überholbar, erreicht wird nicht die Wahrheit, sondern eine Annäherung hin zur Wahrheit, die prinzipiell unerreichbar bleibt. Albert wendet seinen Standpunkt dann konsequent auf andere Bereiche aus: Auf Ethik, Sozialwissenschaften, Philosophie, Politikwissenschaft und Theologie. Besonderes schlecht kommen bei ihm die Theologen weg. Albert weist schafsinnig und scharfzüngig auf deren Immunisierungsstrategien gegenüber Dogmatisierungen hin, die seiner Meinung nach eine fruchtbare Fortentwicklung verhindern würden, einer Fortentwicklung, der keine absoluten Wahrheiten mehr heilig sind. Denn nach Albert ist uns der Zugang zu solchen Wahrheiten verwehrt und darum führt deren Annahme in die dogmatische Erstarrung und letztlich in die Wahrheitsferne. Ein moderner Klassiker kritischen Philosophierens.
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am 15. Mai 1999
Der Traktat über kritische Vernunft enthält die ausführliche Darstellung von Hans Alberts erkenntnis- und wissenschaftstheoretischer Position, seine Erläuterung der Idee der Kritik und ihrer Bedeutsamkeit bei der Betrachtung von Ideologie, Theologie, Geschichte, Politik und Geschichts- und Sozialwissenschaft. Die neueste Auflage, die wie auch schon frühere Karl Popper gewidmet ist, enthält einen umfangreichen Anhang, in dem der Autor seinen Kritikern antwortet und ausführlich auf das klassische Begründungsproblem eingeht. Das Buch ist ein Muß für all diejenigen, die nicht auf die wechselnden Moden des (postmodernen) Zeitgeistes hereinfallen möchten.
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am 31. Mai 2003
Alberts erkentnistheoretische Positionen, die in diesem Buch zusammengefaßt sind, widerlegen viele Mythen gegenwärtiger Popularphilosophien. So z. B. die gerne von Gläubigen gebrauchte Formel, daß es ohne Gott keine Moral gäbe. Tatsächlich ist Humanität etwas völlig rationales, und man täte besser daran, sie nicht einem esoterischen Begründungsdenken anheim fallen zu lassen, denn dessen Entartungen lassen sich auch im Christentum bis heute unschwer entdecken. Wesentliche Position Alberts ist es, das die logische Unmöglichkeit aus Beobachtung gewonnener Begründungen durch eine konsequent kritikfähige Formulierung von Erkenntnis hinlänglich kompensiert werden kann. Popper, dem dieses Buch gewidmet ist, hat sich viel weniger mit politischen und religiösen Fragen befaßt als Albert. Deshalb ist Alberts Hauptwerk eine gute Ergänzung zur Beschaftigung mit Popper.
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Ergänzend zu den anderen Rezensionen: Dieses Buch ist ein philosophischer Klassiker seit 1968, der inzwischen auch in viele Sprachen übersetzt ist wie Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Japanisch und Portugiesisch. Dieser Kritische Rationalismus hat auch in Deutschland seine Wirkung nicht verfehlt. Es gibt kaum noch eine philosophische Richtung, die uns den Besitz von sicherem Wissen vorgaukeln würde. Trotz dieser Beschränkung des Wissens, die nur die Sicherheit beschränkt, aber keine Erkenntnisgrenze darstellt, nicht dem Skeptizismus oder gar irgendeiner der vielen Formen des Relativismus zu verfallen, ist eine der Glanzleistungen des Krit. Rationalismus, an der Hans Albert großen Anteil hat.
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am 18. Januar 2011
Was Hans Albert auszeichnet, ist vor allem seine unbestechliche intellektuelle Redlichkeit. An unklarem, nur vermeintlich tiefsinnigem, kontextlosem "Philosophieren" hat er ebenso wenig Interesse wie an der Vermarktung der eigenen Person durch marktschreierische, bunte Neuverpackungen alter Ideen. Er denkt problemorientiert, formuliert eindeutig, prüft sorgfältig, stellt den Kontext her, lässt Kritik nicht unbeachtet, zitiert gewissenhaft, geht mit den von ihm kritisierten Gedanken fair um, unterschlägt keine unangenehmen Annahmen oder Konsequenzen seiner Argumentation, bemüht sich um vernünftige Lösungen, die sich der Kritik stellen... Ein Aufklärer im besten Sinne des Wortes.
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am 30. Dezember 2009
Hans Albert will Brücken schlagen, er will ein Brückenbauer sein. Als "Überbrückungsunternehmer" will er die Einzelwissenschaften, insbesondere die Human- und Sozialwissenschaften, und die philosophischen Disziplinen miteinander verbinden. Dabei geht es ihm um Erhöhung der Erkenntnisleistung und damit letztlich um die Erhöhung der Anwendbarkeit der Sozialwissenschaften.

So wendet er sich in seiner Kritik der modernen Ökonomik gegen bloßen mathematischen Formalismus und argumentiert dafür, die Ökonomik als Wissenschaft zu verstehen, die zum Verstehen und zur Erklärung sozialer Prozesse beitragen soll. Ökonomik ist in Alberts Sicht im Wesentlichen eine spezielle Soziologie, die sich durch die Akzentuierung des Knappheitsproblems auszeichnet. Da Knappheitsprobleme in allen Bereichen des sozialen Lebens eine wichtige Rolle spielen, soll die ökonomische Sichtweise auch in den übrigen Sozialwissenschaften angewendet werden.

Hinter Alberts Versuch, zwischen den Erkenntnisgebieten Brücken zu schlagen, steht die Überzeugung von der Einheit der kritischen Vernunft. Vernunft und Rationalität bestehen in Alberts Sicht nicht im Streben nach einem sicheren und fest begründeten Wissen, sondern im Austausch von Argumenten, in einem beständig fortdauernden Prozess wechselseitiger Kritik. Diese von dem Philosophen Karl R. Popper beeinflusste Einstellung liegt seinen Schriften, vor allem seinem "Traktat über kritische Vernunft" zugrunde.

In diesem Buch findet sich die ausführliche Darstellung von Alberts erkenntnistheoretischer Position, seine umfangreiche Erläuterung der Idee der Kritik und ihre Bedeutsamkeit bei der Betrachtung von Ideologie, Theologie und Geschichts- und Sozialwissenschaft.

Für Albert ist von grundsätzlicher Bedeutung, dass mit dem Aufstellen wissenschaftlicher Theorien der Anspruch verbunden ist, die Welt, wie sie tatsächlich ist, zu erklären. Theorien sind sind für ihn nicht bloß Instrumente, die der Ordnung unserer Erfahrung dienen. Eine Theorie ist für ihn eine Menge von Aussagen, die wahr oder falsch sind. Dieser Standpunkt, der "wissenschaftliche Realismus", motiviert natürlich seinen Versuch, Brücken zwischen den einzelnen Wissensgebieten zu schlagen. Denn nur wenn alle verschiedenen Erklärungsversuche als Beschreibung der Welt gedacht werden, ist es verständlich, warum sie füreinander relevant sein können und warum die wechselseitige Kritik sinnvoll und notwendig ist. Dieser Realismus führt dazu, dass alle Sichtweisen als potentielle Erkenntnisse ernst genommen werden und alle Erklärungen als Erklärungen physikalischer, biologischer oder sozialer N a t u r erscheinungen anzusehen sind.

In Hans Alberts "Traktat über kritische Vernunft" vereinen sich ein Naturalismus dieser Art, wissenschaftlicher Realismus, die Einsicht in die Fruchtbarkeit von Kritik und eine Nüchternheit des Denkens. Eine solche Einstellung kennen wir aus einer bedeutenden Strömung im angelsächsischen Geistesleben (David Hume und Adam Smith) und aus wichtigen Schriften Max Webers. Schon allein deshalb, weil die deutschsprachige Tradition diese Tradition oft ignoriert oder eher geringschätzig behandelt hat und immer noch behandelt, nimmt Hans Alberts "Traktat über kritische Vernunft" eine ganz besondere Stellung ein.

Die Lektüre dieses Buches bereitet reichen Erkenntnisgewinn.

PS (16. Januar 2010) Empfehlend verweisen möchte ich auch auf den Briefwechsel zwischen Karl R. Popper und Hans Albert, den
Briefwechsel zwischen Paul K. Feyerabend und Hans Albert, die Autobiographie von Hans Albert und die beiden Festschriften für Hans Albert Wege der Vernunft und Wissenschaft, Religion und Recht.
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am 25. April 2012
Hans Albert kritisiert in seinem "Traktat über kritische Vernunft" eingehend den für die Aufklärung so charakteristischen Versuch, fundamentale Erkenntnissicherheit durch rationale Letztbegründung zu erlangen. Dieses Verfahren, so Albert ist ebenso märchenhaft, wie das angeblich von Münchhausen praktizierte Wunderwerk, bei dem dieser sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zog.

Der Letztbegründung Suchende steht vor der Wahl zwischen den folgenden Alternativen: "1. einem infiniten Regreß, der durch die Notwendigkeit gegeben erscheint, in der Suche nach Gründen immer weiter zurückzugehen, der aber praktisch nicht durchzuführen ist und daher keine sichere Grundlage liefert; 2. einem logischen Zirkel in der Deduktion, der dadurch entsteht, daß man in Begründungsverfahren auf Aussagen zurückgreift, die vorher schon als begründungsbedürftig aufgetreten waren, und der ebenfalls zu keiner sicheren Grundlage führt; und schließlich: 3. einem Abbruch des Verfahrens an einem bestimmten Punkt, der zwar prinzipiell durchführbar erscheint, aber eine willkürliche Suspendierung des Prinzips der zureichenden Begründung involvieren würde."

Der Ausweg aus dem "Trilemma" eröffnet sich Albert zufolge durch den Ersatz des Letztbegründungsprinzips durch das "Prinzip der kritischen Prüfung". Epistemische Basissetzungen, seien sie bspw. metaphysischer oder positivistischer Natur, verlören bei kritischer Prüfung stets ihre Allgemeingülitigkeit. Sie könnten also bestenfalls als sehr grundlegende Hypothesen begriffen werden. Was bliebe sei die pragmatische Frage, inwieweit die jeweiligen Hypothesen helfen, Erkenntnisse sinnvoll zu integrieren bzw. Problemstellungen konsistent und in Kongruenz zu anderen bewährten Theorien zu lösen.
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am 11. Oktober 2009
Auch heute noch tummeln sich viele geschlossene Weltanschauungen auf dem Ideenmarkt. Sie erfreuen sich teilweise größter Beliebtheit, ohne jemals kritisch hinterfragt zu werden. Hans Alberts kritisch-rationale Erkenntnistheorie ist das Rüstzeug, autoritär-dogmatische Ideologien als solche zu entlarven. Wer einmal gelernt hat, seine Vernunft im Sinne des kritischen Rationalismus zu gebrauchen, wird sich nicht mehr von unglaubwürdigen Offenbarungen und unzuverlässigen, vermeindlich von höheren Mächten inspirierten Autoritäten fehlleiten lassen.
Albert zeigt auf, dass die einflussreichsten theologischen und philosophischen Denker immer wieder versucht haben, absolute Wahrheiten zu entdecken und doch immer wieder scheitern mussten, weil sie dadurch in ihrem Denken immer dogmatischer wurden. Stattdessen legt Albert auf schlüssige Weise dar, dass unser Wissen immer nur begrenzt und vorläufig sein kann. Keine unserer Theorien darf unfehlbar für alle Ewigkeit festgeschrieben werden, jede muss prinzipiell offen für Revision und Widerlegung sein. Nur so kann auch Ethik vernünftig begründet werden, denn veränderte sozioökonomische Bedingungen und neue Technologien erfordern auch eine Neubewertung ethischer Regeln. Logik ist nach Albert zwar ein hilfreiches Mittel, um die Validität unserer Prämissen zu überprüfen. Erstere müssen aber stets empirischer Überprüfungen unterworfen werden können, sagt er. Dem ist nichts hinzuzufügen. Logik, Empirie und die kritische Vernunft sind alles, was der moderne Mensch zum Erkenntnisgewinn benötigt. Diese Einsichten wurden selten so prägnant und mit so vielen illustren Beispielen niedergeschrieben.
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am 25. Februar 2014
Albert macht in seinem Buch deutlich, warum die Idee der Letztbegründung eine Illusion ist. Anschließend wendet er diesen Gedanken auf verschiedene Bereiche an: Normen, Ethik, Religion etc.
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