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am 11. Mai 2011
Den Aufhänger für dieses Buch liefert die weiterhin aktuelle Finanzkrise. Wagenknecht legt hier zu Recht den Finger in die Wunde und liefert ausführliche Erläuterungen zu Ursachen und Ablauf der Krise. In der Tat ist es eine Schande für die gesamte politische Klasse, dass bis zum heutigen Tag eine konsequente Regulierung des Finanzsektors zur Vermeidung derartiger Blasen unterblieben ist. An dieser Stelle holt die Autorin jedoch überhaupt erst so richtig zum Schlag aus, und der Text wechselt hinüber in eine holistische Kapitalismuskritik, bei der mir als Leser mehrfach schlicht die Spucke wegbleibt - allerdings im negativen Sinn. Ausgehend von der Subprime-Story zerlegt Wagenknecht Stück für Stück die gesamte Weltwirtschaftsordnung (oder was sie dafür hält), um im zweiten Teil ein eigenes Konzept - oder eher eine Aneinanderreihung von Handlungsvorschlägen - zur Neuausrichtung der deutschen Wirtschaft vorzustellen. Dabei offenbart sie einen solch extremen Fall selektiver Wahrnehmung gepaart mit ökonomischem Unverständnis, dass ich mich frage, wie die Dame es über all die Jahre geschafft hat, ihr Image als Intellektuelle aufzubauen und zur wirtschaftspolitischen Sprecherin einer im Bundestag vertretenen Partei zu avancieren.

Ein Charakteristikum des Buches ist es bspw., Unsinn durch Weglassen wesentlicher Informationen als objektive Fakten zu verkaufen. So wird an einer Stelle versucht, den Rückgang der Unternehmensinvestitionen in Forschung & Entwicklung anhand einer OECD-Statistik zu belegen. Dabei wird aber unter den Teppich gekehrt, dass der entsprechende Report sich auf relative Wachstumszahlen eines einzelnen Jahres und die OECD-Länder im Speziellen bezieht, wohingegen der langfristige, weltweite Trend ein anderer ist. Nebenbei bemerkt ist übrigens auch der Innovationsbegriff durch das Buch hindurch ausgesprochen naiv, da Produktinnovation als durchgängig positiv beschrieben wird, Prozessinnovation hingegen als raffgieriges Renditestreben. Hier würde ich Frau Wagenknecht die Lektüre eines Grundlagenwerks zum Technologiemanagement empfehlen. Derartige Selektion ist auch auf einer Makroebene zu beobachten, insb. bzgl. des Phänomens der Globalisierung. Für Frau Wagenknecht ist Globalisierung letztlich aktiv gestaltet durch "die da oben", also eine kleine Gruppe von Global Playern, die die geknechteten Massen weltweit auf der Suche nach den jeweils niedrigsten Löhnen ausbeuten. Im Grunde wird hier, wenn auch in etwas verfeinerter Form, eine dumpfe Verschwörungstheorie auf Stammtischniveau dargelegt. Dass als Beleg auf die "Werke" diverser anderer Weltuntergangsautoren ähnlicher Couleur verwiesen wird, trägt zur Stichhaltigkeit der Analyse nicht gerade bei. Dekoriert wird die Argumentation auch durch zahlreiche Zitate längst verstorbener Autoren, deren Aussagen schön klingen, aber regelmäßig aus dem historischen Kontext gerissen werden. Der Zusammenbruch des Kommunismus bzw. die marktwirtschaftliche Neuausrichtung osteuropäischer und asiatischer Länder als eigentliche Ursache für die Entstehung eines globalen Marktes kommt hier ebenso wenig vor wie die Tatsache, dass z.B. in Indien und China jeweils 200-300 Millionen GlobalisierungsGEWINNER leben, die eine zu relativem Wohlstand gekommenen Mittelschicht bilden, die es vor 20 Jahren nicht gegeben hat. Geradezu absurd wirken vor diesem Hintergrund Pauschalaussagen, gemäß derer die Globalisierung niemandem etwas gebracht habe, außer den Anteilseigner der Großkonzerne. Die Vorstellung, dass in einer besseren Wirtschaftsordnung deutsche Konzerne sich idealerweise im globalen Kontext auf den Aufbau von Handelsvertretungen im Ausland beschränken sollten, zeigt, dass die Autorin von den Strukturen und ökonomischen Gesetzmäßigkeiten in globalen Wertschöpfungsketten keinen blassen Schimmer hat. Dass Produktion z.B. nicht nur aus Kostengründen verlagert wird, scheint für die Autorin unvorstellbar zu sein.

Typisch für die Wagenknechtsche Kapitalismuskritik ist auch, misslungene Privatisierung - d.h. Privatisierung ohne effektiven Markt bzw. Wettbewerb - gegen die Privatisierung von Staatsbetrieben ins Feld zu führen. Die üblichen Verdächtigen sind natürlich Bahn und Post, welche aber wohl eher als Beleg für die Unfähigkeit der Politik taugen, wohingegen die Erfolgsgeschichten der Privatisierung (z.B. im Telekomsektor) außen vor bleiben ebenso wie Negativbeispiele ineffizienter Staatswirtschaft (z.B. die Aufrechterhaltung diverser nationaler Fluggesellschaften, die kein Mensch braucht). Sehr amüsant ist auch das zugrunde liegende Heilsversprechen, nach dem u.a. Staatsunternehmen im versprochenen Sozialismus nicht rendite- sondern bedarfsorientiert ausgerichtet seien. Wie in einer Welt begrenzter Ressourcen aber darüber entschieden werden soll, welche Bedarfe als legitim zu gelten haben, wenn sich das Angebot nicht mehr nach Marktvolumina, Margen usw. richtet (und welche andererseits niedriger priorisiert werden sollen), bleibt völlig im Unklaren. Im Grunde bedeutet dies aber nur, dass ökonomische Entscheidungen eben nicht mehr an der Nachfrage am Markt ausgerichtet werden sollen, sondern zum Spielball politischer Interessen werden. Dies kann wohl letztlich nur durch den ungebrochenen Glauben an die Weisheit von Vater Staat und seiner 5-Jahrespläne erklärt werden. Mir persönlich wäre jedenfalls nicht einsichtig, nach welch wundersamen Kriterien der VEB Plaste & Elaste besser gewirtschaftet hätte als ein Konzern wie die BASF AG.

Nun braucht natürlich jeder Markt staatlich garantierte Rahmenbedingungen, um dauerhaft funktionieren zu können; ebenso kommt dem Staat eine wichtige Koordinationsfunktion zu, z.B. in der Innovationsförderung. Wer sich von den Fähigkeiten des Staats als wirtschaftlichem Akteur überzeugen möchte, sollte jedoch vielleicht auch einen Moment über die Serviceorientierung deutscher Behörden, die Innovationszyklen der ehemaligen Bundespost oder die "Rationalität" von Diskussionen rund um Bundeswehr-Standortschließungen nachdenken. Als Positivbeispiel eines erfolgreichen Staatskonzerns nennt Wagenknecht u.a. die Firma Renault, scheint aber gleichzeitig nicht mit den Strukturen der französischen Gesellschaft vertraut zu sein, in der in den letzten Jahrzehnten eine kleine Gruppe von Eliten alle wesentlichen Posten in Staat und Wirtschaft unter sich aufgeteilt hat - Strukturen also, die wohl kaum mit den Vorstellungen von demokratischer Kontrolle einer Linken kompatibel sein dürften. Interessant ist in diesem Zusammenhang überhaupt die für den gesamten Ansatz bezeichnende Vorstellung, Wirtschaft von oben durch Gesetze und Vorschriften umgestalten und zähmen zu können. Ein ökonomisches Denken in Anreizsystemen ist Frau Wagenknecht hingegen fremd.

Wie wenig durchdacht die vorgestellten Konzepte sind, zeigt sich auch bei dem grandiosen Vorschlag, den bundesdeutschen Staatshaushalt zu sanieren, indem Bundesanleihen einfach nicht mehr bedient und das geliehene Geld nicht mehr zurückgezahlt wird. Für die dadurch in den Bankrott getriebenen Banken und Versicherungen ist die Verstaatlichung vorgesehen, wohingegen die Enteignung von Privatanlegern als gerecht und volkswirtschaftlich sinnvoll beurteilt wird, da es sich ohnehin "nur" um Millionäre handeln könne, die ihr Geld nicht selbst erarbeitet hätten. Ähnlich tiefsinnig fallen die Ausführungen zu den Gräueln privater Altersvorsorge aus, in denen neben einigen Wahrheiten auch wirklich sämtlicher Unsinn aus jahrzehntelangen Debatten noch einmal durchgekaut wird. Auffällig ist übrigens auch, dass der konzeptionelle Teil des Buchs nahezu nicht quantitativ unterfüttert wurde, d.h., Wagenknecht scheint sich über die genauen Dimensionen und Auswirkungen ihrer Vorschläge gar nicht im Klaren zu sein. Die tendenziöse Wortwahl trägt ihr Übriges dazu bei: So wimmelt das Buch von "Heuschrecken" und "Private-Equity-Haien"; Geld wird bei ihr auch grundsätzlich nicht investiert, sondern stets "versenkt".

Zusammenfassend hat mich das Buch jedenfalls sehr enttäuscht, gegen Ende aufgrund der immer platter werdenden Argumentation sogar geärgert. Der Gerechtigkeit halber muss gesagt werden, dass die Autorin in ihrer Analyse in vielen Punkten natürlich ins Schwarze trifft, z.B. beim Thema der Vererbung großer Vermögen, das den Zusammenhalt einer auf den Prinzipien der Leistung und Chancengleichheit aufbauenden Gesellschaft gefährdet. Die vorgebrachten Lösungskonzepte sind jedoch in Teilen so dermaßen realitätsfremd bis gaga, dass man sie mit etwas ökonomischem Sachverstand einfach nicht ernst nehmen kann.
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am 11. Januar 2015
Eine sehr einseitige Betrachtung der Marktturbulenzen der letzten Jahre. Im Prinzip kann man das Buch mit nur zwei Sätzen zusammenfassen:
1) Der Kapitalismus ist böse
2) Der kleine Mann ist gut
Richtig davon ist weder das Eine noch das Andere.

Um die Mißstände in der Marktwirtschaft (i. e. Kapitalismus) zu beseitigen, wird ein reformiertes Modell des Sozialismus propagiert. Seltsamerweise wird hierbei auf Ludwig Erhard Bezug genommen, der ein vehementer Verfechter der sozialen Marktwirtschaft war.
Der Ansatz von Frau Wagenknecht, dass Änderungen nötig sind, dass Leistung und Ertrag und Chance und Risiko neu justiert werden müssen, ist durchaus richtig. Die Lösung liegt aber nie und nimmer in einer Variante des weltweit gescheiterten Sozialismus, sondern einer Reform der sozialen Marktwirtschaft.
Es gibt somit keinen Grund, das "Kind mit dem Bade " auszuschütten.

Mich erstaunt, dass auch ein Studium der Volkswirtschaftslehre mit Dissertation nicht dazu befähigt, sich differenziert mit dem Thema zu befassen und insbesondere auch andere Sichtweisen (die ihr ja bekannt sind), einzubinden.
Somit verbleibt nur als Fazit: Aus sozialistischer Sicht ein gutes Buch, aber mehr Agitation als ausgewogene Information.
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am 27. März 2013
Privateigentum ist mehr als die Grundlage der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Privateigentum ist ein bewährter Schutz gegen totalitäre Herrschaft. Gerade vor diesem Hintergrund irritiert der Titel von Sahra Wagenknechts Buch „Freiheit statt Kapitalismus“.

In einem einleitenden Kapitel, das zwei großen Hauptteilen des Buches vorangeht, findet sich unter dem Titel „Das gebrochene Versprechen Ludwig Erhards“ eine im Sinne der Autorin selektive Auflistung einiger Leitgedanken liberaler Ökonomen wie Walter Eucken, Wilhelm Röpke, August von Hayek oder eben Ludwig Erhard. Danach greift die Politikerin im ersten großen Teil des Buches mit dem Titel „Unproduktiver Kapitalismus“ tatsächliche oder vermeintliche Fehlleistungen der westlichen Volkswirtschaften auf und erläutert, warum nach ihrer Auffassung die marktwirtschaftlichen Prinzipien der ordoliberalen Denker heutzutage nicht mehr gelten und auch nicht zu den gewünschten Ergebnissen geführt haben. Im Rahmen dieser Analyse kann eine Darstellung der wirtschaftspolitischen Fehlentwicklungen im Zuge der jüngsten Wirtschafts- und Finanzkrise nicht unterbleiben. Weiter meint die Abgeordnete des deutschen Bundestags zu erkennen, dass Kapital größtenteils nur noch in hochspekulative Finanzgeschäfte fließt, anstatt in Form von Realinvestitionen die Produktionskapazitäten zu erweitern. An die Stelle von echtem Wettbewerb seien außerdem Monopole und Kartelle getreten, für innovative Unternehmensgründungen gebe es daher keine wirklichen Chancen mehr. In der Folge sei die Wirtschaft unkreativ geworden, bringe keine Innovationen mehr hervor

Die Aneinanderreihung dieser und anderer Kritikpunkte an unserem Wirtschaftssystem ergänzt die Autorin durch Zahlen und Beispiele. Doch gerade angesichts der polemischen Wortwahl und der Hochstilisierung auch kleinerer Missstände vermisst der Leser die Einordnung der aufgegriffenen Phänomene in einen internationalen Vergleich. Denn schließlich gibt es kaum eine offenere Volkswirtschaft als die deutsche, und auf den Feldern Innovationskraft, Wirtschaftsleistung, Arbeitslosigkeit und anderer Wohlstandsindikatoren ist unser Land international nachweislich hervorragend aufgestellt

Im zweiten Teil des Buches beschreibt die Linke-Politikerin dann unter dem Titel „Kreativer Sozialismus“ ihre Ideen für eine sozialistische, mutmaßlich leistungsfähigere, sozialere und gerechtere Wirtschaftsordnung. Obwohl die Autorin fast durchgängig alte Ideen von kollektivierter, demokratischer und staatlicher Steuerung des wirtschaftlichen Geschehens aufgreift, bleiben die aus Wissenschaft und Geschichte bekannten Probleme der sozialistischen Wirtschaftsordnung unbehandelt. Akrobatisch umgeht die Abgeordnete Begriffe wie Sozialismus oder Kommunismus. Wo dies im Rahmen historischer Betrachtungen nicht vermeidbar ist, schreibt sie lieber von Wirtschaftsordnungen „osteuropäischer“ oder „sowjetischer“ Prägung. Spätestens bei der Lektüre dieses zweiten Teils des Buches vermisst der Leser eine Antwort auf die Frage nach dem Freiheitsverständnis der Autorin. Im Zusammenhang mit den Plänen der Linke-Politikerin von einer schrittweisen Enteignung des Produktivvermögens gewinnt die Antwort auf diese Frage dann aber an Konturen: Das freiheitskonstituierende Prinzip des Privateigentums sei nur so lange legitim, wie es zum gemeinnützigen Dienst an der Gesellschaft („sinnvoll“) eingesetzt werde (Etwa S. 314). Anderenfalls verliere Eigentum, so die Autorin, seine Legitimität. Dann müsse eine schadenersatzlose Enteignung rechtlich möglich sein. Als Richter darüber, was nun im Sinne der Gesellschaft sinnvolle Verwendungen sind, kommt offenbar nur der Staat in Frage. Dem Markt, also dem Konsument, dem nach ordoliberalem Denken ja diese Richterfunktion zukommt, traut Wagenknecht ja nicht über den Weg. Folglich versteht die Politikerin unter Freiheit die „Freiheit“ zur Einordnung der wirtschaftlichen Tätigkeit unter den Willen eines Staates. Auf der Grundlage dieses Freiheitsverständnis ist aber ihr vorgebliches Ziel, an ordnungspolitischen Ideen ordoliberaler Denker anzuknüpfen, nicht im Ansatz zu verwirklichen

Frau Wagenknechts Versuch, die heutige Wirtschaftsordnung an den Maßstäben neoliberaler Ideale abzuurteilen, scheitert also schon am grundsätzlichen Verständnis davon, was eine menschenwürdige Ordnung ausmacht. Im rein ökonomischen Bereich identifiziert die Autorin zwar treffend bestimmte Fehlleistungen der herrschenden Wirtschaftsordnung. Allerdings gehen diese Funktionsmängel eher auf einen zu großen Einfluss des Staates als auf die wirtschaftlichen Akteure zurück und lassen sich zumindest durch eine Vergrößerung staatlichen Einflusses nicht beheben. Nach ordolilberalem Verständnis bestünde die wirtschaftspolitische Aufgabe darin, die Einflussnahme des Staates auf die Ordnungsgestaltung zu beschränken und die Geldmenge wirksam zu begrenzen. Doch hinter diesen Anspruch fällt die Autorin zurück und setzt den Fehlentwicklungen unter dem irreführenden Begriff eines „Kreativen Kapitalismus“ marxistische Ideen entgegen. Walter Eucken und Ludwig Erhard würden an der derzeitigen ordnungspolitischen Ausgestaltung unserer Wirtschaftsordnung sicher auch einige Kritik üben. Doch mit Sicherheit würden sie den ordnungspolitischen Status Quo gegenüber dem wagenknechtschen Weg zur Knechtschaft vorziehen.
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am 13. März 2012
Auf eine recht gute Beobachtung realer Fehlentwicklungen und einiger Zusammenhänge, folgt eine völlig danebenliegende Analyse der Ursachen und im Anschluß die Rückkehr zu altbackenen Zwangs- und Enteignungsphantasieen, die in der Schlußfolgerung einmal mehr in der staatlichen Zwangsformung des "neuen Menschen" münden würden (das Wort "Freiheit" hier im Titel ist der blanke Hohn). Kalter Kaffe neu und mit Sahnehäubchen serviert. Intellektuelle, die mit ihren Händen oder ihrem Geist nie einen realen Mehrwert geschaffen haben und keine Ahnung von dem haben was Wirtschaft real bedeutet, sollten dazu auch besser schweigen. Schuster bleib bei denen Leisten.
Sie erkennt, die Allianz von Großunternehmen und Politik (Lobbyismus) geht meist zum Schaden der Bürger. Aber die Schlußfolgerung daraus wäre doch, der Politik, dem Staat, der erst den Boden dafür geschaffen hat, Macht zu entziehen und den Bürgern Freiheit und Verantwortung über ihr Eigentum zurückzugeben. Aber sie fordert das Gegenteil, nämlich noch mehr Macht den politischen Zwangssystemen, zum weiteren Schaden der Bürger. Die, in der zwangsordnung Sozialismus sozialisierte, kann wohl nicht aus ihrem Gedankenkorsett ausbrechen.
Warum verschenkt Frau Wagenknecht ihr Buch eigentlich nicht?
Soviel Altruismus sollte sie uns doch vorleben, wenn sie den von uns erzwingen will.
Leute, hört auf die Menschheit mit euren ideologischen Wahnvorstellungen zu quälen. Daher, für das gute Aussehen von Frau Wagenknecht, ein Stern.
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am 1. Juli 2011
In Talk-Shows ist Sarah Wagenknecht überzeugend, klug, argumentativ.

Aber: was sie schreibt:
Auch wenn der Titel 'Freiheit statt Kapitalismus' nach einen Gegenentwurf von 'Freiheit und Kapitalismus' von Milton Friedman klingen soll, das isses nicht!
Es wird der Kapitalismus wieder, wie immer, schlechter gemacht als er ist und der Sozialismus als kreativer, total und unbewiesen, überbewertet.
Freiheit ist mehr als frei von Ausbeutung, als Philosophin wird Sarah Wagenknecht das sicher wissen.
Sozialismus sollte mehr als kreativ sein (was noch erst bewiesen werden muss) sondern auch demokratisch anti stalinistisch und ohne Kommunismus.

Vorsätzlich ausgeklammert wurden im Buch der real existierende Sozialismus und die Verbrechen von kommunistischen Partien, wie z.B. der von der Sowjetunion, China, Nordkorea, Kuba und Kambodscha. Diese Form von Freiheit hat sie außen vor gelassen. Auf den real existierenden Sozialismus kritisch einzugehen, wäre mal ein Höhepunkt linker Diskussion gewesen. Dazu war sie offensichtlich nicht in der Lage. Das gleiche gilt für den derzeitigen, von einer kommunistischen Partei geführten exzessiven Kapitalismus in China.

Diese andere sogenannte demokratische Wirtschaftsordnung, haben wir alles schon einmal, auch im Westen, gehabt. Neue Heimat, Volksfürsorge, Bank für Gemeinwirtschaft, alles Volkseigentum in Arbeiterhand, bis zum Bankenskandal. Die negativen Banken waren vorwiegend die staatlichen Banken, bzw. die Banken, die mehrheitlich vom Staat geführt wurden. Die Funktionäre waren entweder überfordert oder zu gierig, wer weiß? Die Neue Heimat wurde für 1.- DM an einen Berliner Bäckermeister verkauft. Volksfürsorge und Bank für Gemeinwirtschaft meistbietend verscherbelt. Wie solches zu vermeiden ist und besser zu machen ist, schreibt sie nicht.

Grundsätzlich fehlt eine fundierte Lösung, wie Manager verantwortlich mit Eigentum anderer (auch gesellschaftliches und genossenschaftliches) umgehen. Das fehlt, wie schon so oft kritisiert, oft in den kapitalistischen Management-Strukturen, als auch beim Eigentum im sogenannten kreativen Sozialismus. Der real-existierende Sozialismus und der Umgang mit Eigentum war katastrophal.

Nicht berücksichtigt und nicht bewertet bei der Kapitalismus-Kritik wurde der fast maximale Ausstattungsstandard der Bevölkerung mit langlebigen Konsumgütern wie Auto, WM, KS, FS und PC breitester, auch bei armern Bevölkerungskreise.

Hartz IV, Bildung und Rente, wie auch die Vermögensverteilung wurde richtig dargestellt.

Schuldenpolitik der Regierung und Verteilungsprobleme wurden richtig benannt, jedoch 50% der zukünftigen Staatsschulden wurden unter den Tisch gedrückt. Die Pensionsversprechen in Höhe von ca. 1 Billion € an die Pensionäre (und das ohne einen Cent eigener Beiträge), auch für die dann in Pension gegangenen linken Abgeordneten. Auch dafür muss der Steuerzahler blechen.

Auch wenn Frau Wagenknecht ganz ohne Marx auskommt, ist es eines der unendlich vielen Bücher in den Regalen der Buchhändler, die auch den Kapitalismus kritisieren, es ist einfach nichts Neues.

Freiheit statt Kapitalismus
1515 Kommentare| 27 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. September 2012
... weil Kapitalismus eigentlich nur "Marktwirtschaft" bedeutet!
Und eigentlich ist Kapitalismus auch kein "ismus" ... es ist ein Schlachtruf von Sozis und Linken.
Kapitalismus bedeutet Vertragsfreiheit! Jetzt müsste jeder eigentlich sofort begreifen, dass dieses System in dem wir leben gar kein Kapitalismus ist, sondern Korporatismus oder Geldsozialismus heißt.

Das eine Linke überhaupt den Begriff "Freiheit" in diesem Zusammenhang verwendet, ist schon anmaßend!

Das Buch erklärt Symptome des kranken Systems teilweise richtig - aber deren Ursachen überhaupt nicht - und noch schlimmer, es schlägt brutale Lösungen vor, die zum Untergang der gesamten Zivilisation führen können.

Gebt den Mensch Ihr Geld zurück! Kein Staat sollte das Recht besitzen, Geld herauszugeben.
Das haben schon die amerikanischen Gründerväter erkannt - wacht auf !
Sie auch Frau Wagenknecht - ach blödsinn, Sie sind ja Etatist und leben somit auf Kosten des Volkes, aufwachen unerwünscht.

Setzen, 6 ! Grausames Buch!
77 Kommentare| 32 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. September 2012
Sehr geehrte Leser dieses Buches!
Ich muss vorweg nehmen, das ich dieses Buch "Freiheit statt Kapitalismus" von Sahra Wagenknecht nicht gelesen habe.
Nun bin ich auch schon bei der Rezension oder besser gedeutet, bei meiner Kritik.
Mich bringt die Überschrift dieses Buches zum nachdenken, weil es keinen rationalen Sinn gibt, ein Buch "Freiheit statt Kapitalismus" zu nennen, ausser Sahra Wagenknecht will mit unterschwelligen Phrasen, Einfluss auf jemandes Einstellungen ausüben der die Begriffe Freiheit und Kapitalismus nicht kennt oder treffsicher begreift.
Da mir "Freiheit" und "Kapitalismus" als Verständniss-Begriffe wichtig sind, versuche ich kurz zu erklären, weshalb ich kein Verständniss bei Begriffsverdrehungen habe.

"Freiheit statt Kapitalismus" ist genau so absurd wie "gross statt weit weg", es ergibt nunmal keinen Sinn.

Freiheit ist zwanglos,uneingeschränkt,eigenmächtig,autark,selbstbestimmend,herrschaftslos ect.
In der Österreichische Schule der Nationalökonomie ist sogar der Kapitalismus der freie Markt,es ist sozusagen das gleiche.

Es gibt 2 Seiten von Kapitalismus-Erklärungen, sie sind auf der einen Seite von den oben beschriebenen Ökonomie der österreichischen Schule als der freie Markt erklärt, der seit jeher als freies Handeln zwischen 2 Personen oder mehr funktioniert, frei nach dem Motto "Angebot und Nachfrage" bestimmen den Preis von haben und nicht haben wollen.

Auf der anderen Seite gibt es die Sozialisten bzw. Kollektivisten, die sehen im Kapitalismus etwas schlimmes, weil sie ihn nicht kontrollieren können. Wirtschaft funktioniert aber nicht mit Befehl und Zwang, weil jeder einzelne Mensch andere Interessen hat und Vorlieben. Vor allem auch Abneigungen und Antipathie. Man muss sich nur die wirtschaftlichen Umstände der Länder in den Sinn rufen die sich Sozialismus schimpfen.

Kurz: Kapitalismus ist für den Sozialisten schlecht und für den Ökonomen der Österreichische Schule etwas gutes.
(Guckt mal nach Büchern von Roland Baader, Mises, Hayek)
Also man merkt an der Einstellung dem Kapitalismus gegenüber, mit wem man es wirklich zu tun hat.
3535 Kommentare| 24 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. April 2012
... von jemandem, der noch nie in seinem Leben einen produktiven Handschlag getan hat und bestens von dem blöden System lebt, das da niedergemacht wird.
Wir sehen weiß Gott selber genug Schwachstellen, aber die möchten wir von Wirtschaftsfachleuten diskutiert wissen und nicht von Kommunisten.

Amen
66 Kommentare| 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Januar 2014
...würde ich die Wagenknecht aufgrund dieses Buches NICHT direkt wählen.
Füllwort Füllwort
Wenn ich (übrigens mit größtem Interesse!)von einem(r) Kommunisten(in) lese, wie Marktwirtschaft zu funktionieren hätte, überkommt mich brachialer Lachreiz. Angesichts des besten Beispiels sozialer (Markt-)Wirtschaft, DDR, sei mir Neugier gestattet: Wer od. was wird hier hinter vorgehaltener Hand verhöhnt?
Was Kommunismus leisten könnte und konnte steht außer Frage und für wahrhaft Interessierte in dem Buch (Roman), "Der fingierte Ausbruch". In WIRTSCHAFTSANGELEGENHEITEN haben die Genossen ihre Inkompetenz wahrlich zur Genüge bewiesen!
11 Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Mai 2012
Mit dem Märchen vom Reichtum für alle wurden schon Generationen von Menschen betrogen. Es kann und wird niemals funktionieren. Außer für die Märchenerzähler. Für sie hat es immer gereicht. Der Rest des Volkes wird dann so lange wie es geht ausgebeutet. Schlimmer als in jedem Kapitalismus.
3333 Kommentare| 29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden