Fashion Sale Hier klicken Sport & Outdoor reduziertemalbuecher Cloud Drive Photos yuneec Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
14
4,8 von 5 Sternen
5 Sterne
11
4 Sterne
3
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:19,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Ich habe schon einmal Schülerinnen dieser inzwischen bundesweit bekannten Schule erlebt.

Eines fällt sofort auf, sowohl „live“ als auch in diesem Buch: Diese Schülerinnen und Schüler machen uns nichts vor. Sie haben wirklich Spaß an ihrer Schule. Dabei sind es ganz normale Jugendliche, keine lernsüchtigen Freaks.

Wie kommt es, dass Schülerinnen und Schüler sich so stark mit ihrer Schule identifizieren, gern (!!!) hingehen und sogar ein Buch darüber schreiben, einfach mal so nebenbei zum Unterricht? Warum wirken sie bei alldem nicht so gestresst wie Schülerinnen und Schüler anderer Schulen? Warum kennen sie keinen Schulfrust?

Im Buch geben drei Schülerinnen Einblick in einen Schulalltag, der sehr weit entfernt ist von den Zuständen an „normalen“ Berliner Schulen. Leider. Denn das Konzept scheint sehr sinnvoll zu sein und – den im Buch eingeschobenen Texte Erwachsener zufolge – Persönlichkeit hervorzubringen, die in der Wirtschaft mit Kusshand genommen werden und denen man die Zukunft unseres Landes bedenkenlos in die Hände legen kann.

„Und wie toll ist es außerdem, morgens aus dem Haus zu gehen, um zu lernen? Dinge zu erfahren, von denen man noch nie etwas gehört hat? Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen? Herausgefordert zu werden und sich beweisen zu müssen?“

Ich denke, der große Unterschied liegt im letzten Satz. Den Schülerinnen und Schülern wird Vertrauen entgegengebracht. Sie dürfen selbstbestimmt und im eigenen Tempo lernen, ihnen wird zugetraut, ihre Lernziele zu erreichen. Sie werden respektiert und die Konzentration liegt auf ihren Stärken statt auf ihren Schwächen.
Bis zur achten Klasse bekommen sie keine Schulnoten, sondern ausführliche Berichte. Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen, zuverlässig zu sein und behalten ihre – allen Kindern angeborene – Neugier.

Wie anders der Lernansatz an dieser Schule ist, zeigen die Schülerinnen unter anderem am Beispiel einer Projektwoche. Statt im Frontalunterricht zu lernen, wie unterschiedlich beispielsweise das Essen in Westdeutschland und der DDR war, wurden die Schülerinnen und Schüler am Beginn der Projektwoche in zwei Gruppen geteilt, nämlich Ost und West, komplett mit Pässen und neuen Namen. In der Schulkantine gab es unterschiedliche Essen für die beiden Gruppen. So kann man Lernstoff mit allen Sinnen erfahren.
Die Schülerinnen beschreiben die Lernbüros und ihre Logbücher. Durch den Klassenrat und die Vollversammlung der Schule, sowie durch die Vorträge außerhalb der Schule, lernen die Schülerinnen und Schüler, sich auf Andere einzustellen, vor Fremden zu referieren und Konflikte zu lösen.

Und dann gibt es noch die dreiwöchigen Herausforderungen. Die Schülerinnen und Schüler wandern zum Beispiel bis an die Küste, müssen dabei aber mit 150 Euro auskommen. Wie sie das hinkriegen können, müssen sie selbst herausfinden. Der erwachsene Begleiter greift nur in absoluten Notfällen ein – nicht, wenn man sich mal ein paar Kilometer verläuft. Und er muss mitversorgt werden.
Kein Wunder, dass Jugendliche, die solche Herausforderungen meistern und dabei lernen, auf Unvorhergesehenes zu reagieren, reifer wirken als andere Jugendliche ihres Alters.

Ich möchte dieses Buch allen Akteuren im Bereich Schule ans Herz legen.
Vieles von dem hier Vorgestellten lässt sich auch an „normalen“ Schulen leicht umsetzen. Dafür ist noch nicht einmal viel Geld nötig, und das Berliner Schulgesetz gibt mehr her, als man denkt.

Man muss einfach nur die Energie, die man für's Meckern verbraucht, dazu nutzen, etwas zu verändern.
Dieses Buch macht Lust darauf.
11 Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Februar 2014
Liebe Alma, Jamila und Lara-Luna,
vielen Dank für eure klaren und mutigen Worte, für eure Offenheit und euren Entschluss dieses Buch zu schreiben. Ich habe eure Schule und eure Schulleiterin schon kennengelernt und bin begeistert. Genauso begeistert, wie ich traurig darüber bin, dass Veränderungen so langsam vor sich gehen. Und darüber, dass es für meine Kinder in erreichbarer Nähe eine solche Schule nicht gibt. Und darüber, dass es noch so viele Lehrer und Eltern gibt, die nichts verändern wollen, dass man gegen Wände rennt.

Lernen wird so oft als etwas Schlimmes angesehen. Das fängt schon damit an, dass kleine Kinder keine Buchstaben lernen sollten, selbst wenn sie es möchten, weil sie "auch mal Kind sein sollten". Was anderes ist ein Kind, als ein lernendes Lebewesen? Ein Schwamm, der Wissen aufsaugt. Lernen ist verpönt, etwas Schlimmes, etwas was keinen Spaß macht und zu dem man gezwungen wird. Es tut mir in der Seele weh!

Und wie schön, dass es eure Bewegung gibt...unsere Bewegung, denn wir alle sind und sollten Teil davon sein. Ich wünsche mir mehr, noch mehr von euch in den alltäglichen Nachrichten zu hören, an den Schulen zu sehen und Berichte zu lesen. Macht weiter, schreibt weiter, erzählt weiter, lernt weiter und erfindet weiter. Ihr seid die Zukunft!
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ich bin ganz berührt von dem Buch. Da machen sich einfach 3 Schülerinnen (aus der mittlerweile sehr bekannten Schule Evangelischen Schule Berlin Zentrum, welche 2007 gegründet worden ist.) auf und schreiben auf Anregung hin ein Buch. Wow, das ist doch ausreichender Beweis, was alles drin ist, wenn Schule sich öffnet, Lernräume parat stellt, Potenzial aufblühen lässt. Und endlich das Modell Schule aus dem 19. Jahrhundert, welches Gehirne und Körper gleichmäßig nach Plan und mit Konkurrenz „beschulen“, fit machen will für die vermeintlichen Anforderungen moderner Arbeitswelt, ablöst. Diese Mädchen sind fit, das liest man und frau aus den Zeilen heraus. Und das über einen völlig anderen Lernprozess als allgemein immer noch angedacht. Ich bin berührt über das tiefe menschliche Wissen der jungen Autorinnen bezüglich Themen wie Lernen, Entwicklung, Miteinander, Kooperation und konstruktiver Haltung dem Leben gegenüber. Und dass man und frau auch noch ganz andere Dinge lernt, wenn man sich an große Projekte ran macht wie dieses Buch, ist selbsterklärend!

Die Schülerinnen bieten Einblick in den gar nicht so einfach zu beschreibenden Schulalltag, da er keinen durchdeklinierten zu transportierenden Fächerkanon, sondern individuelle Bildungsprozesse als Ziel hat. Dies ist die Perspektive jener, welche tagtäglich modernes – d.h.auch menschengerechtes - Lernen erfahren, welches Freude bringt und Motivation erhält. In einen Schulalltag, der die pädagogischen Prozesse auf den Kopf dreht. Willkommen ist jedeR, der oder die nach einem Einschulungsgespräch dafür geeignet erscheint. Eltern und Lehrende sprechen mit den Kindern darüber, und nach diesem Buch eventuell auch SchülerInnen. Denn es ist den Autorinnen aufgefallen, dass das so weit verbreitete partizipatorische Prinzip hier nicht gelebt, wird. Gut, es gibt immer etwas zu verbessern.

Auch Erwachsene kommen zu Wort wie die Schulleiterin Margret Rasfeld, ihre Stellvertreterin oder der Hirnforscher Gerald Hüther. Ganz am Ende findet sich ein Fragebogen, den die Schülerinnen entwickelt haben und damit SchülerInnen anderer Schulen auffordern möchten, mitzuteilen, wie das Lernklima so bei ihnen gestaltet ist. Allein der Fragebogen gibt auch jedem Elternteil und Lehrenden eine Idee davon, wie Schule anders sein darf. Und dann so erfolgreich, wenn wir auf dieses Projekt blicken.

Tolle Schule, ich bin Fan!
11 Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. April 2014
...eher ihre momentane Schule beschreiben, als visionierend ein neues Schulsystem erdenken.

Das Buch wurde von drei Mädchen im Alter von 13, 14 und 15 zusammen mit Uli Hauser niedergeschrieben. Die Mädchen besuchen in Berlin eine Gemeinschaftsschule, die Evangelische Schule Berlin Zentrum (ESBZ). In diesem Buch wird das gängige Schulsystem kritisiert. Die drei Autorinnen gehen selbst gerne zur Schule, weil ihre Schule anders ist. Sie kritisieren den Leistungsdruck der aus der Notenvergabe erfolgt, als auch die Trennung der einzelnen Schulformen. Die Schule, die die Mädchen in Berlin besuchen ist anders strukturiert. Erst ab der neunten Klasse werden Noten vergeben und die Schüler und Schülerinnen (SuS) von siebter bis neunter Klasse haben gemeinsam Unterricht. In dieser Schule bestimmen die SuS ihre eigene Lerngeschwindigkeit, was die Mädchen gutheißen.
Das Buch lässt sich angenehm und einfach lesen, da es in der Umgangssprache verfasst wurde. Es befasst sich mit einem allzeit aktuellem Thema. Bildung ist ein Thema, dass jeden betrifft und bei dem Kinder und Jugendliche nicht gefragt werden. Das Buch ist ein Appell an das Schulsystem, es fordert Veränderung. Es zeigt Schule und Bildung aus der Sicht der Jugend. Die Autorinnen bringen viele Veränderungsbeispiele anhand ihrer eigenen Schule. Ein spannendes Buch, dass nicht nur Lehrer/innen und Schulleiter/innen zwischen die Finger nehmen, nein, auch SuS sollten dies lesen. Somit würden sie einen Blick auf einen andere Struktur des Lernens erhaschen. Die Mädchen sind in ihrem Schreiben durchaus strukturiert. Durch Fragestellung und deren Beantwortung fällt es einem leicht dem Buch zu folgen. Die Aussagen und Thesen, die sie in ihrem Werk vertreten, begründen die Mädchen auch anhand von konkreten Beispielen, was dafür sorgt, dass das Meiste mit ein wenig Phantasie gut bildlich vorstellbar ist.
Wiederum wiederholen sich die jungen Autorinnen an der einen oder anderen Stelle, weswegen der und die LeserIn hin und wieder einen Deja-vu Effekt erhält. Die drei kritisieren zu meinem Bedauern die Struktur der ESBZ in keinster Weise. Die Schule wird durchweg positiv dargestellt. Es ist schwer vorstellbar, dass die Struktur dieser Schule keine negativen Aspekte aufweist. Es ist auch schwer zu begreifen, dass das „normale“ System, dass so viele Jahrzehnte angewendet wird nichts Positives hat, das man ansprechen könnte. Es wäre in dem Punk gut gewesen SuS der verschiedensten Schulformen ein Buch schreiben zu lassen.
Im Großen und Ganzen ist das Buch aber jedem zu empfehlen, der sich mit Bildung auseinandersetzt. Und tut das nicht schließlich jeder von uns?
von Paidosophos
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Es gibt viele Bücher, in denen das deutsche Schulsystem in Frage gestellt wird - mit oder ohne konkrete Lösungsvorschläge. Diese Bücher stammen aus der Feder von nachweislich klugen Erwachsenen, die oft über langjährige Erfahrungen verfügen. Es sind dies aber keine Erfahrungen aus Schülersicht, denn die Schulzeit der Verfasser liegt meist viele Jahre zurück und hat mit den heutigen Bedingungen nicht mehr viel zu tun. Und genau dieses Manko merkt man vielen schulkritischen Büchern an. Es fehlt die Orientierung an den wirklichen Bedürfnissen der Schüler von heute. Deshalb ist mit “Wie wir Schule machen” eigentlich ein längst überfälliges Buch erschienen, in dem es um die Menschen geht, die im Mittelpunkt stehen, wenn von Schule die Rede ist: Die Schüler selbst. Drei Mädchen zwischen 13 und 15 Jahren haben in Zusammenarbeit mit dem “Stern”-Reporter und Autor Uli Hauser (”Jedes Kind ist hoch begabt”) nun aufgeschrieben, was falsch läuft, und wie man es richtig machen könnte. “Lernen, wie es uns gefällt” verspricht der Untertitel - und als Leser muss man den jungen Autorinnen nur Recht geben. So wie sie vom Lernen schreiben, bekommt man wieder Lust auf Schule.
Das Buch gliedert sich in eine Einführung und drei Abschnitte. Der von den Schülerinnen erstellte Pisa-Fragebogen ist als Anhang beigefügt.
Zunächst stellen sich die jungen Autorinnen vor. Schnell wird klar: Hier handelt es sich um ganz normale Jugendliche, im rundum positiven Sinne. Die Mädchen haben schon eine ganze Reihe Erfahrungen hinter sich - und gerade im schulischen Bereich nicht nur positive. Und sie besuchen jetzt alle drei die Evangelische Schule Berlin Zentrum (ESBZ), eine Reformschule mitten in der Bundeshauptstadt. In dieser Lehranstalt werden nicht nur die herkömmlichen Fächer wie Mathe, Deutsch & Co unterrichtet, sondern auch “Verantwortung” und “Herausforderung” stehen auf dem Lehrplan. Denn genau an diesen Dingen wachsen junge Menschen. In unserer Gesellschaft wird Kindern und Jugendlichen viel zu wenig zugetraut. Selbst wenn sie großes Interesse daran haben Verantwortung zu übernehmen, werden Wünsche hinsichtlich der Verwirklichung verantwortungsvoller Aufgaben abgelehnt. Zu gefährlich, zu schwer, heißt es dann und ein junger Mensch wird in seiner Entwicklung ausgebremst. Das Schulfach “Herausforderung” ist ganz besonders spannend, suchen sich die Schüler doch selbst die Herausforderung aus, die sie meistern wollen. 150 Euro für drei Wochen - wie macht man das Beste draus? Über mehrere Monate hinweg werden die Herausforderungen geplant. Wanderungen in Schweden oder Frankreich, bei denen auch mal was schief gehen kann. Eine Begleitperson ist zwar anwesend, mischt sich allerdings nur in wirklich bedrohlichen Situationen ein. Und so sammeln die Jugendlichen Erfahrungen, die sie mitunter für ihr ganzes Leben prägen. Doch auch die Kernfächer Mathematik & Deutsch stehen natürlich auf dem Lehrplan. Allerdings wird in der ESBZ in Lernbüros gelernt. Schüler organisieren sich ihre Lernabschnitte selbst und erarbeiten sich die Lernfelder auch gemeinsam mit Mitschülern. Prüfungstermine werden selbst festgesetzt, so dass man es als Schüler in der Hand hat, wann der eingeübte Stoff überprüft wird.
Im ersten Abschnitt erklären die drei Mädchen Alma de Zárate, Jamila Tressel und Lara-Luna Ehrenschneider, wie sie lernen wollen und was ihnen wichtig ist. Im zweiten Abschnitt (dem umfangreichsten) geht es um die konkrete Umsetzung vieler dieser Wünsche in der ESBZ. Im dritten Teil geht es schließlich um die Verwirklichung der Roadshow, in deren Rahmen verschiedene SchülerInnen der ESBZ durch die deutschsprachigen Länder reisen, um ihr Konzept von Schule zu verbreiten, beseelt vom Wunsch die Schulen zu verändern.
Die Schülerinnen schreiben sehr frei über ihre Bedürfnisse und das ist natürlich ausgesprochen charmant. Keine Zeile ist trocken, kein Abschnitt langweilig - hier sprudeln drei Schülerinnen nur so vor Ideen und diese lebendige Lektüre ist eine große Freude für den interessierten Leser. Zwischendurch kommen auch immer wieder Vertreter aus dem Bildungssektor, Forschung und Wirtschaft zu Wort, denen das Konzept auch sehr zusagt, da es sich bewährt hat und kreative junge Leute hervorbringt, die Verantwortung übernehmen und Herausforderungen meistern wollen - immerhin haben sie das schon in der Schule gelernt.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. August 2014
Statt all der theoretischen Bücher über Schulentwicklung sollten Lehrer/innen und Schulentwickler/innen lieber dieses Buch lesen. Es kommt aus der Praxis und die drei Autorinnen machen Lehrern Mut, Schule neu zu denken und neue Wege zu erproben. Wichtigste Botschaft: Jammert nicht über die heutige Schülergeneration, sondern traut ihnen wirklich etwas zu und übertragt ihnen Verantwortung. Dieses Buch macht Lust auf Schule!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. April 2015
Alle 3 Schülerinnen gehen auf eine 2007 gegründete Gemeinschaftsschule in Berlin, deren Lernkonzept mehrfach ausgezeichnet wurde. Mit der Unterstützung des Journalisten Uli Hauser haben sie ihre Vorstellungen von einer Schule, die Spaß macht, aufgeschrieben und wie sie dies in der Evangelischen Schule Berlin Zentrum (ESBZ) umsetzen.

In Form von Fragen und Antworten beschreiben sie den Aufbau der Schule und das Lernen in dieser. Die Gemeinschaftsschule beginnt mit der 7. Klasse und endet nach der 10. Klasse (in Berlin dauert die Grundschule 6 Jahre).

Interessante Merkmale der Schule sind:

Von der 7. bis 9. Klasse gibt es keine Unterteilung der Jahrgänge. In der 10. Klasse wird nicht mehr jahrgangsübergreifend gearbeitet.

Es gibt kaum Frontalunterricht. Für die Fächer Mathe, Deutsch, Englisch sowie Natur und Gesellschaft gibt es Lernbüros (eine Art Klassenzimmer). Von 8:30 bis 10:00 Uhr wählen die Schüler aus, in welchen der Fächer sie weiterkommen wollen. Karteikästen können die Schüler einen Aufgabenkomplex entnehmen und bearbeiten. Falls sie Probleme haben, sollen sie sich zuerst an andere Schüler wenden und ansonsten an den Lehrer, der im Lernbüro sitzt. Hat man die Aufgabe erledigt, gibt man dem Lehrer die Aufgaben, der diese korrigiert. Entsprechend des Ergebnisses, gibt er Empfehlungen, ob noch mehr zu diesem Thema geübt werden muss.

Den restlichen Vormittag treffen sich die Schüler in Klassenräumen und haben Fächer wie Soziales Lernen, Religion, Sport, Naturwissenschaften, Lesestunde oder Klassenrat oder eine weitere Fremdsprache.

Der Unterricht geht bis 15:45 Uhr.

Einen Test schreibt man, wenn man einen Baustein, zum Beispiel in Mathe, erledigt hat und sich sicher fühlt. Dann macht man mit dem Lehrer einen Termin dafür aus. Ansonsten kann man noch mehr Übungsaufgaben machen oder sich vom Lehrer das eine oder andere erklären lassen.

Das Zeugnis der Schüler ist eine mehrseitige schriftliche Bewertung. Bis zur 8. Klasse werden keine Noten vergeben.

Jeder Schüler muss ein Logbuch führen, in dem er festhält, was er in jeder Stunde gemacht hat und wie er sich einschätzt. In dieses Logbuch tragen Lehrer auch Verfehlungen des Schülers ein.
Jeden Freitag gibt es eine Vollversammlung, bei der Schüler durch das Programm führen. Es wird über aktuelle Ereignisse und Probleme gesprochen.

Donnerstag ist Projekttag. Hier dürfen die Schüler ein selbst ausgedachtes Projekt vorantreiben, um zum Beispiel ihre Träume umzusetzen. Es wird geschildert, dass die Autorinnen interessiert hat, wie Pralinen hergestellt werden. In dem Zweimonatsprojekt, das hieraus entstanden war, entwickelten die Schüler eine neue Praline mit schöner Verpackung und sogar einem Werbekonzept. Auch ein Schoko-Tasting bei einer Fachfrau war Teil des Projektes.

Mindestens 2 Stunden pro Woche sollen die Schüler Verantwortung übernehmen. Das kann der Besuch eines Altenheims sein, um sich mit alten Menschen zu unterhalten. Das kann aber auch Nachhilfe für Grundschüler mit Lernschwierigkeiten sein.

Einmal im Jahr stellen sich die Schüler einer dreiwöchigen Herausforderung, die darin besteht, egal was sie machen, höchstens 150 € pro Person auszugeben. Jeweils ein Betreuer begleitet die 2 bis zumeist 6 Schüler auf ihrem Trip, mischt sich aber nicht ein. Zumeist machen die Schüler mehrtägige Wanderungen. Eine Gruppe verbrachte die Zeit in einem Mittelalter-Dorf.

Neben den Schülerinnen kommen auch die Leiterin, Elternbeiräte und Unternehmen zu Wort.

Das Buch schließt ab mit einem Fragebogen an Schüler. Hier geht es darum, wie zufrieden die Schüler an ihrer eigenen Schule sind.

Es war interessant, das Buch zu lesen und von dem Konzept der Schule zu erfahren. Es ist eine Schule, in dem die Schüler häufig Wissen dadurch erwerben, dass sie etwas selbst machen. Und sie müssen wesentlich mehr Verantwortung als in anderen Schulen übernehmen - für sich selbst und teilweise für andere. Das, finde ich, ist sehr vielversprechend.

Das Buch ist verständlich geschrieben, allerdings gibt es einige Wiederholungen und ich hätte es bevorzugt, wenn das Konzept der Schule in einer Tabelle am Schluss des Buches zusammengefasst worden wäre, da einem so etwas Überblick fehlt. Entgegen des Eindrucks, welches die Beschreibung des Buches andeutet, geht es weniger darum, wie sich die Schülerinnen ihre ideale Schule vorstellen und welche Ideen sie dazu entwickelt haben.

Die Schule wird in diesem Buch nur positiv beschrieben. Eine sachliche Einschätzung der Vor- und Nachteile und mit welchen Problemen die Schule eventuell zu kämpfen hat, hätte ich bevorzugt. Einige Fragen bleiben offen: Für wen ist diese Schule nicht geeignet? Gab es Schüler, die mit diesem System nicht zufrieden waren? Wie ist der durchschnittliche Leistungsstand nach der 10. Klasse? Ich habe auch bedauert, dass kein Junge an dem Buch mitgeschrieben hat. - Ich vermute, dass Jungen zu manchen Themen andere Einschätzungen haben als Mädchen. Für mich ist auch nicht verständlich, wieso Englisch ein Lernbüro-Fach ist, bei dem die Schüler hauptsächlich schriftlich alleine etwas erarbeiten sollen. Es gibt zwar noch einen Englisch-Konversations-Club, aber ich bin mir nicht sicher, ob dies die beste Möglichkeit ist, eine Sprache zu erlernen.

Ich habe meine beiden eigenen Kinder, die keine Notenprobleme haben, danach gefragt, wie sie mit ihren Schulen zufrieden sind. Die Antwort war eher ernüchternd. Meine Tochter (10 Jahre) fand, dass das ESBZ-Konzept interessant klingt und dass sie sich durchaus vorstellen könnte, auf eine solche Schule zu gehen. Mein Sohn (14 Jahre) war da skeptischer. Er schätzt „sein“ System (G8-Gymnasium) als effizienter ein. Er meinte, Jungs seien faul und sich selbst zu motivieren sei schwieriger als zum Lernen gezwungen zu werden. Interessant am ESBZ-System fand er die Projekte. Er würde beispielsweise gerne mit einer Gruppe einen Roboter bauen.

Die Schüler dieser Schule berichten Lehrern anderer Schulen von dem Konzept ihrer Schule. Von Unternehmen werden sie als selbstbewusst und reif für ihr Alter eingeschätzt. Das kann im Leben viel wert sein, allerdings nur, wenn hinter dem selbstbewussten Auftreten fundiertes Wissen, die Fähigkeit zu strukturiertem Arbeiten und praktische Lösungsfähigkeit stecken.

Zum Thema Chancen bei Unternehmen: Meine Erfahrung mit Bewerbungen ist, dass zwar auf die sogenannten Soft Skills geachtet wird, dass aber erst mal nur Bewerber in die engere Auswahl kommen, die ausgezeichnete Noten haben.

Zum Thema Noten: Meine Erfahrung in der Arbeitswelt ist, dass Zeugnisnoten oft mit den Arbeitsergebnissen in den entsprechenden Themenbereichen korrelieren.

FAZIT: Viele Ansätze dieser Modellschule sprechen mich sehr an und die Schülerinnen haben gut vermitteln können, was ihnen an dieser Schule gefällt. Ein bisschen mehr Struktur und einen etwas kritischeren Blick auf das Konzept hätte ich noch besser gefunden.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Juni 2015
Dieses Buch muss man lesen, wenn man sich mit Bildung beschädigt. Endlich ein Buch aus der anderen Perspektive. Für Lehrer bleiben zwar viele Fragen offen, aber es regt dazu an, das tägliche Handeln zu reflektieren.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. September 2014
Liebe Alma, Jamila, Lara-Luna,

Ich möchte mich für Euer Buch bedanken. Euer Buch hat mich so inspiriert, dass ich meinen Workshop ganz anders, als ursprünglich geplant, gestaltet habe – und viel spannender. Mein Workshop wurde auf einer Konferenz “Anders wirtschaften” am letzten Wochenende (13.-15.06.2014) in Heidelberg angeboten. Zum Thema:“Partizipation und Menschenbild” – also ein recht abstraktes, akademisches Thema. Ich hatte, bevor ich Euer Buch gelesen habe, auch einen wissenschaftlich orientierten Workshop vorbereitet. Aber Euer Buch hat mich eines Besseren gelehrt: Ich habe den Arbeitsgruppen 12 Zitate (Ich hatte mindestens 30 zur Auswahl) aus Eurem Buch zur Bearbeitung gegeben – mit der Frage:
• “Was sagt Ihnen/Euch das über unsere gesellschaftlichen Lehrmeister für “Partizipation und Menschenbild” (Elternhaus, Schule, Beruf, Politik)?”
Die TeilnehmerInnen fühlten sich selbst durch diese kurzen Zitate so angesprochen, dass der Workshop durch Euch gelebt hat. Ein wenig habe ich ich dadurch verstanden, warum Ihr Lehrer, Schulleiter, Lehrerbildner und Manager besser erreicht, als wir Experten. Mein Kollege Gerald Hüther hat es im Buch ja auch zu beschreiben versucht: Ihr erreicht die Herzen. Und das ist eine mutmachende Erfahrung: Auch in unserer technischen und teilweise erschreckend kalten und kriegerischen Welt ist "Herzensbildung" – ein altmodischer Begriff – möglich. Und vermutlich ist diese "Intelligenz des Herzens" das größte Potential, das wir Menschen haben. (Damit Ihr seht, wie ich Euer Buch genutzt habe, hänge ich Euch meinen Workshop-Plan an).

Ich hoffe, dass Ihr mit diesem Buch viele Menschen erreicht, die sich eine bessere Schule wünschen. Wenn es gelingt, dass viele Schüler so lernen können, wie Ihr, dann ist mit um die Zukunft unserer Demokratie und unserer gesellschaftlichen Zukunfts-Entwicklung nicht bange. Ihr macht Mut!

Ich würde Euch gern mal in Eurer Schule besuchen. Ich werde Eure Schulleiterin fragen.
Ich wünsche Euch weiterhin viele Herausforderungen und Spaß dabei.
Herzliche Grüße aus Hamburg
Bernd Fittkau, (Ex-)Prof. f. Pädag. Psychologie, Universität Göttingen
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Februar 2014
Gratulation und Dank an die Autorinnen Alma de Zárate, Jamila Tressel, Lara-Luna Ehrenschneider und an Uli Hauser.
Wenn wir bedenken, dass wir unsere Kinder bis zu 15.000 Lebensstunden in unsere antiquierten Wissenspressen schicken, tut es Not, umzugestalten. Möglichst bald und umfassend.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden