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am 28. April 2014
„Sind Sie der, der sie sein wollten? Oder der, der sie sein sollten? Sind auch in Ihnen Begabungen vorhanden, die brach liegen? Wovon träumten Sie als Kind? Was begeisterte Sie? Wissen Sie, was Ihre Kinder wirklich gut können und was nicht?“

Mit diesen Sätzen beginnt das Buch, das der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther zusammen mit dem Stern Reporter Uli Hauser geschrieben hat. Sie wollen mit dem Buch die Erwachsenen aufrütteln. Sie darauf aufmerksam machen, dass die Zukunft von ihren Kindern abhängen wird und dass jeder etwas tun kann. Mit seinem Verhalten. Es möchte dazu auffordern, alte Denkmuster von Erziehung und Schule in Frage zu stellen.

Jedes Kind komme mit einer Vielzahl von Potentialen auf die Welt. Mit einem Gehirn, das viele neuronale Vernetzungen gemacht hat, die anhand der aus dem eigenen Körper im Gehirn ankommenden Signalmuster und der dafür optimierten Reaktions- und Antwortmuster stabilisiert worden sind und genau zum Körper des jeweiligen Kindes passen. Schon im Mutterleib mache das Kind eigene Erfahrungen, die es in seinem Gehirn verankert. So komme jedes Kind mit einem einzigartigen Gehirn auf die Welt, dem vielfältige Möglichkeiten und Begabungen offen stehen.

Nutzungs –oder erfahrungsbedingte Neuroplastizität nennen es die Neurowissenschaftler. Einfach gesagt: Das Gehirn wird so, wie man es benutzt und wofür man es benutzt. Mit den Erfahrungen, die ein Kind durchlebt, macht sein Gehirn besondere Nervenzellverknüpfungen. In manchen Bereichen komplexere, in anderen einfachere. Je nachdem, für was das Kind sein Gehirn benutzt, stabilisieren sich Nervenzellvernetzungen. Solche, die nicht gebraucht werden, verkümmern.

Kinder sollten früh reich an Erfahrungen werden. Einen möglichst grossen Erfahrungsschatz sammeln. Menschen begegnen, die viel erlebt haben. Dazu müsste jemand da sein, der dem Kind wichtig ist. Mit dem es sich emotional eng verbunden fühlt. So kann sich aus Vertrautem Vertrauen entwickeln, und die Zuversicht, dass alles gut wird, aus der Erfahrung der Beziehung zu anderen Menschen, dass alles gut gegangen ist. Damit Leben und Lernen gelingen können.

Wenn ein Kind aufwächst, möchte es geliebt werden und mit anderen Menschen in Beziehung sein. Dafür bringt es schon durch die Erfahrungen im Mutterleib die erforderlichen Talente mit. Vertrauen, Geborgenheit, Verbundenheit. Es braucht Eltern, die ihm auf Augenhöhe begegnen. Mit Wertschätzung. Kinder möchten erkannt werden, als das, was sie sind. So geliebt werden, wie sie sind. Sie sind nicht etwas, das in ein Wunschpaket gepresst oder das für ein Vorstellungsbild passend gemacht werden kann. Jedes Kind sollte die Erfahrung machen können, einzigartig zu sein, so geliebt zu werden, wie es ist und dass es im wahren Leben auf es ankommt.
Um zu lernen, brauchen Kinder Vorbilder, an denen sie sich orientieren können. Sie sind in der Lage, all das von den Mitgliedern einer Gemeinschaft zu erlernen, was sich diese, als sie selbst noch Heranwachsende waren, an Fähigkeiten und Fertigkeiten, an Wissen und Können, an inneren Einstellungen, Werten und Vorstellungen angeeignet und im Lauf ihres bisherigen Lebens ergänzt und erweitert haben. Viele Lehrer meinen nicht diese Fähigkeiten, wenn sie von einer besonderen Begabung sprechen. Sie halten ein Kind für hochbegabt, wenn es ihm auf einem Gebiet ermöglicht, aussergewöhnliche Leistungen zu erreichen, welche in unserer gegenwärtigen Welt besonders hohe Anerkennung finden.

Als unabdingbar für das Lernen sieht Gerald Hüther die Begeisterung. Die Erwachsenen sollten ihren Kindern wieder begegnen, sich ihnen zuwenden. Mit ihnen in Beziehung treten, um herauszufinden, was sie bewegt, sie wirklich begeistert. Kinder lernen am besten, wenn es mit den emotionalen Zentren im Gehirn verknüpft ist. Dinge wie gemeinsames Singen, gemeinsam erlebte Märchenstunden, gemeinsames Spielen, gemeinsames Tanzen, Musizieren, Malen oder Basteln. Im gemeinsamen Tun erleben die Kinder etwas, das sie im Unterricht nicht erleben. Verbunden zu sein und in dieser Verbundenheit gleichzeitig zu wachsen.

Anders könne es für die Kinder von heute nur dann werden, wenn sich die Erwachsenen selbst verändern würden. Wenn sie die festgefügten Vorstellungen davon, worauf es im Leben ankommt, in Frage stellen würden. Die alten, ausgetretenen Bahnen der lieb gewonnenen Gewohnheiten zu verlassen. Wenn alle Kinder die Erfahrung machen könnten, dass sie so wie sie sind angenommen werden und dazugehören dürfen, dass ihnen etwas zugetraut wird, und sie zeigen können, was sie alles schon können, dann würden sie ihre Liebesfähigkeit, ihre Begeisterungsfähigkeit und das Gefühl tiefer Verbundenheit mit den Menschen, bei denen sie aufwachsen, nicht verlieren.

Fazit: Gerald Hüther und Uli Hauser haben ein Buch mit vielen guten Ideen geschrieben, die sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse stützen. Wir brauchen solche, die eingefahrene Denkmuster und Gewohnheiten alter Systeme in Frage stellen und zu einem Umdenken herausfordern. In der heutigen Zeit umso mehr. Deshalb ein wichtiges Buch.
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am 29. Juni 2015
Den Titel finde ich, seitens der Logik, etwas seltsam. Wären alle Kinder HOCHbegabt, dann wäre das die Norm und damit wären alle Kinder normal begabt. Weniger reißerisch stimme ich jedoch der These zu, dass jedes Baby ein vergleichbares Potential hat, um Außergewöhnliches zu leisten. Wie auch Hüther bin ich der Meinung, dass man es nicht bewerten kann, ob ein Kind “besser” ist, das gut rechnen kann, eines das sehr hilfsbereit und mitfühlend ist oder eines, das flink auf Bäume klettert. Aus schulischer Sicht ist die Sache jedoch klar.

Das Buch schreibt mir 186 Seiten von der Seele und beschreibt vieles von dem, das ich als Kind und Schüler erlebt habe und auch immer wieder mitbekomme. Hüther schreibt, dass es als wissenschaftlich gesichert gilt, wie Begabungen entstehen. Und zwar durch nutzungs- und erfahrungsabhängige Neuroplastizität. Kurz erklärt: Unser Gehirn passt sich strukturell jeweils den Tätigkeiten an, die wir am häufigsten und am liebsten ausüben. Und dieser Prozess beginnt bereits im Mutterbauch. Übrigens endet dieser Prozess erst mit dem Tod. Das heißt, auch das Gehirn von Erwachsenen verändert sich täglich und kann durch gezieltes Üben, Lernen, Trainieren neue Begabungen entwickeln. Allerdings: Naturtalent wird generell überschätzt und wird ohne langjähriges Üben auch nicht brillant.

Hüthers wichtigste Gedanken des Buchs kurz und knapp: Kinder lernen immer. Talent wird überschätzt. Schule und Erziehung fördern die falschen Begabungen.

Kaum ein genialer Schöpfer der letzten Jahrhunderte – ob Musiker, Wissenschaftler oder Erfinder – war ein guter Schüler. Viele davon entfalteten ihr Talent also nicht wegen der Schule, sondern trotzdem. Deren Karriere begann erst, als sie das taten, was ihnen selbst wichtig war. Dieses Effizienzprinzip kenne ich von mir selbst nur zu gut. Die meisten Talente gehen ungefördert unter, weil die Schule laut Hüther hauptsächlich Fähigkeiten fördert, die auf dem breiten Arbeitsmarkt Geld bringen. Die (zahlreichen) Nischenbereiche fallen dabei unter den Tisch, ebenso die dafür geeigneten Fachkräfte. Ich würde es verknappt so formulieren: Schule fördert das generalisierte Mittelmaß und alles außenrum, inklusive der einseitigen Spezialisten, bleibt sich selbst überlassen.
Schule ignoriert die wesentlichen Talente, die es laut Hüther zu fördern gälte. Teilweise werden diese sogar systematisch abtrainiert oder aberzogen. Hier zählt Hüther auf: Liebe und Zuneigung, Entdeckerfreude, Kreativität, Zuversicht und Eigensinn. Stattdessen lernen wir, wie wir Vorgaben umsetzen, dass jedes Verhalten zu bewerten und zu skalieren ist und dass wir gehorchen müssen. Durch das Brechen des Eigensinns verlieren die Kinder die Nähe und Verbundenheit zu Erwachsenen. Fehler dienen in der Schule selten einem Erkenntnisgewinn, sondern werden sanktioniert, so dass damit Angst verknüpft wird. Angst wird in Erziehung und Schule nach wie vor methodisch eingesetzt und Hüther sieht darin einen gewichtigen Grund, weswegen das heutzutage zu einer regelrechten Volkskrankheit geworden ist. Kinder sind starke Empathen und Angst zerstört das Urvertrauen und das Vertrauen in die Bezugspersonen. Schule und dominante Erziehung nehmen vielen Kindern regelrecht das Selbstvertrauen. Er plädiert hier allerdings für ein sowohl als auch, denn auch das völlig Antiautoritäre lehnt er ab, da zu viele Wahlmöglichkeiten die (vor allem ganz kleinen) Kinder ebenfalls überfordern.

Auch die Eltern haben laut Hüther darauf einen gewichtigen Einfluss, denn es herrscht immer noch die Einstellung, man müsse Kinder in jeder Hinsicht erziehen und bevormunden, statt sie in vielen Bereichen einfach zu fördern. Die Besserwisserei der Erwachsenen führe jedoch zu einer Entwertung des Kindes, das dadurch als mangelhaft vorgeführt wird. Auch interessant, wenn auch aus anderen Studien bekannt für mich: “Kein Mensch ist von Natur aus böse und gewalttätig”. Ein solches Verhalten ist stets ein Fehlverhalten der entsprechenden “Erzieher” in Familie und Schule. Kinder spiegeln das wahrgenommene Verhalten, das sie durch die Bezugspersonen als “richtig” erfahren. Daher auch: wie die Eltern so das Kind. Doch ist auch hier Hoffnung in Sicht, denn solches Verhalten lässt sich gezielt ändern, es ändert sich nur selten von alleine.
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Die Autoren haben dieses Buch geschrieben, weil sie einladen wollen zum Umdenken. Denn die Hirnforschung hat sich verabschiedet von technologisch geprägten Vorstellungen des "Programmierens" menschlicher Oberstuben des Denkens und Lenkens.

Ein wesentlicher Switch ist dabei die seit Beginn des 21. Jh. etablierte Erkenntnis, dass das Hirn mit Potenzial auf die Welt kommt. Dieses Potenzial kann nicht anders als sich zu entfalten, wenn der Mensch sich in einer gesunden Umwelt bewegt. Adieu und weg mit den alten Zöpfen, dass harte Schule mit Disziplin, beharrlichem Training, Liebesentzug und Strafen den Menschen erfolgreich zu seinen Möglichkeiten führt. Und so mit knapp 20 Jahren der Mensch fertig, das Hirn auch genetisch bedingt ausgeformt und das Schicksal sozusagen besiegelt ist. Willkommen also die Grundidee der Potenzialentfaltung, die uns allen ein nicht endendes Entwicklungspotenzial mit all den darin enthaltenden Überraschungen parat hält.

Daraus folgt, dass Kinder (und Erwachsene) Entfaltungsräume und Möglichkeiten des Entdeckens und Experimentierens benötigen, um ihre Begabung des Lernens und sich Weiterentwickelns ausleben zu können. Und Menschen, welche ihnen wohlgesonnen und an ihnen liebevoll interessiert sind. Welche sich mit überraschen lassen von der Vielfalt des Könnens und Ausprobierens des Kindes.

Hüther und Hauser, die Autoren, gehen u.a. auch auf das unter Regie von Hüther durchgeführte Experiment mit ADHS Kindern ein, welche für 6 Monate ihren hektischen und mit Impulsen überbordenden Alltag eines ganz normalen Lebens zu Beginn des 21. Jahrhunderts verließen. Ohne Notebook, Smartphone und andere technische Mittel, ganz solide hoch auf der Alm, fanden die Kinder zu sich und zu neuen und konstruktiven Wegen im Miteinander. Was ist da krank?

Insgesamt zeichnet das Buch eher den großen Bogen des neuen Verständnisses der Potenzialentfaltungskultur auf, angereichert mit kleinen Beispielen aus der praktischen Welt und hirntheoretischen Unterfütterungen.

Wer konkrete Ideen für die Umsetzung dieses neuen Paradigmas der Hirnforschung in die Praxis von Elternhaus, Schule und anderen Institutionen sucht, ist hier nicht an der passenden Stelle. Ich würde das Buch jedem empfehlen, der / die beginnt, sich mit diesem Switch zu beschäftigen. Gut zu lesen, anschaulich geschrieben, inhaltlich positiv anstiftend. Und dann ist der eigene Wagemut und die persönliche Freude gefragt, positive Unterschiede zu wagen. gefüttert und stabilisiert von dem ermutigenden Blick der Autoren auf die grundsätzlich vorhandene Lern- und Entwicklungsfähigkeit des Menschen und seines Gehirns.
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am 31. August 2012
Das Buch traf genau meinen Nerv. Es ist flüssig, populärwissenschaftlich, journalistisch pointiert geschrieben, so dass ich es mit Vergnügen und Interesse in einem Zug lesen konnte.

Die Autoren zeigen auf, welche großartigen Begabungen jedes Neugeborene mitbringt. Über welchen Willen, welche Neugier und welch großes Interesse es verfügt, um sich Fähigkeiten anzueignen und die Beziehung zu seiner Mutter und seinen Bezugspersonen zu stabilisieren. Mit einer unglaublichen Ausdauer übt es sich solange, bis etwa das Wenden von Rücken in Bauchlage gelingt. Anhand neuester Forschungen legen die Autoren auch dar, wie viel Mitgefühl die jungen Kinder bereits aufbringen, wie sehr sie sich mit helfenden und fürsorglichen Personen identifizieren, wie leicht diese Einstellung aber auch abhandenkommt, wenn Vorbilder fehlen oder Grundvertrauen nicht widergespiegelt wird.

Diese durchwegs positiven Eigenschaften, sich zu entwickeln und zu lernen, nennen die Autoren Begabung. Jedem sind sie mitgegeben. Und leicht gehen sie verloren. So zeigen die Autoren auf, auf was es wirklich ankommt in Familie, Kindergarten und Schule: Schlicht um gemeinsames Tun wie Singen, Geschichten vorlesen und gemeinsames Spielen. Die Atmosphäre ist das Entscheidende. Und auf die freie Wahl kommt es an, sich mit dem zu beschäftigen, was gerade am meisten bewegt. Computer sind außen vor. Diese Aussage ist eindeutig. Genauso die Unterrichtsmethoden unserer Schulen, die allein auf Wissensvermittlung, Vergleich und Bewertung ausgelegt sind.

Die Autoren rufen uns auf, uns das klar zu machen und uns bewusst und engagiert für einen neues Verständnis von Begabung einzusetzen. Zu viele frustrierte Schüler und übrigens auch Lehrer begegnen uns in den Schulen, zu viele Kinder fühlen sich nicht angenommen in ihrem Sosein und flüchten in Resignation oder auffälliges Verhalten, zu viele Schüler mit Bestnoten kommen im Leben nicht zurecht. Es kann nicht darum gehen, Leistungen zu zeigen, die von anderen erwünscht, geplant oder angeordnet werden, sondern es muss darum gehen eigene Initiativen zu entwickeln und selbstgewählte Probleme zu meistern. Lassen Sie sich anregen! Am Ende des Buches finden Sie Internetadressen von Einrichtungen, die sich einem neuen Erziehungs- und Unterrichtsstil verschrieben haben.
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am 31. März 2013
... denn das Buch klärt zwar darüber auf, dass jedes Kind von Natur aus eine unglaubliche geistige Entwicklung durchmacht, und auch darüber, dass wir aus den angeborenen Talenten unserer Kinder leider nicht sehr viel machen - aber es bietet keinerlei brauchbare Lösungen für die zugrunde liegenden Probleme.
Eigentlich ahnt der potentielle Käufer dieses Buches ja schon, dass alle Kinder irgendwelche besonderen Talente haben, aber dass heutige Eltern, Kindergärten und Schulen diese eher im Keim ersticken als zu fördern. Hätte das Buch gehießen "Die angeborenen Talente unserer Kinder und was wir aus ihnen machen KÖNNTEN", dann hätte ich es vielleicht interessanter gefunden. So muss ich sagen, dass ich etwas enttäuscht bin, und dass man den Inhalt des Buches auch als 4-seitigen Artikel in einer passenden Zeitschrift hätte veröffentlichen können - zumindest was den Informationsgehalt angeht.
Es ärgert mich auch, dass wissenschaftliche Studien und Untersuchungen zum Thema nur randlich erwähnt werden, und dann auch noch ohne Quellenangabe.
Fazit: 5 Punkte für die generelle Erkenntnis, dass wir die Talente unserer Kinder nicht vernünftig fördern. 1 Punkt Abzug dafür, dass viel zu viele Worte um eher wenig Erkenntnisse gemacht werden. 1 weiteren Punkt Abzug dafür, dass kaum belegbare Argumente für die sicher sinvolle Kritik an unserem Bildungs- und Erziehungssystem geliefert werden. Und noch 1 Punkt Abzug, weil das Allerwichtigste viel zu kurz kommt: Was kann man tun, wie kann man es besser machen, was muss sich ändern und wie kann man diese Veränderungen in Gang bringen?
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am 15. April 2014
In diesem Buch sind die Ideen des Autors mit wissenschaftlichen Erkenntnissen vermischt. Leider war für mich nicht erkennbar wo die Wissenschaft aufhört und die Autorenmeinung beginnt. Ich glaube es enthält deutlich mehr Meinung als Wissenschaft und das war für mich eher entäuschend, da ich von einem Professor etwas anderes erwartet hatte.

Mit dem Thema Hochbegabung hat das Buch gar nichts zu tun. Es geht viel mehr darum, wie viele tolle Fähigkeiten jedes Kind mitbringt und wie sie am besten darin unterstützt werden, diese weiterzuentwickeln. Hier sind die Ideen des Autors auch gar nicht schlecht und geben sicher gute Anregungen.

An manchen Stellen macht er es sich aber auch schlicht zu einfach. Wenn es z.B. heißt, dass Kinder nur deswegen so viel am Computer spielen, weil sie keine Bindung zur Mutter haben und ihnen der Austausch mit dem Vater fehlt (wenn das so einfach wäre).
Insgesamt ist die (zu Recht) kritische Betrachtung der Situation in der unsere Kinder aufwachsen (kinderunfreundliche Städte, demotivierende Schule ...) ein bisschen zu plakativ und undifferenziert.
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TOP 1000 REZENSENTam 18. März 2013
Ein ganz merkwürdiges Buch. Die meisten Informationen stehen im Klappentext "Eltern und Schulen tun zwar alles, um die Fähigkeiten unserer Kinder zu fördern. Doch weil unser Schul- und Bildungssystem immer noch fast ausschließlich auf Wissensvermittlung und Leistung setzt, bringen wir zwar Einserschüler und -studenten hervor, die dann im Berufsleben aber versagen. Auf der Strecke bleiben viele ungenutzte und frustrierte Talente, und diesen Irrweg beschreiten wir schon viel zu lange."
So, das ist die Kernaussage des Buches.
Sie wird wenig untermauert. Die ersten knapp hundert Seiten kann man eigentlich getrost querlesen. Es geht um "welche Begabungen Kinder mitbringen" und "Wie Kinder Talente entwickeln können".
Allerdings sind die Sätze so beliebig formuliert, dass ich oft, wenn ich mein Lesezeichen vergessen hatte, beim nächsten Aufschlagen an einer ganz anderen Stelle weitergelesen habe, ohne dass das eigentlich schlimm war. Die Sätze sind merkwürdig inhaltsleer und austauschbar.

Auf Seite 108 wird es dann ein bisschen interessanter: "Was wir aus den Begabungen unserer Kinder machen". Wie man Liebe verrät, wie dem Kind die Lust am Entdecken genommen wird, wie Eigensinn gebrochen und Vertrauen missbraucht wird. Da kommt sogar ein bisschen Praxis dazu, ein paar Beispiele. Es wird also doch noch ein brauchbares Buch?
Leider nein. Denn schon auf S. 171 ist wieder Schluss. "Was unsere Kinder wirklich brauchen" ist das letzte Kapitel.
In ihm erfahren wir, dass sich Schulen wandeln müssen.

Aber wie? Dazu gibt es eine super Antwort: auf S. 187 findet man sieben weiterführenden Links.

Ansonsten habe ich in dem Buch gelernt, dass viele Eltern verunsichert sind bei der Erziehung. Dass sie alles planen wollten und später merken, dass mit einem Kind nicht alles planbar ist. Dass Kinder zu wenig echte Erfahrungen machen, weil sie alles vorm Computer lernen. Dass Kinder in modernen Großstädten zu wenig Freiraum haben. Und dass die Schulen den Ansprüchen der modernen Zeit nicht genügen, und mit ihrem veralteten Bildungskonzept die Kinder nicht mehr fit für die Herausforderungen der sich schnell wandelnden Lebensrealität machen.

DAS IST ALLES
Ganz ehrlich: die Lektüres dieses Buches, das mit seinem Titel automatisch alle auf Bildung bedachten Eltern anspricht "Jedes Kind ist hochbegabt", kann man sich getrost schenken. Ich hatte den Eindruck, die Autoren haben eine der Grundlagen wissenschaftlicher Arbeit, nämlich sich selbst und auch dem Leser einen Überblick über den Forschungsstand zu geben, gründlich verpasst. Und tun mit ihrem Buch so, als kämen sie hier zu ganz neuen Erkenntnissen. Die sie leider nicht ausführlich ausformulieren. Vielmehr bleibt alles graue Theorie und besorgte, ängstliche, unsichere Eltern wissen nur: so, wie es bislang geht, wird das nichts. Auch die Schulen taugen nichts. ICH MUSS WAS TUN. Bloß was, das wird hier im Buch allenfalls ansatzweise angerissen.

Andere Rezensenten haben hier auf weiterführende Literatur zum Thema verwiesen. Die werde ich mir jetzt auch mal zu Gemüte führen. Denn dieses Buch kann man, so finde ich, getrost vergessen. Auch oder gerade weil es auf der Spiegel Bestsellerliste steht
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am 6. September 2015
Der Titel des Buches ist, wie schon in anderen Rezensionen angemerkt, ein wenig irreführend. Allerdings ist es auch verständlich, dass der Verlag angesichts des aktuellen Hypes um die Hochbegabten und die vielen angeblich Hochbegabten diesen etwas provokanten Titel gewählt hat. Dass es hier nicht um Hochbegabung im Sinne von einem IQ oberhalb von 130 geht, erkennt man schon an der Schreibweise. Es geht eben nicht um hochbegabte, sondern um hoch begabte Kinder. Was damit gemeint ist, wird schnell klar. Es geht um das eigentliche Wunder des Lebens und der kindlichen Entwicklung. Jeder der sich darauf einlässt, wirklich einmal darauf zu achten, was ein Kind in den ersten Lebensjahren völlig spielend und ohne Anstrengung erlernt, sollte aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Und auf diesem Entwicklungsweg bildet jedes Kind besondere Fähigkeiten aus.

Die Botschaft des Buches könnte also lauten: "Sucht bei euren Kindern nicht ständig nach einer Hochbegabung, sondern freut euch an den ganz normalen wunderbaren Talenten, die ALLE Kinder mitbringen."

Aber das Buch geht noch einen Schritt weiter: Weil nämich die heutige Erziehung in Elternhaus und Schule so sehr an den Bedürfnissen der Kinder vorbeigeht, kommt das Potenzial, das in jedem Kind steckt, laut der Autoren gar nicht richtig zur Entfaltung. Das klingt sehr schlüssig, führt aber unter Umständen dazu, dass einige Eltern, die sich eigentlich ja von dem Gedanken der bisher unentdeckten Hochbegabung ihrer Kinder verabschieden sollten, nun doch wieder hellhörig werden. Sicher schlummern im eigenen Kind ganz viele Talente, die nur bisher nicht zum Tragen gekommen sind, weil man das Kind zu sehr bevormundet hat. Also muss man nur die Zügel locker lassen, das Kind seinen eigenen Weg gehen lassen, und fertig ist der neue Einstein, Mozart, Picasso oder was auch immer.

Das Buch gibt viele Anregungen, wie wir unseren Kindern mehr Vertrauen entgegenbringen und im Gegenzug das Vertrauen unserer Kinder in uns erhalten oder zurückgewinnen können. Dafür gibt es ein eindeutiges Plus. Ein Minus dagegen bekommt das Buch für die Verführung der Eltern. Sie sollen daran glauben, dass alle Kinder von Natur aus mit dem gleichen Potenzial ausgestattet sind und dass sie es als Erziehende komplett selbst in der Hand haben, ob aus ihrem Kind ein Versager, ein durchschnittlicher Mitläufer oder ein Genie wird.

Gerade wenn es in dem Buch um die wirklich Hochbegabten wie Einstein und Co. geht, wird die Argumentation der Autoren allerdings extrem schwach. Sie weisen darauf hin, dass viele Genies Schulversager waren. Aber was sagt das aus? Es sagt aus, dass extrem begabte Menschen mit unserem Schulsystem besonders große Probleme haben und dagegen rebellieren, weil es sie gnadenlos unterfordert und ihrem Wesen nicht entspricht. Aber man kann eben nicht den Umkehrschluss ziehen, dass jeder Schulversager eigentlich auch ein Einstein ist, der nur nicht die Kraft hatte, gegen das System anzukämpen und seiner Leidenschaft zu folgen. Und hier schließt sich der Kreis, und wir sind wieder bei den Eltern, die ihr Kind sehen, das in der Schule eher zu den Leistungsschwachen gehört, und die sich denken: "Wahrscheinlich liegt das einfach nur an einer nicht entdeckten Hochbegabung!" Diesen Eltern möchte man in der Tat zurufen: "Jedes Kind ist hoch begabt. Aber vielleicht nicht so, wie ihr es gerne hättet!"
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am 7. März 2015
Was mir hierbei noch fehlt sind jedoch Beispiele und auch Lösungsvorschläge wie man Themen bestmöglichst umsetzt. Ansonsten wirklich sehr schön zu lesen und erinnert wieder daran unser Kinder als eigenständiges Wesen zu sehen, welches wir begleiten dürfen!
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TOP 1000 REZENSENTam 16. September 2012
Die beiden Autoren, ein stern-Journalist und ein Hirnforscher, schildern hier ihre Kritik am heutigen Bildungssystem.

Sie haben viele Ideen, die mit herkömmlichen Schulen mit Frontalunterricht und Zensuren nicht zusammenpassen. Doch das Buch folgt keiner besonderen Logik, es ist nicht präzise formuliert. Als Begründung tauchen immer wieder Konzepte und Begriffe aus der Hirnforschung auf, die für mich zu weit hergeholt sind. Auf mich wirkt das wie viele Meinungsäußerungen, die mehr oder weniger zufällig mit eingestreuten Tatsachen untermauert werden sollen. Das ist nicht solide argumentiert, doch gerade eine solide Argumentation wird in der anspruchsvollen Debatte zur Bildung heute verlangt.

Das ist schade, denn die Autoren bringen viele Ansätze für ein kreativeres Lernen. Sie zeigen überzeugend auf, warum ein autoritäres Schulsystem heute nicht mehr zeitgemäß ist.

Der Titel ist sicherlich ein Zugeständnis an das Verlagsmarketing. Denn wörtlich genommen ist es unsinnig. Weltweit und besonders in ärmeren Ländern, aber auch in Deutschland werden viele Kinder geboren, die aufgrund von Einflüssen während der Schwangerschaft und der frühesten Kindheit (Fehl- oder Mangelernährung, Alkohol, Krankheiten usw) keine "Hochbegabung" erreichen können. Dennoch haben die Autoren Recht, wenn sie das konservative Modell der angeblich genetisch vorgegebenen "Hochbegabung" in Frage stellen und auf die Entwicklungsmöglichkeiten eines modernen Unterrichts verweisen.

Das Buch bringt wertvolle Denkanstöße, aber die ganze Argumentation ist zu schwach. Wer mehr über Gene und Begabung wissen will, ist mit Gene sind kein Schicksal: Wie wir unsere Erbanlagen und unser Leben steuern können besser bedient.
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