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Kundenrezensionen

2,6 von 5 Sternen
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2,6 von 5 Sternen
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am 20. September 2017
Wer ebenfalls ein großer Fan von Walter Moers "13 1/2 Leben des Käptn Blaubär" ist, sollte auch dieses Buch unbedingt lesen!
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am 23. März 2017
Im ersten Moment ist dieses Buch eine Enttäuschung - langweilig, voller selbstbewundernder Wiederholungen aus dem ersten Teil und völlig frei von jeglichem Orm.

Dies steht im krassen Gegensatz zum ersten Teil, der unglaublich frisch, voller Liebe zur Literatur und geschwängert von Orm war.

Und dann fängt man so langsam an, nachzudenken... War nicht im ersten Teil eben jener junge Mythenmetz ein unglaublich frischer angehender Schriftsteller, mit großer Liebe zur Literatur und am Ende durchdrungen vom Orm?

Und ist nicht jener Mythenmetz im zweiten Buch ein gelangweilter, selbstverliebter Dichter, der das Orm verloren hat und nicht davor zurüchscheut, seine Leser auch durch Wiederholung seiner eigenen Werke zu langweilen?

Wie also könnte man das zweite Buch denn besser schreiben, um genau diese Stimmung transportieren zu wollen? Wer sich durch das Labyrinth gequält hat, weiß, in welcher Schaffenskrise der arme Hildegunst steckt.

Sollte meine Literaturinterpredation richtig sein, dann ist Herrn Moers ein Geniestreich gelungen! Und gleichzeitig hat er sich damit ein unglaublich hohes Ziel für den dritten Teil gesteckt. Denn hier erwarte ich eine Rückkehr der Mythenmetz'schen Genialität, wenn nicht sogar deren Steigerung.

Oder soll uns das ständige Verschieben des Erscheinungstermins oder gar eine möglich Annulierung darüber informieren, dass Mythenmetz im Labyrinth verschwunden ist und nie wieder gesehen ward? :-O
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am 25. September 2017
Da ich die anderen Zamonien-Romane geliebt und verschlungen habe, konnte - und wollte - ich die schlechten Rezensionen einfach nicht glauben. Hätte ich es doch nur getan: Selten habe ich mich so durch ein Buch gequält.
Es fängt recht vielversprechend an mit dem geheimnisvollen Brief. Aber das war es dann auch schon. Es folgen ein seitenlanger Bericht darüber, wie es mit Buchhaim nach dem großen Brand weiterging, und eine ebenso seitenlange und viel zu ausführliche Nacherzählung der Ereignisse in "Die Stadt der träumenden Bücher" (in Form eines Puppentheaterspiels). Aber ganz furchtbar fand ich die wieder seitenlange und extrem trockene Abhandlung über den sogenannten Puppetismus.
Die Begegnungen mit dem Eydeeten Kibitzer, dem geheimnisvollen Librinauten und Maestro Corodiak ließen mich immer wieder hoffen, dass das Buch doch noch an Fahrt und vor allem Ereignissen gewinnt, aber leider wurde ich jedes Mal wieder enttäuscht.
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am 7. Oktober 2014
Vorab:
Die Mythenmetzreihe wirkt am eindrucksvollsten in gebundener Form, da dadurch einerseits die Illustrationen größer und deutlicher hervorstechen (die gebundene Form ist deutlich größer als das Taschenbuch) und dies andererseits um einiges besser zum Inhalt der Bücher passt.

Diese Rezension ist größtenteils kategorisiert um einen besseren Überblick zu gewährleisten und so gut wie spoilerfrei - Lediglich stilistische Änderungen werden erwähnt, sowie die Existenz der beiden großen Aufreger: Cliffhanger und Inhaltskargheit, die aber mittlerweile wohl jeder kennt.

Positiv:
-Stil: Vom Schreibstil und der Aufmachung her könnte dies eines der besten, wenn nicht sogar DAS beste Zamonienbuch darstellen. Bis auf wenige Stellen liest es sich ausgesprochen flüssig und leichtfertig, die meisten der etwas 'schwierigeren' Passagen scheinen bewusst gewählt um signifikante Veränderungen Buchhaims und damit der zamonischen Geschichte zu verdeutlichen. Insgesamt einzig unrühmlich herausstechende Ausnahme: Die dreißigseitige Auflistung, von der Moers sich selbst eingesteht, dass sie gefahrlos übersprungen werden kann.
-Illustrationen: Wie bei den Zamonienbüchern üblich ist auch dieses stark bebildert, diesmal des Öfteren auch fast Doppelseitig und (vor allem in Paperback-Größe) überaus detailliert
-Anfang und Ende: Nach Lektüre des ersten Bandes ist der Anfang mit all den Folgen der vergangenen 200 Jahre überaus ergreifend und das Ende öffnet Räume für unzählige Varianten der Fortsetzung. Hier hat das Buch klar seine Stärken und ignoriert dabei eine Weisheit der Buchlinge aus dem ersten Band: Entscheidend ist, was in der Mitte passiert.

Neutral
-Inhaltsdichte im Mittelteil: Von vielen als Hauptgrund für eine schlechte Bewertung genannt, komme auch nicht nicht daran vorbei etwas über die Dichte an Inhalt zu sagen. Gegen Mitte des Buches wird über 80 Seiten eine glorifizierte Nacherzählung des ersten Teiles vorgenommen, wenig später werden über 30 Seiten Unterarten einer Kunstform notizweise abgebildet. Normalerweise würde ich dies rigoros beanstanden, hier kann ich jedoch aus mehreren Gründen eine Ausnahme machen: Zum einen wird dies in beinahe jedem anderen Zamonienbuch als das Steckenpferd des vermeintlichen Authors von Mythenmetz erwähnt, wodurch die inhaltliche Leere anstelle purer Langeweile sogar dabei hilft die Entwicklung von Mythenmetz' anhand seines Schreibstiles darzustellen. Zum anderen sind in der 80-Seitigen Nacherzählung diverse kleinere Stellen (vor allem zwischen den beiden anwesenden Charakteren) vorhanden, die die Szenen lesenswert gestalten. Zuletzt möchte ich noch erwähnen, dass ich es durchaus noch für möglich halte, dass verschiedene Abwandlungen der Nacherzählung noch wichtig werden könnten.
Aufgrund der subtilen Charakterentwicklung von Mythenmetz' und der Möglichkeit der Weiterführung möchte ich diesen Punkt in keine der extremen Ecken stellen. Sollten die Rückblenden innerhalb der Fortsetzung keine Beachtung finden, müsste ich hier wohl auch eine eher negative Haltung wechseln, ansonsten je nach Ausführung sogar auf eine beinahe klar positive.

Negativ:
-Hier muss man leider auf jeden Fall das Nachwort erwähnen, was auch mich stark verärgert hat. Zum einen scheint sich Walter Moers nur schwer entscheiden zu können ob er ehrlich als Author oder innerhalb der Rahmengeschichte als Übersetzer zu uns sprechen will. Zum anderen schreibt er, dass er abbrechen musste, da es offensichtlich wurde, dass zur Deadline das Buch nicht fertig würde. Dies kann ich prinzipiell verstehen, dass man aber vier Jahre braucht um ein Buch fertigzustellen (das eigentlich bereits abgeschlossen sein sollte), zeugt entweder von purer Selbstüberschätzung, schlechtem Zeitmanagement, Interessenlosigkeit am Projekt, oder ganz schlechter Planung. Dass uns ein Mythenmetzscher Brocken von mindestens 5000 Seiten vorgelegt wird, schließe ich aus logistischen Gründen mal aus.
-Persönlicher Aufreger: Wenn man Kritiken auf dem Einband druckt, sollten diese sich nicht auf den Vorgänger berufen!
-Außerdem muss ich noch erwähnen, dass der Schnitt zur Buchteilung zwar dramaturgisch eindrucksvoll vollzogen wurde, jedoch innerhalb des Buches keinerlei Subgeschichten aufgelöst wurden (die die aufgelöst wurden sind Randerscheinungen aus dem ersten Band), wodurch das Buch für sich allein gestellt eigentlich nur ein gewaltiger Teaser für die Fortsetzung ist; sämtliche Entwicklungen sind eigentlich nur Hintergrundgeschichte und Veränderungen am Umfeld. Ein kleiner Rahmen oder irgendeine konsistente Erzählspur abseits der großen Geschichte hätte hier gut getan, damit das Buch für sich wirken kann.

Insgesamt steht und fällt das Buch eigentlich mit der Fortsetzung und den Strängen, die weitergeführt werden. Wenn all die kleinen Details inmitten scheinbar unwichtiger, seitenlanger Erzählung aufgegriffen werden und diese in einer konsistenten Geschichte eingebunden werden, ist dieses Buch ein Meisterwerk. Werden diese jedoch ignoriert und dieses Buch ist in seiner Fülle nur Vorspiel für das was folgt, taugt es vielleicht als kurze Stadtgeschichte Buchhaims wenn man nicht ganz tief in die Analysetasche greifen möchte: Ohne Abschluss jedweder Art, eine eigenständige Erzählstruktur oder ähnliche Anzeichen eines eigenständigen Buches ist es vom Gehalt her für sich selbst eher gering einzuschätzen - Lediglich der hervorragende Stil und all die kleinen Häppchen zamonischer Trivia geben dem Buch Nahrung für Zamonienfreunde. Wer eine fesselnde Geschichte sucht oder wilde Abenteuer eines wilden Kontinentes wird hieran eher weniger Freude finden. Stand jetzt ist es ein Buch für Enthusiasten und Freunde des Kontinentes selbst, dessen Geschichte hierin einige Ereignisse hinzugewinnt.

Warum also vier Sterne? Eigentlich hätte ich dem Buch neutrale drei Sterne geben müssen, da eben alles von der Fortsetzung abhängt. Aufgrund des hervorragenden Stils, detaillierten und gut eingebundenen Illustrationen, sowie vor allem der Weiterentwicklung von Mythenmetz' als Erzähler gebe ich dem Buch einen optimistischen Bonus-Stern.
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am 26. Oktober 2016
200 Jahre sind vergangen, seitdem der Autor Hildegunst von Mythenmetz seine
Abenteuer in Buchhaim erlebt hat. Er ist aufgrund seines Buches, in dem er seine
Erlebnisse niedergeschrieben hat, reich und berühmt geworden - und damit auch
dekadent, faul und überheblich. So sehr, daß er gar nicht richtig bemerkt hat,
daß er seitdem nichts mehr geschrieben hat - das Orm durchströmt ihn nicht mehr.
Aus dieser Lethargie wird er herausgerissen, als ihn ein anonymer Brief aus
Buchhaim erreicht. Er endet mit "P.S.: Der Schattenkönig ist zurückgekehrt!".
Mythenmetz beschließt, daß es nun genug ist mit seinem derzeitigen Dasein und macht
sich auf den Weg nach Buchhaim. Dort hat sich in den letzten 2 Jahrhunderten nach dem
Großbrand einiges verändert. Zwar haben die Einwohner die Stadt sofort wieder
aufgebaut, aber alle Spuren des unterirdischen Schwelbrandes ließen sich bis heute
nicht beseitigen.


Hildegunst trifft auf einige originelle Neuerungen, z.B. wurden versteinerte Bücher
als Baumaterial für Häuser und Straßenpflaster verwendet. Zeitungen gibt es
in Form von menschlichen Litfaßsäulen, die durch die Straßen laufen und die gewünschten
Passagen vorlesen. Schließlich trifft er den Eydeeten Kibitzer und die Schreckse
Inizea Anazazi wieder. Mit ihrer Hilfe kann Mythenmetz mühsam einige Geschehnisse
der letzten beiden Jahrhunderte rekonstruieren, weiterhin erfährt er, daß er von
den beiden mit der anonymen Falschmeldung hierher gelockt wurde.


Glaubt man, nach diesen 300 Seiten Einleitung kommt die Geschichte nun endlich in
Fahrt, wird man enttäuscht. Es folgen zunächst 30 Seiten aus dem Notizblock von
Hildegunst - was man bereits gelesen hat, wird nochmal anders dargestellt. Darauf wird
der Protagonist von der Schreckse ins Puppentheater eingeladen - wo Mythenmetz'
Geschichte im Labyrinth auf weiteren 80 Seiten nacherzählt wird - allerdings wird
dabei das Gedächtnis des Lesers nicht aufgefrischt, im Gegenteil, man sollte die
Handlung des ersten Buches noch gut in Erinnerung haben. Erst kurz vor Schluß kommt
so etwas wie Spannung auf, als Hildegunst von dem Künstler Corodiak in einem Besuch
ins Unsichtbare Theater eingeladen wird - und sich allein in der Dunkelheit des
unterirdischen Labyrinthes unter der Stadt wiederfindet - dem Ort, den er nie mehr
betreten wollte.


Damit wirkt das Buch wie der schwache Mittelteil einer Trilogie, die selbst nur
das erste Buch aufarbeitete und die Spannung für das dritte Buch vorbereitet.
Das Dumme daran ist, der dritte Teil wurde bis heute (5 Jahre später) nicht
geschrieben und es ist auch kein Termin absehbar, was diesen Band zu einem
bisher ziemlich sinnlosen Cliffhanger macht. Was nützen einige originelle Ideen,
wenn sie nicht in eine spannende Handlung eingeflochten sind. Meine Empfehlung:
Nicht lesen, solange der dritte Teil nicht erschienen ist.

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am 16. Juli 2017
200 Jahre nach Hildegunst von Mythenmetz' Abenteuern in der Stadt der Träumenden Bücher erreicht den Lindwurm-Dichter eine knappe Nachricht: Der Schattenkönig ist zurückgekehrt. Sofort macht sich Hildegunst auf den Weg nach Buchhaim, doch die Stadt ist nicht mehr das Buchhaim, aus dem er vor zwei Jahrhunderten fliehen konnte....

'Das Labyrinth der Träumenden Bücher' ist die Fortsetzung von 'Die Stadt der Träumenden Bücher'. Kenntnisse der Vorgängers sind nicht unbedingt erforderlich, erhöhen das Verständnis aber beträchtlich. Die anderen Zamonien-Romane muss man nicht gelesen haben, aber es schadet auch nicht, sie zu kennen.

Das Buch leidet massiv an zwei Problemen. Das erste ist die nicht abgeschlossene Handlung, die mit einem Cliffhanger endet – das Buch hört da auf, wo die Geschichte anfängt. Das wäre für sich alleine genommen noch nicht weiter schlimm, immerhin erhöht man so die Spannung und sorgt dafür, dass der Leser der Fortsetzung entgegenfiebert. Schlimm wird es nur, wenn – wie in diesem Fall – die Fortsetzung immer weiter und schließlich auf unbestimmte Zeit verschoben wird, so dass der Leser in der Luft hängengelassen wird.
Das zweite Problem, unter dem das Buch leidet, ist der akute Mangel an Handlung. Hildegunst erfährt, was sich in den letzten 200 Jahren in Buchhaim geändert hat und trifft einen alten Freund wieder, dessen Lebensgeschichte er sich anhören darf. Dazu kommen ein rund 60 Seiten langes Theaterstück, in dem die Handlung von 'Die Stadt die Träumenden Bücher' noch einmal erzählt wird, was für Leser, die den ersten Teil kennen, weder besonders spannend noch informativ noch unterhaltsam ist. Warum der Autor einerseits immer wieder auf bestimmte Passagen aus dem ersten Teil verweist, andererseits den Leser mit einer so umfangreichen Wiederholung des Vorgängers langweilt, erschließt sich nicht. Der umfangreiche Teil, in dem über den Puppetismus mit all seinen Glaubensrichtungen berichtet wird, ist für die Handlung ebenfalls völlig irrelevant. So etwas wie Handlung findet man lediglich in den letzten beiden Kapiteln, aber 25 Seiten Handlung sind für einen Roman mit 425 Seiten zu wenig.

Das Buch wirkt, als sei Walter Moers vertraglich gewesen, fristgemäß einen Roman zu schreiben, habe aber keine Ideen gehabt und die Seiten daher mit Wiederholungen und Irrelevantem gefüllt.

Harry Rowohlt hat gesagt: 'Ein gutes Buch braucht keine Handlung. Wer Handlung will, soll zum Catchen gehen.' 'Das Labyrinth der Träumenden Bücher' beweist, dass er falsch lag.
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am 16. Oktober 2011
Ich habe mich sehr auf die Fortsetzung der Abenteuer von Hildegunst von Mythenmetz gefreut und habe als Fan von Zamonienromanen dieses Buch vorbestellt.
Als ich das Buch endlich in den Händen hielt, war ich schon von der Optik hingerissen.
Die ersten Seiten lasen sich locker und erheiternd. Dann sank das von uns allen so gewohnte und geliebte Moers-Niveau, sei es durch die 60-seitige Zusammenfassung des Romans 'Die Stadt der träumenden Bücher' in Form eines Theaterstücks oder die ziemlich langatmigen Ausführungen über den Puppetismus und die ins Buch integrierten Notizen von Mythenmetz. Ich habe mich öfter dabei ertappt, wie ich die Zeilen nur noch überflogen habe.
Die Geschichte plätschert dahin, ohne dass wirklich etwas passiert. Man fragt sich die ganze Zeit, wann es endlich hinunter in die Katakomben geht, dafür ist das Buch nicht mehr lang genug.
Dann kommt der Clou: Die Geschichte hört abrupt auf und der Autor verweist in seinem Nachwort auf den zweiten Teil. Der Roman sei zum Abgabetermin nicht fertig gewesen, deshalb habe sich der Verlag dazu entschieden, das Buch in zwei Teilen herauszubringen. Es ist eine Frechheit ein halbfertiges Buch zu so einem hohen Preis an den Leser zu bringen ohne ihn im Geringsten darüber zu informieren, dass die Geschichte nur häppchenweise kommt. Verlag und Autor sollten sich wirklich Gedanken darüber machen, wie sie diese profitgierige Aktion beim Leser wieder gutmachen können, damit dieser auch bereit ist, den nächsten Teil zu kaufen. Auf Neugier sollte man sich nicht verlassen, denn ich bin davon überzeugt, dass bei vielen Fans von Moers das Vertrauen in einen so großartigen Autor angekratzt und die Enttäuschung groß ist.
Schade.
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am 9. August 2016
Ein geheimnisvoller Brief lockt Hildegunst von Mythenmetz, seines Zeichen berühmter Dichter in der Sinn- und Schaffenskrise, zurück nach Buchhaim. Vor 200 Jahren war er Zeuge, wie die Stadt der träumenden Bücher verbrannte. Nun ist sie längst wieder aufgebaut. Größer, fantastischer und mysteriöser als damals. Und Mythenmetz trifft auf seiner Reise nicht nur alte Bekannte, sondern auch viel Neues. Neue Wesen, neue Erkenntnisse, neue Gefahren.
Ich bin sehr enthusiastisch an das Buch herangegangen. Selbstironisch und mit viel Humor beginnt der Roman. Mythenmetz hat das Orm verloren, er schreibt, ohne zu schaffen. Ein Leserbrief holt ihn aus der Lethargie. Unterschrieben von ihm selbst. Und das ist noch nicht das Verworrenste. Also packt der beleibte Lindwurm seine Sachen und stapft los.
Die erste Hälfte des Buches habe ich wirklich verschlungen. Die Selbstironie, die nicht nur auf den „Autor“ Mythenmetz wirkt, sondern auch auf Moers selbst. Die Erinnerungen, die Mythenmetz wachruft. Und vor allem all das Neue, was er sieht, was er erfährt und die Geschichte von Buchhaim zusammenrafft. Mit viel Witz und einem erstaunlichen Blick für Wesenszüge werden beispielsweise die verschiedenen Buchmenschen Buchhaims charakterisiert. Lebende Zeitungen fassen die Vergangenheit zusammen. Der so von sich eingenommene Dichter staunt und lernt, wird offener und sein Blick verändert sich.
Auch das Widersehen mit alten Figuren hat mich gefreut. Nicht nur, weil so der Bogen zur Stadt der träumenden Bücher auch auf andere Weise hergestellt wird, sondern auch weil sie so herrlich ehrlich mit Mythenmetz umgehen. Er, der zum Autor per se deklariert wird, erfährt hier die klarsten Worte. Keine destruktive Kritik, sondern schlichte Ehrlichkeit.
Danach aber wurde der Roman träge. Die Handlung schlief teilweise ein, während Mythenmetz sich über Kapitel hinweg mit dem Puppetismus beschäftigt. Auch das eingeführte Theaterstück, das die Handlung der Stadt der träumenden Bücher widerkäut war schlicht in ihrer Länge fehl am Platz. Die Trägheit des Dichters, die der Roman so deutlich aufzeigt, wird hier auf eine andere Ebene übertragen. Der Leser ist hier ein Mythenmetz-Leser, der sich durchkämpfen muss. Literaturwissenschaftlich klug, faszinierend und spannend. Aus Sicht des Lesers eher zäh.
Auch dieser Zähheit kann sich der Roman dann auch erst gegen Ende wieder befreien. Spannung und Geheimnisse, Angst und Neugierde. Ein Ende, das auf den Anfang referiert und alles gelesene in Frage stellt. War alles nur unsichtbares Theater? Dieser Gedankengang macht das Buch am Ende wieder ganz gut. Denn hinter diesem Vorbehalt liest es sich anders. Nebensächlichkeiten werden wichtig und Randfiguren erstrahlen neu. Gewieft. Und doch rettet es das Buch aus meinen Augen nicht ganz.
Wer Moers mag sollte das Labyrinth der träumenden Bücher auf jeden Fall gelesen haben. Sein Stil ist auch hier wunderbar, die Wortschöpfungen und Metaphern genial. Die Handlung stagniert zeitweise, bekommt aber mit dem Ende ein ganz neues Gesicht. Fragen über Fragen treten plötzlich auf, die unbeantwortet bleiben müssen. Reflexion ist gefragt. Der Leser wird zum Nachleser und zum Leser danach. Ein guter Schachzug, trotz allem.
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am 23. Oktober 2011
"Meine innig geliebten Freunde,"

so würde Hildegunst von Mythenmetz wohl anheben, dem Diktum Aja Nulpes folgend, dass Bücher nur dickere Briefe an Freunde seien. Jener spezielle Brief aber, den diese Rezension behandelt, stellt mit seinen schier endlosen Schilderungen belangloser Kleinigkeiten selbst die seitenlangen Urlaubsgrüße meiner Großmutter mütterlicherseits - begonnen auf einer Ansichtspostkarte des Ferienorts, um über mehrere Blatt hoteleigenen Papiers durch dessen nähere und fernere räumliche und zeitliche Umgebung zu mäandern - bei weitem in den Schatten.

So scheint es auch, "oh meine geneigten Freunde", dass Mythenmetz gerade ebendiese Einwürfe wie auch die gesamten Kapitel zu Beginn, in denen er seinen eigenen Niedergang derart farbenfroh herausstreicht, vor allem dazu nutzen möchte, sich bei den Lesern einzuschmeicheln und gleichzeitig um ihr Mitleid zu betteln - wie jener Penner, der uns als Freund anredet, um sofort die Bitte um ein paar Münzen nachzuschieben. Das ist zwar einerseits würdelos, aber in diesem Fall andererseits auch bewundernswert, weil vermutlich die umfangreichste captatio benevolentiae der Sprachgeschichte (gleich welcher Sprache). Und dass Mythenmetz weiterhin Lichtjahre von seiner Bestform entfernt ist, wäre dem Leser (selbst dem "geneigten") ja sowieso bald aufgefallen.

Was man Mythenmetz sicherlich nicht vorwerfen kann, ist ein fehlendes Auge für die Details. Nein, ganz im ganz im Gegenteil - das Buch ist eine heil- wie ziellose Ansammlung von Einzelheiten. Wäre Mythenmetz ein größerer Autor, er hätte diese Episoden (wie etwa die Unterhaltung im Qualmoir oder den Besuch des Puppaecircus Maximus) in mehreren Novellen verarbeitet, sodass sie jeweils für sich wirken könnten - so aber stehen sie in einem Roman, der ja per se nach Spannungsbogen und Gesamtkonzept verlangte, wie Fremdkörper nebeneinander.

Dies führt leider noch zu einem anderen, weitaus schwerwiegenderen, unvorteilhaften Eindruck: Die Geschichte bewegt sich auf den ersten 400 Seiten um keinen Deut von der Stelle. Da hilft es auch nicht, dass Mythenmetz Form und Schriftart wild variiert und das Imaginationsvermögen der Leser in vielen Editionen durch die Illustrationen des großartigen Walter Moers unterstützen lässt - als wenn dies bei derart schillernden bis ausufernden Beschreibungen noch notwendig gewesen wäre.

Ein letzter, kleinerer Kritikpunkt bleibt: Sowohl bei den Kapitelüberschriften als auch dem Buchtitel greift Mythenmetz mit traumwandlerischer Sicherheit daneben, wenn es darum geht, die Thematik des entsprechenden Text(abschnitt)s zu erfassen. Nein, es ist kaum von einem Labyrinth die Rede, und um Bücher - insbesondere um "träumende" - geht es allenfalls am Rande. Ein Lektor, der sich gegenüber dem Autor auch durchsetzen könnte, hätte dem Buch in dieser Beziehung sicherlich gut getan.

Gerade, als Mythenmetz überhaupt auch nur in die Nähe eines Labyrinthes - der Katakomben - gerät, bricht das Buch unvermittelt ab. Soviel also zu Spannungsbogen und Gesamtkonzept! Es bleibt daher bei allem am Ende ein Gefühl der Enttäuschung und die Hoffnung auf die Fortsetzung. Zwei Sterne gibt es trotz allem - weil Mythenmetz ein Cousin 3. Grades meiner Frau ist, die sich um den Familienfrieden sorgt (vermutlich zurecht, wenn man Mythenmetz' eigenen Schilderungen seiner Jähzornsausbrüche glauben darf).

Fazit: Nicht dieses, sondern lieber das nächste Buch kaufen! Oder besser gleich meines! Mythenmetz hat jedenfalls seinen eingangs beklagten Tiefpunkt eindeutig noch nicht überwunden.

Lacrítz von Epenfilzer

(Übersetzung in Deutsche: L.-C. Stitz)
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am 8. Januar 2017
Durch die vielen schlechten Bewertungen, schraubte ich meine Erwartungen an dieses Buch etwas herunter, aber das wäre gar nicht nötig gewesen, denn ich persönlich fand es grandios. Zwar ließe sich die Handlung tatsächlich in wenigen Worten zusammenfassen, aber es ist nicht der Spannungsbogen, sondern Moers wundervoller schreibstil, der das Buch lesenswert macht. Durch seine abwechslungsreiche Wortwahl und die fantasievollen Beschreibungen sind auch die mythenmetzschen abschweifungen durchaus amüsant.
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