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VINE-PRODUKTTESTERam 21. Mai 2012
Harold wurde innerlich ganz klar und durchsichtig; sein Körper schien sich aufzulösen. Regen begann auf das Dach und gegen die Plane zu tropfen, aber es war ein weiches, geduldiges Geräusch, das ihn daran erinnerte, wie Maureen des kleinen David in den Schlaf gesungen hatte. Als der Regen verstummte, vermisste er ihn wie einen alten Bekannten. Er hatte das Gefühl, es gäbe nun nichts mehr von Gewicht, was ihn von Himmel und Erde trennte.
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INHALT:
Harold Fry will nur kurz einen Brief an seine im Sterben liegende frühere Kollegin und Freundin Queenie Hennessy einwerfen. Doch dann läuft er am Briefkasten vorbei, ebenso am Postamt und an jeder weiteren Einwurfstelle, aus der Stadt hinaus und immer weiter. 87 Tage, 1009 Kilometer. Zu Fuß von Südengland bis an die schottische Grenze zu Queenies Hospiz. Eine Reise, die er jeden Tag neu beginnen muss. Für Queenie. Für seine Frau Maureen. Für seinen Sohn David. Für sich selbst. Und für uns alle.

BUCHAUFMACHUNG:
Die auf den ersten Blick sehr schlicht und fast schon langweilig wirkende Gestaltung hat einen eindeutigen Bezug zum Werk und ist daher wirklich schön gelungen. Denn so einfach die Aufmachung, so einfach auch Harols Ausstattung auf seiner Reise. Das sandfarbene Gelb in Verbindung mit den Segelschuhen, die im Roman auftauchen, wirken jedenfalls auf mich sehr gelungen.

MEINE MEINUNG:
Eine Geschichte über einen Rentner, der versucht, eine alte Freundin vor dem Tod zu bewahren, in dem er sich zu Fuß auf den Weg zu ihr macht - kann das etwas für mich sein? Ich gebe zu, ich war skeptisch. Und wurde kurz darauf überrascht von einem Werk mit viel emotionaler Tiefe und Poesie, das einen noch lange darüber nachdenken lässt.

Rachel Joyce überzeugt von Anfang an mit einem wunderschönen, sanften und trotz der Nachdenklichkeit gut zu verstehenden Schreibstil. Hier wird man gefangen in den Worten, die nur so zu fließen scheinen und einen mitnehmen auf Harolds lange Reise nicht nur zu sich selbst, sondern auch zurück zu seiner Familie. Erzählt wird das Ganze aus der 3. Person Präteritum, meist aus der Sicht des Mannes selbst. Zwischendurch allerdings gibt es Einschübe, in denen seine Frau erzählt, wodurch beide Seiten gleichermaßen beleuchtet werden.

Harold hatte eine lieblose Kindheit, war unerwünscht und demnach überflüssig. Seine Haltung war schon immer gebeugt und das hat sich auch in seiner Ehe mit der schönen Maureen nicht geändert. Er hat sich nie getraut, seine eigene Meinung zu haben oder etwas zu tun, was nicht erwartet wurde. Er hat sich nicht einmal getraut, seinen eigenen Sohn anzufassen, aus Angst vor dem Versagen. Maureen war immer die Stärkere der beiden, jedenfalls im Umgang mit Worten. Oft sagt sie etwas, was sie gar nicht so meint und treibt damit einen Keil zwischen sich und die Menschen. Beide versuchen immer wieder, über ihren Schatten zu springen, doch das ist ein langer Weg. Sie machen eine glaubwürdige Entwicklung durch, die man als Leser gern verfolgt.

Auf seiner Pilgerreise begegnet Harold vielen Menschen - Menschen, die ihm ihre Geschichten erzählen, Menschen, die sich ihm manchmal anschließen. Da ist das Mädchen von der Tankstelle, das ihm von ihrer krebskranken Tante erzählt und damit alles ins Rollen bringt, da ist die Krankenschwester Martina, die ihm einen Unterschlupf bietet und ihn gesund pflegt. Da ist Wilf, der Erste, der gemeinsam mit Harold pilgern möchte und doch nicht gegen seine Natur ankommt. Und da ist Richard, der sich beweisen will und dabei alles an sich reißt. All diese Menschen sind unterschiedlich und auch dann wunderbar charakterisiert, wenn sie nur kurz auftreten. Die gesamte Zeit über da ist Rex, der Nachbar der Frys, der sich im Laufe der Handlung als echter Freund herausstellt und den ich sehr schnell ins Herz schloss.

Dass es wichtig ist, miteinander zu reden und sich nicht so voneinander abzukapseln, wird nicht nur Harold Fry bald klar, sondern auch dem Leser. Immer wieder erinnert er sich an Dinge aus der Vergangenheit: Warum er keinen Alkohol trinkt, weshalb seine Beziehung zu seinem Sohn zerbrochen ist und wann die zu seiner Frau. All diese kleinen Szenen, und seien sie noch so kurz, ergeben gemeinsam ein Bild, das man irgendwie erahnt, aber dennoch nicht erwartet hat. Dabei geht Rachel Joyce so subtil und gleichzeitig so gewaltig vor, dass es einen unweigerlich treffen muss. Ich war mitgerissen erlebte den gesamten Marsch, als würde ich ihn mitlaufen.

Allerdings muss ich doch sagen, dass mich das Ganze zwischenzeitlich arg an "Forrest Gump" erinnert hat. Auch dieser läuft irgendwann eine lange, lange Zeit, auch ihm folgen einige Menschen, auch über ihn wird in Zeitung und Fernsehen berichtet. Natürlich, der Grund-Plot und die Figuren sind grundsätzlich verschieden, aber die Gemeinsamkeiten ließen mich doch das ein oder andere Mal stutzen. Dennoch hatte ich eine riesige Freude an dem Werk und fühlte mich fast ein wenig allein am Schluss. Doch dieser ist so schön, so passend, dass ich gar nicht anders kann, als immer noch zufrieden zu lächeln.

FAZIT:
"Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" wird auch für den Leser zu einer Reise. Ich fühlte mich Harold sehr verbunden und erlebte seine Emotionen und seine Erinnerungen die gesamte Zeit über mit. Rachel Joyce' Schreibstil ist wunderschön und mitreißend, sodass es ein unvergessliches Erlebnis wird. Einzig die Ähnlichkeit zu "Forrest Gump" störte mich, daher nicht die volle Punktzahl. Aber eine volle Empfehlung!
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am 12. Januar 2016
hatte es meiner mutter mit der option "als geschenk" verpacken recht kurzfristig bestellt, mein fehler!

für das extrageld war es ein witz, der karton war auf einer seite offen, die schleife liebelos um das geschenkpapierende geschlungen und der hammer war, dass meine mutter nach dem auspacken auf der cd-hülle groß den aufkleber "sonderpreis 12,99€" sehen konnte... vielen dank mal negativ an amazon. was nützen mir die ganzen tollen rechnungen im extrarosa umschlag beiligend, alle ohne preis, wenn dann auf dem geschenk in gelben lettern alles zu sehen ist?
--->leider hat mir zu dieser lieferung AMAZON nicht die frage gestellt "wie zufrieden waren sie mit der verpackung" .... sonst hätte ich mich dort auf dieser plattform schon geäußert und nicht hier.

die cd ist total in ordnung, hatte die geschichte schon vor einem halben jahr als hörbuch selber im auto. dafür gibt es die verdienten 5 sterne, die verpackung war ein flopp und beim nächsten mal werde ich mir wohl doch wieder die zeit nehmen, ein bisschen kreativ zu verpacken☺
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Inhalt:
Eigentlich wollte Harold Fry nur einen Brief zur Post bringen, doch dieser Weg soll sein Leben verändern: Der pensionierte Brauereimitarbeiter erhält eines Tages einen Brief von seiner ehemaligen Arbeitskollegin Queenie Hennessy, worin er erfährt, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt ist und nicht mehr lange zu leben hat. Ihn bewegt ihr Schicksal sehr und beschließt ein Antwortschreiben zu verschicken. So begibt er sich auf den Weg zum nahe liegenden Postamt, um es an Queenie zu verschicken. Jedoch geht er daran vorbei und beschließt zu ihr zu laufen. Damit beginnt eine Reise quer durch England, wobei Harold nicht nur auf neue Menschen trifft, sondern auch zu sich selbst findet'

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich wirklich überrascht. Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet und wirkt wie ein altes Schriftstück, das den Leser auf eine Reise einlädt. Eine Reise, die für Harolds Leben von großer Bedeutung wird. Er lernt nicht nur die unterschiedlichsten Leute und deren Geschichten kennen, sondern erfährt auch vieles über sich selbst und sein bisheriges Leben. Diese Entwicklung hat die Autorin wirklich sehr gut konzipiert. Findet man Harold anfangs noch etwas merkwürdig und kann seine Handlungen nicht nachvollziehen, so ist man beim weiteren Lesen überrascht, welche Entwicklung sein Charakter im weiteren Handlungsverlauf durchzieht und kann ihn besser verstehen. Erst am Ende wird einem bewusst, wieso Harold so ist wie er ist und wie die Beziehung zu seiner Frau Maureen in die falschen Bahnen kommen konnte. Vom Ende der Geschichte war ich wirklich sehr überrascht, weil ich mit so etwas gar nicht gerechnet habe. Es wird dabei einiges aufgeklärt und ließ für mich keine weiteren Fragen offen. Dabei wurde es auch sehr emotional, wobei ich aber keine Träne verdrücken musste. Besonders angetan war ich von dem Schreibstil der Autorin, der flüssig aber gleichzeitig berührend ist. Sie beschreibt die Orte, die Harold auf seinem Weg zu Queenie durchquert, sehr genau, sodass man glaubt selbst auf dieser besonderen Pilgerreise dabei zu sein.

Fazit:
Im Großen und Ganzen fand ich das Buch sehr gut und vor allem sehr bewegend. Rachel Joyce hat hier ihr ganzes Herzblut hineingesteckt und man merkt es auch richtig beim Lesen. Mit ihrem flüssigen und gefühlvollen Schreibstil weckt sie einfach das Interesse des Lesers und nimmt uns mit auf eine Reise quer durch England. Zwar gab es in der Mitte des Buches ein paar langatmige Momente, die man jedoch schnell überwinden konnte. Es regt auch einem selbst dazu an über sein eigenes Leben nachzudenken und ist zusätzlich ein Ansporn das Beste aus jeder Situation zu machen. Das Leben ist einfach zu kostbar um es zu verschwenden. Wer sich also für Bücher über Pilgerreisen interessiert und Lust hat mit Harold auf eine Tour quer durch England zu gehen, der wird von diesem Buch begeistert sein.
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am 24. August 2012
Das Buch beschreibt einen Mann, der plötzlich seinen bisherigen eintönigen Pensionsalltag über Board wirft und aufgrund eines Briefes einer ehemaligen Kollegin neue Wege beschreitet. Er macht sich auf den Weg zu ihr. Dabei arbeitet er seine Vergangenheit auf .... und es kommt so einiges ans Tageslicht. Spannend und doch unterhaltsam.
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am 3. November 2012
Dieses Buch sollte man nicht verpassen. Wer eine Pilgerreise à la Hape Kerkeling erwartet, wird enttäuscht werden. Dieses Buch ist anders. Mit viel Herz wird hier eine Geschichte beschrieben, die einen berührt. Es wird nie langweilig, langatmig oder sonst irgendetwas mit lang... Es ist einfach wunderbar und ich wäre gerne sehr viel weiter mit Harold gewandert. Doch leider fehlte ihm gegen Ende doch die Kraft. Es ist aber unglaublich, was so eine Wanderung in einem Menschen und seinem Umfeld verändern kann. Man benötigt einen langen Atem, um zu erkennen, was wirklich wichtig ist und was nicht. Vielen Dank für dieses wunderbare Buch. Ich werde es mit Sicherheit irgendwann noch einmal lesen und wieder davon begeistert sein. Das Buch hat einen sehr schönen Platz in meinem Bücherregal.
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am 16. Januar 2016
Die Geschichte ist an sich ganz nett - nur viel zu sehr in die Länge gezogen. 2 Sterne für den guten Preis. Der Hundertjährigen ist da meiner Meinung nach viel unterhaltender.
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am 10. März 2015
Kurz nach der Hälfte bricht das Buch. Ist es bis dahin ein bestseller ist der Rest dem best seller geschuldet.
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am 1. August 2014
Nein, Harold Fry ist nicht verrückt. Er ist kauzig, keine Frage. Er ist auch ein ängstlicher Mensch, genügsam, vielleicht sogar behäbig. Aber verrückt ist er nicht. Und trotzdem macht er etwas absolut absurdes. Harold, der Pensionär, der seit einem halben Jahr jeden Tag im selben Sessel sitzt, macht die Reise seines Lebens. Keine Kreuzfahrt oder Abenteuerreise. Er läuft einfach los...

Harold ist ein kleiner Langweiler und das macht dieses Buch wahrscheinlich so nahbar. Der Protagonist könnte du und ich sein. Jeder kann für sich etwas aus dieser Geschichte herausnehmen und jeder kann ein wenig Harold sein.

Trotzdem verlief die Geschichte meins Erachtens zu zäh, zu pathetisch, zu offenstichtlich. Der spirituelle Aspekt sehr konsturiert und krampfhaft. Es ist nichts, was wir nicht schon ganz oft gelesen haben...
Für jemanden, der sich nicht gross mit Spiritualität und Lebenssinn beschäftigt, ist das vielleicht ein einfacher Einstieg in ein dieses Gebiet.
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am 30. November 2013
Habe es gemütlich im Urlaub gelesen. Ein sehr schönes Buch das von allem etwas hat, lustig, traurig und auch sozialkritisch
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am 17. Juni 2012
ein wundervolles Buch dessen geschichte mich persönlich sehr zum nachdenken gebracht hat.
Denn es geht nicht einfach nur um eine Pilgerreise sondern um das Leben von Haraold und seiner Frau Maureen. Nach und nach erfährt man die geschichte von Harold und die vielen entscheidungen die er getroffen hat, die nicht immer richtig waren. Die autorin erzählt das ganze sehr atmosphärisch und passend, es ist nicht zu dck aufgetragen sondern man sieht einen älteren Herrn vor sich und seine Ehefrau, zunächst versteht man nicht wie es in ihrem Leben so kommen konnte das sie sich im grunde nichts mehr zu sagen haben. Doch nach und nach erfährt man die hintergründe und die schicksalsschläge...
Über die handlung möchte ich nicht zu viel verraten, nur noch das es ein schöes ende gibt
und das Buch mein persönliches highlight 2012 ist!!
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