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am 6. November 2010
Viele kennen wohl das berühmte Bild "La Primavera" von Botticelli und genau dieses Bild hat sich die Autorin als Vorlage für ihren neuen Roman ausgesucht. Da es mein erstes Buch von Marina Fiorato war, ging ich ohne große Erwartungen an diese Geschichte heran.

In Florenz im Jahre 1481 lebt die junge Luciana Vetra als Strassenhure und wird eines Tages von einem begüterten Kunden und Freund des Künstlers gebeten dem berühmten Maler Botticelli für sein Bild "La Primavera" Modell zu stehen. Unlustig begibt sie sich in das Atelier des Meisters, der sogleich von ihr beeindruckt ist und zu malen beginnt. Leider kommt es zu einem Mißverständnins und die Bezahlung bleibt aus, so das Luciana aus Trotz und Ärger eine kleine Kopie des entstehendens Originals an sich bringt und verschwindet. Was sie damit auslöst, wird ihr einige Stunden später klar, als sie nach Hause kommt und ihre Mitbewohnerin ermordet auffindet, da man diese Frau als Luciana angesehen hat. Sie flieht und lernt dabei den Novizen Guido kennen, der als einziger die Brisanz dieses kleinen Bildes erkennt und sie schützen will. Ihrer beider Flucht, den Guido begleitet Luciana, führt die beiden durch alle großen Städte Italiens und bringt sie der Lösung des Rätsels immer näher...

Man taucht ein in die Zeit der Renaissance, die wohl eine der spannendesten Epochen war und begegnet vielen Darstellern, die man auch aus den Geschichtsbüchern kennt. So verwebt die Autorin einen an sich packenden Kriminalfall mit historischen Fakten und Begebenheiten zu einer auch sehr schönen Liebesgeschichte. Allerdings haben mich die Ausdrucksweise in der die Autorin Luciana sprechen läßt, etwas gestört. Dieser überzeichnet und bewußt gewollte Gassenjargon passen für mich nicht so richtig zum Rest der Geschichte und lassen das Ganze etwas flach erscheinen.
Das finde ich sehr schade, denn das Rätsel, das in Botticellis Gemälde versteckt ist machen aus dem Buch eine lesenswerte Geschichte. Der gedankliche Ansatz ist sehr gut, aber die sprachliche Umsetzung finde ich nicht so gelungen, denn zu manchen Szenen passt einfach kein Strassenjargon. Schade... Aber das ist nur meine Meinung und jeder Leser sollte sich sein eigenes Bild machen.

Allerdings betrachtet man nach dem Lesen dieses Buches das Gemälde von Botticelli mit neuen Augen und sucht selbst nach dem Geheimnis in diesem Bild und denkt das alles so gewesen sein könnte, wie es hier dargestellt wurde.

Fazit: Ein historischer Roman, mit einem kniffligen Rätsel, das zu entschlüsseln dem Leser nicht immer leichtgemacht wird, auch wenn die Sprache manchmal etwas zu gewollt schnodrig gehalten ist und ich mir da etwas mehr Feinheiten gewünscht hätte.
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"Die Sonne bringt all unsere Gedanken und Überlegungen ans Licht, und Venus in ihrer bezaubernden Schönheit verleiht allem Glanz, was zum Vorschein kommt."
(Bruder Guido in "Das Geheimnis des Frühlings", Seite 163).

Ein höchst gefährliches Geheimnis hat die Autorin, die selbst in Venedig geboren wurde, ausgedacht und in dem realen und sehr berühmten Gemälde des Malers Botticelli mit dem klangvollen Namen "Primavera" verborgen. Die Lösung des politisch höchst brisanten Rätsels bietet den Ansatz zu einer spannenden Lesereise durch die damaligen Stadtstaaten, die im heutigen Italien liegen. Begleitet wird der Leser dabei von einer erfrischenden und blutjungen Heldin, die als Modell der Flora in Boticellis Gemälde plötzlich in tödlicher Gefahr schwebt und mit dem Novizen Guido in ein mörderisches Abenteuer verwickelt wird; wobei romantische Momente, trotz aller widrigen Umstände nicht ausgeschlossen sind.

Florenz 1481: Genau wie die goldene Stadt, die zum Himmel stinkt, ist auch der Charakter der jungen Luciana Vetra voller Gegensätze. Sie lässt gerne ihrer besonderen Schönheit huldigen, die für sie als Prostituierte bares Geld bedeutet, aber oft ist sie sich ihrer geistigen Unterlegenheit aufgrund mangelnder Bildung nur allzu bewusst. Außerdem ist da die große Sehnsucht nach ihrer unbekannten Mutter, denn Luciana ist als Säugling in einer Glasflasche von Venedig nach Florenz gekommen, was ihrer eigenen Vergangenheit einen sehr geheimnisvollen Charakter gibt. Als sie aber an diesem schönen Tag sich eben in den Arno erleichtert, steht ihr Sinn nicht nach Veränderung ihres Daseins und so hat sie für den eifrigen, jungen Mönch, der sie auf den Pfad der Tugend zurückbringen möchte, nur Spott und Hohn übrig. Noch ahnt sie nicht, dass sie schon sehr bald auf dessen Hilfe und Beistand angewiesen ist.
Es ist das Gemälde des berühmten Künstlers Botticelli, der sehr enge Verbindungen zu dem mächtigen Hause der Medici pflegt, welches ihr Leben für immer verändern wird. Geschmeichelt steht sie dem Maler als Modell für Flora, die Frühlingsgöttin, zur Verfügung. Als sie erwähnt, dass sie in Venedig geboren wurde und in einem Zug weitere Seemächte wie Genua und Pisa nennt, wird Botticelli plötzlich und unerklärlich sehr wütend und misstrauisch. Als Luciana erkennt, dass sie sich nun am besten schnell davon macht und auch noch auf ihren Lohn verzichten muss, entwendet sie als Entschädigung eine kleine Skizze des Originalgemäldes. Ein schwerer Fehler, wie sich bald herausstellt, denn wohin die junge Frau in der Folge kommt, findet sie ihre Freunde und Bekannte aufgeschlitzt und in ihrem Blut schwimmend vor. In ihrer Not flieht sie in das Kloster, wo sie sich an den Mönch wendet, der sich Bruder Guido nennt. Als Guido della Torre einen weisen Mitbruder um Rat fragen möchte, finden die Beiden auch diesen ermordet auf. Der Ernst der Lage macht eine sofortige Flucht unumgänglich. Der gebildete junge Mann und das gewitzte Mädchen machen es sich nun zur Aufgabe, das gefährliche Rätsel um das Bild des Frühlings zu lösen, das sich bald als Fingerzeig auf eine politische Intrige eines Kreises von Mächtigen herausstellt.

Der äußere Schein trügt. Obwohl durchaus die Möglichkeiten dafür geboten waren, verzichtet die Autorin auf billige Erotik. Es werden auch keine kunstvollen Liebesszenen erdacht, um eine lückenhafte Handlung zu kaschieren. Luciana als Ich-Erzählerin ist kess, aber völlig ungekünstelt und es macht Spaß an ihrer Seite zu sein und durch ihre Augen die Welt zu sehen. Natürlich ist der Gegensatz zwischen dem Paar, welches hier zusammenarbeitet, um ein gefährliches Geheimnis aufzudecken, ein zusätzlicher Reiz, welcher der Geschichte eine besondere Würze gibt. Man erwartet geradezu, dass die beiden Gefühle füreinander entwickeln, aber die Entwicklung der Beziehung wird sehr einfühlsam erzählt und da man nur die Sichtweise von Luciana kennt, ist es sehr interessant die Figur des Guido mit ihr zusammen zu entdecken. Es ist eine sehr charmant erzählte Liebesgeschichte und natürlich darf es hier an Dramatik nicht fehlen, denn schließlich handelt es sich um ein richtiges Abenteuer in einer historisch aufregenden Zeit.

Der seitenstarke Roman ist vom Limes-Verlag sehr schön verpackt. Der Buchdeckel ist mit Goldstaub angehaucht und im Innendeckel findet man eine Wiedergabe des Gemäldes "Primavera", damit man auch richtig mitfiebern kann. Ein rotes Buchbändchen ist eine große Hilfe, wenn man die spannende Lektüre doch einmal für das Alltagsleben unterbrechen muss, bevor man das "Geheimnis des Frühlings" zur vollständigen Zufriedenheit gelöst hat!
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am 30. Dezember 2011
Meine Meinung:

Buchgestaltung:
Das Buch ist sehr schön aufgemacht mit warmen Farben. Was mich allerdings etwas irritert hat, war das Bild auf dem Cover. Ich finde das eigentliche Bild um das es in dem Roman geht, "Primavera" von Botticelli, wäre passender als Cover gewesen. Aber damit man trotzdem live bei der Spurensuche dabei sein kann, gibt es auf der Coverinnenseite das genannte Bild. Es ist sehr wichtig, dass das Bild im Buch abgedruckt wurde, denn gerade dadurch, dass man die Erkenntnisse, die die beiden Protagonisten darüber gewinnen, selbst am Bild nachempfinden und verstehen kann.
Handlung:
Was für eine Handlung! Das Buch liest sich wie ein Krimi / Thriller, ist spannungsgeladen und lässt den Leser bis zum bitteren Ende auf ein Happy End hoffen. Normalerweise sind die meisten historischen Romane eher etwas distanziert geschrieben, aber hier konnte man sich ab der ersten Seite in die Handlung hineinversetzen und zusammen mit Bruder Guido und Luciana quer durch das Italien der Renaissance fliehen. Die Autorin hat es gekonnt geschafft, Spannung und Ruhepausen perfekt einzusetzen. Der Leser freut sich, dass das Buch so dick ist, denn man wird von der Handlung gefangen genommen und auch danach nicht mehr so schnell losgelassen.

Besonders toll finde ich die Personenkonstellation. Luciana, eine Hure, die mit ihrer einzigartigen Schönheit besticht. Deswegen wird sie vom Maler Sandro Botticelli für die gestalt der Flora in seinem aktuellen Gemälde "La Primavera" ausgewählt. Nachdem es aber zu einem kleinen Streit wegen der bezahlung kommt, klaut Luciana kurzerhand den Entwurf des Gemäldes, der auf einem kleinen cartone festgehalten wurde. Doch schon bald bemerkt sie, dass es Leute gibt, die über Leichen gehen um dieses Bild zurückzuholen. In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an den jungen Mönchsanwärter Guido della Torre, der Neffe des Herrschers von Pisa. Als nicht nur ihre Mitbewohnerin umgebracht wird, sondern auch ein Ordensbruder Guidos, fliehen die beiden aus Florenz und machen sich auf die Suche nach dem im Bild verschlüsselten Geheimnis. Ihre Reise führt sie durch ganz Italien, in prächtige Städte und dunkle Gassen. Werden sie noch rechtzeitig das Geheimnis knacken können oder werden ihre Verfolger sie finden, bevor sie dazu gekommen sind?
Charaktere:
Luciana Vetra ist mir im Laufe der geschichte sehr ans Herz gewachsen. Ich habe noch nie einen derartigen historischen Roman gelesen, der so witzig aber auch anrührend und spannend war. Luciana ist eine einzigartige Persönlichkeit, die sich selbst treu ist und sich nicht von den Umständen beeinflussen lässt. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und sagt oftmals direkt was sie über etwas denkt.

Bruder Guido, ein pisanischer Edelmann, der sich ganz der Liebe Gottes verschrieben hat, ist ebenso toll gelungen wie seine Begleitung Luciana. Seine religiöse Hingabe erscheint dem Leser glaubwürdig und verständlich, diese entwickelt sich aber mit der Geschichte weiter und wird realitätsnaher, denn er muss feststellen, dass seine Kirche nicht die Reinheit in Person ist. Im Gegensatz zu Luciana ist er sehr gebildet und auch an seinem Charakter merkt man immer wieder den Edelmann hervorblitzen. Zusammen sind die beiden ein unschlagbares und traumhaftes Paar, dass die Geschichte einzigartig macht. Die Liebe die sich zwischen ihnen entwickelt vollzieht eine sehr realistische Entwicklung, das war wirklich sehr schön ausgearbeitet von der Autorin. Sie nähern sich langsam und vorsichtig an, aber dann passiert etwas, das sie wieder auseinander treibt...
Sprache:
Die jeweilige gesprochene Sprache ist sehr an die einzelnen Charaktere angepasst. Luciana benutzt oft die Sprache der Straße, wohingegen Bruder Guido sich sehr gewählt und gebildet ausdrückt (sehr zum Leidwesen Lucianas). Die Sprache verleiht somit den Charakteren noch mehr Leben und Eigenständigkeit. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Luciana geschriebn, was ich als sehr erfrischend und witzig empfand, da sie einfach ihren eigenen Charme hat. Ich bin nicht der Meinung, dass Lucianas Ausdrucksweise teilweise zu übertrieben straßenhaft war, denn sie hat sich auch sprachlich weiterentwickelt und dadurch wirkt sie auf mich nur noch liebenswerter.

Mein Fazit:
Das mit Abstand beste historische buch, das mir je untergekommen ist! Es gehört ab jetzt auch zu meinen Lieblingsbüchern, da es einfach witzig, spannend, tragisch, romantisch und noch vieles mehr war. Unbedingt lesen!!!
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am 24. September 2011
Hier muss man ausnahmsweise mal mit Äußerlichkeiten anfangen: Das Hardcover ist ein echter Hingucker. Hübsch-dezentes Titelbild, leichter Goldschimmer auf Umschlag und Einband, auf dem vorderen Vorsatzblatt eine Abbildung des Gemäldes, um das sich alles dreht, auf dem hinteren eine zeitgenössische Ansicht von Florenz. Wirklich schön und liebevoll gestaltet, ein Schmuckstück für jedes Bücherregal.

Zwischen den Buchdeckeln findet man dann die Geschichte des Florentiner Straßenmädchens Luciana, das eines Tages dem Maler Botticelli für seine "Primavera" Modell stehen darf. Eine unbedachte Bemerkung später pflastern übel zugerichtete Leichen Lucianas Weg, denn La Primavera verbirgt ein veritables Geheimnis. Um dieses zu entschlüsseln bricht Luciana (und der Leser mit ihr) zu einer Rundreise durch Renaissance-Italien auf, geführt von dem redegewandten, gottesfürchtigen und verdammt gutaussehenden Mönch Bruder Guido.

Luciana erzählt ihre Geschichte selbst, frech und direkt, mit einer guten Prise Humor und einigen erzählerischen Taschenspieler-Tricks, die die Spannung aufrecht erhalten. Das geht in etwa so: Ja, ich bin tatsächlich als Baby in einer Flasche von Venedig nach Florenz gereist... aber wie es dazu kam, erzähle ich Euch später, denn momentan bin ich ja gerade auf der Flucht und habe keine Zeit dafür. Darüber, dass die Handlung ein wenig arg konstruiert ist, liest man dank der beiden extrem sympathischen Hauptdarsteller elegant hinweg.

Weniger elegant fällt leider die deutsche Übersetzung aus, bei der Stoffe morsch sind, italienische Adelige sich einander mit "Lord" vorstellen und der Florentiner Palazzo Vecchio einen Leuchtturm aufgesetzt bekommt. Von der Unfähigkeit, für den venezianischen Dogen ein Adjektiv zu finden und deshalb alles, was mit ihm zu tun hat "herzöglich" zu nennen, mal ganz zu schweigen. Allerdings macht es die Autorin der Übersetzerin auch nicht gerade leicht: Möglicherweise gewollt sind die diversen Anachronismen - unter anderem erblickt jemand eine Armada, ein anderer wirft eine Flinte ins Korn, und Renaissance-Lucianas häufig gebrauchter Ausdruck für ihren Broterwerb (den ich hier nicht wiederholen kann, weil dann die Rezension nicht veröffentlicht wird) passt weder in die Zeit noch zum Charakter - aber WENN diese Anachronismen gewollt sind, verpufft ihre Wirkung angesichts der Verwirrung, die sie beim Leser auslösen.

Noch größer war meine Verwirrung aber, als Luciana im Mai anfängt, reife Weintrauben zu pflücken. Na gut, botanischer Irrtum, ist auch Jane Austen mal passiert. Aber dann beweist die kleine Plaudertasche wie weit sie ihrer Zeit voraus ist, indem sie als ihre Lieblingsspeise Carpaccio erwähnt (Begründung: siehe Wikipedia). Und anschließend berichtet sie von der Hinrichtung des Mönches Savonarola durch Lorenzo de` Medici (ein Ereignis, das gut zwei Jahrzehnte nach der Romanhandlung stattfand und zu dessen Zeitpunkt Lorenzo selbst schon längst unter der Erde lag). OK, man kann jetzt nicht von jedem Leser erwarten, dass er sich in italienischer Renaissance- und Gastronomie-Geschichte auskennt, AAAABER... ist das von einer Autorin, die laut Klappentext Geschichte, Kunst und Literatur in Oxford und Venedig studiert hat, auch zu viel verlangt?

Obwohl ich das Buch ab einem gewissen Punkt hauptsächlich weiter gelesen habe, weil ich so gespannt war, was noch an erzählerischem und übersetzerischem Unsinn auftaucht (und ich wurde nicht enttäuscht), fälle ich dennoch kein negatives Urteil. Nicht nur, weil der Einband so schön ist. Luciana und Bruder Guido, die sich beide im Lauf der Handlung neu erfinden müssen, sind einfach zu liebenswert, und die Autorin ist mir ebenfalls sympathisch. Denn auch wenn sie's mit den Fakten nicht immer so hat, zwei Dinge rechne ich ihr hoch an: Sie ist klug und geschickt genug, die wachsende Vertrautheit zwischen ihren beiden Protagonisten nicht in einer detailliert beschriebenen Liebesszene gipfeln zu lassen. Und sie verzichtet in ihrem kurzen Nachwort darauf, sämtlichen Bibliotheksangestellten zwischen London und Florenz sowie ihrem großartigen Mann, den wundervollen Kindern, der Schwiegermutter, dem Zeitungsmann und dem Kanarienvogel für die unendliche Unterstützung zu danken.

Vier Sterne für Luciana, Bruder Guido und die Primavera und zwei für den Verlag, der die Kosten für die schöne Gestaltung besser in eine aufmerksame Textkorrektur investiert hätte.
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am 12. Dezember 2011
Die Geschichte beginnt in Florenz. Luciana Vetra soll für Botticellis neustes Gemälde Modell stehen. Luciana wird die Hauptfigur verkörpern, die Frühlingsgöttin Flora. Denn Luciana ist trotz ihres Rufes eine wahre Schönheit. Sie hat ein perfektes Gesicht und goldenes Haar und scheint somit geradezu als Flora geboren zu sein. Bevor sie sich auf dem Weg zum Maler macht, trifft sie auf der Straße den Domenikaner-Mönch Guido, der sie zu bekehren versucht. Ihnen beiden ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, das sie bald zusammen fliehen müssen.

Dies ist mein erster Roman von Marina Fiorato gewesen und es wird ganz bestimmt nicht mein letzter gewesen sein.
Die Autorin hat mit Luciana Vetra einen tollen Charakter geschaffen. Ich mochte ihre offene und ehrliche Art von der ersten Seite an:

"Auch auf den Straßen leben sowohl Götter als auch Ungeheuer. Ich muss es wissen, denn ich gehöre zu Letzteren - Luciana Vetra, Gelegenheitsmodell und Vollzeithure. Solche wie mich bespritzen die Prediger von ihren Kanzeln herab mit Gift, und anständige Frauen spuken mich an." SEITE 10

Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und drückt sich aus wie ein Gassenjunge. Sie ist realistisch und obwohl sie in einem Nonnenkloster aufgewachsen ist, glaubt sie nicht wirklich an Gott.
Luciana kann weder lesen noch schreiben, aber dumm ist sie keinesfalls. Sie hat ein sehr gutes Gedächtnis, sie merkt sich von allem was sie kennt und sieht drei Fakten, die sie dem Leser auch stets präsentiert. Sie ist es auch die die Geschichte erzählt und manchmal spricht sie den Leser auch direkt an.
Was mir besonders gefiel war, das alle Figuren nicht direkt in Gut oder Böse zu unterteilen sind. Sie wirken echt und ihre Handlungen sind immer gut nachzuvollziehen.
Und dann ist ja noch der "wahre" Protagonist des Buches. Botticellis Gemälde "La Primavera". Dort ist ein Geheimnis versteckt das zu entschlüsseln gilt und eine spannende Jagd durch ganz Italien beginnt. Als besonderen Clou ist die "La Primavera" auf dem Vorsatzpapier in Farbe abgebildet. Das empfand ich als sehr hilfreich, denn immer wieder wollte ich mir das Bild wegen irgendwelcher im Buch erwähnter Details genau ansehen.
Der Stil der Autorin ist toll. Es ist sehr flüssig zu lesen, aber Dank Bruder Guido wird es nie seicht, und durch Luciana nie zu ernst. Die Handlung schlägt immer mal Hacken, nie weiß man ob alles gut wird, mit Luciana kann man richtig mitfiebern und es gibt ständig irgendwelche Überraschungen mit denen man nie rechnet. Für mich gab es keine einzige langweilige Stelle und habe das Buch innerhalb kürzester Zeit ausgelesen.
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am 17. März 2014
Es handelt sich um einen sehr interessanten und actionreichen Abenteuerroman vor historischer Kulisse Italiens im 15en Jahrhundert. Eine junge Hure und ein Priester befinden sich durch unglückliche Umstände gemeinsam auf der Flucht. Sie will ihn verführen und er will sie zum Gott bekehren. Das Paar reist nach Florenz, Pisa, Neapel, Rom, Venedig, Bozen, Mailand und Genua, immer dem rätselhaften Geheimnis des Bildes „la Primavera“ von Botticelli auf der Spur.

Ich habe mir das Buch besorgt, weil ich demnächst eine Italien Rundreise mache und Luciana beschreibt die Städte, Leute und alles in ihrer Umgebung so lebhaft und detailgetreu wie eine Reiseleiterin. Das Rätsel um das Gemälde und die Interpretation der Figuren fand ich total beeindruckend und fesselnd. Ihre derbe Ausdrucksweiße überraschte mich sehr, doch fand ist es trotzdem unterhaltsam, mal was anderes. Einige unglaubwürdige Zufälle kommen schon vor, das hatte mich aber gar nicht gestört.

Was mir SEHR gestört hat ist dass einige historische Details falsch waren! Ich habe nur ein durchschnittliches Wissen in der Geschichte, aber das ist mir aufgefallen: (Zur Info: die Handlung des Buches ist 1481/1482)

1. "…Michelangelo wird demnächst in Rom eintreffen um die Decke der Sixtinischen Kapelle zu bemalen…“ (Tatsache: Michelangelo wurde 1475 geboren!)
2. „…Lorenzo Medici ließ den Prediger Savonarola verbrennen…“ (Tatsachen: Savonarola wurde 1498 verbrannt, Lorenzo Medici starb schon 1492)
3. Leonardo da Vinci wird „klein und hässlich“ genannt. Jeder weiß dass er eine äußerst gepflegte Erscheinung war.

Meiner Meinung nach darf das nicht sein! Ich empfehle das Buch nur den Lesern, die solche Details nicht erkennen würden :-)
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am 15. September 2012
Die Rezension von "Muschelkalk" würde ich unterschreiben-danke!

also spannend war der roman, sonst hätte ich ihn nicht innerhalb von 2 wochen durchgelesen, obwohl ich nicht mal urlaub hatte.

mir hat der aufhänger der geschichte gefallen: also das rätsel um das gemälde (auch ich habe mir das bild daher mehrfach genauer angeschaut)
zudem kommt man in italien ganz schön herum mit den protagonisten und kann sich die szenerien meist gut vorstellen/nachempfinden damals.

nun zur negativen kritik:

die ich-erzählweise und direkte ansprache des lesers nervt gehörig! es soll wie ein tagebuch klingen, das auf der flucht/reise entstanden ist, oder wie?

die figuren sind für mich nicht glaubwürdig. vor allem guido, der im zweiten teil wie ein anderer charakter rüberkommt und auf einmal mehrere sätze mit L. sprechen kann und will! jedoch auch L., die im zweiten teil auf einmal nicht mehr jeden tag an einen mann denkt, den sie vernaschen möchte (wohl wegen ihrem guido) ;-)

der jargon der protagonistin ist oft zu neuzeitlich und passt nicht, zudem soll sie eine einfache dirne darstellen und kommt manchmal mit zusammenhängen oder ausdrücken, die sie gar nicht kennen dürfte. und zu guter letzt: oft musste ich mich fragen: ahja, und das soll jetzt eine teenagerin darstellen???? sie klingt nicht wie ein kind, ich glaube sie soll 15 jahre oder so darstellen.

was ich auch mehrmals sehr verwunderlich und sogar ärgerlich fand: die rätsel lösen sich manchmal, ohne dass man nachvollziehen kann, wieso eigentlich. also es ist zu konstruiert, eigentlich durchweg. zudem haben die beiden für meinen geschmack so mitten in der story und natürlich auch am ende einfach "eine gehörige portion zu viel glück".
das trieft dann schon ganz schön.

schade fand ich, dass das ende sehr aprupt erzählt wird...also DAS worauf es eigentlich die ganze zeit ankam...das hauptereignis/ziel wird so schnell abgetan, dass ich etwas unbefriedigt war. hier hätte die autorin doch noch etwas spannung reinbringen und ein paar details und seiten einbauen können.
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am 21. Januar 2012
Zum Inhalt:
Florenz im Jahre 1481. Die 16-jährige Luciana Vetra verdient ihren Lebensunterhalt als Straßenhure, bis zu dem Tage, an dem sie für ein Gemälde Botticellis Modell stehen soll. Doch der Maler entlohnt sie nicht für ihre Arbeit und so stiehlt sie kurzerhand eine detailgetreue, handliche Kopie des Gemäldes, das den Namen 'La Primavera' trägt.
Diese Tat schlägt hohe Wellen: Kurz darauf werden zwei ihr nahe stehenden Menschen auf grausame Weise getötet, denn es steckt ein brisantes Geheimnis hinter diesem Gemälde.
Als sie daher Hilfe bei dem jungen frommen Mönch eines nahe gelegenen Klosters sucht, der sie kurz zuvor noch auf den rechten Weg führen wollte, wird ihr bewusst, dass der Mörder ihr immer noch auf den Fersen ist und selbst vor den heiligen Gemäuern eines Klosters nicht halt macht. Zusammen mit dem Mönch, der den Namen Guido trägt, beginnt für sie eine aufregende und abenteuerreiche Flucht durch Italien vor den unbekannte Mächten, auf der sie das Geheimnis hinter diesem Gemälde erforschen wollen.

Meine Meinung:
Wie immer finde ich es sehr spannend und interessant, Bücher zu lesen, die auf geschichtlichen Fakten beruhen, aber dennoch nicht so trocken in ihrem Aufbau sind.

Durch die Ich-Perspektive begleitet man die Protagonistin durch das Abenteuer ihres Lebens und genau das macht das Buch so locker.
Luciana redet den Leser immer wieder direkt an und bewirkt so, dass man sich mit einbezogen fühlt. Ihre teils vulgäre Ausdrucksform und ihr sympathischer Sarkasmus und Ironie haben mich des öfteren zum Lachen gebracht und gibt dem Ganze eine gewissen Frische und Lockerheit.
Die Autorin hat eine ganz eigene, tolle Art, die Umgebung und Charaktere einprägsam und anschaulich darzustellen.

Fazit: Eine rasante Jagd durch Italiens Städte mit einem wirklich tollen und spannenden Geheimnis. Für alle, die Interesse an historischen Romanen, gepaart mit Thriller und politischen Verschwörungen haben ein wirklich empfehlenswertes Buch.
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am 26. Januar 2014
Für Liebhaber von Historienromanen mit Liebesgeschichte, etwas Kunstgeschichte und Krimianteil echt ein Muß!
Hat mich gleich gefesselt. Durch die vielseitigen Richtungen ist für jeden was drin. Hab das Buch im Urlaub in einem Rutsch weggelesen (Mit Schlafpause). Unterhaltung ohne viel Denken, aber trotzdem anspruchsvoll - auch mal gut!!
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VINE-PRODUKTTESTERam 5. Dezember 2011
Dieses Buch ist ein ganz außergewöhnlich gutes Buch. Es ist nicht unbedingt vollkommen neu oder innovativ, aber die Gesamtkomposition ist magisch und spannend und weiß den Leser zu fesseln.
Es handelt sich bei diesem Roman um eine Art historischen Thriller, der alles beinhaltet, was der Leser sich nur wünschen kann.
Eine poetische und bildhafte Sprache. Unheimlich sympathische und gut ausgearbeitete Charaktere, mit authentischen Eigenheiten, das wechselnde Setting weiß zu überzeugen und auch von Romantik bis Aktion sind alle Attribute vorhanden.

Zu Beginn lernt der Leser Luciana kennen, eine Straßenhure in Florenz, jung, gewitzt und schön. Sie ist von Anfang an ein absolut liebenswerter Charakter, mit dem man mitfiebern kann, der einen mit seinem etwas schrägen Humor unterhalten und der auch schwierige Situationen meistern kann, ohne dabei zu einem Übercharakter, einer sogenannten Mary Sue zu mutieren.
Gerade ihre kleine Macke immer allem was sie erlebt drei Fakten oder Tatsachen zuordnen zu müssen, lässt sie sehr real erscheinen und macht sie zu einer authentischen Figur.
Der Leser kann ohne Probleme ihre Emotionen und Ängste nachvollziehen. Gerade ihre Zeit in Venedig macht sie sehr lebendig. Man fühlt und leidet mit ihr. Selbst ihre anfängliche Sturheit führt nicht zu Antipathie.
Auch Bruder Guido hat das gewisse Etwas, was ihn von anderen Charakteren in historischen Romanen abhebt. Er ist wirklich sehr stark in seinen Überzeugungen und bricht nicht schon zu Beginn des Romans und auch auf gar keinen Fall mit Leichtigkeit mit seinem Glauben.
Die Interaktion zwischen den Beiden ist ein Wechselbad an Gefühlen. Von einer spannungsgeladenen Atmosphäre, bis hin zu Witz und Humor ist auch hier alles dabei. Das macht die Lektüre sehr leicht und lässt nie Langeweile aufkommen. Dafür rückt die beginnende Romanze zwischen den Beiden niemals all zu sehr in der Vordergrund.
Ich hatte beide Figuren sehr schnell ins Herz geschlossen.
Im Verlauf des Buches wird der Leser noch viele weitere Figuren (vor allem Nebenfiguren) kennen lernen. Aber auch hier macht die Autorin alles richtig. Keine der Nebenfiguren wirkt blass. Jeder Charakter bekommt mit wenigen Worten sein eigenes Gesicht, wird durch Gestus und Verhalten charakterisiert. So erschafft Marina Fiorato ein sehr lebendiges Bild Italiens und erschafft ein glaubwürdiges Umfeld für ihre beide Protagonisten.

Auch das Setting konnte mich voll und ganz überzeugen. Gerade durch das Krimiartige des Romans ist es möglich, die beiden Figuren einmal quer durch Italien zu schicken. So lernt der Leser nach und nach Florenz, Pisa Neapel, Rom und Genua (und auch andere Orte) kennen.
Jede Stadt hat ihr eigenes Gesicht und wird mit einer Liebe zum Detail beschrieben, die oft ihresgleichen sucht.
Außerdem macht die Autorin nicht den Fehler die Zeit damals zu idealisieren. Sie versucht diese Antithese zwischen Abscheu, Sünde und Verfall genauso zu beschreiben, wie die Schönheit und den Reichtum der Orte. Dieser Balanceakt zwischen Licht und Dunkelheit gelingt ihr ausnehmend gut.

Durch die Aufteilung des Romans in verschiedene Bücher, die immer mit einem Datum versehen sind, ist es sehr leicht sich auch innerhalb der Romanstruktur ohne Probleme und mit Vergnügen zurecht zu finden.

Die eigentliche Handlung und das Rätsel um die Primavera wirkt auf den Leser interessant und schlüssig. Die Autorin scheint sehr gut recherchiert zu haben, was sie auch im Nachwort des Romans zugibt. Alle Fäden, offenen Geheimnisse und Fragen werden am Ende des Werkes zusammengeführt und ergeben ein authentisches Gesamtbild. Doch die Autorin beschränkt sich nicht nur auf die offensichtlichen Fäden, sondern webt auch ihre Nebenfiguren und augenscheinlich zunächst unwichtige Begebenheiten mit in ihre Komposition mit ein. Am Ende schafft es die Autorin den Leser mit Kleinigkeiten zu überraschen.
Der Epilog rundet das Gesamtgeschehen ab und gibt ihm ein klares Ende. Ein Ende, das zwar nicht unerwartet ist, aber das den Leser absolut zufrieden zurück lässt.

Der Schreibstil der Autorin ist ebenfalls hervor zu heben. Er wirkt detailreich und poetisch, ohne zu übertreiben. Er ist immer den einzelnen Situationen angemessen und überzeugt abwechselnd durch eine wissenschaftlich oder philosophische Sprache und dann wieder durch eine Art derbe Gossensprache. Diese Tatsache lässt den Roman weder unausgegoren noch unschlüssig wirken, bewirkt sie doch eher, dass die Figuren noch ein bisschen lebendiger werden, als sie es eh schon sind.

Im Großen und Ganzen muss man zugeben, dass die Autorin nicht unbedingt etwas Neues erschafft, aber die Fähigkeit hat aus einer alten Idee etwas sehr Authentisches und Lebendiges zu erschaffen. Wer die Befürchtung hat, dass Marina Fiorato eine Art 'Illuminati' des frühen Italiens geschrieben hat, wird überrascht sein, auf welch vielfältige Weise, sie dieses gängige Thema umzusetzen weiß.

Das Cover besticht durch eine schlichte Schönheit.

Das Buch erhält von mir eine uneingeschränkte Empfehlung.
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