Sale Sale Hier klicken Jetzt informieren Book Spring Store 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Hier klicken HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimited AmazonMusicUnlimited BundesligaLive wint17



am 8. November 2017
Ich hab das Buch zufällig letzten Sommer im Buchladen entdeckt und musste es – als Frau, die gerne reist – sofort mitnehmen. Ich hab es jetzt etwa in einem Monat gelesen und es hat mir wirklich gut gefallen. Die Kapitel kommen einigermaßen chronologisch daher und haben eine perfekte Länge, sodass man immer wieder mal eines kurz vorm Schlafengehen lesen kann. Die ein oder andere wissenswerte Anekdote findet man darin ebenfalls und man bekommt auch einen guten Einblick in die Thematik "Karten und Macht", d.h. welche Macht von ihnen ausgeht und wie es um das Wechselspiel zwischen mächtigen Imperien und Kartenherstellern über die Jahrhunderte hinweg bestellt war. Wer in die Tiefe gehen möchte, hat hier schon einmal eine gute Basis, von der er sich wegbewegen kann. Einziger Minuspunkt: Die Karten hätte ich mir in Farbe gewünscht. Ich weiß, dass das Ganze wohl wieder etwas mit Kosten zu tun hat, die bei einer Buchveröffentlichung ja immer zu hoch sind, aber gerade in einem Werk, in dem es auch um Bildhaftes geht, hätte sich dies mehr als angeboten.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 5. April 2017
Als Vielreisender war ich natürlich sehr gespannt auf dieses Buch, behandelt es doch die Geschichte der Kartographie. Zum Inhalt wurde schon viel gesagt, daher nur mein subjektives Fazit:

Das Buch ist einigermaßen chronologisch aufgebaut und verfällt in eine ausgesprochen angelsächsische Sicht, sobald England und die USA in der Weltgeschichte auftauchen.
In einigen Kapiteln verliert der Autor den roten Faden und schweift teilweise langatmig ab.
Landkarten sind Dreh- und Angelpunkt des Buches, dafür sind die teilweise lieblosen schwarz-weiß Reproduktionen nicht ausreichend. Mein Tipp: Die in den Kapiteln erwähnten Landkarten nachgoogeln, so kann man sich ein Bild der Karten machen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 31. Dezember 2014
Erster Satz:

Im Dezember 2010 veröffentlichte Facebook eine neue Weltkarte, die ebenso erstaunlich wie schön war.

Meine Meinung:

Bei "Karten!" von Simon Garfield handelt es sich um ein toll gestaltetes Sachbuch über die Geschichte und die Möglichkeiten der Kartografie. Auch für alle Nicht-Historiker sehr interessant, denn heutzutage benutzt jeder irgendwelche Karten - und sei es, nur auf dem Smartphone. Die Geschichte der Kartografie ist eng mit unserer Menschheitsgeschichte verbunden, wie man auch an den breit gestreuten Themen des Buches sehen kann. Es wird nicht nur auf historische Karten eingegangen, die eine wichtige Rolle spielten, sondern auch auf moderne Art, wie Google Maps oder die Kartierung in Computerspielen.
Das Buch ist kein Fachbuch, sodass es jeder Interessierte lesen kann. Dazu muss man auch keine besonderen Vorkenntnisse haben, denn der Autor erklärt so gut wie jeden Fachbegriff oder lateinischen Ausdruck, wenn einer im Text vorkommt. Ich hätte mir hier lediglich ein wenig mehr Tiefe gewünscht, denn man bleibt teilweise doch sehr an der Oberfläche eines Themas hängen. Aber das hätte wohl die Rahmen des Buchs gesprengt ;-).
"Karten!" ist also für jeden Geschichtsinteressierten ein Muss, ob Laie oder nicht. Der Schreibstil ist einladend und locker, wodurch das Werk zu einer unterhaltsamen Lektüre wird.

Mein Fazit:

"Karten!" ist ein tolles Buch über die Kartografie, mit unterschiedlichen Themen, einem lockeren Schreibstil und integrierten Bildern. Man muss nicht erst Geschichte studiert haben, um etwas zu verstehen - sondern jeder Interessierte findet hier toll aufgemachte Infos, von alten Karten über Schatzkarten, bis hin zu Google Maps und PC-Spielen.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 30. März 2014
Ob Google Earth oder moderne Navigationsgeräte, sie alle haben ihren historischen Ursprung in alten Karten, die es schon seit Jahrtausenden gibt. Erst vor Kurzem konnten Archäologen eine Art Karte ausmachen, die vor ungefähr 14.000 Jahren von Höhlenbewohnern in den Stein gekratzt wurde.

Der englische Journalist und Sachbuchautor Simon Garfield betrachtet in seinem Buch „Karten!“ die abwechslungsreiche Geschichte der Kartografie, von den Anfängen bis in unser digitales Zeitalter. In 22 Kapiteln stellt er die Meilensteine dieser topografischen Wissenschaft vor.

Schon die allerersten Karten waren eine Herausforderung für die menschliche Vorstel-lungskraft. So stellte man sich in der Antike die Welt noch als eine von Wasser umgebene Scheibe vor. Im Mittelalter erlebte die Kartografie dann einen ersten Aufschwung. Sie begann mit der Christianisierung des römischen Reiches im 4. Jahrhundert n. Chr. und endete mit der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus im Jahr 1492, die zu einer wesentlichen Erweiterung der Weltkenntnis geführt hatte. Mit den Entdeckungsreisen im 16. und 17. Jahrhundert wuchs das Interesse an Karten enorm, die jedoch an Exaktheit noch viele Wünsche offen ließen. Erst das 19. Jahrhundert wurde das Jahrhundert der großen Landvermessung, die im 20. Jahrhundert durch digitale Hilfsmittel (z.B. Satellitenbilder) noch wesentlich verbessert wurde.

Garfield stellt zahlreiche Beispiele dieser mitunter abenteuerlichen Entwicklung vor. Da ist die erste Kartierung einer Stadt (London) aus dem Jahre 1593 oder die berühmte Cholera-Karte des englischen Arztes John Snow, mit der er die Ausbreitung der Infektion 1854 in London veranschaulichen konnte. Auch bei der Aufdeckung eines Mordfalles im 19. Jahrhundert spielte eine Karte eine wichtige Rolle. Heute befassen sich dagegen Wissenschaftler mit der Kartierung des menschlichen Gehirns. Und so blickt Garfield am Schluss seines Buches nicht in die Vergangenheit sondern in die Zukunft der Kartografie, die durch Internet oder GPS bestimmt sein wird.

Die reichlich 500 Seiten sind eine spannende und zugleich unterhaltsame Reise durch die Geschichte der Kartografie, die der Autor mit zahlreichen Fakten, Geschichten und Episo-den erzählt. Viele historische Abbildungen (meist Karten) bereichern und erläutern den gut lesbaren Text. Eine faszinierende Lektüre für alle historisch Interessierten.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 21. August 2014
Sachbücher, bei denen Autoren es verstehen, Wissen zu vermitteln, ohne dass es staubt - gehören zu meinen Lieblingsbüchern. Und darunter fällt nun auch "Karten!" von Simon Garfield.

Kartografie ist wirklich keines meiner Hobbies. Aber ich mag gut geschriebene Sachbücher und bin interessiert an historischen Dingen. Als ich den Klappentext von "Karten!" gelesen habe, war meine Neugier gleich geweckt. Von den alten Griechen bis zu Google Maps hat sich ja wirklich viel verändert. Nicht nur, dass Karten heute immer mehr in der Welt der Elektronik existieren, sondern auch die Weltanschauung, das Weltbild hat sich doch gewaltig verändert. Kartenmaterial vermittelt nicht nur (manchmal erstaunlich selten) Tatsachen, sondern auch politische Anschauungen und Wünsche.
Der Autor versteht es, sich nicht nur auf die Karten an und für sich zu konzentrieren, sondern sie im Kontext zu erklären. Und das ist es, was dieses Buch für mich so faszinierend macht.

Unterteilt ist "Karten!" in insgesamt 22 Kapitel. Das hat das Lesen und Verdauen des Gelesenen für mich einfacher gemacht. Von den alten Griechen in Kapitel 1 über die Hintergründe, warum die Italiener zu den größten Kartenzeichner der Welt wurden (Kapitel 4) bis hin zu der Kartierung des Gehirns in Kapitel 22... ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.

Mit 520 Seiten und einer Menge Abbildungen kam bei mir keine Langeweile auf. Ich hab das Lesen dieses Buches wirklich ausgesprochen genossen und kann es nur weiterempfehlen. Und ich werde es sicher immer wieder mal in die Hand nehmen, um etwas nachzulesen. Humor, Wissen und die Vermittlung dessen ergeben bei mir eine Wertung von glatten fünf Sterne. Danke für dieses wunderbare Buch.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 19. März 2014
Ein Leben ohne Karten – unvorstellbar! Große Entdeckungen ohne Karten – wir würden immer noch Angst davor haben über den Rand der Erde zu fallen. Simon Garfield hat sich eines der bildstärksten und umfangreichsten Themen angenommen und die Geschichte der Karten unter die Lupe genommen.
Karten faszinieren, denn sie machen unerreichte Weiten greifbar und erlebbar. Die Karte einer Stadt, eines Landstriches, in dem man seinen Urlaub verbrachte, weckt erneut Erinnerungen. Sie führen einen sicher ans Ziel. Karten sind aber auch Kunstwerke.
Umfassend und gespickt mit Anekdoten führt Simon Garfield durch die jahrhundertealte Kunst des Kartenmachens. Doch auch der Humor kommt nicht zu kurz. Im Kapitel 16 heißt es: „J.M. Barrie kann keine Karten falten!“ Der Autor von Peter Pan machte es sich sehr einfach („die Zweite rechts, und dann immer weiter…“ Zusammen mit einer Zahnpastafirma kreierte er eine Karte Nimmerlands.
Wer verträumt über Karten hängt, reist in Gedanken in ferne Länder. Mit diesem Buch reist man ewig (immer hin sind über 500 Seiten kein Pappenstiel) in die entlegensten Orte der Welt. Die Geschichten, die Simon Garfield hier niedergeschrieben hat, sind amüsant, aufschlussreich und bieten einen Unterricht der besonderen Art.
Fernab von Google Maps ist dieses Buch aus der Tradition heraus geboren und bietet mehr als nur einen kurzen Einblick in die Geschichte des Reisens. Dieses Buch gehört in jeden Bücherschrank eines jeden, dem die eigenen vier Wände immer wieder Raum zum Träumen geben. Wer gern reist, hat sich mit Karten auseinandergesetzt. Simon Garfield beseitigt die letzten verbleibenden Fragezeichen durch dicke, fette Ahas, Ach-sos und Ausrufezeichen.
Spannend, unterhaltsam, prägend.
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 15. Februar 2015
Der Untertitel des Buches trifft ganz gut, worum es geht. Was man sich nicht erwarten sollte: Ein Bilderbuch (die enthaltennen Abbildungen sind in Graustufen gehalten); ein zusammenhängendes Buch (viele Kapitel sind in sich abgeschlossen, teilweise wirkt es, als ob der Autor einzelne Artikel geschrieben und erst nachher zu einem Buch erweitert hätte); einen sich aufs Wesentliche beschränkenden Schreibstil (Oft schweift der Text weit in Bereiche ab, die nichts mit dem Rest zu tun haben, der Autor mag es anscheinend, Anekdoten zu erzählen.)
Wer mit oben genanntem kein Problem hat, bekommt eine interssante Sammlung von Geschichten zur Geschichte und Gegenwart der Kartografie, sowie vieler Bereiche, die irgendetwas mit Karten zu tun haben und die sich auch irgendwie verarbeiten lassen, um ein Buch mit 520 Seiten zu füllen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
NR. 1 HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 12. April 2014
Ein Buch in den höchsten Tönen loben und ihm trotzdem eine Stern verweigern? Ja, wenn es einen Mangel hat, der so schwer wiegt, dass er den Informationswert arg beeinträchtigt. Und genau das ist leider bei diesem Buch der Fall. Denn die vielen Karten sind nur in Schwarz-Weiß abgebildet. Obwohl dies bestimmt aus Gründen der Preisgestaltung geschah, finde ich es unverzeihlich. Zumal sich die Produktionstechniken so verändert haben, dass die Mehrkosten für einzelne Bildteile in Farbe durchaus vertretbar wären.

Farbe ist nun mal Information. Und wo ihr Fehlen zu Trugschlüssen führt oder die Veranschaulichung der Thesen verhindert, sind Schwarz-Weiß-Abbildungen ein ärgerlicher Kompromiss gegenüber der Marketingabteilung oder dem Controlling. Aber da dies der einzige negative Punkt ist, darf der Leser davon ausgehen, dass ihm der englische Journalist ein Bildungs- und Unterhaltungserlebnis der besonderen Art bietet.

Im Vorwort nimmt die amerikanische Wissenschaftsjournalistin Dava Sobel Bezug auf die Doppeldeutigkeit des englischen Originaltitels „On the Map“. Denn die Redewendung heißt auch, bekannt und etabliert zu sein. Und da jede Karte eine Geschichte erzählt, muss sich der Autor eines solchen Buches auch in den Elementen auskennen, die für eine gute Geschichte unabdingbar sind. Diesem Anspruch genügt Simon Garfield so gut, dass seine Karteninterpretationen ebenso überzeugend wie nachvollziehbar sind.

Überraschenderweise beginnt Simon Garfield seinen Rundgang in die Geschichte der Kartografie mit der neuen Weltkarte, die Facebook im Dezember 2010 veröffentlichte. Das ist klug gemacht, kann er doch damit gleich auf überzeitliche Sinnbilder einer Karte verweisen. Oder in seinen eigenen Worten: „Karten sind Zeugen unserer Menschlichkeit. Sie stehen in engem Zusammenhang mit unserer Geschichte und ordnen diese immer wieder neu, wobei sie unsere besten wie auch schlechtesten Eigenschaften wiederspiegeln (Entdeckergeist und Neugier, Streit und Zerstörung).“

Nach der Karte, auf der wir das Netzwerk sehen, das alle Mitglieder von Facebook verbindet, geht Simon Garfield auf die Herausforderungen an die menschliche Vorstellungskraft ein. Denn schließlich ist jede Karte eine von Menschen geschaffene Abstraktion der Wirklichkeit. Und dass bei solchen Reduktionen auch wirtschaftliche und politische Interessen im Spiel sind, wird im Kapitel „Die Männer, die die Welt verkauften“ schnell klar.

Wie die Welt durch die Kartografie langsam Gestalt annimmt, erzählt der Autor ebenso unterhaltsam wie spannend. Und mit jedem Kapitel tauchen wir tiefer in Geheimnisse ein, die unsere Vorfahren beschäftigten. Geschickt platzierte Zeitsprünge helfen dem Leser bei Analogieschlüssen und halten ihn bei Laune. Die folgende Aufzählung einiger Kapitelüberschriften soll dieses Konzept verdeutlichen: Venedig, China und eine Reise zum Mond – Willkommen in America – Die ganze Welt in einem Buch – Die sagenhaften Kong-Berge – Cholera und die Karte, die das Sterben beendete – Beim „X“ müsst ihr graben: die Schatzinsel – Die schlimmste Reise der Welt zum letzten noch nicht kartierten Ort – Karten für jedermann: eine kurze Geschichte des Reiseführers – Casablanca, Harry Potter und die Adresse von Jennifer Aniston – Der weltgrösste Kartenhändler, der weltgrößte Kartendieb – Nimm eine Ereigniskarte oder rücke vor bis auf Skyrim – Die Kartierung des Gehirns.

Mein Fazit: Der englische Journalist hat eine äußerst unterhaltsame und gut recherchierte Geschichte der Kartografie geschrieben. Auf elegante Art baut er Brücken, die historische Gegebenheiten mit den Vorstellungen verbindet, die ein Leser des 21. Jahrhunderts hat. Und weil jede Karte ein Stück Wirklichkeit abstrahiert, ist dieses Buch auch eine spannende Geschichte der Menschheit. Nur schade, dass auf einen Bildteil verzichtet wurde, der uns die wichtigsten historischen Karten in Farbe zeigen würde.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 19. August 2014
Warum noch Karten, wo es das Navi gibt? Das Sachbuch von Simon Garfield lässt diese Frage gar nicht erst aufkommen, denn Kartographie – in welcher Form auch immer – ist unverzichtbar. Der Brite nimmt seine Leser mit auf eine aufregende Reise.

Mit dem Finger auf der Landkarte geht es rasant durch die Historie der Weltentdeckung. Anekdotenreich und unglaublich unterhaltsam erzählt Garfield die Geschichten hinter den Karten von der Antike bis zu Google Maps.
Ob die alten Weltkarten, voller Phantasie und auf wenig Fakten gestützt, oder die hochpräzise Vermessung der Welt heutzutage, eigentlich ist alles spannend: Das Nichtwissen von damals, das Megawissen von heute und dazwischen ringt der Mensch um Orientierung.

Es war einmal, da drehte sich alles um die Erde. Aber schon vor zweieinhalbtausend Jahren belehrten die Astronomen jene, die hören wollten, eines Besseren. Alle anderen blieben bei der Nabelschau. Jerusalem stand im Zentrum jeder Karte, die immer auch ein Stück Herrschaft manifestierte. Allerdings, auch das lernt Garfields Leser, am anderen Ende der Welt war es Youzhou – für die Chinesen eben.

Und was geschieht heute? Auf den Navigationsgeräten dieser Tage sei wieder die Ich-Perspektive angesagt, weiß Garfield ätzend zu bemerken. Jede Entfernung misst sich genau von dem Punkt an, an dem man gerade steht. Fortschritt oder Rückschritt? Stillstand!

Auch erfahren wir, warum Amerika nach dem Falschen benannt wurde, wie der größte kartografische Schatz Britanniens dazu verwendet wurde, ein undichtes Dach zu reparieren, oder auch weshalb Computerspiele die Zukunft der Kartografie sein könnten. Die »Times« nennt Garfields Buch denn auch »einen ausgelassenen Ritt durch die Geschichte der Kartographie, voller Kuriositäten und mit Verve«.

Der in London und Cornwall lebende Autor baut auf elegante Art Brücken, die historische Gegebenheiten mit den Vorstellungen verbindet, die ein Leser des 21. Jahrhunderts hat. Und weil jede Karte ein Stück Wirklichkeit abstrahiert, ist dieses Buch auch eine spannende Geschichte der Menschheit.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 17. Juni 2015
Simon Garfield gibt hier einen breit gefassten Einblick in die Welt der Karten.
Er verfolgt deren historische Entwicklung von der Bibliothek im antiken Alexandria über Entdeckungsreisen in Mittelalter und Neuzeit bis zu Google Maps, wobei er auch dessen möglicherweise problematische Auswirkungen auf unsere Privatsphäre nicht ausspart, und betrachtet weitere ausgewählte Themen, wie beispielsweise Karten in Literatur und Filmen, Karten im Dienste der Aufklärung von Verbrechen oder der Eindämmung von Krankheiten, die Erfahrungen eines Mannes, der sich vorgenommen hat, ein herausragender Globenbauer zu werden, sowie das Aufkommen von Reiseführern.
Der Text wird dabei durch eine Vielzahl an schwarz-weiß Abbildungen illustriert.

Die Lektüre gestaltet sich abwechslungsreich und es gelingt dem Autor gut, die Bedeutung der Kartografie für den Verlauf der Geschichte sowie die Faszination, die Karten auch heute noch ausüben, nachvollziehbar zu machen.

Die Ausführungen sind großteils interessant, gehen allerdings nicht sehr in die Tiefe. Konkrete Informationen, wie bei der Erstellung einer Karte vorgegangen werden sollte, sucht man hier vergebens. (So wird, um ein Beispiel zu nennen, mehrmals die sogenannte Mercator-Projektion angesprochen und auch kritisch angemerkt, dass sie zu Verzerrungen der Größenverhältnisse zwischen den einzelnen Ländern führt, wie diese Methode genau funktioniert, wird allerdings nirgends erklärt.)

Auch hat der Autor eine eingeschränkte, vor allem britisch geprägte Perspektive. Mehrere Kapitel behandeln ausschließlich oder überwiegend Karten von London, Großbritannien oder dem ehemaligen britischen Empire, Karten, die nicht von Europäern oder US-Amerikanern gezeichnet wurden, werden dagegen kaum einmal erwähnt.

Für Kartografie-Begeisterte (und solche, die es werden wollen) ist dieses Werk dennoch empfehlenswert, werden hier doch viele spannende Themen angerissen, die dazu anregen, sich weiter in die Materie zu vertiefen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden