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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
5
Die Minoer
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern

am 14. Januar 2015
Verständlich, interessant und vor allem sehr professionell. Offenbar eine sehr gute Übersetzung. Entspricht voll und ganz meinen Erwartungen. Fakten und Fundstücke werden gut beschrieben, Interpretationen als solche gekennzeichnet. Ich würde es sowohl Laien als auch Wissenschaflern (als Einführung) empfehlen.
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am 30. August 2004
Endlich eine Gesamtdarstellung der Minoer, die sowohl den aktuellen Wissensstand wiedergibt, als auch für ein Laienpublikum lesbar ist - das war meine Erwartung, als ich anfing das Buch zu lesen.
Die Einleitung beginnt vielversprechend: nicht an Fachleute richte sich das Buch, sondern an Studenten und Urlauber, die mehr über die minoische Kultur wissen möchten. Vor allem ein Buch über Menschen soll es sein.
Dann stellt die Autorin, die am British Museum in London arbeitet, in sehr lesbarer Form die minoische Kultur in den Zusammenhang ihres Kontexts: Landschaft, Nahrungsmittel, Tierhaltung, verfügbares Rohmaterial, und stellt sehr gut die Datierungsprobleme dar, mit denen sich Wissenschaftler seit Jahren herumschlagen. Dabei reißt sie eine Reihe spannender Themen an (ein Beispiel: Import von Kupfer aus Attika und Zinn gar aus Afghanistan). Hinter jedem dieser Themen steht eine Geschichte, aber hier setzt Lesley Fittons wissenschaftliches Rasiermesser an: auf keinen Fall will sie sich "in wilden Spekulationen oder haarsträubenden Interpretationen darüber ergehen".
Und so folgen auf den ersten, vielversprechenden Auftakt vier eher brave Kapitel über die Vorpalastzeit, die alten und neuen Paläste, sowie die Nachpalastzeit, die durchaus solide Information enthalten, aber zu Spekulationen und Interpretationen gar wenig anregen. In diesem - dem Hauptteil des Buches - wird die Autorin ihrem Anspruch nicht gerecht, von Menschen zu handeln, stattdessen bestimmen (mit Ausnahmen) Fundstücke und ihre Datierung (LM I B2 oder doch LM II A1 ?) das Bild.
Interessanter wird das Buch im Schlusskapitel über die Rezeption des minoischen Kreta. Die Mythen, die sich im antiken Griechenland um den kretageborenen Zeus, König Minos, Theseus und viele andere Gestalten rankten, sind gut dargestellt. Dass sich im 20. Jahrhunder eine neue Schicht von Mythen um das minoische Kreta herum gelegt hat, an deren Entstehung Arthur Evans großen Anteil hat, haben andere ebenfalls ausführlich beschrieben. Dass aber auch moderne Künstler und Wissenschaftler (Fitton nennt Henry Miller, Evelyn Waugh, Lawrence Durrell, Michael Ayrton u.a.) sich mit dem minoischen Mythos auseinandergesetzt haben, ist für mich eine neue Dimension der Auseinandersetzung mit dem Thema, die eine ausführliche Darstellung verdient.
Auffallend ist für mich allerdings, dass für einen Gesamtüberblick über das minoische Kreta zwei Dinge total weggelassen sind: der Diskos von Phaistos und (im Kapitel über die Rezeption) das Thema Atlantis. Ich könnte verstehen, wenn sie beiden Themen nicht viel abgewinnen kann, aber diese totale Ausblendung ist doch verblüffend.
Insgesamt gibt das Buch - trotz einiger Schwächen - eine gute und aktuelle Gesamt­darstellung der minoischen Epoche.
32 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 10. November 2013
Es war alles bestens und wie erwartet. Die Ware kam pünktlich ins Haus und war unbeschädigt. Danke für Ihre Mühe!
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HALL OF FAMETOP 1000 REZENSENTam 7. Februar 2010
Unter dem Originaltitel "Minoans" wurde das Buch der Leiterin der Abteilung für "Griechische und Römische Antike" am British Museum in London, J. Lesley Fotton, bereits 2002 veröffentlicht. Es gehört zur Reihe "Peoples of Past", die von der British Museums Press herausgegeben wurde.....

....und erschien dann zwei Jahre später unter dem deutschsprachigen Titel "Die Minoer" im Stuttgarter Konrad Theiss Verlag in dessen Sachbuchreihe "Völker der Antike".

Nach dem Inhaltsverzeichnis folgt eine Zeittafel für den Zeitraum 7000 - 1000 v. Chr. in der die archäologischen Perioden auf Kreta denen die des griechischen Festlandes, der Kykladen und der ägyptischen Dynastien synoptisch zusammengefügt wurden. Nach dem Neolithikum folgten Epochen die im Großen als Früh-, Mittel-, Spät- und Subminoisch bezeichnet werden. Sie untergliedern sich in Perioden für die man die römischen Ziffern I bis III, die lateinischen Buchstaben A - C und die arabischen Ziffern 1 und 2 gewählt hat. Auf Seite 8 folgt eine einfache Landkarte der Insel, in der neben den modernen Orten und den geografischen Merkmalen die antiken Stätten eingezeichnet sind.

In ihrem Vorwort schreibt die Autorin, dass sich das Buch nicht an Fachleute, sondern an ein breites Publikum, wie z. B. Studenten oder Urlauber wendet, die gerade damit begonnen haben, sich mit den Minoern zu befassen. Leider gibt es an dieser Stelle keinen Hinweis darauf, dass der Begriff "Minoische Kultur" erst vom deutschen Archäologen Arthur Milchhoefer (1852 - 1903) geprägt wurde. Er bezog sich damit auf den mythischen König Minos, der als Sohn des Zeus und der Europa das Inselreich beherrscht haben soll. Popularität sollte die Bezeichnung durch den Engländer Sir Arthur John Evans (1841 - 1951), der u. a . den Palast von Knossos ausgegraben und erforscht hat, erlangen. Wie sich die Bewohne - dem, von den Ägyptern so genannten - Kaphtor gleichgesetzt.

Die Autorin hat ihr Buch in sechs Kapitel gegliedert. Im ersten Kapitel geht Lesley Fitton zunächst auf die geographischen und landschaftlichen Besonderheiten, die Landwirtschaft, Tierhaltung und die natürlichen Ressourcen der Insel ein, die der Sage nach dem neugeborenen Göttervater Zeus in einer Höhle der Lasithi-Hochebene Zuflucht bot. Zur minoischen Geschichte, die mit Erdbeben, anderen Naturkatastrophen und Zerstörungen von Menschenhand zweifellos bemerkenswerte Ereignisse vorweist, wird der Leser neben einem hsitorischen Abriss noch mit einer relativen und absoluten Chronologie konfrontiert. Hiebei ist es u. a. auch strittig, ob der Vulkanausbruch von Thera bereits 1628 oder erste 1520 v. Chr. stattfand. Das Kapitel "Kreta vor der Palastzeit" birgt die Ausgrabungen der frühminoischen Epochen (FM I - FM III). Votivfigurinen aus Terrakotta lassen Schlüsse auf die Religion der Vorpalastzeit zu. Weitere Funde, wie z. B. Skarabäen weisen auf Auslandsbeziehungen, hier nach Ägypten hin. "Das Kreta der alten Paläste" (MM IA - MM II) hat der Nachwelt Reste der Paläste und Städte von Knossos, Phaistos, Mallia (Quartier Mu), Zakros und Petras. Knossos, Phaistos und Mallia hatten bereits frühpalastzeitliche Staaten beherrscht, die über Kunst und Handwerk Auslandbeziehungen zu anderen Inseln und dem griechischen Festland unterhielten. Der auf das 1700 vorchristliche Jahrhundert datierte "Diskos", der am 3. Juli 1908 in der palastanlage von Phaistos ausgegraben wurde, wird leider mit keiner Silbe erwähnt. Möglicherweise hätte eine differenzierte Darstellung der außerkretischen Herkunft und der Bedeutung des manchmal reisserisch als "Diskus von Atlantis" bezeichneten Exponats, den Rahmen des Bandes gesprengt. Im "Heiligtum von Anemospilia" wurden Skelette gefunden, die auf Menschenopfer hindeuten (vgl. den sagenhaften Tribut von sieben Jünglingen und sieben Jungfrauen die Athen dem König Minos leisten musste). Die Männer der Minoerzeit waren im Durchschnitt 1,67 m, die Frauen 1,55 m groß. Im Durchschnitt wurden die Männern bei 35, die Frauen 30 Jahre alt. Viele erkrankten an Thalassämie, die von Malaria, aber auch von Unterernährung her rühren konnte.

Mit 63 Seiten nimmt das Kapitel "Das Kreta der neuen Paläste" den Schwerpunkt des Bandes ein. Es beginnt um 1700 v. Chr. mit der MM III Periode. Und zahlreichen Farbfotos zu den kretischen Ausgrabungsstätten und Exponaten wie die barbusige "Schlangenkönigin" und der "Lilienprinz", die timediver® 1989 und 2002 im Archäologischen Museum von Iraklio bestaunen, jedoch nicht fotographieren durfte. Neben Grundrisszeichnungen der Paläste von Knossos, Phaistos, Mallia und Zakros (in denen das Fotographieren erlaubt ist) gibt es schwarz-weisse Fotos der Ausgrabungen. In Bezug auf die, für seriöse Archäologen, mehr als zweifelhaften Beton-Rekonstruktionen durch Sir Evans in Knossos gibt es einen kleinen Hinweis, wonach sich der Nordeingang des Palastes deutlich von seinem Original unterscheidet. Während die Rekonstruktionen von Knossos recht fragwürdig sind, wurden die anderen ausgegrabenen Paläste in einem nüchternen, weniger spektakulären Zustand belassen und daher weitaus weniger Touristen anziehen. Bei einer Besichtigung des ostkretischen Zakros hatten timediver® und seine Begleitung die ganze Stätte für sich alleine.

Das Kapitel "Die letzte Palastphase und das Ende der minoischen Zivilisation" beschreibt die Epochen SM II bis SM IIIA1, zu der die Funde der Linear-B-Tafeln und mehrerer neuen Vasenformen und Fresken gehören. Vom Festland kamen Errungenschaften wie die Dromos-Gräber hinzu, die auf den wachsenden Einfluss der Mykener hindeuten. Im letzten Kapitel wird "Das mythologische Erbe und die Rezeption des minoischen Kreta" behandelt. Hierzu gehören die Sage von Theseus, Ariadne und dem Minotaurus als Parabel für die Macht der kretischen Thalassokratie, und das nach der kretischen Doppelaxt (Labrys) benannte Labyrinth.

Ein Anhang mit Anmerkungen (Fussnoten) zu den einzelnen Kapiteln., eine Liste weiterführender Literatur bilden mit einem Register und einem Bildnachweis eines interessanten Buches.

4 Amazonsterne für einen anschaulichen Einstieg in die Thematik.
5 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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TOP 500 REZENSENTam 27. August 2017
Europas Kultur entstand in Kreta. Die Minoer beeinflussten die Griechen, die wiederum die Römer. Aus den Trümmern des Weströmischen Reiches entstand das Abendland. Aus den Stierspringern wurden die griechischen Olympioniken und deren Spiele sind das erfolgreichste Medienevent der Neuzeit.
Wüssten wir also, wie die Kreter waren, warum ihnen Stierhörner und Doppelaxt heilig waren, dann könnten wir verstehen, wer wir sind und woher wir kommen.
Doch wir wissen es nicht, weil wir die schriftlichen Zeugnisse der minoischen Kultur nicht lesen können. Daher gibt es nur Vermutungen, wie die Kreter lebten und was ihnen wichtig war.
Und doch gibt es Anhaltspunkte, die uns die Archäologie liefert.
Wir wissen, dass die Kreter zu ihrer Zeit die führende Seemacht des Mittelmeeres waren und mit allen Kulturvölkern Handel trieben.
Wir wissen, dass sie keine Kriege führten und keine Verteidigungsmauern benötigten.
Es gibt Anhaltspunkte für die Ansicht, dass die Kreter matriarchalisch organisiert waren und die Frauen den Männern zumindest gleichgestellt waren. Damit war das minoische Reich die einzige und letzte von Frauen geführte Hochkultur.
Opelt R, Autor von " Die Königin von Kreta: Teil I: Stierspringer
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