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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
3
Antike mit Biss- Die schaurigsten Geschichten von Homer bis Horaz
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:14,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 4. August 2013
Bei Schauergeschichten denken wir vielleicht an Edgar Allan Poe oder Stephen King. Aber bereits die Antike war voll mit schaurigen Szenarien. Schon in den frühen literarischen Epen begegnen uns Geister und Gruselgestalten. Das Böse faszinierte auch in der Antike.

Der Philologe und bekannte Autor Cornelius Hartz hat in seinem neuen Buch „Antike mit Biss“ die schaurigsten Geschichten der griechisch-römischen Antike von Homer bis Horaz zusammengetragen. Sie umfassen einen Zeitraum von fast 1000 Jahren und gehören so unterschiedlichen Genres an wie Roman, Brief, Epos oder Komödie. Die deutschen Übertragungen stammen dabei meist von berühmten Übersetzern und Literaten des 18. und 19. Jahrhunderts (wie Wieland oder Voß), die nur vorsichtig an die moderne Rechtschreibung und Zeichensetzung angepasst wurden.

Hartz hat die Auswahl der antiken Schauergeschichten in vier Kapitel unterteilt. In „Vampire, Schrecken der Nacht“ macht er den heutigen Leser u.a. mit einem gruseligen Ausschnitt aus dem Roman „Der Goldene Esel“ des römischen Schriftstellers Apuleius bekannt. Horaz, Homer, Petron und Äsop erzählen in dem Kapitel „Hexen und Werwölfe“ u.a. von Hexenvertreibung oder einem grausamen Liebestrank.

In „Böse Geister und Gespenster“ spukt es gewaltig und Dämonen und Exorzisten treiben ihr Unwesen. Im letzten Kapitel „Verstümmelung und Tod“ geht es dann noch einmal richtig mörderisch, ja kannibalisch zu. Den gruseligen Abschluss bildet die grausame Apuleius-Erzählung „Die Leichenfresser“. Darin erfährt man auch interessante Details über die Begräbnisriten der Antike.

Jeder Text wird von Hartz mit einer erläuternden Einleitung versehen, wobei er interessante Informationen zu Autor, Werk, historischen Hintergründen und Übersetzern vermittelt. Komplettiert wird das schaurige Buch durch Literaturhinweise und ein Register.

Fazit: Nach „Tatort Antike“ (2012) stellt Cornelius Hartz die antike Welt wieder mit einem schaurigen Blick vor. Sehr empfehlenswert!
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TOP 500 REZENSENTam 24. August 2013
Bissige Gesellen haben in den Bücherregalen der großen Buchhandlungen Hochkonjunktur. Der kitschig-verklärte Blick auf die Untoten und die Gestalten der Nacht faszinieren Leser. Doch das sind alles nur Phantasiegespinste.
Doch wie in jeder Geschichte so steckt auch hier ein Funken Realität - Wahrheit wäre wohl etwas übertrieben in diesem Zusammenhang. Cornelius Hartz, passionierter Bücherentstauber und Seitenwühler hat sich wieder einmal auf die Socken gemacht, und ist dem Mythos der schaurigsten Geschichten der Antike auf den Grund gegangen.
Beim Staubaufwühlen ist ihm (wieder einmal) so manches Histörchen unter die fixen Augen gekommen.
Dem Dichter Horaz, der um die Zeitenwende lebte, ist die besonders gruselige Geschichte erzählt worden: Vier Hexen wollen einen Liebestrank brauen. Dazu benötigen sie einen schmucken Jüngling. Die Vorbereitungen sind umfangreich. Schließlich soll der Liebestrank einen gewissen Varus einer der Hexen gefügig machen. Da ist von Natternbrut die Rede, von Ermattungen ob der Vorrichtungen und Flüchen. Liest man den Text ohne Vorbildung, klingt das alles ganz nett. Ist halt ein Gedicht aus alter Zeit. Cornelius Hartz gibt dem Leser die Richtung vor, wie man den Text „lesen muss“.
Weiter geht die wilde Hatz durch die Antike der Raufereien und Mysterien: Das berühmteste Werk der Geschichte ist wohl die Bibel. Sie zu lesen, kein Problem. Sie vollends zu verstehen – ein zweckloses Unterfangen. Denn seit jeher streiten sich ganze Generationen von Kirchenforschern um die Deutung einzelner Passagen. Im Markusevangelium wird Jesus als Exorzist dargestellt. Dass er hier und da Bedürftige von ihren Leiden befreite, ist bekannt. Doch was geschah mit den ausgetriebenen Geistern? Ja, diese Stelle muss man erstmal finden. Und dann auch noch verstehen. Nun, jetzt ist das Geheimnis gelüftet. Cornelius Hartz hat den Bibelleser von seinem Leid erlöst. Halleluja!
Die Falle schnappt gnadenlos zu! Man ist gefangen im Strudel der Ereignisse vergangener Tage. Unerbittlich schlägt sich die Schreibfeder von Cornelius Hartz ins Gedächtnis des Lesers. Es gibt kein Entkommen. Anklage: Unterhaltung in Tateinheit mit Wissensvermittlung. Die Zeugen: Die Leser. Das Urteil: Schuldig in allen Anklagepunkten. Die Strafe: Dieses Buch! Aber das ist keine Strafe – es ist eine Belohnung.
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HALL OF FAMETOP 1000 REZENSENTam 3. August 2013
Nachdem timediver® im Oktober 2009 den im Darmstädter Verlag Philipp von Zabern erschienenen historischen Roman "Habichte über Karthago (Historische Romane Von Zabern)" gelesen und anschließend dezidiert rezensiert hatte, konnte ich noch im selben Monat auf der Frankfurter Buchmesse mit Dr. Cornelius Hartz ein interessantes Gespräch führen. Der 1973 in Lübeck geborene und in Hamburg aufgewachsene, in Latinistik promovierte Altphilologe war damals bereits seit fast zwei Jahren als Verlagslektor bei von Zabern tätig, wo er auch seinen ersten historischen Roman "Excrucior" publiziert hatte. Für mich überraschend gab Dr. Hartz zwei Monate später seine Verlagsanstellung auf, um sich als freier Autor, Übersetzer und Lektor in Hamburg zu betätigen....

....wobei er als Sachbuchautor seinem einstigen Verlag zumindest teilweise treu bleiben sollte. Dort publizierte er auch noch - gewissermaßen als Abschiedsgeschenk mit "Zaberns Wissensquiz Geschichte & Archäologie (Spiel)" sein erstes Quizkarten-Set, dem bis jetzt noch zwei weitere folgen sollten. Im Februar 2013 veröffentlichte Hartz jedoch sein "Götter, Monster und Heroen. Berühmte Stimmen zu den bedeutendsten mythologischen Gestalten der Antike" im Mainzer Nünnerich-Asmus Verlag, der erst 10 Monate zuvor von der Archäologin, Historikerin, Publizistin, Chefredakteurin der Zeitschrift "Antike Welt" und seiner ehemaligen Kollegin bei Philipp von Zabern, Dr. Annette Nünnerich-Asmus, gegründet worden war.

....wie ich in meiner Rezension deutlich verdeutlichte, hatte mir diese systematische Darstellung mit ihren zahlreichen Bezügen zum "kulturellen Weiterleben von Archetypen" außerordentlich gut gefallen, so dass ich nun auch dem Band "Antike mit Biss", der wieder einmal bei von Zabern erscheinen sollte, mit Spannung entgegensah. In seinem Vorwort holt der Autor weit in die Vergangenheit aus, indem postuliert, dass bereits der Homo sapiens vor etwa 50.000 Jahren an seinem Lagerfeuer erfundene Geschichten zum Besten gegeben habe. Während man jedoch nicht wisse, wann die ersten Gruselgeschichten erdacht und erzählt worden sind, würden sich bereits im ältesten literarisches Werk überhaupt, dem mesopotamischen Gilgamesch-Epos, Geister und Schauergestalten in gruseligen Erzählungen tummeln. Von schwarzer Magie, Dämonen, Gespenster, Zombies, Hexen usw. könne man bereits in den frühesten Zeugnissen des alten Orients und Ägyptens lesen. Dies nicht nur in der erzählenden Literatur, sondern auch in Berichten von Historikern, philosophischen Schriften und sogar in der Bibel. Gleichzeitig räumt Harz jedoch auch ein, dass das, was wir heute unter einem Vampir verstehen, "größtenteils" eine Erfindung der Neuzeit ist.

Für seine Zusammenstellung hat sich der Autor zwanzig verschiedener Texte bedient, die einem fast 1000jährigen Zeitraum und so unterschiedlichen Genres wie Roman, Dialog, Brief, Epos, Komödie usw. der griechisch-römischen Antike entstammen. Jedem der altertümlichen Texte wurde jeweils eine erläuternde Einleitung zu Autor, Werk, Hintergründen und Übersetzer vorangestellt, die mitunter umfangreicher ist, als der eigentliche Quellentext. Jeweils ein antikes Zitat findet sich am Anfang von Kapiteln, die mit "Vampire, Schrecken der Nacht", "Hexen und Werwölfe", "Böse Geister und Gespenster" sowie "Verstümmelung und Tod" überschrieben sind. Neben dem Buchcover, das eine Büste mit einem blutigen Vampirbiss vorweist, findet timediver® auch die zwischen den Schreckenswesen der Antike und denen der Gegenwart hergestellten Zusammenhänge als teilweise für übertrieben, mitunter konstruiert. So hat die Empusa (S. 119 als Dämon nichts mit einem Menschen gemein, der als Vampir zwischen Leben und Tod den Tag im Sarg verbringt und des Nachts auf Beutezug geht. Auch die Bezeichnung Thessaliens "als etwas, wie das Transsylvanien der Antike" (S. 119) erscheint dem Leser eher "als etwas, was an den Haaren herbeigezogen wurde". Das Wort Hexe entstammt dem Westgermanischen. Es wurde erst im Spannungsfeld zwischen Heiden und Christianisierung geprägt und ist bereits deshalb ein Anachronismus im Verhältnis zur griechisch-römischen Antike. Homers Kirke konnte demnach Odysseus und seine Gefährten nicht verhexen, als Zauberin bestenfalls becircen, bzw. be- und verzaubern. Sokrates und sein Schüler Platon dachten wohl eher an wandelnde Seelen, als daran "Woher böse Geister kommen", wie der Autor eine seiner Ausführungen betitelt. Auch die Heilung des Besessenen von Gerasa, bei der Jesus nach Mk. 5,1 – 20 eine ganze Legion von Dämonen austreiben und in 2000 Schweine verbannen konnte, reiht Hartz in das Sammelsurium seiner antiken Horrorgeschichten ein. Weder der sagenhafte Thraker-Herrscher Tereus, der nicht nur zum "Kannibalen wider Willen" (S. 99), sondern auch "ohne Wissen" wurde, oder das den Herakles verzehrende Gewand mit dem Gift des Zentaurs Nessos, (S. 109) sowie die Harpyien taugen als Vorlagen für menschenfressende Zombies.

Eine kurze Literaturliste sowie ein kleines Personen-, Sach- und Ortsregister bilden den Abschluss einer durchaus interessanten, jedoch eher weniger bissfesten Zusammenstellung, welche auch oder gerade die Erwartungen von Genre-Fans sicherlich nicht vollends erfüllen kann.

Sorry Dr. Hartz, aber diesmal gibt es nur 3 Amazonsterne
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