Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren b2s Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
4
4,8 von 5 Sternen
5 Sterne
3
4 Sterne
1
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:16,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Alleine die Stellenausschreibung zu Beginn des Buches ist schon ein satirisches Glanzstück: Vollgestopft mit modernen Buzzwords wird da der Posten des römischen Kaisers angepriesen, samt Anforderungsprofil, zu erwartenden Sozialleistungen und Boni. Zu richten an den "Senat und das Volk von Rom". Herrlich! Und genauso witzig und geistreich, dabei fabelhaft elegant formuliert geht es gleich weiter.
Dass hier kein falscher Eindruck entsteht: "Berufsziel: Römischer Kaiser" ist eine durch und durch sachlich korrekte, ernsthafte Darstellung, die viel über die Mechanismen verrät, die die römische Gesellschaft zusammenhielten. Es ist die ironische Brechung zu heutigen Bewerbungstrainern, die das Ganze so unglaublich amüsant macht. Da ist die Rede von Incentives und Dienstfahrzeugen, es geht um Dress Code und Performance Skills, um Work-Life Balance und Reisekostenabrechnung. Zum Schluss noch Tipps für eine formal überzeugende Bewerbungsmappe. Ich habe mehr als einmal laut aufgelacht, als wieder einmal so eine unverhoffte Pointe den weihevollen Nimbus des Alten Rom zerstörte. Dabei ist der Kunstgriff so effektvoll wie genial, denn er zeigt sehr schön die Parallelen zu Top-Jobs unserer Zeit. Und die gravierenden Unterschiede. Außerdem räumt er mit einigen weit verbreiteten Missverständnissen auf: Wer denkt, der römische Kaiser hätte sich in seinem Amt benommen, als sei das Reich sein Privateigentum und er quasi Alleinherrscher, der irrt gewaltig! Klar, solche Charaktere gab es auch, aber deren Stellen wurden schnell vakant durch sozialverträgliches Frühableben. Caesar wurde einen Monat, nachdem er sich zum Diktator auf Lebenszeit wählen ließ, ermordet. Er war nicht der letzte Princeps, der seine größenwahnsinnigen Ambitionen mit dem Leben bezahlte. Im Buch sind immer wieder "Fallbeispiele" eingestreut, die zeigen, wie sich ein guter Imperator präsentiert (oder warum schlechte gescheitert sind). Da geht es um die Aufstiegschancen für Bewerber mit Migrationshintergrund oder um die Ausgestaltung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften, man erhält Praxistipps wie "Wegloben statt Demontieren" und nützliche Checklisten für den erfolgreichen Verwandtenmord. Das ist höchst amüsant und dabei oft bitterernst. Denn römischer Kaiser zu sein, war kein Zuckerschlecken. Zu keiner Zeit.

Wer "Berufsziel: Römischer Kaiser" gelesen hat, wird nicht nur tiefe Bewunderung für die hegen, die dieses Ziel erreicht haben, sondern auch sehr viel über das römische Selbstverständnis, die Gesellschaft und deren Wertevorstellungen gelernt haben. Vieles gilt bis heute, ja diese Konventionen sind geradezu Roms Erbe in der Gegenwart. Anderes ist wiederum so grundverschieden von unserer Lebensrealität, das man sich aus heutiger Sicht wundert, wie diese Gesellschaft so lange stabil bleiben konnte.

Ein wunderbar lebendiges Buch, voll geistreichem Witz, brillant geschrieben und dabei faktenreich und spannend. Wer römischer Kaiser werden will, sollte es immer bei der Hand haben. Und allen anderen kann ich die Lektüre nur wärmstens empfehlen.
0Kommentar| 13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Zum Inhalt wurde hier schon genug gesagt - deshalb nur einige Anmerkungen:
Die Darstellung historischer Zusammenhänge in moderner Sprache geht leider oft schief, wie man an manchen historischen Romanen leidvoll erleben muss (wenn z. B. im 3. Jh. der 'Vamp' zur 'Party' geht...)

Hier dagegen macht gerade der Gegensatz zwischen modernem Personaler-Slang (Work-Life-Balance, Performance, Fashion-Sünden) und den dargestellten, gründlich recherchierten Überlieferungen zu den Kaisern den Charme des Buches aus. Diese - in deutschen Akademikerkreisen sonst eher verpönte - Darstellungsweise hilft dabei, die Brücke zur Moderne zu schlagen und schmunzelnd die Parallelen zwischen den Verhaltensweisen antiker und heutiger Führungskräfte zu erkennen. Denn eine gewisse Flapsigkeit der Sprache, vermischt mit einem Schuss Ironie, pustet in wohltuender Weise den Staub von der ehrwürdigen Antike. Und als jemand, der sich seit über vier Jahrzehnten mit den Römern und seit über einem Jahrzehnt intensiv mit Personalthemen befasst hat kann ich jedem Zweifelnden versichern, dass das ,BRK`, wie es im Nachwort genannt wird, durchaus auch als heutiger Karriereratgeber tauglich ist. Denn mit ein wenig Phantasie lassen sich Ratschläge wie der Folgende auch zur Vermeidung heutiger Bewerberfehler adaptieren:
,Damit sich Ihr zukünftiger Arbeitgeber ein Bild von Ihnen machen kann, sollten Sie Ihrer Bewerbung eine Statue von hoher künstlerischer Qualität beifügen. Denn auch in diesem Fall gilt: Wer hier spart, spart an der falschen Stelle!` (S. 120).
Viel Spaß!
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Januar 2014
Ich habe das Buch eigentlich für meine halbwüchsigen Kinder gekauft, aber dann auch selbst an einem Abend durchgelesen. Es vermittelt in überaus vergnüglicher Weise Kenntnisse über die römische Kaiserzeit, ist für ein wenig interessierte Teenager schon gut zu lesen (ab dem 15. Lebensjahr, würde ich sagen), aber auch nach einem abgeschlossenen Geschichtestudium (bei dem ich allerdings die Antike nur im einführenden Teil berührte) habe ich noch manch spannendes Detail erfahren. Einziges Manko: Die Fallbeispiele hätten durchaus zahlreicher sein können, ich hätte dem Buch gerne zwei statt nur einen Abend gewidmet. Aber vielleicht sehen das ja schon meine Kinder anders.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. September 2014
Welche Voraussetzungen muss man mit sich bringen, um die Wahl zum Römischen Kaiser zu gewinnen? Was sind die Risiken, was der Gewinn? Wie sollte man gekleidet sein und sich Verhalten? Ist es egal, wenn meine Familie mit Skandalen auf sich aufmerksam macht? Darf ich mich als Gott anbeten lassen?

All diesen Fragen und vielem mehr geht Stephan Berry in diesem Buch auf den Grund. Dabei beschreibt er auf humorvolle Art und Weise, welche Qualitäten und Voraussetzungen (etwa den cursus honorum) ein Kandidat mit sich bringen muss, und was die großen Fettnäpfchen der römischen Politik sind. Denn oft kann ein kleiner Fehltritt zu einem gewaltsamen Ende führen.

In meinem Augen ein gelungene Darstellung der Dinge, die man über die römische Kaiserwürde wissen sollte. Dabei ist das Wissen so witzig verpackt, dass das lesen (und lernen) nicht langweilig wird. Alleine die Stellenbeschreibung am Anfang ist es wert, gelesen zu werden und sorgt garantiert für Amüsement.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden